Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Missbrauch des Evangeliums

Posted on July 27, 2019 at 1:05 PM

Wenn mich was wirklich auf 180 bringt, dann sind es modernistische Priester, die das Evangelium dazu missbrauchen, ihre persönlichen Thesen zu untermauern. Sozusagen als göttliche Bestätigung der Richtigkeit ihres Denkens.

Da wird dann (in einer Messe vor Altenheimbewohnern!!) kurzerhand gefordert, dass die "alten Schläuche" ausgewechselt werden müssen zugunsten neuerer Versionen (da wird dann gerne mal der Zugang zum Priesteramt erwähnt), da es sonst alles "zerreißt". Das Einzige, was es hier zerreißt, sind vielleicht meine Nerven!

Genau solches modernistisches Gedankengut hat uns (die Kirche) doch in die Situation gebracht, in der wir heute sind! Anstatt sich auf das zu besinnen, was den katholischen Glauben ausmacht, werden dann noch radikalere Reformen gefordert, die uns noch schneller in den Untergang treiben! Solche Priester haben es verdient, dass ihnen ihre Schäfchen davonlaufen. Die Schäfchen wiederum haben nicht solche Priester verdient!

Was hat uns das 2. Vatikanische Konzil und all die Neuerungen (Pastoralreferenten, Gemeindereferenten, Pfarrgemeinderäte...) denn gebracht? Jedes Jahr neue Rekorde bei den Austrittszahlen! Aber wenn es um die Kohle geht (Stichwörter: Reichsdeputationshauptschluss, Kirchensteuer, Gehälter), sind einem die "alten Schläuche" doch noch gut genug! Da wird dann auch die eindeutig kirchenrechtlich nicht zulässige Praxis, Gläubige, die austreten, um die Kirchensteuer nicht mehr zahlen zu müssen, mit einem "Abfall vom Glauben" gleichzusetzen, wieder aufgewärmt. Das ist ganz einfach falsch!

In bester/übelster Apologetik wird dann weiterhin angeführt, dass es damals nicht die Tradition, sondern andere Umstände gewesen seien, die die Gläubigen bei der Kirche gehalten hätten... Quatsch mit Soße!

Ich kann es kaum erwarten, dass das jetzige System zusammenbricht und all die bezahlten Berufskatholiken das Weite suchen. Dann können wir mit dem verbliebenen Rest wieder von Neuem beginnen.

Das Kreuz mit den Schwulen...

Posted on December 29, 2018 at 11:15 AM

Nicht nur die Kirche als Ganze, sondern auch ihre Glieder und sogar christliche Einrichtungen (etwa "Ex-Gay Ministries") tun sich schwer mit den "Schwulen" - also Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, insbesondere denen, die diese ausleben.


Das geht von völliger Akzeptanz oder totaler Gleichgültigkeit ("Leben und leben lassen", "wenn sie sich doch lieben", "solange sie niemandem weh tun") über Unsicherheit und damit Tapsen im Dunkeln ("Try & Error") bis hin zur herablassenden Arroganz ("Wir lieben den Sünder, aber hassen die Sünde" - als ob man selbst kein Sünder wäre!) oder gar dämonischer Verurteilung ("Ihr fahrt alle zur Hölle!" - Ja, die Bibel und die Lehre der Kirche reden von "Sünden, die zum Tod führen", es ist aber immer noch die Entscheidung Gottes, wer darunter fällt und wer nicht.).


Nichts davon ist wirklich hilfreich - weder für die Betroffenen noch für die Kirche als Ganze.


Wer Menschen liebt, will das Beste für sie - und das Beste ist immer noch das Beste in Gottes Augen, nicht in unseren. Wer Mitchristen nicht ermahnt, liebt sie nicht, sondern will nur Unannehmlichkeiten vermeiden. Wer jedoch nicht absolut jeden (!) Menschen bedingungslos (also ohne "aber" hinter "ich liebe dich"!) liebt, kann sich nicht als Jünger Jesu bezeichnen.


