Katholisch Leben!

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Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg

Posted on December 11, 2016 at 2:40 PM

Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg:

 

Sehr geehrter Herr Bischof,

herzlichen Dank, dass Sie einem schriftlichen Interview zugestimmt haben. Hier einige Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:

Frage: Die Katholische Kirche und mit ihr die gesamte Christenheit ist augenblicklich in einem Zustand wachsender spiritueller Verwirrung. Viele wenden sich ab, andere suchen um Klarheit – um Hirten, die ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht der politischen Korrektheit verfallen. Was raten Sie Christinnen und Christen in dieser Zeit?

 

Bischof Laun: Ich möchte den Menschen sagen: Unser Glaube gilt Jesus Christus und gründet auf Seinen Aposteln, nicht auf anderen Menschen. Konkret: Orientiert euch am Katechismus und damit an der Lehre der Kirche.

 

F: Gerade auf dem Gebiet der Familie und Sexualität ist momentan alles aus den Fugen. Amoris Laetitia hat hier leider nicht zur Klarheit und Orientierung beigetragen. Menschen, die noch an der traditionellen biblischen Lehre festhalten, werden bestenfalls belächelt. Welche Probleme sehen Sie hier am dringendsten an und welche Lösungsvorschläge bieten Sie den Gläubigen?

 

B: Orientiert Euch an dem hl. Papst Johannes Paul II. Er hat mit größter Klarheit gelehrt: Familiaris consortio.

F: Gerade gläubige Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben es hier sehr schwer. Wenn sie diese – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben möchten, sondern einen anderen Weg gehen wollen, werden ihnen von der Gesellschaft Steine in den Weg gelegt. Auch in der Kirche finden sie in der Regel keine Unterstützung. Sie werden nicht selten verspottet und beleidigt – oder man ermuntert sie, ihren Neigungen doch freien Lauf zu lassen. Andererseits haben es christliche Ex-Gay Einrichtungen wie Jason International (http://jason-online.webs.com) oder Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com) schwer, überhaupt Zugang zur Kirche zu finden. Ihre Hilfsangebote werden ignoriert und durch schwulenfreundliche Theologen ersetzt. Welche Litur Botschaft haben Sie für solche Menschen?

 

B: Hs fühlende Menschen sind genauso von Gott geliebt und berufen wie alle Anderen. Ich kenne in den USA die Bewegung „Courage“: Sie bietet ein kath. Programm an! Und es gibt auch therapeutische Angebote bei Wüstensturm (OJC) und bei Prof. Aardweg in Holland! Ich bedauere den Weg oder Irr -Weg der Kirche im deutschen Sprachraum!

F: Die wenigsten Katholikinnen und Katholiken haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Die Botschaften, die ihnen von Priestern und Theologen vermittelt werden, sind so schwammig, dass jeder damit leben kann und keiner etwas davon hat. Lieben kann ich aber nur etwas, was ich auch kenne. Wohin sollen sich Ihrer Meinung nach Gläubige wenden, wenn sie den vollen Schatz des katholischen Glaubens entdecken möchten?

 

B: Ohne Vermittlung des Glaubens durch die Eltern und kath. Gruppen kann die Erneuerung kaum gelingen! Die Lehr - Basis sollten der Katechismus sein oder auch meine Religionsbücher „Glaube und Leben“ in 8 Bänden, die ich übrigens in viele andere Sprachen übersetzen lassen will. Angefangen habe ich schon in Ungarn und Kroatien und Slowenien, aber es fehlen mir bisher die Mittel.

 

F: Angesichts der Tatsache, dass sogar „christliche“ politische Parteien Positionen vertreten, die ein gläubiger Christ nicht annehmen kann und darf (etwa hinsichtlich der Abtreibung) wenden sich viele Christinnen und Christen rechten Parteien wie etwa der „Alternative für Deutschland“ zu. Auch in der Flüchtlingsfrage sind Gläubige der Ansicht, dass man weder den Flüchtlingen noch den Aufnahmeländern hilft, wenn man einfach alle Tore aufmacht (sondern eher, wenn man sie in ihren Heimtatländern unterstützt). Können Sie das verstehen? Verurteilen Sie diese Menschen?

 

B: Nein, ich verurteile diese Menschen nicht, ich denke wie sie! Ich halte ein radikales Umdenken für nötig: Zum Beispiel: Afrika helfen durch öffnen unserer Märkte, damit sie eine eigene Wirtschaft entwickeln können! Die Haltung Europas bzgl. der Flüchtlinge ist z. T. verlogen: Man schaut zu, wie Tausende ertrinken, statt ihnen gute Schiffe zu schicken, auf diesen die Leute prüfen und dann bereits entscheiden, die es eitergehen kann. Handelte es sich um Europäer wäre ein solcher Weg unbestritten!

Was uns fehlt sind Christen in der Politik, die nicht feige sind. Feigheit ist die Hauptsünde unserer Zeit, hat Otto von Habsburg gesagt. Man lese V. Palko: „Die Löwen kommen“ Er dokumentiert, wie die schlechten Gesetze in Europa überall mit den Stimmen der Christen gemacht wurden!

F: Vor einiger Zeit baten vier Kardinäle Papst Franziskus um Klarheit hinsichtlich Amoris Laetitia. Mittlerweile haben sich dem 23 Gelehrte angeschlossen (https://www.lifesitenews.com/news/23-catholic-scholars-release-letter-supporting-dubia-the-church-is-facing-a). Die amerikanische Zeitung The Remnant (http:// remnantnewspaper.com/web/index.php) hat unter dem Titel „With Burning Concern: We Accuse Pope Francis“ eine detaillierte Auflistung seiner Verfehlungen veröffentlicht. Offenbar besteht weltweit ein Bedürfnis danach, dass der Nachfolger Petri wie einst sein Vorgänger dort für Klarheit sorgt, wo Unklarheit herrscht. Vor allem aber, dass er die katholische Lehre authentisch vertritt. Alleine Menschen zu umarmen, macht ihn zwar zum Liebling der Medien, hilft aber den Gläubigen nicht weiter. Was denken Sie darüber? Können Sie die Sorgen dieser Gläubigen verstehen?

 

B: Ja, ich denke genauso! Beten wir für ihn und die Kirche! Und bezeugen wir die Wahrheit, weil auch Schweigen Sünde sein kann!

Lieber Herr Bischof Laun, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Interview.

Es grüßt Sie aus München

Robert Gollwitzer

Dantestr. 25

80637 München

Tel.: +49 (0)89 780 18 960 oder +49 (0)170 129 3016

www.robert-gollwitzer.com

Ex-Gays

Posted on July 1, 2016 at 10:55 AM

Ex-Gays sehen sich nicht als "Homosexuelle", sondern als Menschen wie alle anderen ("Heterosexuelle", wenngleich auch dieser Begriff erst relativ jungen Datums ist), die - aus welchen Gründen auch immer - gleichgeschlechtliche Neigungen haben. Wir sind keine eigene Spezies, wir sind nichts besonderes und fordern keine extra Rechte. Vor allem aber kosten wir der Gesellschaft kein Geld!

Weg mit der "Homo-Ehe"!

Posted on July 1, 2016 at 10:40 AM

Weg mit der "Homo-Ehe"! Die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau ist das Beste für alle Beteiligten und muss die Norm bleiben. Auch sollten Kinder nur in solche Verbindungen zur Adoption freigegeben werden!

Alles andere öffnet weiteren "Modellen" Tür und Tor! Wer verbindlich zusammen leben möchte, kann es auch mit einer zivilrechtlichen Vereinbarung tun. Eine Witwenrente ist ein Ausgleich für den Verdienstausfall während der Kindererziehung und eine Würdigung derselben und sollte als solche nur heterosexuellen Ehen mit Kindern vorbehalten bleiben!

Criticism on 'Amoris Laetitia'

Posted on April 19, 2016 at 11:40 AM

Some Catholics are ticked off now due to the many concerned and even negative responses to "Aemoris Laetitia", Pope Francis' latest work on love and family. They claim that the whole text should be read and that there are some good points in it too. Well, my brothers and sisters in the faith, the thing is that in such a writing each paragraph needs to be able to stand alone, to explain itself and not need any further details. If people must read the whole text in order to get it, you did a very bad job as a writer. Furthermore, you cannot ask every Catholic to read the whole thing. Even if you do, however, it does not get any better. If you have a big pot of soup which tastes excellent and you put a spoonful of gasoline into it, you can pour it all away. The danger in erroneous teaching and heresy is that there is some truth to it. Like that, it runs under our radar and remains unrecognized as such. I rest my case: There are heretical teachings in this work and nobody has to or even should obey a Pope that leads you astray. Pope Francis needs to step back to prevent further damage for the Catholic Church.

