Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Bible Interpretation

Posted on February 2, 2015 at 2:05 PM

"It is raining cats and dogs!" - Just imagine someone writes that down and somebody else reads it 2000 years after that. The reactions might be: "Oh heck, those poor animals!" "You need to see that symbolically. Cats were symbols for the feminine and dogs for the masculine part in human beings!" ""That was a cultural thing. Cats and dogs were used to call for rain. That does not apply to us anymore." - Rings a bell? Same with the Written Word of God - the Bible. You need to understand what background the writers and those the writings were addressed to had, under what circumstances the texts were written and what the purpose was. For that we needthose in the Church who were annointed and who are in apostolic succession - along with those they gave authority to. Only then can we understand the true meaning of the Holy Scripture and trust its interpretation as being in line with what the authors had in mind!

Gemeinden Christi: Eine Kurzanalyse

Posted on August 12, 2014 at 1:25 PM

Hier eine kurze Analyse meiner Erfahrungen bei den Gemeinden Christi –verfasst in brüderlicher Zuneigung und gedacht als konstruktive Anregung zu Veränderungen:

 

• Egal welch noble Motivationen dahinter stehen mögen, die zentrale Stellung einzelner (bis hin zur Dominanz) ist unbedingt zu vermeiden. Sie ist höchst ungesund für die geistige Entwicklung der Gemeinde und des Betreffenden selbst. Wenn theologische Analysen auf Knopfdruck kommen und unreflektiert wiederholt werden, befindet sich die Gemeinde im Stillstand, nicht in einer nach vorne gerichteten Weiterentwicklung.

 

• Besonders kleine Gemeinden neigen dazu, den Missionsauftrag Jesu zu vernachlässigen. Eine Gemeinde ist aber kein religiöser Club, sondern soll Kraft geben, die frohe Botschaft weiter zu verkünden! Menschen werden nicht von draußen kommen und an die Türen klopfen, da muss man/frau sich schon einen Ruck geben und das gewohnte Umfeld verlassen!

 

• Gewollt oder ungewollt – Gemeinden Christi sehen sich in der Regel als die einzig wahre Gemeinde – auch wenn man oft anfügt, dass auch andere Christen seien (aufgrund der eigenen Auslegung bleibt aber meist nur die „Gemeinde Christi“ übrig!). Abgesehen vom theologischen und historischen Irrtum dieser Sichtweise kann sie zur Abschottung von der Welt bis hin zur Sekten-Mentalität führen (womit ich NICHT sagen will, dass Gemeinden Christi Sekten seien!)

 

• Als Folge davon findet eine Ökumene , also etwa gemeinsame Treffen und Aktionen sowie der Austausch mit anderen Gemeinden oder in überkonfessionellen oder gar interreligiösen Gremien praktisch nicht statt. Zum einen soll die eigene Lehre nicht „verwässert“ werden, zum anderen rührt das wohl aus einer Art Bequemlichkeit – man gefällt sich selbst ganz gut. Warum die eigene heile Welt verlassen? Jesus hat aber nicht zigtausende einzelner Konfessionen, die irgendwie eine spirituelle Kirche bilden, begründet, sondern eine körperliche Kirche. Die Wiederherstellung dieser Einheit ist daher ein Auftrag für alle Christinnen und Christen und darf nicht einfach vernachlässigt oder gar ignoriert werden.

 

• Theologische Glaubensgrundsätze werden zwar Mantra-artig wiederholt, aber in der Regel nicht hinterfragt. Ein Glaube muss aber stark genug sein, um sich kritischen Rückfragen auszusetzen. Irrtümer jedoch werden auch nicht dadurch richtiger, dass sie immer und immer wieder wiederholt werden.

 

• Die (teilweise) Abhängigkeit besonders kleinerer Gemeinden von US-amerikanischen Partner-Gemeinden sollte so schnell als möglich aufgegeben werden. Sie führt zu geistiger wie wirtschaftlicher Bequemlichkeit und kann dem Missionsauftrag Jesu Christi im Weg stehen.

 

• Wer die „Wiederherstellung des Urchristentums“ propagiert, muss sich schon einige Fragen gefallen lassen. Zum einen sollte man sich hierfür mit den historischen Zeugnissen des Urchristentums (etwa der Kirchenväter) befassen, zum anderen kann und darf das Christentum des 1. Jahrhunderts nicht so einfach in das 21. Jahrhundert übertragen werden. Damals ist die Saat gesät worden, die dann langsam aufging und wuchs. Sie künstlich auf ein – in der Form nie da gewesenes – Niveau halten zu wollen, hat mit dem ursprünglichen Kirchenverständnis wenig zu tun!

 

• Kritik an anderen Konfessionen – insbesondere der Katholischen Kirche – wird manchmal mit unehrenhaften Mitteln geführt. Ich kann mich auf einen gefalteten Flyer erinnern, auf dem außen (sinngemäß) stand: „Was Jesus zum Thema Kindstaufe sagte:“ – und innen dann ein leeres Blatt war. Die Kindstaufe kann sehr wohl historisch und theologisch begründet werden, und wer sie kritisiert, sollte sich doch zumindest mit den Argumenten der Katholischen Kirche (aus erster Quelle!) auseinander setzen. Ein leeres Blatt zu zeigen, ist eigentlich ein Armutszeugnis für einen selbst.

 

• Ein weiterer Kritikpunkt sind die für alle protestantischen Gemeinden mehr oder weniger geltenden Grundsätze sola scriptura, sola fide und sola gratia (ja, ich sage bewusst protestantisch. Entgegen der abstrusen Geschichts-Verzerrung, die die Grundlage für eine „wahre“ und irgendwie im Untergrund vorhandene und dann im 19. Jahrhundert wieder auftauchende Gemeinde Christi liefern soll, sind auch Gemeinden Christi nur das, was auch alle anderen protestantischen Gemeinden sind: Abspaltungen von der Katholischen Kirche). Wer oben genannte Grundsätze vertritt, sollte sich auch einer theologischen Auseinandersetzung darüber stellen.

 

• Die eigene Sichtweise und Identität wird oft mit einer „Neutestamentlichen Gemeinde“ wiedergegeben – als ob es zwei Bibeln gäbe. Das Neue Testament ist aber im Alten enthalten – und das Alte kommt mit dem Neuen Testament zur vollen Entfaltung. Ohne dieses Verständnis sowie ohne Berücksichtigung allgemein gültiger Prinzipien für die Bibelauslegung wird man nie zu einem wirklich tragfähigen Verständnis derselben gelangen und einzelne Männer auch weiterhin ganze Gemeinden mit ihrer ganz eigenen Auffassung dominieren können.

 

• Bei aller Kritik sollten aber auch wir Katholiken eines nicht vergessen: Wir können eine Menge von Gemeinden Christi lernen. So etwa das verbindliche Leben als Christ, die Bereitschaft auch zur persönlichen Mission (wie etwa in großen Gemeinden Christi), das konsequente Betreuen der Gläubigen von der Geburt bis zum Tod, das praktisch gelebte Zeugnis einer christlichen Familie, das persönliche Engagement eines jeden Einzelnen, das traditionell christliche Familienbild und Rollenverständnis der Geschlechter, die – zumindest teilweise vorhandene – Bereitschaft auch zu schmerzlichen Veränderungen und vieles mehr.

 

Ich möchte sowohl die Glieder der Gemeinden Christi wie auch der Katholischen Kirche aufrufen, aufeinander zuzugehen, sich kennenzulernen und auseinanderzusetzen und so den nächsten Schritt zur endgültigen Einheit zu machen!

 

München, August 2014

 

Robert Gollwitzer