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Priester mit den besten Absichten...

Posted on December 26, 2015 at 7:15 AM

Eine der spirituell gefährlichsten Mischungen sind Priester mit einem großen Sachwissen, den besten Absichten - und einer liberalen Überzeugung. Da werden dann zwar in der Predigt ausgezeichnete Hinweise, Informationen und Hintergründe vermittelt, das Ganze verläuft aber bestenfalls im Sand oder wird zur Rechtfertigung der persönlichen Meinung missbraucht.

Wenn Papst Benedikt XVI als "ängstlich" bezeichnet wird, weil er die grundlegenden Werte der Katholischen Kirche bewahren wollte - und will! - und im Gegensatz dazu eine "freiheitliche" Mentalität gefordert wird, die "keine Angst vor der Evangelischen Kirche" hat, dass ist das nicht nur Unsinn, sondern ein Missbrauch des Amts.

Vorneweg: Ich werde auch von konservativen Katholiken kritisiert, weil ich entschieden für die Einheit ALLER Christen (nicht nur den Lutheranern) fordere - und zwar jetzt. Wenn wir auf die Kirchenoberen warten oder darauf, dass wir uns in allen Punkten einig sind, wird die Verwirklichung des von Jesus selbst ausgerufenen einen Leibes nie geschehen. Auch wenn wir oft dramatische Unterschiede in den Glaubensüberzeugungen haben, ist es besser, die "unter einem Dach" zu klären. All diese Unterschiede gibt es innerhalb der Katholischen Kirche auch - dort glauben die Menschen mangels solider Katechese ebenso alles Mögliche.

Zu meinen, dass Menschen keine rationalen Gründe für ihren Standpunkt haben können und deren Haltung in schlimmster Hobby-Psychologie als "ängstlich" zu bezeichnen, ist billige Propaganda und eines Priesters nicht würdig. Papst Benedikt XVI - und andere mit ihm - hatten recht, wenn sie immer wieder betonten, dass es unveränderliche Werte in der Kirche geben muss und dass nicht jede Generation das Recht hat, diese nach Gutdünken zu verändern. Das hat mit "Ängstlichkeit" nichts zu tun - ganz im Gegenteil es braucht Mut, das offen zu sagen, wenn der breite Strom anderer Meinung ist.

Es ist ein Unding, wenn das eigene Sachwissen und die eigene Position innerhalb der Kirche laufend dazu missbraucht wird, eigene Thesen belegen zu wollen, indem man sogar Vergleiche zur Bibel steht. Privatmeinungen stehen nicht im Katechismus der Katholischen Kirche und schon gar nicht in der Bibel und gehören auch nicht in eine Predigt.

Schlimmer noch: Nach solchen Predigten frage ich mich oft, wozu denn die jetzt gut waren. Ja, ich habe zusätzliche Informationen bekommen, aber das war es dann auch. Eine Predigt sollte aber Herzen in Brand stecken, damit man den innern Wunsch hat, dieses Feuer und diese Liebe zu teilen. Man denke an die Predigten, die die Jünger Jesu gehalten hatten! Derartige Predigten habe ich aber schon lange nicht mehr gehört.

Das es auch anders geht, zeigt uns Father William Casey von den Fathers of Mercy seit vielen Jahren.

In der Kirche muss sich vieles ändern. Wir müssen uns ändern. In Zeiten, in denen die Verantwortlichen in der Kirche auf das Gröbste versagen, sind Laien gerufen, aufzustehen und für die Kirche zu kämpfen.

Dazu rufe ich jeden Christen und jede Christin auf: Gebt Zeugnis von der Hoffnung, dem Glauben und der Liebe, die in euch brennen und käpft für den, für den es sich lohnt zu kämpfen: Jesus Christus!

Robert

Categories: Liturgie, Predigen, Lukewarm Christianity