Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Konservative Kleidung?

Posted on June 20, 2017 at 3:30 PM

Und dann gibt es noch diejenigen, die meinen, wer im christlichen Umfeld in exponierter Position arbeitet, solle sich doch bitte konservativ kleiden - der Außenwirkung wegen. Das Problem damit: "konservativ" im christlichen Bereich ist zuallererst eine Werthaltung, eine traditionell-christliche Grundeinstellung. Wer diese nicht hat oder in seinem Privatleben etwas anderes darstellt, der kann sich noch so "konservativ" kleiden, es wird immer nur scheinheilig wirken. Christliche Betriebe sind eben NICHT wie BMW oder Mercedes Benz. Jesus Christus kommt es auf das Herz an und nicht auf das Äußere. Davon gibt es in der Welt genug.

Salz und Licht in der Welt

Posted on May 8, 2016 at 2:35 PM

Wenn kirchliche Unternehmen in zunehmenden Maße Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, die entweder an gar nichts glauben oder einer anderen Religion angehören - oder ein Leben in krassem Gegensatz zu den Lehren der Kirche führen, wer braucht dann noch diese kirchliche Unternehmen? Sie sind dann (fast) wie jedes andere Unternehmen - nur mit einem christlichen Touch, den man gerne dann wieder hervorholt, wenn es um Spenden geht. Es kann auch nicht sein, dass sämtliche Augen zugedrückt werden, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gleichgeschlechtlichen Partnern zusammen leben, sich scheiden lassen und mit jemand anderes zusammen sind, Ehepartner und Familie verlassen, kurz: mit der Kirche nichts am Hut haben und dies auch durch ihr eigenes Lebenszeugnis zeigen. Teils versucht man dann, Ausreden zu (er-)finden ("Wir haben niemand anderes gefunden", "damit kommen wir vor Gericht nicht durch", "man muss halt mit dem Zeitgeist gehen" usw.) Das ist feige - und hat mit dem christlichen Glauben nichts mehr zu tun. Wenn wir so denken und handeln, verlieren wir die Qualität, Licht und Salz in und für die Welt zu sein und Gott wird uns und für das, wofür wir stehen, nicht mehr segnen.

Langzeitarbeitslose

Posted on January 1, 2016 at 11:05 AM

Konzept für die Arbeit mit Langzeitarbeitslosen im Rahmen eines christlichen Vereins

 

 

1. Notwendigkeit

 

Trotz der vergleichsweise guten wirtschaftlichen Lage hier in München gibt es immer noch viele Langzeitarbeitslose in dieser „Stadt mit Herz“. Trotz einiger guter Projekte und individueller Versuche, hier etwas zu verändern, gibt es kein strukturiertes Projekt, das langfristig und ergebnisorientiert in dieser Richtung arbeitet. Ziel- und planlose „Fortbildungsmaßnahmen“ oder eine Sozialarbeit, die sie nur in der Unselbständigkeit und Abhängigkeit belässt, helfen hier nicht weiter. Wir müssen die Dinge in die Hand nehmen und zeigen, dass auch diese Menschen noch etwas geben können sowie einen Anspruch auf eine erfüllende Arbeit haben.


 

 

2. Zielgruppe

 

Die Zielgruppe, mit der gearbeitet werden soll, ist alles andere als homogen. Es finden sich Menschen verschiedener Nationalitäten und Hintergründe. In der Regel sind es jedoch Menschen mit niedrigerem Ausbildungsstand als der Bundesdurchschnitt. Auch der Migranten-Anteil ist vergleichsweise höher. Die persönlichen Befindlichkeiten sind in der Regel abhängig von der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Fähigkeit, mit Problemen umzugehen. Nicht behandelt werden können in diesem Projekt psychische Erkrankungen, insbesondere Suchtproblematiken. Vom Einzugsgebiet her ist im Grunde München mitsamt seinem Umland betroffen, wenngleich der U-Bahn-Bereich (also Innenstadt und angrenzende Stadtteile, besonders „Problemviertel“ wie Neuperlach) besonders im Fokus stehen dürften.


