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Aufstieg und Fall der katholischen Sonntagsmesse

Posted on January 18, 2015 at 6:30 AM

Die katholische Messe – ein Theaterspiel mit seichter Botschaft?

Wer kennt sie nicht – die liturgischen Missbräuche während der sonntäglichen Messe, auf die die zuständigen Pfarrer auch auf entsprechende Hinweise nicht reagieren. Es gibt zwar Ausnahmen für Laienpredigten während einer Messe, aber oft ist die regelmäßige sonntägliche Laienpredigt ohne entsprechenden Anlass bereits die Norm. Die beiden Lesungen werden in der Regel auf eine gekürzt und fallen teils ganz aus – zugunsten „gutgemeinter“ Schauspiele der Ministranten.

Bei Predigten verkürzt sich die Katechese dann auf eine seichte und lauwarme hobby-psychologische Auslegung der Schriftlesung, die schon fast jeder Atheist ohne jegliche Ausbildung genauso aus dem Stegreif halten könnte. Predigten, bei denen jeder zustimmen kann und niemand etwas davon hat. Predigten, die bereits fünf Minuten später wieder vergessen sind.

Der Rest der Messe wird dann mehr oder weniger herunter gespult.

Wundern wir uns da noch, warum die Teilnahme der Gläubigen (ganz zu schweigen von denen, die noch nicht gläubig sind!) ständig sinkt und die meisten Katholiken keine Ahnung mehr davon haben, was die Kirche eigentlich lehrt und warum? Ich kann nur das wirklich lieben, was ich kenne. Ansonsten lande ich schnell bei einem abergläubischen moralischen Relativismus, bei dem ich mir aus einem spirituellen Buffet selbst zusammen suche, was mein „Glaube“ ist.

Die Grundstruktur der Heiligen Messe wurde keineswegs willkürlich gewählt. Sie geht auf die ersten Christen zurück und soll auch so erhalten werden. Für zeitgemäße Aktualisierungen und individuelle Beiträge gibt es genügend Spielraum. Wenn die Kirche aber auf bestimmten Regeln für die Liturgie besteht, dann nicht, weil sie uns gerne herum kommandiert, sondern weil es ihre Aufgabe ist, uns spirituell zu ernähren und auf den richtigen Weg zu führen.

Was die Heilige Messe jedoch nie ist und auch nie sein darf, ist ein „gutgemeintes“ Theaterspiel, bei dem jeder mitspielen darf. Es gibt einen Grund, warum es seit biblischen Zeiten Menschen mit besonderen Beauftragungen (etwa Priester und Bischöfe) gibt.

Es ist die Aufgabe jedes Christen, den Missionsauftrag zu erfüllen und das Große Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben wie sich selbst zu befolgen. Für ein Leben in der Nachfolge Christi bedarf es Jüngerinnen und Jünger (nichts anderes sind Christen!), deren Herzen brennen und die bereit sind, ihr Leben ganz unserem Herrn hinzugeben.

Ein Theaterspiel mit lauwarmer Botschaft sorgt weder für volle Bänke noch für brennende Herzen. Für so etwas brauche ich auch kein Christentum. Das kann die Welt da draußen besser.

Robert

Categories: Die Messe, Predigen, Liturgie