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Refugees - In or Out?

Posted on April 7, 2015 at 1:05 PM

Refugees - in or out? You have both extremes right now: The one side who just wants to open all doors and let in whoever wants to come and has a problem whatsoever going on, the other side who just wants them all out. Both sides are wrong. The first one is very naive and will soon realize where that will end up, the other one rejects basic standards of humanity and shows their ugly face. Take one issue: The West watched radical Islam grow and become more powerful for decades. Now the wonder why they have so many refugees. DUH! Likewise with many other countries, political and/or religious movements, ecological disasters, international business practices and the like. The situation of the refugees cannot simply be solved by letting them come into other countries and treating them nice (as good as that is), but only by helping solve the problems in their home countries. Problems that are more often than not international problems that will soon come to us as well. Likewise for the refugees: Running away from home and wanting a better life is understandable, but not a solution.

"No man is an island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main. If a clod be washed away by the sea, Europe is the less, as well as if a promontory were, as well as if a manor of thy friend's or of thine own were. Any man's death diminishes me because I am involved in mankind; and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee."

John Donne

Kirche der Armen? Kirche fuer die in Not geratenen?

Posted on September 29, 2014 at 2:55 PM

 

Kirche der Armen? Kirche für die in Not geratenen? Den Eindruck habe ich nicht immer. Gestern war ich auf einem Empfang, der Bewusstsein für die Situation der Flüchtlinge schaffen und Spenden organisieren sollte. An Prominenz war alles vertreten: Kardinal, kirchliche Vorstände, Politiker, potentielle Spender – alles, was Rang und Namen hat. Oder denkt, es hätte ihn. Dementsprechend war alles organisiert: Catering, Sektempfang etc. Und die Flüchtlinge? Ach ja, es waren Bilder von ihnen aufgehängt. Außerdem spielte anfangs eine afrikanische Trommler-Gruppe mit Tänzern. Das ergab eine mehr als peinliche Situation: Die (teils) reichen und berühmten, (zumeist) weißen Anwesenden sehen (mehr oder weniger „bewusst“) interessiert den Afrikanern zu, wie sie ihre „Volkstänze“ aufführen. Mich erinnerte das an unselige Kolonial-Zeiten, selbst wenn es bestimmt nicht so gemeint war.

Später wurden noch einige Flüchtlinge (sehr kurz) interviewt. Damit hat man wohl seine Schuldigkeit getan. Das angebotene Buffet erinnerte auch an die Heimatländer der Flüchtlinge und schließlich wurden noch kleine Kreuze aus einem vor Lampedusa gestrandeten Boot überreicht.

Was daran auszusetzen ist? Nun, das alles war bestimmt gut gemeint und wurde mit den besten Absichten organisiert – ging aber meiner Ansicht nach voll daneben. Hier offenbart sich das Drama der Kirche: Es ist nicht so, dass wir uns überhaupt nicht um in Not geratene Menschen kümmern – wir kennen sie einfach nicht. Wir liefern unser Geld oder unsere Sachspenden bei Sammelstellen ab, wo es dann weiter verteilt wird. Wir gehen auf Veranstaltungen, wo wir Flüchtlingen zusehen oder Bilder von ihnen sehen (selbst wenn die Möglichkeit angeboten wird, mit einem der Interviewten hinterher persönlich zu sprechen, ist dies doch in diesem Kontext eher weniger zu erwarten und sehr unglücklich geplant). Wie viel mehr würden wir doch der Kirche entsprechen, wenn wir mit den Flüchtlingen gemeinsam feiern und essen würden! Wenn wir als Kirche ihnen unsere leer stehenden Gebäude anbieten würden (das wird zwar nun teilweise gemacht, aber nicht annähernd in dem Ausmaß, in dem es wahrscheinlich möglich wäre!)! Wenn ein solcher Empfang nicht in einem repräsentativen Gebäude, sondern in einem Flüchtlingsheim organisiert werden würde!

„Aber die Flüchtlinge hätten doch vielleicht Angst, daran teilzunehmen!“ mag manch einer einwerfen. Dies aber dürfte wohl eher die illegal eingereisten Flüchtlinge betreffen – und selbst denen sollte man es doch offen lassen, ob sie kommen und mit uns zusammen essen und feiern möchten!

Wie schön wäre es, wenn die Flüchtlinge selbst die Gestaltung eines solchen Ereignisses übernehmen würden! Wenn sie ganz normaler Bestandteil jeder Gemeinde wären und wir auch regelmäßig den Tisch mit ihnen teilen würden und sie persönlich kennenlernen würden? Wie viel mehr würde es bringen, wenn ich jemand, den ich persönlich kenne, eine warme Jacke für den Winter überreiche und seinen Kindern Deutsch beibringe?

Ich möchte hier niemand angreifen. Auch der Empfang, an dem ich war, war im Grunde nicht schlecht – bzw. nicht schlecht gemeint. Er ging jedoch meiner Meinung nach voll am Thema vorbei – wie so vieles in der heutigen Kirche. Kirche ist kein Gebäude. Wir „gehen“ nicht in die Kirche – wir SIND Kirche. Viel mehr noch sind wir aber kein Großkonzern und sollten uns nicht den Regeln des freien Marktes unterwerfen. Wir können nicht zwei Herren dienen – Gott und dem Mammon.

