Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

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Eure Gläubigen schlafen während der Predigt ein?

Posted on May 6, 2017 at 1:25 PM

Die Kirchengemeinde starrt euch mit einem leeren Blick während eurer Predigt an und schläft offensichtlich innerlich während ihr euch als Priester abmüht?

 

Hier einige Tips:

 

1) So wie die Apostel die Worte in ihren Briefen gemäß den Adressaten wählten, solltet auch ihr daran denken, wen ihr vor euch hat. Ein theologischer Vortrag im Altenheim wird vielleicht nur wenige erreichen.

 

2) Eure Predigt sollte ein Ziel, eine Kernbotschaft haben. Worauf wollt ihr hinaus? Wo wollt ihr hin? Wer auf tausend Hochzeiten tanzt, wer hier etwas erwähnt und dort etwas anschneidet, erreicht im Prinzip nur, dass niemand weiß, um was es geht. Eure Predigt wird dann in dem Moment vergessen, in dem ihr sieh haltet.

 

3) Kaum ein Katholik weiß mehr, was die Kirche lehrt und warum. Eure Aufgabe ist es unter anderem, das zu ändern - in lebensnahen Worten und Bildern.

 

4) Stellt euch vor, das ist die letzte Predigt, die ihr haltet - und dann müsst ihr sterben. Genau diese Power braucht es beim Predigen.

 

5) Eure Botschaft sollte authentisch und wahrhaftig sein. Wer bodenständige Wörter und Botschaften verwendet, aber selbst ein vergeistigter Theologe zu sein scheint, macht sich lächerlich.

 

6) Die Aufgabe jedes Christen - und insbesondere jedes Priesters - ist es, von der Hoffnung und Liebe zu künden, die in uns ist - und andere damit anzustecken. Die Gläubigen (und Nichtgläubigen!) sollten aus dem Kirchengebäude gehen und voller Feuer sein, brennend darauf, das anderen zu erzählen! Geht nicht? Geht wohl! Wer meint, das ist utopisch, hätte nie Priester werden sollen und ist ein armseliger Christ. Vergesst aber nie: Die Zuhörer sollten anschließend nicht sagen "Was für ein toller Prediger!", sondern vielmehr "Was für ein toller Erlöser!"!

 

7) Wer in jedem Satz durchklingen lässt, was er alles weiß, gelernt und studiert hat, weiß im Grunde gar nichts und hat auch nichts verstanden. Seid wie Jesus in der Bergpredigt, wenn Er zu einfachen Menschen spricht!

 

8) Ihr müsst euch nicht anbiedern. Eure Aufgabe ist es nicht, zu erreichen, dass jeder euch gern hat. Ihr müsst die Menschen genug lieben, um ihnen die Wahrheit, die ganze (!) Wahrheit zu sagen - ob sie es nun hören wollen oder nicht. Die Menschen haben den Sohn Gottes ans Kreuz geschlagen - warum sollten sie seinen Jüngern Beifall klatschen?

 

9) Auf keinem Fall sollt ihr der Versuchung des "Wohlfühl-Christentums", des "Auswahl-Christentums" oder des "therapeutischen Christentums erliegen. Euer Job ist es nicht, dass sich die Menschen wohl dabei fühlen, was sie tun - unabhängig davon, um was es sich dabei handelt. Euer Job ist es genauso wenig, die Gläubigen zu ermutigen, sich selbst auszusuchen, was ihnen an der Kirche gefällt und was nicht - und was sie befolgen und was nicht. Euer Job ist vor allem nicht der Leiter einer therapeutischen Selbsthilfegruppe!

 

10) Emotion und Intellekt gehören zusammen. Zeigt beides in eurer Predigt! Redet zu den Menschen, unter den Menschen, mit den Menschen! Öffnet euer Herz und eurern Verstand! Bei manchen Predigten scheint beides verloren gegangen zu sein.

 

11) Auf keinen Fall "Theologen-Sprech". "Ich lade euch ein,...", "der begleitende Gott, der mit uns geht...", "in den johanneischen Briefen...", "In-Sich-Sein", "Gott ruft uns und möchte mit uns ein Stück des Weges gehen" - ihr kennt das. Ja, so reden (leider) manche an der Uni. Kein Mensch spricht aber so im wirklichen leben. Wer sich so ausdrückt, weiß selbst nicht, was er sagen will und macht aus Gott ein kraftloses Etwas, dass durch Theologen erklärt werden kann. Ist er nicht und kann Er nicht.

