Katholisch Leben!

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Homosexuelle in der Kirche

Posted on January 24, 2022 at 10:40 AM

Nachdem ich immer wieder auf dieses Thema angesprochen werde, hier einige Anregungen zu diesem Thema.

Zu meiner Person: Ich arbeite seit 1991 für die Katholische Kirche – und seit 1993 für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. In dieser Zeit durfte ich hier einige wertvolle Erfahrungen mit „Homosexuellen“ machen.

Ich selbst werde manchmal gefragt, was ich denn nun sei – schwul, bi, hetero? Hierauf gibt es für mich nur eine Antwort: Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher brauche ich nicht für jede Empfindung eine eigene Identität und will auch nicht auf meine sexuelle Orientierung reduziert werden.

Ich habe ca. 20 Jahre in der schwulen Szene verbracht. Damals lernten die Menschen sich in Bars und Saunas kennen. Heute hat sich das eher auf das Internet verlegt. Ich habe all die Erfahrungen dort gemacht, die man als schwuler Mann machen kann – inklusiv einer langjährigen Partnerschaft. Trotzdem war ich am Ende dieser Zeit suizidal – ohne mir wirklich bewusst zu sein, warum.

Durch „Zufall“ kam ich 2004 in Kontakt mit einer Organisation namens „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com). Sinn und Zweck dieser an die traditionellen 12-Schritte-Programme angelehnten christlichen Gruppierung ist es, Menschen in Selbsthilfegruppen zu begleiten, die ein Leben jenseits der Szene anstreben und ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben wollen. HA dürfte wohl die älteste Einrichtung dieser Art sein.

Dieser Kontakt hat mein Leben radikal verändert – in vielen unterschiedlichen Bereichen. Wo mein Lebensinhalt früher nur darin bestand, „schwul“ zu sein und dabei so viel „Spaß“ wie möglich zu haben, entdeckte ich nun viele andere Gaben und Talente in mir. Ich machte viele verschiedene Aus- und Weiterbildungen (u.a. als Seelsorger, in Theologie, Psychologie, Psychiatrie, zum Immobilienfachwirt IHK und vieles mehr). Vor allem aber fand ich wieder zurück zur Kirche. Hilfreich dabei waren mir neben der oben genannten Organisation u.a. auch Mitglieder des OPUS DEI. Inzwischen darf bin ich selbst Co-Direktor von Homosexuals Anonymous.

In Deutschland haben wir weiter Organisationen gegründet: Miserere Nobis (www.misererenobis.org, eine katholische Organisation, in der es auch zwei Priester für die Seelsorge gibt), Jason International (www.jason-international.org) und Gays & Ex-Gays (www.gaysandexgays.org, eine Organisation, in der sich sowohl Schwule/Lesben als auch Ex-Gays zusammenfinden). Ziel ist die seelsorgerische Begleitung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen – unabhängig davon, ob ihr individuelles Ziel eine Abkehr vom Ausleben derselben beinhaltet oder nicht. Auch müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht dem christlichen Glauben angehören. So finden sich bei uns etwa auch Moslems.

Im Zusammenhang mit dem Thema „Homosexuelle und Kirche“ gibt es immer wieder Missverständnisse. Zur Aufklärung derselben sowie als konstruktiven Beitrag zu einer gemeinsamen Gestaltung des Themas werde ich nun auf einige Punkte eingehen:

Die Bedeutung des Begriffes „Homosexualität“ scheint vielen gar nicht bewusst zu sein. In der Regel bezieht man sich hierbei auf eine überwiegende und länger Anhaltende sexuelle (und emotionale!) Anziehung für das eigene Geschlecht. Der Begriff selbst ist noch relativ jung (19. Jhdt. – auch „heterosexuell“ ist noch nicht so alt), insofern bevorzugen manche die Bezeichnung „gleichgeschlechtliche Neigungen“ anstatt „homosexuell“.

