Katholisch Leben!

Den katholischen Glauben kennen, leben, lieben & verteidigen!

Katholisch?

 

Warum gibt es so viele Menschen, die anti-katholisch eingestellt sind?

1) Weil sie nicht wirklich den katholischen Glauben kennen (sie denken, die Katholische Kirche sei zu gesetzlich und außerdem abergläubisch)

2) Weil wir Katholiken den katholischen Glauben nicht richtig kennen!

(Frei nach Prof. Dr. Scott Hahn, "Evangelizing the Baptized", erhältlich bei www.saintjoe.com)

 


 

Eines wurde mir im Laufe der Zeit bewusst:

Der Grund, warum so viele Menschen die Katholische Kirche verlassen oder gar nicht dorthin finden liegt hauptsächlich darin, dass sie überhaupt nichts über den katholischen Glauben wissen. Sie mögen vielleicht ein ganzes Leben lang in die katholische Kirche gegangen sein, aber tatsächlich haben sie keine Ahnung, was der Katholizismus wirklich lehrt. Jeder glaubt ein wenig zu wissen - in Wirklichkeit aber sind das meist Vorurteile oder vage Vermutungen. Leider muss man auch sagen, dass viele Katholikinnen und Katholiken - Laien wie Geistliche - kaum in der Lage sind, ihren Glauben zu begründen und gegen Angriffe zu verteidigen. Und so haben "bibeltreue" Christen (dieser Ausdruck ist keineswegs als Schimpfwort gedacht!) leichtes Spiel, uns und andere zu verunsichern.

Kaum jemand lehnt die Katholische Kirche als solche ab. Viele aber lehnen das ab, was sie für die Katholische Kirche und deren Lehren halten.

Selbstverständlich gibt es da eine Menge konfliktbeladener Bereiche, mit denen viele Menschen Probleme haben: Maria, die Heiligen, den Papst usw.

Ich nehme die Kirche beim Wort, die so oft betont hat, dass die Kirche - Laien wie Geistliche! - sowohl eine lehrende wie eine lernende Kirche ist.

Zu beiden will ich meinen Beitrag leisten.

 

Katholisch?

"Katholisch" bedeutet von seinem griechischen Ursprung her erstmal "universal" oder "allumfassend".

Dies heißt nicht nur, dass die Katholische Kirche die ganze Welt umfasst - Menschen verschiedener Völker, Geschlechter, Gesellschaftsschichten, Rassen, Herkunft, Charaktere usw., sondern auch, dass alle im Grunde dasselbe glauben, in mehr oder weniger derselben Art und Weise Gott anbeten (natürlich mit kulturellen und sonstigen Unterschieden. Am Grundsatz halten aber alle fest).

Es heißt auch, dass bei uns viele Richtungen ihre Heimat finden - von sehr konservativen Christinnen und Christen bis zu eher "liberalen" Menschen, die moderne Strömungen mit aufnehmen möchten. Von der Heiligenverehrung, Pilgerfahrt bis hin zu charismatischen Versammlungen.

Es bedeutet ferner, dass bei uns die gesamte Kirche lehrende und lernende Kirche ist. Das jede Katholikin und jeder Katholik gerufen ist, selbst zu lernen sowie den Glauben weiter zu geben - in Wort und Tat.

Dass wir glauben, was alle Katholikinnen und Katholiken überall und zu allen Zeiten geglaubt haben.

Und dass wir alle denselben irdischen Hirten - den Papst - haben, sowie Jesus Christus als Zentrum unseres Glaubens.

Dass wir uns mit anderen christlichen Brüdern und Schwestern im Glauben und in Liebe verbunden fühlen.

Dass wir schließlich ein Herz haben, dass groß genug ist für alle.

 

Prüfung des Gewissens und der katholischen Lehre:


Die Zehn Gebote:

Ich bin der Herr, dein Gott.

1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

2. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

3. Du sollst den Tag des Herrn heiligen.

4. Du sollst Vater und Mutter ehren.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht ehebrechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.