 

 

3. Problematik der Zielgruppe aus verschiedenen Perspektiven

 

a) Bildungsstand. Hier ist in der Regel Nachholbedarf gegeben. Oft mangelt es an notwendigen Deutschkenntnissen (selbst bei deutschen Staatsbürgern). Mängel gibt es auch hinsichtlich der Sozial-, Handlungs-, Methoden- und Fachkompetenz sowie bei grundlegenden Fachkenntnissen (Buchhaltung, EDV, Fremdsprachen, Zeitmanagement). Weiterhin fehlen teilweise Kenntnisse über eigene Rechte und Pflichten sowie Hilfsangebote.

 

b) Motivation. Mit der Dauer der Arbeitslosigkeit nimmt oft auch die Motivation ab, etwas an der eigenen Lage zu ändern. Die Menschen werden passiv und apathisch und ergeben sich ihrem „Schicksal“.

 

c) Psychische Verfassung. Ebenso steigt mit der Dauer der Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung (geschwächtes Selbstwert-Empfinden, Depression, Angststörung, Erkrankungen aus dem neurotischen Spektrum etc.).

 

d) Körperlicher Zustand. Menschen, die länger arbeitslos sind, sind im Durchschnitt in körperlich schlechterem Zustand als die arbeitende Bevölkerung (Erkrankungen in Folge eines ungesunden Lebensstils, nachlässiges Äußeres, geknickte Körperhaltung etc.) . Dies liegt teils an der finanziellen Situation, teils daran, dass sie sich gehen lassen und keine Hoffnung auf Veränderung mehr haben.

 

e) Soziales Umfeld. Hier gibt es erhebliche Unterschiede bezüglich des familiären Hintergrundes, des Vorhandenseins eines Freundeskreises oder der Fähigkeit, soziale Kontakte zu initiieren.

d) Sinnsuche. Mit anhaltender Arbeitslosigkeit geht oft auch die Frage nach dem Sinn des Lebens einher.

 

e) Soziale Situation. Problematik hier: Finanzielle Sorgen bis hin zur Überschuldung, Probleme im Mietverhältnis, Vereinsamung bis hin zur Verelendung, Überforderung hinsichtlich der Erwartungen von Behörden, im schlimmsten Fall auch völliges Aufgeben oder Abgleiten in die Obdachlosigkeit.

 

d) Ziele. Was genau soll beim Einzeln erreicht werden? Eingliederung in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt? Qualifizierungsmaßnahme? Rehabilitation? Antrag auf Erwerbsminderungs-Rente?

 

e) Case Management. Welche soziale oder sonstige Organisationen oder Individuen können wie mithelfen? Welche Synergie-Effekte sind möglich?

 

f) Ressourcen. Welche Ressourcen sind vorhanden? Welche notwendig?

 

g) Potential. Was ist möglich? Was kann der Betreffende erreichen? Was ist hierfür nötig?

 

h) Situation. Was ist zuallererst nötig? Wie kann man es organisieren und wer tut das?

 

i) Planung. Wie sieht die weitere Planung aus? Was sind kurz-, mittel- und langfristige Ziele? Bis wann ist was zu erreichen und wer ist dafür verantwortlich? Wann wird das erste Mal überprüft?

 

j) Überprüfung. Zu welchen Zeitpunkten und mit welchen Maßstäben überprüft man die Zielerreichung? Welche Maßnahmen werden wann und von wem getroffen, wenn die Zielerreichung gefährdet ist?

 

k) Evaluation. Nach Abschluss: Was ist gut gelaufen? Was ist nicht so gut gelaufen und warum nicht? Was kann wer besser machen?


 

 

4. Zielsetzungen

 

a) Bildungsmaßnahmen. Welche staatliche Unterstützung gibt es für Bildungsmaßnahmen? Gibt es qualifizierte Menschen, die ehrenamtlich Unterricht geben? Sind Praktika möglich? Gibt es Lehrstellen oder Umschulungen? Welche Kenntnisse sind vorhanden und können vielleicht sogar innerhalb der Gruppe geteilt werden?