Nicht die Orientierung wird von der Kirche verurteilt, sondern das Ausleben derselben. Die Lehre der Kirche zum Thema Ehe, Sexualität und Familie empfinde ich als sehr nützlich und hilfreich – wenn man sie denn kennt. Die meisten hören wohl eher nur die Verbote. Diese sind aber nur die Kehrseite der Medaille. Die Kirche als Leib Christi hat ein Menschenbild, dem ich nur vollen Herzens zustimmen kann. Sie verurteilt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keineswegs. Gerade im Schoß der Kirche habe ich die Liebe und Zuneigung gefunden, die ich in der schwulen Welt nicht hatte.

Wobei wir beim Thema wären: Wer meint, ein schwules Leben sei doch dasselbe wie ein heterosexuelles, irrt gewaltig. Ich führte viele Jahre lang genau dieses Leben, habe unzählige Menschen kennenlernen dürfen und hatte auch viele Sexualkontakte. Die wenigsten Menschen haben wohl eine Vorstellung davon, was in der schwulen Szene als „normal“ gilt und gefeiert – oder zumindest toleriert wird oder unwidersprochen bleibt. Selbst schwule Beziehungen sind meiner Erfahrung nach im Durchschnitt weit weniger langfristig als ihre heterosexuellen Gegenstücke. Sie sind ebenfalls durchschnittlich weitaus „kreativer“ – sprich seltener monogam und durchaus auch sexuell ausgefallener (auch wenn die „Heteros“ in allen Bereichen aufholen). Die beiden zu vergleichen, ist deshalb weder möglich noch zulässig. Es handelt sich um – in der Regel – ganz andere Lebensentwürfe.

Ein wesentlicher Fehler, den viele Schwule machen (inklusiv meiner selbst seinerzeit): Etwas zu respektieren, bedeutet keineswegs, es auch akzeptieren zu müssen. Jeder Mensch hat das Recht, aus Glaubens- oder sonstigen Gründen zu sagen, dass er/sie bestimmte Lebensentwürfe, sexuelle Praktiken oder Formen des Zusammenlebens abzulehnen. Er oder sie ist deshalb keineswegs automatisch „homophob“, genauso wenig wie Seelsorge für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen bedeutet, dass hier „Konversionstherapie“ betrieben wird. Jeder Mensch – ob nun Gay, Ex-Gay, Katholik oder was auch immer – hat Respekt verdient. Von vorneherein für die eigene Position nur hehre und lautere Motive in Anspruch zu nehmen und jede davon abweichende Meinung als „homophob“, „Konversionstherapie“ oder was auch immer zu radikalisieren, ist moralisch und ethisch höchst verwerflich.

Die Kirche ist keine Demokratie und darf dies auch nie sein. Sie ist der Leib Christi. Die Kirche muss auch nicht ihre Lehre zur Ehe und zur Sexualität ändern, weil sich einzelne Geistliche falsch verhalten haben. Änderungsbedarf gibt es dennoch – wenn auch auf anderem Gebiet.

Wir haben viele Jahre Lang dem Erzbischöflichen Ordinariat, der Deutschen Bischofskonferenz und vielen anderen katholischen und anderweitig christlichen Einrichtungen, Gemeinschaften und Organisationen kostenlos unsere Hilfe angeboten und sind dabei regelmäßig auf eine Mauer des Schweigens getroffen. Etliche Priester, protestantische Pastoren, Kirchenangestellte oder einfach nur Gläubige haben sich an uns gewandt, da sie von ihrer Glaubensgemeinschaft entweder gar keine Hilfe bekommen haben oder nicht die, die sie erwartet und erhofft haben.

Was die Kirche nämlich regelmäßig betreibt oder zumindest duldet, ist die Unterstützung einer Theologie, die Positionen der Schwulenbewegung vertritt. Dies jedoch ist eine Offenbarung und Bankrotterklärung des katholischen Glaubens und hilft uns Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die Jesus Christus nachfolgen wollen, keineswegs. Wenn ich das will, gehe ich in die Welt hinaus, die können das besser.

