Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Gutes tun

Posted on August 1, 2016 at 3:40 PM

Wer etwas "Gutes" tut, also anderen Menschen in irgendeiner Form hilft oder helfen will, sollte im Kopf immer folgende Checkliste haben:

 

1. Subsidiarität: Ich helfe Menschen nur dort, wo sie sich nicht selbst helfen können und wenn möglich befähige ich sie, dies zu tun.

2. Ich höre immer wieder in mich hinein: Warum tue ich das eigentlich? Wirklich nur für die anderen oder weil ich damit - bewusst oder unbewusst - ein eigenes Gefühl oder Bedürfnis befriedigen will? Beispiele: Emotionale oder soziale Bedürfnisse, Geltungsbedürfnisse, Bedürfnis danach, gebraucht zu werden, gerne im Mittelpunkt stehen oder kommandieren, Helfer-Syndrom etc. Am besten in Supervision.

3. Ich sorge dafür, dass ich auch fachlich qualifiziert bin.

4. Ich achte auf meine eigene körperliche, psychische und spirtuelle Gesundheit.

5. Ich gebe meinen Glauben und meine Überzeugungen dabei nicht ab.

6. Ich werte Kritik nicht automatisch als persönlichen Angriff.

7. Ich tue dies uneigennützig und bedingungslos. So darf ich meine Hilfe nicht nur auf Menschen einer Religion beschränken. Auch muss ich damit rechnen, dass sich der Hilfeempfänger nicht zwangsweise danbkbar zeigt.

8. Ich sage den Hilfeempfängern, was sie hören müssen und nicht nur, was sie hören wollen. Ebenso verfahre ich mit meinen Taten.

9. Ich liebe andere, weil Gott mich zuerst geliebt hat.

10. Wenn ich etwas Gutes tue, rede ich nicht darüber. Ich gebe nicht damit an und halte mich nicht für etwas Besonderes deswegen.

Hilfe in Notlagen?

Posted on July 24, 2016 at 8:35 AM

Hilfe in Notlagen? Aber klar doch, aber bestenfalls Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Subsidiaritätsprinzip! Manchmal kommt mir schon die Galle hoch, wenn Menschen einen Job haben, der nicht zum Leben reicht, den Rest mit Grundsicherung aufgefüllt bekommen und dann meinen, sie "dürften" nicht mehr verdienen, da ihnen sonst die Sozialhilfe gekürzt werde. Na und? So soll es doch sein? Oder Menschen, die die eidesstattliche Versicherung abgeben und dann meinen, sie "dürften" nicht mehr wie einen Betrag X verdienen, da ihnen das sonst gekürzt werde. Na und? Dann gehen eure Gläubiger wenigstens nicht ganz lehr aus! Sollten Schulden nicht bezahlt werden?

Weiter im Text: Menschen, die Schulden bei anderen machen, die sie lange kennen und bei denen sie wissen, dass ein gewisses Vertrauens- und Freundschaftsverhältnis da ist. Wohl wissend, dass sie diese Schulden nie zurück zahlen können - und vielleicht auch gar nicht wollen. In den Urlaub fahren kann man aber schon.

Suppenküche? Manna? Münchner Tafel? Kleiderkammer? Möbellager? Ist ja schön, dass Lebensmittel und gebrauchte Sachen wiederverwendet werden. Nur unterstützt man damit die Unselbständigkeit der Notleidenden (warum sollten sie den Hintern bewegen, wenn sie alles umsonst bekommen?) und hindert den Staat davon, seiner Verantwortung den Notleidenden nachzukommen (es gibt ja genügend Ehrenamtliche, die das machen).

Wenn man dann aus welchen Gründen auch immer berechtigterweise Hartz IV oder Grundsicherung bezieht, wäre es da nicht angemessen, sich ehrenamtlich zu betätigen, um zumindest eine Gegenleistung für die Gesellschaft zu erbringen? Außerdem sieht es in jedem Lebenslauf besser aus, wenn man nachweisen kann, man hätte sich ehrenamtlich betätigt, als wenn da nur steht, er/sie hat Geld vom Staat bekommen und nichts dafür getan. Ganz abgesehen davon bekommt man so den Fuß in die Tür so mancher Firma.

