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Sedisvakantismus

Sedisvakantismus


Als Sedisvakantismus (lateinisch: "Lehre vom leeren Stuhl Petri") oder Sedisvakanzthese bezeichnet man die theologische Position, dass der päpstliche Stuhl derzeit vakant bzw. der aktuelle Bischof von Rom nicht rechtmäßiger Papst sei. Es regiere demnach nur ein Scheinpapst bzw. Putativpapst. Der Sedisvakantismus ist Teil des Traditionalismus.


Geschichte

Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Papstes gab es in der Geschichte der Katholische Kirche immer wieder. So zeigt z. B. Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie starke Zweifel an der Rechtmmäßigkeit von Papst Bonifatius VIII. Ähnlich verhielt es sich bei politisch-religiösen Situationen, die dazu führten, dass mehrere Päpste bzw. Gegenpäpste existierten. Der Sedisvakantismus ist hingegen eine anderes und sehr neues Phänomen, das bisher nicht existierte. Die sedisvakantistische Position beinhaltet nämlich nicht nur Zweifel, sondern die (feste) Überzeugung, dass der Stuhl Petri vakant bzw. illegitimerweise besetzt sei.

Klarzustellen ist, dass man hierbei von einer außerordentlichen Sedisvakanz ausgeht und nicht von einer ordentlichen. Letztere liegt immer in der Zeit vor, wenn ein Papst gestorben und sein Nachfolger noch nicht gewählt ist.

Nach dem II. Vatikanischen Konzil entstanden vermehrt Gruppierungen, die nur die Päpste bis Pius XII. (zum Teil sogar nur bis Pius XI.) als solche anerkennen und alle folgenden als illegitim. Der wahrscheinlich erste Sedisvakantist war der ehemalige Jesuit Joaquín Sáenz y Arriaga [1] .

Ein Teil der Sedisvakantisten bemüht sich um die "Restitution der Kirche als Heilsinstitution" und versucht daher, die möglichst baldige Wahl eines Papstes vorzubreiten. Diese Richtung nennt man auch Konklavisten. Ein anderer Teil der sedisvakantistischen Bewegung hat sich mit dem gegenwärtigen Zustand abgefunden.

Die in Spanien verbreitete "Palmarianisch-katholische Kirche" hat, entgegen häufig zu lesender Behauptungen, grundsätzlich nichts mit dem Sedisvakantismus zu tun, denn sie ging nie von einer Vakanz des Apostolischen Stuhls in Rom aus, sondern glaubte aufgrund einer pseudomystischen Privatoffenbarung, dass ihr Gründer als neuer Papst von Gott eingesetzt worden sei. Der Palmarianismus ist nur eine Folgeerscheinung obskurer Privatoffenbarungen, gegen die die Kirche nicht rechtzeitig und konsequent genug vorging. Die einzige Verbindung zum Sedisvakantismus besteht darin, dass Erzbischof Pierre Martin Ngô Đình Thục in Palmar einen Mann geweiht hat, der sich später zum von Gott eingesetzten Papst erklärt hat.


Argumentation

Eine aktuelle Vakanz des Apostolischen Stuhls wird mit den durch das 2. Vatikanische Konzil vorgenommen Änderungen begründet, die aus Sicht der Sedisvakantisten unvereinbar mit der Lehre der Päpste vor dem Konzil und daher als Häresien anzusehen seien. Infolgedessen seien Päpste, die die Lehren des 2. Vatikanischen Konzils verteidigten, somit Häretiker. Da der Papst laut katholischer Lehre in Glaubens- und Sittenfragen unfehlbar ist, könne ein Häretiker auf keinen Fall (gültiger) Papst sein. Hierbei berufen sie sich auf die Theorie des papa hareticus von Robert Bellarmin oder die Theologie von Alfons Maria von Liguori sowie Lehren der Neuscholastik, denen zufolge der Papst aufgrund absoluter Temerität des Lehramts sein Amt infolge einer Häresie ipso facto verliere. Scheeben vertrat diese Position ausdrücklich. Die Begründung der aktuellen Sedisvakanz wird zwar unterschiedlich formuliert, [2] aber alle Sedisvakantisten befassen sich mit diesem Problem.

Eine Richtung der Sedisvakantisten vertritt den sog. Sedisprivationismus, d. h. die Auffassung, der Heilige Stuhl sei lediglich de jure, also formaliter unbesetzt, aber de facto, also materialiter von einem Scheinpapst besetzt, so dass kein Papst gewählt werden könne. Begründet wurde diese auch "Cassiciacum-These" genannte Theorie durch den französischen Theologieprofessor und späteren Bischof Michel Guérard des Lauriers.


Verbreitung

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. zählt nicht zu den Sedisvakantisten, da sie die Päpste seit dem 2. Vatikanum als gültig anerkennt, auch wenn sie dem Papst den Gehorsam verweigert. Ebensowenig ist Bischof Williamson zu den Sedisvkantisten zu zählen. In den letzten Jahren haben sich aber immer wieder von der Priesterbruderschaft getrennt, weil sie die These von der Sedisvakanz vertreten, und manche verfechten diese Position auch offen. [3] In tradionsorientierten Kreisen findet heute eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sedisvakantismus statt, weil er immer mehr Zulauf bekommt. [4] Schon zu Beginn der 1980er Jahre hat sich der Großteil der Kleriker des amerikanischen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Pius X. abgespalten [5] und die sedisvakantistische Priesterbruderschaft St. Pius V. gegründet. [6] Sedisvakantistische Neupriester aus Deutschland werden meist im Ausland geweiht und oft wirken sie dann in anderen Ländern. [7]

Das am weitesten verbreitete Periodikum, in dem die sedisvakantistische Position vertreten wird, ist die von Eberhard Heller redigierte Zeitschrift Einsicht, die vom Freundeskreis der Una Voce – Gruppe Maria e.V. herausgegeben wird. [8] Daneben existieren die Zweimonatsschrift Beiträge zur geistlichen Erneuerung aus dem katholischen Glauben sowie die unregelmäßig erscheinende Zeitschrift Pro Fide Catholica des Verlags Anton A. Schmid.

