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Diakon


Diakon

Der Diakonat (lat. diaconátus, von griech. διάκονος diákonos "Diener, Helfer") ist die erste Stufe des Weihesakramentes, welche die Handauflegung durch den Bischof zur Dienstleistung erhält.[1]

Neues Testament

Neben der Verkündigung der frohen Botschaft und den Zusammenkünften der Gemeinde beim Herrenmahl war die Sorge für die Armen ein Kennzeichen der Urgemeinde. Zur Entlastung der Apostel beim "Dienst des Wortes" und weil es offenbar bei der Verteilung von Almosen zu Ungerechtigkeiten gekommen war, ließen die Apostel sieben Männer "von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit" für den "Dienst an den Tischen" wählen. Die ersten Diakone waren Stephanus, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus (Apg 6,1-7 EU).


Geschichte des Diakonats

Don Francesco Moraglia, Professor für systematische Theologie (Genua) schreibt in einem vom Vatikan veröffentlichten Beitrag:

"Der Diakonat an sich, als ständiges Amt, das nicht das Priesteramt zum Ziel hat, verschwindet in der westlichen Welt, nachdem er bis zum 5. Jh. von großer Bedeutung gewesen war. Ab der Zeit wurde die erste Stufe des Priesteramtes – vor allem auf Grund der zunehmenden Teilnahme der Priester am Seelsorgerleben – langsam zu einer einfachen Vorstufe, um die Hauptstufe zu erklimmen: das Priesteramt. Es ist daher leicht zu verstehen, dass der Diakonat aus theologischer Sicht und als seelsorgerisches Amt praktisch erlahmte, ja fast versteinerte.

Dieser Situation versuchte bereits im 16. Jh. das Konzil von Trient entgegenzuwirken, doch ohne Erfolg; erst das Zweite Vatikanische Konzil hat es geschafft, in der zweiten Hälfte des 20. Jh. den Diakonat als „großes, eigenständiges und ständiges Amt in der Rangordnung…" zu unterstreichen."[2]

Beim Zweiten Vatikanum steht in der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium im Kapitel 29, dass „…den Diakonat, mit Einverständnis des Papstes der katholischen Kirche, auch Männer reifen Alters annehmen können, die in Ehe leben, ebenso wie geeignete junge Männer, die jedoch das Gesetz des Zölibates einhalten müssen."


Diakonat als Weihestufe

Priesteramtskandidaten werden vor ihrer Priesterweihe zum Diakon geweiht und damit Kleriker. Jede Teilhabe am kirchlichen Dienst im Klerus setzt den Diakonat voraus; auch Priester und Bischöfe bleiben Diakone, empfangen mit den weiteren Weihestufen jedoch besondere Vollmachten. Der Dienstalltag des Klerikers ist sogar stark überwiegend von diakonalen (administrativen, karitativen, katechetischen) Tätigkeiten geprägt, die unreflektiert zum priesterlichen Berufsbild gezählt werden, aber den Diakonat als Grundlage des Priestertums darstellen.

Darüberhinaus hat das Zweite Vatikanische Konzil das Amt des Ständigen Diakons als eigenständiges Amt der Kirche wiederhergestellt, das auch verheirateten Männern offen steht. Dieser Diakonat kann in Nebenberuf, aber auch im Hauptberuf ausgeübt werden. Der Diakon ist zwar Kleriker, aber er repräsentiert nicht die Autorität Christi derart, wie es für bestimmte Vollzüge in persona Christi erforderlich ist (Eucharistie, Buße).


Voraussetzung für den Diakonat in der katholischen Kirche

Grundsätzlich muss ein Bewerber für den Diakonat ein römisch-katholischer Mann sein.

Ein unverheirateter Mann, der sich zum Zölibat verpflichtet, muss 23 Jahre alt sein.

Ein verheirateter Mann, der den Diakonat anstrebt, muss mindestens 35 Jahre alt sein. Die Ehefrau muss das Einverständnis geben. Wenn die Ehefrau sterben sollte, muss der Ehemann allerdings zölibatär leben.


Aufgaben

Diakone leisten primär einen Dienst am Nächsten und helfen Menschen in Notsituationen. Sie können auch teilweise liturgische Aufgaben übernehmen und dürfen bei der Hl. Messe, sofern es nützlich erscheint (pro opportunitate - vgl. IGMR Nr. 65), predigen und die Hl. Eucharistie spenden. Auch Taufen und Beerdigungen darf der Diakon vornehmen, außerdem Segnungen wie z.B. Weihwasser. Bei Eheschließungen darf er assistieren.

