Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Gemeindeleben

Posted on June 28, 2015 at 1:35 PM

Sind katholische Gemeinden mittlerweile Treffpunkte religiöser Vereine mit einem sozialen Touch?

 

Alleine die Frage klingt provokant. Und doch – ist da was dran?

 

Ich bin umgezogen und neu in meiner katholischen Ortsgemeinde. Von dem, was ich bisher mitbekommen habe, liegt diese doch erheblich über dem Durchschnitt und es scheint viele sehr engagierte und gläubige Menschen dort zu geben. Selbst die Predigten sind um Welten besser als anderswo. Zu meiner großen Freude gibt es sogar Bibelgruppen, nach Altem und Neuem Testament getrennt.

 

Was also ist mein Problem?

 

In der Schule hätte man gesagt: Hart an der Thema-Verfehlung vorbei.

 

Am heutigen Sonntag etwa gab es ein Gemeinde-Frühstück, das liebevoll im Park vor der Kirche aufgebaut wurde. So versammelten sich nach dem Gottesdienst die Gläubigen vor dem Gebäude und plauderten. Ich hielt mich bewusst länger auf und bin auch nicht aktiv auf andere zugegangen, um zu testen, wie die Reaktion der Anwesenden sein würde. Da ist also erkennbar ein Fremder, der offensichtlich Anschluss sucht und nicht findet und etwas verloren rumsteht. Niemand ging auf mich zu, sprach mich an, lud mich ein oder was auch immer.

 

Die Anwesenden spiegelten wohl das Bild einer typischen katholischen Großstadt-Gemeinde wieder: Mittel- bis Oberschicht. Man war offenbar gerne unter sich, traf sich, feierte Gottesdienst, organisierte mit viel Einsatz Veranstaltungen.

 

Alles schön und gut (und das meine ich wirklich so) – nur ist es das, was Jesus im Sinn hatte?

 

Er hat uns nicht aufgetragen, uns wie ein religiöser Club zu versammeln und ein Freizeitangebot mit katholisch/sozialem Anstrich ins Leben zu rufen.

 

Jesus gab uns das Große Gebot (Gott und den Nächsten wie sich selbst zu lieben) und den Missionsauftrag (hinaus (!!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Seinen Jüngern zu machen).

 

Das ist erheblich mehr, als das, was in unseren Gemeinden gemacht wird.

 

Nehmen wir das heutige Gemeinde-Frühstück: Hier sollten wir nicht nur unter uns sitzen und Frühstücken (dafür brauche ich keine katholische Gemeinde!), sondern bewusst den Kontakt zu und mit denen suchen, die auch Jesus angesprochen hätte: All die in unserem Viertel, die Ihn am Nötigsten brauchen: Arme, Obdachlose, Flüchtlinge, Prostituierte, Drogenabhängige, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, Einsame usw.

 

Aus meiner eigenen Erfahrung heute muss ich aber auch sagen, dass jeder der oben genannten – sollte er denn je den Weg hierher von sich aus finden (was ich kaum annehme) – sich wohl völlig fehl am Platz vorkommen würde.

 

Auch der Stand der Firm-Vorbereitung wurde im Gottesdienst vorgestellt. Es war schön, zu hören, wie viel Mühe man sich gab, den jungen Menschen soziale Not beispielhaft zu zeigen, sie zu eigenen Aktionen zu ermutigen und dafür zu sorgen, dass sie Spaß haben.

 

Schön und gut – aber leider nicht genug.

 

Der damit erreichte Effekt ist zwar lobenswert, wird aber schnell verpuffen. Nicht umsonst sah man wenig Jugendliche und junge Erwachsene in der Messe. Es wäre weitaus sinnvoller, unserem Nachwuchs von Kindheitsbeinen an sowohl den katholischen Glauben in regelmäßigen Zusammenkünften mit gemeinsamen Aktionen nahezubringen, als auch sie schon „von Anfang an“ an den Kontakt mit denen zu gewöhnen, deren Kontakt auch Jesus gesucht hätte. Werke der Liebe und Barmherzigkeit werden so als etwas Selbstverständliches angesehen. Gleichzeitig wird auch ein umfassendes Verständnis des katholischen Glaubens vermittelt – ein Schatz, der gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

 

Kurz und gut: Es ist eine tolle Gemeinde, hat aber Potential zu einer außergewöhnlichen Gemeinschaft.