Jesus selbst hat die Sünderin, die gesteinigt werden sollte, gerettet - ohne dass sie einen Ton von sich gab (geschweige denn ihr bisheriges Leben bereute). Ja, Er wies sie anschließend darauf hin, fortan nicht mehr zu sündigen, das war aber keineswegs Vorraussetzung für Seine Liebe, die sich in Taten erwies.


Bezeichnenderweise aber vergessen die meisten den Missionsauftrag Jesu dabei, also hinaus(!!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu zu machen.


Das heißt demnach nicht, einfach nur kirchliche Veranstaltungen anzubieten, Homepages ins Netz zu stellen oder für Seelsorge-Angebote zu werben und zu warten, ob und bis jemand an die Tür klopft.


Nichts davon tat Jesu. Er ging ZU denjenigen Menschen, was Seinerzeit ein unglaublicher Skandal war!


So habe ich mich kürzlich und für einige Zeit in einigen schwulen Dating-Portalen angemeldet (für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht nachahmenswert!). Ja, in der "Höhle des Löwen" zu sein, ist für Christen nicht ohne Risiko - auch für mich war es schwer, in meine Vergangenheit zuirückzukehren. Nicht immer habe ich dabei eine gute Figur gemacht.


Habe ich es bereut? Nein!! Ich hatte einige erstaunliche Unterhaltungen und Treffen. Manch einer war überrascht darüber, dass hier einer war, dem es nicht einfach nur um potentielle Sexangebote auf dem Fleischmarkt geht und hat mir bereitwillig aus seinem Leben und von seinen Sorgen und Leidenschaften erzählt. Auch ich habe persönliche Dinge geteilt. Dadurch habe ich mehr gelernt als in Jahren "christlicher" Tätigkeit!


Die Menschen dort wissen größtenteils nichts von "Ex-Gay MInistries", sie haben oft augrund negativer Erlebnisse verzerrte Vorstellungen von dem, was Kirche ist und schon gar nicht können sie sich vorstellen, dass sie wegen sich selbst geliebt werden und dass es da noch ein anderes Leben jenseits der Szene gibt.


All das wird in meine künftige Tätigkeit einfließen.


Ich bin jedem dankbar, den ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Wenn die Kirche wie die Welt ist

Posted on February 3, 2018 at 1:40 PM

Ich komme eben von der Abendmesse in einem örtlichen Altenheim zurück.

Der Gottesdienst war in ziemlich allen Teilen ein Spiegelbild der deutschen Katholischen Kirche.

Für gewöhnlich ist der Priester in ein Gespräch mit einem Mitglied des Pfarrgemeinderats vertieft, wenn ich den Raum betrete. Ein kurzer Händedruck - und fertig.

Abgesehen davon, dass ich der Ansicht bin, dass sich ein Priester - alleine! - geistig auf das vorbereiten sollte, was nun kommt (schließlich gibt es nichts im Universum, was größer ist als der Moment, an dem Himmel und Erde in der Wandlung aufeinander treffen!), so sollte doch (nach der Messe) ein Anteilnehmen am Leben der Gläubigen selbstverständlich sein.

Ich habe mir irgendwann gedacht, mach du doch den ersten Schritt - was aber höflich und bestimmt abgewiesen wurde.

Nun gut. Irgendwann wird das Geplauder beendet und nahtlos die Messe begonnen (wie kann man sich eigentlich geistig so schnell auf das Wesentliche konzentrieren?).

Die Messe beginnt wie üblich.

In der Regel fällt die erste Lesung komplett weg. Warum eigentlich? Die erste und zweite Lesung ergänzen sich wunderbar und gemeinsam mit dem Evangelium bilden sie eine großartige Einheit. Warum dies den Gläubigen vorenthalten?

Heute fallen die Lesungen kommentarlos komplett weg.

Ein Wunder, dass noch das Evangelium verlesen wird.

Die Predigt ist wie gehabt - eine theologische Abhandlung, bei der der Priester wohl mehr oder weniger bewusst zeigen will, was er gelernt hat. Schön und gut in der Uni - völlig fehl am Platz in einem Altenheim.

