Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

Blog

Eine Schande!

Posted on March 14, 2015 at 3:15 PM

Jede Pfarrei hat die Anzahl von Gottesdienstbesuchern, die sie verdient – dieser Gedanke kam mir heute. Nur leider haben manche Pfarreien auch Seelsorger, die sie wirklich nicht verdienen.

Zur Vorgeschichte: In unserem Pfarrverband wird das Kirchenrecht seit längerem mit Füßen getreten. Da gibt es „Queer-Gottesdienste“, also Eucharistiefeiern für offen schwul lebende Menschen, Laienpredigten ohne begründeten Anlass usw. Nach erfolglosen Hinweisen an den zuständigen Pfarrer (der nur per Email mitteilte, dass er die Unrechtmäßigkeit des Ganzen genauso sehe, aber was solle er denn machen, sein Blutdruck sei eh schon so hoch…), habe ich wohl oder über eine kirchenrechtliche Anzeige beim Ordinariat eingereicht (die auf der Homepage der Glaubenskongregation angegebene Kontakt-Emailadresse stellte sich als nicht existent bzw. nicht funktionierend heraus!). Der Pfarrer meldete sich überrascht bei mir (er meinte, das Thema sei mit seinem Hinweis erledigt – man stelle sich das einmal vor!) und erzählte mir, er sei zu einem Gespräch beim Ordinariat eingeladen und was ich denen denn geschrieben hätte. Das Ordinariat wiederum versicherte mir sinngemäß, dass dem Ganzen nachgegangen werde. Eine Antwort oder eine Info bezüglich des Ergebnisses habe ich weder vom Ordinariat erhalten.

Die „Queer-Gottesdienste“ wurden und werden weiter abgehalten.

Zumindest habe ich keine Laienpredigten mehr erlebt – bis heute.

Ich war in der Samstagabend-Messe und der Priester kündigte an, nach dem Evangelium werde der Pastoralreferent ein Glaubenszeugnis abgeben. Ich hatte schon üble Vorahnungen, da dies wie ein schlechter Versuch klang, eine Laienpredigt anders zu benennen, weil man mal gelesen hatte, dass Glaubenszeugnisse von Laienerlaubt seien.

Nun bin ich kein Experte für katholisches Kirchenrecht, aber meiner Kenntnis nach sollten Glaubenszeugnisse (also etwa Schilderungen, wie ein Mensch aus einem sündhaften Leben heraus zu Gott fand) bestenfalls die Messe ergänzen und bereichern, nicht aber eine Predigt ersetzen – aber wie auch immer.

Was dann aber folgte, bestätigte meine schlimmsten Vorahnungen: Es folgte eine gewöhnliche Predigt, die auf die Schriftlesung bzw. das Evangelium einging und teils Bestandteile enthielt, die ich als schlechte und unqualifizierte hobby-psychologische Ratschläge empfand. Keinesfalls aber war dies ein Glaubenszeugnis.

Hier wurde das Kirchenrecht nicht nur gebrochen, sondern auf das Übelste vergewaltigt. Auch die anwesenden Gläubigen wurden für dumm verkauft und bewusst in die Irre geführt.

Eine Schande ist das! Eine Schande für den anwesenden Priester, den Pastoralreferenten, das Ordinariat und die gesamte Kirche!

Da wird einem erzählt, wieviel Wert man auf die Ausbildung der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lege, aber was ich hier laufend erleben muss, spottet jeder Beschreibung.

Ach ja: es waren nur eine Handvoll Gläubige anwesend, die sich im großen Kirchenrauf verloren. Was mich auch nicht wundert. Wenn Menschen in der Kirche nicht mehr die spirituelle Nahrung erhalten, die sie brauchen, kommen sie nicht mehr oder suchen sich diese anderswo.

Man kann nur hoffen, dass die wenigen standhaften Gläubigen jetzt die Not der Stunde sehen und für ihren Glauben und ihren Herrn aufstehen!

München, 14.03.2015

Robert Gollwitzer

'Sober' apologetics vs. 'openhearted' ethics

Posted on February 1, 2015 at 6:50 AM

'Sober' apologetics vs. 'openhearted' ethics? Another version of justfying breaking canon law that seems to be used by some Catholics. If you point out abuse in the Church (which is a duty for every Catholic!), this is called 'apologetics' (in fact it has nothing to do with apologetics) and evaluated with an adjective ('sober'). The breaking of canon law itself is then called 'ethics' (again: that has nothing whatsoever to do with 'ethics') and accompanied by another adjective ('openhearted'). In my eyes, that is close to being a completely inappropriate means of propaganda. Such attitudes have nothing to do in the Church. If somebody points out mistakes, we need to be thankful and not throw sophisticated mud on him.