Kardinal Burke ueber "Amoris Laetitia"

Posted on April 13, 2016 at 3:00 PM

„Amoris Laetitia“ und die immerwährende Lehre der Kirche

 

von Raymond Leo Kardinal Burke

 

Die weltlichen Medien und auch einige katholische Medien stellen das nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris Laetitia „über die Liebe in der Familie“ als eine Revolution in der Kirche dar, als eine radikale Abkehr von Lehre und Praxis der Kirche über die Ehe und die Familie, wie sie bisher vermittelt wurden. Eine solche Lesart des Dokuments ist Quelle der Sorge und der Verwirrung unter den Gläubigen, und potentiell auch ein mögliches Ärgernis nicht nur für die Gläubigen, sondern auch für alle Menschen guten Willens, die auf Christus und auf seine Kirche schauen und darauf, was sie über die Wahrheit der Ehe und ihrer Früchte und des Familienlebens, der Grundzelle des Lebens der Kirche und jeder menschlichen Gesellschaft, lehrt und reflektiert.

 

Es ist auch ein schlechter Dienst am Verständnis der Natur des Dokuments, das ja das Ergebnis der Bischofssynode ist, eines Zusammentreffens von Bischöfen als Vertreter der Weltkirche, „um dem Papst bei Bewahrung und Wachstum von Glaube und Sitte, bei Wahrung und Festigung der kirchlichen Disziplin mit ihrem Rat hilfreich beizustehen und um Fragen bezüglich des Wirkens der Kirche in der Welt zu beraten“ (CIC, Can. 342).

 

Mit anderen Worten: Es wäre im Widerspruch zur Arbeit der Synode, Verwirrung darüber zu stiften, was die Kirche lehrt, bewahrt und mit ihrer Disziplin fördert.

 

Der einzige Schlüssel für eine korrekte Interpretation von Amoris Laetitia ist die immerwährende Lehre der Kirche und ihrer Disziplin, die diese Lehre bewahrt und fördert.

Papst Franziskus selbst hat klargestellt: „Amoris Laetitia“ ist kein Akt des Lehramtes

 

Papst Franziskus hat gleich am Beginn klargestellt, daß das nachsynodale Apostolische Schreiben keine Handlung des Lehramtes ist (vgl. Amoris Laetitia, 3).

 

Der Typus des Dokuments selbst bestätigt dasselbe. Es wurde als eine Überlegung des Heiligen Vaters über die Arbeit der beiden jüngsten Sessionen der Bischofssynode verfaßt. Im achten Kapitel zum Beispiel, das einige gerne als Projekt für eine neue Ordnung mit offensichtlichen Auswirkungen für die Lehre der Kirche interpretieren, sagt Papst Franziskus, indem er das Apostolische Schreiben Evangelii Gaudium zitiert:

 

„Ich verstehe diejenigen, die eine unerbittlichere Pastoral vorziehen, die keinen Anlass zu irgendeiner Verwirrung gibt. Doch ich glaube ehrlich, dass Jesus Christus eine Kirche möchte, die achtsam ist gegenüber dem Guten, das der Heilige Geist inmitten der Schwachheit und Hinfälligkeit verbreitet: eine Mutter, die klar ihre objektive Lehre zum Ausdruck bringt und zugleich »nicht auf das mögliche Gute [verzichtet], auch wenn [sie] Gefahr läuft, sich mit dem Schlamm der Straße zu beschmutzen«“ (Amoris Laetitia, 308).

 

Mit anderen Worten: Der Heilige Vater legt vor, was er persönlich für den Willen Christi für Seine Kirche hält, beabsichtigt aber weder seine Sichtweise aufzuzwingen noch jene zu verurteilen, die auf dem beharren, was er „eine unerbittliche Pastoral“ nennt.

 

Diese persönliche, das heißt, nicht lehramtliche Natur des Dokuments geht auch daraus hervor, daß die Zitate vor allem aus dem Abschlußbericht der Session 2015 der Bischofssynode und aus den Reden und Predigten von Papst Franziskus selbst stammen. Es ist keine konsequente Anstrengung zu erkennen, den Text generell oder diese Zitate mit dem Lehramt, den Kirchenvätern und anderen anerkannten Autoren zu verknüpfen.

 

Zudem, wie oben betont, muß ein solches Dokument, das Ergebnis einer Bischofssynode ist, im Licht des Zweckes dieser Synode gelesen werden, das heißt, dem Schutz und der Förderung dessen, was die Kirche in Übereinstimmung mit ihrer Lehre immer gedacht und praktiziert hat. Mit anderen Worten: Ein nachsynodales Apostolisches Schreiben vertritt aufgrund seiner Natur keine neue Lehre oder Disziplin, sondern wendet die immerwährende Lehre und Disziplin auf die aktuellen Situationen der heutigen Welt an.

„Kirche hat nie gelehrt, daß jede Aussage des Papstes verbindlich ist“

 

Wie muß also dieses Dokument aufgenommen werden? In erster Linie ist es mit jenem tiefen Respekt anzunehmen, der dem römischen Papst als Stellvertreter Christi geschuldet ist, der „das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen“ ist (Lumen gentium, 23).

 

Einige Kommentatoren verwechseln diesen Respekt mit einer angeblichen Pflicht „Kraft göttlichen und katholischen Glaubens“ (CIC, Can. 750,1) alles glauben zu müssen, was im Dokument enthalten ist. Die katholische Kirche, die auf dem Respekt beharrt, der dem Petrusamt geschuldet ist, da es von Unserem Herrn selbst gestiftet wurde, hat nie gelehrt, daß jede Aussage des Nachfolgers des Heiligen Petrus als Teil des unfehlbaren Lehramtes verstanden und angenommen werden muß.

 

Die Kirche reagierte in ihrer Geschichte wachsam gegen solche irrigen Tendenzen, die jedes Wort des Papstes als verbindlich für das Gewissen ansahen, was natürlich absurd ist. Laut der überlieferten Lehre hat der Papst zwei „Körper“, einen als individuelles Glied der Gläubigen und daher sterblich, und einen anderen kraft seines Amtes als Stellvertreter Christi auf Erden, das, gemäß der Verheißung Unseres Herrn, bis zu Seiner Wiederkunft in Herrlichkeit fortdauern wird. Der erste Körper ist sein weltlich-sterblicher Körper. Der zweite ist sein göttlich-unsterblicher, die göttliche Institution des Petrusamtes und seiner Nachfolger.

 

Die liturgischen Riten und die Gewänder des Papstes unterstreichen diese Unterscheidung. Dementsprechend ist eine persönliche Überlegung des Papstes, trotz des nötigen Respektes seiner Person gegenüber, nicht mit dem bindenden Glauben zu verwechseln, die dem Lehramt geschuldet ist. In Ausübung des Lehramtes handelt der römische Papst als Stellvertreter Christi in einer ununterbrochenen Gemeinschaft mit seinen Vorgängern seit dem Heiligen Petrus.

Unterscheidung zwischen persönlichen Handlungen und der Ausübung des päpstlichen Lehramtes

 

Ich erinnere mich an den Disput, der die Veröffentlichung der Gespräche zwischen dem seligen Paul VI. und Jean Guitton im Jahr 1967 begleitete. Die Sorge bestand wegen der Gefahr, daß die Gläubigen die persönlichen Gedanken des Papstes mit der offiziellen Lehre der Kirche verwechseln könnten. Wenn einerseits der römische Papst persönliche Überlegungen anstellt, die interessant und stimulierend sein können, muß die Kirche immer wachsam darauf hinweisen, daß die Veröffentlichung solcher Überlegungen eine persönliche Handlung ist und nicht in Ausübung des päpstlichen Lehramtes erfolgt. Andernfalls werden jene, die diese Unterscheidung nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen, diese Gedanken und auch Anekdoten des Papstes als Ausdruck einer Änderung der kirchlichen Lehre darstellen, und dadurch große Verwirrung unter den Gläubigen stiften. Eine solche Verwirrung ist schädlich für die Gläubigen und schwächt das Zeugnis der Kirche als Leib Christi in der Welt.

Lehramt als Schlüssel zur korrekten Auslegung von „Amoris Laetitia“

 

Mit der Veröffentlichung von Amoris Laetitia muß es das Ziel der Hirten und aller jener sein, die den Glauben lehren, dieses Schreiben im Kontext der kirchlichen Lehre und Ordnung zu präsentieren, sodaß es im Dienst der Erbauung des Leibes Christi in seiner ersten vitalen Zelle, der Ehe und der Familie, ist. Mit anderen Worten: Das nachsynodale Apostolische Schreiben kann als nicht lehramtliches Dokument nur dann korrekt interpretiert werden, wenn als Schlüssel das Lehramt verwendet wird, wie der Katechismus der Katholischen Kirche sagt (KKK, 85-87).

