Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Zeugen Jehovas

I. Persönliche Begegnungen

Erlebnisbericht vom Besuch bei den Zeugen Jehovas

Von: Sirka van Vorst

1. Vorgeschichte und Entstehung:

Als klar wurde, dass "Heilsbringer" unser erstes Thema in diesem Jahr werden würde, waren wir sehr schnell ernüchtert ob des Umfangs über dieses Thema in unserem Religionsbuch. Schnell wurde klar, dass diese dürftigen Informationen nicht reichen würden, um das Thema bestmöglich durchnehmen zu können. Daher beschlossen zwei meiner Mitschüler und ich, den Trip ins Ungewisse zu wagen und mal nicht zu warten, bis sie wieder einmal an der Tür klingeln, sondern selbst zu ihnen zu gehen. Von diesem Erlebnis werde ich nun berichten:

2. Bei den Zeugen:

Wir besuchten die Zeugen Jehovas in Oberdollendorf(nördlich von Beuel gelegen). Als wir auf dem Parkplatz ankamen, wurden wir sofort von einem älteren Ehepaar gefragt, was wir denn hier wollten. Wir schilderten ihnen unser Anligen, gerne an der heutigen Sitzung teilnehmen zu wollen, um auch mal die andere Seite sehen zu können, nicht nur die, die in langweiligen Schulbüchern steht. Der Mann zeigte Verständnis und meint, das sei ihm schon öfter zu Ohren gekommen. Schließlich erlaubt man uns, in ihr Gemeindehaus einzutreten und an der Sitzung teilzunehmen. Das Gemeindehaus, das wie ein ganz "normales" Gemeindehaus, wie man das von zu Hause kennt, aussieht liegt direkt an einer Bahnstation, so ist es auch für diejenigen, denen kein Auto zur Verfügung steht, leicht erreichbar.
Um das Gemeindehaus herum wachsen viele Pflanzen, die von den Gemeindemitgliedern wöchentlich gehegt und gepflegt werden. Zusammen mit der hellen Aussenfassade, dem blauen Flachdach und den grossen Fenstern vermitteln sie einen freundlichen Eindruck.
Im Inneren befindet sich ein großer Konferenzraum und einige kleinere Nebenzimmer. Eine Küche und Toilettenräume sind ebenfalls vorhanden. Es ist alles sehr gemütlich und einladend eingerichtet.
Das Ehepaar, das uns gleich zu Beginn in Gewahrsam genommen hatte, schien recht beliebt zu sein bei den übrigen Anwesenden. Sie schüttelten unzähligen Leuten die Hände, fragten nach dem Befinden und lächelten freundlich. Soweit nichts Ungewöhnliches. Wir werden teils vorgestellt, teils kommen die Leute von selbst auf uns zu und sind meist ganz begeistert, wenn sie erfahren, dass wir uns für ihre Religion interessieren und nicht alles hinnehmen, wie es in Büchern steht. "Solche interessierten jungen Menschen wie Sie sollte es viel öfter geben", meint beispielsweise eine alte Dame. Uns fällt auf, dass Menschen jeden Alters anwesend sind. Vom Säugling über ein Schulkind, das in seinen Anzug noch reinwachsen muss über Jugendliche in unserem Alter, gestresste Mütter und alte Ehepaare, eine bestimmte Zielgruppe scheinen die Zeugen Jehovas wohl nicht zu haben.
Von so viel Freundlichkeit überrollt nehmen wir auf unseren Ehrenplätzen in der ersten Reihe platz und sehen uns um. Vor uns steht eine circa 1,5 Meter hohe Holzbühne, auf der ein Rednerpult und ein Tisch mit zwei Stühlen für Diskussionsrunden aufgebaut sind. Im Halbkreis um diese Bühne herum stehen circa 100 Stühle auf Teppichboden. Dies sei der große Sitzungssaal, wird uns von hinten geflüstert. Dann wird es still und alle stehen von ihren Stühlen auf:

Punkt 19.00 Uhr begann die Sitzung.


3. Ablauf der Sitzung:

 

1. Einführungslied
2. Bruder Lorenz beschreibt den Wunschtempel der Zeugen
3. Aufgaben zum Predigtdienst mit anschl. Beurteilung:
a) Schwester Annika erklärt anhand eines Dialogs und einer Bibelstelle, dass es sich bei Jesus Christus und dem Erzengel Michael um die selbe Person
handelt.
b) Schwester Lorenz erklärt ebenfalls in einem Dialog mit einer "Nichtzeugin", dass auch die Zeugen Jehovas Christen sind.
4. Bibellesung: Hesekiel 40,4
5. Lied
6. Bekanntmachungen: Grüsse, Briefe und Termine
7. Beispieldialog über den Predigtdienst
8. Bruder Herbert lädt zum nächsten internationalen Kongress in England ein.
9. Bruder Edgar hält einen Bibelvortrag über Römer 8,14
10. Bruder Lorenz stellt Fragen über allgemeine Grundsätze der Zeugen Jehovas, alle antworten.
11. Lied
12. Gebet


4. Nach der Sitzung:


Um 20.00 Uhr ist die Sitzung beendet. Wir unterhalten uns mit einem Mädchen in unserem Alter. Warum sie beigetreten sei, fragen wir. Ihre Mutter sei eine Zeugin gewesen und habe sie meist mitgenommen. Sie sei aber nie gezwungen worden, ebenfalls eine Zeugin zu werden, ihre Mutter habe ihr mit 14 Jahren die freie Wahl gelassen. Sie sei damals und auch heute noch von ihrem Glauben überzeugt und wolle diesen auch ausleben. Dann weist sie uns noch darauf hin, dass am Sonntag eine spezielle Sitzung für Kinder und Jugendliche stattfindet. Ob wir denn nicht auch kommen wollten??!
Das ist das Zeichen für uns, zu gehen. Am Ausgang werden wir noch mit Informationsbroschüren eingedeckt und herzlichst verabschiedet.
"Auf ein baldiges Wiedersehen!", ruft uns jemand nach.


II. Geschichte

Die Zeugen Jehovas: Entstehung und Entwicklung

Die Zeugen Jehovas wurden von einem Amerikaner namens Charles Taze Russell (Geb:16. Februar 1852 in Allegheny/Pennsylvania) gegründet. Seine Eltern erzogen ihren Sohn nach ihrer presbyterianischen Glaubensüberzeugung. Mit 14 Jahren wechselte Russell jedoch zur Congregational Church, die er als etwas liberaler empfand, und war auch im dortigen YMCA (CVJM) aktiv.


Mit 15 Jahren wurde er Teilhaber im Geschäft seines Vaters, das sie dann zusammen zu einer Ladenkette erweiterten. Gleichzeitig beschäftigte er sich intensiv mit religiösen Fra-gen. Da er die Ansichten der Congregationalisten über die Vorherbestimmung des Men-schen zum Heil oder zum Unheil (Prädestination) und die ewige Qual (in einer realen Höl-le) mit seiner Meinung nicht in Einklang bringen konnte, trat er aus dieser Kirche wieder aus und wandte sich anderen Glaubenslehren zu, bei denen er auch keine für ihn ausrei-chenden Antworten fand.


1870 kam er in Pittsburgh durch Zufall mit einer adventistischen Splittergruppe (Second Adventist) in Berührung, von denen er bald bestimmte Vorstellungen übernahm, wie z.B. die baldige, sogar berechenbare Wiederkunft Christi. Man dachte dort, dass 1872/73 die 6000 Jahre Menschheitsgeschichte zu Ende wären und Christus in einem großen Wel-tenbrand sichtbar wieder kommen würde. Danach bildete Russell eine Bibelforscher-Gruppe, in der bis 1875 regelmäßig die Bibel studiert wurde


1876 lernte er Nelson H. Barbour kennen, der eine Gruppe ehemaliger Second Adventist in Rochester/N.Y. leitete und nun eine neue Voraussage für das Jahr 1874 machte. Ende 1875 schrieb Barbour in seiner Zeitschrift Herald of The Morning, dass Christus 1874 un-sichtbar zurückgekehrt sei. Gestützt wurde diese Aussage durch die Behauptung, dass das griechische Wort "parousia" in der Frage der Jünger (Mt 24,3): Welches sind die Zei-chen deines Kommens/parousia? nicht nur mit Kommen oder Erscheinen, sondern auch mit Gegenwart übersetzt werden könnte. Aufgrund der Übereinstimmung in dieser Frage ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen den Bibelforschern aus Pittsburgh und der Gruppe aus Rochester, die auch in der gemeinsamen Herausgabe der Zeitschrift Herald of The Morning Zum Ausdruck kam.


In dem von Russell und Nelson H. Barbour, den er 1876 durch einen Zeitungsartikel ken-nengelernt hatte, gemeinsam verfassten Buch "Drei Welten oder Plan der Erlösung" (1877) wurde die neue Botschaft öffentlich verkündet, dass Christus 1874 unsichtbar wie-dergekommen sei. Es gäbe nun eine 40-jährige Ernte- und Gerichtszeit, an deren Ende 1914 die Errichtung des Königreiches Gottes erfolge. 1877 verkaufte Russell seine Anteile am väterlichen Geschäft, um seine Ideen durch ständiges Predigen besser verbreiten zu können. Russel trennte sich von Barbour, nachdem dieser in seiner Zeitung "Herald" schrieb, dass "der Tod Christi nicht mehr nutzen würde als das Durchstechen einer Fliege mit einer Nadel".


1879 brachte Russell eine eigene Zeitschrift heraus: Zion's Watch Tower and Herald of Christ's Presence (Zions Wachtturm, Verkünder der Gegenwart Christi). Bis 1880 waren über 30 örtliche, unabhängige Lesekreise entstanden, die sich "Ekklesias" nannten. Diese lockere, selbstverwaltete Struktur wurde bis Russells Tod beibehalten

 

Um die Literaturverbreitung besser organisieren zu können und ein Fundament für seine Bewegung zu schaffen, gründete er Anfang 1881 in Pittsburgh die Zion's Watch Tower Tract Society, die er selbst als Präsident leitete und die im Dezember 1884 eine eingetra-gene Firma wurde. 1896 erhielt sie die bis heute gültige Bezeichnung Watch Tower Bible & Tract Society of Pennsylvania. Er umwarb seine Organisation, die bis zur Jahrtausend-wende ca. 2500 Mitglieder hatte, mit großem Aufwand und unternahm z.B. lange Aus-landsreisen, auf denen er predigte. Während seiner 2. Europareise besuchte er Deutsch-land und wandelte die in Wuppertal-Elbehrfeld bestehende Literatur-Versandstelle in das Deutsche Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft um, das später (1923) nach Magdeburg verlegt wurde. Als das "Hauptquartier" in Pittsburgh zu klein wurde, ließ Russell in New York ein passendes Grundstück suchen. Es gelang ihm in Brooklyn ein altes Pfarrhaus der Kongregationalisten-Kirche mit Missionszentrum zu erwerben, das nach Ausbau und anschließendem Umzug am 31. Januar 1909 das neue "Welthauptquartier" unter der Be-zeichnung "The Brooklyn Tabernacle" wurde.

1909 gründete Russell die "People's Pulpit Association" und gab eine neue Schriftenreihe "gegen die falsche Religion und die Abtrünnigkeit der Treulosen heraus".


Obwohl er sehr krank wurde, trat er im Herbst 1916 seine "letzte" Reise durch Kanada und die USA an. Am 31. Oktober 1916 starb er in seinem privaten Eisenbahnwagen zwi-schen L.A. und New York in Pampa/Texas. Er wurde am 6. November auf dem Rose-mont-Friedhof in Allegheny beigesetzt.


Gleich nach Russells Tod begannen unter den Bewerbern um die Nachfolge heftige Intri-gen und Machtkämpfe, bei denen Joseph Franklin Rutherford, der 1894 von zwei Kolpor-teurinnen "angeheuert wurde, in die Wachtturm-Organisation aufgenommen und ein Jahr später deren Rechtsberater wurde", eine aktive und wesentliche Rolle zu spielen. Er wur-de von vielen, besonders von Alan Rogerson, einem Ehemaligen, als unsensibler Mensch charakterisiert, der gegen andere Glaubensrichtungen regelrechten Haß schüre. Am 15. Januar 1917 wählte ihn eine Vertreterversammlung in Pittsburgh zum neuen Präsidenten der Watch Tower Bible & Tract Society.


Bei Kriegseintritt der USA 1917 begann Rutherford eine Kampagne, gegen die Ableistung der Wehrpflicht und eine Verleumdung gegen die Regierungen als Teil der gegenwärtigen "bösen Ordnung der Dinge", was ihm und der Führung am 7. Mai 1918 eine Verurteilung zu 80 Jahren Gefängnis einbrachte. Nach dem Krieg wurden jedoch alle wieder aus der Strafanstalt Atlanta entlassen.


Die Zeit der Präsidentschaft Rutherfords war durch mehrere entscheidende Ereignisse geprägt: Das Jahr 1925 war von ihm als neues Endzeitdatum angegeben worden - was sich erwartungsgemäß als Fehlschlag erwies - und was zu einem großen Mitgliederverlust führte.


Als am 26. 7 1931 Rutherford den Bibelforschern während eines Kongresses in Ohio den neuen Namen "Zeugen Jehovas" (nach Jesaja 43,10) gab, auch um sich von den vielen Splittersekten abzuheben, wurden sie eine "Gottes Organisation". Im Oktober 1932 wurde als erstes das System der Wahlältesten zugunsten von Dienstkomitees abgelöst, die nur die Aufgabe hatten, den von der "Zentrale" eingesetzten örtlichen "Leiter" zu unterstützen.


1938 wurden dann alle örtlichen Versammlungen gezwungen, die geistige Selbstbestim-mung aufzugeben, alles ohne Diskussion anzunehmen und sich der Beaufsichtigung durch der Zentrale zu beugen. Wer sich dieser Forderung nicht beugen wollte, musste die Organisation verlassen, was sehr viele taten.


Rutherford starb am 8. Januar 1942 in San Diego, doch die meisten von ihm eingeführten Strukturen wie z.B.Wachtturm-Studien, das System der "Königreichssäle" etc. haben bis heute Bestand.

 

Sein Nachfolger im Präsidentenamt wurde der am 23. April 1905 in Bethlehem/ Pennsyl-vania geborene Nathan Homer Knorr, der seit er 17 Jahre alt war, Bibelforscher war. Nach Besuch eines ZJ-Kongresses trat er aus der Kirche aus. Mit 18 entschloss er sich dann, "Vollzeitprediger" zu werden und gehörte bald zum Stab der Brooklyner "Zentrale". Unter anderem fungierte er als Koordinator für das gesamte Druckwesen (1932), als Di-rektor der Volkskanzelvereinigung (1934), der späteren Watch Tower Bible and Tract So-ciety of New York, Inc. und schließlich als Vizepräsident der Gesellschaft (1940).


