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Interview mit stellv. AfD-Bundesvorsitzenden

Posted on December 18, 2016 at 7:50 AM

Interview mit dem stellvertretenden AfD-Bundesdelegierten Helmut Müllner:

 

Lieber Herr Müllner, Sie haben dankenswerterweise einem Interview zugestimmt.

 

Robert Gollwitzer: Herr Müllner, Sie sind erster stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Schwandorf-Cham, stellvertretender Bundesdelegierter, Landesdeligierter, Schatzmeister im Bezirk Oberpfalzund Mitglied im Bundeskonvent.

Wie sind Sie eigentlich zur AfD gekommen?

 

Helmut Müllner: Ich war schon längere Zeit auf Suche nach einer politische Alternative zu unseren Altparteien. Im März 2013 fand ich im Internet einen Hinweis auf die Gründung der Alternative für Deutschland.

Nach genauerem Studium der Ziele und Beweggründe entschloss ich mich, aktiv daran zu beteiligen.

Und so war ich auf der Gründungsveranstaltung 2013 in Ebersberg anwesend, war Mitbegründer des Bezirksverbandes Oberpfalz und Initiator des Kreisverbandes Schwandorf/Cham.

 

RG: Wenn man AfD hört, klingt sofort "rechtspopulistisch" im Ohr. Sehen Sie sich selbst so?

 

HM: Durchaus nicht, ich selbst sehe mich und auch die Alternative für Deutschland als patriotisch eingestellte, wertkonservative Partei, die gegen eine zentralistische EU ist. Wir sind für ein Europa der Vaterländer. Den Begriff „rechtspopulistisch“ bekommt von unseren Mainstreammedien jede

Bewegung, die nicht „Links“ ist.

 

RG: Herr Müllner, was halten Sie vom zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump? Denken Sie, dass durch seine Wahl sich auch in Europa neue Möglichkeiten für "rechte", also wert-konservativeParteien ergeben?

 

HM: Ich denke, dass die Wahl von Donald Trump in Amerika ein Protest gegen das herrschendeEstablishment war. Ich hätte auch Donald Trump gewählt.

Durch den Turbokapitalismus, der verheerenden Finanzpolitik und der Einflussnahme von Kartellen wurde die Mittelschicht der Gesellschaft abgehängt und in eine Situation gebracht, die existenzbedrohend geworden ist. Die Wahl von Donald Trump war eine Protestreaktion der Wähler. In Europa haben wir mittlerweile die gleiche Konstellation in den verschiedenen Ländern der EU. Eine dementsprechende Protestreaktion der enttäuschten Mittelschicht ist sehr wahrscheinlich. Es liegt dann an der Alternative für Deutschland, ihre Wähler nicht zu enttäuschen.

 

RG: In den USA - und entsprechend in anderen Ländern - will man nun gegen "Fake News", also Nachrichten mit gefälschten Inhalten, vorgehen. Klingt gut, ist aber höchst problematisch.

Hintergrund ist, dass Medienvertreter wie Alex Jones von Infowars oder bei uns der Kopp-Verlag inzwischen größer sind als viele Mainstream-Medien. Alex Jones etwa hat jedoch vielfach nachgewiesen, dass es die Mainstream-Medien sind, die "Fake News" verbreiten und dies nur als Vorwand suchen, um ihnen ungeliebte Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Infowars hatte einen erheblichen Einfluss bei der Wahl Donald Trumps und der Niederlage von Hillary Clinton. Was

denken Sie hierüber?

 

HM: Der Begriff Fake-News wurde kurze Zeit nach den Präsidentschaftswahlen in Amerika groß in die Presse gebracht. Von der Verliererpartei, die eine demokratische Niederlage nicht akzeptieren kann, weil sie nicht in deren Agenda passte. Der Begriff wurde innerhalb kürzester Zeit von unseren

„Regierungen“ als Mittel des Machterhaltes übernommen. Es stellt sich doch die Frage, warum alternative Medien im Internet so großen Zulauf haben. Ich denke, daran sind unsere Qualitätsmedien in erheblichem Maße mit schuld. Im Zeitalter des Internets ist es einer kritischen Menge von Menschen leicht möglich, Nachrichten zu hinterfragen und gravierende Unterschiede von der offiziellen Meinung hin zu alternativen Wahrheiten zu erkennen. Es war in letzter Zeit zu viel