 

Die offizielle Lehre der Kirche liefert nämlich den unverzichtbaren Interpretationsschüssel des Apostolischen Schreibens, damit es wirklich zum Wohl aller Gläubigen dienen kann, indem sie noch enger mit Christus verbunden werden, der unser einziges Heil ist. Es kann keinen Widerspruch und keinen Gegensatz zwischen der Lehre der Kirche und ihrer pastoralen Praxis geben, da die Lehre selbstverständlich Seelsorge ist, wie der Katechismus der Katholischen Kirche betont:

 

„Die Sendung des Lehramtes ist mit dem endgültigen Charakter des Bundes verknüpft, den Gott in Christus mit seinem Volk geschlossen hat. Das Lehramt muß das Volk vor Verirrungen und Glaubensschwäche schützen und ihm die objektive Möglichkeit gewährleisten, den ursprünglichen Glauben irrtumsfrei zu bekennen. Der pastorale Auftrag des Lehramtes ist es, zu wachen, daß das Gottesvolk in der befreienden Wahrheit bleibt. Zur Erfüllung dieses Dienstes hat Christus den Hirten das Charisma der Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitten verliehen. Dieses Charisma kann auf verschiedene Weisen ausgeübt werden“ (KKK, 890).

 

Christus lehrt die Glaubenswahrheit vom Plan Gottes über die Ehe „von Anfang an“

 

Die pastorale Natur der Doktrin kann man auf eloquente Weise in der kirchlichen Lehre über die Ehe und die Familie sehen. Christus selbst zeigt die tiefe pastorale Natur der Glaubenswahrheit in seiner Unterweisung über die heilige Ehe im Evangelium auf (vgl. Mt 19,3-12). Darin lehrt er erneut den Plan Gottes über die Ehe „von Anfang an“.

 

Während der vergangenen zwei Jahre, in denen die Kirche sich in einer intensiven Diskussion über Ehe und Familie befand, habe ich häufig eine Episode aus meiner Kindheit in Erinnerung gerufen. Ich bin in Wisconsin auf dem Land auf der Farm meiner Familie aufgewachsen. Ich war das jüngste von sechs Kindern von guten, katholischen Eltern. Die Sonntagsmesse um 10 Uhr in unserer Pfarrkirche bildete das Herz unseres Glaubenslebens. Irgendwann wurde ich auf ein Paar, Freunde meiner Eltern von einer nahen Farm, aufmerksam, die immer die Heilige Messe besuchten, aber nie die Heilige Kommunion empfingen. Als ich meinen Vater fragte, warum sie denn nie die Heilige Kommunion empfangen, erklärte er mir, daß der Mann mit einer anderen Frau verheiratet war und deshalb nicht die Sakramente empfangen konnte.

 

Ich erinnere mich noch gut, wie mein Vater mir in aller Ruhe die Praxis der Kirche in Treue zu ihrer Lehre erklärte. Die Ordnung hat natürlich eine Bedeutung für ihn und sie hatte auch eine Bedeutung für mich. Seine Erklärung war für mich die erste Gelegenheit, über die Natur der Ehe als unauflösliche Bindung zwischen dem Ehemann und der Ehefrau nachzudenken. Gleichzeitig muß ich sagen, daß der Pfarrer das betroffene Paar mit dem größten Respekt behandelte, und sie am Pfarrleben in der für den irregulären Zustand ihrer Verbindung angemessenen Weise teilnahmen. Meinerseits hatte ich immer den Eindruck, daß sie, obwohl es für sie sehr schwer sein mußte, nicht die Sakramente empfangen zu können, ruhig und gelassen die Wahrheit ihrer ehelichen Situation lebten.

Die Ehe ist nicht ein Ideal, sondern ein Sakrament

 

Nach mehr als 40 Jahren des Priestertums, von denen ich 21 im Bischofsamt verbrachte, habe ich viele andere Paare in irregulären Situationen kennengelernt, derer ich mich oder die anderen Mitbrüder im Priesteramt angenommen haben. Obwohl ihr Leiden für jede mitfühlende Seele offenkundig war, wurde mir im Laufe der Jahre immer klarer, daß das erste Zeichen des Respekts und der Liebe ihnen gegenüber darin besteht, ihnen mit Liebe die Wahrheit zu sagen. Auf diese Weise ist die Lehre der Kirche nicht etwas, was sie noch mehr belastet, sondern sie in Wahrheit dazu befreit, Gott und den Nächsten zu lieben.

 

Ein Beispiel könnte hilfreich sein, die Notwendigkeit aufzuzeigen, Amoris Laetitia im Licht des Lehramts zu interpretieren. Im Dokument finden sich zahlreiche Hinweise auf das „Ideal“ der Ehe. Eine solche Beschreibung der Ehe kann irreführend sein. Sie kann den Leser dazu verleiten, zu denken, die Ehe sei eine ewige Idee, der sich die Männer und Frauen mehr oder weniger unter veränderlichen Umständen anzunähern haben. Die christliche Ehe ist aber nicht eine Idee. Sie ist ein Sakrament, das einem Mann und einer Frau die Gnade verleiht, in einer treuen, dauerhaften und fruchtbaren, gegenseitigen Liebe zu leben.

 

Jedes gültig verheiratete, christliche Paar erhält ab der Eheschließung die Gnade die Liebe zu leben, die es sich gegenseitig versprochen hat. Da wir alle unter den Folgen der Erbsünde leiden und da die Welt, in der wir leben, eine ganz andere Vorstellung von der Ehe hat, sind die Eheleute versucht, die objektive Wirklichkeit ihrer Liebe zu verraten. Christus schenkt ihnen immer die Gnade, dieser Liebe bis in den Tod treu zu bleiben.

 

Die einzige Sache, die sie in ihrer treuen Antwort einschränken kann, ist, nicht der ihnen im Sakrament der Heiligen Ehe geschenkten Gnade zu entsprechen. Mit anderen Worten: Ihre Schwierigkeit ist nicht irgendeine Idee, die ihnen die Kirche aufgezwungen hat. Ihr Ringen findet mit jenen Kräften statt, die sie dazu verführen wollen, die Wirklichkeit von Christi Leben in ihnen zu verraten.

Wir sind alle und in jedem Lebensstand gerufen, heldenhaft zu leben

 

Im Laufe der Jahre, besonders während der vergangenen zwei Jahre, habe ich viele Männer und Frauen getroffen, die sich aus den verschiedensten Gründen von ihrem Ehepartner getrennt oder scheiden lassen haben, die aber in der Treue zur Wahrheit ihrer Ehe leben und jeden Tag für das Seelenheil ihres Ehepartners beten, auch wenn er oder sie den anderen verlassen hat. In unseren Gesprächen erkennen sie das Leiden, von dem sie betroffen sind, vor allem aber den tiefen Frieden, den sie empfinden, weil sie ihrer Ehe treu sind.

 

Einige halten eine solche Reaktion auf die Trennung oder Scheidung für Heldentum, zu dem der Durchschnittsgläubige nicht gelangen könne. In Wirklichkeit sind wir alle gerufen, in jedem Lebensstand heldenhaft zu leben. Papst Johannes Paul II. lehrte uns am Ende des Heiligen Jahres 2000, mit Bezug auf die Worte Unseres Herrn am Ende der Bergpredigt „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5,48), die heldenhafte Natur des täglichen Lebens in Christus:

 

„Das Konzil selbst hat erklärt, daß man dieses Ideal der Vollkommenheit nicht falsch verstehen darf, als sei es eine Art außerordentlichen Lebens, das nur von einigen »Genies« der Heiligkeit geführt werden könnte. Die Wege der Heiligkeit sind vielfältig, und der Berufung eines jeden angepaßt. Ich danke dem Herrn, daß er es mir geschenkt hat, in diesen Jahren so viele Christen selig- und heiligsprechen zu dürfen. Darunter waren auch viele Laien, die unter Bedingungen, wie sie das ganz gewöhnliche Leben vorgibt, heilig wurden. Es ist jetzt an der Zeit, allen mit Überzeugungskraft diesen »hohen Maßstab« des gewöhnlichen christlichen Lebens neu vor Augen zu stellen. Das ganze Leben der kirchlichen Gemeinschaft und der christlichen Familien muß in diese Richtung führen“ (Novo Millennio Ineunte, 31).