Seit der Wahl von Papst Franziskus fanden in der Piusbruderschaft große Auseinandersetzungen um den "Kurs gegenüber Rom" statt. Ein Teil der Priester und auch Laien, die einen "härteren" Kurs favorisierten, haben sich im Rahmen der Auseinandersetzungen im Jahr 2014 dem Sedisvakantismus angeschlossen. Darunter war auch eine Gruppe von Laien, die den Besuch von Bischof Williamson in Deutschland organisiert hatte, als er die Anhänger des "Widerstandes" in der Piusbrudeschaft gegen der Kurs des Generaloberen besuchte. [9]

In der ersten Hälfte der 2010er Jahre, etwa seit der Wahl von Franziskus 2013, hat sich die sedisvakantistische Bewegung in Deutschland wieder verstärkt. So kehrte Markus Ramolla, inzwischen zum Bischof geweiht, [10] nach Deutschland zurück und wirkt seither im Raum Trier. [11]


Bekannte Sedisvakantisten

Hutton Gibson, Vater von Mel Gibson
Gerd-Klaus Kaltenbrunner, [12] Schriftsteller und Privatgelehrter
Reinhard Lauth, Philosoph
Rolf Hermann Lingen,[13] Priester mit umstrittener Weihegültigkeit
Paul Schoonbroodt, Priester
Wigand Siebel, Soziologe
Günther Storck, Bischof
Pierre Martin Ngô Đình Thục, Erzbischof


Beurteilung

Der Gehorsam dem Papst gegenüber, nicht nur in Glaubens- und Sittenfragen, sondern auch in disziplinären Angelegenheiten, ist für den Katholiken eine schwere Verpflichtung, eng verknüpft mit dem 1. Gebot. Dies wurde nicht zuletzt beim 1. und beim 2. Vatikanischen Konzil bekräftigt. Ein Sedisvakantist macht sich daher objektiv gesehen der Sünde des Schismas schuldig. Subjektiv liegt hingegen eine Art Putativnotstand vor, wenn ein Sedisvakantist zu einem überlegten Gewissensentscheid gelangt.

Auch wenn die oben aufgezeigte Schlussfolgerung, die zum Sedisvakantismus führt, in sich logisch ist, ist bei manchen derzeitigen Sedisvakantisten die Frage nicht gelöst, wie ein formal gültig gewählter Papst und ein formal korrekt einberufenes Konzil trotz der zugesagten Unfehlbarkeit Häresien lehren könnten und damit ungültig werden könnten. Überwiegend wird diese Frage jedoch von denjenigen Sedisvakantisten, die die Position vertreten, dass die Sedisvakanz ab dem Zweiten Vatikanum beginne, dahingehend beantwortet, dass Papst Paul VI. mit der (versuchten) Promulgation der Erklärung Dignitatis humanae konkludent sein Papstamt aufgegeben habe. Dasselbe gelte demzufolge für alle Bischöfe und Kleriker, die ihm folgten.


Literatur

José Franklin Urbina Aznar: Grundsatzerklärung zur Wahl eines Papstes aufgrund der aktuellen Vakanz des Apostolischen Stuhles. Aus dem Spanischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Johannes Rothkranz, Anton Schmid, Durach 2000, ISBN 3-932352-49-1.
Andreas Pitsch: Die ekklesiologischen Irrlehren von Marcel Lefebvre. Entstehungsgeschichte, Rechtfertigung und Auswirkungen, Müstair 2008, ISBN 978-3-909065-29-5.
Andreas Pitsch: Weshalb "Pius XII." kein Papst war, Verax-Verlag, Müstair 2008.
Johannes Rothkranz: Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit. Ein Dokument des Zweiten Vatikanums und seine Folgen, Anton Schmid, Durach 1995, Gesamt-ISBN 3-88096-898-5.
Johannes Rothkranz: Papsttreue – Heilige Pflicht jedes Katholiken, Anton Schmid, Durach 1997, ISBN 3-932352-24-6.
Johannes Rothkranz: Die Sedisvakanzthese widerlegt? Antwort auf eine untaugliche Kritik von P. Gérard Mura, Anton Schmid, Durach 1999, ISBN 3-932352-38-6.


Kritik:

Manfred Adler: Das allgemeine Recht auf Religionsfreiheit. Anmerkungen zu einem Buch von Johannes Rothkranz, Eos, St. Ottilien 1999, ISBN 3-88096-898-5.
Gérard Mura: Die theologische Position des Sedisvakantismus - Untersuchungen zum Werk von Johannes Rothkranz, in: Dives in omnes 7 (1998) H. 3/4, S. 4-19.
Paul Natterer: Wie müssen wir zum Papst stehen? (Schluß), in: Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X., Nr. 161 (Juni 1992), S. 30-37.
John Salza / Robert Siscoe: True or false Pope? Refuting sedevacantism and other modern errors, Winona, Minnesota, ISBN 978-1-4951-8142-9.
Franz Schmidberger: Die Sedisvakanz-Theorie, in: St.-Athanasius-Bote (hg. v. Initiative katholischer Christen - Verein St. Petrus Canisius e.V.), Nr. 27 (Dezember 2015), S. 8-9.
Richard Williamson: Eleison Kommentare
CCCXLI (341) vom 25. Januar 2014.
CCCLVII (357) vom 17. Mai 2014.
CDV (405) vom 18. April 2015.
CDVII (407) vom 02. Mai 2015.
CDXVII (417) vom 11. Juli 2015.


Anmerkungen

↑ Vgl. die englische Wikipedia: Joaquín Sáenz y Arriaga (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. Muss man gegenwärtig auf den Zustand der Sedisvakanz schließen? (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. P. Zaby und seine Gruppe, die eine Internetseite betreiben und eine Zeitschrift herausgeben: www.antimodernist.org.
↑ Vgl. die Aktivitäten von P. O. Schenker: https://poschenker.wordpress.com/category/sedisvakantisten/ (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. Erzbischof Lefebvre und die Sedisvakantismus-Krise von 1983 (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. deren Internetpräsenz (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. Kein Gottesdienst in Auer Kirche für "Papst-Ablehner", Augsburger Allgemeine, 31. Januar 2008, 20:35 Uhr (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. Werner Olles: Die göttliche Wahrheit erkennen. Katholische Kirche: Der Freundeskreis der Una Voce kämpft gegen den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils, in: Junge Freiheit Nr. 34/02 vom 16. August 2002 (Stand: 13. Dezember 2015).
↑ Vgl. Bischof Williamson besucht den "Widerstand" in Deutschland, katholisches.info vom 22. April 2013, 15:40 (Stand: 15. Februar 2015).
↑ Vgl. seine Stellungnahme zur Weihe (Stand: 14. Juli 2015).
↑ Vgl. Fritz-Peter Linden: Der Bischof, vor dem das Bistum warnt, in: Volksfreund (Prümer Zeitung), 7.7.2013 (Stand: 14. Juli 2015).
↑ Vgl. Junge Freiheit, 17/11, 22. April 2011 (Stand: 12. Februar 2015).
↑ Vgl. Pluspedia: Rolf Hermann Lingen (Stand: 14. Juli 2015).