Im Februar 1942, führte er eine "Predigtdienstschule" ein, womit eine Schulung auf bibli-schem und organisatorischem Gebiet begann, wie es Jehovas Volk bis dahin noch nicht erlebt hatte.


Am 1. 1. 1943 wurde die "Wachtturm-Bibelschule Gilead" eröffnet, die der intensiven Schulung von Funktionären der mittleren Ebene diente. In den 60er Jahren überschritt die Mitgliederzahl der Zeugen Jehovas erstmals die Millionengrenze.


1966 wurde eine weitere "Vorhersage" über das Ende der Welt 1975 gemacht, die sich wiederum, wie 1925 nicht erfüllte. Nathan Homer Knorr starb am 8. Juni 1977. Die Präsi-dentschaft übernahm dessen Vizepräsident Frederick William Franz (geb. am 12. Sep-tember 1893 in Kentucky), der am 22. Dezember 1992 starb. Sein Nachfolger wurde Mil-ton G. Hentschel (geb. 1920).

 

III. Organisation

Die Organisationsstruktur der Zeugen Jehovas

 

Die Zeugen Jehovas wurden 1874 in Amerika gegründet. In New York (Brooklyn) liegt auch heute noch die Zentrale der Zeugen Jehovas. Diese Zentrale ist sehr wichtig für die Zeugen Jehovas, da von dort aus alle Anweisungen, Regeln und Informationen an die Mitglieder kommen. Die Zentrale schickt diese alle 14 Tage in die unterschiedlichen Länder. Jedes Land hat eine Zentrale, in die diese Information geschickt wird. Die Zentrale übersetzt sie erst und schickt die dann an unterschiedliche Orte in den Ländern, die genau festgelegt sind.


Die Rollenverteilung der Zeugen Jehovas:


Man kann sich die Rollenverteilung der Zeugen Jehovas ganz einfach anhand eines Baumes oder einer Pyramide vorstellen.
Der Führer der Sekte ist der oberste "Chef" für die Zeugen Jehovas. Sie nennen das theokratisch.
Unter der Spitze stehen die Zweigdiener in den einzelnen Ländern, darunter die Bezirksdiener, darunter der Kreisdiener und zu guter Letzt die Versammlungsdiener.


Wer ist für was zuständig?


Der oben genannte Zweigdiener verwaltet die Schriften, die von der Zentrale aus Brooklyn kommen und organisiert die Übersetzung zusammen mit seinen Mitarbeitern. Der Bezirksdiener ist für die einzelnen Bezirke in den Ländern da. Der Kreisdiener für die Kreise, die aus den Bezirken gezogen werden. Und der Versammlungsdiener ist für Versammlungen (= Gottesdienst) da und organisiert sie.


Wer ernennt wen?

Die Diener werden nicht gewählt, sondern ernannt.
Die Anhänger, die in der Zentrale der Zeugen Jehovas in New York sitzen ernennen die Zweigdiener. Die Zweigdiener ernennen die Bezirksdiener.
Die Bezirksdiener die Kreisdiener. Und die Kreisdiener wiederum die Versammlungsdiener.
Die Diener werden nicht danach ernannt, ob sie Vernünftig sind, oder intelligent, sondern nach dem Glauben. Es kann auch nicht jeder Anhänger der Zeugen Jehovas in eine höhere Position als Diener gewählt werden. Das können nur bestimmte, die auch einen sehr großen Glauben haben.


Was hat ein Zeuge Jehova zu tun?


Ein Zeuge Jehova muss den "Wachtturm", die Bibel für die Zeugen Jehovas, studieren. Das läuft so ab, dass man Unterricht nimmt, indem ein Lehrer eine Textpassage laut vorliest und die "Lehrlinge" genau wiedergeben müssen was in der Passage gesagt wurde. Man darf dazu keine eigenen Gedanken entwickeln, beispielsweise eigene Gedanken äußern. Man glaubt an das was der Wachtturm einem sagt und nichts anderes.
Wenn man diese "Ausbildung" hinter sich hat, geht man ein paar mal in der Woche, neben dem Beruf auf die Straße und verteilt Prospekt, oder man geht von Haus zu Haus an den Türen klingeln und erzählt den Menschen von der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas und woran sie glauben.
Wenn ein Anhänger merkt, dass eine Person der er von den Zeugen Jehovas erzählt hat, interessiert ist, dann vereinbart man ein zweites Treffen. Wenn nach diesem Treffen weiter das Interesse besteht, dass die Person den Zeugen Jehovas beitreten möchte, dann wird die Person zum Unterricht geschickt um den Wachtturm zu studieren. Wenn sie damit fertig ist, dann wird sie getauft und gehört ab da zu den Zeugen Jehovas. Man kann nur durch die Taufe ein Zeuge Jehova werden.
Die Zeugen Jehovas gehen mehrmals in der Woche zu sogenannten Versammlungen, die wie ein Gottesdienst stattfinden. Mit Gesang, Gebeten und Predigten. Diese Versammlungen muss man besuchen.


Haben die Zeugen Jehovas Regeln, oder Verbote?


Die Zeugen Jehovas haben viele Vorschriften, was aber nicht heißt, dass sich jeder gleichermaßen daran hält. Es gibt strengere Anhänger und weniger strenge. Grundsätzlich dürfen die Zeugen Jehovas nicht rauchen, keine Bluttransfusionen vornehmen, keine Unmengen an Alkohol zu sich nehmen, keinen freundschaftlichen Kontakt zu Nicht- Zeugen Jehovas führen und an den Versammlungen, die mehrmals in der Woche stattfinden teilnehmen. Ganz strenge Zeugen Jehovas verbieten ihren Kindern sogar Kontakt zu Mitschülern zu haben und Freundschaften zu schließen. Die Kinder dürfen auf keine Geburtstagsfeste ihrer Mitschüler gehen, oder ein Treffen mit einem "Außenstehenden" haben. Sie dürfen sich nicht gegen die Vorschriften der Eltern zu Wehr setzten, sondern haben gehorsam zu sein!
Zeugen Jehovas dürfen nur untereinander heiraten.
Wenn ein Anhänger ein Verbrechen begangen hat, z. B. Ehebruch - was bei den Zeugen Jehovas als Verbrechen gilt - oder Diebstahl, dann wird er hinausgeworfen. Andere Anhänger sprechen nicht mehr mit ihm und er darf nicht mehr an den Versammlungen teilhaben.


IV. Lehre


Das Heil der Zeugen Jehovas


Woran glauben die Zeugen Jehovas?

Die Zeugen Jehovas glauben an den allmächtigen Gott Jehova, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Sie erwarten die Errichtung einer Theokratie, eines Gottesstaates. Die Nähe des himmlischen Königreiches und die Gegenwart Christi werden durch Kriege, Hungersnot, Seuchen, Erdbeben, zunehmende Gesetzlosigkeit und falsche religiöse Lehrer, die viele irreführen, angezeigt.
Sie glauben, dass Jehova dies zulässt, um zur Klärung der von Satan aufgeworfenen Behauptung beizutragen nämlich, Gott könne keine Menschen auf der Erde haben, die ihm unter Prüfung treu blieben.
Jehova lässt Satan bestehen, um ihm die Gelegenheit zu geben, seine Behauptung zu beweisen. Satan bringt heute immer noch Kummer und Leid über die Menschen, um sie zu veranlassen, sich gegen Gott zu stellen, wodurch seine Behauptung bestätigt werden könnte. Diese Zustände beginnen nach ihrer Meinung ab 1914. Zwar gab es solche auch schon in früheren Zeiten, aber nie in so großem Ausmaße.
Das Jahr 1914 kennzeichnete das Ende der Heidenzeit und den Beginn einer Zeitspanne des Übergangs von der Menschenherrschaft zur "Tausendjahr Herrschaft" Jesu Christi. Nach Ablauf dieser Zeitspanne soll im Himmel ein Krieg stattfinden. Satan wird auf die Welt herabgeworfen, was für diese ein großes Ungemach bedeutet, und Christus wird in Mitte seiner Feinde herrschen.
In der Schlacht von Har-Magedon wird Jehova diejenigen verderben, die die Erde verderben und alle Gegner seine Theokratie.

Die Zeugen Jehovas aber werden auf der zum Paradies umgestalteten Erde ewiges Leben haben. Für sie ist es ein herzerfreuender Gedanke, dass bald die Zeit kommt, in der nur gute Menschen auf der Erde leben.
Die tausendjährige Friedensherrschaft Jehovas wird folgen.


Inwiefern beeinflusst der Glaube der Zeugen Jehovas ihre Lebensart?


Die Zeugen Jehovas wurden früher " Ernste Bibelforscher" genannt. Sie sehen es als sehr wichtig an, dass sich ihr Glaube auf die Bibel stützt und nicht lediglich auf menschlichen Spekulationen und religiösen Glaubensbekenntnissen beruht. Sie sehen sich als Diener des Herrn.
Sie lassen sich bei allen Tätigkeiten von Gottes Wort, der heiligen Schrift leiten, leben nach den 10 Geboten und bemühen sich um ein vorbildliches christliches Verhalten allen Mitmenschen gegenüber. Sie meiden Konfrontationen.
Die Zeugen Jehovas lehnen jeden Wehrdienst ab und wurden gerade unter Diktaturen deshalb verfolgt, so zum Beispiel unter dem Naziregime und in der DDR.
Sie schätzen das Leben. Folglich vermeiden sie Dinge, die allgemein als gesundheitsschädlich oder lebensbedrohlich gelten. So verurteilen sie auch stark den Konsum von Drogen, aber auch Verhalten wie rücksichtsloses Auto fahren.
Neuerlich kamen die Zeugen Jehovas ins Gespräch, weil sie Bluttransfusionen ablehnen, denn Gott forderte: "Enthaltet euch vom Blut."
Sie haben auch ein starkes Bedürfnis danach, anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, am Paradies teilzuhaben, woraus sich auch ihre Bekehrungsarbeit ergibt.
Kraft ihrer Überzeugung, leben die Zeugen Jehovas streng nach ihrem Glauben.


V. Kritik


Die Zeugen Jehovas: Eine kritische Betrachtung
Bei der Betrachtung der Lehren der Zeugen Jehovas fallen einem sofort einige Merkwürdigkeiten auf; Widersprüche, keine ordentlichen Erklärungen für diese, der Versuch, aus den Anhängern bedingungslos loyale Sklaven zu machen.
Auf einige der Widersprüche soll in dem folgenden Text explizit eingegangen werden; zu der Kontrolle über die Mitglieder sei gesagt: Ein Zeuge Jehovas ist extrem eingeschränkt, was seine Gedanken und seine Meinungen, aber auch seine sozialen Kontakte angeht. Forscht man bei umstrittenen Fragen genauer nach und äußert Kritik an der Lehre, wird man sehr schnell als 'Abtrünniger' bezeichnet und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Kontakt zu Außenstehenden ist verboten; man könnte ja auf dumme Gedanken kommen.


Religionsfreiheit


Bezüglich des Themas Religions- und Gewissensfreiheit widersprechen sich die Zeugen Jehovas enorm. Einerseits wird in einem Artikel der Wachturm-Gesellschaft behauptet, andere Religionen verbreiteten Irrlehren, andererseits wird in demselben Artikel erwähnt: "Ohne Religionsfreiheit und das Recht seinen Glauben zu verkünden kann es keine Gewissensfreiheit geben."
Diese Aussage ist im Bezug auf die Zeugen Jehovas insofern falsch, als dass sie 1. Verfechter einer Theokratie sind und 2. genau diese Gewissensfreiheit ächten. In einem anderen Auszug der Literatur der Wachturm-Gesellschaft heißt es dann wieder: " Das Verbot von Glaubensansichten ist an der Tagesordnung."
Der Grund für ihren Kampf für Religionsfreiheit ist ganz einfach der, dass die sich so frei vermarkten und den Leuten ihre Sicht der Dinge mitteilen können. Die Zeugen Jehovas reden nämlich nur bis zu dem Zeitpunkt von Glaubensfreiheit, bis man ihnen angehört und Religionsfreiheit existiert für sie nur, solange es nicht um ihre eigenen Lehren geht. Um Religionsfreiheit kann es ihnen auch schon allein aus dem Grund nicht gehen, dass sie eher versuchen die Christen zu bekehren, anstatt sich an die Heiden zu wenden. Das liegt daran, dass die Christen von den Zeugen Jehovas zur Vernichtung verurteilte Anhänger sind, die einzig aus dem Grund toleriert werden um vielleicht doch noch überzeugt zu werden. Die Zeugen Jehovas sind der Meinung, dass die Religionsfreiheit erst dann nicht mehr nötig sein wird, wenn alle Nicht- Zeugen Jehovas in der Schlacht von Har- Magedon vernichtet wurden. Das bestätigt nur wieder, dass die Religionsfreiheit der Menschen ausgenutzt wird, um sich der Lehre der Zeugen Jehovas anzuschließen.
Sobald man den Zeugen Jehovas angehört, ist von Religions- oder Glaubensfreiheit nicht mehr dir Rede. Die Anhänger der Wachturm- Gesellschaft werden regelrecht von ihr in ihrer Religionsfreiheit bedroht.
Sobald man als Anhänger die Lehre auch nur in einem einzigen Punkt anzweifelt, oder sie einer Prüfung anhand der Bibel zu unterziehen versucht, wird seine Treue angezweifelt. Und wenn die Ältesten keine Gegenargumente mehr bringen könne, wird diesem Anhänger mit einem Ausschluss gedroht.
Auch dass Anhänger keinen Kontakt zu Nicht- Zeugen Jehovas und schon gar nicht zu ehemaligen Mitgliedern haben dürfen, zeugt von mangelnder Souveränität der Zeugen Jehovas. Es vermittelt den Eindruck, dass die Wachturm- Gesellschaft selbst nicht so recht an ihre Überzeugungskraft glaubt, wenn sie fürchten, dass Aussenstehende eher Einfluss auf Mitglieder haben können als sie selbst. Und eigentlich haben sie auch allen Grund zu diesem Zweifel, denn den Zeugen Jehovas kommt es nicht einzig darauf an, dass man sich als Anhänger Jesu Christi bekennt, sondern hauptsächlich, dass man an ihre oftmals abenteuerlich zurechtgestrickte Lehre glaubt, die so überzeugend nicht sein kann, wenn sie den Glauben ihrer Anhänger durch Drohungen mit einem Ausschluss erzwingen müssen. Zwar können die Mitglieder auch freiweillig austreten, doch sowohl durch einen Ausschluss, als auch durch einen freiwilligen Austritt, verlieren sie auf einen Schlag all ihre Freunde, da die Zeugen Jehovas ja die einzigen Menschen sind, zu denen man während der Angehörigkeit Kontakt haben darf. Sobald ein Zeuge den Kreis verlässt, wird er schon am nächsten Tag nicht mehr von den anderen Noch- Zeugen beachtet, da ihnen bei weiterem Kontakt ebenfalls der Ausschluss droht.
So gerät man bei den Zeugen Jehovas praktisch in einen Teufelskreis, dem man zwar entkommen kann, sich jedoch ein völlig neues Leben aufbauen muss oder sein Leben lang unklaren Lehren folgt, dafür aber eine vertraute Gemeinschaft hat.