Die zwei größten Gebote:

1. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

2. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.


Die Weisungen der Kirche:

1. Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen an der Heiligen Messe teilnehmen und keine Arbeiten oder Tätigkeiten verrichten, welche die Heiligung dieser Tage gefährden

2. Wenigstens einmal im Jahr die eigenen Sünden beichten

3. Wenigstens zu Ostern das Sakrament der Eucharistie empfangen

4. Die Fast- und Abstinenztage einhalten

5. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten der Kirche in ihren materiellen Erfordernissen beistehen



Gott:

Es gibt einen Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.


Jesus Christus:

Jesus ist eine Person: eine göttliche Person. Er hat zwei Eigenschaften: eine göttliche und eine menschliche.


Die wesentlichen Ereignisse im Leben Christi:

Empfängnis im Leib der Heiligen Jungfrau Maria, Geburt in Bethlehem, Vorstellung im Tempel, Taufe im Fluss Jordan durch den Heiligen Johannes den Täufer, Versuchungen in der Wüste zu Beginn Seines öffentlichen Lebens, Bergpredigt, Verklärung, Letztes Abendmahl, Tragen des Kreuzes zum Kalvarienberg, Tod am Kreuz, Auferstehung und Auffahrt in den Himmel.


Titel der Heiligen Jungfrau Maria:

Die neue Eva, Muttergottes, Mutter der Kirche, Unsere Liebe Frau, Allerheiligste Jungfrau, Königin, Fürsprecherin, Voll der Gnade, Helferin, Mittlerin.


Die vier Kennzeichen der Kirche:

Eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.


Die sieben Sakramente:

Taufe, Beichte, Heilige Eucharistie, Firmung, Ehe, Weihe und Krankensalbung.


Was ist ein Sakrament?

Ein Sakrament (lateinisch; deutsch: Geheimnis) ist ein von Christus für seine Kirche und für immer eingesetztes, mit den Sinnen erfahrbares, besonderes und wirksames Zeichen einer unsichtbaren Gnadenwirkung.


Die göttlichen Tugenden:

Glaube, Liebe, Hoffnung.


Die Kardinaltugenden:

Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung.


Die Gaben des Heiligen Geistes:

Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.


Die Früchte des Heiligen Geistes:

„Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit" (Gal 5,22-23 Vg.).


Die Seligpreisungen:

Selig, die arm sind im Geiste; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

Selig, die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. (Mt 5,3-12)


Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit:

Die Hungrigen speisen, den Dürstenden zu trinken geben, die Nackten bekleiden, die Fremden aufnehmen, die Kranken besuchen, die Gefangenen besuchen, die Toten begraben. 


Die geistigen Werke der Barmherzigkeit:

Die Unwissenden lehren, den Zweifelnden recht raten, die Betrübten trösten, die Sünder zurechtweisen, die Lästigen geduldig ertragen, denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen, für die Lebenden und die Toten beten.


Die drei herausragenden guten Werke:

Beten, Fasten und Almosengeben.


Die evangelischen Räte:

Keuschheit, Armut und Gehorsam.


Die sieben Todsünden und die ihnen gegenüberstehenden Tugenden:

1. Hochmut (Eitelkeit, Übermut) – Demut.

2. Geiz (Habgier) – Großzügigkeit.

3. Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren) – Keuschheit.

4. Zorn (Wut, Rachsucht) – Sanftmut.

5. Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht) – Mäßigung.

6. Neid (Eifersucht, Missgunst) – Brüderliche Liebe.

7. Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens) – Fleiß.


