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Wenn der Bock zum Gaertner wird

Posted on June 3, 2016 at 12:05 AM

Mit Pfarrer Albert Bauernfeind hat das Erzbistum München und Freising nun einen Seelsorger für Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben (https://www.erzbistum-muenchen.de/PV-Fuerstenfeld/Page055883.aspx). Der Titel allleine klingt schon merkwürdig - wieso nicht für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen? Wer weiter liest, bekommt eine Ahnung, warum:

 

" Auch die Kirche tut sich bis heute schwer damit, Homosexuelle ganz zu akzeptieren. Die sexuelle Handlung definiert die Kirche immer noch als Sünde. Es ist an der Zeit, hier einen Blickwechsel zu vollziehen. Homosexuell lebende Menschen müssen in der Kirche willkommen sein – so wie sie sind! Die Liebe und die Verantwortung füreinander sind die Kriterien für ein gelingendes Leben aus der Perspektive des Evangeliums."

 

Bei allem Respekt, Herr Pfarrer, aber es gibt einen Grund, warum homosexuelle Handlungen von der Kirche, der Sie als Priester Gehorsam gelobt haben, als Sünde gesehen werden - und das sollten Sie eigentlich wissen. Sie haben als Priester Verantwortung für diese Menschen und sind verpflichtet, ihnen in Glaubensdingen das zu vermitteln, was Lehrmeinung der Kirche ist.

 

Liebe und Verantwortung füreinander allein sind eben nicht Kriterien für ein gelingendens Leben aus der Perspektive des Evangeliums. Wenn allein ein undifferenziertes Gefühl (das wie alle Gefühle früher oder später verschwindet) Grundlage für die Moralität einer Verbindung ist, würde das - konsequent weiter gedacht - zu absurden Ergebnissen führen.

 

Liebe im christlichen Sinn ist mehr als ein Vertrag, bei dem nur Eigentumsrechte ausgetauscht werden. Sie ist mehr als nur ein flüchtiges Gefühl. Sie ist ein Bund, der den lebensspendenden Bund widerspiegelt, den Jesus mit Seiner Braut der Kirche eingegangen ist. Zwei Menschen, die ein Fleisch werden – so sehr eins, dass man dem Einen neun Monate später einen Namen geben muss! Drei, die eins sind – ein Hinweis auf die Dreifaltigkeit selbst! Die Ehe ist zur Fortpflanzung und zum Wohle der Ehepartner gedacht. Eines von beiden bewusst auszuschließen heißt den Bund nicht als solchen zu begreifen. Dies mit gleichgeschlechtlichen Verbindungen gleichsetzen zu wollen, bedarf schon ein enormes Maß an spiritueller Verwirrung.

 

 

Sucht man diesen Pfarrer auf Google, findet man Erstaunliches: Er wurde 1995 von Friedrich Kardinal Wetter entlassen – er hatte in einem Interview mit dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung die offizielle katholische Lehrmeinung zur Sexualität als „unbrauchbar“ bezeichnet (http://www.zeit.de/1996/12/Unbequemer_Pastor).

 

Weiterhin gehört er zum Münchner Kreis (http://initiative-muenchner-kreis.de/unterstutzer/), der offensichtlich mit der Pfarrer-Initiative Deutschland zusammenhängt (http://www.pfarrer-initiative.org/pfarrerinitiative/). Dort heißt es etwa: „Wir stehen ein für ein ehrliches Wahrnehmen der Lebenssituationen der Menschen und für Glaubwürdigkeit kirchlicher Praxis. Deshalb benennen wir, was wir tun, auch wenn es im Widerspruch zu derzeitigen kirchenamtlichen Weisungen steht.“ (http://www.pfarrer-initiative.org/pfarrerinitiative/werwirsind.aspx).

 

Weiterhin heißt es in einem Papier:

 

„In entscheidenden Punkten (Voreheliches Zusammenleben, Empfängnisverhütung, Wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität) ist die derzeitige Lehre auf den Prüfstand zu stellen und weiter zu entwickeln. Es gilt, wie es im Bericht der Bischofskonferenz heißt, „einen Duktus zu finden, der sich vom

Vorurteil der Leibfeindlichkeit und einer lebensfeindlichen Gesetzesethik zu befreien vermag“. Dazu können die Bischöfe auf die jahrzehntelange theologische Arbeit zahlreichen Moraltheologen zurückgreifen. Ebenso sollten die heutigen human-wissenschaftlichen Erkenntnisse vorurteilsfrei zur Kenntnis genommen werden. Der Weg zu einer lebensdienlichen Beziehungsethik wird nur zu gehen sein, wenn von

einer problematischen Berufung auf das Naturrecht Abschied genommen wird.“ (http://www.pfarrer-initiative.de/pfarrerinitiative/2014EheFamilie.pdf). Unterzeichner u.a.: „Pfarrer Albert Bauernfeind, Diözese München“