 

b) Gesunder Lebensstil. Gibt es Hauswirtschafterinnen, Ärzte, Psychologen, Heilpraktiker usw., die ehrenamtlich Seminare über einen gesunden Lebensstil geben? Welche kostenlose Angebote der Krankenkassen sind verfügbar? Sind regelmäßige Wanderungen oder gemeinsame Freizeitaktivitäten der ganzen Gruppe möglich?

 

c) Ehrenamtliche Tätigkeit. Solange noch keine Arbeit gefunden ist, soll angestrebt werden, den Betroffenen eine geeignete ehrenamtliche Beschäftigung zu vermitteln. So bleiben sie in einer täglichen Struktur, finden Sinn durch sinnstiftende Arbeit, machen vielleicht sogar erste Erfahrungen in einem neuen Beruf oder bei einem potentiellen Arbeitgeber und verrichten ihren Anteil an den Aufgaben in einer Gesellschaft.

 

d) Öffentlichkeitsarbeit. Aufbau einer Homepage, in der das Projekt sowie die Teilnehmer vorgestellt werden. Kontaktaufnahme zu potentiellen Arbeitgebern. Politisches Engagement und Information der Öffentlichkeit.

 

e) Rehabilitation. Welche Maßnahmen zur Wiederherstellung der körperlichen und/oder psychischen Gesundheit sind nötig, verfügbar und wie können wir sie organisieren? Hierzu gehört auch die Kontaktaufnahme mit den Trägern der Rehabilitation, den Ärzten, Psychotherapeuten etc., um eventuelle Maßnahmen mit unterstützen zu können.

 

f) Eingliederung. Unterstützende Maßnahmen auch nach Eingliederung in eine neue Tätigkeit, um eine Stabilisierung zu erreichen und bei Bedarf gegensteuern zu können oder Hilfestellung geben zu können.

 

g) Optimierung der persönlichen Situation. Ist vielleicht ein Umzug in ein Mehrgenerationen-Haus nötig oder möglich? Wie können soziale Kontakte gefördert und aufgebaut werden?

 

h) Aufbau von sinngebenden Angeboten. Kostenlose Seelsorge, spirituelle Auszeiten, Exerzitien, Angebot von sinnvollen und sinnstiftenden ehrenamtlichen Tätigkeiten, Bibelgruppen, Katechese, Berufungspastoral usw.

 

i) Aufbau und Stärkung der Resilienz.


 

 

5. Betreuungskonzept und Durchführung

 

a) Vorrang der Gruppenarbeit. Bei Bedarf (und nur dann!) Einzelgespräche.

 

b) Subsidiaritätsprinzip – Hilfe zur Selbsthilfe.

 

c) Verbindliche Zielvereinbarungen – mit Klienten und Mitarbeitern.

 

d) Aufbau eines Netzwerks von Hilfsangeboten, Organisationen, Einzelpersonen, Kirchen, Orden, Behörden, Medien und Politikern.

 

e) Verbindliche Fortbildung der Mitarbeiter.

 

d) Ideen-Management und Förderung von Innovation und Kreativität – sowohl hinsichtlich der Mitarbeiter als auch der Klienten.

 

e) Fundraising. Beschreiten von ungewöhnlichen, innovativen und neuen Wegen. Beantragung staatlicher oder sonstiger Mittel bzw. Unterstützung bei der Beantragung. Einladen der Presse, um Dokumentationen vor Ort zu machen.

 

f) Regelmäßige Informations-Veranstaltungen und gemeinsame Aktionen bzw. Ausflüge mit Mitarbeitern der Arbeitsagentur und der Sozialbürgerhäuser, Rechtsanwälten, Psychologen, Ärzten, Seelsorgern, Mitarbeitern von Bildungseinrichtungen, Firmenchefs usw.

 

g) Notfall-Pläne und Krisen-Management, sollten Probleme bei Klienten und/oder Mitarbeitern auftreten.