 

Bluttransfusionen


Die Zeugen Jehovas verbieten ihren Anhängern, Medikamente, in denen Blut enthalten ist, einzunehmen, oder teilweise lebenswichtige Transfusionen anzunehmen. Sie behaupten, "alle heutigen Heilverfahren, bei denen Blut verwendet wird, sind vom christlichen Standpunkt aus anstößig. Es ist daher nicht richtig, sich Blut oder Blutbestandteile übertragen zu lassen, um sein Leben zu erhalten." (Zitat aus der Zeitschrift 'Wachtturm' vom 15. Januar 1962). Es stellt sich die Frage, will die Wachtturmgesellschaft also, dass die betreffenden Mitglieder sterben? Was in besonderen Fällen passiert, wenn man sich nicht helfen lässt. Man könnte diese Weigerung fast als religiös begründeten Selbstmord bezeichnen. Doch von all dem wollen die Zeugen Jehovas nichts hören, wenn man sie darauf anspricht, und beharren auf der Feststellung, in der Bibel stünde, die Aufnahme von Blut sei verboten. Was für ein Gott der Liebe kann das sein, der von seinen Anhängern verlangt: Sterbt, und wenn es einen Weg gibt, den Tod zu verhindern, lehnt ihn ab!


Pädagogik


Jeder vernünftige Mensch würde sagen, Gewalt ist schlecht, und Gewalt an Wehrlosen erst recht und zudem noch unfair. Und die meisten Menschen würden auch sagen, dass es Eltern nicht erlaubt ist, Gewalt an ihren Kindern anzuwenden.
Nicht so die Zeugen Jehovas. Sie lehnen schlagende und prügelnde Eltern nicht ab, ganz im Gegenteil, sie befürworten die Prügelstrafe sogar. Ihrer Meinung nach ist es angebracht, Kinder zu züchtigen, wenn diese unartig oder respektlos waren. Es stellt sich die Frage: Schließt liebevolle Erziehung körperliche Gewalt ein? Und da die Zeugen Jehovas streng nach der Bibel leben, haben sie selbstverständlich auch zur Beantwortung dieser Frage einige Zitate aus dem Wort Gottes gefunden, die an dieser Stelle aufgeführt werden sollen:

"Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht treibt sie ihm aus." (Sprüche 22, 15)

"Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten; du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode." (Sprüche 23, 13-14)

"Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten." (Sprüche 13, 24)

Es steht außer Frage, dass es wichtig ist, Kindern zu zeigen, wo die Grenze ist und wie weit sie gehen dürfen. Aber das kann man auch liebevoll tun und muss nicht gleich auf die Kinder einschlagen.


Die Einstellung zum Tod


Nach der Ansicht der ZJ kommt die Seele des Menschen nicht in den Himmel oder die Hölle, sondern stirbt mit der körperlichen Hülle. Der Mensch hört demnach vollständig auf zu existieren und die einzige Hoffnung, die ihm bleibt ist, eines Tages als derselbe Mensch mit den gleichen Charaktereigenschaften wieder aufzuerstehen.


Ratschläge für Christen


Häufig sind Christen ratlos, wenn Jehovas Zeugen unvermittelt an der Wohnungstür stehen. Folgende Hinweise sind hilfreich:


Streitgespräche mit Jehovas Zeugen sind wenig sinnvoll. Meist sind Laien der geschulten Gesprächsführung der Zeugen nicht gewachsen.
Sagen Sie deutlich, daß Sie keine weiteren Besuche möchten, andernfalls werden die Zeugen immer wieder sogenannte "Rückbesuche" bei Ihnen versuchen.
Machen Sie Ihren Besuchern klar, daß Sie sich bei Ihrer Kirchengemeinde (hoffentlich!) gut aufgehoben fühlen und keinen Bedarf sehen, sich einer anderen Gemeinschaft anzuschließen.Oder sprechen sie mit einem Priester drüber.


Das Abendmahl


Die einzige religiöse Feier der Zeugen Jehovas ist das Abendmahl des Herrn, das auch Gedächtnismahl oder Feier zum Gedenken an den Tod Christi genannt wird. Dieses Fest wird am 14. Nisan, gemäß der Berechnung des jüdischen Kalenders, der im 1. Jahrhundert gebräuchlich war und heute noch gebräuchlich ist, nach Sonnenuntergang gefeiert. Das Fest fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum des heutigen Gregorianischen Kalenders. Während der Feier wird eine Ansprache gehalten, nach der die Minderheit mit himmlischer Hoffnung von den Symbolen nimmt, dem ungesäuerten Brot und Wein. Da diese Minderheit durch alle Zeiten nur 144.000 Menschen umfasst (weltweit seien es derzeit um die 8.700, die jetzt leben; in Deutschland ungefähr 200), nimmt in dem überwiegenden Teil der Versammlungen niemand von den Symbolen.


Taufe


Die Zeugen Jehovas praktizieren eine Erwachsenentaufe. Gemäß einer Studie, die Zeugen Jehovas 1994 in Deutschland durchgeführt haben, hat jedes neue Mitglied vor der Taufe etwa drei Jahre die Zeugen Jehovas und deren Lehren kennen gelernt. Bevor ein Taufanwärter zur Taufe zugelassen wird, werden mit ihm/ihr Gespräche geführt, die belegen sollen, dass ausreichendes Verständnis der Lehre vorhanden ist. Vor der eigentlichen Taufe werden öffentlich zwei Fragen gestellt, die jeder Taufanwärter mit "Ja" beantworten muss, will er getauft werden:[11]

Hast du auf der Grundlage des Opfers Jesu Christi deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben, um seinen Willen zu tun?
Bist du dir darüber im klaren, dass du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der vom Geist geleiteten Organisation Gottes verbunden ist?
Abgesehen von der Befragung der Taufkandidaten unterscheidet sich die Taufe der Zeugen Jehovas von der Taufe, wie sie in vielen anderen Kirchen praktiziert wird. Die Täuflinge werden z.B. vollständig im Wasser untergetaucht und nicht nur symbolisch mit Wasser benetzt. Es erfolgt keine vorhergehende Segnung des Wassers und während der Taufe wird keine Taufformel gesprochen


In der Lehrverkündung werden Nicht-Zeugen-Jehovas als "Weltmenschen" oder "Andersgläubige" bezeichnet. Es wird angeraten, den Kontakt mit ihnen auf ein Minimum zu reduzieren


Hier erzählen paar Austeiger wie sie die Zeugen erlebt haben.

Wie ich mir als Kind «das Leben im Paradies» verdiente

Zuerst einmal werde ich mich vorstellen: Ich heisse Sabine. Ich bin heute 36 Jahre alt und Mutter von drei Kindern (10, 12 und 13). Seit vierzehn Jahren bin ich verheiratet. Ich wohne mit meinem Mann seit ebenfalls vierzehn Jahren in einem kleinen Hunsrück-Dörfchen. Wir haben dort vor acht Jahren ein Haus gebaut. Seit drei Jahren gehe ich Teilzeit als (ungelernte) Verkäuferin in einem Supermarkt arbeiten. Ein ganz normales Leben, wie es scheint...

Begonnen hat mein Leben jedoch alles andere als "normal"... Ich wurde geboren, als zweitjüngstes von sechs Kindern. Ich hatte einen Bruder. Er war der Älteste von uns. Die anderen waren Schwestern.
Ich möchte jetzt versuchen, meinen Start ins Leben aus der Sicht des Kindes zu beschreiben, welches ich damals war.

Die Zusammenkünfte

Meine ersten Erinnerungen sind noch recht verschwommen. Wir lebten im Westerwald (Kannebäckerstadt). Dort ging es mir eigentlich noch recht gut. Bis zu meinem achten Lebensjahr hatte ich dort alles, was ich brauchte. Unsere Hunde, die Katzen, Kanninchen und Tauben. Zwei Mal die Woche fuhren wir mit den Eltern an die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. Für mich damals nur eine unangenehme Sache, die man halt "hinter sich brachte". Es war sehr schwierig für uns Mädchen, zwei Stunden lang absolut still zu sitzen, ohne einzuschlafen. Mein Vater und meine Mutter verteilten uns vier Mädchen immer so, dass alle "gut erreichbar" waren. Schliefen wir nämlich trotz aller Anstrengungen dennoch ein, wurden wir mit einem Schlag auf den Hinterkopf unsanft daran erinnert, wo wir uns aufhielten.

Als wir älter wurden, kam mein Vater schließlich auf die Idee, uns nach den Zusammenkünften "abzufragen". So war es in unserem Interesse, wach zu bleiben, und unseren "Nutzen" aus den Lehren der Bibel, wie sie die Zeugen Jehovas darstellten, zu ziehen. Und sei es auch nur der Nutzen, dass man anschließend Zuhause nicht unangenehm auffiel, wenn man nicht wusste, was der Vater von einem zu hören wünschte.


Abgeschottet

Aus dieser Zeit habe ich keinerlei Erinnerung an Menschen, die KEINE Zeugen Jehovas waren. Es gab für mich nur meine Familie und die Zeugen Jehovas. Da unsere Verwandtschaft sich den Zeugen Jehovas nicht anschloss, schlief der Kontakt zu ihnen im Laufe der Jahre vollständig ein. Keine Oma, keine Tanten, Onkels, Cousins etc. Familienfeiern, wie sie meine eigenen Kinder heute kennen, gab es für uns nicht. Es wurde kein Geburtstag gefeiert, es gab kein Weihnachtsfest.

Der einzige Höhepunkt im Jahr waren die Kreis- und Bezirgskongresse. Dort trafen sich tausende von Zeugen Jehovas. Dort war man endlich mal einer von vielen!! War es verwunderlich, dass ich mich bereits als Kind dort sehr wohl fühlte? Endlich war ich mal nicht der Aussenseiter. Die Stunden ruhigen Sitzens hinter mich zu bringen, war dort auch schwer, wurde ich doch schließlich belohnt mit den Pausen. Eine unter vielen. Wie ich das immer genossen habe! Die Abende und Nächte verbrachten wir in großen Hallen, wo wir mit Schlafsack und Luftmatratze auf dem Boden schliefen. Das war schön!

Warum aber empfand ich es damals als so "schön"?? Heute weiss ich die Antwort...
Ich fand das immer furchtbar, wenn wir nach drei Tagen "aufbauenden, geistigen Beisammenseins" wieder nach Hause mussten. Ich musste wieder in die "böse Welt", wo niemand war, der Gott so liebte und Jesus so ehrlich nachfolgte, wie ich es zu tun lernte bei den Zeugen Jehovas. Auf Schritt und Tritt, in dieser "Welt", wurde ich verfolgt von "Weltmenschen", die nichts anderes im Sinne hatten, als mich zu "verführen" ihrem Gott, nämlich Satan, zu folgen. Ich musste mich ständig vor diesen "Weltmenschen" schützen.
Kann überhaupt jemand begreifen, was es für mich, als damals achtjährige, bedeutete, ständig einem solchen Gedankengut ausgesetzt gewesen zu sein?? Die Welt und alles drum herum war für mich eine ständige Gefahr! Wie kann aus einem Kind, dass derart beeinflusst aufwächst, ein Mensch werden, der für unsere Zivilisation brauchbar ist?

«Heute ist alles ganz anders»
Jehovas Zeugen bemühen sich ja sehr um die Körperschaftsrechte. Sie möchte als "Religion" anerkannt werden, um den Schimpf einer "Sekte" loszuwerden. Viele meiner ehemaligen Brüder und Schwestern werden jetzt vielleicht meinen, HEUTE sei doch alles GANZ ANDERS... Ich bin schließlich schon vor 17 Jahren ausgestriegen.

Erst kürzlich habe ich mich mit einer 22 jährigen Aussteigerin unterhalten. Unserer beider Kindheit und Jugend haben viel zu viele Paralellen, als dass sich bei den Zeugen in den letzten 15 Jahren sonderlich viel verändert haben kann. Nach außen hin gibt man sich den Schein einer sehr sozialen Gemeinschaft. Hinter den Kulissen, dort wo man erst hineinschaut, wenn es für viele schon zu spät ist, da zeigt sich noch immer das wahre Gesicht der Wachtturmgesellschaft.

Als ich zwischen 12 und 17 Jahre alt war, schloss ich mich den Zeugen Jehovas schließlich mehr und mehr auch innerlich an. Ich übernahm deren Weltbild vollkommen. Ich strengte mich wirklich an, "das Leben im Paradies zu verdienen"! Hatte ich denn überhaupt eine Wahl? Von meinen Mitschülern hielt ich mich fern, an Klassenfahrten nahm ich nicht teil. Freunde hatte ich nur bei den Zeugen Jehovas. Ich suchte mir meine Musik die ich hörte und auch meine Bücher die ich las, mit Bedacht aus. Dank der "regelmäßigen Unterweisung" in den Zusammenkünften der Zeugen Jehvas wusste ich ganz genau, was ich "gefahrlos" hören und lesen durfte...

Ich machte keine Ausbildung (Zeitverschwendung!!) sondern suchte mir einen Job im Hotel, halbtags. Ich war damals 18 Jahre alt. In einer Phase "geistiger Schwäche" hatte ich mich nach Abschluß der Hauptschule für die Berufsfachschule Wirtschaft entschieden. Ich wollte doch zumindest beweisen, dass ich den Realschulabschluss schaffen würde. Im zweiten Jahr jedoch, "geistig wieder voll genesen", brach ich diese mit einem Notendurchschnitt von 2,1 ab. Es gab ja schließlich wichtigeres zu tun, so kurz vor dem "Ende der Welt"...

Andreas

Mein "geistiges Hoch" hielt jedoch nur, bis ich mich das erste Mal so richtig verliebte. Ich war 19, als ich Andreas begegnete. Wir trafen uns anfänglich nur "unter Aufsicht". Das heisst, wir gaben unseren Treffen einen "moralischen" Anstrich. In Gruppen gingen wir in den "Predigtdienst", wobei wir uns etwas näher kennenlernen durften. Schließlich wollten wir allerdings auch mal allein sein. Andreas lud mich zum Essen ein. Ganz allein fuhren wir in einen Nachbarort und kehrten in ein gemütliches Lokal ein.