Nicht dass an Geldspenden irgendetwas falsch sei, aber vielleicht würde sich ein Flüchtling mehr über eine gemeinsame Mahlzeit und eine Umarmung als über eine prunkvolle Veranstaltung, an der er nicht einmal teil hat, mit nachfolgender anonymer Geldspende freuen. Und damit spreche ich auch mich selbst an, denn auch ich habe anlässlich dieser Veranstaltung über mein eigenes Verhalten und meine eigene Einstellung nachdenken müssen.

Jesus beauftragte keine Public Relations-Firma, er unterwarf sich nicht den Regeln der damaligen Zeit, sondern suchte sich zwölf einfache Männer zusammen. Er ging nicht Klingeln putzen und bettelte nicht um Geld. Ist es also falsch, Geld anzunehmen? Nein, aber betteln (wie es oft etwa in Briefen geschieht, in denen uns traurige Kinderaugen anblicken und um Geld gebeten wird) ist es.

Was sollen wir also tun? Jesus in denen suchen, die arm und verfolgt sind. In den Notleidenden, den Trauernden, den Kranken, Gefangenen und Einsamen. Sie als unsere Brüder und Schwestern mit offenen Armen empfangen und bei ihnen sein.

Was, wenn Jesus wirklich gemeint hat, was Er uns immer sagte? Alles hinter uns zu lassen und Ihm nachzufolgen? Nicht der Erste sein zu wollen, da dieser schließlich der Letzte sein wird? Täglich unser Kreuz auf uns zu nehmen? Gott, unseren Nächsten und uns selbst mit all unserem Herzen zu lieben? Hinaus zu gehen, andere zu taufen und zu Jüngern Jesu zu machen?

Das kann aber nicht sein. Denn dann wäre er ja ein „Fundamentalist“.

Robert


Nachtrag vom 04.11.2014:


Hier einige Einwände gegen oben Genanntes und meine Antwort darauf:

1) "Der Auftrag war halt so". Soll das ein Argument sein? Der Auftrag war so - und damit ist es gut? Vielleicht sollte man dann mal nachdenken, ob der Auftrag wirklich dem Ziel angemessen entsprach - oder dem entgegenstand? Nicht alles, was uns aufgetragen wird, ist gut alleine aus dem Grund heraus, dass es ein "Auftrag" war. Wir sind keine willen-und meinungslosen Befehlsempfänger, sondern sollten gemeinsame darüber nachdenken, was der Erreichung des Zieles dient: Flüchtlingen so beizustehen, wie das Jesus von uns verlangt - und nicht, wie die Welt es von uns erwartet!

2) "Die Trommlergruppe wollte dort spielen. Man muss sich vom Schubladendenken befreien!" Zum einen ist es unehrenhaft, jemanden, der das nicht so sieht, von vorneherein "Schubladendenken" zu unterstellen. Damit macht man es sich doch ein wenig zu leicht. Selbst wenn die Gruppe es so wollte, ist es damit noch lange nicht in Ordnung. Als die Sklaverei in den Südstaaten der USA abgeschafft wurde, blieben auch etliche Schwarze bei ihren früheren "Eigentümern" (wohl mangels guter Alternativen). Man kann wohl davon ausgehen, dass sie nicht zu gleichen Bedingungen wie Weiße beschäftigt wurden. Ist es damit in Ordnung, weil sie es ja selbst so "wollten"? Wohl kaum. Fakt ist, dass hier eine farbige Gruppe für mehrheitlich gutsituierte Weiße gespielt hat. Will man wirklich argumentieren, dass dieses Bild in Ordnung ist und alle anderen Sichtweisen nur "Schubladendenken" sind?

3) "Der Saal war zu klein, um gemeinsam mit Flüchtlingen zu feiern". Das ist ein mehr als peinliches Argument. Jede Pfarrei hat größere Sääle zur Verfügung, ganz zu schweigen von der Erzdiözese selbst, die ein gewaltiges Immobilieneigentum besitzt. Warum also nicht gleich einen größeren Saal suchen - oder die Veranstaltung gleich in einem Flüchtlingsheim durchführen?

4) "Die Flüchtlinge und Sozialpädagogen in den Heimen waren ja eingeladen. Es gingen entsprechende Briefe raus". Ach so - man hat Briefe hingeschickt und sie sind nicht gekommen. Selber schuld. Oder doch nicht? Wenn man schon merkt, dass hier - aus welchen Gründen auch immer! - kein Interesse an einer Teilnahme besteht, warum sich nicht einfach an einen Tisch mit diesen Menschen setzen, nach den Gründen fragen und gemeinsam eine Veranstaltung planen, an der alle teilnehmen!

5) "Veranstaltungen haben eben verschiedene Formen und Charaktere." So - und diese war eben nicht so sehr für die Flüchtlinge, oder wie? Ja, Veranstaltungen haben verschiedene Formen und Charaktere - die einen sind zielführend und drücken unser Glaubensverständnis aus, die anderen sind da eher weniger geeignet.

6) Hätte man das ganze Geld, was für die Planung und Durchführung dieser Veranstaltung verwendet wurde, nicht besser anlegen können? Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass auf konstruktive Kritik mit einer Verteidigungshaltung reagiert wird, die ein Nachdenken über diese Punkte gar nicht aufkommen lässt. "Das habe ich sonst aber noch von niemandem gehört!" hieß es da etwa. Und wenn schon? Entweder ist eine Kritik berechtigt - dann ist es egal, von wievielen sie geteilt wird - oder nicht. Und dann kann sie der ganze Saal teilen, sie bleibt trotzdem unberechtigt.

Das es auch anders geht, zeigt die US-amerikanische Gemeinschaft "The Simple Way": www.thesimpleway.org