Es ist aber nicht möglich, dass Diakone die sakramentale Lossprechung erteilen oder die Krankensalbung spenden oder auch die Hl. Eucharistie als Vorsteher feiern. Für diese und andere Vollzüge ist der speziell priesterliche Weihecharakter erforderlich, der ein besonderes Band zwischen Christus und dem Priester begründet.


Kleidung der Diakone

Die Kleiderordnung der Diakone außerhalb der Liturgie legt die zuständige Bischofskonferenz fest (siehe: Priesterkleidung).

In der entsprechenden Partikularnorm der Deutschen Bischofskonferenz wurde festgelegt: "Der Geistliche muss in der Öffentlichkeit durch seine Kleidung eindeutig als solcher erkennbar sein." Es wurde der Oratorianerkragen oder römisches Kollar (Römerkragen), "in begründeten Ausnahmefällen" (also keineswegs als Regel oder in freier Wahl, wobei weder klar ist, worin die Ausnahmen bestehen, noch wie sie zu begründen sind!) dunkler Anzug mit Kreuz, festgelegt. Die Ausnahmeregelung gilt nur für die Ständigen Diakone mit Zivilberuf – also nicht für die hauptamtlichen Ständigen Diakone.[3]

Die Österreichische Bischofskonferenz dagegen hat sich zu dieser Frage überhaupt nicht geäußert, so dass die in can. 288 CIC vorgesehene Ausnahmeregelung in diesem Fall keinerlei Einschränkung unterliegt.[4]


Diakonat der Frau

Immer wieder wird gesagt, dass es in der Urkirche einen sogenannten "Diakonat der Frau" gegeben habe. Dabei beruft man sich auf einige Frauen aus der Bibel, insbesonders auf eine Stelle des Römerbriefes (Röm 16,1-5 EU), wo von Phoebe, der "Dienerin der Gemeinde von Kenchreä" die Rede ist. Der Luganer Dogmatiker Manfred Hauke schreibt in dem Buch "Das Weihesakrament für die Frau - eine Forderung der Zeit?": "Die Mehrheit der Kommentatoren [...] betont aber, es bleibe zweifelhaft, ob angesichts der beginnenden Entwicklung der kirchlichen Ämter bereits von einer 'Diakonin' im technischen Sinn entsprochen werden könne. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Worte 'Dienst' und 'dienen' im Neuen Testament einen großen Bedeutungsumfang besitzen."

Zwar gab es im Altertum Diakonissen, jedoch nicht im sakramentalen Sinn. Diese hatten die Aufgabe, z.B bei der Taufe einer Frau zu helfen. Da die Täuflinge entkleidet und mit dem ganzen Körper untergetaucht wurden, waren es diese "Diakonissen", welche den Täufling durch das Taufbecken (Baptisterium) führten und den ganzen Körper dieser Frau mit Öl salbten.

Es zeigt sich auch, dass es weder in der Kirche des Ostens (Ignatius von Antiochien, Polykarp) noch in der des Westens (Tertullian, Hippolyt) Spuren für einen möglichen Diakonat gibt. Auch die ägyptischen Kirchenväter Klemens von Alexandrien oder Origenes kennen keine weiblichen Diakone.

Aimé-Georges Martimort folgert aus diesem Befund: "Hätte die apostolische Zeit weibliche Diakone eingesetzt, dann wäre eine solche Tradition in der darauffolgenden Zeit fortgesetzt und wahrscheinlich entfaltet worden" (M. Hauke, Das Weihesakrament für die Frau).

Logisch ist, dass bei einer Zulassung des Diakonats für die Frau auch die Weihe zur Priesterin und Bischöfin möglich ist. Die Beispiele bei den Anglikanern und bei den Altkatholiken haben dies gezeigt. Das ergibt sich auch aus der Einheit des Weihesakramentes, da sowohl der Diakonat als auch die Priesterweihe Ausgliederungen der bischöflichen Vollmacht sind. "Beide haben Anteil an dem einen Weihesakrament, an der eine Sendung der Apostel, die in einem vollen Umfang ausgeübt wird von den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel" (Lumen Gentium, 20 f. und 28-29).