Sünden gegen den Heiligen Geist:

1. Vermessene Hoffnung auf das Heil ohne Verdienste.

2. Verzweiflung am Heil.

3. Zurückweisung der erkannten Wahrheit.

4. Neid auf die Gnadengabe eines anderen.

5. Verstockung in den Sünden.

6. Unbußfertigkeit bis zum Tod.


Sünden, die zum Himmel nach Rache schreien:

1. Absichtlicher Mord.

2. Analverkehr.

3. Unterdrückung der Armen.

4. Arbeitende um ihren Lohn betrügen.



Neun Arten, wie man zum Gehilfen für die Sünden eines Anderen wird:

1. Durch Rat.

2. Durch Anordnung.

3. Durch Zustimmung.

4. Durch Provokation.

5. Durch Lob oder Schmeicheln.

6. Durch Verbergen.

7. Durch Teilnahme.

8. Durch Schweigen.

9. Durch Verteidigung der sündigen Handlung.


Die vier letzten Dinge:

Tod, Gericht, Himmel oder Hölle.


Gebet vor der Beichte:

Komm, Heiliger Geist, erleuchte meinen Geist, damit ich meine Sünden klar erkenne. Bewege mein Herz, damit ich sie aufrichtig bereue, ehrlich beichte und fest dazu entschlossen bin, mein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Geist der Weisheit, gewähre mir, die Bösartigkeit der Sünde zu sehen und ebenso meine Undankbarkeit Dir gegenüber, dem all-liebenden Gott. Geist der Tapferkeit und Stärke, hilf mir, jedes notwendige Opfer zu bringen, um in Zukunft die Sünde zu vermeiden.

Amen.


Gewissenserforschung:

Habe ich Gottes Existenz bezweifelt oder sie geleugnet?

Habe ich mich geweigert, an Gottes Offenbarung zu glauben?

Habe ich an Horoskope, Wahrsagerei, Träume, Glückszauber oder Reinkarnation geglaubt?

Habe ich geleugnet, Katholik zu sein?

Habe ich den katholischen Glauben aufgegeben?

War ich verzweifelt oder habe ich nicht an Gottes Mitleid geglaubt?

Habe ich das Gebet über einen längeren Zeitraum hinweg vernachlässigt?

Habe ich nicht täglich gebetet?

Habe ich Gott gelästert oder Gottes Name missbraucht? Habe ich geflucht oder einen Eid oder Schwur gebrochen?

Habe ich durch meine eigene Schuld die Sonntagsmesse verpasst oder an einem Feiertag, an dem der Messbesuch verpflichtend ist?

Bin ich immer ehrfürchtig in Gegenwart des Allerheiligsten Sakramentes?

War ich unaufmerksam während der Messe?

Bin ich zu spät zur Messe gekommen?

Habe ich die Messe zu früh verlassen?

Habe ich am Sonntag unnötige Arbeit verrichtet?

Habe ich meinen Eltern oder meinen legitimen Vorgesetzten nicht gehorcht oder habe ich sie nicht respektiert?

Habe ich meine Pflichten meinem Gatten, meiner Gattin, meinen Kindern oder Eltern gegenüber vernachlässigt?

Habe ich nicht aktiv Interesse an der religiösen Erziehung und Bildung meiner Kinder gezeigt?

Habe ich mich selbst nicht weitergebildet, was die Lehren der Kirche betrifft?

Habe ich in der Arbeit auch jeden Tag vollständig das geleistet, wofür ich bezahlt wurde?

Habe ich Menschen – besonders junge – schockiert durch das, was ich gesagt oder getan habe?

War ich die Ursache dafür, dass irgendjemand den katholischen Glauben aufgegeben hat?

Habe ich meinen Angestellten einen fairen Lohn gezahlt?

War ich ungeduldig, wütend, neidisch, unfreundlich, stolz, eifersüchtig, rachsüchtig oder voll Hass gegenüber anderen oder war ich faul?

Habe ich ein schlechtes Beispiel abgegeben, Drogen genommen, exzessiv Alkohol getrunken oder mich gestritten?

Habe ich jemanden körperlich verletzt oder getötet?

Habe ich jemanden dazu gebracht, abzutreiben oder dazu geraten?

Habe ich an dem großen Übel, das unter dem Namen „Töten aus Mitleid“ oder Euthanasie bekannt ist, teilgenommen oder dies gebilligt?