Alternativlos – Die Eurorettung, die Ukrainekrise, die Syrienkrise, Afghanistan, Libyen. Unsere Kriege sind gut, die Kriege der anderen sind schlecht. Viele Medien sind politisch in eine bestimmte Richtung vorbestimmt. Es sind zu viele Politiker als Journalisten am Werk. Es gibt fast keine Journalisten mehr, die Politik neutral hinterfragen sollen und wollen. Es ist offensichtlich, dass einseitige politische Meinungen in unseren Massenmedien herrschen, da eine kritische Meinung

überhaupt nicht mehr groß veröffentlicht wird. Es wird in allen Zeitungen und Nachrichtensendungen eine einheitliche Nachrichtenlage übertragen. Eine neutrale, wahrheitsgetreue Berichterstattung würden viele unzufriedene, kritische Bürger besänftigen und weniger empfänglich machen für Nachrichten, die die Seele von vielen Enttäuschten streicheln.

 

RG: Es gab kürzlich europaweit Umfragen bezüglich des Islams. "Experten" meinten daraufhin, hier in Deutschland gebe es circa fünf Prozent Muslime und auch in den nächsten Jahren werde diese Zahl nicht über sieben Prozent gehen. Stimmen Sie dem zu? Kann man die Zahl der Moslems überhaupt zahlenmäßig erfassen?

 

HM: In der Frankfurter Allgemeinen vom 15.12.16 wird berichtet, dass lt. den Zahlen des Bundesinnenministeriums Ende 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland leben würden.

Diese machen einen Anteil von ca. 5,7 % an der Bevölkerung von 81,4 Millionen aus. Die FAZ berichtet, dass gut jeder vierte Muslim erst kürzlich nach Deutschland zugewandert sei. Insgesamt seien 2015 nun 2,14 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen. Ausschlaggebend ist jedoch die Altersstruktur, die in Deutschland herrscht. Der größte Teil der nach dem Grundgesetz und dem Asylgesetz illegal nach Deutschland gekommen Menschen hat eine viel jüngere Altersstruktur als die deutsche Bevölkerung. Diese jungen Menschen haben auch eine viel höhere Geburtenrate als in Deutschland statistisch festgestellt. Somit ist schon allein durch die Zunahme von Muslimen aus den Kreissälen heraus sichergestellt, dass deren Zahl in den nächsten Jahren über die 7 % und noch weiter steigt. Auch ist die illegale Zuwanderung ja nicht gestoppt – sie läuft abseits von medialer Berichterstattung unvermindert weiter.

 

RG: Wie stehen Sie eigentlich zum Islam?

 

HM: Den politischen Islam kann man durchaus als Speerspitze muslimischer Landnahme in Europa bezeichnen. Ich kenne viele moslemische Bürger, die sehr gut in Deutschland integriert sind, sie haben allesamt eine tolerante islamische Haltung. Ich denke, grundsätzlich fehlt dem Islam ein Martin Luther, der die islamische Lehre in die Gegenwart führt und eine klare Trennung von Religion und Staat durchsetzt. Ansonsten ist die Religionsfreiheit in Deutschland ein Grundrecht. Doch dieses Grundrecht müssen alle Religionen in Deutschland anerkennen und ohne Ausnahme akzeptieren.

Auch unsere Regierung ist aufgerufen, die Dinge wachsam zu beobachten und bei Bedarf regulierend einzugreifen.

 

RG: Benjamin Netanyahu, Premierminister Israels, ist momentan einer der wenigen ernstzunehmenden Politiker weltweit, der nicht nur durch Erfolge glänzt, sondern vor allem durch seinen standhaften Charakter. Wie stehen Sie zu Israel?

 

HM: Grundsätzlich stehe ich dem israelischen Volk freundschaftlich gegenüber – so wie jedem Volk auf dieser Welt. Israel ist aufgrund seiner isolierten Lage von Staaten umgeben, die Israel nicht unbedingt freundlich gesinnt sind. Ich denke, Israel hat wie jeder Staat seine volle Existenzberechtigung. Israel

hat ein Recht auf eine friedliche Weiterentwicklung, abseits von religiösen Anschauungen..