 

h) Supervision und Team-Besprechungen der Mitarbeiter.

 

i) Rückmeldungen von und bei in Arbeit vermittelten Klienten.

 

j) Evaluation der Arbeit im Team.

 

k) Gemeinsame Ausflüge des Teams mit und ohne Klienten.


6. Benötigtes Personal

 

Personalschlüssel: 1:200

Qualifikationen: Vier Sozialarbeiter, ein Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, eine Teilzeit-Reinigungskraft.


 

 

7. Unterstützung der Mitarbeiter

 

a) Supervision

b) gemeinsame Evaluation

c) gemeinsame Teambesprechungen

d) gemeinsame Ausflüge

e) gemeinsame Exerzitien

f) gemeinsames tägliches Gebet

g) gemeinsames Essen

h) gemeinsame Gottesdienste (auch mit den Klienten)

i) verbindliche Fortbildungsmaßnahmen


 

 

8. Mitwirkungen

 

a) Arbeitskreise mit den Ortskirchen

b) Arbeitskreise mit Behörden

c) Arbeitskreise mit anderen gemeinnützigen Organisationen

d) Arbeitskreise mit christlichen Seelsorgern und Therapeuten


 

 

München, den 01.01.2016

 

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

www.robert-gollwitzer.com

jetzt Zukunft gestalten - Ideen fuer den Caritasverband der Erzdioezese Muenchen und Freising e.V.

Posted on December 9, 2015 at 2:25 PM

Wie wäre es, wenn wir unsere Dienste statt nach örtlicher Zugehörigkeit nach Themengebiet aufteilen und anbieten?

In etwa so:

1) Zentrum Migration: Hier wird alles untergebracht, was mit ortsansässigen Migranten, Flüchtlingen etc. zu tun hat - sei es nun Rechtsberatung, soziale Beratung, Vermittlung von Freiwilligen usw.

2) Zentrum Psyche: Hier trifft sich alles, was mit dem Thema Psychiatrie, psychische Erkrankungen, aber auch Suchterkrankungen (seien es nun Alkohol, Nikotin, andere Drogen oder Kaufsucht, Internetsucht etc.) in Beziehung steht.

3) Zentrum Gesundheit: Hierzu gehört die Betriebs-Gesundheitsvorsorge, der Themenbereich Umweltschutz und Energieeinsparung, die Sozialstationen, sowie der gesamte Bereich Behinderte und alte Menschen.

4) Zentrum Aus-, Fort- und Weiterbildung: IBE [Institut für Bildung und Entwicklung] wie gehabt, allerdings örtlich unter einem Dach und um etliche Angebote erweitert (Fernkurse, Glaubenskurse / Katechesen, mehr und tiefgehendere Fortbildungen in den Bereichen Asyl, Recht, Hauswirtschaft, Soziales und Psychiatrie). Ebenfalls hierzu könnte man den Bewreich Seelsorge rechnen.

5) Zentrum Soziales: Hier gehört die Sozialberatung für den gesamten Stadtbezirk, Angebote für Obdachlose, Schuldenberatung - inklusive Informationsveranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen. Natürlich auch die Arbeit und "Anwerbung" von Ehrenamtlichen. Schließlich gehören hierzu auch Kleiderkammern und Möbellager sowie ein entsprechender Abholdienst hierfür (es ist in meinen Augen ein Imageschaden für den Caritasverband sowie nicht mit dem Leitbild verträglich, so einen Abholdienst nicht zu haben. Es sollte ein Gebrauchtwarenlager inklusiv Abholdienst für Bedürftige geben - also nicht nur ein "Sozialkaufhaus", wo man seine Sachen selbst hinbringt und Dinge einkaufen muss. Da darf man nicht nach Kostenstellen rechnen, sondern muss mit etwas Abstand die Angelegenheit betrachten: Das verbinden Menschen zuallererst mit "Caritas". Derartige Angebote (inklusiv Münchener Tafel und "Bedürftigenspeisung"!) heben das Ansehen der Caritas und dürften wohl auch zu einer erhöhten Spenden- und Mitwirkungsbereitschaft sowie Mitarbeiterzufriedenheit führen.