 

Indem ich Männer und Frauen getroffen habe, die, obwohl ihr Eheleben zerbrochen ist, der Gnade des Ehesakraments treu bleiben, bin ich zum Zeugen des heldenhaften Lebens geworden, das die Gnade uns jeden Tag ermöglicht.

 

Der Heilige Augustinus gebraucht in einer Predigt zum Fest des Heiligen Laurentius, Diakon und Märtyrer im Jahr 417, ein wunderschönes Bild, um uns in unserem Mitwirken mit der Gnade Unseres Herrn zu ermutigen, die Er durch Sein Leiden und Sterben für uns erworben hat. Er garantiert uns, daß im Garten des Herrn nicht nur die Rosen der Märtyrer, sondern auch die Lilien der Jungfrauen und das Efeu der Eheleute und die Veilchen der Witwen sind. Daher schließt er daraus, daß niemand bezüglich seiner eigenen Berufung verzagen sollte, weil „Christus für alle gestorben ist“ (Sermon, 304).

 

Die Aufnahme von Amoris Laetitia in Treue zum Lehramt möge die Eheleute in der Gnade des Sakraments der Heiligen Ehe bestärken, so daß sie ein Zeichen der treuen und dauerhaften Liebe Gottes für uns „von Anfang an“ sein können, einer Liebe, die ihre Fülle in der erlösenden Fleischwerdung des Gottesohnes erreicht hat. Möge das Lehramt als Schlüssel zum Verständnis es möglich machen, daß „das Gottesvolk in der befreienden Wahrheit bleibt“ (KKK 890).

 

*Raymond Leo Burke, Kardinalpatron des Souveränen Malteserordens, zuvor Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur

 

Übersetzung: Giiusepp Nardi

 

http://www.katholisches.info/2016/04/13/vollstaendige-stellungnahme-von-kardinal-raymond-burke-zu-amoris-laetitia/

Eingetragene Lebenspartnerschaft

Posted on March 11, 2016 at 10:00 AM

Wir leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, weil mein Partner einmal die Witwenrente bekommen soll, wenn ich tot bin!

Derartiges hört man, wenn man nachfragt, warum es denn eigentlich dieser eingetragenen Lebenspartnerschaft bedarf - man kann auch ohne sie alles Nötige per zivilrechtlichen Vertrag regeln. Mit diesem "Argument" gibt es aber einige Probleme: Nehmen wir eine heterosexuelle Ehe mit Kindern. Mann und Frau bekommen Kinder und ziehen sie groß. Jahrzehnte später stirbt der Mann und die Frau bekommt Witwenrente. Wenn Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft dieselbe Rente bekommen, ergibt dies ein grobes Ungleichgewicht. Die Mutter konnte jahrelang nicht arbeiten und Sozialversicherungsbeiträge leisten, da sie für die Kinder da war. Und DESHALB bekommt sie die Witwenrente! Selbstverständlich soll dieser Mehrwert, den eine Familie mit Kindern erbringt, auch durch einen finanziellen Mehrwert ausgeglichen werden! Zwei gleichgeschlechtliche erwachsene Menschen können beide arbeiten und tragen nicht zum Fortbestand der Gesellschaft bei. Soll denn die Sicherung dieses Fortbestandes überhaupt nicht gewürdigt werden? Wenn es nur gleichgeschlechtliche Paare geben würde, würde unsere Gesellschaft aussterben! Offenbar argumentieren gleichgeschlechtliche Paare zumeist für sich selbst. Familien aber sorgen für die gesamte Gesellschaft - für unser Volk!

Fragenkatalog zur Prostitution

Posted on October 25, 2015 at 2:10 PM

Ich habe eben einen Fragenkatalog einer Schülerin zum Thema Prostitution anlässlich einer Arbeit bekommen, die sie schreiben muss. Hier der Katalog mit meinen Antworten:

 

Fragen : Seminararbeit „Der Dienst am Nächsten - Liebe deinen Nächsten? Kirche und Prostitution

 

1.Würden sie sich negativ über das fast schon als „Alltagsphänomen“ bezeichnete Thema Sex beschweren ?( Zeitschriften, Filme) Ja Nein

"Sex" an sich ist nicht negativ. Es ist etwas Heiliges. Insofern ist die Katholische Kirche auch nicht gegen Sex - sie würdigt ihn nur als das, was er tatsächlich ist und macht nicht etwas Billiges daraus. Was tatsächlich täglich stattfindet, ist die Sexualisierung unserer Gesellschaft. Gabriele Kuby hat sich hierzu mehrach in ausgezeichneter Art und Weise geäußert.

 

 

2. Wie würden sie „Prostitution“ definieren?

Wikipedia definiert dies so: "Prostitution (von lateinisch prostituere „nach vorn/zur Schau stellen, preisgeben“), früher Gewerbsunzucht, bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt, den Schandlohn." Aus katholischer Sicht ist sie mehr als das: Bereits im Alten Testament wurde Israel nach seiner Untreue Gott gegenüber - also der Bruch des Bundes - als "Hure" bezeichnet. In einem Bund gibt sich der Gatte in lebensspendender Art und Weise seiner Gattin hin. Beide werden eins - so sehr eins, dass man dem "Einen" neun Monate später einen Namen geben muss. Dies spiegelt die selbstlose Art und Weise wieder, mit der sich Jesus in lebensspendender Art und Weise Seiner Braut, der Kirche hingab. Das Kind, das daraus hervorgeht und aus der Familie ein "Dreier-Gespann" macht, das doch eins ist, ist ein Spiegelbild der Dreifaltigkeit. So ist die katholische monogame, heterosexuelle und lebenslange Ehe zum Wohl der Ehegatten und zur Zeugung von Kindern bestimmt. Versucht man eines davon bewusst auszuklammern, zerstört man das Ganze. Sex außerhalb der Ehe - und erst recht Prostituation! - sowie außereheliche Beziehungen sind nichts anderes als eine Art von bürgerlichen Verträgen, wo man überein kommt, Eigentum oder Eigentumsrechte auszutauschen. Beim unauflöslichen Bund gibt man sich selbst hin.

 

 

 

3.Was halten sie von der These von Augustinus ?

„Was könnte man anführen, dass schädlicher wäre, als Dirnen, Kuppler und die anderen Vertreter dieses verderbten Gesindels? Aber entferne die Dirnen aus der menschlichen Gesellschaft: du wirst alles durch die sexuellen Leidenschaften durcheinander bringen. Setzte sie an den Platz der verheirateten Frauen und du wirst alles durch Unheil und Schande entehren.“

Der Heilige Augustinus war selbst lange Jahre mit einer Frau zusammen. Sie hatten einen Sohn miteinander. Nicht umsonst betete die Heilige Monika, seine Mutter, unaufhörlich für ihn.

Er wusste, was es bedeutete, ein Leben lang in Versuchung geführt zu werden. Er kannte die körperliche Liebe und ebenso sexuelle Begierden und vergaß dies auch nicht nach seinem Eintritt in die Kirche. Nicht umsonst war er es, der darauf hinwies, dass sein Herz so lange ruhelos sein würde, bis es eines Tages in Gott ruht. Insofern drückt dieses Zitat wohl eher eine gesellschaftliche Realität aus. Es ist keinesfalls ein Gutheißen von Prostitution. Augustinus sah Prostituation allerdings als "kleiners Übel".

 

 

4.Was denken sie - wieso wurden früher, sowie heute Prostitutionsstätte ( Frauenhäuser, Puffs, Herbertstraße (Hamburg)) erlaubt ?

Früher: Früher hatte Prostitution teils kultischen Charakter (Tempelprostitution). Auch diente sie der Befriedigung sexueller Begierden - vor allem für die, die nicht verheiratet waren. Teils war Prostitution auch gesellschaftlich anerkannt (Kurtisanen). Teils sah man Prostituierte aber auch als Hexen und verbrante sie als solche. Ein weiterer Grund, der so manche Frau in die Prostitution trieb, war wohl auch die Sorge ums Überleben - etwa wenn der eigene Mann tot und keine Familie vorhanden war und es an der nötigen Ausbildung für eine gutbezahlte Arbeit fehlte. So verdienten Frauen ihren Lebensunterhalt - oder einen Teil davon - mit dem Verkauf ihrer Körper. Ein Grund für die Unterbringung von Huren in besonderen Häusern mag gewesen sein, dass sie dort von den örtlichen Behörden leichter zu kontrollieren waren - ein Grund auch für die gesetzliche Reglementierung der Prostitution. Nach dem Aufkommen der Frauenbewegung schlossen viele Bordelle, was wiederum zur Verelendung der Prostituierten führte, die nun auf die Straße getrieben wurden.