Am nächsten Tag musste ich mich vor unseren "Ältesten" der "Versammlung" rechtfertigen. Man hatte uns gesehen! Solch ein Verhalten konnte nicht geduldet werden. Was hätte da nicht alles unmoralisches passieren können, während wir allein waren!! Man "unterwies" mich und stellte klar, dass ich auch verstand, warum man "so etwas" nicht tat. Ich hätte ja eine "Glaubensschwester" bitten können, mit uns zu fahren...
Damit begann mein Ausstieg bei den Zeugen Jehovas.

Damals war ich einfach nur enttäuscht, dass man mir, die ich mich doch immer so angestrengt hatte, etwas "unmoralisches" überhaupt nur zutrauen konnte. Schließlich begann ich an mir zu zweifeln. Ich war dem hohen moralischen Kodex der Zeugen Jehovas einfach nicht mehr gewachsen...So dachte ich damals tatsächlich. Einseitig indoktriniert, wie ich war, kam mir einfach nicht in den Sinn, dass eben NICHT nur ich Schuld war an meiner Missere. Aufgewachsen in einem System, welches Individualität bei Groß und Klein kontinuierlich auslöscht und in dem nur Leistung und Gehorsam einen wirklichen Stellenwert haben, war mir nichts anderes möglich, als mir selbst die Schuld zu geben. Ich bin quasi an den, für einen normal sterblichen Teenager, viel zu hohen, im Nachhinein auch völlig sinnlosen und in jeder Hinsicht ungerechtfertigten, Selbstansprüchen gescheitert.


Die Welt entdecken


Für ein Leben außerhalb dieser Gemeinschaft war ich allerdings noch viel weniger gemacht. Ich denke, ich bin auch heute noch, 17 Jahre danach, nicht "ganz fertig", allerdings waren die ersten zwei Jahre ohne Zeugen Jehovas wohl die allerschlimmsten. Zwei Mal versuchte ich mir das Leben zu nehmen. Hätte ich damals schon alles über die Zeugen Jehovas gewusst, was ich heute weiss, es wäre mir viel Leid erspart geblieben. Aber ich habe mich ja immer schön brav "von der Welt abgesondert", das heißt, ich wusste eigentlich überhaupt nicht, was "in der Welt" so alles los war. "Meine Welt" zerbrach damals und eine "neue", in die ich mich vertrauensvoll hätte flüchten können, gab es nicht für mich. Für mich gab es damals nur die "gefährliche, böse Welt", vor der man mich von Kindesbeinen an gewarnt hatte. Wenn man freiwillig, so wie ich damals, in diese "böse Welt" hineingeht, so brauchte man sich doch nicht zu wundern, wenn es einem schlecht erging, oder?

Heute versuche ich mir diese "böse Welt" Schritt für Schritt zu erobern. Ich versuche in ihr die Schönheit zu sehen, die man mir von klein auf vorenthalten hat. Eine Welt, die eigentlich zu LEBEN ermuntern will. Eine Welt, die mir schon heute ALLES gibt, was ich zu einem befriedigenden Leben brauche. Ich muss mir nur die Mühe machen, die vielen Kleinigkeiten zu entdecken, die unser Leben heute lebenswert machen. Ich möchte die Welt als GANZES sehen und nicht nur den Bruchteil, den mir die Lehre der Zeugen Jehovas erlaubte zu sehen.

Sabine
Kusaparase@aol.com

 

Biblische Erziehung


Als ich sieben Jahre alt war trat meine (allein erziehende) Mutter den Zeugen Jehovas bei und lies sich auch bald taufen. Ich selber bin zwar nie ein Zeuge Jehovas gewesen, doch bin ich in dieser "Glaubensgemeinschaft" aufgewachsen. Ich ging bis ich 16 war drei Mal die Woche in die Versammlung und wurde von meiner Mutter auch in diesem Glauben erzogen. Das heisst regelmässiges Bibelstudium, vor jedem Essen und vor dem Schlafengehen beten, von Haus zu Haus gehen, keine Würste essen mit Blut, keine Weihnachten, Ostern, Geburtstag, usw.

Es ging mir von Anfang an auf den Sack, dass meine Mutter jetzt auf einmal religiös werden wollte. Das fing damit an, dass ich am Samstag nicht mehr in die CEVJ durfte. Ich durfte dafür in den FC... allerdings nur einmal die Woche, da das andere mal Versammlung war. Es gab auch keinen Geburtstag mehr. Einladungen von anderen Kindern zu Geburtstagsparties musste ich stets ablehnen und sagen ich dürfe nicht, da Zeugen Jehovas dieses Ereignis nicht feiern. Als ich in die Pubertät kam wurde ab und zu ein "Fetz" veranstaltet, der meistens an einem Samstagabend stattfand. Doch ich durfte nicht gehen, da ich am Samstagabend immer in den Königreichsaal musste. Heavy Metal, Hard Rock und HipHop wurde mir verboten, da es satanistische Musik sei. Der Umgang mit versch. Kollegen wurde mir Untersagt, da schlechte Gesellschaft nützliche Gewohnheiten verderbe. Meine Mutter wollte, dass ich mir meine Freunde unter den Zeugen aussuche, doch mit diesen Langweilern wollte ich nichts zu tun haben. Es wurde mir sehr viel vorenthalten und ich wusste, dass es nicht mehr lange so weiter gehen würde. Ich hatte lange genug ein Doppelleben geführt. Als ich 16 wurde hatte ich das Recht auf Religionsfreiheit und konnte nicht mehr gezwungen werden die Versammlung zu besuchen, noch sonst eine Regel der Zeugen einzuhalten. Meine Mutter wollte mich trotzdem biblisch erziehen, doch ich wollte alles nachholen was ich die Jahre zuvor verpasst hatte und tat alles was verboten war. Sogar die Bücher und Zeitschriften der Zeugen die ich besass hatte ich verbrannt. Meine Mutter musste ihr "Versagen" eingestehen und kam zum Schluss, dass ich vom Teufel sein müsse. Die Jahre danach waren nicht einfach. Wir stritten uns oft. Nach der Lehre ging ich für 6 Monate ins Ausland und dann 3 Monate in die RS. Danach suchte ich mir eine Arbeit und zog aus.

Heute bin ich 22 und eigentlich darüber hinweg, doch das Verhältnis zu meiner Mutter ist nach wie vor schwierig. Den Kontakt zu mir oder unserer Verwandtschaft hat sie auf ein Minimum beschränkt. Sie ist leider immer noch felsenfest von ihrem Glauben überzeugt. Ich hoffe, dass sie eines Tages wieder selber anfängt zu denken und sich von den Fängen dieser Sekte zu befreien vermag.

Eugen (Kontakt über die Regie ex-site@bluewin.ch )

(Quelle: Kathwahrheit.de: http://www.kathwahrheit.de/Irrlehren/Irrlehren_Zeugen_Jehovas.htm)

 

Trent Horn - Why do Jehovah's Witnesses deny Christ's divinity?

Die Wachtturmgesellschaft und die Freimaurerei

a) Die Freimaurerei


Obwohl über die Freimaurerei schon sehr viel geschrieben worden ist, herrscht am Ende dieses 2. Jahrtausends noch weitgehende Unkenntnis über diese Geheimgesellschaft. Jeder, der versucht etwas über sie zu erfahren, sieht sich fast unüberwindlichen Schwierigkeiten gegenüber. Trotz all der Bücher, die zu diesem Thema erschienen sind, bleibt die Freimaurerei von Geheimnissen umwittert. Viele schreiben den Ursprung dieser Organisation dem Bau des salomonischen Tempels zu. Gemäß den Freimaurern selbst war sie am Anfang an die Bräuche der Bauarbeiter gebunden. Historisch gesehen, begegnen wir zuerst einer ,,operativen“ Freimaurerei. Sichtbare Zeugnisse ihres Wirkens sind die herrlichen Kathedralen und Festungen, die man in ganz Europa antrifft. Die Maurer, die sie erbauten, waren in drei Stufen eingeteilt: Lehrlinge, Gesellen und Meister, wobei spezielle Riten den Aufstieg von einer Stufe zur anderen begleiteten. Untereinander gebrauchten sie als Symbole ihres Berufes Hammer, Meißel, Lineal, Zirkel und Winkelmaß. In der Neuzeit wurden keine Kathedralen mehr gebaut; zusammen mit der gotischen Baukunst verschwanden auch die Bauhütten. Die Arbeiter wurden nicht mehr eingeweiht, wie es das Mittelalter hindurch Brauch gewesen war. Die Logen in England begannen damit, berufsfremde Personen aufzunehmen. Diese zeichneten sich durch ihre Intelligenz oder durch ihre Herkunft aus: sie waren Adelige, Gelehrte. Angehörige des Bürgertums, Künstler, Politiker usw. Diese neuen Eingeweihten nahmen an Zahl zu ,und übernahmen schließlich die Leitung dieser Institution. Hammer, Meißel, Zirkel und Winkelmaß waren keine unentbehrlichen Werkzeuge der Arbeiter mehr; sie wurden nun zu wichtigen Symbolen und Zeichen.Die Maurerei, die anfangs operativ, d.h. handwerklich tätig gewesen war, hatte sich in die spekulative ,, Freimaurerei“ verwandelt.Im Jahre 1717 schloßen sich vier englische Logen zur Großloge von London zusammen, die die Gebräuche und Vorschriften der alten Logen unter dem Titel: ,,Die Pflichten eines Freimaurers“ systematisch festlegte. Diese Konstitutionen sind heute noch die Verfassung, auf der alle Freimaurer-Obödienzen der Welt basieren. Die Londoner Großloge gilt als die Mutterloge aller übrigen. Von England aus gelangten sie auf den Kontinent und in die Kolonien.Die drei bekanntesten Maurergrade - Lehrling, Geselle und Meister - bilden die blaue Maurerei. Darüber rangieren die Hochgrade: aus dem 4. bis 18. Grad besteht die rote, aus dem 19. bis 30. Grad die schwarze und schließlich aus dem 31. bis 33. Grad die weiße Freimaurerei.

Wie bei den meisten Geheimgesellschaften gibt es auch bei den Freimaurern Aufnahme- bzw. Einweihungsriten. Das Tor zur freimaurerischen Welt bildet die Einweihung. Angeblich läßt sich das Initiationsgeheimnis unmöglich in Worten wiedergeben und sein Ursprung ist unbekannt. Selbst die bestunterrichteten Personen können die Herkunft dieser Zeremonie nicht ausfindig machen.

Die Freimaurer geloben ,,blinden Gehorsam“ ohne jegliche Kritik an dem, was in ihrer Verfassung, ihren Statuten und Reglements festgelegt wurde, sowie an dem, was ihre Oberen von ihnen verlangen. In Bezug auf das Gehorsamsgelöbnis wird berichtet, daß die Verpflichtung, die Geheimnisse selbst unter Lebensgefahr nicht zu enthüllen, unerläßliche Voraussetzung für die Aufnahme in die Loge ist.
Bis vor kurzem waren viele Bischöfe der anglikanischen Kirche in England Mitglieder der Freimaurerei. Im Februar 1985 ergriff die Generalsynode dieser Kirche, die ihr ,,Parlament“ in England darstellt, die Initiative zu einer Untersuchung der Streitfrage, ob man als Christ auch Mitglied der Freimaurerei sein könne. Das Ergebnis wurde im Mai 1987 bekannt: die Antwort fiel - was nicht befremden kann - negativ aus. Denn das Universalwörterbuch der Freimaurerei von Daniel Ligou zählt mehr als 150 Riten auf, deren Bandbreite von magischen Formeln über die Astrologie bis hin zum Illuminatentum reicht. Der Informationsbericht der Synode nennt als anstößigste Punkte die Verwendung des Namens Jahbulon als Gottesnamen so­wie die Eidesformel, in der der Freimaurer verschiedene Rachedrohungen gegen jene Logenbrüder ausstoßen muß, die ein freimaurerisches Geheimnis preisgeben. Es entsetzt, wenn man hört, daß einer dieser angedrohten Racheakte darin besteht, den Körper des Verräters mit einer Axt in zwei Teile zu spalten, ihm den Kopf und die rechte Hand abzutrennen und seine Gedärme zu verbrennen. Die Synode stellte fest, daß diese Eidesformeln trotz ihrer Streichung in den maurerischen Riten immer noch erwähnt werden.
Bekannt ist die Geschichte von William Morgan, der in den amerikanischen Logen ein- und ausging. Dieser Herr bereitete gemeinsam mit einem Zeitungsreporter namens Miller die Veröffentlichung einiger Freimaurergeheimnisse in der Presse vor. Morgan verschwand in den Niagarafällen. Auf einem Denkmal zu Ehren des solchermaßen Exekutierten kann man lesen: ,,Zum Gedenken an William Morgan, Bürger von Virginia, der von den Freimaurem entführt und ermordet wurde, weil er Geheimnisse des Ordens preisgegeben hatte.“ Charakteristisch für die Freimaurerei ist, wie schon gesagt, das ,,Geheimnis“. Man behauptet sogar, daß viele, die den ,,blauen“ und selbst den ,,roten“ Graden angehören, sterben, ohne je erfahren zu haben, was die Freimaurerei in Wirklichkeit darstellt und bezweckt. Copin Albancelli, Freimaurer des 29. Grades, zog sich aus ihr zurück, als er in den ,,Innersten Kreis“, der sich hinter den Hochgraden verbirgt und von dem nicht einmal er gedacht hätte, daß er überhaupt existiert, aufgenommen werden sollte. Nachdem er die wirklichen Ziele der Organisation erkannt hatte, schilderte er in seinem Buch ,,Le Pouvoir Occulte“ (,,Die Verborgene Macht“), wie die Freimaurerei in drei Gruppen aufgeteilt ist:


1. Die blauen Grade, die in kein einziges wichtiges Geheimnis eingeweiht sind.

2. Die roten Grade, die zwar meinen, die Geheimnisse zu kennen, sich jedoch über die wirklichen Ziele des Ordens gleichfalls nicht im klaren sind.

3. Der ,,Internationale Innere Kreis“, die wahren Herren und Meister, die sich hinter den Hochgraden verbergen und in Wahrheit den Orden leiten.