Obdachlose? Natürlich muss man hier das individuelle Schicksal betrachten und ihnen wieder auf die Füße helfen. Mein Mitleid hält sich aber in Grenzen, wenn die Betreffenden das nicht wollen. Niemand muss obdachlos sein. Wer will, bekommt von der Stadtverwaltung eine Unterkunft, Verpflegung, Sozialberatung etc. zugewiesen. Wer trotzdem obdachlos ist, ist dies, weil er/sie das will (!) - und dagegen ist kein Kraut gewachsen.

Mag sein, dass ich nun einigen auf den politisch korrekten Schlips getreten bin. Sei's drum. Das musste mal gesagt werden.

Kein Ende mit der Not?

Posted on July 1, 2016 at 10:10 AM

Viele Politiker haben auch enge Verbindungen zu Wohlfahrtsunternehmen. Können die Entscheidungen dieser Politiker dann wirklich unabhängig und neutral sein? Je weniger Hilfsbedürftige jeglicher Art es gibt, desto weniger verdienen diese Unternehmen doch! Ich will nicht behaupten, dass diese nur schlechte Arbeit machen, aber Ziel muss doch sein, die Not zu beenden und nicht noch größer werden zu lassen. Bin ich wirklich frei in meiner Entscheidung, wenn ich - oder die Organisation, mit der ich verbunden bin - an ebendieser Not verdiene (und sei es durch staatliche Unterstützung)?

Langzeitarbeitslose

Posted on January 1, 2016 at 11:05 AM

Konzept für die Arbeit mit Langzeitarbeitslosen im Rahmen eines christlichen Vereins

 

 

1. Notwendigkeit

 

Trotz der vergleichsweise guten wirtschaftlichen Lage hier in München gibt es immer noch viele Langzeitarbeitslose in dieser „Stadt mit Herz“. Trotz einiger guter Projekte und individueller Versuche, hier etwas zu verändern, gibt es kein strukturiertes Projekt, das langfristig und ergebnisorientiert in dieser Richtung arbeitet. Ziel- und planlose „Fortbildungsmaßnahmen“ oder eine Sozialarbeit, die sie nur in der Unselbständigkeit und Abhängigkeit belässt, helfen hier nicht weiter. Wir müssen die Dinge in die Hand nehmen und zeigen, dass auch diese Menschen noch etwas geben können sowie einen Anspruch auf eine erfüllende Arbeit haben.


 

 

2. Zielgruppe

 

Die Zielgruppe, mit der gearbeitet werden soll, ist alles andere als homogen. Es finden sich Menschen verschiedener Nationalitäten und Hintergründe. In der Regel sind es jedoch Menschen mit niedrigerem Ausbildungsstand als der Bundesdurchschnitt. Auch der Migranten-Anteil ist vergleichsweise höher. Die persönlichen Befindlichkeiten sind in der Regel abhängig von der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Fähigkeit, mit Problemen umzugehen. Nicht behandelt werden können in diesem Projekt psychische Erkrankungen, insbesondere Suchtproblematiken. Vom Einzugsgebiet her ist im Grunde München mitsamt seinem Umland betroffen, wenngleich der U-Bahn-Bereich (also Innenstadt und angrenzende Stadtteile, besonders „Problemviertel“ wie Neuperlach) besonders im Fokus stehen dürften.


 

 

3. Problematik der Zielgruppe aus verschiedenen Perspektiven

 

a) Bildungsstand. Hier ist in der Regel Nachholbedarf gegeben. Oft mangelt es an notwendigen Deutschkenntnissen (selbst bei deutschen Staatsbürgern). Mängel gibt es auch hinsichtlich der Sozial-, Handlungs-, Methoden- und Fachkompetenz sowie bei grundlegenden Fachkenntnissen (Buchhaltung, EDV, Fremdsprachen, Zeitmanagement). Weiterhin fehlen teilweise Kenntnisse über eigene Rechte und Pflichten sowie Hilfsangebote.

 

b) Motivation. Mit der Dauer der Arbeitslosigkeit nimmt oft auch die Motivation ab, etwas an der eigenen Lage zu ändern. Die Menschen werden passiv und apathisch und ergeben sich ihrem „Schicksal“.

 

c) Psychische Verfassung. Ebenso steigt mit der Dauer der Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung (geschwächtes Selbstwert-Empfinden, Depression, Angststörung, Erkrankungen aus dem neurotischen Spektrum etc.).