Wir können von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aber auch nicht erwarten, dass sie Kopien von „Otto Normalverbraucher“ werden. Wir haben besondere Gaben und Talente, die wir auch und gerade zum Wohle der Kirche nutzen können und sollten. Wir müssen uns nicht verstellen, verkleiden oder jemand anderes imitieren, um einem Bild zu entsprechen, das nicht das eigene ist.

Was keineswegs geschehen darf, ist eine unterschiedliche Behandlung von Menschen. Wir können nicht einerseits zulassen, dass Wiederverheiratete bei uns arbeiten, aber dann bei offen homosexuell lebenden Menschen den Riegel vorschieben. Das wäre allerdings Diskriminierung. Wenn wir von unseren Mitarbeitenden ein Ausleben der katholischen Lehre verlangen (soweit dies arbeitsrechtlich überhaupt noch verlangt werden kann), dann von allen in gleicher Art und Weise.

Hier sind wir an einem Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Manche Menschen führen an, in katholischen Einrichtungen sei der katholische Glaube nur mehr in homöopathischen Dosen vorhanden. Dies ist vielleicht etwas überzeichnet, weist aber auf ein Problem hin: Wir werden immer mehr wie die Welt. Ja, wir leben in eben dieser Welt, sind aber nicht gleichzeitig Teil davon. Wenn wir uns als Katholikinnen und Katholiken in nichts mehr von anderen Menschen unterscheiden, wenn es nichts mehr gibt, weswegen die Leute sich fragen, was an diesen Menschen besonders ist, dann hätten wir allerdings unsere Existenzberechtigung verloren. Den katholischen Glauben auf ein christliches Wellness-Programm zu reduzieren, mit dem jede/r leben kann und von dem niemand etwas hat oder ihn gar gemäß unseren eigenen Vorlieben oder dem politischen Zeitgeist „umzuschreiben“ oder „neu zu definieren“, kann und darf nicht unser Ziel sein.

Es sollte in jeder katholischen Einrichtung, für jede Pfarrei und insbesondere für geweihte Personen oder Menschen in Klöstern Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner geben, an die sich diese Menschen vertrauensvoll wenden können. Dem ist momentan leider nicht so, wie meine jahrelange seelsorgerische Erfahrung gezeigt hat. Die Erfahrungen, die Menschen unserer Kenntnis nach hierbei gemacht haben, sind teils haarsträubend.

Die Kirche definiert Missbrauch immer noch im juristischen Sinne – bezogen auf Minderjährige. Ein Priester ist aber auch gegenüber Erwachsenen eine Autoritätsperson. Sexuelle Übergriffe sind hierbei demnach anders zu bewerten als bei „normalen“ Personen. Wir mussten bisher die Erfahrung machen, dass die „offizielle“ Kirche offenbar durchaus Kenntnis davon hat, dass manche Priester aktiv sexuelle Kontakte suchen (teils unverhohlen im Internet), dies aber totschweigt, solange der Vorfall nicht öffentlich wird. Diese unsägliche Praxis des „Don’t ask, don’t tell“ in Anlehnung an vergangene Zeiten im US-Militär muss sofort aufhören. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahzulegen, das Ganze nicht öffentlich zu machen, dann würde man es auch kirchlicherseits durchgehen lassen, ist einfach nur scheinheilig.