 

12) Der für alle Christen geltende Missionsauftrag fordert uns auf, hinaus (!) zu gehen, Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu Christi zu machen. Das heißt, ich muss wissen, was ein Jünger ist. Das heißt weiterhin, ich muss hinaus gehen! Ich kann nicht nur meine wöchentlichen Gottesdienste abhalten und rumjammern, warum immer weniger kommen. Die Menschen, die Jesus am nötigsten haben, klopfen nicht an unsere Tür. Da müssen wir uns schon die Mühe machen und zu ihnen gehen!

Kritik

Posted on August 1, 2016 at 2:05 PM

Wie kommt's, dass Priester so ein Problem mit Kritik haben? Solange sie mit Argumenten unterlegt ist und respektvoll vorgetragen wird, ist daran nichts auszusetzen. Anstatt aber zu überlegen, ob daran etwas Richtiges ist und das eigene Verhalten oder die eigene Einstellung der Korrektur bedarf (die Kritik also etwas Gutes und Notwendiges ist!), verfallen so manche in eine Verteidigungs- oder Angriffshaltung. Das ist sehr schade - umso mehr, als im Neuen Testament Kritik nicht nur als etwas Normales, sondern Notwendiges dargestellt wurde (Peter und Paulus kritisierten sich etwa gegenseitig). Mehr noch - wir werden dort aufgefordert, einander zu ermahnen, wenn das notwendig ist. Es ist also nicht egal oder Privatsache, was ein Priester von sich gibt - als Hirte hat er eine erhöhte Verantwortung, ebenso wie es in der Verantwortung eines jeden Christen liegt, einen Bruder oder eine Schwester zu ermahnen und ihm/ihr gegebenenfalls zurück auf den rechten Weg zu helfen. Alles andere ist verantwortungslos und hat mit christlicher Liebe nichts zu tun. Ein Priester muss die Lehre der Kirche erklären und verkünden. Weicht er davon ab, gibt es mehr als genug Grund, ihn zur Rechenschaft zu ziehen! Dafür sollte er den Betreffenden aber dankbar sein. Sie tun dies aus Liebe und Verantwortung und kommen damit ihrem biblischen Auftrag nach. Dies als "radikal", "aggressiv", "fundamentalistisch" oder was weiß ich noch darzustellen, ist nicht nur nicht in Ordnung, es ist schändlich. Man unterstellt dem Ermahnenden eine moralisch abzulehnende Grundhaltung, um selbst im besseren Licht zu stehen. Dafür brauchen wir aber keine Priester. Leider weiß kaum mehr ein Katholik darüber Bescheid, was die Kirche lehrt und warum sie das tut. Bestenfalls bekommen sie - falsche! - Auslegungen ihrer Geistlichen. Eine Katechese findet aber praktisch nie statt. Was man aber nicht kennt, kann man auch nicht lieben. Man kann es sich selbst gegenüber nicht rational erklären und gegen Angriffe nicht verteidigen. Man kann es nicht verbreiten und andere nicht mit dem Heiligen Feuer anzünden!

I-Know-It-All Christians

Posted on June 4, 2016 at 6:40 AM

Few things I dislike more than those I-know-it-all Christians. You know them: Whether asked or not they give an endless monologue on everything and love to hear themselves talk. It is futile to even start a discussion with them, as their point is not a reasonable argument but winning the fight at all costs. They look down on others and think themselves something better, but of course hide that behind Christan phrases and common places.

In a way I feel sorry for them. If you are so convinced of having the ultimate and complete truth you do nothing else than playing God. Idolatry and pride is the antidote of Christian love and humilty. They prevent you from finding the real truth - God.

Was will er denn eigentlich?