6) Zentrum Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Hier wird nicht nur die klassische Arbeit wie bisher betrieben, sondern Image-Filme produziert, Touren für und mit Schulen, Behörden, sonstige Interessierte organisiert (um einen Blick "hinter die Kulissen" zu ermöglichen!), Projekte mit anderen Organisationen angegangen, Projekte ZUSAMMEN mit den Bedürftigen (und nicht nur für potentielle Spendengeber) geplant und umgesetzt und schließlich - als eine Art "Think Tank" nach amerikanischen Vorbild - ungewöhnliche Ideen und Talente gesammelt und gefördert, um so die soziale "Elite" für morgen sicherzustellen!

usw.

Das Ganze lässt sich natürlich noch ändern und/oder ausbauen, es wäre aber doch des Überlegens wert!

Gottes Segen,

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

Tel.: 0170-1293016

Tel. beruflich: 089/55169-476 oder -553

www.robert-gollwitzer.com

Offener Brief an Caritas-Präsident Neher

Posted on May 4, 2015 at 4:55 AM

Lieber Caritas-Präsident Peter Neher ,

laut kna vom 26. April 2015 sehen Sie im kirchlichen Arbeitsrecht einen „Spielraum für Reformen“ und fordern „ eine Balance zwischen der nicht verhandelbaren Wertschätzung der katholischen Kirche für das Sakrament der Ehe und der Lebenswirklichkeit der Menschen, in der Ehen scheitern könnten“. Die Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts solle den „individuellen Lebensverläufen der Mitarbeiter“ gerecht werden. So könne die Kirche „glaubwürdig bleiben“. Weiter heiß es „Das kirchliche Profil einer Einrichtung zeige sich allerdings nicht nur in der Zugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kirche und an deren persönlicher Lebensführung. „Es zeigt sich in der Zuwendung zu den Menschen.“

 

Nun, das macht sie bestenfalls zu „guten Menschen“ (wobei die Frage ist, wer und auf Basis von was dann definiert wird, was „gut“ ist). Das macht sie aber nicht unbedingt zu Christen.

 

Werter Herr Neher, auch ich bin Caritas-Mitarbeiter – aus Überzeugung und mit vollem Herzen – und das schon über 22 Jahre lang (zuvor zwei weitere Jahre im kirchlichen Dienst). Auch ich bin Katholik. Ihren Ausführungen kann ich aber nicht zustimmen.

 

Ja, es gibt Dinge, bei denen die Kirche „mit der Zeit gehen“ muss (Stichwort: form follows function – die Form folgt der Funktion, etwa in der Liturgie). Dies darf aber niemals für wesentliche Grundwerte des christlichen Glaubens gelten, die über Jahrtausende in verschiedensten biblischen Büchern und letztlich von Jesus selbst als Standard bekräftigt worden sind etwa die lebenslange monogame Ehe zwischen Mann und Frau. Wenn die Kirche und ihre Organisationen wie die Caritas hier den „individuellen Lebensläufen“ mancher Mitarbeiter gerecht werden will und diese Standards über den Haufen wirft, indem sie sie verwässert, verliert sie nicht nur ihre Qualität, Licht und Salz der Welt zu sein, sie verstößt auch gegen ihre Lehr- und Hirtenpflicht und wird bald in der Bedeutungslosigkeit versinken. Wenn die Kirche wie die Welt wird, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.