 

München, 28.06.2015

 

Robert Gollwitzer​

Orientierungslosigkeit...

Posted on November 23, 2014 at 7:40 AM

Gerade komme ich aus der sonntäglichen Messe. Es ist schon ein Drama, was sich da abspielt. Zuerst das Positive: Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die sich sehr in der Gestaltung des Gottesdienstes engagieren und voller Schwung dabei sind. Nun das Negative: Es wäre die Aufgabe des Pfarrers der Pfarrei/Pfarrgemeinde (bzw. des anwesenden Priesters), diesen Schwung in die richtigen Bahnen zu leiten. Wenn man dem Ganzen jedoch freien Lauf lässt, entsteht ein tragisch-komisches Theaterstück, das zwar gut gemeint und für manche gar unterhaltend ist, aber mit der Feier der Heiligen Messe nur mehr wenig bis gar nichts zu tun hat.

Beginnen wir mit der Musik: Es ist schön, wenn sich Menschen bereit erklären, sich zu einer kleinen Band zusammen zu finden und den Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Problematisch wird es, wenn die Musik so laut wird, dass sie in den Ohren schmerzt und der Text und der Zweck der Musik (Gott zu lobpreisen und die Glaubenswahrheiten der Liturgie zu unterstreichen) völlig in den Hintergrund treten.

Kleine Theaterspiele, wo Ministrantinnen und Ministranten Szenen aus dem Alltag wiedergeben, um eine bestimmte Aussage zu verdeutlichen und lebensnaher zu gestalten, sind sehr lobenswert und sollten gefördert werden. Das heißt aber NICHT, dass sie an die Stelle einer Predigt treten dürfen. Die geistlichen Leiter der Kirche haben die Aufgabe, ihre Herde in die richtige Richtung zu führen. Deshalb haben sie uns bestimmte Regeln gegeben, um zu verhindern, dass wir – gutgemeint! – in die Irre laufen. Eine dieser Regeln betrifft die Predigt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat die der Priester zu halten, da er durch die apostolische Nachfolge im Namen Jesu Christi spricht. Wenn Jugendliche einfach mal drauf loslegen, verwirrt dies mehr als es nützt – und bricht Regeln mit vollem Wissen des verantwortlichen Priesters. Das ist keineswegs egal. So kommt das, dass die Jugendlichen mit voller Lautstärke eine CD mit einem „Ärzte“-Song in der Messe laufen lassen. Schön für eine Feier im Pfarrheim – völlig irreführend in einer Heiligen Messe.

Auch „gutgemeinte“ übermannsgroße Plakatständer mit Plakaten kirchlicher Wohlfahrtsverbände sind zwar bestimmt mit guter Absicht aufgestellt worden, wenn eine ganze Reihe davon aber das erste ist, was man nach dem Betreten des Kirchenraumes sieht, da sie parallel zur letzten Kirchenbank aufgestellt wurden und so den Blick zum Altar versperren, so ist das absolut inakzeptabel. Nichts, aber auch gar nichts darf den Blick auf unseren Herrn verstellen. Man kann solche Ständer genauso gut an der Seite aufstellen – wenn man sie denn unbedingt im Kirchenraum haben muss. Es ist in Ordnung, Informationsschriften dieser Organisationen auf dem Zeitschriftenstand auszulegen, der Kirchenraum ist aber nicht der geeignete Ort, um Werbung für diese Organisationen zu machen – so gut diese auch gemeint sein mag und so richtig ihre Aussagen sein mögen.