Die Studie der Internationalen Theologenkommission des Vatikans hat im Jahre 2003 dazu folgendes festgestellt:

"Was die Ordination von Frauen zum Diakonat betrifft, sei angemerkt, dass sich aus dem bisher Dargelegten zwei wichtige Hinweise ergeben:

Die Diakonissen, die in der Überlieferung der frühen Kirche erwähnt werden, sind - entsprechend dem, was der Ritus der Einsetzung und die ausgeübten Funktionen nahelegen - nicht schlicht und einfach mit den Diakonen gleich zu setzen.
Die Einheit des Weihesakraments, in der klaren Unterscheidung zwischen den Dienstämtern des Bischofs und des Presbyter auf der einen und dem diakonalen Dienstamt auf der anderen Seite, wird durch die kirchliche Tradition stark betont, vor allem durch die Lehre des II. Vatikanum und die nachkonziliare Lehre des Lehramts." (vgl. [1])

Wenig beachtet wurde in der Diskussion bislang, dass die partielle Zuweisung des früheren Subdiakonats zum Laienstand (in Form einer Beauftragung für Lektor und Akolyth, vgl. Motu proprio Ministeria quaedam vom 15.08.1972, § 9 IV) möglicherweise eine pastorale Dienstfunktion eröffnet, insbesondere für Ordensfrauen und Laienschwestern (Jungfrauenweihe), die mit klareren Konturen als bisher (Pastoralreferentin), am Ort des Subdiakonats eingerichtet werden könnte.


Päpstliche Schreiben
Zum Diakonat

Pius XII.

30. November 1947 Apostolische Konstitution Sacramentum ordinis über das Weihesakrament (AAS 40 [1948] 5-7; DH 3857-3861).

Paul VI.

16. November 1964 Zweites Vatikanisches Konzil: Dogmatische Konstitution Lumen gentium über die Kirche Nr. 29.[5]
18. Juni 1967 Motu proprio Sacrum diaconatus ordinem über die Erneuerung des Diakonates in der lateinischen Kirche.
17. Juni 1968 Apostolische Konstitution Pontificalis romani Approbation der liturgischen Ordnung für die Weihe des Diakons, Priesters und Bischofs (AAS 60 [1968] 569-573).
15. August 1968 Ritenkongregation, Dekret: Veröffentlichung der neuen liturgischen Ordnungen „für die Weihe des Diakons, Priesters und Bischofs“ (Erste Ausgabe; EL 83 [1969] 4).
16. Juli 1969 Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Rundschreiben "Come è a conoscenza" über die Ausbildung der Kandidaten für den Ständigen Diakonat (EV III, 834-837).
Motu proprio Ad pascendum vom 15. August 1972 über die Disziplin der ersten Tonsur der niederen Weihen und der Subdiakonatsweihe in der lateinischen Kirche wird neu geordnet.
15. August 1972 Motu proprio Ministeria quaedam Reform der Weihestufen: Die Disziplin der ersten Tonsur der niederen Weihen und der Subdiakonatsweihe in der Lateinischen Kirche wird neugeordnet: Dienste der Laien (Lektor, Akolyth) (AAS LXIV [1972] 534-540).
3. Dezember 1972 Kongregation für den Gottesdienst, Neue liturgische Ordnung für die Beauftragung von Lektoren und Akolythen, für die Aufnahme unter die Kandidaten von Diakonat und Presbyterrat und für das Zölibatsversprechen (AAS LXV [1973] 274 f).

Johannes Paul II.

29. Juni 1989 Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret: Veröffentlichung der Zweiten authentischen Ausgabe der liturgischen Ordnungen für die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone (AAS LXXXII [1990) 826 f).
6. Januar 1992 Päpstliches Werk für geistliche Berufe, Dokument Sviluppi' Entwicklung der Pastoral der Berufe in den Einzelkirchen.
22. Februar 1998 Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Kongregation für den Klerus: Die gemeinsame Erklärung Diaconatus permanens leitet die Grundnormen für die Ausbildung der ständigen Diakone und das Direktorium für den Dienst und das Leben der ständigen Diakone ein.
22. Februar 1998 Kongregation für das Katholische Bildungswesen: Grundnormen Institutio diaconorum permanentium für die Ausbildung der Ständigen Diakone.
22. Februar 1998 Kongregation für den Klerus: Direktorium Diaconatus originem für den Dienst und das Leben der Ständigen Diakone.

Zum Diakonat der Frau

Paul VI.