Wie üblich werden Bibelverse auch heute immer wieder mal kurz verwendet (missbraucht?), um das, was der Priester persönlich unter "Reformen" versteht, als gut und gottgewollt darzustellen (die theologische Darstellungsweise soll hier wohl noch zusätzliche Autorität verleihen). Im Englischen nennt man das "proof texting" - das Ausschneiden einzelner Bibelverse aus dem Kontext, um damit die eigene Meinung zu unterlegen und zu "beweisen".

Ebenfalls wie üblich ist die Predigt irgendwie richtig und irgendwie belanglos. Jedesmal frage ich mich, was denn eigentlich die zentrale Botschaft der Predigt ist. Und jedesmal habe ich keine Ahnung. Ich vermute, die anwesenden Alten noch viel weniger. Würde man irgendjemand nach der Messe nach der Predigt oder einer der Schriftlesungen fragen, würden wohl die wenigsten eine Antwort geben können.

Angesichts des Austreibens von bösen Geistern durch Jesus, von dem im Evangelium die Rede war, kommt ein kurzer Verweis darauf, dass dies eine "bildhafte Darstellung" (sprich eine Art Symbol und keineswegs die Realität) sei. Da werde ich zum ersten Mal zornig. Nicht nur, dass ganze Pfarreien seit Jahrzehnten nichts von Dämonen, bösen Geistern, Satan, Hölle und Verdammnis gehört haben, jetzt wird das sogar als "bildhaft" dargestellt. Das ist verantwortungslos für einen Hirten.

Ich denke mal, da werden einige spätestens nach dem Tod sehr überrascht sein.

Kurz vor dem Schlusssegen dann stellen sich die Kandidat*innen für die anstehende Pfarrgemeinderatswahl vor.

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich den Pfarrgemeinderat als gutgemeintes, aber gescheitertes Experiment in Folge des II. Vatikanischen Konzils sehe. Hier wollen Laien, die wenig bis gar keine theologischen Kenntnisse haben, an kirchlichen Entscheidungen und Glaubensfragen beteiligt werden, von denen sie schlicht keine Ahnung haben. Gut gemeint und schlecht gelaufen. Eine Plage für unzählige Priester. Kein Wunder, dass diese eine Identitätskrise haben.

Ich höre jeder einzelnen Kandidatin zu (nur ein Mann darunter - ebenso ein Bild für unsere deutsche Kirche).

Bei keiner einzigen könnte man sagen, das hat wirklich etwas mit der Katholischen Kirche zu tun. Sie wollen alle Gutes tun, sich um das gemeinschaftliche Leben kümmern oder einfach "ihren Beitrag leisten" (wobei dies nicht näher bestimmt wird).

Was um Himmels willen unterscheidet so eine Gemeinde von einem atheistischen Nachbarschaftsverein? (Fast) gar nichts.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich bin der festen Überzeugung, dass sowohl die Kandidat*innen wie der Priester die besten Absichten haben. Das Gegenteil von "gut" ist aber "gut gemeint". Dieses "gut" ist leider nicht gut genug für die Kirche.

Kein Mensch braucht so einen Wohlfühl-Verein und es ist somit nur folgerichtig (wenn auch traurig), dass viele Menschen die Katholische Kirche in Deutschland verlassen (international steigt die Zahl der Katholiken!).

Menschen wie ich gelten als "aggressiv", "fundamentalistisch", "engstirnig", "altmodisch" (im Gegensatz zur eigenen, Möchtegern-fortschrittlichen Einstellung). Sei's drum.

Die deutsche Kirche ist am Schrumpfen. Das ist gut so und notwendig. Papst Benedikt hat das bereits 1969 in beinahe prophetischer Art und Weise vorausgesehen.

Wir müssen schrumpfen, um wieder zu dem zurückzufinden, was wir eigentlich sind:

Der Leib Christi.


