Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

Blog

Kritik

Posted on August 1, 2016 at 2:05 PM

Wie kommt's, dass Priester so ein Problem mit Kritik haben? Solange sie mit Argumenten unterlegt ist und respektvoll vorgetragen wird, ist daran nichts auszusetzen. Anstatt aber zu überlegen, ob daran etwas Richtiges ist und das eigene Verhalten oder die eigene Einstellung der Korrektur bedarf (die Kritik also etwas Gutes und Notwendiges ist!), verfallen so manche in eine Verteidigungs- oder Angriffshaltung. Das ist sehr schade - umso mehr, als im Neuen Testament Kritik nicht nur als etwas Normales, sondern Notwendiges dargestellt wurde (Peter und Paulus kritisierten sich etwa gegenseitig). Mehr noch - wir werden dort aufgefordert, einander zu ermahnen, wenn das notwendig ist. Es ist also nicht egal oder Privatsache, was ein Priester von sich gibt - als Hirte hat er eine erhöhte Verantwortung, ebenso wie es in der Verantwortung eines jeden Christen liegt, einen Bruder oder eine Schwester zu ermahnen und ihm/ihr gegebenenfalls zurück auf den rechten Weg zu helfen. Alles andere ist verantwortungslos und hat mit christlicher Liebe nichts zu tun. Ein Priester muss die Lehre der Kirche erklären und verkünden. Weicht er davon ab, gibt es mehr als genug Grund, ihn zur Rechenschaft zu ziehen! Dafür sollte er den Betreffenden aber dankbar sein. Sie tun dies aus Liebe und Verantwortung und kommen damit ihrem biblischen Auftrag nach. Dies als "radikal", "aggressiv", "fundamentalistisch" oder was weiß ich noch darzustellen, ist nicht nur nicht in Ordnung, es ist schändlich. Man unterstellt dem Ermahnenden eine moralisch abzulehnende Grundhaltung, um selbst im besseren Licht zu stehen. Dafür brauchen wir aber keine Priester. Leider weiß kaum mehr ein Katholik darüber Bescheid, was die Kirche lehrt und warum sie das tut. Bestenfalls bekommen sie - falsche! - Auslegungen ihrer Geistlichen. Eine Katechese findet aber praktisch nie statt. Was man aber nicht kennt, kann man auch nicht lieben. Man kann es sich selbst gegenüber nicht rational erklären und gegen Angriffe nicht verteidigen. Man kann es nicht verbreiten und andere nicht mit dem Heiligen Feuer anzünden!

Spiritueller Missbrauch?

Posted on August 2, 2015 at 8:35 AM

Schleichender spiritueller Missbrauch?

Gestern Abend besuchte ich wie schon öfter die Abendmesse in meiner Orts-Gemeinde. Sie findet im örtlichen Alten- und Pflegeheim statt. Wie gewohnt, unterhielt sich der Priester am Eingang stehend angestrengt mit dem Kommunion-Helfer darüber, wer wann was zu wem gesagt hatte in der Gemeinde. Fast nebenbei reichte er mir die Gesangsblätter. Ich beschloss, diesmal stehen zu bleiben und ihm die Hand zum Gruß zu reichen. Er schüttelte sie kurz, um sich dann weiter mit besagtem Herrn zu unterhalten. Nahtlos fing er dann die Heilige Messe an (sollte man sich hierfür nicht auch spirituell vorbereiten?).

Dieser Priester ist sehr engagiert und hat ein großes theologisches Fachwissen. Das ist Segen und Fluch zugleich. In gestriger Messe wurde es zum Fluch.

Da wurde der Auszug aus Ägypten schnell mit dem Auszug der Katholischen Kirche aus der „abgeschotteten“ alten Ordnung in die von Reformen geprägte glorreiche Zukunft umgedeutet und „murrende“ Kirchenglieder wurden mit den murrenden Israeliten gleichgesetzt. Das Ganze so mit Fachwissen ummantelt, dass es sehr lehrhaft und von Autorität geprägt wirkte.