Das freimaurerfreundliche Buch ,,La Masoneria en Madrid“ behauptet, daß sogar einige ,,Großmeister“ in ihre philosophische Ethik eingetaucht leben, ohne zu wissen, wer die tatsächlichen ,,Machthaber“ der Loge sind.
Albert Pike, Freimaurer des 33. Grades, erklärte in seinem Buch ,,Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite of Freemasonery“, (Richmond, Ausgabe von 1871, neuaufgelegt 1966), S. 819:,,Den blauen Graden bringt man nur die Bedeutung einiger Symbole nahe; man desorientiert sie absichtlich durch falsche Auslegungen. Ihre eigentliche Bedeutung reserviert man für die höchsten Grade. Sie lassen es damit bewenden, daß die Mitglieder der ,blauen Grade‘ sich einbilden, die gesamte Freimaurerei erfaßt zu haben. Die Freimaurerei ist eine Sphinx, die sich bis zum Haupt im Sand versteckt hält, den man durch die Jahrhunderte um sie herum angehäuft hat.“ Die Logenbrüder erschrecken immer noch, wenn man die Rede auf Gabriel Jogand Pages, besser bekannt als ,,Léo Taxil“, bringt. Dieser Mann beschuldigte die Freimaurer in seinem Buch: ,;Los Misterios de la Francmasonerfa“ der Teufelsanbetung. In einem anderen Buch mit dem Titel ,,Les Frères Trois Points“, erschienen im Jahre 1885, erklärte er, die freimaurerischen rituellen Praktiken beruhten auf einem diabolischen, Luzifer verherrlichenden Kult. 1891 veröffentlichte er das Buch ,,Soeurs Maconnes“, worin er detailliert über die satanische Messe berichtete, die man im Kreis der Hochgradfreimaurer des ,,Palladischen Ritus“ des ,,Teufels-Papstes“ Albert Pike, des obersten Führers der Illuminaten in den Vereinigten Staaten, zelebrierte. Die Vorwürfe von Léo Taxil bezüglich der engen Verwandtschaft zwischen Freimaurerei und Satanismus sind vorbehaltlos erwiesen. Die höchsten freimaurerischen Grade gehören zur Elite Satans! Denn es war immerhin die offizielle italienische Freimaurerzeitschrift ,,Rivista della Massoneria Italiana“ des Jahrgangs 1887, die auf Seite 27 bekannte: ,,Die Freimaurerei betrachtet Satan den Großen als ihren wirklichen Chef.“ Der auf freimaurerische Dokumente spezialisierte Gelehrte Dr. Fara schrieb in seinem Buch ,,La Masonerfa y su Obra“ (,,Die Freimaurerei und ihr Werk“): ,,Die Zeremonie zur Aufnahme in den 29. Grad zelebriert man unter einem pantheistischen Symbol: dem Kopf eines Ziegenböckleins mit einer Fackel zwischen den Hörnern, Erzengelflügeln, Armen und Händen eines Menschen, dem Körper einer Frau mit einer Rose und einem Kreuz auf der Brust.“ Auch der französische Erzbischof Leon Meurin bekräftigt in seinem Buch ,,Die Freimaurerei... Synagoge Satans“ (o.A.) das Faktum der unter Freimaurern üblichen Teufelsanbetung; und der österreichische Politiker Friedrich Wichtl bestätigt in:,,Weltfreimaurerei - Weltrevolution — Weltrepublik“ (München 1919): ,,Die Freimaurer sehen Satan als ihren obersten Herrn und Gott an.“ Noch deutlicher sind die Worte des Hochgradfreimaurers Albert Pike vom 14. Juli 1889 in seinen Instruktionen für die 23 Obersten Welträte: ,,Die Doktrin des Satanismus ist eine Hierarchie; und die wahre, unverfälschte philosophische Religion ist der Glaube an Luzifer und an Adonai zugleich; aber Luzifer, Gott des Lichtes und Gott des Guten, kämpft für die Menschheit, im Gegensatz zu Adonai, dem Gott der Finsternis und des Übels.“ Sicher ist also, was die Autoren des Buches ,,Los fabricantes de Dioses“ (,,Die Götter-Fabrikanten“) schreiben: ,,Die Freimaurerei hat die antitheistische Philosophie der Geheimreligionen übernommen, die das, was die Bibel lehrt, verdrehen und somit Luzifer zu Gott und Gott zu Satan machen.“ Es besteht kein Zweifel, daß Freimaurer der unteren Grade, nachdem sie diese Aussagen gelesen haben‘ sich nicht nur die Augen reiben, sondern auch im Brustton der Überzeugung erklären werden: ,,Das stimmt überhaupt nicht, das ist eine Lüge, das kann gar nicht wahr sein.“ Doch sie wären an die berüchtigten Worte des illuminierten Hochgradfreimaurers Albert Pike zu erinnern: ,,Man desorientiert die ,blauen Grade‘ absichtlich durch falsche Auslegungen.“ Anlässlich einer Versammlung aller Freimaurerlogen am 16. Juli 1782 schloß man in Wilhelmsbad einen Bund zwischen der Freimaurerei und den Illuminaten, eine Geheimgesellschaft, die am 1. Mai 1776 von Adam Weishaupt, einem Professor für Kirchenrecht an der Universität Ingolstadt, gegründet wurde.

Weishaupt hatte eine komplizierte Hierarchie geheimer Grade aufgebaut. Damals traten Tausende führender Europäer in den Illuminatenorden ein. Es war Weishaupts erklärtes Ziel, durch eine Legion von Verschwörern, die aus dem Hintergrund heraus nach einem genau vorgegebenen Weltbeherrschungsplan agieren sollten, in allen Ländern der Welt die Macht an sich zu reißen. Dank des Organisationstalents des Barons von Knigge und der Hilfe einiger Freimaurer, die in ihren Logen nicht die erhoffte direkte Aktion fanden, wurden Weishaupts Illuminaten innerhalb weniger als fünf Jahren die geheimen Herren Bayerns und der benachbarten Länder. Als am 10. Juli 1785 Jacob Lang, ein Mitglied der Illuminaten, unterwegs vom Blitz getroffen wurde, fand die Polizei geheime Dokumente, welche er bei sich getragen hatte. Diese bestätigten die Verschwörung der Illuminaten. Sofort befahl man die Auflösung des Ordens. Weishaupt flüchtete und setzte seine Wühlarbeit aus dem Untergrund fort.

Wenn man sich die Kehrseite der offiziellen Geschichte betrachtet‘ so stößt man immer wieder auf die Illuminaten und die Freimaurerei. Sie haben Könige in Zinsknechtschaft gebracht‘ Königreiche manipuliert und zerstört, Kriege inszeniert und schließlich die Welt, wie wir sie heute kennen‘ hervorgebracht. Die Illuminaten und Freimaurer waren in alle großen Revolutionen verwickelt, die nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg über die Welt kamen.
Nach eigener Aussage verschmäht die Freimaurerei jegliche politische Aktivität. Indessen macht eine nähere Betrachtung der Geschichte deutlich, daß die Logen stets eng mit der Politik verflochten waren. Es fällt auf‘ daß die Freimaurer sich immer in der Nähe der Macht befinden. Ihre maßgebliche Teilnahme an den revolutionären Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts steht außer Zweifel. Es ist belegt, daß hinter den bedeutendsten Weltereignissen seit der französischen Revolution in der einen oder anderen Weise stets Freimaurer am Werk waren.
In Europa waren oder sind Logenbrüder alle englischen Premiers und Präsidenten Frankreichs außer‘ wie es scheint, de Gaulle. Freimaurer sind daneben der größte Teil der Delegierten bei den Vereinten Nationen oder der UNESCO usw.‘ sowie ein Großteil der Brüsseler EG- bzw. EU-Funktionäre (z.B. in der ,,Kommission“), die, ohne gewählt zu sein, ganz Europa regieren wollen.
Auch zahlreiche politische Statisten, einschließlich Monarchen, waren oder sind hochrangige Freimaurer, hinzu kommen z.B. die Namen prominenter Militärs, so fast aller Marschälle Napoleons und der Großteil der alliierten militärischen Führungskräfte. Vergessen wir nicht Simon Bolivar, den Gründer des lateinamerikanischen Staates Bolivien, oder die mexikanischen Präsidenten Jose de la Cruz Porfirio Diaz‘ Manuel Gonzalez‘ Obregon‘ Calles‘ Càrdenas und Miguel Aleman. Mexiko ist das einzige Land der Erde‘ in dem die Freimaurerei - seit 1917 - mit einer Logen-Einheitspartei sogar öffentlich regiert! Die USA sind die Freimaurerernation schlechthin! Die Macht der Loge in diesem Land ist immens. In seiner ,,Verfassung“ findet man verschiedene von der Freimaurerei verfochtene Prinzipien wieder. Ihre Gefolgsleute sind außerordentlich zahlreich in den Regierungsstellen tätig. Freimaurer halten in den Vereinigten Staaten alle Schlüsselposten besetzt. Nicht nur der ehemalige Präsident Bill Glinton ist Freimaurer, auch (mindestens) 18 seiner Vorgänger waren es, nämlich Washington, Madison, Monroe, Jackson, Polk, Buchanan, A. Johnson, Garfield, McKinley, Th. Roosevelt, Taft, Harding, F.D. Roosevelt, Truman, L.B. Johnson, Ford, Reagan und George Bush.
Viele Autoren behaupten, Ronald Reagan sei kein Freimaurer. Doch das ist nicht so sicher. In der Zeitschrift ,,New Age“ vom April 1988 sieht man ein Photo, wie Reagan den 33. Ehren-Freimaurer grad erhält. - Die Namen von Lincoln, Eisenhower und Kennedy fehlen in der Liste. Eisenhowers Eltern waren jedoch Zeugen Jehovas.


b) Zeugen Jehovas und die Freimaurerei


Gemäß dem Wachtturm vom 1. Dezember 1916, S. 365 (englische Ausgabe) waren die letzten Worte Charles Taze Russells bevor er starb: ,,Bitte wickelt mich in eine römische Toga.“ Für einen unbefangenen Menschen ist es völlig unverständlich, daß ein Sterbender, der in den letzten Zügen liegt, (keine anderen Sorgen hat, als in eine römische Toga gewickelt zu werden. Für die Kenner jedoch ein deutlicher Hinweis: denn Toga, Tunika und viele andere antike Gewänder gehören zur vielfältigen Tracht in verschiedenen Hochgraden der amerikanischen Freimaurerei. Existiert nun eine Verbindung zwischen der WTG und der Freimaurerei? Um darauf antworten zu können, müssen wir vor allen Dingen zu der religiösen Grundlage ihres Stifters, Charles Taze Russell, vordringen. Es steht außerzweifeI, daß dessen Idee, eine neue religiöse Organisation zu gründen, nicht von ungefähr kam. So ist z.B. offensichtlich, daß die Gesellschaft sämtliche Irrlehren des Arianismus fast bis aufs i-Tüpfelchen übernommen hat.
Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Gruppen, die die Lehre an der göttlichen Dreifaltigkeit ablehnten, hauptsächlich die Anhänger des Arius, eines Priesters, der genau wie die Zeugen Jehovas dafür hielt, Christus ei geringer als Gott (-Vater). Wir werden im folgenden durchleuchten, warum so viele Ideen des Arius von Russell übernommen wurden.

Im Jahre 1650 war die Unterwerfung Irlands unter das Vereinigte Königreich abgeschlossen. In der Folgezeit ging Irland Schritt für Schritt in den Besitz der protestantischen ,,anglikanischen“ Kirche über. Die Katholiken Irlands wurden zu einem verarmten Bauernvolk herabgedrückt. 1801 wurde Irland formell dem Vereinigten Königreich einverleibt und seitdem von London aus regiert. Von da an emigrierten immer mehr Iren nach Amerika. Nach 1845, als es bei den nach Europa eingeführten Kartoffeln auf Grund einer Krankheit zu katastrophalen Ernteausfällen kam, schwoll die Auswanderung zur Flut an. Bereits früher wurde erwähnt, daß unter den irischen Auswanderern auch die Eltern Russells waren. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, daß seine Eltern vor der Emigration in Ulster (Nordirland) lebten und Mitglieder der Presbyterianischen Kirche waren. Laut dem Wachtturm-Jahrgang 1916 (S. 171, englische Version) wuchs auch der junge Russell als Presbyterianer auf.


Welche Bedeutung hatte es in jenen Tagen, Presbyterianer zu sein? Es gab eine Zeit, in der alle jungen Männer in Irland, die Pastor werden wollten, an der Universität von Glasgow in Schottland studierten. Man weiß, daß Professor Simpson, der damals an der Universität lehrte, aber auch seine Nachfolger, mit der Theologie des Antitrinitariers Arius sympathisierten. Ein anderer Sympathisant des Arius war Dr. Francis Hutcheson. Alle Studenten waren von diesem Mann beeindruckt. Selbst die Synode von Ulster akzeptierte generationenlang diese ablehnende Haltung gegenüber der Glaubenswahrheit von der Heiligsten Dreifaltigkeit. Infolge all dessen stand die presbyterianische Kirche Irlands generationenlang unter arianischem Einfluß. Und diese Tatsache läßt keinen Zweifel an der arianisch gefärbten Gläubigkeit der Familie Russell aufkommen.

Die ziemlich genauen Angaben, bestätigen, daß außerordentlich viele Presbyterianer auch gleichzeitig der Loge angehörten. So war etwa James Anderson, der die ersten Konstitutionen der modernen Freimaurerei schuf, presbyterianischer Pastor und Theologe. Heute weiß man, daß viele Presbyterianer eine wichtige Rolle in den verschiedensten Freimaurerlogen spielten. Die Macht der Freimaurerei bei ihnen ist immens; einige Pastoren, die ihr nicht angehörten und sie zu kritisieren wagten, haben sogar ihr Amt verloren. Ein anderer interessanter Aspekt ist der, daß die meisten amerikanischen Präsidenten nicht nur Presbyterianer, sondern zugleich auch Freimaurer schottischer oder irischer Abkunft waren.

Existiert nun eine Verbindung zwischen die Zeugen Jehovas und der Freimaurerei? War Russell selbst in die Freimaurerei verwickelt? Nach Aussage der WTG machte sich Russell 1886 von vielen christlichen Lehren, die er lange Zeit akzeptiert hatte, frei, bis er den christlichen Glauben ganz ablegte.

In der Zeitung ,,The Jamestown Evening Journal“ vom 6. August 1910 äußerte sich Russell folgendermaßen: ,,Nachdem ich das Christentum abgelegt hatte, verehrte ich einen unbekannten Gott. Ich suchte eine göttliche Offenbarung.
In dem Buch ,,Die Zeugen Jehovas in Gottes Vorhaben“, das 1960 in deutschsprachiger Ausgabe erschienen ist, liest man auf Seite 18, daß Russell begierig war, alles zu lernen, was Gott lehrte, egal woher er es erfuhr. In einer seiner Predigten bekannte er, daß er auch die orientalischen Religionen studiert hatte. Umfaßte dieses Studium am Ende auch die Lehren und Geheimnisse der Freimaurerei?
Wir alle können medizinische Fachausdrücke verwenden. Lesen wir aber verschiedene Bücher oder hören uns die Reden ein und derselben Person an, in denen fortlaufend medizinische Fachausdrücke vorkommen, können wir sichergehen, daß diese Person ein Arzt ist oder zumindest mit der Medizin zu tun hat.