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Sedisvakantismus)



Sedisvakantismus

Der Sedisvakantismus (von lateinisch sedes ‚Sitz‘ und vacans ‚leer‘), auch als Sedisvakanzthese bezeichnet, ist die Auffassung, dass es zurzeit keinen rechtmäßigen Papst gebe. Im Unterschied zu einer natürlichen Sedisvakanz des Heiligen Stuhles durch Ableben oder Amtsverzicht eines Papstes unterstellen Sedisvakantisten eine außerordentliche Sedisvakanz, indem behauptet wird, dass der gerade amtierende Papst kein gültiger Amtsträger sei.


Allgemeines

Vorgeschichte

Schismen tauchten in der Kirchengeschichte wiederholt auf. So gab es in der Kirchengeschichte immer wieder Gruppen, die zwar das Papsttum anerkannten, einen bestimmten Papst aber ablehnten und sich deshalb abspalteten, meist aus theologischen, oft aber auch aus politischen oder kirchenrechtlichen Gründen. Dies führte mehrmals zur Aufstellung von Gegenpäpsten. Der Begriff Sedisvakantismus ist jedoch neueren Ursprungs.


Kirchenrechtliche Aspekte

Die Vakanz des Stuhles Petri ist nach Auffassung der römisch-katholischen Kirche ein schwerer Notstand, da letzte Binde- und Lösegewalt der Kirche in dieser Zeit nicht ausgeübt werden kann. Daher muss eine Vakanz so schnell wie möglich beendet werden. Wer eine außerordentliche Vakanz (trotz eines vorhandenen Trägers des Petrusamtes) aufgrund theologischer, nicht kirchenrechtlicher, Kriterien behauptet, steht vor der großen Schwierigkeit, sein eigenes Urteil über das des legitimen Papstes stellen zu müssen.


Inhaltliche Ansichten

Der Sedisvakantismus zu Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts ist im Wesentlichen in traditionalistischen Kreisen verbreitet, die die letzten Päpste einschließlich des gegenwärtigen für Häretiker halten. Hinsichtlich des Beginns der Sedisvakanz gibt es unterschiedliche Meinungen, genannt wird beispielsweise der Beginn des Pontifikats Pauls VI. im Jahr 1963. Überwiegend wird jedoch vertreten, Papst Pius XII. († 1958) sei der letzte legitime Papst gewesen. Inhaltlich wird die Auffassung meist damit begründet, dass die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils zahlreiche Häresien enthalte und darum ipso facto ein Amtsverlust der diese Lehren vertretenden Päpste eintrete. Johannes Paul II. gilt dieser Ansicht zufolge als nicht rechtmäßiger Amtsinhaber, da er die Weltgebetstreffen initiierte, die als häretisch angesehen werden. Benedikt XVI. wiederum habe sich durch die Seligsprechung Johannes’ Pauls II. selbst exkommuniziert.[1]


Theoretische Grundlagen

Ein Teil der Sedisvakantisten beruft sich dabei auf die Theorie des Papa haereticus von Robert Bellarmin und der absoluten Temerität des Lehramtes, einer These der Neuscholastik. Die erste ausführliche Begründung der These einer nachkonziliaren Sedisvakanz legte der Theologe Johannes Rothkranz in seinem zweibändigen Werk Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit (1995) dar. Pater Manfred Adlers Schrift Das allgemeine Recht auf Religionsfreiheit. Anmerkungen zu einem Buch von Johannes Rothkranz versucht einen theologischen Gegenentwurf.


Abgrenzung zum Sedisprivationismus

Im Unterschied zum Sedisprivationismus, der den Heiligen Stuhl lediglich als de jure (formaliter) unbesetzt ansieht, betrachtet ihn der Sedisvakantismus auch als de facto (materialiter) vakant, weshalb einige Sedisvakantisten wie Johannes Rothkranz, Árpád Kovács und Rolf Hermann Lingen die römisch-katholische Kirche als von einem „Pseudopapst“ geführte „Sekte“, ihre jeweils eigenen Anhängerschaften hingegen als papstlose „katholische Kirche“ (die „die Sedisvakanz zur Kenntnis nehme“) bezeichnen, was zu einer für Außenstehende oft verwirrenden Terminologie in einschlägigen Publikationen führt.


Gruppen und Personen

Schon bald nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil bildeten sich sedisvakantistische Gruppen auch im deutschsprachigen Raum;[2] heute existieren nicht mehr viele davon:[3]

Die Kulturvereinigung St. Pius X. betreibt heute noch je einen Gottesdienst in Karlsruhe und Heilbronn. Personell war sie mit der 2012 aufgelösten Bewegung für Papst und Kirche e. V. verflochten. Sie ist im übrigen nicht mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verwechseln.
Der sedisvakantistische Priester Juan María Fernández y Krohn verübte am 12. Mai 1982 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II.; dieser überlebte den Mordversuch leicht verletzt, der Priester wurde zu einer sechseinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.[4]
Günther Storck und Pierre Martin Ngô Đình Thục waren sedisvakantistische Bischöfe.
Der Soziologe Wigand Siebel leitete das Oratorium von der göttlichen Wahrheit bis zu seinem Tod Ende August 2014.
Bekennender Sedisvakantist war ferner der 2007 verstorbene Münchener Philosophieprofessor Reinhard Lauth, Vertreter der Transzendentalphilosophie im deutschen Sprachraum und Herausgeber der Fichte-Gesamtausgabe.
Die Sammlung glaubenstreuer Katholiken (Saka) existiert heute nur noch in Basel, nachdem die Saka-Informationen im Streit mit Siebel eingestellt wurden.
In Belgien, vor allem dem deutschsprachigen Teil, war Paul Schoonbroodt der bekannteste Vertreter des Sedisvakantismus; er war zwei Jahre Präsident der SAKA, nachdem es zur Trennung von Siebel kam.
Der sedisprivationistische Bischof Geert Stuyver betreut belgische Gläubige seelsorglich und führt Weihen für das Institut Mater Boni Consilii (alias Sodalitium Pianum) durch.
Der Sedisvakantist Markus Martin Romalla, der sich seit 2013 als römisch-katholischer Bischof bezeichnet, führte 2017 bei einer Demonstration von Pegida in München eine Kreuzsegnung durch. Das Erzbistum Köln warnte vor Romalla.[5][6]

In den USA sind Katholiken sedisvakantistischer Strömungen stärker verbreitet als in Europa. Anfang der 1980er Jahre gründeten dort ehemalige Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Pius X. die sedisvakantistische Priesterbruderschaft St. Pius V. Von diesen Priestern wurden inzwischen einige zu Bischöfen geweiht, nämlich Daniel Dolan, Clarence Kelly sowie Donald J. Sanborn. Andere verließen die Bruderschaft wieder. Daneben ist in den USA die Congregation of Mary Immaculate Queen eine bedeutende Gruppierung des Sedisvakantismus.