München, 03.02.2018


Robert Gollwitzer

Wellness-Angebote mit christlichem Touch?

Posted on January 4, 2018 at 3:20 PM

Wenn Pastoralreferenten und sonstige kirchliche Angestellte nun für Wellnessangebote mit einem christlichen Touch zuständig sind, könnten manche doch auf die Idee kommen, nachzufragen, wofür ich diese Angestellten - oder gar die ganze Kirche? - noch notwendig sind. Das können nämlich andere besser.

Von ihrem ursprünglichen Auftrag (der u.a. das Liebes- und Missionsgebot beinhaltet) hat sich Mutter Kirche (bis auf wenige Ausnahmen von Einzelkämpfern, die dann als "Fundamentalisten beschimpft werden) wohl nun verabschiedet.

Distorting the Truth

Posted on June 13, 2017 at 3:50 PM

Distorting the Truth

It's how the Church of Nice makes its living.

 

The Church of Nice, which is the controlling entity today in the Church, speaking from a human level, is completely off the mark. All the talk we hear today from these quarters is about joy and emotion and going out to the peripheries and accompanying and having encounters. These are all the euphemisms and mechanisms for the so-called New Evangelization; and there is a foundational problem here with this whole effort, a philosophical issue. And this is it — there is a presumption that what needs to be done first is evangelization and the importance of catechesis is just skipped over. The Great Commision from Our Lord to His Church was to make disciples of all nations, "Teach them to observe everything I have commanded you."

 

The commission to convert the world was not one based on emotion and feelings. It was pure and simple a divine mandate to teach, which means presenting something to the intellect so it can apprehend it. And not just teach, but to teach everything. A great whitewashing or perhaps, better, a great morphing of the Great Commission has happened in the Church of Nice. The teaching of authentic Catholic doctrine —catechesis in its fullness — is downplayed and substituted for the best way to make people feel about being curious about the Faith. It is excused as "we can't tell them everything right at once."

 

On the one hand, sometimes things do have to be presented in a systematic way, step by step. But that doesn't mean you just never get to the teaching in its fullness — again, the fullness and just make people feel good about Jesus and kind of "ease" their way into the Church based on emotions. If they aren't "easing" into the the Church in its completeness, they aren't really entering into the Church in a significant way.

 

In fact, listen to the words that a baptised convert says publicly when coming into the fullness of the Faith, "I believe and profess all that the holy Catholic Church believes, teaches and proclaims to be revealed by God." Notice the word "all" and the verb "teaches." There is no wiggle room there. None whatsoever. And notice the absence of any terms like joy, accompaniment, encounter. Those are terms the Church of Nice likes to apply to evangelization efforts. But notice, when someone comes into the Church, it is matter of the intellect and the will, not emotion.

 

This over-emphasis on emotion, to the neglect of the intellect is what will prevent any rebuilding of the Church. For someone to die as a martyr is an act of the will, born from the certain knowledge that Jesus Christ is King. The motivation for martyrdom is not born from an emotion — ever. Love is not an emotion. It is an exercise in the act of the will, again, nothing to do with emotion. A person may have an emotional response after the intellect has decided and the will has chosen, but emotion comes last in that trilogy.

 

See here's what's going on, really going on with this new approach based on emotion. The bishops have come to the point, even though they have had to be dragged to this point kicking and screaming and denying, to the reality that the Church in America is on life support. Every single marker — demographic, poll, survey, analysis and evaluation — points to the same conclusion; the Catholic Church is on it's way to extinction in the United States. This can hardly be surprising however. The Church in Europe has become extinct or near extinct in many areas of Europe. The United States is just catching up to the Church in Europe, which is in total freefall.

 

For many decades prior to that freefall, bishops and theologians in Europe were undermining the Church through abuses in liturgy, the malformation of seminarians, the injection of bad theology into various religious orders and institutes. This entire scene was presided over by bad bishops - some willfully, others ignorantly but bad bishops nonetheless. What happened in Europe starting in the late 1950s was just delayed over here in the United States by about 10–15 years. So what happened to the Church in Europe as a result of the betrayal of the Faith, is just happening over here, just about a generation behind.