 

RG: Momentan fliehen wieder Menschen aus den umkämpften Städten im Irak. Verständlich, da sie nichts mehr zu essen haben. Anstatt aber nun direkt vor Ort zu helfen, warten unsere Politiker, bis die Flüchtlinge bei uns ankommen. Wie stehen Sie zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und wie sähe eine Alternative aus?

 

HM: Kriege können nur mit Waffen und mit Munition geführt werden. Wenn wir wirklich Frieden in diesen Regionen haben wollen, dann müssen wir mit den Waffenlieferungen in diese Regionen aufhören.

Wir müssen aufhören, unbequeme Regime mit Gewalt zu entfernen und aufhören wirtschaftlichen lnteressen Vorrang vor dem Frieden einzuräumen. Wir müssen den Leuten nahe Ihrer Heimat sichere Zufluchtsstätten schaffen, in denen Sie mit allem Lebensnotwendigen menschenwürdig versorgt werden. Wir müssen diese Menschen befähigen, Ihr Land wieder aufzubauen und zu bevölkern. Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung erzeugt Leid in den Krisengebieten, auf dem Fluchtweg und auch bei uns. Sie ist in keinster Weise geeignet, irgendetwas zu verbessern. Wenn man Afrika nach Europa holt, dann haben wir in Europa kein Europa mehr, sondern ein zweites Afrika. Dies kann nicht der Sinn von Asylgesetzen sein.

 

RG: Die Katholische Kirche scheint ja Probleme mit der AfD zu haben. Sie sind selbst gläubiger und engagierter Katholik. Welche Botschaft haben Sie für die Kirche - und für die Gläubigen?

 

HM: Ich denke, die katholische wie auch die evangelische Kirche in Deutschland sollte sich auf Ihre eigentliche Aufgabe besinnen und keine aktive Politik betreiben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zu viel politisches Engagement von Seiten der Kirche niemals gut ging. Jesus sagte, gebt dem Kaiser,

was dem Kaiser gehört und gebt Gott, was Gott gehört. Wir dürfen nicht in Zeiten zurückfallen, in denen der Fürst zum Bischof sprach – „Halt du sie dumm, ich halt sie arm“.

 

RG: Beide große Kirchen haben jährlich neue Rekorde bei den Austritten zu verzeichnen. Gleichzeitig tut sich bei ihnen nichts - eine dringend nötige innere Neuorientierung findet nicht statt, da gleichzeitig wegen der trotzdem weiter steigenden Kirchensteuereinnahmen immer genügend Geld da ist. Das

Erzbistum München und Freising etwa gibt sein Vermögen mit ca. 5,5 Milliarden (!) EUR an. Was halten Sie von der Kirchensteuer, Herr Müllner?

 

HM: Es stellt sich für mich grundsätzlich die Frage, warum ich in Deutschland meinen katholischen Glauben nur ausüben darf, wenn ich Kirchensteuern bezahle. Aus welcher Zeit stammt dieses Gesetz?

Wie kann es sein, dass Kirchen, abseits all Ihrer anerkannten Leistungen im pflegerischen, medizinischen und betreuerischen Bereich, so ein enormes Vermögen ansammeln. In den 5,5 Milliarden sind meines Wissens die Stiftungsvermögen noch nicht eingerechnet.

Die kath. Kirche sollte m. M. auch das Zölibat hinterfragen, die christliche Lehre in den Vordergrund stellen und als menschliche Priester für die Menschen wirken. Warum darf eine Frau kein katholische Priesterin werden?

 

RG: Ihr besonderes Anliegen ist die Ehe und Familie. Damit sind Sie politisch nicht unbedingt sehr korrekt, vor allem nicht mit konservativen Ansichten. Warum meinen Sie, dass das traditionell christliche Familienbild auch heute noch unsere Wertgrundlage bilden sollte?

 

HM: Die Familie ist in jeder Kultur die Keimzelle der Gesellschaft. In der Familie werden traditionelle Werte weitergegeben, was unsere derzeitige Politik als negativ ansieht. Die aktuelle Politik zerstört den Familienverbund, das dörfliche Leben, die heimatliche Kultur, um ähnliche Strukturen staatlich

gelenkt und kostenpflichtig wieder aufzubauen.