Heute: Heute ist das gesamte Spektrum der Vergangenheit vertreten: Bordelle, gesetzliche Regelungen, Verbote, usw. Teils wird Prostitution als "Befreiung der Frau" gefeiert (eine absolut lächerliche und realitätsferne Behauptung. Es ist eine Entwürdigung sowohl von Mann und Frau!). Auch Männer verkaufen sich mittlerweile. Sex ist zu einer Ware verkommen. Nach der sexuellen Revolution in den 60ern wurde die traditionelle christliche Ehe, die das Beste für alle Beteiligten war - durch (beinahe) nichts ersetzt. Alle möglichen Konstellationen gehen nun. Und was noch nicht geht, wird bald gangbar gemacht. Die Konsequenzen sind kaum zu übersehen: Störungen der Geschlechtsidentität, Abtreibung, Sex- und Pornosucht, kriminelle Aktivitäten, Geschlechtskrankheiten usw.

 

 

5.Wie stehen sie persönlich in der heutigen Zeit zu Bordellen und anderen Räumlichkeiten?

Mit einem Verbot alleine wird man dem nicht beikommen. Hier muss man weiter ausholen und das Wissen um die traditionelle, christliche Familie (wieder) vermitteln - verbunden mit dem damit verbundenen Wert für alle Beteiligten.

 

 

 

6.Wie würden sie diesen Ausdruck aus der Bibel deuten? Steht dies nicht im Gegensatz mit der Kirche? Wurde die Prostitution schon früher toleriert ?

„Da sie nun Juda sah, meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte ihr Angesicht verdeckt [..] Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm schwanger“

Hier mit einem Satz zu antworten, ist kaum möglich. Grundsätzlich ist anzumerken, dass ein aus dem Zusammenhang gerissenes Bibelzitat ohne entsprechendes Hintergrundwissen eher zu Verwirrung denn zu einem besseren Verständnis beiträgt. Beispiel: Wir alle kennen den Ausdruck "Das Auto ist im Eimer". Nun stellen Sie sich einmal vor, jemand würde in ferner Zukunft - in 2.000 Jahren - diesen Satz lesen. Was für eine Überraschung dürfte er empfinden, wenn er ihn einfach so wörtlich auffasst, ohne das Hintergrundwissen zu haben, mit dem wir diesen Ausdruck verwenden!

 

7.Früher betrieben meist Kirchen und Klöster „Frauenhäuser“. Ein Grund war der wirtschaftliche Aspekt. Was denken sie waren weitere Gründe wieso grade kirchliche Institute, so ein Gewerbe unterstützen und sogar selber betrieben?

Warum erliegen Menschen fleischlichen Gelüsten (Sex, Geld, Macht, Einfluss, gesellschaftliche Anerkennung usw.)? Katholiken sind vor Versuchungen keineswegs ausgenommen und einige erliegen dieser Versuchungen - aus unterschiedlichsten Gründen (persönlicher Vorteil, "gut gemeinte" Absichten etc.). Macht dies die Versuchung zu etwas moralisch Akzeptablen? Keineswegs. Das wäre eine absurde Schlussfolgerung.

 

 

8.Waren die Prostituierten um das Mittelalter, als Gruppe in die Gesellschaft integriert? ( Bezug auf Kleiderordnung, Kirche) Wie stand die Kirche zu Prostituierten allgemein? Konnte man auf Hilfe vertrauen?

Die Prostitution wurde verurteilt - und gleichzeitig gab es kontrollierte Bordelle. Weitaus schwererhatten es hier wohl Gelegenheitsprostituierte oder Prostituierte, die außerhalb solcher Bordelle tätig waren. Geschützt waren Prostituierte damals wie heute nur sehr eingeschränkt. Es war und ist ein gefährliches "Geschäft" - in jeder Hinsicht: körperlich, psychisch, spirituell.

 

9.Wie ist die Prostitution heute Integriert? Immer noch großer „Abschaum“? Wie stehen sie heutzutage zu Prostitution? Würden sie jemanden von diesem Gewerbe den Segen geben und sie unterstützen?

Man wird ja heute nicht müde, zu betonen, wie sehr Prostitution gesellschaftlich integriert ist. Und doch dürte es nur wenige geben, die sich dieses Gewerbe für die eigenen Kinder wünschen. Ich würde es wie Jesus halten: Er hatte keine Scham, sich mit Prostituierten abzugeben und rettete sogar einer das Leben. Gleichzeitig trug Er ihr aber auch auf, von nun an nicht mehr zu sündigen. Es gibt Gründe, warum Menschen sich sexuell verkaufen. Diese Gründe und die dahinter stehenden Bedürfnisse und Verletzungen müssen angegangen und den Betroffenen eine bessere Perspektive gezeigt werden.

 

 

10. An vielen offiziellen Anlässen ( Hochzeiten, Prozessionen) war es eine Selbstverständlichkeit, Prostituierte im Mittelalter anzutreffen. Wieso war das erlaubt und gewünscht? Heutzutage sieht man ja keine „offiziellen“ Prostituierten auf solchen Festen ? Hat sich die Gesellschaft verändert?

Prostituierte wurden damals nicht als Frauen gesehen, die mit den eigenen Ehefrauen gleichgestellt waren - eher als eine Art "Notlösung" zur Bedürfnisbefriedigung (da hat sich wohl wenig geändert).

 

 

Wieso wollte man sie im öffentlichen Leben nur ungern dabei haben ?

Als Mann geantwortet: Es ist leichter, mit einer Frau an seiner Seite "anzugeben", die man "erobert" hat und die einen als Mensch begehrt (auch sexuell), als mit einer Frau, die man gekauft hat und die alleine dafür da ist, die eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen, obgleich sie das von sich aus nie machen würde.

 

 

 

11.Kennen sie kirchliche Institutionen die Prostituierten bei einem Ausstieg helfen?

Mimikry und Marikas: http://www.hilfswerk-muenchen.de/9__1_beratungsstellen-mimikry-marikas.html

 

 

12.Wie würden sie die Stellung der Kirche heute und im Mittelalter beschreiben? Gibt es Unterschiede?

Unterschiede gibt es insofern, als in der Öffentlichkeit anders über Prostituierte gesprochen wird und auch Hilfsangebote zur Verfügung stehen. Ob sich die innere Einstellung Einzelner geändert hat, ist fraglich. Ob sie sich ändern muss, ebenso.

 

 

 

13.Was sagen sie zu dem Ausdruck „Liebe deinen Nächsten – Dienst am Nächsten“? Welcher Dienst ist da gemeint ? Könnte die Prostitution gemeint sein?

So etwas kann eigentlich nur jemand sagen, der vom Christentum keine Ahnung hat - und nicht einmal der. Das ist einfach nur dumm und billig. Was es heißt, bedingungslos unter Aufgabe des eigenen Lebens seinen Nächsten (besonders seine Feinde!) zu lieben, hat Jesus selbst uns vorgeführt.

 

 

14.Finden sie es einen positiven Fortschritt, dass die Prostitution legitimiert wurde ( Prostitutionsgesetz)? Ist es eher als Lösung zu den Problemen im Mittelalter zusehen oder als Untergang in der heutigen Gesellschaft, da es rechtlich erlaubt ist und sich fast jeder frei prostituieren kann?

Hier geht es weniger um erlaubt oder nicht erlaubt. Auch Gesetze stehen nur auf einem gesellschaftlichen Wertefundament. Was wir heute antreffen, ist ein moralischer Relativismus, bei dem jeder selbst bestimt, was gut, richtig, wahrhaftig und moralisch akzeptabel gibt. Einen gesellschaftlichen Konsens hierüber gibt es nicht mehr. Das allerdings ist mittel- bis langfristig tatsächlich der Untergang jeder Gesellschaftsform.

Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren?

Posted on June 12, 2015 at 1:20 PM

Immer wieder wird auch von gläubigen Christen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren befürwortet. Was ist schon dabei? Ist Segnung nicht etwas Gutes?

Ist sie, eben deshalb ist das ein grober Missbrauch von kirchlichen Riten.