Das Argument „Gott hat mich so geschaffen“ oder „ich bin so geboren“ ist unlogisch bzw. in der Form auch nicht richtig. Zum einen sind wir theologisch alle von Geburt an Sünder. Das macht Sünde deshalb auch nicht besser noch nimmt es uns aus der Verantwortung. Was die Theorie der genetischen Veranlagung betrifft, so ist diese bisher immer noch nicht zweifelsfrei geklärt und wäre – wenn dem so sei – auch aus moralischer oder auch katholischer Sicht belanglos. Die Tatsache, dass ich eine genetische Veranlagung für etwas habe, macht dies aus Sicht des Glaubens oder auch der weltlichen Moral noch lange nicht „richtig“. Abgesehen davon zeigen die Erkenntnisse der Epigenetik, dass selbst genetische Veranlagungen weitere – etwa umweltbezogene – Faktoren bedürfen, um überhaupt zum Tragen zu kommen.

Suizide von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dürfen – egal von welcher Seite – nicht für die eigenen Ansichten instrumentalisiert werden. Suizide sind regelmäßig multifaktoriell. Eine einfache Schuldzuweisung ist hier wenig hilfreich.

Ähnlich verhält es sich mit der Diskriminierung: hier ist die tatsächliche und zu verteilende Diskriminierung von der angenommenen oder gar unterstellten zu unterscheiden.

Besonders ärgert es mich, wenn versucht wird, die Lehre der Katholischen Kirche und der Heiligen Schrift nach eigenem Gutdünken „neu auszulegen“ – sprich: ins Gegenteil zu verkehren. Da werden alle möglichen – teils absurden – Vorstellungen ins Feld geführt. Auf mich wirkt das immer so, als wolle da jemand die kirchliche Lehre und die Bibel ändern, damit sie mit seinen/ihren Vorstellungen übereistimmen – statt das eigene Leben der befreienden Lehre Jesus Christi anzupassen.

Kurz und gut: Ich bin nicht „homosexuell“ und schon gar nicht lasse ich mich aufgrund meiner gleichgeschlechtlichen Neigungen vor irgendeinen Karren spannen. Ich bin auch nicht „bi“, „hetero“ oder sonst etwas. Ich bin Robert Gollwitzer. Als solcher will ich keine Sonderbehandlung und ich stelle mich anderen ebenso wenig mit den Worten „Mein Name ist Robert und ich bin schwul“ vor wie sie es tun würden: „Mein Name ist Hans und ich bin hetero“. Das klingt nicht umsonst schräg. Ich respektiere die Lebensentscheidungen von Menschen wie ich Menschen an sich respektiere. Ich unterstelle ihnen nicht, alleine deshalb schlechte Menschen zu sein.

Vor allem unterdrücke ich meine Neigungen nicht, nur wenn ich meine sexuellen Energien auf andere Art und Weise Frucht tragen lasse.

Ähnliches erwarte – und vermisse ich auch manchmal - ich auch von anderen.

Ich sehe bei Verboten der Kirche die andere – positive – Seite, die mein Bestes im Blick hat.

Ich bin auch kein Versager, wenn ich fallen sollte. Auch mein Glaube ist deshalb nicht falsch. Wohin würden wir kommen, wenn wir jedes Mal, wenn ein Christ sündigt, dem christlichen Glauben Wirkungslosigkeit und Sinnlosigkeit unterstellen würden.

Nachdem sich so viele „Homosexuelle“ in der Kirche geoutet haben, tue ich dies auch – wie schon viele Male zuvor, als noch niemand davon sprach. Mein Zeugnis ist aber ein anderes, wenngleich es aber vielleicht gerade deshalb von der Kraft und Liebe unseres Herrn zeugt, der aus einem unheilvollen Lebenslauf immer noch etwas Großartiges machen kann.

München, den 24.01.2022

Robert Gollwitzer

Gemeinnuetzigkeit?

Posted on January 11, 2018 at 12:30 AM

Wenn ihr wissen wollt, ob eine gemeinnützige Organisation oder Kirche so mit eurem Geld umgeht, wie ihr euch das vorstellt, besucht mal deren Verwaltungszentralen und seht euch die dortige Ausstattung an. Wenn hier das Geld nur so an den Wänden klebt, könnt ihr eure eigenen Schlüsse ziehen. Ebenso solltet ihr euch nach dem Einkommen des Vorstands und von Führungskräften erkundigen sowie deren Qualifikationen! Gibt man euch keine Auskunft oder ist deren Einkommen übermäßig hoch, wisst ihr, was ihr zu tun habt!