Posted on May 28, 2016 at 2:45 PM

Bei manchen Predigten frage ich mich schon, was denn jetzt eigentlich der Kern ist. Was will er sagen? Was will er erreichen? Es ist ja alles schön und gut, aber am Schluss gehe ich aus dem Gottesdienst und nehme eigentlich gar nichts mit. Des öfteren aber gehen mir Bibelauslegungen wirklich gegen den Strich. Mag sein, dass ich zu sehr von Scott Hahn (www.scotthahn.com) verwöhnt bin. Kennt ihr das, wenn der Priester sich auf eine Auslegung konzentriert, die zwar nicht falsch ist, aber der totale Nebenschauplatz - und dabei das Wichtigste verpasst? Bei manchen Auslegungen scheint der Wunsch auch Vater des Gedankens zu sein - da wird mit Bibelversen mal schnell die persönliche Meinung zu diversen Themen sozusagen "göttlich gerechtfertigt". Im Großen und Ganzen kenne ich momentan keinen Priester, bei dem ich nach der Predigt mit brennendem Herzen aus der Kirche gehe. Von Scott Hahn, Fr. Bill Casey, Fr. Ben Cameron, Archbishop Fulton Sheen usw. kann ich noch nach Jahren den Inhalt von Predigten wiedergeben. Von meinen Ortspriestern kann ich das leider von niemandem sagen.

Wer bin ich, dass ich darueber urteile?

Posted on March 12, 2016 at 1:40 PM

Ich kann mich an zwei Male erinnern, dass ich das Wort "Homosexualität" in einer Predigt gehört habe. Beide Male kam es nur am Rande vor, aber immerhin. Das erste Mal war es ein Kapuzinerpater, der im Grunde nur das in einem Satz wiederholte, was die Bibel dazu sagt - und dafür von seinem Guardian in der Sakristei gemaßregelt wurde (er meinte, das solle man doch weg lassen, sonst kommen die Leute gar nicht mehr in die Kirche. Was für ein Unsinn! Wenn nicht in der Kirche, wo sollen die Menschen denn sonst das hören, was Gott dazu sagt? Im Fernsehen etwa?). Das andere Mal heute (seltsamerweise in einem Altenheim. Was er sich dabei wohl gedacht hat?). Der Priester bezog sich auf das Evangelium von der Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte und die von Jesus gerettet wurde. Er verglich Jesu Worte ("Auch ich verurteile dich nicht") mit der vielzitierten Aussage von Papst Franziskus zum Thema Homosexuelle ("Wer bin ich, dass ich darüber urteile" oder so ähnlich) und meinte, das sei derselbe Geist des Evangeliums. IST ER NICHT, werter Herr Pfarrer!! Es ist schon erstaunlich, dass die Menschen nur das aus den Aussagen des Papstes heraus hören, was sie hören wollen. Komischerweise fühlt sich niemand von seiner lauten Kritik an der Kirche angesprochen.

Was der Priester in seinem Überschwang (er erwähnte dies im Zusammenhang mit seiner Meinung nach notwendigen Reformen in der Kirche) vergessen hat, ist der nächste Satz: "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" DAS ist der "Geist" des Evangeliums: Gnade und Barmherzigkeit - aber auch genügend Liebe, um zu mahnen und die Wahrheit zu sagen! Alles andere ist eine grobe, mutwillige Verdrehung, mit der der Hirte, der die Schafe eigentlich auf den rechten Weg bringen soll, sie davon abbringt.

Priester mit den besten Absichten...

Posted on December 26, 2015 at 7:15 AM

Eine der spirituell gefährlichsten Mischungen sind Priester mit einem großen Sachwissen, den besten Absichten - und einer liberalen Überzeugung. Da werden dann zwar in der Predigt ausgezeichnete Hinweise, Informationen und Hintergründe vermittelt, das Ganze verläuft aber bestenfalls im Sand oder wird zur Rechtfertigung der persönlichen Meinung missbraucht.

Wenn Papst Benedikt XVI als "ängstlich" bezeichnet wird, weil er die grundlegenden Werte der Katholischen Kirche bewahren wollte - und will! - und im Gegensatz dazu eine "freiheitliche" Mentalität gefordert wird, die "keine Angst vor der Evangelischen Kirche" hat, dass ist das nicht nur Unsinn, sondern ein Missbrauch des Amts.