Was nun Russell angeht, so fällt auf, daß er in seinen Büchern und Predigten ständig typisch freimaurerische Ausdrücke wie ,,großer Baumeister des Universums“, ,,Ordnung“, ,,großer Meister“, ,,Licht“, ,,Priestertum“ und andere gebraucht. Daraus können wir schließen, daß er zumindest Beziehungen zur Freimaurerei hatte.
Interessant ist zudem die Beobachtung, daß Russell während seiner unzähligen Reden immer von einem Emblem, das Kreuz und Krone darstellte, begleitet wurde. Auch links oben auf dem Titelblatt des Wachtturm und anderer Schriften des ,,Pastors“ erscheint dieses Emblem. Ebenfalls als Wandschmuck in seinem Büro, am Bug der Lokomotive bei der Transcontinental Tour 1913, und bei der Pyramide an seinem Grab. Was hat es damit auf sich?
Es steht fest, daß auch andere dieses Symbol benutzt haben. Man kann u.a. Joseph Smith junior (Freimaurer 33.Grads) und weitere bedeutende Mormonen nennen. Auch die Heilsarmee und Mary Baker Eddy‘ die Gründerin der Sekte ,,Christliche Wissenschaft“, gebrauchten es. Mary Baker Eddy war verheiratet mit George Washington Glover, einem prominenten Freimaurer. Die ,,Christliche Wissenschaft“ benutzt bis heute das freimaurerische Symbol. Laut Mary Baker Eddy sind Kreuz und Krone das Fabrikmarkenzeichen des Zusammenschlusses der Direktoren der ,,Christlichen Wissenschaft“. Sicher ist jedenfalls, daß das Emblem freimaurerischer Herkunft ist. Der Orden benutzt es vorwiegend, um Werbung zu machen und die Aufmerksamkeit auf die Tempelritter zu lenken.
Auffallend ist die Farbe des Kreuzes: sie ist immer rot. Es kann kein Zufall sein, daß das von Russell in dem Emblem gezeigte Kreuz gleichfalls rot ist. Alle farbigen Sonderausgaben des Wachtturm tragen dieses rote Kreuz!

Nach umfänglichen Nachforschungen haben wir feststellen können, daß es sich hierbei um ein Abzeichen des freimaurerischen Ordens der Templer (auch ,,Tempelritter“ genannt) handelt.
Ein zweites Beweisstück finden wir am rechten oberen Rand des Titelblattes des Wachtturm. Hier prangt das Symbol der größten Obödienz des Templerordens in den Vereinigten Staaten, des ,,Grand Encampment“. War Russell Mitglied der Tempelritter?
Wir fügen noch hinzu, daß die Bibelforscher, bevor sie ihre eigenen Räumlichkeiten hatten, ihre Versammlungen zumeist in Räumen abhielten, die der Freimaurerei gehörten. Der Wachtturm vom 1. August 1994 bestätigt auf Seite 22, daß die Bibelforscher in der New Yorker Zentrale sich wenigstens bis 1926 regelmäßig im freimaurerischen Tempel von Brooklyn versammelten. Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas von 1993 wird eingeräumt, daß die Versammlungen in Dänemark von 1912 bis 1943 im Odd Fellow Palaeet stattfanden. Die Organisation ,,Odd Fellows“ gilt als ein starker Zweig der Freimaurerei. Noch merkwürdiger verhält es sich mit der Bezeichnung der heutigen Versammlungsräume als ,,Königreichsäle“: im Englischen ist der Ausdruck ,,Hall“ (,,Königreichsaal“ = ,,Kingdom Hall“) freimaurerisch.
Kommen wir nun auf die maurerische Figur des Hiram-Abif zu sprechen. Wie bereits erwähnt, ist es prinzipiell mit großen Schwierigkeiten verbunden, in die Geheimnisse der Freimaurerei einzudringen. Auch die Person Hirams ist von Geheimnissen umwittert. Für die Freimaurer ist Hiram-Abif ein guter Mensch, zu vergleichen mit den Patriarchen des Alten Bundes. Hiram war der Geschickteste der Baumeister. König Salomon machte ihn zum Aufseher über die Arbeiter beim Bau des Jerusalemer Tempels. Übrigens ist Hiram-Abif nicht identisch mit dem König von Tyros (vgl. Bücher der Könige).

Da die Freimaurerei ihr wahres Wesen gezielt verbirgt und ihre Mitglieder dazu verpflichtet, die Geheimnisse der Loge zu wahren und sie keinesfalls aufzudecken, müssen wir auf rein freimaurerische, den Profanen gewöhnlich unzugängliche Literatur zurückgreifen, um zu erfahren, welche Bedeutung Hiram in Wirklichkeit für die Freimaurer hat.

Gemäß authentischen freimaurerischen Quellen ist Hiram-Abif der Messias der Freimaurer. Parallel dazu deckt Prof. John Robison in seinem Buch ,,Proofs of a Conspiracy against all Governments and Religions“ (Boston 1967) aur, daß der Gründer der Illuminaten, Adam Weishaupt, die Christen abzulenken trachtete, indem er lehrte, Hiram-Abif sei Jesus Christus.
Erstaunlicherweise identifizierte nun Russell in seiner Predigt ,,Pastor Russell‘s Sermons“ (1917) Seite 804 Hiram ebenfalls mit dem Messias. Aus welcher Quelle schöpfte er dieses Wissen? Wenn zum einen die Freimaurer über ihre Geheimnisse nur mit echten und zuverlässigen Brüdern sprechen dürfen, zum anderen Russell jedoch kein Freimaurer war, wie konnte er dann wissen, daß Hiram der Messias der Freimaurer ist? Wenn wir die erwähnte Predigt näher untersuchen, scheint Russell zunächst nur zu sagen, die Freimaurer glaubten, Hiram sei der Messias. Aber dem ist nicht so! Russell erklärt darüber hinaus definitiv, Jesus, der Messias der Christenheit, sei mit Hiram-Abif. identisch. Welch eine Blasphemie! In der gleichen Predigt behauptet er, die freimaurerische Religion beruhe auf der Bibel. Falls Russell kein Freimaurer war, klingt diese Predigt zumindest gut in freimaurerischen Ohren. Auch läßt sich dann nicht leugnen, daß er jedenfalls hervorragende Kenntnisse der freimaurerischen Geheimlehren besaß.
Ein anderes beachtliches Indiz ist der Sonnenaufgang, der auf den Titelseiten von Russells ersten Publikationen wie auch auf denjenigen des Wachtturm erschien. Seine Symbolik ist genuin freimaurerisch.

Genauso verblüffend ist es, daß das maurerische Zeichen der Flügel Amon-Ras, des ägyptischen Sonnengottes, eines der bevorzugten Embleme Russells darstellte. Wer unter den Freimaurern benutzt das Symbol der Flügel des Amon-Ra? Der 33-Grad-Freimaurer Albert Churchward behauptet in seinem Buch ,,Signs and Symbols of Primordal Man. The Evolution of religious Doctrines from the Eschatology of the Ancient Egyptians“ (London 1913, S. 86), daß das Symbol der Flügel des Sonnengottes nur von den Freimaurern des 33. und höchsten Grades gebraucht und verstanden wird. Man muß in Betracht ziehen, daß die Freimaurer nur Kennzeichen und Symbole benutzen dürfen, die ihrem Grad entsprechen. Die Tatsache, daß Russell dieses Emblem so oft in seinen Schriften, Abhandlungen und Büchern verwendet, muß uns also zu denken geben.
Noch mehr beeindruckt Russells Lehre und Praxis der Pyramidelogie, die bekanntlich unter den Freimaurern sehr populär ist. Wenn Russell nicht Freimaurer war . . warum begegnet man dann in seinen Schriften weitläufigen Studien über die Symbolik der Pyramide?

Russell wurde auf dem Grundstück der WTG ,,The Rosemont United Cemeteries“, 5 Meilen nördlich von Pittsburgh, begraben. Bis heute steht die freimaurerische Steinpyramide auf seinem Grab. Seine Anhänger montierten seitwärts von der Pyramide eine Steintafel mit seinem Photo, um die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Grab abzulenken. Warum hatte Russell angeordnet, daß auf seinem Grab eine freimaurerische Pyramide errichtet werden sollte?
Höchst aufschlußreich ist aber endlich die Entdeckung, daß sich Russells Mitgliedskarteikarten des Masonic Knight Templar (Tempelritter) in der Mutterloge, der ,,Blauen Loge“ in Dublin, Irland, befinden. Diese Loge gehört zur Grand Lodge of Pennsylvania. Weiter war Russell auch Mitglied des Schottischen Ritus.
Auch im Register des Buches ,,Occult Theocracy“ wird unter den prominenten Freimaurern Charles Taze Russell als bedeutendes Logenmitglied aufgeführt.
Im Jahre 1913, während einer 15seitigen Ansprache sagte Russell u.a.: ,,Ich freue mich daß ich hier vor Delegierten aus den Küstenstädten und aus weiteren 35 Staaten sprechen darf. Wir befinden uns hier in einem Gebäude, das der Freimaurerei geweiht ist. Einige meiner besten Freunde sind Freimaurer und auch ich bin ein anerkannter Freimaurer.“ In einer weiteren Darlegung wurde bekannt gegeben daß Russell zu der höchsten Loge Zugang hatte.Es kann also kein Zweifel mehr daran bestehen, daß Russell ein ,,Superfreimaurer“ war. Russell war ebenfalls Mitglied der Rosenkreuzer von Quakertown. Nur deshalb liefen die Zeremonien bei der Einäscherung seines Körbers und während seines Begräbnisses nach den Riten der Rosenkreuzer ab.
Wie wir gesehen haben, erklomm nach Russelis Tod Joseph Franklin Rutherford die Leiter der Macht. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, daß letzterer Gerichtsadvokat für die Firma Draffen & Wright war, bevor er den Präsidentenposten bei der WTG einnahm. Seine Firma war eine Agentur, die hauptsächlich von den großen Unternehmen und Treuhandgesellschaften in Anspruch genommen wurde, deren Führungspersonal großenteils der Hochgradfreimaurerei angehörte. Später stieg Rutherford zum Spezialanwalt auf und vertrat als solcher Fälle vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington.

Wie schon erwähnt, wurde Rutherford 1909 als Anwalt nach New York berufen. Im gleichen Jahr eröffnete er eine Kanzlei und war bis zu seinem Tod im Jahre 1942 ein hochrangiges Mitglied der New Yorker Staatsanwaltschaft. Gemäß den Angaben der WTG von 1909 mußte er sich um den Anwaltsposten im Staate New York bemühen, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können, als die Sekte ihre Büros nach Brooklyn verlegte. Man hat jedoch herausgefunden, daß das nicht der wirkliche Grund gewesen sein konnte. Es scheint, daß der Richter ein doppeltes Spiel spielte. Zweifellos sah er sich gezwungen, um den Posten in der Staatsanwaltschaft nachzusuchen, um seine Kontakte zu gewissen illustren Freimaurern und Regierungsmitgliedern zu verschleiern. Denn nur so konnten die Jünger die freundschaftlichen Beziehungen ihres Anführers entschuldigen und rechtfertigen. Rutherford stand in Verbindung mit hochrangigen Militärs, mit der Marineakademie, mit dem Bankier, Politiker und Senator George Louis Wellington (einem Hochgradfreimaurer des 33. Grades), mit Gouverneur George White (Ohio), mit dem Kongreßmitglied Blackburn Barret Dovener und mit dem Hochgradfreimaurer William Jennings Bryan. Letzterer war dreimal für die Präsidentschaftskandidatur nominiert worden. Erstaunlich ist, daß Rutherford eine Werbekampagne für diesen hochstehenden Freimaurer betrieb!
Eine vor dem St. Gallener Bezirksgericht Anfang 1924 angestrengte Klage gestattet uns einen Blick hinter die Kulissen der WTG. Am 21. Januar hatten die Protestanten in St. Gallen eine Protestversammlung gegen die stark angestiegenen Aktivitäten der Bibelforscher in der Schweiz abgehalten. Professor Köhler von der Züricher theologischen Fakultät hatte in seinem Vortrag erklärt, daß es ihm ein Rätsel sei, woher die Bibelforscher die reichen Geldmittel für ihre Propaganda bezögen. Dr. Fehrmann, ein in St. Gallen bekannter Arzt. behauptete daraufhin, däß sie sehr viel Geld von der internationalen Freimaurerei erhielten, um Verwirrung in die westeuropäische Christenheit hinernzutragen. Der Vorsitzende der Ernsten Bibelforscher, Konrad C. Binkele, verlangte sofortigen Widerruf dieser Behauptung. Dr. Fehrmann aber blieb bei seinem Wort, worauf die Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher gerichtliche Klage gegen ihn erhob.