Habe ich versucht, mich selbst zu töten?

Bin ich absichtlich unreinen Gedanken oder Sehnsüchten nachgegangen?

Habe ich mich nicht bescheiden und anständig gekleidet?

Habe ich unreine oder anzügliche Worte verwendet?

Habe ich unreine Geschichten erzählt oder ihnen zugehört?

Habe ich absichtlich unreine Fernsehsendungen, Sachen im Internet, in Spielen, Bildern oder Filmen angeschaut?

Habe ich absichtlich unreines Material gelesen?

Habe ich selbst unreine Handlungen vollzogen (Masturbation) oder dies mit jemand anderes getan (Ehebruch, Unzucht oder gleichgeschlechtlichen Verkehr)?

Habe ich außerhalb der Kirche geheiratet oder dies jemand anderem geraten?

Habe ich meine ehelichen Rechte missbraucht?

War ich meinen Ehegelübden gegenüber untreu?

Hatte ich Gesellschaft mit dem Ehepartner eines anderen?

Habe ich künstliche Empfängnisverhütung praktiziert oder wurde ich oder mein Gatte/meine Gattin dauerhaft sterilisiert?

Habe ich gestohlen, betrogen oder anderen geholfen zu stehlen oder gestohlene Waren zu behalten?

Habe ich Wiedergutmachung für gestohlene Waren geleistet?

Habe ich meine Verträge erfüllt, mich bestechen lassen oder dies selbst getan, meine Rechnungen bezahlt, unbedacht gespielt oder spekuliert oder meine Familie der Notwendigkeiten des Lebens beraubt?

Habe ich absichtlich gelogen, um andere zu täuschen oder zu verletzen?

Habe ich einen Meineid geleistet?

Habe ich mit einem gut informierten Gewissen gewählt und in einer Art und Weise, die mit den Lehren der Kirche übereinstimmt, besonders bezüglich der Unantastbarkeit des Lebens und allgemein Angelegenheit hinsichtlich des menschlichen Lebens?

War ich nicht wohltätig in Wort und Tat?

Habe ich Geschwätz verbreitet oder die Fehler und Sünden von anderen offenbart?

Habe ich Geheimnisse, die ich für mich behalten sollte, ausgeplaudert?

Habe ich an den Freitagen während der Fastenzeit oder am Aschermittwoch Fleisch gegessen?

Habe ich wie vorgeschrieben am Aschermittwoch und am Karfreitag gefastet?

Habe ich während der Osterzeit keine Kommunion empfangen?

Habe ich meine Sünden nicht wenigstens einmal pro Jahr gebeichtet?

Habe ich die Kommunion im Zustand der Todsünde empfangen?

Bin ich zur Kommunion gegangen, ohne nicht wenigstens eine Stunde vorher nicht gegessen und getrunken zu haben (Wasser und Medizin sind erlaubt)?

Habe ich eine schlechte Beichte abgelegt?

Habe ich bewusst nicht alle Sünden während einer meiner Beichten gestanden?

Habe ich die Kirche nicht unterstützt?


Wie beichtet man?

1. Der Beichtende bekreuzigt sich und spricht: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

2. Der Priester sagt in etwa folgendes: „Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit“.

3. Der Beichtende antwortet mit „Amen“.

4. Es folgt das ehrliche und persönliche Bekenntnis des Beichtenden, das mit einem Reuegebet wie diesem abgeschlossen wird: „Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr“. Der Beichtende wird nun mögliche Fragen beantworten, die der Priester an ihn stellt.

5. Der Priester wird dir Ratschläge mitgeben und eine Buße auferlegen.

6. Schließlich erteilt der Priester dem Beichtenden die Lossprechung (Absolution), sofern folgende Voraussetzungen auf der Seite des Beichtenden vorliegen: Reue über die begangenen Sünden, ehrliches Aussprechen der Schuld im Bekenntnis und der Vorsatz, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wieder gutzumachen.