Noch ein Tipp: Wenn eine solche Organisation oder Kirche Veranstaltungen anbietet, wie man gegen ungeliebte politische Meinungen argumentiert (also Meinungen, die das Einkommen der Organisation gefährden könnten), wisst ihr ebenfalls, was zu tun ist. Vor allem, wenn das nicht zum Satzungszweck dieser Organisation gehört!

Arbeitsgruppen ueber Rechte?

Posted on January 9, 2018 at 12:05 AM

Wenn christliche, "gemeinnützige" und "mildtätige" Wohlfahrtsorganisationen Arbeitsgruppen zum Thema "Rechtsradikale/Rechtsextreme/Rechte" gründen, aber auf dem linken Auge völlig blind sind, so muss ihnen Vorsatz, Verantwortungslosigkeit, Verschwendung von Spendeneinnahmen und Eigennutz unterstellt werden. Vorsatz, weil sie kaum anführen können, dies unbewusst zu tun. Verantwortungslosigeit, weil es ihnen dann ganz offensichtlich nicht um den Schaden, den die betroffenen Gruppierungen geht (Stichwort Hamburg, wo die Linken die Stadt in Schutt und Asche legten), sondern offenbar eine ganz andere Motivation dahinter steht. Das aber schadet der Gesellschaft als Ganzer, da sie so zum bestehenden Unrecht beitragen. Verschwendung von Steuergeldern, weil es nicht zu ihrem Satzungszweck gehört, dies zu tun und Menschen auch nicht dafür gespendet haben. Eigennutz, weil die Argumentation der Rechten ihre Einkommensquellen (Flüchtlingsheime etc.) gefährdet - nicht aber die Randale der Linken.

Als Christ liegt mir etwas an diesen Wohlfahrtsorganisationen, deshalb kritisiere ich sie auch öffentlich dafür. Schämt euch!

Gemeinnuetzige Organisationen und Migration

Posted on November 3, 2017 at 12:25 AM

Solange gemeinnützige Organisationen jegliche (fundierte und mit Fakten unterlegte) Kritik an der Asylpolitik des Staates und ihrer Rolle und ihrem Eigeninteresse dabei an sich abprallen lassen, anstatt konstruktiv damit umzugehen und über sich selbst nachzudenken, kann man den Druck von außen nur noch erhöhen, um eine Änderung zu erzwingen. Wenn diese Organisationen mit Fakten (inklusiv nachprüfbaren Quellenangabenund Zahlenmaterial!) konfrontiert werden und darauf reagieren, indem sie (ohne Fakten und nachprüfbaren Quellenangaben und Zahlenmaterial!) dem Verfasser AfD-Nähe, falsches Zahlenmaterial, schlechte Recherche, Stimmungsmache, etc. unterstellen und mit unbelegten Gegenbehauptungen kontern, frage ich mich, ob der "gemeinnützige" Charakter nicht doch ein wenig eigennützig ist...

Wenn dann auf den Homepages dieser Organisationen unter dem Thema "Migration" oder "Integration" nur reihenweise Forderungen stehen, die alle die Wörter "es muss...getan werden" enthalten, habe ich den Eindruck, hier ist man nicht an einer selbstreflektierten, werteorientierten Vorgehensweise interessiert, sondern nur an einer Propaganda unterster Schublade.

Wer Migration (und seine eigene Rolle dabei) nicht kritisch betrachtet, muss sich nicht nur den Vorwurf des Eigeninteresses gefallen lassen, er handelt außerdem auch verantwortungslos. Wer täglich mit diesem Thema zu tun hat und sämtliche Fakten, die nicht der eigenen Position dienlich sind, hinter den Tisch fallen lässt, belügt die Menschen bewusst und vorsätzlich.