 

d) Körperlicher Zustand. Menschen, die länger arbeitslos sind, sind im Durchschnitt in körperlich schlechterem Zustand als die arbeitende Bevölkerung (Erkrankungen in Folge eines ungesunden Lebensstils, nachlässiges Äußeres, geknickte Körperhaltung etc.) . Dies liegt teils an der finanziellen Situation, teils daran, dass sie sich gehen lassen und keine Hoffnung auf Veränderung mehr haben.

 

e) Soziales Umfeld. Hier gibt es erhebliche Unterschiede bezüglich des familiären Hintergrundes, des Vorhandenseins eines Freundeskreises oder der Fähigkeit, soziale Kontakte zu initiieren.

d) Sinnsuche. Mit anhaltender Arbeitslosigkeit geht oft auch die Frage nach dem Sinn des Lebens einher.

 

e) Soziale Situation. Problematik hier: Finanzielle Sorgen bis hin zur Überschuldung, Probleme im Mietverhältnis, Vereinsamung bis hin zur Verelendung, Überforderung hinsichtlich der Erwartungen von Behörden, im schlimmsten Fall auch völliges Aufgeben oder Abgleiten in die Obdachlosigkeit.

 

d) Ziele. Was genau soll beim Einzeln erreicht werden? Eingliederung in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt? Qualifizierungsmaßnahme? Rehabilitation? Antrag auf Erwerbsminderungs-Rente?

 

e) Case Management. Welche soziale oder sonstige Organisationen oder Individuen können wie mithelfen? Welche Synergie-Effekte sind möglich?

 

f) Ressourcen. Welche Ressourcen sind vorhanden? Welche notwendig?

 

g) Potential. Was ist möglich? Was kann der Betreffende erreichen? Was ist hierfür nötig?

 

h) Situation. Was ist zuallererst nötig? Wie kann man es organisieren und wer tut das?

 

i) Planung. Wie sieht die weitere Planung aus? Was sind kurz-, mittel- und langfristige Ziele? Bis wann ist was zu erreichen und wer ist dafür verantwortlich? Wann wird das erste Mal überprüft?

 

j) Überprüfung. Zu welchen Zeitpunkten und mit welchen Maßstäben überprüft man die Zielerreichung? Welche Maßnahmen werden wann und von wem getroffen, wenn die Zielerreichung gefährdet ist?

 

k) Evaluation. Nach Abschluss: Was ist gut gelaufen? Was ist nicht so gut gelaufen und warum nicht? Was kann wer besser machen?


 

 

4. Zielsetzungen

 

a) Bildungsmaßnahmen. Welche staatliche Unterstützung gibt es für Bildungsmaßnahmen? Gibt es qualifizierte Menschen, die ehrenamtlich Unterricht geben? Sind Praktika möglich? Gibt es Lehrstellen oder Umschulungen? Welche Kenntnisse sind vorhanden und können vielleicht sogar innerhalb der Gruppe geteilt werden?

 

b) Gesunder Lebensstil. Gibt es Hauswirtschafterinnen, Ärzte, Psychologen, Heilpraktiker usw., die ehrenamtlich Seminare über einen gesunden Lebensstil geben? Welche kostenlose Angebote der Krankenkassen sind verfügbar? Sind regelmäßige Wanderungen oder gemeinsame Freizeitaktivitäten der ganzen Gruppe möglich?

 

c) Ehrenamtliche Tätigkeit. Solange noch keine Arbeit gefunden ist, soll angestrebt werden, den Betroffenen eine geeignete ehrenamtliche Beschäftigung zu vermitteln. So bleiben sie in einer täglichen Struktur, finden Sinn durch sinnstiftende Arbeit, machen vielleicht sogar erste Erfahrungen in einem neuen Beruf oder bei einem potentiellen Arbeitgeber und verrichten ihren Anteil an den Aufgaben in einer Gesellschaft.

 

d) Öffentlichkeitsarbeit. Aufbau einer Homepage, in der das Projekt sowie die Teilnehmer vorgestellt werden. Kontaktaufnahme zu potentiellen Arbeitgebern. Politisches Engagement und Information der Öffentlichkeit.

 

e) Rehabilitation. Welche Maßnahmen zur Wiederherstellung der körperlichen und/oder psychischen Gesundheit sind nötig, verfügbar und wie können wir sie organisieren? Hierzu gehört auch die Kontaktaufnahme mit den Trägern der Rehabilitation, den Ärzten, Psychotherapeuten etc., um eventuelle Maßnahmen mit unterstützen zu können.