Einige kleine Gruppen riefen mehrere Gegenpäpste aus, um die angenommene Sedisvakanz des Heiligen Stuhles zu beenden. Zu diesen Gruppen, die im Englischen auch als „Conclavists“ bezeichnet werden, gehört etwa die Palmarianisch-Katholische Kirche, die auf angebliche Marienerscheinungen und Visionen des Spaniers Clemente Domínguez y Gómez zurückgeht, der sich nach dem Tode Papst Pauls VI. nach einer solchen Vision als „Gregor XVII.“ zum Papst krönen ließ. Andere Gegenpäpste sind Viktor von Pentz („Linus II.“), David Allen Bawden („Michael I.“) und Lucian Pulvermacher („Pius XIII.“; † 2009).[7] Eine weitere Gruppe ist die Gemeinschaft Apostel der unendlichen Liebe.


Priesterausbildung

In München gründete Günther Storck zu Beginn der 1980er Jahre ein eigenes Priesterseminar, das St.-Athanasius-Priesterseminar Heilig Blut, das bis zur Auflösung vom Förderverein St. Athanasius e. V. getragen wurde. Nach Storcks Tod 1993 kam der Lehrbetrieb mangels Seminaristen und Dozenten zum Erliegen. Bemühungen, den Lehrbetrieb wiederaufzunehmen, scheiterten.


Publizistik

Das auflagenstärkste Periodikum aus den Reihen der Sedisvakantisten waren ursprünglich die monatlich erscheinenden Saka-Informationen, die von Alfons Eisele redigiert und ab 1976 von der Sammlung glaubenstreuer Katholiken (Saka) in Basel herausgegeben wurden. Nach dem Tode von Eisele übernahm Wigand Siebel die Redaktion und den Vorsitz der Saka. Wenige Monate später wurde er aber abgewählt und die Saka-Informationen mangels Personals eingestellt, weil Siebel bei einer Jahrestagung unbedingt ein homöopathisches Medikament (Oratoriumswasser) bekannt machen und verbreiten wollte.

Die von der durch Elisabeth Gerstner gegründeten Liga katholischer Traditionalisten e. V. herausgegebene Zeitschrift Kyrie eléison. Organ der Liga Katholischer Traditionalisten erschien quartalsweise von 1.1971/72(1971) bis 32.2003,4 im Format A 5. Nach dem Tode des Chefredakteurs Manfred Böker wurde ihr Erscheinen eingestellt.

Etwa 2001 wurde die 1992 begründete Zeitschrift „Athanasius“ (ehem. ISSN 0949-6165) eingestellt. Sie wurde vom Förderverein St. Athanasius e. V. des Priesterseminars Heilig Blut in München herausgegeben und von Dr. Josef Filser redigiert.

Heute existiert noch die „Einsicht“ des Freundeskreises der Una Voce – Gruppe München, nicht zu verwechseln mit der Internationalen Föderation der Una Voce. Chefredakteur ist der promovierte Philosoph und Lektor Eberhard Heller. Er gehörte zum Kreis um Reinhard Lauth. Die Einsicht ist zwar das momentan am weitesten verbreitete Periodikum, aus der Sicht einiger Sedisvakantisten (z. B. Johannes Rothkranz, Rolf Hermann Lingen, P. Seraphin) arbeitet sie jedoch kontraproduktiv.

Eher spirituell und theologisch gemäßigt sind die zweimonatlich erscheinenden Beiträge zur geistlichen Erneuerung aus dem katholischen Glauben. Der Arbeitskreis Katholischer Glaube gibt das Heft heraus.

In Deutschland bietet seit 1988 der Verlag Anton Schmid, u. a. mit seinem Verlagsprogramm Pro Fide Catholica, kirchenkritische Schriften aus traditionalistischer Sicht an (einschließlich antizionistischer und antisemitischer Publikationen), aber auch Literatur zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen sowie erbauliche Literatur und Devotionalien. Veröffentlicht wurden beispielsweise Schriften von Johannes Maria Bauer, Mitgründer der Marienkinder,[8] und von Johannes Rothkranz, aber auch des gegenüber dem Sedisvakantismus kritischen, 2005 verstorbenen Priesters Manfred Adler (der 1978 wegen der Schrift Söhne der Finsternis über eine vermeintliche Bedrohung durch eine jüdisch-freimaurerische Weltverschwörung als Religionslehrer suspendiert worden war). In einem vom Bistum Augsburg gegen den Verlag angestrengten Prozess erreichte dieser in dritter Instanz, sich und sein Buchprogramm weiterhin „katholisch“ nennen zu dürfen.

Der kleine Verax-Verlag in Müstair (Schweiz) war ursprünglich der Priesterbruderschaft St. Pius X. nahestehend, bis der Inhaber Andreas Pitsch eine sedisvakantistische Position annahm. Über die allgemein sedisvakantistische Ansicht hinaus, dass die Bischofs- und Priesterweihen der „Konzilskirche“ seit der Einführung des neuen Ritus 1969 nicht mehr gültig gespendet werden, vertritt er die Ansicht, dass die Bischofsweihen durch Erzbischof Marcel Lefebvre zwar gültig, jedoch nicht erlaubt waren und auch die Sakramente durch Geistliche der Piusbruderschaft oder des Sedisvakantismus unerlaubterweise gespendet werden. Die Ausübung des katholischen Glaubens müsse sich daher in der derzeitigen Notlage der katholischen Kirche auf das Gebet beschränken. Der Verlag Verax verlegt traditionell-katholische Bücher, u. a. das Schrifttum von Robert Mäder, und wurde bekannt durch seine kritischen Publikationen zu den kirchlich nicht anerkannten Erscheinungen von Međugorje.