 

Anstatt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im kirchlichen Dienst leichter zu machen, in ihren persönlichen Lebenszeugnissen kein Beispiel mehr für Christi Liebe und Wahrheit zu sein, sollte die Kirche und kirchliche Dienstgeber eher die Liebe zum Glauben in all seinen Formen fördern – etwa durch Förderung von Wohn- und Lebensgemeinschaften kirchlicher Mitarbeiter, regelmäßigen Bibelkreisen und gemeinsamen Gottesdiensten, einer betrieblichen Seelsorge, die sich nicht nur auf „christliche Wellness“ reduziert, eine Zusammenarbeit mit Evangelikalen und anderen „Freikirchen“, Unterstützung (aber auch Ermahnung!) bei Problemen im privaten Bereich usw. Die Welt da draußen sollte allein durch unser Lebenszeugnis sehen, was die Kirche ausmacht und wofür wir stehen. Jesus Christus sollte durch unser Lebenszeugnis gegenwärtig und lebendig werden.

 

Ich schreibe Ihnen dies als jemand, der selbst jahrzehntelang in der schwulen Szene verbracht hat und vor elf Jahren Freiheit durch die christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ gefunden hat und seitdem getreu den Lehren der Kirche lebt – voller Freude und mit ungebrochener Begeisterung. Es gibt einen anderen und besseren Weg, als es den Menschen leichter zu machen, in ihrer Verirrung zu leben – nämlich, alles zu tun, um die verlorenen Schafe zurück zu holen.

 

München, den 04.05.2015

 

Robert Gollwitzer

www.the-jason-foundation.org

Caritas und Homosexualitaet - passt das zusammen?

Posted on February 27, 2015 at 1:50 PM

Caritas – das ist mehr als nur eine Organisation der Katholischen Kirche. Es ist eine ihrer Säulen, ein Ausdruck ihres innersten Wesens. Als solche kann man sich schwer vorstellen, wie das Thema Homosexualität hier überhaupt hinein passt.

Zuerst eine Begriffsdefinition: „Homosexualität“, das sind lang andauernde, im Vergleich zu heterosexuellen Empfindungen überwiegende sexuelle und emotionale Anziehungen zum gleichen Geschlecht. Nachdem das klar gestellt ist, ein weiterer Gesichtspunkt: „Homosexualität“ gibt es eigentlich nicht. Die Wortschöpfung selbst ist relativ jung. Als ein Mann, der selbst viele Jahre in der schwulen Szene gelebt hat und seit 2004 über die christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com) den Weg in die Freiheit gefunden hat, kann ich mich deren Definition nur aus vollem Herzen anschließen: Es gibt Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer! – gleichgeschlechtlich empfinden. Das macht sie aber noch lange nicht zu „Homosexuellen“ (als ob die Sexualität einen Menschen definiert und ihm einen Stempel aufdrücken kann!), sondern zu „Heterosexuellen“ (selbst diese Wortschöpfung ist noch neu) mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Der Unterschied ist und war für mich gewaltig: ich sehe mich nicht mehr länger als einen „Schwulen“ (ein grauenhaftes Wort!) oder „Homosexuellen“ (klingt auch nicht besser!) an, sondern als ganz normalen Mann. Ja, ich habe noch gleichgeschlechtliche Neigungen (wenn auch weitaus weniger häufig und intensiv), trage diese aber nicht wie einen Sticker auf meiner Weste und lasse sie auch nicht mein Leben bestimmen. Ich bin einfach nur ein katholischer Mann.

Als solcher arbeite ich seit 1993 (nach zwei Jahren in einer katholischen Pfarrei) im Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Es macht mir Spaß, dort zu arbeiten und ich fühle mich auch von meinen Kolleginnen und Kollegen angenommen und wertgeschätzt.

Wie aber wird mit diesem Thema im Caritasverband, dem wohl größten privaten Arbeitgeber hier in Deutschland, umgegangen? Was läuft gut, was eher schief und was könnte man wie verbessern?

Manche kirchliche Stellen wählen den Weg des „Dialogs“ mit schwulen und lesbischen Gruppierungen – frei nach dem Motto: Alle sind von uns angenommen, wir sind tolerant und die Kirche ist für jeden offen – egal welcher sexuellen Orientierung.

Hört sich doch gut an, oder?