Vor Gericht führte Dr. Fehrmann als Hauptbeweis einen Brief an, der vom 27. Dezember 1922 datierte und von einem amerikanischen Hochgradfreimaurer des 33. Grads aus Boston an einen Schweizer Bruder geschrieben worden war. Dieser Brief hatte u.a. folgenden Wortlaut:

,,Ihre zweite Anfrage betrifft die Internationale Gesellschaft der Ernsten Bibelforscher, die ihren Hauptsitz in Brooklyn, N.Y., hat. Gewiß sind uns diese Leute sehr von Nutzen. Wir geben ihnen auf dein bekannten indirekten Wege viel Geld durch eine Anzahl Brüder, die während des Krieges sehr viel Geld gewonnen haben; es tut ihrem dicken Portefeuille nicht weh! Sie gehören zu den Juden. Im nächsten Frühjahr vielleicht wird ein bedeutender Jurist nach Europa kommen. Er war schon mehrere Male in Europa. Mister Rutherford wird eine Propaganda durch Vorträge unternehmen. Ich benütze jetzt die Gelegenheit zu einer Bitte an Sie, geliebter Bruder, wollen Sie bemüht sein, daß die Zeitungen der Schweiz keine Artikel bringen, die gegen diese Vorträge gerichtet sind! Sie haben doch unter den Brüdern der Schweiz viele Leute der Tagespresse. Auch bitte ich zu sorgen, daß die Tätigkeit der Ernsten Bibelforscher in den Zeitungen nicht ungünstig beurteilt wird. Wir haben diese Leute sehr nötig, sie müssen uns Pioniere sein. Was soll ich ihnen mehr sagen! Sie wissen alles selbst; Das Prinzip, ein Land zu erobern, ist, seine Schwächen auszunutzen und seine Säulen zu untergraben. Unsere Feinde sind die Protestanten ebenso wie die Katholiken in Europa, ihre Dogmen sind unseren Plänen lästig, deshalb ,müssen wir alles tun, ihre Anhängerzahl zu vermindern und sie lächerlich zu machen.“ Der Brief spricht für sich selbst!
Der Brief war bereits am 18. Mai 1923 im Tageblatt für den Kanton Solothurn ,,Der Morgen“ veröffentlicht worden. Anfang Juni hatte die Redaktion des ,,Der Morgen“ daraufhin von den Rechtsanwälten der Ernsten Bibelforscher ein Einschreiben des Inhalts erhalten, der Autor des Artikels solle unter Klageandrohung Widerruf leisten. Der Autor antwortete in ,,Der Morgen“ mit folgender Stellungnahme: DIE ERNSTEN BIBELFORSCHER
In Nr. 116 veröffentlichte ich im Auszug einen Brief eines amerikanischen Freimaurers, aus dem zweifelsfrei hervorgeht, daß die Bestrebungen der Ernsten Bibelforscher von der Weltfreimaurerei finanzielle und moralische (sofern man hier, bei der Weltfreimaurerei das Wort ,moralisch anwenden darf) Unterstützung erhalten. Eine Beleidigung oder Verdächtigung der Ernsten Bibelforscher hat mir fern gelegen. Es sollte durch Veröffentlichung jenes Schreibens nur die Wühlarbeit der Weltfreimaurerei charakterisiert werden. Ich habe nicht gesagt, daß die Ernsten Bibelforscher, soweit die Schweizer Gesellschaft in Frage kommt, ein Bündnis mit der Freimaurerei geschlossen haben.“ Die Ernsten Bibelforscher haben es anschließend nicht mehr gewagt, gegen die Tageszeitung ,,Der Morgen“ vorzugehen. Gelegentlich haben sie allerdings die Behauptung aufgestellt, der Brief sei eine Fälschung. Nachdem jedoch der Empfänger des Briefes, Herbert von Bomsdorff- Bergen, Großkommandeur des 33. Grades, Leiter der Bruderkorrespondenz für alle fünf Kontinente, der Loge offiziell den Rücken gekehrt hatte, trat er nun selber an die Öffentlichkeit. Er bestätigte u.a.: ,,Aus Amerika erhielt ich im Januar 1923 einen Brief von einem Hochgradfreimaurer, der mich ,,brüderlich“ um Auskunft über verschiedene ihn interessierende Dinge bat. Ich habe den Brief am 18. Mai 1923 im Tagesblatt dei Schweiz, im ,Morgen‘, veröffentlicht.“ Später wurde der Brief auch in der ,Münchener Allgemeinen Rundschau‘ (1924, S. 757) und in ,Ecclesiastica‘ (Freiburg 1924, S. 260) veröffentlicht.Der Empfänger des Briefes bewies dessen Echtheit nochmals in August 1925 in der Ludwigshafener ,Abwehr‘ Nr. 2.
Da das Gericht nach 1 ½-tägiger Verhandlung in den Äußerungen keine Ehrverletzung der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher zu erblicken vermochte, wurde Dr. Fehrmann freigesprochen. Die WTG wurde zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 450 Schweizer Franken an Dr. Fehrmann verurteilt. Auch nachdem sie Berufung eingelegt hatten, verloren die Bibelforscher den Prozeß; diesmal mußten sie 1313,55 Franken an Dr. Fehrmann zahlen.

Um der Situation zu entkommen, boten die Bibelforscher im Rahmen einer Kampagne einem jeden Geld an, der nachweisen konnte, ob sie Geld von der Freimaurerei erhielten. Eine Gruppe von Zeugen Jehovas in Eutin deponierte zu diesem Zweck 10.000 Mark auf einer Bank. Es muß gesagt werden, daß die durchschnittlichen Zeugen Jehovas ganz gewiß nichts von der finanziellen Unterstützung durch die Loge wußten.

Nun aber zurück zur Rutherford. Sein erster Schritt nach Russells Tod, bestand darin, Stück für Stück die Spuren seines Vorgängers zu beseitigen, einschließlich der Lehre von der großen Pyramide und alle Embleme, die in diesem Kapitel erwähnt wurden. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte Rutherford mit den maurerischen Verbindungen Russells gebrochen. In the Golden Age vom 3. September 1930 greift er die Freimaurer vehement an. Er beschuldigt sie sogar der Verbindung mit dem Satanismus. The Golden Age vom 5. August 1931 bringt noch einmal einen ähnlichen Artikel. Beweist das, daß Rutherford kein Freimaurer war? Absolut nicht! Ich muß den Leser daran erinnern, daß die Freimaurerei von Rätseln und Geheimnissen umgeben ist. Beispielsweise fand man heraus, daß der Führer der antifreimaurerischen Partei (1830-1840) in den Vereinigten Staaten selbst ein hohes Mitglied der Loge war.
Nach seinen Attacken gegen den Orden wechselte Rutherford ebenfalls das Hemd. Ab 1935 zeigte er sich der Freimaurerei wohlgesonnen. In jenem Jahr veröffentlichte er zwei Artikel, in denen er die Verfolgung der Freimaurer in Italien und Deutschland anprangerte. Anscheinend verkörperten bei ihm seit diesen beiden Veröffentlichungen die Freimaurer nicht mehr den Teufel. Rutherford zufolge waren sie Opfer des Faschismus und des Vatikans. Am seltsamsten ist, daß die WTG während all dieser Jahre nur die Verfolgung von Logenmitgliedern durch die Faschisten beklagte, niemals jedoch die Verfolgung und Tötung von Juden, Geisteskranken, Zigeunern und anderen Opferns seitens dei Nazis bekanntmachte oder verurteilte.

Nach Rutherfords Tod fuhr die WTG fort, Artikel zugunsten der Freimaurerei zu veröffentlichen. In The Golden Age vom 20. Juni 1945 wird über die Verfolgung der spanischen Freimaurer durch Franco berichtet. Und der Wachtturm vom 13. März 1946 erzählt die Geschichte der ersten italienischen Opfer aus den Reihen der Freimaurerei unter Mussolini.

Im allgemeinen wissen die Zeugen Jehovas absolut nichts über die Freimaurerei. Anscheinend hält es die Führungsspitze in Brooklyn nicht für nötig, sie über diese so mächtige Organisation zu informieren. Ich habe nur einen einzigen Artikel über die Freimaurerei gefunden. Was mich an diesem fünfseitigen Bericht (in Awake! vom 8. August 1958) am meisten überraschte, war die umfassende Kenntnis, die die Führer der Zeugen Jehovas von der Freimaurerei besitzen. Der Schreiber des Artikels schildert detailliert die Einweihung in den ersten, zweiten und dritten Grad. Nachdem was wir bisher über die Logenmitgliedsschaft der Führungsspitze der WTG gehört haben, ist es bezeichnend, daß der Bericht die Freimaurer ganz anders behandelt als die Katholiken, die in den Publikationen der Sekte oft scharf angegriffen werden. Gegen die Logen nimmt der Autor, wahrscheinlich Nathan Homer Knorr, nur ganz am Ende seines Aufsatzes Stellung, indem er bekräftigt, daß sie nichts für die Getreuen der WTG seien.

Interessanterweise wird in dem gleichen Artikel der bereits erwähnte Albert Pike als einer der größten Gelehrten der Freimaurerei bezeichnet. Wer war dieser Albert Pike in Wirklichkeit? Albert Pike, der den Spitznamen ,,Teufelspapst“ trug, war nicht nur Oberhaupt des Schottischen Ritus in Washington, sondern auch das okkultistische Oberhaupt der Illuminaten in den Vereinigten Staaten und der Erfinder des Palladischen Ritus, einer satanistischen Organisation die höchstwahrscheinlich die spirituelle Freimaurerei kontrolliert und auch als treibende Kraft hinter der ungeheuren New-Age-Welle betrachtet werden muß.
Nicht nur Albert Pike wird von der WTG erwähnt. Es läßt sich nachweisen, daß die Machthaber von Brooklyn oft berühmte Freimaurer wohlwollend zitieren.

Wie schon gesagt, hinterlassen die Freimaurer so oft als möglich einen Hinweis auf ihre Verbindungen, nicht nur durch Verwendung von Bildsymbolen, sondern auch durch Handzeichen, bestimmte Worte oder festgelegte Ausdruckweisen Im Falle des vierten Präsidenten der WTG, Frederick Franz, genügt ein einziges Beispiel, seine Verbindung zur Freimaurerei aufzuzeigen: wahrend in allen Bibelübersetzungen an dieser Stelle der Name ,,Herr“ oder ,,Jahwe“ steht, wandelt Franz bei Hosea 12,14 das Wort ,,Adonai“ in ein freimaurerisch besetztes um: ,,Großer Meister“.
Gibt es noch mehr Beweise dafür, daß die Sekte mit der Freimaurerei verbunden ist? Im Augenblick begnügen wir uns mit einem Hinweis auf ,,Erwachet“ vom 8. Januar 1993. In diesem Heftchen verwendet der von der WTG geistgesalbte Schreiber den freimaurerischen Ausdruck ,,Großer Baumeister des Universums“.
Es ist im übrigen verblüffend, wie weitgehend die Ideologie der Freimaurerei mit derjenigen der Gründung von Charles Taze Russell bzw. mit den aktuellen Glaubenslehren der WTG übereinstimmt:

BEIDE Organisationen leugnen die Grundwahrheiten des christlichen Glaubens.

BEIDE behaupten, daß die Rettung der Seelen nur durch gute Werke zu erreichen, das ,,Neugeborenwerden“ (aus dem Glauben) hingegen nicht notwendig ist.
BEIDE versammeln sich in freimaurerischen Sälen.

BEIDE setzen Hiram-Abif mit dem Messias gleich.

BEIDE haben ihre eigene Bibel und bilden sich ein, die Heiligen Schriften seien verschlüsselt abgefaßt. Gegenüber ihren Mitgliedern lehren sie, daß die Geheimnisse der Heiligen Schrift sich nur bestimmten eingeweihten Mitgliedern offenbaren. 

Russell schrieb im ,;Bible Examiner“ vom Oktober 1876 auf Seite 27: ,,Die Schriften sind wie ein Tempel [freimaurerischer Ausdruck!], und um sie zu enthüllen, braucht man einen Schlüssel.“ BEIDE stützen sich auf die Symbolik der Zahlen, und derjenigen der altägyptischen Pyramiden.

BEIDE glauben, daß Gott die Große Pyramide bauen ließ. Nach ihrer Auffas­sung stellt die Pyramide die Kirche dar.

BEIDE verneinen die Gottheit Christi. Ihnen zufolge ist Christus nur ein Mensch. Außerdem leugnen sie, daß er der Mittler der Christen ist. Albert Pike erklärte in seinem Standardwerk ,,Morais and Dogma of the Ancient and Accepted Rite of Scottish Freemasonary“ (,,Sitten und Glaubenslehre des Alten und Akzeptierten Ritus der Schottischen Freimaurerei“)(Richmond 1921, Nachdruck 1966), das mit Erlaubnis des Obersten Maurenschen Rates veröffentlicht wurde, Jesus sei ein Mensch wie jeder andere gewesen und seine Geschichte stelle nur die imaginäre Wiederbelebung einer älteren Legende dar (5. 34). Andere Schriftsteller der Loge vergleichen Christus mit Isis.
BEIDE erwarten eine Neue Welt-Ordnung und eine Weltregierung.

BEIDE bedienen sich des Ausdrucks ,,Großer Baumeister“. Russell benutzte ihn oft in seinen Schriften. Die Freimaurerei identifiziert den ,,Großen Baumeister“ mit dem Schöpfer des Universums. Den Namen Gottes führt sie selten im Munde, und denjenigen Christi überhaupt nicht.
BEIDE benutzen den jüdischen Kalender. Statt zu sagen: ,,vor“ bzw. ,,nach“ Christi Geburt, sagen sie: ,,vor“ bzw. ,,nach“ der allgemeinen Zeitrechnung.
BEIDE lehren, man dürfe falsch schwören, um die ,,Brüder“ zu beschützen. Sie behaupten auch, es sei nicht notwendig, die Wahrheit solchen Personen zu sagen, die es nicht verdienen, sie zu erfahren. Die Lüge wird bei beiden als ,,Kriegsstrategie“ betrachtet.
BEIDE zeigen sich überzeugt von der Uberlegenheit der weißen Rasse über die farbige. Russell forderte die Bibelforscher auf, keine Zeitschriften oder Bücher an Schwarze zu verschwenden, weil sie weniger Bildung hätten und aus den Schriften keinen rechten Nutzen zu ziehen vermöchten. Die Logen in den meisten Bundesstaaten der USA nehmen keine Neger auf.

BEIDE erklären nachdrücklich, daß sie die Offenbarungen immer besser verstehen. Sie messen dem Wort ,,Licht“ großen Wert bei.
Wir haben soeben gezeigt, daß man die besondere Beziehung, in der die WTG zur Freimaurerei steht, nicht ignorieren kann WTG tatsächlich ihre Arbeit zugunsten der zionistischen Bewegung, als sie den Umschwung bezüglich der Juden vollzog? Können wir, in Anbetracht der Millionen Exemplare von Zeitschriften und Büchern der Sekte. die das hebräische Volk beleidigten und im ganzen deutschen Reich verbreitet wurden, ausschließen, daß die Attacken der WTG gegen die Juden ihr damaliges geistiges Umfeld beeinflußt haben? Verursachten nicht die antisemitischen Attacken in allen Teilen Deutschlands eine Zunahme der Anstrengungen der Juden, nach Palästina auszuwandern?
Gemäß dem bedeutenden jüdischen Schriftsteller J. G. Burg ist der Zionismus nicht nur geistig verwandt mit dem Antisemitismus, er kann ohne ihn überhaupt nicht leben. Der Schriftsteller behauptet u.a.:
,,Das furchtbare ist, daß gerade die Zionisten allergrößtes Interesse am Antisemitismus haben. Je mehr Unrecht die Juden in der Welt erleben müssen, je mehr sie verfolgt werden, desto besser stehen die Chancen der Zionisten.