Das aber ist ein schlimmer Fehltritt: Die Bibel ist nicht dafür da, um eigene Meinungen zu belegen. Hier verfiel der gute Mann in eine unsägliche Vergangenheit, in der sich die Autoritäten für ihre persönlichen Aussagen und Auffassungen göttliche Rückendeckung anmaßten. Steht ja schließlich so in der Bibel. Der Priester hat also sein Amt und seine Ausbildung dazu missbraucht, um den Gläubigen eine persönliche Meinung als göttliche Meinung zu verkünden.

Die Kirche war früher keineswegs nur „abgeschottet“. Ich komme vom Land und früher war die Verbindung zwischen der „Kirche“, also den Priestern und Ordensangehörigen sehr eng. So erzogen uns die Nonnen vor Ort als Kinder, wir wurden aber auch angehalten, für die Kirche zu arbeiten und zu geben. Priester hatten eine Autorität und wurden respektiert. Abgeschottet war dabei gar nichts – im Gegenteil: wir waren regelmäßig in kirchlichen Gebäuden. Da empfinde ich die heutige Kirche mit ihren strikten Öffnungszeiten, Regeln, ihrem Berufs-Katholikentum in der Verwaltung und ihrer Ignoranz anderen Strömungen und Bewegungen bzw. Einrichtungen gegenüber oft weitaus abgeschotteter. Auch ist das Gegenteil häufig zu beobachten: Eine Öffnung der Kirche mittels „Reformen“, durch die sie Gefahr ist, wie die Welt zu werden und damit an der Grundlage ihrer eigenen Existenz rüttelt. Wenn die Kirche wie die Welt wird, wozu brauchen wir sie dann?

 

Kurz und gut: Wenn man gestrige Predigt um all dies kürzt, bleibt erschreckend wenig Inhalt übrig.

 

In der Schule hätte man gesagt: Setzen, sechs!

 

Robert

So nicht, Herr Pfarrer!

Posted on July 10, 2015 at 12:25 AM

Die Predigen des Pfarrers meiner neuen Ortsgemeinde haben mir bisher sehr gefallen, deshalb habe ich offiziell im Pfarrbüro per Email angefragt, ob es diese in digitaler Form gibt und ob ich sie online stellen darf. Ferner lebe ich in einem katholischen Haus mit eigener Hauskapelle. Unser bisheriger Priester geht jedoch in eine andere Stadt, sodass wir auf der Suche nach einem neuen sind. Unkosten tragen wir natürlich. Auch hierür habe ich angefragt.

Meine erste Email blieb unbeantwortet. Nach einer gewissen Zeit habe ich eine Erinnerungsmail geschickt. Ebenfalls keine Antwort. Schließlich habe ich dort angerufen und auf AB gesprochen. Eben kam eine Email zurück (ein persönliches Telefonat hätte mich wirklich mehr gefreut!). Im schönsten Beamtendeutsch wird mir da mitgeteilt, es gäbe die Predigten nicht in digitaler Form (wie wäre es, wenn man das mal einführt??) und für den Rest heisst es lapidar, meine Hausgemeinschaft und ich wären zu den liturgischen Feiern der Gemeinde "jederzeit herzlich eingeladen". Tut mir leid, Herr Pfarrer, eine "Herzlichkeit" kann ich dem nicht entnehmen und eingeladen fühle ich mich schon gar nicht. Von einem katholischen Seelsorger hätte ich mir weiß Gott mehr erwartet! Ein persönliches Gespräch etwa, in dem Sie zum Ausdruck bringen, dass Ihnen der Mensch wichtig ist! Eine Standard-Email nach mehrmaliger Erinnerung sagt eigentlich mehr über Sie aus, als Ihnen vielleicht lieb ist. Schade. Wirklich schade.