Zur traurigen Regel ist es mittlerweile schon geworden, dass es statt zwei Lesungen sonntäglich nur mehr eine gibt. Die beiden Lesungen und das Evangelium bilden jedoch eine Einheit, deren Sinn sich nur im Verbund erkennen lässt. Schade, dass dies (aus Zeitersparnis?) gekürzt wird.

Und der anwesende Priester? Sitzt passiv daneben und hat offenbar noch seinen Spaß daran.

Mein lieber Herr Priester, Sie wurden geweiht, um eine Herde von Gläubigen in Jesu‘ Auftrag zu leiten, damit sie sicher ans Ziel gelangt und keines der Schafe verloren geht. Vielleicht nehmen Sie sich mal eine Auszeit und denken darüber nach!

München, 23.11.2014

Robert Gollwitzer

Kirchenrechtsverletzungen

Posted on November 1, 2014 at 7:40 AM

Sind Kirchenrechtsverletzungen schon die Norm?

Eben komme ich aus einer Messe, wo ganz selbstverständlich die Pastoralreferentin nach der Verlesung des Evangeliums durch den Priester an das Ambo ging und zu predigen begann.

„Und wenn schon?“ mag manch einer einwenden. „was ist schon dabei?“

Nun, eine ganze Menge ist dabei. Das Kirchenrecht, ebenso wie etwa Dogmen existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind nicht Selbstzweck und es gibt sie nicht deshalb, weil die Kirchenoberen uns eben gerne kommandieren.

Die Bischöfe, die dies erlassen, tun dies aus ihrer Verantwortung als Hirten für die Herde heraus. Und genau hier sind wir am Punkt: Ein Laie – und sei er Universitätsprofessor für Theologie! – spricht immer „nur“ im Namen der Kirche. Ein Priester oder Bischof aber im Namen Jesu selbst. Durch die apostolische Nachfolge hat Jesus sicher gestellt, dass Seine Lehre und Sein Auftrag von den hierfür Bevollmächtigten (und von niemand anderem!) weitergegeben wird.

Ein Laie mag noch so gute Absichten haben, er gibt immer nur seine persönliche Meinung wieder.

Ja, die Kirche hat Ausnahmen vorgesehen, bei denen Laien predigen dürfen. Bei Kindermessen oder kleinen Messen etwa, bei Wortgottesdiensten oder im Falle einer lang andauernden Verhinderung des Priesters (und selbst dann darf die Predigt nur abgelesen werden und nicht an der üblichen Stelle, sondern muss zu Beginn stattfinden, um den Ausnahmecharakter zu verdeutlichen). Nichts davon war aber heute der Fall. Die „Predigerin“ wusste dies aufgrund ihrer Ausbildung sehr wohl – und tat es trotzdem.

Die Regeln der Kirche dienen zu unserem Besten. Jesus hat die Bischöfe beauftragt, uns zu leiten, weil Er wusste, wohin es führen würde, wenn wir einen anderen Weg gehen. Hier geht es also nicht um Selbstherrlichkeit.

Die Pastoralreferentin gab dann auch ihre persönliche Meinung wieder. So wurde die Bergpredigt etwa zu einem Mittel, um „wahres Glück“ zu finden. Nun geht es bei der Nachfolge Jesu Christi aber nicht darum, „wahrhaft glücklich“ zu sein. Dies wäre ein rein subjektives Gefühl und Gefühle kommen und gehen. Jesus hat uns beauftragt, Gottes Gebote zu befolgen, täglich unser Kreuz auf uns zu nehmen, alles hinter uns zu lassen und Ihm nachzufolgen. Weiterhin sollen wir Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst und hinausgehen, Menschen taufen und sie zu Jüngern Jesu machen. All dies ist so viel mehr als nur „glücklich“ zu sein!

Weiterhin wurden im Rahmen der „Sanftmütigkeit“ diejenigen kritisiert, die dem Papst mangelnde Führungsstärke bei der Bischofssynode unterstellen. Dies ist eine gewagte – und falsche! – Interpretation.

Schließlich wurde mit Bezug auf die Bischofssynode noch die „Würde von Homosexuellen“ erwähnt, die eingefordert wurde.