Andreas Pitsch veröffentlichte am 6. August 2008 zusammen mit den Erstunterzeichnern Armin Benedikter aus Girlan (Italien) und Hans-Jürgen Krug aus Bad Säckingen (Deutschland) eine Erklärung (Öffentliche Glaubenserklärung vom 6. August 2008), in der die Autoren bekannt geben, dass sie von einer Vakanz des päpstlichen Stuhles seit dem Tode Pius’ XI. (10. Februar 1939) ausgehen. Begründet wird diese Vakanz unter anderem mit folgendem im Syllabus errorum von Papst Pius IX. vom 8. Dezember 1864 verurteilten Satz: „Die römischen Päpste und die allgemeinen Konzilien haben die Grenzen ihrer Gewalt überschritten, Rechte der Fürsten usurpiert und in Festsetzung der Glaubens- und Sittenlehren geirrt.“[9] Der Gegensatz, der die Glaubenslehre wiedergebe, laute daher: „Die römischen Päpste und die allgemeinen Konzilien haben die Grenzen ihrer Gewalt nicht überschritten, keine Rechte der Fürsten usurpiert und in Festsetzung der Glaubens- und Sittenlehren nicht geirrt.“[9] Als Schlussfolgerung daraus ergebe sich nach Meinung der Erstunterzeichner, dass sich ein wahrer Papst und ein wahres Konzil in unserer Zeit und in Zukunft ebenfalls nicht in der Festsetzung von Glaubens- und Sittenlehre irren können, was jedoch nicht auf die Scheinpäpste seit einschließlich „Pius XII.“ (dieser letztere hat z. B. die sog. historisch-kritische Methode in der Bibelexegese zugelassen und Liturgie-Veränderungen vorgenommen) zutreffe. In der Erklärung geben sie die ihrer Meinung nach objektiven Bedingungen an, die ein Mitglied der katholischen Kirche unter diesen Umständen erfüllen muss. Ebenso veröffentlichte Andreas Pitsch eine kritische Untersuchung der Ekklesiologie Erzbischof Marcel Lefebvres, die ebenfalls im August 2008 im Verax-Verlag erschien und kritisch auf dessen seiner Meinung nach häretische Ekklesiologie Bezug nimmt.

Der kleine wissenschaftliche Verlag Christian Jerrentrup bringt seit einigen Jahren die Publikationen des Transzendentalphilosophen Reinhard Lauth heraus (in mehreren Sprachen).


Literatur

Primärliteratur:

Anonymus (Christkönigsfreunde): Die Verfinsterung der Kirche. Anton Schmid, Durach 2004, ISBN 3-929170-42-6, Originaltitel: L'Église éclipsée? Réalisation du complot maçonnique contre l'Église. Éditions Delacroix, o. O.(Châteauneuf) 1999.
José Franklin Urbina Aznar: Grundsatzerklärung zur Wahl eines Papstes aufgrund der aktuellen Vakanz des Apostolischen Stuhles. Aus dem Spanischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Johannes Rothkranz, Anton Schmid, Durach 2000, ISBN 3-932352-49-1.
Anton Holzer: Vatikanum II. Reformkonzil oder Konstituante einer neuen Kirche. Saka, Basel 1977.
Reinhard Lauth: Die verstoßene Kirche. Dokumente zum Kirchenkampf. Christian Jerrentrup, München 2003, ISBN 3-935990-03-0 (Band I), ISBN 3-935990-04-9 (Band II).
Oratorium von der Göttlichen Wahrheit (Hrsg.): Katechismus des Oratoriums. Römisch-katholischer Katechismus und Unterweisung der Gläubigen für die heutige Zeit. 2. Auflage, Saka, Saarbrücken 1990, ISBN 3-928198-00-9.
Johannes Rothkranz: Falsche Brüder. Wie Marranen und andere Judaisierer den Rest der wahren katholischen Kirche sabotieren, Anton Schmid, Durach 2006, ISBN 3-932352-89-0.
Johannes Rothkranz: Die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit. Ein Dokument des Zweiten Vatikanums und seine Folgen. Anton Schmid, Durach 1995, Gesamt-ISBN 3-88096-898-5.
Johannes Rothkranz: Papsttreue – Heilige Pflicht jedes Katholiken. Anton Schmid, Durach 1997, ISBN 3-932352-24-6.
Johannes Rothkranz: Die Sedisvakanzthese widerlegt? Antwort auf eine untaugliche Kritik von P. Gérard Mura. Anton Schmid, Durach 1999, ISBN 3-932352-38-6.
Oskar Schmitt: Ein würdiger Verwalter im Weinberg unseres Herrn Jesus Christus: Bischof Pierre Martin Ngo-dinh-Thuc, Norderstedt 2006, Books on Demand, ISBN 3-8334-5385-0.
Wigand Siebel: Katholisch oder konziliar? Die Krise der Kirche heute. Langen Müller, München 1978, ISBN 3-7844-1706-X.
Wigand Siebel: Philosophie und Theologie Karol Wojtylas. Saka, Basel 1986.
Hanno Zahnker-Jost (Pseudonym f. Johannes Rothkranz): Wie können wir wahrhaft katholisch bleiben? Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Vortrag von H.H. P. Franz Schmidberger am 4. September 2005 in Fulda. Anton Schmid, Durach 2006, ISBN 3-938235-18-7.
Andreas Pitsch: Die ekklesiologischen Irrlehren von Marcel Lefebvre. Entstehungsgeschichte, Rechtfertigung und Auswirkungen, Müstair 2008, ISBN 978-3-909065-29-5.

Kritik:

Manfred Adler: Das allgemeine Recht auf Religionsfreiheit. Anmerkungen zu einem Buch von Johannes Rothkranz. Eos, St. Ottilien 1999, ISBN 3-88096-898-5.
Paul Natterer: Wie müssen wir zum Papst stehen? (Schluß), in: Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X., Nr. 161 (Juni 1992), S. 30–37.
Franz Schmidberger: Die Sedisvakanz-Theorie, in: St.-Athanasius-Bote (hg. v. Initiative katholischer Christen – Verein St. Petrus Canisius e. V.), Nr. 27 (Dezember 2015), S. 8–9.