 

„Segen (althochdeutsch segan, auch segon, segin, segen, entlehnt aus lateinisch signum 'Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen', ab dem späten 2. Jahrhundert auch Kreuzzeichen) bezeichnet in Religionen ein Gebet oder einen Ritus, wodurch Personen oder Sachen Anteil an göttlicher Kraft oder Gnade bekommen sollen. Der christliche Begriff Segen entspricht dem lateinischen Wort benedictio, abgeleitet von benedicere aus bene „gut“ und dicere „sagen“ (also eigentlich von jemandem gut sprechen, jemand loben, preisen). Durch das Latein der Kirche bedeutet benedicere ab dem 3. Jahrhundert auch „segnen, benedeien, den Segen ausprechen über usw.“

Ziel des Segens ist die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung. Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden (z. B. Handauflegung, Segensgestus, Ausbreiten der Hände, Kreuzzeichen, Salbung), die die wohltätige Zuwendung eines Gottes zu der gesegneten Person oder der gesegneten Sache symbolisieren (siehe Segenszeichen).“ (Wikipedia)

 

Wie kann etwas Anteil an göttlicher Kraft oder Gnade bekommen, das durch seine bloße Existenz oder den Vollzug von etwas dem innersten Wesen des christlichen Glaubens widerspricht?

Eine lebenslange und monogame Ehe zwischen Mann und Frau ist ein Bund, bei dem sich der Mann in lebensspendender Art und Weise der Frau hingibt (im Gegensatz zum zivilrechtlichen Vertrag, bei dem Eigentum oder Rechte ausgetauscht werden). In ähnlicher Art und Weise hat sich Jesus Seiner Braut, der Kirche hingegeben. Mann und Frau werden eins – so sehr eins, dass man diesem „eins“ neun Monate später einen Namen geben muss (sozusagen ein Abbild der Dreifaltigkeit). Sinn und Zweck der Ehe ist sowohl das Wohl der Ehegatten als auch die Zeugung von Nachwuchs (also keineswegs nur die Nachkommenschaft allein, wie fälschlicherweise oft angeführt wird. Die Bibel selbst betont den Wert und die Freude an Sexualität, so wie Gott sie versteht!). Nichts anderes als die Ehe zwischen Mann und Frau kommt dem gleich. Etwas, das dem in grober Weise widerspricht, kann auch nicht unter göttlichen Schutz und göttlicher Gnade gestellt werden. Wenn alleine ein diffuses und unbestimmtes Gefühl (zur Erinnerung: Gefühle kommen und gehen; Liebe ist mehr als nur ein Gefühl!) ausreicht, um unter den besonderen Schutz Gottes gestellt zu werden, so erhält man absurde Ergebnisse, wenn man diese Logik weiter verfolgt. Was oder wen kann man nicht alles „lieben“!

Diese traditionelle christliche Ehe ist auch nicht das Produkt einer bestimmten Kultur oder nur zum Lebenserhalt der damaligen Menschen bestimmt. Sie wurde in unterschiedlichsten biblischen Büchern zu unterschiedlichsten Zeiten und Kulturen als wichtig erachtet – und letztlich von Jesus selbst bekräftigt, der eindeutig auf den Standard von Genesis verwies. Ihm kann man wohl kaum unterstellen, er hätte keine Ahnung von „Liebe“ gehabt, so wie wir sie kennen – oder dies nur für eine bestimmte Zeit gesagt. Nichts davon lässt sich aus der Bibel und Kirchengeschichte belegen.

Wenn man das Ganze nun in wohlklingende christliche Phrasen kleidet, sagt man eigentlich mehr über sich selbst aus, als über das, was man dadurch begründen möchte.

Wenn zwei (oder mehr?) Menschen ein wie auch immer geartetes Gefühl der „Liebe“ haben, so ist es, was es ist: ein Gefühl. Das alleine macht nichts, aber auch gar nichts moralisch gut oder richtig und erst recht nicht akzeptabel aus christlicher Sicht. Wenn alles, was Menschen „lieben“ können, an sich schon eine kirchliche Segnung bekommen dürfte, würde das zu untragbaren Folgerungen führen, wenn diese Argumentation auf andere Konstellationen des Zusammenlebens ausgeweitet wird. Wenn sie denn so „tiefgläubig“ sind, wie oft angeführt wird, sollten sie auch den Geboten der Bibel und der Kirche folgen. Diese wurden schließlich zum Schutz des eigenen Seelenheils erlassen – und nicht, weil uns jemand gerne herum kommandiert.

Wenn „tiefgläubig“ jedoch nur ein abstrakter Ausdruck des intellektuellen Glaubens an Gott ist, so sagt uns die Bibel selbst, dass selbst die Dämonen glauben. Wenn der Glaube sich nicht in Werken zeigt, ist er sinn- und wertlos.

Auf Basis all dessen ist es also grundfalsch, zu behaupten, gleichgeschlechtliche Paare würden „bereits in und mit dem Segen Gottes leben“, alleine weil sie sich „lieben“ und „tiefgläubig“ sind.

Da hilft es dann auch nicht, wenn derartige Irrlehren von „Theologen“ verbreitet werden. Eine irrige Überzeugung ist und bleibt falsch – egal, wie viele Titel der Autor der Irrlehre anführt.

Die Kirche ist keine Demokratie, bei der über Glaubensüberzeugungen abgestimmt wird – und darf dies auch niemals sein. Wohin eine manchmal geforderte „Reformation“ führt, sieht man ja momentan anhand der Evangelischen Kirche. Diese ist spirituell gesehen im freien Fall. Dafür hätte man wirklich keine „Reformation“ gebraucht.

Man hilft Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht, wenn man ihre Verbindungen segnet. Wer Liebe an den falschen Orten und bei den falschen Menschen sucht, sollte auch nicht noch den Stempel der Kirche bekommen, sondern stattdessen eine unterstützende Seelsorge (wie sie etwa seit langem von der Einrichtung Jason http://jason-online.webs.com angeboten und stur von vielen Kirchen und Gemeinden ignoriert wird – teils auf Basis von Vorurteilen, teils aus reiner Unkenntnis).

Leider ist die Kirche teils zu einem „Wohlfühl-Christentum“ verkommen, wo die subjektive Wellness des Einzelnen und nicht das Große Gebot und der Missionsauftrag Jesu im Mittelpunkt steht. Für Wellness mit einem spirituellen Touch braucht aber niemand die christliche Kirche, weshalb sie drauf und dran ist, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Wenn die Kirche versucht, wie die Welt zu sein, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.

Ich finde es peinlich, wenn sogar Priester aberwitzige pseudo-wissenschaftliche Begründungen für ihre Thesen anführen – etwa, dass es „Homosexualität“ ja auch im Tierreich gebe. Es gibt auch Spinnenarten, die nach der Begattung ihre männlichen Partner töten. Ist das alleine deshalb schon richtig, weil es im Tierreich vorkommt und deshalb auch für die moralische Bewertung menschlichen Handels gelten soll? Mit Verlaub, das ist armselig.

„Gott ist Liebe“ - mit diesem Grundsatz wird alles gerechtfertigt, was sich irgendwie Liebe nennt. Was aber wahre Liebe im christlichen Sinne ist, hat uns Jesus selbst vorgelebt. Dies mit gleichgeschlechtlichen (und möglicherweise auch anderen?) Verbindungen zu vergleichen, ist Theologie für Arme.

Wer die Bibel her nimmt, um seine eigenen Überzeugungen zu billigen, missbraucht diese und schafft sich seinen eigenen Glauben – und Gott. Das ist Götzendienst in Reinform.

Die traditionelle christliche Ehe wird im besten Theologen-Deutsch als „Engführung“ bezeichnet – was den Zustand (besonders der deutschen!) Theologie widerspiegelt, über die zu Recht das christliche Ausland verständnislos den Kopf schüttelt.

Wenn dann sogar Priester fordern, die Kirche solle gleichgeschlechtliche Paare segnen, damit diese ihre Verbindung „mit Gottes Liebe recht leben können“, so frage ich mich ernsthaft, wo diese Männer Theologie studiert haben und wer ihnen eine Gemeinde zur Leitung übertragen hat.

Wie es so schön heißt: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – und darunter dürfte Vieles dieser Schwulen-freundlichen „Theologie“ fallen.

Wir leben in einer Zeit, in der ein Großteil derer, die eigentlich die Kirche leiten sollen, versagen und die Menschen in die Irre führen.

Dies ist aber kein Grund zur Verzweiflung. Christen haben etwas, was vielen anderen fehlt: Hoffnung. In solchen Zeiten ruft Gott auch und gerade einfache Menschen, aufzustehen und für Ihn und Seine Kirche einzutreten. Nichts anderes waren die Apostel – einfache Menschen, die dem Ruf Jesu gefolgt waren.

München den 12.06.2015

Robert Gollwitzer

Jason International

http://jason-online.webs.com

Bischofskonferenz und ZdK auf Abwegen?