 

Time and time again, U.S. bishops have publicly stated that catechesis, knowledge of the Faith, the teaching, was not done and needs to be done. Yet in the midst of this disaster, instead of ensuring that the Faith is clearly and completely taught, we're talking about accompanying and encountering and joy. What is it that they don't understand — listen clearly — Catholics do not understand the Faith. They cannot evangelize because they do not know what they are to evangelize.

 

We aren't Protestants. We don't make it up as we go along. We don't just write off anything that comes into our minds as the prompting of the Holy Spirit. The Second Person of the Holy Trinity said point blank that the Third Person of the Holy Trinity would lead us to all truth. So in short, the Church had fallen into complete disrepair. The bishops have been the last ones to notice. Now, nearly all of them are in the tank that the way to "save the Church" is to run around being joyful and evangelizing without people really knowing what they're talking about.

 

Why aren't dissident priests being dumped, and there's no shortage of them. Why aren't bishops purging the horror of homosexuality from their own ranks and those of their priests? Why aren't principals of Catholic schools being ordered to teach the entire truth of the Catholic faith? Why the constant droning on about political things like immigration and climate change and barely ever a word about the evils of birth control, for example? The excuse given for not presenting the hard teachings, is that people aren't ready to hear them. That is beyond stupid.

 

For a crowd always going on about the Holy Spirit, they sure don't want to leave much room for that same Spirit in the hearts of potential converts to respond overwhelmingly when they hear the hard truths. That's what the first of the bishops did on the birthday of the Church. St. Peter on Pentecost, he went out laid it down very directly, "Men of Jerusalem, this Jesus whom you crucified, God raised from the dead." He explained to their intellects, not their emotions, that Jesus Christ is God and the Church is now the full realization of the people of Israel.

 

Why is there always this quisling, weak-kneed, feminized, emotional response on the part of the bishops and many of their staffers when it comes to just saying exactly what the Church is? The Catholic Church is the sole means of salvation established by the Son of God. If that truth makes any Catholic clergy, priests or prelates uncomfortable, then you should resign your office.

 

(Source: https://www.churchmilitant.com/video/episode/vortex-distorting-the-truth?mc_cid=08669e0b6b&mc_eid=fe11e644b6)

Die AfD und die Katholische Kirche

Posted on March 9, 2017 at 5:15 PM

Die deutschen Bischöfe haben vor einiger Zeit einseitig und ohne äußeren Druck das kirchliche Arbeitsrecht dahingehend geändert, dass jemand, der in Scheidung oder in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt oder sonst wie grob gegen die katholische Moral- und Sittenlehre verstößt, nicht mehr automatisch gekündigt wird (ich frage mich, wie dieser Mensch dann glaubhaft nach außen für die Kirche eintreten kann!). Dementsprechend findet man in der Kirche selbst wie in kirchlichen Organisationen einiges an Lebensformen, die dem katholischen Glauben widersprechen, ja spotten. Selbst auf die Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche wird nicht mehr so sehr Wert gelegt wie früher. So finden sich bei uns viele nicht-katholische Christinnen und Christen, Atheisten, Moslems etc. Der Anteil muslimischer Pflegekräfte in kirchlichen Altenheimen scheint zu steigen. Gleichzeitig wirbt man eben diese Pflegekräfte aus den Heimatländern ab - wo sie dann fehlen. Innerkirchliche Seelsorge scheint sich auf ein Wohlfühl-Christentum zu beschränken. Eine Katechese - also eine Glaubensvermittlung - findet nicht mehr statt. Wir sind Großkonzerne geworden. Die arme Kirche existiert nur mehr auf dem Papier. Die Bistümer sind teils Multi-Milliarden Unternehmen und kirchliche Wohlfahrtsverbände - auch angesichts des Flüchtlingsstroms - am wachsen.