Einzelnachweise

vgl. Schreiben an Benedikt XVI. von Bischöfen der separatistischen Ukrainischen orthodoxen griechisch-katholischen Kirche vom 12. Februar 2011 auf der Internetplattform von Marcel Lefebvre
Vgl. zum Sedisvakantismus in den 1970er Jahren den Beitrag Drohen Abspaltungen in der Katholischen Kirche? (PDF; 64 kB) von Kurt Hutten in: EZW Informationen Nr. 42 Stuttgart III 1970.
Vgl. die knappe Darstellung von E. Steinhauer: Katholischer Traditionalismus und Demokratie in Deutschland: Anmerkungen zu einer „frommen“ Grundrechtekritik (Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 14/2002), S. 128f.
Vatikan: Großer Appetit, Der Spiegel vom 17. Mai 1982
Katholisch ist nicht gleich katholisch. Domradio vom 26. Juni 2017
Einzelne Quellen gaben den Familiennamen mit Ramolla an, so Anuschka Schmid: Münchner Pegida und der angebliche Bischof. Bayerischer Rundfunk vom 25. Juni 2017
Obskure Gruppen und religiöse Hardliner. (Memento vom 23. September 2008 im Internet Archive) ORF.
Literatur von und über Sedisvakantismus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Dr. Franz Heiner: „Der Syllabus.“ Verlag Kirchheim & Co., S. 128. Mainz 1905.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sedisvakantismus)



Sedevacantism
By Bishop Mark A. Pivarunas, CMRI

Sedevacantism is the theological position of those traditional Catholics who most certainly believe in the papacy, papal infallibility and the primacy of the Roman Pontiff, and yet do not recognize “Pope” Francis [Edit. note: at the time this article was written, it was Benedict XVI] as a legitimate successor of Peter in the primacy. In other words, they do not recognize him as a true pope. The word sedevacantism is a compound of two Latin words which together mean “the Chair is vacant.” Despite the various arguments raised against this position — that it is based on a false expectation that the pope can do no wrong, or that it is an emotional reaction to the problems in the Church — the sedevacantist position is founded on the Catholic doctrines of the infallibility and the indefectibility of the Church and on the theological opinion of the great Doctor of the Church, St. Robert Bellarmine.

As an introduction to this article, let the traditional Catholic first ask himself why he is a traditional Catholic. Why does he not attend the Novus Ordo Mass? Why does he reject the teachings of Vatican Council II on Religious Liberty and Ecumenism? Why does he reject the new code of Canon Law (1983) in which under certain circumstances schismatics and heretics may, without an abjuration of their errors and a profession of the Catholic Faith, be administered by a Catholic priest the Sacraments of Penance, Extreme Unction, and Holy Eucharist? If the traditional Catholic answers the first question correctly, he would state quite simply that the New Mass is without a doubt a danger to his faith and that due to the radical changes in the Offertory and Consecration, it is questionable whether transubstantiation even takes place. In answer to the second question, the traditional Catholic would properly state that the teachings found in Vatican II decrees of Religious Liberty and Ecumenism have been condemned by previous popes, in particular by Pope Pius IX in the Syllabus of Errors. Lastly, to the third question, the traditional Catholic would surely answer that such a law in the new code can never be considered as true and binding legislation since the sacraments would be sacrilegiously administered to heretics and schismatics.

How appropriately did the late Archbishop Marcel Lefebvre on the occasion of his Suspension a divinis by Paul VI write the following reflection on June 29, 1976:

“That the Conciliar Church is a schismatic Church, because it breaks with the Catholic Church that has always been. It has its new dogmas, its new priesthood, its new institutions, its new worship, all already condemned by the Church in many a document, official and definitive.

“This Conciliar Church is schismatic, because it has taken as a basis for its updating, principles opposed to those of the Catholic Church, such as the new concept of the Mass expressed in numbers 5 of the Preface to (the decree) Missale Romanum and 7 of its first chapter, which gives the assembly a priestly role that it cannot exercise; such likewise as the natural — which is to say divine — right of every person and of every group of persons to religious freedom.

“This right to religious freedom is blasphemous, for it attributes to God purposes that destroy His Majesty, His Glory, His Kingship. This right implies freedom of conscience, freedom of thought, and all the Masonic freedoms.

“The Church that affirms such errors is at once schismatic and heretical. This Conciliar Church is, therefore, not Catholic. To whatever extent Pope, bishops, priests or faithful adhere to this new Church, they separate themselves from the Catholic Church.”

Let the traditional Catholic, especially the members of the Society of St. Pius X, ask themselves to what extent have the Pope, bishops, priest and laity adhered to this new Church which would, as Archbishop Lefebvre reflected, separate themselves from the Catholic Church. Francis, as did Benedict XVI and John Paul II before him, completely adheres to the Conciliar Church. He enforces the Novus Ordo Mass and false teachings of Vatican II. He follows in the footsteps of John Paul II, who promulgated the New Code of Canon Law (1983), and who boldly practiced false ecumenism and heretical religious indifferentism in Assisi, Italy, on October 27, 1986, by the atrocious convocation of all the false religions of the world to pray to their false gods for world peace!

As unpleasant as this subject may be, traditional Catholics are confronted by the terrible and burning questions:

Is the Conciliar Church the Catholic Church?

Is Francis, as the head of the Conciliar Church, a true pope?

The sedevacantist would unhesitatingly and unequivocally say no.

To believe otherwise, to answer yes to the above questions, would be to imply that the Catholic Church has failed in its purpose, that the Church of Christ is not infallible and indefectible, that the Pope is not the rock upon which Christ founded His Church, that the promise of Christ to be with His Church “all days even to the consummation of the world” and that the special assistance of the Holy Ghost, have failed the Church — conclusions which no traditional Catholic could ever maintain. Consider the following quote from Vatican Council I (1870):

“For the fathers of the Fourth Council of Constantinople, following closely in the footsteps of their predecessors, made this solemn profession: ‘The first condition of salvation is to keep the norm of the true Faith. For it is impossible that the words of our Lord Jesus Christ Who said, “Thou art Peter, and upon this rock I will build my Church” (Matt. 16:18), should not be verified. And their truth has been proved by the course of history, for in the Apostolic See the Catholic religion has always been kept unsullied, and its teaching kept holy.’ ...for they fully realized that this See of St. Peter always remains untainted by any error, according to the divine promise of our Lord and Savior made to the prince of his disciples, ‘I have prayed for thee, that thy faith may not fail; and do thou, when once thou has turned again, strengthen thy brethren’ (Luke 22:32).”

Pope Leo XIII, in his encyclical Satis Cognitum, taught that the Teaching Authority of the Church can never be in error:

“If (the living magisterium) could in any way be false, an evident contradiction follows; for then God Himself would be the author of error.”

How can a traditional Catholic on one hand reject the New Mass, the heretical teachings of Vatican Council II, and the New Code of Canon Law (1983), and on the other hand, continue to recognize as pope the very one who officially promulgates and enforces these errors?