7. Die Lossprechung erfolgt mit folgenden Worten: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

8. Der Beichtende antwortet mit „Amen“.

9. Es folgt nun der Dank und die Entlassung.

10. Nach der Beichte kann der Beichtende etwa wie folgt beten: „Allmächtiger und gnädiger Gott, dessen Mitleid grenzenlos und immerwährend und dessen Güte unendlich ist, ich danke Dir, weil Du so großzügig all meine Sünden vergeben und Deine himmlische Gunst wieder hergestellt hast. Ich bin voll Ehrfurcht vor Deinem göttlichen Mitleid und der unfassbaren Liebe Deines Sohnes, die Ihn dazu gebracht hat, ein so mächtiges Heilmittel für Sünden einzurichten. In Verbindung mit all der Dankbarkeit, die jemals zu Dir von aufrichtig bereuenden Herzen aufgestiegen ist lobpreise ich Deine Güte und Dein Mitleid im Namen aller im Himmel, auf der Erde und im Fegfeuer – für alle Zeit. Amen.


(Quellen: www.fathersofmercy.com, www.kathpedia.com, www.bistum-eichstaett.de, www.vatican.va, www.de.wikipedia.org)


I Do Not Think It Means What You Think It Means
Be careful what word you use.

There's a famous pop culture line from the goofy cult movie Princess Bride. The line is: "You keep using that word. I do not think it means what you think it means." Unfortunately, this thought could be applied to the label "Catholic."

Many people use it. Many inside the Church use it. But to many of those people, we say, "You keep using that word. I do not think it means what you think it means." The reason we say this is because the current crisis in the Church now demands a modifier in front of the word "Catholic" — a descriptor, an adjective. Think about it: charismatic Catholic, social justice Catholic, traditional Catholic, liberal Catholic, progressive Catholic and so on.

What the term "Catholic" means is extremely difficult to determine without the adjective in front of it. And why is this? Because Church leaders have allowed all sorts of nonsense to fly under the radar and dilute the Catholic brand, Catholic identity, so much so that Catholics don't even know each other anymore; that is, if you could even call some of those subdivisions of Catholics actually Catholic.

There is the standard baseline understanding of Catholic, and that is one who is baptized into the Church. And after that, it's a free-for-all. A common unofficial understanding would include a number of factors, one would think, including actually believing what the Church teaches and participating in the sacramental life — meaning attending Mass on Sundays and Holy Days. Seems like those activities would be a bare minimum, beyond baptism.

However, if we would consider those things — which are requirements of Jesus Christ to be considered living members of His Mystical Body — if we consider those minimum, then "Houston, we have a problem."

Most of the U.S. bishops are in complete denial about this. The way they do a headcount is: Anyone who is baptized is Catholic ,and that's that, even if they later formally reject the Faith by joining another religion. Doesn't matter; once a Catholic always a Catholic — which is true on the face of it, but in practice is completely worthless for assessing the reality of Catholicism in modern-day America, or any other country, for that fact.

We know that more than 75 percent of Catholics do not attend Mass. We know that many of those who do do not believe in all of the Church's teachings, which you need to. We also know that many who attend Mass haven't gone to confession in a very long time, yet still go up to receive Holy Communion every Sunday, meaning they are committing sacrilege — again, something you would consider a disqualifier from being counted as a "Catholic."

Best-guess estimates are that there about 73 million Catholics in the United States. We know that 30 million no longer identify as Catholic. We also know that about 23 percent attend Mass, meaning only about 17 million out of the 73 million. And again, many of those 17 million don't believe what the Church teaches, don't go to confession except very infrequently, if at all, support abortion, support homosexuality, believe Catholicism is just one path to salvation among many, support contraception, and so forth.

The ways to part from the Church are many. The ways to conform to the Church and be Catholic are just one — very narrow — and that is, completely. There are a heck of a lot fewer Catholics walking around than most of us care to contemplate. We could venture a reasonable guess and say less than 10 percent, maybe even closer to 5 percent. That's probably not far off.