 

f) Eingliederung. Unterstützende Maßnahmen auch nach Eingliederung in eine neue Tätigkeit, um eine Stabilisierung zu erreichen und bei Bedarf gegensteuern zu können oder Hilfestellung geben zu können.

 

g) Optimierung der persönlichen Situation. Ist vielleicht ein Umzug in ein Mehrgenerationen-Haus nötig oder möglich? Wie können soziale Kontakte gefördert und aufgebaut werden?

 

h) Aufbau von sinngebenden Angeboten. Kostenlose Seelsorge, spirituelle Auszeiten, Exerzitien, Angebot von sinnvollen und sinnstiftenden ehrenamtlichen Tätigkeiten, Bibelgruppen, Katechese, Berufungspastoral usw.

 

i) Aufbau und Stärkung der Resilienz.


 

 

5. Betreuungskonzept und Durchführung

 

a) Vorrang der Gruppenarbeit. Bei Bedarf (und nur dann!) Einzelgespräche.

 

b) Subsidiaritätsprinzip – Hilfe zur Selbsthilfe.

 

c) Verbindliche Zielvereinbarungen – mit Klienten und Mitarbeitern.

 

d) Aufbau eines Netzwerks von Hilfsangeboten, Organisationen, Einzelpersonen, Kirchen, Orden, Behörden, Medien und Politikern.

 

e) Verbindliche Fortbildung der Mitarbeiter.

 

d) Ideen-Management und Förderung von Innovation und Kreativität – sowohl hinsichtlich der Mitarbeiter als auch der Klienten.

 

e) Fundraising. Beschreiten von ungewöhnlichen, innovativen und neuen Wegen. Beantragung staatlicher oder sonstiger Mittel bzw. Unterstützung bei der Beantragung. Einladen der Presse, um Dokumentationen vor Ort zu machen.

 

f) Regelmäßige Informations-Veranstaltungen und gemeinsame Aktionen bzw. Ausflüge mit Mitarbeitern der Arbeitsagentur und der Sozialbürgerhäuser, Rechtsanwälten, Psychologen, Ärzten, Seelsorgern, Mitarbeitern von Bildungseinrichtungen, Firmenchefs usw.

 

g) Notfall-Pläne und Krisen-Management, sollten Probleme bei Klienten und/oder Mitarbeitern auftreten.

 

h) Supervision und Team-Besprechungen der Mitarbeiter.

 

i) Rückmeldungen von und bei in Arbeit vermittelten Klienten.

 

j) Evaluation der Arbeit im Team.

 

k) Gemeinsame Ausflüge des Teams mit und ohne Klienten.


6. Benötigtes Personal

 

Personalschlüssel: 1:200

Qualifikationen: Vier Sozialarbeiter, ein Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, eine Teilzeit-Reinigungskraft.


 

 

7. Unterstützung der Mitarbeiter

 

a) Supervision

b) gemeinsame Evaluation

c) gemeinsame Teambesprechungen

d) gemeinsame Ausflüge

e) gemeinsame Exerzitien

f) gemeinsames tägliches Gebet

g) gemeinsames Essen

h) gemeinsame Gottesdienste (auch mit den Klienten)

i) verbindliche Fortbildungsmaßnahmen


 

 

8. Mitwirkungen

 

a) Arbeitskreise mit den Ortskirchen

b) Arbeitskreise mit Behörden

c) Arbeitskreise mit anderen gemeinnützigen Organisationen

d) Arbeitskreise mit christlichen Seelsorgern und Therapeuten


 

 

München, den 01.01.2016

 

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

www.robert-gollwitzer.com

Dear Pope Francis,

Posted on February 1, 2015 at 7:50 AM

Dear Pope Francis, I really love it when you hug babies and sick people. I also love the down-to-earth way of living and handling things you seem to have. However, when hugging becomes a substitute for sound teaching and telling the truth in no uncertain terms, when casual wear leads people to disrespect both yourself and the institution of the Pope, when the media focuses on the Pope as some sort of rock star because hugging makes good pictures and ambiguous quotes sound good in the press (even though they seem to mislead many!) and the Church centers only on you as the media hype, then this becomes a problem. Stay the way you are, but keep in mind your role and responsability as a Pope as well. Thanks.