The 'Spirit ofVatican II'

Posted on February 1, 2015 at 5:45 AM

How come the "Spirit of Vatican II" is usually invoked by those Catholics who have never read its documents and yet abuse their content to justify breaking canon law?

Kirchenrechtsverletzungen

Posted on November 1, 2014 at 7:40 AM

Sind Kirchenrechtsverletzungen schon die Norm?

Eben komme ich aus einer Messe, wo ganz selbstverständlich die Pastoralreferentin nach der Verlesung des Evangeliums durch den Priester an das Ambo ging und zu predigen begann.

„Und wenn schon?“ mag manch einer einwenden. „was ist schon dabei?“

Nun, eine ganze Menge ist dabei. Das Kirchenrecht, ebenso wie etwa Dogmen existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind nicht Selbstzweck und es gibt sie nicht deshalb, weil die Kirchenoberen uns eben gerne kommandieren.

Die Bischöfe, die dies erlassen, tun dies aus ihrer Verantwortung als Hirten für die Herde heraus. Und genau hier sind wir am Punkt: Ein Laie – und sei er Universitätsprofessor für Theologie! – spricht immer „nur“ im Namen der Kirche. Ein Priester oder Bischof aber im Namen Jesu selbst. Durch die apostolische Nachfolge hat Jesus sicher gestellt, dass Seine Lehre und Sein Auftrag von den hierfür Bevollmächtigten (und von niemand anderem!) weitergegeben wird.

Ein Laie mag noch so gute Absichten haben, er gibt immer nur seine persönliche Meinung wieder.

Ja, die Kirche hat Ausnahmen vorgesehen, bei denen Laien predigen dürfen. Bei Kindermessen oder kleinen Messen etwa, bei Wortgottesdiensten oder im Falle einer lang andauernden Verhinderung des Priesters (und selbst dann darf die Predigt nur abgelesen werden und nicht an der üblichen Stelle, sondern muss zu Beginn stattfinden, um den Ausnahmecharakter zu verdeutlichen). Nichts davon war aber heute der Fall. Die „Predigerin“ wusste dies aufgrund ihrer Ausbildung sehr wohl – und tat es trotzdem.

Die Regeln der Kirche dienen zu unserem Besten. Jesus hat die Bischöfe beauftragt, uns zu leiten, weil Er wusste, wohin es führen würde, wenn wir einen anderen Weg gehen. Hier geht es also nicht um Selbstherrlichkeit.

Die Pastoralreferentin gab dann auch ihre persönliche Meinung wieder. So wurde die Bergpredigt etwa zu einem Mittel, um „wahres Glück“ zu finden. Nun geht es bei der Nachfolge Jesu Christi aber nicht darum, „wahrhaft glücklich“ zu sein. Dies wäre ein rein subjektives Gefühl und Gefühle kommen und gehen. Jesus hat uns beauftragt, Gottes Gebote zu befolgen, täglich unser Kreuz auf uns zu nehmen, alles hinter uns zu lassen und Ihm nachzufolgen. Weiterhin sollen wir Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst und hinausgehen, Menschen taufen und sie zu Jüngern Jesu machen. All dies ist so viel mehr als nur „glücklich“ zu sein!

Weiterhin wurden im Rahmen der „Sanftmütigkeit“ diejenigen kritisiert, die dem Papst mangelnde Führungsstärke bei der Bischofssynode unterstellen. Dies ist eine gewagte – und falsche! – Interpretation.

Schließlich wurde mit Bezug auf die Bischofssynode noch die „Würde von Homosexuellen“ erwähnt, die eingefordert wurde.

Ich habe selbst viele Jahre als „Homosexueller“ gelebt und eines kann ich euch sagen: Ihr gebt uns nicht unsere Würde, indem ihr die kirchliche Lehre insoweit aufweicht, dass uns Hintertürchen offen bleiben. Was wir brauchen, ist wahre Liebe, die sich auch nicht scheut, die Wahrheit zu sagen, um den Menschen wieder auf den rechten weg zu bringen.

Hier ein Statement eines Mannes mit gleichgeschlechtlichen Neigungen auf die Frage, warum jemand nicht ein schwules Leben führen bzw. dieses verlassen sollte: „I want to leave my ssa life behind because I am losing my self-esteem and my dignity.“ (Ich will mein Leben mit gleichgeschlechtlichen Neigungen hinter mir lassen, weil ich meinen Selbstwehrt und meine Würde verliere). Mehr muss man hierzu nicht sagen.

Das Kirchenvolk seinerseits sitzt passiv da und lässt all dies über sich ergehen. Oder bleibt ganz weg. Letzteres ist offensichtlich – und wir bekommen diese Menschen nicht dadurch zurück, in dem wir immer mehr wie die Welt werden, sondern in dem wir immer mehr wie Jesus werden.

Robert