15. Oktober 1976 Römischer Kommentar zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt (dt.: VAS enthalten in: VAS 117, S. 31-58).

Johannes Paul II.

2. Mai 1982 Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Kongregation für die Glaubensverbreitung und der Kongregation für das katholische Bildungswesen: Übergabe des Schlussdokumentes des Kongresses für geistliche Berufungen am 10.-16.5.1981 mit dem Thema: Entwicklung der Pastoral geistlicher Berufungen in den Ortskirchen: Erfahrungen aus der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft.
17. September 2001 Kongregation für die Glaubenslehre, für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sowie der Kongregation für den Klerus: Bekanntmachung zum Frauendiakonat
17. Oktober 2002 Internationalen Theologischen Kommission, Kommuniqué zur Studie über das Diakonat [2] (vgl. auch Frauendiakonat?)

Benedikt XVI.

30. Mai 2008 Kongregation für die Glaubenslehre, Allgemeines Dekret in Bezug auf die Straftat der versuchten Ordination einer Frau.


Literatur

Leo Scheffczyk (Hsgr.): Diakonat und Diakonissen, EOS Verlag St. Ottilien 2002 (376 Seiten; ISBN 3-8306-7119-9).
Manfred Hauke: Das Weihesakrament für die Frau - eine Forderung der Zeit?, Respondeo Siegburg, ISBN 3-87710-281-6).
Sabine Düren: Diakonat der Frau ?, Fragen zur Stellung der Frau in der Kirche Stella Maris Verlag 2000 (72 Seiten; ISBN 3-934225-06-3).


Anmerkungen

↑ nicht zum Priestertum: Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis über die Eucharistie - Quelle und Höhepunkt von Leben und Sendung der Kirche, Nr. 26.
↑ Francesco Moraglia: Der heilige Laurentius. Erster Diakon der römisch-katholischen Kirche, Beitrag vom 19. Februar 2000.
↑ DBK : Partikularnormen zu can. 284 CIC; vgl. AYMANS: Kanonisches Recht, Band II, 163; vgl. auch: Partikularnorm Nr. 5 der Deutschen Bischofskonferenz zu c. 284 CIC Kirchliche Kleidung der Geistlichen
↑ vgl. Umfassende kanonistische Betrachtung der kirchlichen Bekleidungsvorschriften von Wolfgang Rothe
↑ Lumen gentium, Artikel 29: Die Diakone bei Kathnews.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Diakon)


Ständiger Diakonat

Der Ständige Diakonat ist eine Form des christlichen Diakonenamtes, das als selbständiges Amt bzw. Dienst im geistlichen, karitativen sowie im sonderseelsorglichen Bereich und nicht als Vorstufe zum Priesteramt verstanden wird. Erst in jüngster Zeit kommt er in der Kirche wieder mehr zur Geltung.


Entwicklung


Das Wort Diakon entstammt dem Griechischen und bedeutet „Diener“ oder „Helfer“. Schon zur Zeit der ersten Christen gab es in der Kirche einen besonderen „Dienst“ der Nächstenliebe und der Verkündigung. Jünger, die diesen Dienst übernahmen, wurden Diakone genannt. Ihr ganzer Lebensinhalt war es, dem Beispiel Jesu zu folgen, der nach seinen eigenen Worten nicht gekommen war, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und ganz für andere da zu sein.

Nach einer wechselvollen Geschichte des Diakonats über fast zweitausend Jahre – zuletzt war der Dienst als Diakon nur noch eine Art Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt – wurde der Ständige Diakonat sowohl in der altkatholischen Kirche wie auch in der römisch-katholischen Kirche wiedereingeführt. In der römisch-katholischen Kirche erfolgte dies durch einen Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils. Seitdem werden wieder Männer, die meist verheiratet sind und Familie haben, zu Ständigen Diakonen geweiht. „Ständiger“ Diakon bedeutet: Für diese Männer ist das Amt des Diakons keine Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt, sondern ihre Berufung.

Die weltweit erste Weihe von Ständigen Diakonen war am 28. April 1968 in Köln, wo fünf verheiratete Männer von Weihbischof Augustinus Frotz geweiht wurden; die Predigt hielt Joseph Kardinal Frings, der sich beim Konzil besonders für die Wiedereinführung des Ständigen Diakonats eingesetzt hatte.[1] In der Diözese Augsburg wurden erstmals am 20. Juli 1969 drei Ständige Diakone geweiht.


