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Kirchenrechtsverletzungen

Posted on November 1, 2014 at 7:40 AM

Sind Kirchenrechtsverletzungen schon die Norm?

Eben komme ich aus einer Messe, wo ganz selbstverständlich die Pastoralreferentin nach der Verlesung des Evangeliums durch den Priester an das Ambo ging und zu predigen begann.

„Und wenn schon?“ mag manch einer einwenden. „was ist schon dabei?“

Nun, eine ganze Menge ist dabei. Das Kirchenrecht, ebenso wie etwa Dogmen existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind nicht Selbstzweck und es gibt sie nicht deshalb, weil die Kirchenoberen uns eben gerne kommandieren.

Die Bischöfe, die dies erlassen, tun dies aus ihrer Verantwortung als Hirten für die Herde heraus. Und genau hier sind wir am Punkt: Ein Laie – und sei er Universitätsprofessor für Theologie! – spricht immer „nur“ im Namen der Kirche. Ein Priester oder Bischof aber im Namen Jesu selbst. Durch die apostolische Nachfolge hat Jesus sicher gestellt, dass Seine Lehre und Sein Auftrag von den hierfür Bevollmächtigten (und von niemand anderem!) weitergegeben wird.

Ein Laie mag noch so gute Absichten haben, er gibt immer nur seine persönliche Meinung wieder.

Ja, die Kirche hat Ausnahmen vorgesehen, bei denen Laien predigen dürfen. Bei Kindermessen oder kleinen Messen etwa, bei Wortgottesdiensten oder im Falle einer lang andauernden Verhinderung des Priesters (und selbst dann darf die Predigt nur abgelesen werden und nicht an der üblichen Stelle, sondern muss zu Beginn stattfinden, um den Ausnahmecharakter zu verdeutlichen). Nichts davon war aber heute der Fall. Die „Predigerin“ wusste dies aufgrund ihrer Ausbildung sehr wohl – und tat es trotzdem.

Die Regeln der Kirche dienen zu unserem Besten. Jesus hat die Bischöfe beauftragt, uns zu leiten, weil Er wusste, wohin es führen würde, wenn wir einen anderen Weg gehen. Hier geht es also nicht um Selbstherrlichkeit.

Die Pastoralreferentin gab dann auch ihre persönliche Meinung wieder. So wurde die Bergpredigt etwa zu einem Mittel, um „wahres Glück“ zu finden. Nun geht es bei der Nachfolge Jesu Christi aber nicht darum, „wahrhaft glücklich“ zu sein. Dies wäre ein rein subjektives Gefühl und Gefühle kommen und gehen. Jesus hat uns beauftragt, Gottes Gebote zu befolgen, täglich unser Kreuz auf uns zu nehmen, alles hinter uns zu lassen und Ihm nachzufolgen. Weiterhin sollen wir Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst und hinausgehen, Menschen taufen und sie zu Jüngern Jesu machen. All dies ist so viel mehr als nur „glücklich“ zu sein!

Weiterhin wurden im Rahmen der „Sanftmütigkeit“ diejenigen kritisiert, die dem Papst mangelnde Führungsstärke bei der Bischofssynode unterstellen. Dies ist eine gewagte – und falsche! – Interpretation.

Schließlich wurde mit Bezug auf die Bischofssynode noch die „Würde von Homosexuellen“ erwähnt, die eingefordert wurde.

Ich habe selbst viele Jahre als „Homosexueller“ gelebt und eines kann ich euch sagen: Ihr gebt uns nicht unsere Würde, indem ihr die kirchliche Lehre insoweit aufweicht, dass uns Hintertürchen offen bleiben. Was wir brauchen, ist wahre Liebe, die sich auch nicht scheut, die Wahrheit zu sagen, um den Menschen wieder auf den rechten weg zu bringen.

Hier ein Statement eines Mannes mit gleichgeschlechtlichen Neigungen auf die Frage, warum jemand nicht ein schwules Leben führen bzw. dieses verlassen sollte: „I want to leave my ssa life behind because I am losing my self-esteem and my dignity.“ (Ich will mein Leben mit gleichgeschlechtlichen Neigungen hinter mir lassen, weil ich meinen Selbstwehrt und meine Würde verliere). Mehr muss man hierzu nicht sagen.

Das Kirchenvolk seinerseits sitzt passiv da und lässt all dies über sich ergehen. Oder bleibt ganz weg. Letzteres ist offensichtlich – und wir bekommen diese Menschen nicht dadurch zurück, in dem wir immer mehr wie die Welt werden, sondern in dem wir immer mehr wie Jesus werden.

Robert

Categories: Kirchenrecht, Predigen, Gottesdienst