Ich habe selbst viele Jahre als „Homosexueller“ gelebt und eines kann ich euch sagen: Ihr gebt uns nicht unsere Würde, indem ihr die kirchliche Lehre insoweit aufweicht, dass uns Hintertürchen offen bleiben. Was wir brauchen, ist wahre Liebe, die sich auch nicht scheut, die Wahrheit zu sagen, um den Menschen wieder auf den rechten weg zu bringen.

Hier ein Statement eines Mannes mit gleichgeschlechtlichen Neigungen auf die Frage, warum jemand nicht ein schwules Leben führen bzw. dieses verlassen sollte: „I want to leave my ssa life behind because I am losing my self-esteem and my dignity.“ (Ich will mein Leben mit gleichgeschlechtlichen Neigungen hinter mir lassen, weil ich meinen Selbstwehrt und meine Würde verliere). Mehr muss man hierzu nicht sagen.

Das Kirchenvolk seinerseits sitzt passiv da und lässt all dies über sich ergehen. Oder bleibt ganz weg. Letzteres ist offensichtlich – und wir bekommen diese Menschen nicht dadurch zurück, in dem wir immer mehr wie die Welt werden, sondern in dem wir immer mehr wie Jesus werden.

Robert

Wann hören diese Schnarch-Gottesdienste endlich auf?

Posted on October 12, 2014 at 8:50 AM

Wäre da nicht die Eucharistie, wären manche sonntägliche Messen kaum zu ertragen.

Da verkommt die Liturgie – natürlich „gutgemeint“ – zum Kasperl-Theater, Predigten werden – wie der Rest des Gottesdienstes auch –monoton vom Blatt gelesen (ja beinahe heruntergeleiert) und die Gläubigen antworten genauso monoton und mechanisch. Der Gesang geht im Orgel-Donner unter. Sofern überhaupt noch jemand mitsingt, wird saft-und kraftlos etwas geträllert, das die Bezeichnung „Lobpreis“ nicht mehr verdient. Da werden christlichen Vereinen oder Organisationen Musik- und Liturgiegestaltung (was dann etwa dazu führt, dass die Schriftlesungen gleich ganz weggelassen werden), Ambo und Altarraum überlassen, deren Beiträge dann aber mangels Organisation und Technik entweder völlig untergehen oder im Zuge des allgemeinen belanglosen Theaters namens „Gottesdienst“ zwar wohlgefällig zur Kenntnis genommen werden, aber keinerlei Konsequenzen welcher Art auch immer bei den Gläubigen zeigen.

Nein? Dann fragt mal nach einer Messe irgendjemand, wovon die Schriftlesungen gehandelt haben, worüber die Predigt ging und was das Ganze für das eigene Leben bedeutet. Viel Glück.

Eine Versammlung der Christinnen und Christen, also derer, die Jesus Christus nachfolgen, sollte ihre Herzen in Brand setzen, sodass sie begierig darauf sind, hinauszugehen und den Missionsauftrag sowie das Große Gebot zu erfüllen! Wie viele wissen aber noch nicht einmal, was das ist?

„Das ist doch fundamentalistisch!“ – mit solchen Totschlägern wird all das, was das Wesen des Christentums ausmacht, vom Tisch gewischt.

Den Kirchen laufen die Gläubigen in Scharen davon und so manch ein „Hirte“ ist weit davon entfernt, seiner Rolle gerecht zu werden. Begegnet wird dem, indem man noch mehr versucht, wie die Welt zu werden und das Christentum so windelweich wäscht, dass jeder damit leben kann und keiner was davon hat. Wellness für geistig Verirrte.

Möglicherweise ist das, was die Kirche jetzt braucht, ein radikales Gesundschrumpfen und damit verbunden eine Rückbesinnung auf das, womit wir vor 2.000 Jahren gestartet sind.

Vielleicht brauchen wir wieder jemand, der die aus dem Tempel treibt, die dort nichts zu tun haben, und mit einfachen Menschen von Neuem beginnt.

Robert