Vorneweg: Ich werde auch von konservativen Katholiken kritisiert, weil ich entschieden für die Einheit ALLER Christen (nicht nur den Lutheranern) fordere - und zwar jetzt. Wenn wir auf die Kirchenoberen warten oder darauf, dass wir uns in allen Punkten einig sind, wird die Verwirklichung des von Jesus selbst ausgerufenen einen Leibes nie geschehen. Auch wenn wir oft dramatische Unterschiede in den Glaubensüberzeugungen haben, ist es besser, die "unter einem Dach" zu klären. All diese Unterschiede gibt es innerhalb der Katholischen Kirche auch - dort glauben die Menschen mangels solider Katechese ebenso alles Mögliche.

Zu meinen, dass Menschen keine rationalen Gründe für ihren Standpunkt haben können und deren Haltung in schlimmster Hobby-Psychologie als "ängstlich" zu bezeichnen, ist billige Propaganda und eines Priesters nicht würdig. Papst Benedikt XVI - und andere mit ihm - hatten recht, wenn sie immer wieder betonten, dass es unveränderliche Werte in der Kirche geben muss und dass nicht jede Generation das Recht hat, diese nach Gutdünken zu verändern. Das hat mit "Ängstlichkeit" nichts zu tun - ganz im Gegenteil es braucht Mut, das offen zu sagen, wenn der breite Strom anderer Meinung ist.

Es ist ein Unding, wenn das eigene Sachwissen und die eigene Position innerhalb der Kirche laufend dazu missbraucht wird, eigene Thesen belegen zu wollen, indem man sogar Vergleiche zur Bibel steht. Privatmeinungen stehen nicht im Katechismus der Katholischen Kirche und schon gar nicht in der Bibel und gehören auch nicht in eine Predigt.

Schlimmer noch: Nach solchen Predigten frage ich mich oft, wozu denn die jetzt gut waren. Ja, ich habe zusätzliche Informationen bekommen, aber das war es dann auch. Eine Predigt sollte aber Herzen in Brand stecken, damit man den innern Wunsch hat, dieses Feuer und diese Liebe zu teilen. Man denke an die Predigten, die die Jünger Jesu gehalten hatten! Derartige Predigten habe ich aber schon lange nicht mehr gehört.

Das es auch anders geht, zeigt uns Father William Casey von den Fathers of Mercy seit vielen Jahren.

In der Kirche muss sich vieles ändern. Wir müssen uns ändern. In Zeiten, in denen die Verantwortlichen in der Kirche auf das Gröbste versagen, sind Laien gerufen, aufzustehen und für die Kirche zu kämpfen.

Dazu rufe ich jeden Christen und jede Christin auf: Gebt Zeugnis von der Hoffnung, dem Glauben und der Liebe, die in euch brennen und käpft für den, für den es sich lohnt zu kämpfen: Jesus Christus!

Robert

Spiritueller Missbrauch?

Posted on August 2, 2015 at 8:35 AM

Schleichender spiritueller Missbrauch?

Gestern Abend besuchte ich wie schon öfter die Abendmesse in meiner Orts-Gemeinde. Sie findet im örtlichen Alten- und Pflegeheim statt. Wie gewohnt, unterhielt sich der Priester am Eingang stehend angestrengt mit dem Kommunion-Helfer darüber, wer wann was zu wem gesagt hatte in der Gemeinde. Fast nebenbei reichte er mir die Gesangsblätter. Ich beschloss, diesmal stehen zu bleiben und ihm die Hand zum Gruß zu reichen. Er schüttelte sie kurz, um sich dann weiter mit besagtem Herrn zu unterhalten. Nahtlos fing er dann die Heilige Messe an (sollte man sich hierfür nicht auch spirituell vorbereiten?).

Dieser Priester ist sehr engagiert und hat ein großes theologisches Fachwissen. Das ist Segen und Fluch zugleich. In gestriger Messe wurde es zum Fluch.

Da wurde der Auszug aus Ägypten schnell mit dem Auszug der Katholischen Kirche aus der „abgeschotteten“ alten Ordnung in die von Reformen geprägte glorreiche Zukunft umgedeutet und „murrende“ Kirchenglieder wurden mit den murrenden Israeliten gleichgesetzt. Das Ganze so mit Fachwissen ummantelt, dass es sehr lehrhaft und von Autorität geprägt wirkte.