Ausübungsformen

Ständige Diakone können ihren Dienst sowohl hauptberuflich als auch neben ihrem Zivilberuf ausüben. Letztere üben ihren Dienst wohnortnah aus, während Diakone im Hauptberuf an dem ihnen zugewiesenen Einsatzorten wohnen müssen (Residenzpflicht). Sie werden in der Pfarrseelsorge oder in der Sonderseelsorge (Krankenhausseelsorge, Gefängnisseelsorge usw.) eingesetzt. Als Diakone im Hauptberuf erhalten sie eine Besoldung im Rahmen der diözesanen Stellenpläne für ihre Tätigkeit, als Diakone mit Zivilberuf eine Aufwandsentschädigung.

Der Diakon übernimmt in der katholischen Kirche eine ständig wachsende Zahl von Aufgabenbereichen, die sich seit jeher in drei Felder aufteilen lassen:

der Dienst der Nächstenliebe
die Verkündigung der Frohen Botschaft
die Feier des Glaubens in der Liturgie


Konkret heißt das:

Diakone helfen mit in der Seelsorge der Gemeinden, sie wenden sich denen zu, die am Rand der Gesellschaft leben, besuchen Alte, Kranke, Behinderte und Gefangene, begleiten Sterbende, kümmern sich um Asylanten, Aussiedler und Menschen in besonderen Lebenskrisen.
Sie predigen im Gottesdienst, erteilen als hauptberufliche Diakone an den Schulen Religionsunterricht, führen Glaubensgespräche, leiten Bibelkreise und bereiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf den Empfang der Sakramente vor.
Sie assistieren dem Priester in der heiligen Messe, spenden die Taufe, leiten kirchliche Begräbnisfeiern und assistieren bei der Spendung des Sakraments der Ehe, feiern Wortgottesdienste und Andachten, halten Segnungsfeiern und bringen Alten und Kranken die heilige Kommunion.


Weihe und kirchliche Bedeutung

Die Bezeichnung Ständiger Diakon kommt in der römisch-katholischen Kirche und der altkatholischen Kirche vor. Während ein Priesteramtskandidat meist einige Zeit nach der Weihe zum Diakon die Priesterweihe empfängt, bleibt ein Ständiger Diakon in diesem Stand.

In der römisch-katholischen Kirche wurde das Amt des Ständigen Diakons vom Zweiten Vatikanischen Konzil in der dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium, wiederhergestellt:

„Weil diese für die Kirche in höchstem Maße lebensnotwendigen Diakon-Ämter bei der gegenwärtig geltenden Disziplin der lateinischen Kirche in zahlreichen Gebieten nur schwer ausgeübt werden können, kann in Zukunft der Diakonat als eigene und beständige hierarchische Stufe wiederhergestellt werden. Den zuständigen verschiedenartigen territorialen Bischofskonferenzen kommt mit Billigung des Papstes die Entscheidung zu, ob und wo es für die Seelsorge angebracht ist, derartige Diakone zu bestellen. Mit Zustimmung des Bischofs von Rom wird dieser Diakonat auch verheirateten Männern reiferen Alters erteilt werden können[...]“

Diakone unterliegen der Verpflichtung zum Zölibat. Allerdings können auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht werden, sie werden für die Dauer der bestehenden Ehe vom Zölibat dispensiert (= freigestellt). Das Mindestalter beträgt 25 Jahre (für ehelose Kandidaten), 35 Jahre für Verheiratete.

Ein Ständiger Diakon hat dieselben Rechte und Pflichten wie ein nicht-ständiger Diakon, was sich aus der Zugehörigkeit zum Klerus aufgrund der Weihe ergibt. Der Diakon verrichtet im Auftrag der Kirche das Stundengebet, ist dazu jedoch nicht in vollem Umfang verpflichtet; er muss jedoch zumindest die Laudes und die Vesper beten.