Posted on May 11, 2015 at 2:40 PM

Die Katholische Kirche in Deutschland ist wieder einmal in den Schlagzeilen.

 

Die Bischöfe beschlossen gerade eine Neuordnung des kirchlichen Arbeitsrechtes.

 

Dort heisst es:

 

„Die erneute standesamtliche Heirat nach einer zivilen Scheidung ist zukünftig grundsätzlich dann als schwerwiegender Loyalitätsverstoß zu werten, wenn dieses Verhalten nach den konkreten Umständen objektiv geeignet ist, ein erhebliches Ärgernis in der Dienstgemeinschaft oder im beruflichen Wirkungskreis zu erregen und die Glaubwürdigkeit der Kirche zu beeinträchtigen. Dasselbe gilt für das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

 

Diese Handlungen besitzen damit bei Vorliegen besonderer Umstände und damit nur in Ausnahmefällen Kündigungsrelevanz. Das ist z. B. der Fall, wenn objektive Gründe befürchten lassen, dass eine erneute standesamtliche Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft sich störend auf die Zusammenarbeit in der Dienstgemeinschaft auswirkt. Bei einer Wiederverheiratung können sich solche Umstände zum Beispiel ergeben aus der beruflichen Stellung des Mitarbeiters, aus der Art und Weise, wie der geschieden wiederverheiratete Partner mit dem Scheitern der Ehe bzw. Wiederheirat in der Öffentlichkeit umgeht oder wie er seine gesetzlichen Verpflichtungen aus seiner ersten Ehe erfüllt. Notwendig ist eine Gesamtbeurteilung.“

 

Eine erneute Heirat nach zivilrechtlicher Scheidung oder eine „homosexuelle Lebenspartnerschaft“ ist also nur dann schlimm, wenn sie Ärger verursacht oder die Glaubwürdigkeit der Kirche beeinträchtigt.

 

Wer um Himmels willen hat denn dieses Papier entworfen? Das ist sowohl theologisch als auch rational betrachtet blanker – und höchst gefährlicher! - Unsinn!

 

Es grenzt an Scheinheiligkeit, wenn ein Verhalten, das dem katholischen Glauben widerspricht, nur dann sanktioniert werden soll, wenn es Ärger verursacht. Die Glaubwürdigkeit im Übrigen wird nicht nur durch eben dieses Verhalten beeinträchtigt, sondern in viel größerem Maße durch eine Anordnung, die Abfall von der kirchlichen Lehre nur unter bestimmten Voraussetzungen als Loyalitätsverstoß ansieht und nicht durch die Handlungen an sich.

 

Eine Kirche, deren Mitarbeiter und Mitglieder durch ihr eigenes Lebenszeugnis nicht mehr das widerspiegeln, wofür diese Kirche eigentlich steht, verdient ihren Namen nicht und wird bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wenn die Kirche wie die Welt wird, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.

 

Vorrangige Aufgabe der Bischöfe ist es, Hirten zu sein und ihre Schafe auf dem rechten Weg zu führen. Eine Theologie, die besagt, man könne durchaus von diesem Weg abweichen, solange es nicht an der „Glaubwürdigkeit“ (welche Glaubwürdigkeit ist denn da noch übrig?) rüttelt oder Ärger verursacht, ist hierfür nicht geeignet – noch verdienen die Bischöfe, die dies zu verantworten haben, den Namen „Hirten“.

 

Nur zur Information: Ich schreibe dies als jemand, der viele Jahre lang ein schwules Leben geführt hat und vor elf Jahren Freiheit durch die internationale christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ (www.homosexuals-anonymous.com) erfahren durfte. So etwas hilft den Menschen, die vom Weg abgekommen sind, wirklich – und wird bis heute von der offiziellen Kirche ignoriert. Im Gegensatz dazu werden immer wieder Meldungen an uns herangetragen, die auf eine große Anzahl gleichgeschlechtlich empfindender – und teils auch handelnder – Priester und Ordensangehöriger schließen lassen. Jedes Hilfsangebot unsererseits an die Kirche wurde jedoch

bisher ignoriert.

 

Was mir hier sehr sauer aufstößt, ist der Wink mit dem Zaunpfahl, der hier durch den Hinweis auf die Art und Weise gegeben wird, mit dem mit der Wiederverheiratung (oder der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“) in der Öffentlichkeit umgegangen wird. Dies bestätigt eine unselige und lang bekannte Praxis der Katholischen Kirche: Solange es niemand „da draußen“ erfährt, wird es toleriert.

 

Ich schreibe diese Zeilen aus Liebe zur Katholischen Kirche, denn auch ich bin Katholik (www.katholisch-leben.org). Es macht mich sehr traurig und gleichzeitig auch wütend, zu sehen, wie hier der Kirche Schaden zugeführt und den Gläubigen vorhandene Hilfe verweigert wird.

 

Nun zum „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“, das eine Erklärung mit dem Titel „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“ veröffentlicht hat.

 

Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass das ZdK keineswegs alle deutschen Katholiken vertritt, wie es der Name vermuten lässt. Hierfür fehlt die demokratische Legitimation.

 

Sehen wir uns aber diese Erklärung einmal näher an.

 

Zunächst einmal ist hier von der Stärkung der Familie die Rede – was im Kontext des nun Folgenden wie blanker Hohn erscheint.

 

Mit Hinsicht auf die Art des Zusammenlebens, die es neben der traditionellen christlichen Ehe gibt, heißt es dort:

 

„Zugleich achten wir die Lebensgemeinschaften, in denen für uns wichtige Werte verwirklicht werden: verlässliche Verantwortung füreinander, Treue in der Beziehung, Weggemeinschaft in Verbindlichkeit.“

 

Eine Lebensgemeinschaft ist also demnach zu achten, wenn abstrakte Werte wie „Treue“ oder „Verantwortung“ verwirklicht werden. Wenn diese Werte jedoch abstrakt, also getrennt von einem zugrunde liegenden Glaubensverständnis, gesehen werden, stellt sich die Frage, auf Basis von was genau denn diese Werte anerkannt und für gut geheißen werden. „Treue“ als respektablen Wert – auch außerhalb der christlichen Ehe – zu sehen, würde zu absurden Ergebnissen führen. Man stelle sich nur einmal vor, wer oder was alles „treu“ - und damit „respektabel“ - zusammenleben könnten nach dieser Logik!

 

Weiter im Text:

 

„Unter Familie verstehen wir auch nichteheliche Formen von verbindlich gelebter Partnerschaft und von Generationenverantwortung, die einen großen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und gerecht zu behandeln sind.“

 

„Nichteheliche Formen verbindlich gelebter Partnerschaft“ - würde das auch Polygamie, Pädophilie oder was weiß ich sonst noch einschließen? Wenn nicht, auf Basis welcher Argumentation?

 

Wer so etwas veröffentlicht, hat in meinen Augen nicht die leiseste Ahnung davon, was Ehe und Familie aus christlicher Sicht bedeuten und warum derartige Statements alleine deshalb nicht nur unsinnig, sondern höchst gefährlich sind. In anderen Worten: Sie widersprechen der katholischen Lehre und sind deshalb als häretisch einzustufen.

 

Es wird noch besser:

 

„Die kirchliche Lehre muss im Dialog mit den Gläubigen unter Einbeziehung ihrer jeweiligen Lebenswelt weiterentwickelt werden. Als den Menschen, ihren Sorgen und Hoffnungen zugewandte Kirche sind wir beauftragt, uns mit Zuversicht auf die Gegenwartsgesellschaft mit vielfältigen sozial anerkannten Lebensformen einzulassen und selbst zu Brückenbauerinnen und Brückenbauern zwischen Praxis und Lehre zu werden.“

 

Die kirchliche Lehre muss nur insofern weiterentwickelt werden, als sie den Menschen in ihrem jeweiligen kulturellen, persönlichen und historischen Kontext verständlich vermittelt werden muss. Sie darf jedoch keineswegs von Grundwerten abweichen, die in verschiedensten biblischen Büchern und damit unterschiedlichsten Kulturen im Laufe von tausenden von Jahren – und letztendlich von Jesus selbst bekräftigt wurden – wie etwa die lebenslange monogame Ehe zwischen Mann und Frau, bei der der Mann sich in lebensspendender Weise der Frau hingibt wie Jesus sich Seiner Braut der Kirche hingegeben hat. Mann und Frau werden ein Fleisch – so sehr eins, dass man diesem Einem neun Monate später einen Namen geben muss – ein Spiegelbild der Dreifaltigkeit selbst.

Nichts anderes als die christliche Ehe entspricht diesem Grundsatz. Sie ist die beste Form des Zusammenlebens für alle Beteiligten.