Die Christliche Weltanschauung ist geprägt von einer gesunden Nächstenliebe und moralischen Wertvorstellungen. Allein die 10 Gebote und die Regel Jesu – „Du sollst deinen nächsten Lieben wie dich selbst“ würden sämtliche Gesetze der Welt überflüssig machen.

 

RG: Bei uns gibt es ja mittlerweile die eingetragene Lebenspartnerschaft, es können also auch zwei Menschen desselben Geschlechts "heiraten". Ist das wirklich so positiv, wie es klingt?

 

HM: Warum sollen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nicht verheiratet sein? Ich verstehe überhaupt nicht, warum man wegen dieser wenigen Fälle so ein Aufheben macht. Ob das erziehen von Kindern in einer gleichgeschlechtlichen Ehe wirklich zum Wohle von Kindern in Ihrer gesamtheitlichen Entwicklung ist, steht für mich auf einem anderen Blatt und sollte von Psychologen beantwortet werden.

 

RG: Das Bild Russlands und insbesondere Putins hat sich ja überraschenderweise bei vielen Menschen sehr zum positiven gewandt. Wie stehen Sie dazu?

 

HM: Ich stehe dem russischen Volk und auch der russischen Demokratie freundschaftlich gegenüber. Herr Putin hat meinen Respekt als großartiker Politiker. Meiner Meinung nach hätte er den Friedensnobelpreis verdient.

 

RG: Putin selbst hat mehrmals vor einem neuen Weltkrieg gewarnt. Bei uns scheint diese Gefahr den wenigsten bewusst zu sein. Wie sehen Sie die augenblickliche internationale politische Situation - gerade im Hinblick auf Syrien und den Irak sowie die Ukraine?

 

HM: Jahrelang war es unser oberstes Ziel, Frieden in Europa zu garantieren. Nun wird meiner Meinung nach nur aus finanzwirtschaftlichen Interessen ein Kriegsszenario heraufbeschworen, es wird aufgerüstet und Sanktionen beschlossen. Warum? Ich denke, allein die atomare Abschreckung hat bisher und wird weiterhin dafür sorgen, dass kein Land mehr in Europa einen kriegerischen Konflikt heraufbeschwört. Ich denke, dass sich unsere Bundesregierung auf einem gefährlichen Irrweg befindet und einen noch gefährlicheren Weg beschritten hat.

 

RG: Unsere Bundeswehr ist zu einer nicht nennenswerten militärischen Kraft verkommen und hätte im Ernstfall einem Gegner wenig entgegenzusetzen. Kein Wunder bei einer Verteidigungsministerin, die mal kurz vom Familienministerium zur Armee versetzt wurde und nicht die geringste Ahnung

davon hat. Was kann man hier verbessern, Herr Müllner?

 

HM: Ganz einfach – man sollte einen General zum Verteidigungsminister machen.

 

RG: Was möchten Sie gerne Menschen sagen, die die AfD in eine rechtsradikale Ecke stellen und beinahe auf einem Niveau mit der NSDAP stellen?

 

HM: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Die Methoden der linksfaschistischen Ecke zeigen viel Verwandtschaft mit Methoden der SA. Wer politische Diskussionen in einer Demokratie scheut und verhindert, will keine Demokratie, der will nur seine Meinung durchsetzen.

 

RG: Sie haben drei Berufe erlernt, sind Justizvollzugsbeamter, Familienvater mit drei Söhnen, in der Kirche engagiert - wie viele Stunden hat Ihr Tag eigentlich? Findet man da noch Ruhe und Zeit für sich selbst?

 

HM: Mein Tag hat 24 Stunden, davon versuche ich, ausreichend Schlaf zu finden und durch Meditationsübungen geistig und körperlich frisch zu bleiben. Selbstverständlich bleibt neben Beruf und politischem Engagement, dass derzeit notwendig ist, leider die Familie und man selbst etwas auf

der Strecke.

Doch hoffe ich, meiner Familie und den Menschen im Land durch mein politisches Engagement etwas Gutes zu geben.

 

RG: Herr Müllner, herlichen Dank für dieses Interview. Gottes Segen und eine besinnliche Adventszeit für Sie und Ihre Familie!

 

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München, 18.12.2016

 

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

www.robert-gollwitzer.com

Abdruck erlaubt unter Angabe der Quelle und kurzer Rückmeldung.

Categories: Politik, Ehe & Familie, Priester