 

Wer die katholische Sexuallehre als leib- und lebensfeindlich bezeichnet, hat seine Berufung als Priester verfehlt. Mit dem Zeitgeist oder mit schnell veränderlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gehen, kann und darf nicht Ziel der Kirche sein. Bestimmte Werte – wie etwa die monogame Ehe zwischen Mann und Frau ziehen sich durch alle biblischen Bücher, durch viele Kulturen und über tausende von Jahren – und wurden letztlich von Jesus, dem Sohn Gottes, selbst bekräftigt. Auf die Frage, ob eine Scheidung unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sei, antwortete Er nicht einfach mit ja oder nein – Er wiederholte den Standard aus Genesis: Den Bund eines Mannes mit einer Frau.

 

Wenn Er uns nun verkündet, was richtig ist, muss Er wohl kaum eine lange Liste von Dingen beifügen, was falsch ist.

 

Wenn aber der Sohn Gottes selbst die Norm bekräftigt, wer sind wir, dass wir uns erlauben, daran zu rütteln?

 

Die christliche Ehe ist das Beste für alle Beteiligten. Nichts kommt dem gleich. Wir sollten darauf vertrauen, dass unser Schöpfer am besten wusste, was gut für uns ist – und was nicht. Herr Pfarrer Bauernfeind scheint damit aber seine Probleme zu haben.

 

Kein Wunder, dass er auch von der unsäglichen Vereinigung „Wir sind Kirche“ zitiert wird: http://www.wir-sind-kirche.de/?id=129&id_entry=5970

 

Mit „Theologie und Homosexualität“ hat er nun auch ein Buch herausgegeben. Kommentar der lesbischen und schwulen Basiskirche Basel hierzu:

 

„An den Aussagen der offiziellen katholischen Morallehre zur Sexualität scheiden sich die Geister. Albert Bauernfeind will die Verantwortlichen in Kirche und Jugendarbeit und die Jugendlichen selbst anregen, erneut über das Thema nachzudenken und Sexualität als das verstehen zu lernen, was sie ist: Geschenk Gottes und Möglichkeit zur menschlichen Kreativität.“ (http://www.lsbk.ch/2016/01/page/27/)

 

 

Diese Aufzählungen lassen sich wohl noch lange fortführen. Zusammenfassend darf wohl daran gezweifelt werden, dass Herr Pfarrer Bauernfeind der geeignete katholische Seelsorger für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ist – zumindest nicht aus der Perspektive dessen, was die Katholische Kirche zu diesem Thema lehrt.

 

Jason International (http://jason-online.webs.com), Partnerorganisation von Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com) existiert seit 2005 – mit einer Ortsgruppe in München. Bisher wurden wir von den großen Kirchen ignoriert. Auch Herr Bauernfeind hat sich noch nicht bei uns gemeldet. Interessant, denn Homosexuals Anonymous ist die weltweit älteste Organisation ihrer Art (seit 1976).

 

Mit großer Besorgung und nicht zuletzt aufgrund einiger an uns herangetragener Berichte Betroffener (Priester, Ordensangehörige, gläubige und ratsuchende Katholiken) beobachten wir seit langem, wie es den Seelsorgern vor Ort offenbar egal ist, was die Kirche und die Bibel zum Thema gleichgeschlechtlichen Neigungen lehrt. Ganz im Gegenteil – sie werden nun sogar von den Kirchenoberen in verantwortungsvolle Positionen berufen, wo man wohl den Bock zum Gärtner macht.

 

Ich habe selbst viele Jahre in der schwulen Szene verbracht und weiß, wovon ich rede. Angesichts der vielen Faktoren, die zur Entwicklung dieser Neigungen beigetragen habe (etwa ein problematisches Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil) und angesichts dessen, was sich in der schwulen Szene abspielt, ist es unverantwortlich, Menschen dabei zu unterstützen, ein solches Leben führen zu wollen. Die jährlichen Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen den enormen Anteil von Männern, die Sex mit Männern haben, an der Gesamtzahl von Menschen mit ansteckenden Geschlechtskrankheiten wie etwa HIV. Ganz so „normal“ und „natürlich“ ist diese Lebensweise wohl doch nicht.

 

Wir bieten Gemeinden, Privatmenschen, Geistlichen, Schulen, Familienangehörigen, Freunden, Behörden und wem auch immer unsere Hilfe und Unterstützung an – kostenlos und auf Basis der Bibel.

 

Gleichzeitig rufen wir die Verantwortlichen in den Kirchen auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und nicht vor dem Zeitgeist niederzuknien. Dass das nicht funktioniert, zeigt die enorme Zahl der jährlichen Kirchenaustritte.

 

Gottes Segen

 

Robert Gollwitzer

Direktor von Homosexuals Anonymous

www.homosexuals-anonymous.com

Categories: Homosexualitaet