Auch in den altkatholischen Kirchen der Utrechter Union wurde der Ständige Diakonat wieder eingeführt,[2] wobei sich die Details je nach Nationalkirche unterscheiden. In allen altkatholischen Kirchen mit Ausnahme der polnischen sind zum Diakonat Männer und Frauen zugelassen, in Holland, Deutschland, der Schweiz und Österreich gilt dies für alle geistlichen Ämter.[3] Für die Zugehörigkeit zum Ständigen Diakonat ist es nicht notwendig, verheiratet zu sein, allerdings muss ein Diakon in christlicher Ehe leben, wenn er verheiratet ist;[4] ebenso wenig sind Diakone vom Zölibat betroffen. Dieser wurde für alle geistlichen Ämter schon auf der 5. Synodesession der deutschen altkatholischen Kirche im Jahr 1878 aufgehoben.[5]


Zugangswege in der römisch-katholischen Kirche

Diakon im Hauptberuf (Erzdiözese Bamberg)

Mindestalter: 35 Jahre, Höchstalter: 50 Jahre (zum Zeitpunkt der Weihe)

Ausbildung

abgeschlossene Ausbildung als Gemeindereferent, mehrere Jahre Praxis in der Gemeindepastoral und unbefristete Anstellung oder
abgeschlossene Ausbildung als Pastoralreferent, mehrere Jahre Praxis in der Gemeindepastoral und unbefristete Anstellung

(ein Jahr vorbereitende Phase, drei Jahre Diakonatskreis)
Diakon mit Zivilberuf (Erzdiözese Bamberg)

Mindestalter: 35 Jahre, Höchstalter: 55 Jahre

Bisheriges ehrenamtliches Engagement in einer Pfarrei der Erzdiözese Bamberg (unabdingbare Voraussetzung)

Ausbildung:

Bewerber ohne Theologiestudium: Grund- und Aufbaukurs von Theologie im Fernkurs der Domschule Würzburg (abgeschlossener Grundkurs vor Beginn der vorbereitenden Phase; abgeschlossener Aufbaukurs vor der Weihe)
Bewerber mit nicht abgeschlossenem Theologiestudium: Absprache mit der Katholischen Akademie Domschule Würzburg
Bewerber mit abgeschlossenem Theologiestudium: Einstieg in die vorbereitende Phase zum nächstmöglichen Zeitpunkt

(ein Jahr vorbereitende Phase)

Diakon (Erzbistum Köln)

Die Ausbildung unterscheidet nicht danach, ob der Bewerber ins Hauptamt übernommen wird oder nicht.

Bewerber ohne Theologiestudium absolvieren ein vierjähriges Studium im Erzbischöflichen Diakoneninstitut. Es wird kein staatlicher Abschluss erworben, die Qualifikation liegt in etwa zwischen einem FH- und Universitätsdiplom. Die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar bietet eine dreisemestrige Fortsetzung des Studiums mit Master-Abschluss an.

Ein weiteres Jahr dient der Weihevorbereitung. Nach der Weihe schließt eine berufsbegleitende Fortbildung an, die weitere zwei Jahre dauert.

Bewerber mit abgeschlossenem Theologiestudium verkürzen die Ausbildung vor der Weihe in der Regel von insgesamt fünf auf drei Jahre.


Päpstliche Schreiben

Paul VI.

18. Juni 1967: Motu proprio Sacrum diaconatus ordinem über die Erneuerung des Diakonates in der lateinischen Kirche
15. August 1972: Motu proprio Ad pascendam, durch das einige Bestimmungen bezüglich der Weihestufe des Diakonates erlassen werden

Literatur

Karl Lehmann, Hanspeter Ochs, Heike Grieser, Dorothea Reininger: Schauen, worauf es ankommt: 25 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Mainz. Bischöfliches Ordinariat, Mainz 1996, ISBN 3-9805496-3-1.
Algirdas Jurevicius: Zur Theologie des Diakonats: Der Ständige Diakonat auf der Suche nach eigenem Profil. Kovacs, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1444-9.

Weblinks

Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland
erzbistum koeln.de: Alter Dienst neu belebt – 40 Jahre Ständiger Diakonat
Grundnormen für die Ausbildung der Ständigen Diakone / Direktorium für den Dienst und das Leben der Ständigen Diakone (1998) (PDF; 776 kB)
Aktuelle Literatur zum Ständigen Diakonat

Anmerkungen

↑ katholisch.de, 22. November 2017.
↑ Synodal- und Gemeindeordnung der Altkatholischen Kirche, §§ 61 ff.
↑ Frauenordination: Historische Eckdaten
↑ Synodal- und Gemeindeordnung der Altkatholischen Kirche, § 102.
↑ vgl. Urs Küry, Christian Oeyen: Die Altkatholische Kirche. 2. Auflage. Stuttgart 1978, S. 74 f.

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