Nicht aus katholischer Sicht. Selbstverständlich müssen die Dienste des Caritasverbandes für alle offenstehen – ohne wenn und aber. Das heißt aber nicht, dass wir dafür unseren Glauben opfern oder verstecken müssen. „Toleranz“ bedeutet nicht, du glaubst dies (was meinem Glauben völlig widerspricht) und ich glaube das – und wir lassen das so stehen, bewerten es nicht, halten Hände und singen Kumbaya. Toleranz bedeutet zwar, dass ich fremde Überzeugungen gewähren lasse, das heißt aber keineswegs, dass ich dazu nicht meine Meinung sagen oder diese kritisieren darf. „Toleranz“ ist nicht dasselbe wie „Akzeptanz“. Natürlich sind in der Kirche alle willkommen, das heißt aber nicht, dass alle Glieder der Kirche tun und lassen können, was sie wollen und trotzdem Katholikinnen und Katholiken sind. Was für eine Kirche wäre dies! Was Eucharistiefeiern für offen schwul lebende Katholiken betrifft, so sind diese schlichtweg ein Bruch des Kirchenrechts und eine grobe Missachtung der Eucharistie.

Zurück zur Caritas: Was also, wenn eine Kind in der Kita zwei „Mütter“ oder zwei „Väter“ hat? Sollen wir grundsätzlich Bilderbücher für Kinder verfassen, in denen Elternteile desselben Geschlechts abgebildet sind, damit sie sich wiederfinden? Geschlechterneutrale Anmeldeformulare verfassen? Dies sind ebenso hilflose wie schädliche Reaktionen auf ein Thema, mit dem mensch nicht umzugehen weiß.

Wir helfen damit weder den betroffenen Kindern noch deren „Eltern“. Was also tun? Nun, zunächst einmal sind die „Eltern“ solcher Kinder mit demselben Respekt zu behandeln, wie wir alle anderen Menschen behandeln müssen – aber auch nicht mehr. Selbst wenn das manche Schwule und Lesben glauben, so haben sie doch keine Sonderrechte und niemand ist gezwungen, gut zu heißen, was sie tun und wie sie leben. Auch sind die Kinder genauso liebevoll wie alle anderen zu behandeln und vor jeglicher Verletzung zu beschützen. Ansonsten aber müssen wir unserem Glauben treu bleiben, auch wenn andere daran Anstoß nehmen (vor 2.000 Jahren haben auch viele Menschen Anstoß an Jesus genommen, was Ihn aber nicht dazu verleitet hat, auch nur ein Wort Seiner Botschaft zu „relativieren“ oder weg zu lassen, damit andere sich besser fühlen. Auch wenn man Ihn dafür ans Kreuz geschlagen hat). Wir sind nicht verantwortlich für das, was andere denken. Unsere Bücher und sonstigen Schriftstücke haben zu jeder Zeit unseren Glauben in unzweifelhafter und klarer (im Kita-Bereich natürlich auch kindgerechter) Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. Würden wir das nicht tun, nur um ja keinen Ärger zu bekommen, würden wir unseren Glauben verleugnen und es gäbe auch keinerlei Grund mehr für unsere Existenz. Dann könnten – und müssten! – wir als christliche Einrichtung schließen. Weltliche Kitas gibt es genug. Das Thema gleichgeschlechtliche Neigungen kann im Bedarfsfall in katholischen Kitas sehr wohl kindgerecht und vor allem treu unserem Glauben behandelt werden. Wer das nicht wünscht, muss seine Kinder nicht in eine katholische Kita geben.

Wie also mit dem Thema allgemein in der Caritas umgehen?

Ich will mich hier auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes beschränken, die gleichgeschlechtlich empfinden.

Bisher scheint man nach dem ehemals in der US-amerikanischen Armee praktizierten Grundsatz „Don’t ask – don’t tell“ zu verfahren: frage nicht danach und erwähne es auch deinerseits nicht, wenn du so fühlst. Solange man damit nicht an die Öffentlichkeit geht oder gar eine eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft eingeht, ist alles gut. Selbst wenn man es hier und da vermutet oder weiß, dass der Kollege mit einem Mann zusammen lebt, wird nicht darüber gesprochen. „Ist ja seine Sache“. „Leben und leben lassen“. „Was ist schon dabei?“ „Die Kirche muss den mittelalterlichen Ballast los werden und mit ihm die verstaubte, „menschenverachtende“ Sexualmoral“.