Diese Reihe lässt sich noch lange fortsetzen (zur Anmerkung: ich bin gläubiger Katholik und liebe meine Kirche und meinen Glauben - deshalb will ich beides nicht denen überlassen, die offenbar momentan das Sagen haben!).

Jetzt meint die Bischofskonferenz, eine AfD-Mitgliedschaft sei nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar (im Übrigen ein grober Verstoß gegen das Grundgesetz bzw. das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, nach dem niemand wegen seiner politischen Überzeugung benachteiligt oder diskriminiert werden darf). Da schießt mir angesichts all dessen die Zornesröte ins Gesicht (ich bin seit 25 Jahren in der Katholischen Kirche angestellt!!). Gleichzeitig ist es offenbar kein Problem, in einer der "großen" Parteien aktiv zu sein, die offen für Abtreibung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und so einiges mehr eintritt, was ein Christ nie und nimmer für gut heißen kann.

Es ist höchste Zeit, dass jeder gläubige Katholik und jede Katholikin jetzt aufsteht und für unseren Glauben und unsere Kirche eintritt!

Church for the Poor?

Posted on March 6, 2017 at 4:25 PM

Dear Pope Francis,

they keep on saying you want a Church for the poor. Don't we all. The problem with that: this Church does not exist. Here in Germany, the dioceses are multi-billion Euro companies (!) which are a far cry away from being a Church of the poor. From what I hear the Vatican itself has not laid open its wealth so far either (not to mention giving it away), so nobody really knows how much belongings you have. What you are saying sounds nice - like everything you say and do - but the local bishops don't seem to mind much. Besides, the Bible does not only talk of the "materially poor", but most of all the poor in Spirit. For this reason a healthy catechises might be best to begin with. Few Catholics know what the Church really teaches and why. From what I get to hear from you and the cardinals and bishops, I am not really surprised though. For decades instruction in the faith has been neglected. Liberal theology has gained ground. Now we have a pick-and-choose cafeteria Catholicism where almost everything goes. And it gets worth. You as the Bishop of Rome and the Pope are in charge right now and responsible for the Church. As such I ask you to step down to prevent further damage for the Body of Christ. The Catholic Church is in its worst shape at the moment and much of it has been caused by you. Hugging kids in front of cameras is nice, but it certainly is not enough to lead 1,2 billion Catholics.

World Youth Day 2016

Posted on July 31, 2016 at 6:05 AM

1.5 million youths at the concluding mass of the World Youth Day in Krakow. Great. Now when they are all at home again, you won't see most of them again. You will look in vain to see their faces in the Sunday masses. You will not see them on vacation days of religious orders. So what is WYD? A short and emotional hype or a tremendous potential that lies bare? If so, what can be done so it bears rich fruit?

Gesund Schrumpfen

Posted on July 13, 2015 at 12:25 AM

Die Katholische Kirche muss gesund schrumpfen. Solange sie mit Kirchensteuer-Einnahmen vollgepumpt wird und diverse staatliche Vergünstigungen genießt, wird sich in der Kirche gar nichts ändern. Sie ist und bleibt ein Großkonzern, der als Institution zumindest hier in Deutschland nur mehr wenig mit dem Grundgedanken der christlichen Kirche zu tun hat. Solange aber Berufskatholiken in den Ordinariaten sowie "liberale" (sprich: mit dem katholischen Glauben nur mehr wenig zu tun habende) Theologen und Geistliche den Kurs bestimmen, werden wir uns immer weiter vom Ausgangspunkt entfernen und bald Gefahr laufen, nur mehr ein spirituelles Wellness-Angebot unter vielen zu sein oder gar völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Gemeindeleben

Posted on June 28, 2015 at 1:35 PM

Sind katholische Gemeinden mittlerweile Treffpunkte religiöser Vereine mit einem sozialen Touch?

 

Alleine die Frage klingt provokant. Und doch – ist da was dran?