Ein derartiges Verhalten bestätigt im Grunde nur die Kritiker - und hilft keinesfalls den Migrantinnen und Migranten.

das

Posted on October 22, 2017 at 6:35 AM

Gestern habe ich einen Beitrag über Obdachlose in Berlin gesehen. Hierin wurde ein Sozialarbeiter befragt, der dann meinte, man müsse eben mehr Sozialarbeiter einstellen.

Hier offenbart sich das Drama der sozialen Arbeit in Deutschland. Hier wird keine Ursachenforschung und -behandlung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe betrieben, sondern danach getrachtet, die eigene Position als Wohlfahrtsorganisation oder darin Beschäftigte/r zu erhalten und auszubauen.

Das hat mit Sozialarbeit nicht das Geringste zu tun.

Man hilft Obdachlosen nicht, indem man noch mehr Sozialarbeiter einstellt. Das hilft den jeweiligen "gemeinnützigen" Organisationen, nicht aber den Notleidenden. Zumal die Sozialarbeiter zwar eigentlich diese Menschen aus der Not führen sollten, tatsächlich aber ehre damit beschäftigt sein dürften, si zu besuchen und bestenfalls in Tageseinrichtungen mit Essensversorgung zu vermitteln.

Es hat einen Grund, warum diese Menschen in Not sind. Daran ist zu arbeiten - sei es, in dem man auf politisch notwendige Änderungen verweist oder den Menschen hilft, wieder auf die Beine zu kommen und ein selbsterhaltendes Leben zu führen.

Auch wenn man dann keine Sozialarbeiter und Streetworker mehr braucht.

Menschlichkeit?

Posted on September 7, 2017 at 11:05 AM

Momentan läuft eine Aktion eines Wohlfahrtsverbandes mit dem Titel „Wählt Menschlichkeit“.


Im folgenden Text bemüht man sich, zu betonen, man gebe damit keine Wahlempfehlung, was jedoch angesichts der angeführten Argumente doch etwas nüchterner gesehen werden muss.


Da heißt es etwa, Deutschland wäre doch soundso groß – wieviel Platz hätte denn dein Herz? Das ist nicht nur platt und grob vereinfachend, es geht auch an den Tatsachen vorbei. Die Flüchtlingsproblematik, auf die hier angespielt wird, löst man nicht, indem man einfach alle Tore aufmacht, weil man doch geografisch genügend Platz hätte. «Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!»[ meinte Peter Scholl-Latour einmal. Wer ein Herz für Flüchtlinge hat, hilft ihnen. ihre Probleme in den Heimatländern zu lösen (Hilfe zur Selbsthilfe – geschützt durch UN-Truppen). Ihnen zuzumuten, sich auf den Weg um den halben Globus zu machen, ist nicht im Sinne der Betroffenen und fördert außerdem illegale Strukturen.


Auch sollte man gerade als Wohlfahrtsverband sehr darauf achten, dass sich Eigeninteressen nicht mit den Interessen von Bedürftigen und Notleidenden vermischen. Das hinterlässt sonst einen sehr bitteren Nachgeschmack.

Hilfe zur Selbsthilfe - unbedingte Umsetzung des Subsidiaritätsprinzips!

Posted on September 2, 2017 at 11:10 AM

Ein Großteil des Non-Profit-Sektors erbringt Dienstleistungen für Arme, Bedürftige, Kranke und Behinderte. Dafür bekommen diese Unternehmen Spenden sowie finanzielle Leistungen vom Staat und den Krankenkassen.

Soweit, so gut. Daran ist ja auch nichts auszusetzen.

 

Oder doch?

 

Wie würde denn der Umkehrschluss heißen? Wenn wir dafür sorgen, dass die Menschen gesund sind und genug zum Leben haben, wären eine Menge Leute arbeitslos. In gewissem Sinn ist der NPS also auf diese Menschen "angewiesen".