Solche oder ähnliche Einstellungen dürften wohl unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überwiegen. Offiziell existiert das Thema eigentlich gar nicht. „Wir sind ja schließlich hier zum Arbeiten! Wen interessiert schon, was die Leute im Bett machen?“

Das würde zutreffen, wenn wir eine weltliche Organisation wären, keinesfalls aber in unserer Eigenschaft als Arm der Katholischen Kirche.

Ich will an dieser Stelle nicht über mögliche Ursachen von gleichgeschlechtlichen Neigungen, ihre „Normalität“, ihre theologische oder politische Bewertung und mögliche Unterstützung für Menschen mit einer derartigen Orientierung eingehen. Hierfür verweise ich auf die christliche Ex-Gay Einrichtung Jason (http://jason-online.webs.com).

Auch möchte ich es nicht bei einer Kritik der bisherigen Umgangsweise mit diesem Thema oder diesen Menschen belassen, sondern als ergebnisorientierter Mensch konkrete Verbesserungsvorschläge machen, die da wären:

- Jeder Diözesan-Caritasverband sollte Möglichkeiten der Unterstützung für gleichgeschlechtlich empfindende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einrichten. Diese wären z.B.: Gesprächsgruppen, Bibelgruppen, Seminare, Exerzitien etc.

- Wir sind, was wir tun. Der Caritasverband sollte verstärkt darauf achten, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihr eigenes Lebenszeugnis von Christi Liebe künden – nicht nur die mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Als Konsequenz für ein Verhalten, das grob den Glaubensgrundsätzen der Katholischen Kirche widerspricht, sollte nicht primär die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses stehen, sondern das Gespräch mit den Betroffenen und die Ausarbeitung von Möglichkeiten der Unterstützung. Eine Kündigung ist immer erst der letzte Schritt, wenn alles andere versagt.

- Auch nach außen hin sollte der Caritasverband klar zu aktuellen und grundsätzlichen Themen Stellung nehmen – in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre, wie sie im Katechismus der Katholischen Kirche sowie der Bibel niedergeschrieben ist.

- Vor allem aber sollte der Caritasverband das Gespräch und die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Jason, Wüstenstrom usw. suchen!

- Gruppen von gleichgeschlechtlich empfindenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Caritasverbandes können und sollen auch aktiv und offen in die Öffentlichkeit gehen und so Zeugnis davon ablegen, dass mensch sehr wohl ein erfülltes Leben und eine besondere Berufung in der Katholischen Kirche finden kann, ohne als „Schwuler“ oder als „Lesbe“ in der Szene zu leben oder mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zusammen zu sein.

- Diese Gruppen können dann auch beratend in anderen Organisationen sowie in der Katholischen Kirche selbst tätig sein. Sie sollten im Übrigen immer die seelsorgerliche Unterstützung und geistliche Begleitung eines geschulten Priesters erfahren.

 

„Denkt daran: Für Menschen, die Unrecht tun, ist kein Platz in Gottes neuer Welt! Täuscht euch nicht: Menschen, die Unzucht treiben oder Götzen anbeten, die die Ehe brechen oder als Männer mit Knaben oder ihresgleichen verkehren, Diebe, Wucherer, Trinker, Verleumder und Räuber werden nicht in Gottes neue Welt kommen. Manche von euch gehörten früher dazu. Aber ihr seid reingewaschen und Gott hat euch zu seinem heiligen Volk gemacht, zu Menschen, die vor seinem Urteil als gerecht bestehen können. Das ist geschehen, als ihr Jesus Christus, dem Herrn, übereignet worden seid und den Geist unseres Gottes empfangen habt.“

(1 Kor 6,9-11 Gute Nachricht Bibel)

 

München, 27.02.2015

Robert Gollwitzer