Sammlungen für wohltätige Organisationen in Gottesdiensten

Posted on March 17, 2014 at 12:25 AM

 

Zu bestimmten oder unbestimmten Terminen („Caritas-Sonntag“) gibt es Sammlungen für gemeinnützige und mildtätige Organisationen während des Gottesdienstes , wobei die Erträge etwa im Schlüssel 60/40 aufgeteilt werden (60% für die Organisation, 40% für die Gemeinde) – manchmal aber auch zu 100% dem gemeinnützigen Zweck zukommen.

 

An sich also eine gute Sache, oder?

 

Ja und nein. Es ist selbstverständlich gut und notwendig, dass Sammlungen für die gute Arbeit, die diese Organisationen durchführen, gemacht werden. Allein das „wie“ und auch mögliche Konsequenzen hiervon machen mir Sorgen.

 

So kommt es durchaus vor, dass – wohl mit den besten Absichten – an Stelle der Predigt ein Vortrag eines Mitarbeiters bzw. einer Mitarbeiterin einer solchen Organisation tritt. Hier soll die Gemeinde über das informiert werden, was mit dem gespendeten Geld dort geschieht. Hört sich ganz gut an – ist aber grundfalsch. Zum einen ist die Liturgie einer Hl. Messe nie und nimmer der geeignete Rahmen, um für Spendenzwecke zu werben. Erst recht darf dies nicht an Stelle einer Predigt treten. Die Predigt eines geweihten Mannes (Priester oder Diakon), der „in persona Christi“, also durch die apostolischen Nachfolge in Person Jesu Christ selbst spricht ist niemals zu ersetzen durch Spendenaktionen – so gut sie auch sein mögen. Umso mehr, als dieser Vortrag dann – gewollt oder ungewollt – bereits Züge einer Laien-Predigt enthält, die aber nur unter sehr begrenzten Voraussetzungen überhaupt in einer katholischen Messe erlaubt ist (eben weil dieser Mensch dann „in persona ecclesia“ – also für die Kirche, und nicht in Person Jesu Christi spricht. In anderen Worten: er/sie gibt seine eigene Meinung wieder, was nicht Sinn und Zweck einer Predigt ist).

 

Ist es denn überhaupt sinnvoll, solche Sammlungen durchzuführen?

 

Selbstverständlich –unter bestimmten Voraussetzungen. Man mag in diesem Zusammenhang noch so oft betonen, dass uns dies nicht von unserer Christenpflicht der Nächstenliebe entbindet, genau dies kann aber ein ungewünschter Nebeneffekt sein. Die „Experten“ von dieser oder jener Organisation können das doch so viel besser als ich, also gebe ich denen mein Geld und gut ist es. Ist es eben nicht. Ich kann nicht jemanden bezahlen, um meinen Nächsten zu lieben. Derartige Sammlungen dürfen niemals eigene Aktivitäten der Pfarrgemeinde und der Einzelnen ersetzen. Shane Claiborne von „The Simple Way“ (USA) hat einmal darauf hingewiesen, dass es nicht so sehr das Problem ist, dass wir nichts für die Armen tun – wir kennen sie einfach nicht. Wir geben unser Geld oder unsere Sachspenden an irgendwelche Organisationen – so gut und „professionell“ die auch sein mögen – und arme und bedürftige Menschen bekommen von dort Hilfe. Wir kommen mit ihnen also gar nicht in Kontakt, was aber ein wesentliches Merkmal des Christentums ist!

 

Wie viel sinnvoller wäre es also, an den betreffenden Sonntagen vor dem Kirchengebäude vor und nach der Messe einen Stand aufzubauen, an dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Organisation die Gemeinde-Glieder informieren. Darauf kann im Gottesdienst dann hingewiesen werden. Gleichzeitig sollten sich Gremien oder Einzelpersonen innerhalb der Gemeinde kundig machen, welche Art von Not es innerhalb des Gebietes der Pfarrei gibt (also etwa Obdachlosenunterkünfte, Altenheime, Flüchtlingsheime, Gefängnisse usw.). Hier können dann konkret und dauerhaft – durchaus auch in Zusammenarbeit mit o.g. Organisationen! – Hilfsmaßnahmen organisiert werden, bei denen die Gemeinde-Glieder eingebunden werden und über die die Gemeinde regelmäßig auf dem Laufenden gehalten wird.

 

Na, wie wäre es damit?

 

Robert