To consider yet another question, is the faith and government of the traditional Catholic the same as Bergoglio and his Conciliar Church? Do traditional Catholics believe the same doctrines as Francis and his Conciliar Church on the New Mass, false ecumenism, and religious liberty?

Are traditional Catholics subject to the local hierarchy and ultimately to Rome?

Pope Pius XII, in his encyclical Mystical Body of Christ, taught:

“It follows that those who are divided in faith and government cannot be living in the one Body such as this, and cannot be living the life of its one Divine Spirit.”

Are traditional Catholics united or divided in faith and government with the Conciliar Church?

The sedevacantist honestly recognizes that his faith is actually not the same as Francis and his Conciliar Church. He recognizes that he is actually not subject and obedient to him. As a traditional Catholic, the sedevacantist believes and professes all the teachings of the Catholic Church, and this profession of the true Faith includes a rejection of the false teachings of Vatican II (“all already condemned by the Church in many a document, official and definitive” — Archbishop Marcel Lefebvre, June 29, 1976).

During the first prayer of the Canon of the traditional Mass which begins Te igitur, the priest in normal times would recite una cum papa nostro N. (one with our pope N.). What significance does this short phrase convey — una cum, one with? One in faith, one in government, one in the Mass and Sacraments — united — this is the significance! Can a traditional priest honestly recite in the Canon of the Mass that he is una cum Francis? In what is he una cum Francis? In the Conciliar teachings, in government, in the official New Mass and Sacraments — is he actually una cum?

One last consideration on this subject of sedevacantism is the manner in which all these things have come to pass. When did they take place? How did they take place? This is an area in which sedevacantists themselves differ. Some hold that the papal elections were invalid based on the Bull of Pope Paul IV in 1559, Cum ex apostolatus:

“If ever at any time it appears that... the Roman Pontiff has deviated from the Catholic Faith or fallen into some heresy before assuming the papacy, the assumption, done even with the unanimous consent of all the Cardinals, stands null, invalid and void; nor can it be said to become valid, or be held in any way legitimate, or be thought to give to such ones any power of administering either spiritual or temporal matters; but everything said, done and administered by them lacks all force and confers absolutely no authority or right on anyone; and let such ones by that very fact (eo ipso) and without any declaration required to be deprived of all dignity, place, honor, title, authority, office, and power.”

Some sedevacantists quote the Code of Canon Law (1917) in Canon 188 No. 4:

“All offices shall be vacant ipso facto (without a declaration required) by tacit resignation... #4 by public defection from the Catholic Faith.”

Others hold the opinion of St. Robert Bellarmine in De Romano Pontifice (Chapter XXX):

“The fifth opinion (regarding a heretical pope) therefore is true; a pope who is a manifest heretic by that fact (per se) ceases to be pope and head (of the Church), just as he by that fact ceases to be a Christian (sic) and a member of the body of the Church. This is the judgment of all the early Fathers, who teach that manifest heretics immediately lose all jurisdiction.”

Pope Innocent III as quoted by the theologian Billot in his Tract. de Ecclesia Christi, p. 610:

“The faith is necessary for me to such an extent that, having God as my only judge in other sins, I could however be judged by the Church for sins I might commit in matters of faith.”

Suffice it to say, the issue of the pope is a difficult one, an unpleasant one, and a frightful one; yet it is a necessary and important issue which cannot be avoided.

In conclusion, let it not be said that the sedevacantist rejects the papacy, the primacy, or the Catholic Church. On the contrary it is because of his belief in the papacy, the primacy, the infallibility and the indefectibility of the Catholic Church that he rejects Francis and his Conciliar Church.

For the sedevacantist, the Catholic Church cannot and has not failed. The great apostasy predicted by St. Paul in his Epistle to the Thessalonians has taken place:

“Let no one deceive you in any way, for the day of the Lord will not come unless the apostasy comes first, and the man of sin is revealed, the son of perdition, who opposes and is exalted above all that is called God, or that is worshipped, so that he sits in the temple of God and gives himself out as if he were God.... And now you know what restrains him, that he may be revealed in his proper time. For the mystery of iniquity is already at work; provided only that he who is at present restraining it, does still restrain, until he is gotten out of the way. And then the wicked one will be revealed...” (2 Thess. 2:3-8).

Who is this one “who is at present restraining it... until he is gotten out of the way. And then the wicked one will be revealed”? Perhaps Pope Leo XIII has the answer in his Motu Proprio of September 25, 1888, when he wrote in his invocation to St. Michael:

“These most crafty enemies have filled and inebriated with gall and bitterness the Church, the spouse of the immaculate Lamb, and have laid impious hands on her most sacred possessions. In the Holy Place itself, where has been set up the See of the most holy Peter and the Chair of Truth for the light of the world, they have raised the throne of their abominable impiety, with the iniquitous design that when the Pastor has been struck, the sheep may be scattered.”

(Quelle: http://www.cmri.org/sedevac.htm)


Sedevacantism: General Response

We receive many inquiries into sedevacantist authors, websites and videos. What they all have in common is a belief that the current Pope, and usually several predecessors, are/were "anti-Popes." The arguments which conclude to sedevacantist claims are many, varied and complex. There is no single thread that ties them all together except their conclusion that what most Catholics today believe to be the authentic Catholic Church is really a counterfeit.

We have chosen, deliberately, not to respond to each individual example, or argument, put forward by sedevacantists because, like quoting individual verses of Scripture, context is required to interpret them correctly. Sedevacantist claims and arguments require context to be refuted. Each individual example, each premise by itself, is a distraction from the larger context needed to remain faithful to the Church in the face of many undeniable problems.

Behind a facade of intense loyalty to the Magisterium and the Holy Father, sedevacantists separate themselves from the Vine and become, in practice, "protestants with sacraments." Sedevacantists are demonstrably “catholic” but not Catholic. For example, many adhere to the belief that all Popes since Pope Pius XII are "anti-Popes," or that Pope Gregory XVII was a true but suppressed Pope, and that now we have no true Pope. The current Bishop of Rome is an “anti-Pope,” a “false Pope.” In externals and internal belief, sedevacantists are almost indistinguishable from Catholicism as it was experienced and practiced before the Second Vatican Council. Because their clergy are, typically, validly ordained bishops and priests but separated from the visible Church, they are “protestants with sacraments.”

The sedevacantist heresy is the claim that the See of Peter is vacant and that we have no true and visible head of the Church. The Catholic response is that to believe this is to believe that Our Lord's promise to be with His Church until the end of time and protect Her from conquest by the Gates of Hell was a lie. Since Our Lord cannot lie, sedevacantist claims must be false. If the conclusion to sedevacantist arguments is false, then the premises which support that conclusion must be deficient, i.e., unable to prove their conclusion.