 

Wir dürfen uns keineswegs auf „sozial anerkannte Lebensweisen“ (ein fast peinlicher Ausdruck!) einlassen, wenn diese im Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen. Dies zu fordern zeugt von Verantwortungslosigkeit den Gläubigen gegenüber.

 

Schließlich heißt es noch:

 

„In unserer Kirche unterstützen wir eine hohe pastorale Aufmerksamkeit für Ehe und Familie, die auch in veränderten Seelsorgestrukturen ein überzeugendes personales Angebot vor Ort erfordert.“

 

Wenn mit diesen „veränderten Seelsorgestrukturen“ gemeint ist, eine Seelsorge zu betreiben, die mehr eine Art „Wellness-Programm mit christlichem Touch“ ist und Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind, dazu verhelfen soll, sich wenigstens gut dabei zu fühlen, lehne ich dies aus tiefsten Herzen ab. Wahre Liebe muss stark genug sein, dem vom Weg Abgekommenen die Wahrheit zu sagen – aber auch eine helfende Hand hin zur Freiheit zu bieten. Wir würden gerne mit dazu beitragen, eine helfende Hand zu sein!

 

Unter anderem wird dann auch noch eine „Neubewertung der Methoden der künstlichen Empfängnisregelung“ gefordert. Dies ist umso interessanter, als konservative Katholiken immer wieder auf den Zusammenhang etwa von gleichgeschlechtlichem Verhalten und künstlicher Empfängnisregelung hingewiesen haben. Beides scheint einem verdrehten – oder gar nicht vorhandenen -Verständnis kirchlicher Lehre zum Thema Ehe, Familie und Sexualität zu entspringen.

 

Ebenso wird immer wieder darauf verwiesen, in der Seelsorge weg vom „defizitorientierten“ hin zum „ressourcenorientierten“ Handeln zu kommen. Hört sich gut an – ist aber insofern Unsinn, als beides nicht zu trennen ist. Genau hier setzen Organisationen wie die Ex-Gay Einrichtung Jason (http://jason-online.webs.com) an.

 

Nun aber kommt der Gipfel.

Folgendes wird gefordert:

 

„eine Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichenstellungen im Familienleben“

 

Dies zeugt in meinen Augen bestenfalls von kompletter Unkenntnis des katholischen Glaubens. Im schlimmsten Fall wird dies bewusst, also in Kenntnis der kirchlichen Lehre, gefordert und ist damit verantwortungslos, da es Menschen verwirren und vom rechten – kirchlichen – Weg abbringen kann.

 

Liebes ZdK, ihr helft Sündern nicht, indem ihr es ihnen leichter macht zu sündigen. Das ist billige Theologie und billige Seelsorge und entspricht nicht dem kirchlichen Auftrag.

 

Wenn ihr dann noch fordert, alle Gläubigen sollen in der Kirche eine Heimat finden, so frage ich mich, was denn dann noch von „Gläubigen“ übrig bleibt, wenn sie nicht mehr an das glauben, was die Kirche lehrt – oder was von der Kirche übrig bleibt, wenn sie zulässt und möglicherweise gar fördert, dass sich Sünde in ihren Reihen wie Krebs verbreitet.

 

Wenn es dann noch im Gutmenschen-Stil heißt „Es geht darum, Menschen mit Wertschätzung zu begegnen, sie in ihrer Beziehungskompetenz zu stärken und ihnen gezielt Unterstützung anbieten zu können.“, kommen mir fast Tränen der Wut und Trauer. „Wertschätzung“, bedeutet, Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht – nicht, wie sie selbst gerne sein möchten. Eine „Beziehungskompetenz“ jenseits der christlichen Ehe gibt es schlichtweg nicht.

 

Manch einer mag sich durch meine Worte angegriffen fühlen. Das müsst ihr euch aber schon gefallen lassen. Auch ich habe eine Meinung zum Thema Ehe, Familie und Sexualität aus katholischer Sicht.

 

Andere mögen mich in eine radikale, fundamentalistische Ecke drängen wollen. Diese Art von Propaganda war ja schon immer dann angezeigt, wenn man sich selbst nicht mit rationalen Argumenten auseinandersetzen wollte.

 

Ich bleibe bei dem, was ich glaube: Dem katholischen Glauben, wie er seit 2.000 Jahren gelehrt und im Katechismus der Katholischen Kirche sowie in der Bibel niedergeschrieben ist und wie er Gott sei Dank noch von vielen Katholikinnen und Katholiken gelebt wird.

 

München, 11.05.2015

 

Robert Gollwitzer

www.the-jason-foundation.org

Offener Brief an Caritas-Präsident Neher

Posted on May 4, 2015 at 4:55 AM

Lieber Caritas-Präsident Peter Neher ,

laut kna vom 26. April 2015 sehen Sie im kirchlichen Arbeitsrecht einen „Spielraum für Reformen“ und fordern „ eine Balance zwischen der nicht verhandelbaren Wertschätzung der katholischen Kirche für das Sakrament der Ehe und der Lebenswirklichkeit der Menschen, in der Ehen scheitern könnten“. Die Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts solle den „individuellen Lebensverläufen der Mitarbeiter“ gerecht werden. So könne die Kirche „glaubwürdig bleiben“. Weiter heiß es „Das kirchliche Profil einer Einrichtung zeige sich allerdings nicht nur in der Zugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kirche und an deren persönlicher Lebensführung. „Es zeigt sich in der Zuwendung zu den Menschen.“

 

Nun, das macht sie bestenfalls zu „guten Menschen“ (wobei die Frage ist, wer und auf Basis von was dann definiert wird, was „gut“ ist). Das macht sie aber nicht unbedingt zu Christen.

 

Werter Herr Neher, auch ich bin Caritas-Mitarbeiter – aus Überzeugung und mit vollem Herzen – und das schon über 22 Jahre lang (zuvor zwei weitere Jahre im kirchlichen Dienst). Auch ich bin Katholik. Ihren Ausführungen kann ich aber nicht zustimmen.

 

Ja, es gibt Dinge, bei denen die Kirche „mit der Zeit gehen“ muss (Stichwort: form follows function – die Form folgt der Funktion, etwa in der Liturgie). Dies darf aber niemals für wesentliche Grundwerte des christlichen Glaubens gelten, die über Jahrtausende in verschiedensten biblischen Büchern und letztlich von Jesus selbst als Standard bekräftigt worden sind etwa die lebenslange monogame Ehe zwischen Mann und Frau. Wenn die Kirche und ihre Organisationen wie die Caritas hier den „individuellen Lebensläufen“ mancher Mitarbeiter gerecht werden will und diese Standards über den Haufen wirft, indem sie sie verwässert, verliert sie nicht nur ihre Qualität, Licht und Salz der Welt zu sein, sie verstößt auch gegen ihre Lehr- und Hirtenpflicht und wird bald in der Bedeutungslosigkeit versinken. Wenn die Kirche wie die Welt wird, gibt es keinen Grund mehr für ihre Existenz.

 

Anstatt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im kirchlichen Dienst leichter zu machen, in ihren persönlichen Lebenszeugnissen kein Beispiel mehr für Christi Liebe und Wahrheit zu sein, sollte die Kirche und kirchliche Dienstgeber eher die Liebe zum Glauben in all seinen Formen fördern – etwa durch Förderung von Wohn- und Lebensgemeinschaften kirchlicher Mitarbeiter, regelmäßigen Bibelkreisen und gemeinsamen Gottesdiensten, einer betrieblichen Seelsorge, die sich nicht nur auf „christliche Wellness“ reduziert, eine Zusammenarbeit mit Evangelikalen und anderen „Freikirchen“, Unterstützung (aber auch Ermahnung!) bei Problemen im privaten Bereich usw. Die Welt da draußen sollte allein durch unser Lebenszeugnis sehen, was die Kirche ausmacht und wofür wir stehen. Jesus Christus sollte durch unser Lebenszeugnis gegenwärtig und lebendig werden.

 

Ich schreibe Ihnen dies als jemand, der selbst jahrzehntelang in der schwulen Szene verbracht hat und vor elf Jahren Freiheit durch die christliche Organisation „Homosexuals Anonymous“ gefunden hat und seitdem getreu den Lehren der Kirche lebt – voller Freude und mit ungebrochener Begeisterung. Es gibt einen anderen und besseren Weg, als es den Menschen leichter zu machen, in ihrer Verirrung zu leben – nämlich, alles zu tun, um die verlorenen Schafe zurück zu holen.

 

München, den 04.05.2015

 

Robert Gollwitzer

www.the-jason-foundation.org