Das aber ist ein schlimmer Fehltritt: Die Bibel ist nicht dafür da, um eigene Meinungen zu belegen. Hier verfiel der gute Mann in eine unsägliche Vergangenheit, in der sich die Autoritäten für ihre persönlichen Aussagen und Auffassungen göttliche Rückendeckung anmaßten. Steht ja schließlich so in der Bibel. Der Priester hat also sein Amt und seine Ausbildung dazu missbraucht, um den Gläubigen eine persönliche Meinung als göttliche Meinung zu verkünden.

Die Kirche war früher keineswegs nur „abgeschottet“. Ich komme vom Land und früher war die Verbindung zwischen der „Kirche“, also den Priestern und Ordensangehörigen sehr eng. So erzogen uns die Nonnen vor Ort als Kinder, wir wurden aber auch angehalten, für die Kirche zu arbeiten und zu geben. Priester hatten eine Autorität und wurden respektiert. Abgeschottet war dabei gar nichts – im Gegenteil: wir waren regelmäßig in kirchlichen Gebäuden. Da empfinde ich die heutige Kirche mit ihren strikten Öffnungszeiten, Regeln, ihrem Berufs-Katholikentum in der Verwaltung und ihrer Ignoranz anderen Strömungen und Bewegungen bzw. Einrichtungen gegenüber oft weitaus abgeschotteter. Auch ist das Gegenteil häufig zu beobachten: Eine Öffnung der Kirche mittels „Reformen“, durch die sie Gefahr ist, wie die Welt zu werden und damit an der Grundlage ihrer eigenen Existenz rüttelt. Wenn die Kirche wie die Welt wird, wozu brauchen wir sie dann?

 

Kurz und gut: Wenn man gestrige Predigt um all dies kürzt, bleibt erschreckend wenig Inhalt übrig.

 

In der Schule hätte man gesagt: Setzen, sechs!

 

Robert

So nicht, Herr Pfarrer!

Posted on July 10, 2015 at 12:25 AM

Die Predigen des Pfarrers meiner neuen Ortsgemeinde haben mir bisher sehr gefallen, deshalb habe ich offiziell im Pfarrbüro per Email angefragt, ob es diese in digitaler Form gibt und ob ich sie online stellen darf. Ferner lebe ich in einem katholischen Haus mit eigener Hauskapelle. Unser bisheriger Priester geht jedoch in eine andere Stadt, sodass wir auf der Suche nach einem neuen sind. Unkosten tragen wir natürlich. Auch hierür habe ich angefragt.

Meine erste Email blieb unbeantwortet. Nach einer gewissen Zeit habe ich eine Erinnerungsmail geschickt. Ebenfalls keine Antwort. Schließlich habe ich dort angerufen und auf AB gesprochen. Eben kam eine Email zurück (ein persönliches Telefonat hätte mich wirklich mehr gefreut!). Im schönsten Beamtendeutsch wird mir da mitgeteilt, es gäbe die Predigten nicht in digitaler Form (wie wäre es, wenn man das mal einführt??) und für den Rest heisst es lapidar, meine Hausgemeinschaft und ich wären zu den liturgischen Feiern der Gemeinde "jederzeit herzlich eingeladen". Tut mir leid, Herr Pfarrer, eine "Herzlichkeit" kann ich dem nicht entnehmen und eingeladen fühle ich mich schon gar nicht. Von einem katholischen Seelsorger hätte ich mir weiß Gott mehr erwartet! Ein persönliches Gespräch etwa, in dem Sie zum Ausdruck bringen, dass Ihnen der Mensch wichtig ist! Eine Standard-Email nach mehrmaliger Erinnerung sagt eigentlich mehr über Sie aus, als Ihnen vielleicht lieb ist. Schade. Wirklich schade.

Eigene Erlegnisse

Posted on April 19, 2015 at 9:30 AM

Ein kleiner Tipp an alle Priester und Diakone: Es ist schön und berührend, wenn ihr persönliche Erlebnisse aus eurem eigenen Leben teilt, nur sollten auch die Zuhörer dadurch berührt werden. Es sollte klar vermittelt werden, welchen Bezug das zum aktuellen Evangelium bzw. zu den Schriftlesungen und dem Thema der Predigt hat. Wenn der Bezug nur arg konstruiert wirkt oder völlig fehlt, dann bleibt dies eine nette Geschichte, von der niemand so recht weiß, was er/sie damit anfangen soll...