Die GEHEIME MACHT HINTER DEN KULISSEN

a) Marionetten des Kapitalismus

1861 brach der verheerende amerikanische Sezessionskrieg aus. In den folgenden vier Jahren richtete dieser kostspielige, mit großer Erbitterung geführte Krieg in der Süd-Ost-Region der Vereinigten Staaten große Verwüstungen an. Mehr als 620.000 Menschen starben auf beiden Seiten; es gab 375.000 Verwundete.
Nach diesem Krieg veränderte die fortschreitende Industrialisierung das Land vollständig. Merkwürdigerweise hatte die Wirtschaftskraft der Vereinigten Staaten überhaupt nicht gelitten. Ausschlaggebend dafür war zweifellos der außergewöhnliche Fortschritt der Schwerindustrie. Kein europäisches Land hat je eine ähnliche Entwicklung gesehen!

Ab 1865 wurden Kapitalzusammenschlüsse gegründet, wie es sie vorher nicht gegeben hatte: ,,Trusts“, d.h. Gruppen, die Monopole bildeten, um ganze Industriesektoren zu beherrschen. So gerieten zum Beispiel zwei Drittel aller Eisenbahnlinien unter die Kontrolle verschiedener Gruppen, die dem Bankier und Freimaurer John Pierpont Morgan unterstanden. Carnegie gab den Anstoß zur Gründung eines Kartells, das zum mächtigsten der Welt auf dem Stahlsektor wurde. Und Rockefeller war Herr über die Ölfelder.
Im Laufe der Zeit formierten sich zwei Finanzimperien, das eine gebildet von Moigans First National Bank, dem Rubber Trust, General Electrics, U.S. Steel und den Eisenbahnen Vanderbilts, das andere bestehend aus RockeFellers National City Bank, Standard Oil, Tobacco, dein Ice Trust und den Eisenbahnen Goulds.

Zur gleichen Zeit, da sich der Kapitalismus entfaltete, kam es auch zu einer brutalen Konfrontation zwischen dem Reichtum des gehobenen Bürgertums (der Bourgeoisie) und dem Elend der Arbeiterschaft. Damals waren die Arbeiter zu einer Lebensweise gezwungen, die sich kaum von der Sklaverei unterschied. Die Familien lebten in von den Unternehmen gestellten ,,Ställen“, die man noch nicht einmal den Schweinen anzubieten gewagt hätte. Die Löhne waren äußerst niedrig und die wöchentliche Arbeitszeit betrug 65 bis 67 Stunden. Eines der Probleme der Arbeiter war die uneingeschränkte Zu -wanderung. Die Unternehmer konnten ihren Angestellten aus lächerlichen Gründen kündigen, da ihnen ständig eine Anzahl Neuangekommener zur Verfügung standen, die sich bereit fanden, die Arbeit zu den Bedingungen der Arbeitgeber auszuführen.
Die Arbeiterschicht der Vereinigten Staaten wurde zu einer der zahlenmässig größten der Welt. Die Armut, das Analphabetentum und das Fehlen jedes politischen Konzepts waren die Ursachen dafür, daß sie die schwersten Arbeiten gegen sehr geringe Entlohnung verrichteten. Es gab für die Arbeiter keinerlei Möglichkeit, sich ihren Fronherren zu widersetzen. Da die Regierung auf Seiten der Morgans, der Rockefellers, usw. stand, kam für sie nicht einmal der Streik in Frage; wenn sie es dennoch versuchten, griffen Polizei und Armee mit Härte, ja sogar mit ausgesprochener Brutalität ein.

Im Jahre 1877 wurde die Agitation chronisch und es kam zu mehreren Streiks, deren aufsehenerregendster derjenige der Eisenbahner von Baltimore und Pittsburgh war.

Die Eisenbahn von Baltimore hatte eine zehnprozentige Senkung der Löhne bekannt gegeben. Als Folge dessen traten die Arbeiter in einen Streik, der aber von der Armee zerschlagen wurde. Die Bilanz dieses Streiks waren 10 Tote und 30 Schwerverletzte.

In Pittsburgh wurden hunderte von den Streikenden abgestellte Lokomotiven durch einen Brand zerstört, den Provokateure gelegt hatten. Dieser Streik sollte zum schlimmsten seiner Art werden; es gab 25 Tote (darunter 10 Kinder) und 50 Schwerverletzte. Wie stets, blieben die Arbeitgeber Sieger.

Nach diesen Streiks hielt der Kampf der Arbeiter an. 1886 wurden mehr als 1600 Streiks ausgerufen, ein jeder weitreichender und länger anhaltend als der vorherige. Diese Streiks kosteten viele Menschenleben.

Die Arbeiter mußten überdies eine unausgesetzte Verleumdungskampagne seitens von den Arbeitgebern gekaufter Journalisten über sich ergehen lassen. Überraschenderweise nahm auch Charles Taze Russell Partei für die großen ,,Trusts“. Es scheint, daß die WTG mit ihrer Proselytenmacherei, besonders innerhalb der Arbeiterklasse, die gleichen Ziel verfolgte wie die gekauften Journalisten. Im 4. Buch der Serie Millennium-Tagesanbruch, ,,Der Tag der Rache“, später ,,Der Krieg von Armageddon“ genannt, ging Russell zu weit, als er sich an die Arbeiterklasse wandte und zwar zugab, daß die Situation schlimm sei, aber gleichzeitig hinzufügte, daß jeder organisierte Kampf bedeuten würde, die Lage noch weiter zu verschlechtern. Ihm zufolge gab es für die Arbeiter keine andere Möglichkeit, als ihr Los zu ertragen. Im gleichen Artikel rechtfertigte er auf unverschämte Weise den Standpunkt der großen ,,Trusts“ (5. 178fu. 191).
War Russell, genau wie die Journalisten, von den großen Trusts“ bezahlt worden, um die Arbeiter zu beschwichtigen?
Es ist schändlich, wie Russell mit unfaßbarer Gleichgültigkeit die Tragödie der armen versklavten Arbeiter darstellt. Aus einer ganzen Reihe von Erklärungen Russelis, die wir lesen konnten, geht hervor, daß der Artikel kein Zufall war. Denn seit seinem Erscheinen (schon in der dritten Ausgabe!) nahm der Wachtturm Partei für die großen Trusis. So lobte Russell beispielsweise im Wachtturm vom 1. Januar 1911 auf den Seiten 1 bis 4 das Werk des Magnaten und Freimaurer J. P.Morgan. Russel behauptete u.a. das Werk stelle eine Erfüllung der Schriften dar.

b) Pazifisten und Spione
Niemand dachte, daß die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers am 28. Juni 1914 in Sarajewo zum Krieg führen könnte. Aber da es in der Anklage hieß, daß die Mörder an jenem Tag im Interesse Serbiens gehandelt hätten, erklärte Osterreich-Ungarn dem kleinen Balkanstaat den Krieg. Es dauerte nicht lange, bis alle europäischen Mächte in diesen sogenannten ,,Großen Krieg“ verwickelt waren. Als Belgien im August 1914 von den deutschen Truppen besetzt wurde, sagt der amerikanische Präsident Wilson dazu: ,,Es ist notwendig, daß die Vereinigten Staaten neutral bleiben.“ In einer Botschaft an den US-Kongreß vom Dezember 1914 bekräftigte President Wilson: ,,Wir befinden uns mit der gesamten Welt im Frieden; wir sind die aufrichtigen Freunde aller Nationen auf Erden; wir sind die Vorkämpfer der Eintracht und des Friedens.“ In der Zwischenzeit schickte das US-Schatzamt monatlich 500 Millionen Dollar zu einem Zinssatz von drei Prozent nach Europa. Morgans U.S. Steel Corporation lieferte den Alliierten sechs Millionen Tonnen Stahl für ihre Waffen- und Munitionsfabriken. Berlin legte beim Weißen Haus Beschwerde ein und warf den Vereinigten Staaten vor, den Engländern Munition zu verkaufen.

Die offizielle Geschichtsschreibung berichtet über Deutschland, daß diese Nation eine Politik der Zerstörung aller Schiffe jeglicher Nationalitäten begann. Nach dem Abschuss des amerikanischen Passasierschiffes ,,Lusitania“ stimmte das US-Repräsentantenhaus am 6. April 1917 mit 373 gegen 50 Stimmen für die Kriegserklärung gegen Deutschland. Das Rekrutierungs­Gesetz wurde am 15. Juni 1917 vom Kongreß bewilligt.
Es gibt keinen Zweifel, daß der Untergang der Lusitania inszeniert wurde. Die Ladung dieses Schiffes bestand aus militärischen Gütern, die für Großbritannien bestimmt waren und folglich war es auch kein reines Passagierschiff, wie die Amerikaner behaupteten. Es ist bekannt, daß es Präsident Wilson war, der den Seefrachtbrief der zum Untergang geweihten Lusitania in die Archive des amerikanischen Finanzministeriums verbracht hat. Aus dieser Bill of Lading geht eindeutig hervor, daß die Lusitania militärische Güter transportierte. Man schickte die Lusitania mit gedrosselter Geschwindigkeit absichtlich in ein Gebiet, in dem sich feindliche U-Boote befanden. Außerdem wurde ihr Begleitschutz abgezogen. Der Abschuß dieses Schiffes war lediglich der Grund, den Präsident Wilson benötigte, um endlich in den europäischen Krieg eingreifen zu können.

Nachdem J.P. Morgan den amerikanischen Präsidenten Wilson um Hilfe bat für England und Frankreich gegen Deutschland in Form einer Anleihe von 500 Millionen Dollar und von Munitionslieferungen“7, erwies sich Paul Warburg, der damals Direktor des Federal Reserve Board war, mit dieser Forderung nicht einverstanden. Als aber Morgan die Verbindungen der Warburgs zum deutschen Geheimdienst aufdeckte, sah sich Warburg gezwungen, auf seinen Posten zu verzichten.“ Einen Monat nach Kriegsausbruch, legte Rutherford sein Buch The Finished Mistery, zu deutsch Das vollendete Geheimnis vor. Dieses Buch mahnte nicht nur dazu, dem Militärdienst fernzubleiben, sondern enthielt sogar Sätze, die gewisse prominente Leute gegen den Krieg ausgesprochen hatten. Man muß wissen, daß dieses Buch, das die Ansichten der pazifistischen Partei von Warburg & Co. unterstützte, noch vor dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg veröffentlicht werden sollte. Das Buch, das dazu angetan war, die Bemühungen der Vereinigten Staaten um den Kriegseintritt zu behindern, wurde augenblicklich von der Regierung verboten. Ein Memorandum des Justizministeriums lautete: ,,Der einzige Effekt, den das Buch ,Das vollendete Geheimnis‘, ein Buch, das ganz im religiösen Stil gehalten und in großem Umfang verbreitet wurde, erzielt, ist, daß die Soldaten unsere Sache ablehnen und andere ein Widerstreben gegen die Einberufung verspüren.“ Am 7. Mai 1918 wurde gegen Rutherford und sieben Mitglieder des Direktoriums Haftbefehl erlassen. Die Anklageschrift gegen den Präsidenten der WTG und seine Gefährten beschuldigte sie der Verschwörung zur Verletzung des Spionagegesetztes vom 17. Juni 1917. 

Besonders die Veröffentlichung und Verbreitung des Buches The Finished Mystery spielte dabei eine große Rolle. Weiter wurde ihnen vorgeworfen, ihre illegalen Vorhaben auszuführen oder es zu versuchen. Außerdem wurde erklärt, sie hätten sich verschworen, um zum Ungehorsam und zur Verweigerung der Dienstpflicht in den Streitkräften der Vereinigten Staaten anzustiften und die Rekrutierung und Anwerbung von Männern für den Militärdienst zu behindern.

 (Quelle: Zeugen der Wahrheit. Used with permission)

 

1000-jähriges Reich?

Es gibt Christen, die das in der Offenbarung beschriebene 1000-jährige Reich wörtlich nehmen, also genau so, wie es dort steht. Es gibt hierbei nur ein Problem: Bibellesen ist nicht dasselbe wie Bibelstudium - und nicht umsonst warnt uns die Bibel davor, einfach Bibelverse nach eigenem Gutdünken auszulegen, ohne Führung durch den Leib Christi - die Kirche.


Was sagt die Katholische Kirche also hierzu?


Vom 1000-jährigen Reich (dem “Millenium”) lesen wir in der Offenbarung, wo es heisst, dass Satan 1000 Jahre lang in Ketten gelegt wird (Offb 20,1-3). Während dieser Zeit werden christliche Märtyrer mit Jesus Christus herrschen (Offb 20,4-6). Nach diesen 1000 Jahren wird Satan dann wieder befreit und darf gegen die Heiligen Gottes Krieg führen (Offb 20,7-9). Anschließend wird es dann die allgemeine Auferstehung geben (Offb 20,5) sowie die endgültige Vernichtung Satans (Offb 20,10) und schließlich das Jüngste Gericht, das über die Lebenden und die Toten abgehalten wird (Offb 20,1-15).

 

Die katholische Exegese hat seit den Zeiten des Hl. Augustus und des Hl. Jerome dieses 1000-jährige Reich als einen symbolischen Hinweis auf das Alter der Kirche gesehen, also den Zeitraum zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu (also Seiner Zeit auf Erden und Seiner endgültigen Wiederkunft irgendwann in der Zukunft). Zuvor gab es Theologen und Geistliche, die man “Chiliasten” nannte (vom griechischen Wort chilioi, was 1000 bedeutet). Sie glaubten daran, dass Jesus zurückkehren wuerde, um eine 1000-jährige Herrschaft zu beginnen. Eine Art goldenes Zeitalter, wo die Welt von Frieden und Wohlstand erfüllt sein würde. Und manch einer glaubt das noch heute.

 

Die Katholische Kirche hat hierzu noch nicht offiziell Stellung genommen. 1944 wurde aber offiziell entschieden, dass der Millenarismus, also die Hoffnung auf ein künftiges Königreich auf Erden, nicht als christliche Doktrin gelehrt werden kann.

 

Lesen wir hierzu den Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 676:

 

“Dieser gegen Christus gerichtete Betrug zeichnet sich auf der Welt jedesmal ab, wenn man vorgibt, schon innerhalb der Geschichte die messianische Hoffnung zu erfüllen, die nur nachgeschichtlich durch das eschatologische Gericht zu ihrem Ziel gelangen kann. Die Kirche hat diese Verfälschung des künftigen Reiches, selbst in ihrer gemäßigten Spielart, unter dem Namen “Millenarismus” zurückgewiesen, vor allem aber die “zuinnerst verkehrte”politische Form des säkularisierten Messianisum.”

 

(Quellen: Libreria Editrice Vaticana Katechismus der Katholischen Kirche. R. Oldenburg Verlag, München, 1993. Dr. Scott Hahn, Catholic Bible Dictionary. Doubleday Religion, Doubleday Inc, New York 2008. Go and get these books!)