 

Ich bin umgezogen und neu in meiner katholischen Ortsgemeinde. Von dem, was ich bisher mitbekommen habe, liegt diese doch erheblich über dem Durchschnitt und es scheint viele sehr engagierte und gläubige Menschen dort zu geben. Selbst die Predigten sind um Welten besser als anderswo. Zu meiner großen Freude gibt es sogar Bibelgruppen, nach Altem und Neuem Testament getrennt.

 

Was also ist mein Problem?

 

In der Schule hätte man gesagt: Hart an der Thema-Verfehlung vorbei.

 

Am heutigen Sonntag etwa gab es ein Gemeinde-Frühstück, das liebevoll im Park vor der Kirche aufgebaut wurde. So versammelten sich nach dem Gottesdienst die Gläubigen vor dem Gebäude und plauderten. Ich hielt mich bewusst länger auf und bin auch nicht aktiv auf andere zugegangen, um zu testen, wie die Reaktion der Anwesenden sein würde. Da ist also erkennbar ein Fremder, der offensichtlich Anschluss sucht und nicht findet und etwas verloren rumsteht. Niemand ging auf mich zu, sprach mich an, lud mich ein oder was auch immer.

 

Die Anwesenden spiegelten wohl das Bild einer typischen katholischen Großstadt-Gemeinde wieder: Mittel- bis Oberschicht. Man war offenbar gerne unter sich, traf sich, feierte Gottesdienst, organisierte mit viel Einsatz Veranstaltungen.

 

Alles schön und gut (und das meine ich wirklich so) – nur ist es das, was Jesus im Sinn hatte?

 

Er hat uns nicht aufgetragen, uns wie ein religiöser Club zu versammeln und ein Freizeitangebot mit katholisch/sozialem Anstrich ins Leben zu rufen.

 

Jesus gab uns das Große Gebot (Gott und den Nächsten wie sich selbst zu lieben) und den Missionsauftrag (hinaus (!!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Seinen Jüngern zu machen).

 

Das ist erheblich mehr, als das, was in unseren Gemeinden gemacht wird.

 

Nehmen wir das heutige Gemeinde-Frühstück: Hier sollten wir nicht nur unter uns sitzen und Frühstücken (dafür brauche ich keine katholische Gemeinde!), sondern bewusst den Kontakt zu und mit denen suchen, die auch Jesus angesprochen hätte: All die in unserem Viertel, die Ihn am Nötigsten brauchen: Arme, Obdachlose, Flüchtlinge, Prostituierte, Drogenabhängige, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, Einsame usw.

 

Aus meiner eigenen Erfahrung heute muss ich aber auch sagen, dass jeder der oben genannten – sollte er denn je den Weg hierher von sich aus finden (was ich kaum annehme) – sich wohl völlig fehl am Platz vorkommen würde.

 

Auch der Stand der Firm-Vorbereitung wurde im Gottesdienst vorgestellt. Es war schön, zu hören, wie viel Mühe man sich gab, den jungen Menschen soziale Not beispielhaft zu zeigen, sie zu eigenen Aktionen zu ermutigen und dafür zu sorgen, dass sie Spaß haben.

 

Schön und gut – aber leider nicht genug.

 

Der damit erreichte Effekt ist zwar lobenswert, wird aber schnell verpuffen. Nicht umsonst sah man wenig Jugendliche und junge Erwachsene in der Messe. Es wäre weitaus sinnvoller, unserem Nachwuchs von Kindheitsbeinen an sowohl den katholischen Glauben in regelmäßigen Zusammenkünften mit gemeinsamen Aktionen nahezubringen, als auch sie schon „von Anfang an“ an den Kontakt mit denen zu gewöhnen, deren Kontakt auch Jesus gesucht hätte. Werke der Liebe und Barmherzigkeit werden so als etwas Selbstverständliches angesehen. Gleichzeitig wird auch ein umfassendes Verständnis des katholischen Glaubens vermittelt – ein Schatz, der gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

 

Kurz und gut: Es ist eine tolle Gemeinde, hat aber Potential zu einer außergewöhnlichen Gemeinschaft.

 

München, 28.06.2015

 

Robert Gollwitzer​