What is most difficult when engaging sedevacantist arguments, and dangerous for the unprepared, is that, as with Protestantism, there is much that is true in sedevacantist presentations. Many of the sedevacantist critiques of the current state of the Church are valid. The Catholic Church, right now, is a very wounded Mystical Body of Christ. Examples of this woundedness are legion. However, within this collage of valid observations are intimations, allegations and apparent logical conclusions that, because they are impossible, cannot be true. It is essential, therefore, to begin discussions with sedevacantists with the clear conviction that their conclusions are false. Sedevacantist premises don’t really prove what they claim. They can’t, because Our Lord is not a liar.

That so many good and intelligent Catholics have been seduced by sedevacantist arguments is proof that one should avoid exploring and engaging sedevacantist claims as the occasions of sin that they are. To suspend one’s judgment in the interest of being open-minded and fair is to open a door to God’s enemy, who loves nothing more than to separate men from the Truth. If an author, website or video is known to be sedevacantist, you should avoid them as you would avoid pornography. It’s that dangerous.

Most people are familiar with the word "pornography" and its attendant dangers. One among many reasons that pornography is an "occasion of sin" is its ability to draw the mind into the world of evil. Pornography has the power to enter our minds through our senses and, thereby, to poison our thoughts. In a mind filled with the effects of pornography, sinful thoughts and actions are made easier. Our conscience is numbed. Our intelligence is compromised. Our feelings encourage us to sin.

Sites such as Most Holy Family Monastery are "spiritual pornography," having the same potential for sin as more carnal pornographic sites. Such sites fill the mind with thoughts that make it easier for us to doubt the visible Church, doubt the Holy Father, and to be disobedient to the authority of the Church in all things. If we have doubts about the authority of the Holy Father, it is easier to disobey him. If we have doubts about the legitimacy of the Holy Father, it is easier to disobey any and all Church authority, because all Church authority proceeds from the See of Peter: not only do we not need to obey the Pope, we don't need to obey priests and bishops.

There is, without question, a crisis in the Church today. But the Church is still the Church. Jesus was no less God when He was beaten, bruised and crucified. We live and move and have our being in a wounded Mystical Body of Christ. If we cannot depend on Jesus to be faithful to His promises to the Church, then upon what or whom can we depend?

We have gathered together several quotes from various writers on the issues of the indefectibility of the Church and the necessity that such an indefectible Church be visible. We encourage you to read them slowly and carefully, and then pray that God will renew and encourage your faith in His Church:

Michael Davies wrote a book, I Am With You Always: The Divine Constitution and Indefectibility of the Catholic Church, that is a powerful antidote to the temptation to give up on the Church.

In the "Foreword" to the book, Fr. John P. M. van der Ploeg, O. P., a Doctor and Master of Sacred Theology, responds to those who give up on the Church and cluster into "remnants" waiting for the "true Church" to reemerge:

If these people are correct it means that Our Lord Jesus Christ has abandoned His Church, more or less as the glory of God left the temple of Jerusalem according to the famous vision of the prophet Ezechiel (Ez. 10). But this is something which can never happen as it would contradict the solemn promise of Our Lord (Mt. 16:18). It is also impossible that Our Lord could abandon His Church as it would frustrate the very purpose for which the Church had been founded, to be God's instrument for the salvation of souls.

If Our Lord abandoned His Church the words: "He that heareth you heareth Me" would be true only for an exceedingly small group who consider themselves as the elect, which is always the most evident characteristic of a sect. Our Lord did not found a sect but the Catholic, that is, the universal Church.

Mr. Davies continues (p. 38):

The reference to the Church as a visible body ... is of crucial importance. Our Lord constituted His Church as a visible hierarchically governed body founded on the rock of Peter for whom He had prayed that his faith might not fail. ... It is incompatible with the profession of Catholicism to posit any form of the "true Church" separated from the Catholic hierarchy in communion with the Roman Pontiff. ... A person who refuses submission to the Supreme Pontiff or refuses communion with the members of the Church who are subject to him is schismatic.

The footnote to that last sentence points to The Code of Canon Law, article 1325 in the Old Code, article 751 in the New Code.

Mr. Davies continues (pp. 38-39):

The Church was instituted by Our Lord to guide her members effectively toward their supernatural end by continuing His own ministry. It must therefore be an essentially visible body. It must be visible by the members that compose it, by the authority which directs those members, and by the bonds which unite them with the divinely instituted authority. In his encyclical Satis cognitum, 1896, Pope Leo XIII noted the importance of the sacraments among the visible bonds uniting the members of the Mystical Body. Grace is produced in the souls of the faithful by exterior means consisting of sacraments administered with special rites, and celebrated by ministers specifically chosen for this function. Any sacramental rites authorized by the Roman Pontiff must be and are official sacramental rites of the Holy Catholic Church, and, when celebrated faithfully in accordance with the text and rubrics which he has approved, must of necessity give grace, be free from error, and contain nothing intrinsically harmful to the faith.

Furthermore, when we speak of the visibility of the Church, we do not simply mean that her members, her rites, and her ministry can be seen. What we mean is that these can be recognized to constitute the true Church of Christ; so that, in other words, we can point to a specific society and say of it: "This is Christ's Church." There is not, there never has been, and there never can be, any organized body not in communion with the Roman Pontiff of which that statement can be made. As the Second Vatican Council taught, the hierarchical society and the Mystical Body form one complex reality.

We cannot encourage anyone more strongly to give up speculation about "true Popes" and "anti-Popes" and imprudent dependence on "private revelations" that should never be understood or interpreted apart from the authority and Magisterium of the Church.

Most Holy Family Monastery, and other sedevacantist sites, would probably judge Church Militant productions to be "spiritual pornography" for the same reasons we use to warn others about them. The difference is that we are in communion with the visible Church and they are not. Yes, they reject that Church as false. So did the Protestants. It is not an essential mark of the Church that it be without sin, or even that its Popes all be holy. There have been many Popes whose personal lives would give reason to question whether they even believed the Catholic Faith. However, just as the authority of the Apostles was not compromised by the presence of Judas in their midst, the wounded Body of Christ we experience does not make it other than what it is: the Body of Christ. The sedevacantists may have many legitimate criticisms of the Church, but we return to the words of St. Peter: "Lord, to whom shall we go? You have the words of everlasting life!"

(Source: https://www.churchmilitant.com/main/generic/faq-sedevacantism-general-response)