 

Genau hier setzt meine Kritik an: Ich bin sehr für Hilfe zur Selbsthilfe - soweit möglich. Allerdings sehe ich auch die Gefahr, Menschen "gut gemeint" in Abhängigkeit zu halten.

 

Wenn das Geld und die Wohnung vom Sozialbürgerhaus bzw. Wohnungsamt kommt, das Essen von der Suppenküche, die Lebensmittel von der Tafel, die Kleidung von der Kleiderkammer - warum sollte mensch dann noch seinen/ihren Hintern hochheben und daran arbeiten, wieder selbst seinen/ihren Lebensunterhalt zu verdienen - oder alternativ ein gesundes Leben zu führen oder zumindest mit der Krankheit/Behinderung zurecht zu kommen? Da dürften die nötige Disziplin und Motivation wohl eher gering sein.

 

Natürlich fallen nicht alle unter diese Rubrik - die Versuchung ist aber zweifellos da - von Seiten der Betroffenen wie der NPOs.

 

Was tun? Diejenigen, die helfen, müssen laufend ihre eigenen Beweggründe für ihr Tun überprüfen. Gleichzeitig müssen NPOs - mehr als bisher - von unabhängigen Stelllen auf ihre Effektivität und die Verwendung ihrer Mittel geprüft werden.

 

Nein, ich will nicht behaupten, NPOs wären per se schlecht. Im Gegenteil - mir liegt etwas an ihnen und den Menschen, denen sie beistehen, deshalb will ich meinen Teil dazu beitragen, dass hier ergebnisorientiert gehandelt wird.

NPOs

Posted on September 2, 2017 at 8:20 AM

NPOs (Non-Profit Organizations) sind zwar offiziell "nicht gewinnorientiert", aber das muss schon etwas nüchterner betrachtet werden. Man kann auch so viel ausgeben, dass eben kein "Gewinn" mehr übrig bleibt. Wer kennt das nicht - "Wir müssen heuer noch soundsoviel ausgeben - das haben wir im Budget auf unserer Kostenstelle und dürfen es nicht ins nächste Jahr mit rübernehmen!". Hier muss radikal umgedacht und umstrukturiert werden.

Flutkatastrophe in Texas!

Posted on September 1, 2017 at 12:10 AM

Offenbar sieht sich keine der deutschen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen gerufen, den Menschen in Texas beizustehen. Zumindest keine der großen (ich würde mich freuen, wenn mir jemand einen Link sendet von einer, die das tut!). Wohlgemerkt: die USA. Ein Land, gegen das wir im II. Weltkrieg gekämpft haben - und das trotzdem die Größe hatte, dem zerstörten Deutschland zu helfen. Selbst Privatmenschen und Kirchen haben damals im großen Stil gespendet. Die USA hat uns über Jahrzehnte militärisch beschützt und einen Großteil unserer internationalen militärischen Verantwortung übernommen, was diesem großartigen Land nicht nur Milliarden von Dollars, sondern auch unzählige Menschenleben gekostet hat. Deutschland hat davon vor allem finanziell profitiert.

Jetzt ist die USA selbst hochverschuldet. Sie müssen mit ungeheuren Naturgewalten fertig werden. Wäre es da nicht selbstverständlich, dass Deutschland seinem Partner ebenfalls zur Seite steht?

Ich habe bei einer der großen Wohlfahrtsverbände nachgefragt, ob es da eine Spendenaktion gebe. Als Antwort hieß es, die Leute sollen an das allgemeine Spendenkonto überweisen und "für Texas" oder sowas draufschreiben. Sie würden das Geld dann an die deutsche Zentrale überweisen.

Das ist eine Schande.

Sonst wird für jeden Schmarrn gesammelt. Für unsere engsten Freunde haben wir aber offensichtlich nichts übrig.

 

God bless America - land of the free.

 

God bless America - land that I love.