Eine Schande!

Posted on March 14, 2015 at 3:15 PM

Jede Pfarrei hat die Anzahl von Gottesdienstbesuchern, die sie verdient – dieser Gedanke kam mir heute. Nur leider haben manche Pfarreien auch Seelsorger, die sie wirklich nicht verdienen.

Zur Vorgeschichte: In unserem Pfarrverband wird das Kirchenrecht seit längerem mit Füßen getreten. Da gibt es „Queer-Gottesdienste“, also Eucharistiefeiern für offen schwul lebende Menschen, Laienpredigten ohne begründeten Anlass usw. Nach erfolglosen Hinweisen an den zuständigen Pfarrer (der nur per Email mitteilte, dass er die Unrechtmäßigkeit des Ganzen genauso sehe, aber was solle er denn machen, sein Blutdruck sei eh schon so hoch…), habe ich wohl oder über eine kirchenrechtliche Anzeige beim Ordinariat eingereicht (die auf der Homepage der Glaubenskongregation angegebene Kontakt-Emailadresse stellte sich als nicht existent bzw. nicht funktionierend heraus!). Der Pfarrer meldete sich überrascht bei mir (er meinte, das Thema sei mit seinem Hinweis erledigt – man stelle sich das einmal vor!) und erzählte mir, er sei zu einem Gespräch beim Ordinariat eingeladen und was ich denen denn geschrieben hätte. Das Ordinariat wiederum versicherte mir sinngemäß, dass dem Ganzen nachgegangen werde. Eine Antwort oder eine Info bezüglich des Ergebnisses habe ich weder vom Ordinariat erhalten.

Die „Queer-Gottesdienste“ wurden und werden weiter abgehalten.

Zumindest habe ich keine Laienpredigten mehr erlebt – bis heute.

Ich war in der Samstagabend-Messe und der Priester kündigte an, nach dem Evangelium werde der Pastoralreferent ein Glaubenszeugnis abgeben. Ich hatte schon üble Vorahnungen, da dies wie ein schlechter Versuch klang, eine Laienpredigt anders zu benennen, weil man mal gelesen hatte, dass Glaubenszeugnisse von Laienerlaubt seien.

Nun bin ich kein Experte für katholisches Kirchenrecht, aber meiner Kenntnis nach sollten Glaubenszeugnisse (also etwa Schilderungen, wie ein Mensch aus einem sündhaften Leben heraus zu Gott fand) bestenfalls die Messe ergänzen und bereichern, nicht aber eine Predigt ersetzen – aber wie auch immer.

Was dann aber folgte, bestätigte meine schlimmsten Vorahnungen: Es folgte eine gewöhnliche Predigt, die auf die Schriftlesung bzw. das Evangelium einging und teils Bestandteile enthielt, die ich als schlechte und unqualifizierte hobby-psychologische Ratschläge empfand. Keinesfalls aber war dies ein Glaubenszeugnis.

Hier wurde das Kirchenrecht nicht nur gebrochen, sondern auf das Übelste vergewaltigt. Auch die anwesenden Gläubigen wurden für dumm verkauft und bewusst in die Irre geführt.

Eine Schande ist das! Eine Schande für den anwesenden Priester, den Pastoralreferenten, das Ordinariat und die gesamte Kirche!

Da wird einem erzählt, wieviel Wert man auf die Ausbildung der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lege, aber was ich hier laufend erleben muss, spottet jeder Beschreibung.

Ach ja: es waren nur eine Handvoll Gläubige anwesend, die sich im großen Kirchenrauf verloren. Was mich auch nicht wundert. Wenn Menschen in der Kirche nicht mehr die spirituelle Nahrung erhalten, die sie brauchen, kommen sie nicht mehr oder suchen sich diese anderswo.

Man kann nur hoffen, dass die wenigen standhaften Gläubigen jetzt die Not der Stunde sehen und für ihren Glauben und ihren Herrn aufstehen!

München, 14.03.2015

Robert Gollwitzer