That word "Catholic" — I do not think it means what you think it means.

Pray for the Church and all these "Catholics."

http://www.churchmilitant.com/video/episode/vortex-i-do-not-think-it-means-what-you-think-it-means?mc_cid=e34c065320&mc_eid=fe11e644b6

The One True Faith : Catholic Traitors

Auf dem Altar wird unsere Zukunft entschieden!

"Jesus brach auf und zug von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: lasst erst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte." (Mk 7,24-30 - Einheitsübersetzung)

Vom Tisch fallen also Brotkrumen ab - aber um diese Brotkrumen zu bekommen, muss erst einmal Brot auf dem Tisch sein! Und wieviele Kirchen kennst du, bei denen wirklich Brot auf dem Tisch liegt?

Jesus hatte bestimmte Vorstellungen, wie der Gottesdienst und die Liturgie ablaufen sollte - und die Kirchenväter geben uns hierzu ein ausführliches Zeugnis.

Denkst du nicht, dass die Art und Weise, wie die Menschen Gott anbeten, auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, in der sie leben? Wenn ja, meinst du dann nicht, wir sollten zu der Art von Gottesdienst und Liturgie zurückkehren, die ursprünglich geplant war?

Die katholische Messe entspricht im Wesentlichen genau dem Aufbau der Messe des Urchristentums. Und sie hat "Brot auf dem Tisch" - den Leib und das Blut Christi! Sie hat die apostolische Sukzession, das heisst die ungebrochene Nachfolge seit Jesu Zeiten. Und wie die Apostel damals das Brot brachen, brechen heute deren Nachfolger, die Priester und Bischöfe, das Brot!

1.500 Jahre lang haben Christen in genau derselben Weise (nichts anderes heisst "katholisch"!) die Eucharistie gefeiert, bis neue Ideen aufkamen.

Sollten wir dann nicht zur alten Form der Liturgie zurückkehren, um unsere Gesellschaft zu retten?

(Quelle: www.saintjoe.com - "The Michael Cumbie Story" - DVD)

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis

1Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,

2und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn,
3empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
4gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
5hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
6aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters,
7von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

8Ich glaube an den Heiligen Geist,
9die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
10Vergebung der Sünden,
11Auferstehung der Toten
12und das ewige Leben.

Amen.


1Credo in deum patrem omnipotentem,
creatorem coeli et terrae;

2Et in Iesum Christum,
filium eius unicum,
dominum nostrum,
3qui conceptus est de Spiritu sancto,
natus ex Maria virgine,
4passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus et sepultus,
5descendit ad inferna,
tertia die resurrexit a mortuis,
6ascendit ad coelos,
sedet ad dexteram dei patris omnipotentis,
7inde venturus est iudicare vivos et mortuos;

8Credo in Spiritum sanctum,
9sanctam ecclesiam catholicam,
sanctorum communionem,
10remissionem peccatorum,
11carnis resurrectionem,
12et vitam aeternam.

Amen.

 

(Quelle: www.kathpedia.com)

 

EWTN Live: Dr. Scott Hahn - Signs of Life

Worin unterscheidet sich die Katholische Kirche eigentlich von anderen christlichen Kongregationen?

Vor allem durch die Eucharistie.

Ohne die Eucharistie wären wir nur eine von vielen christlichen Kongregationen.

Ja, Jesus ist spirituell überall gegenwärtig. Aber Seine einzigartige körperliche Gegenwart kann nur in der Eucharistie gefunden werden. Hier kommt es zur Wesensverwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi. Nichts kommt dem gleich, und gerade deshalb ist es so gefährlich, wenn sogar katholische Theologen diese Glaubenswahrheit verwässern wollen - selbst wenn dies in der guten Absicht geschieht, offener für die Ökumene zu sein.

Sehen wir uns das Alte Testament an: Das Volk Israel wurde in Ägypten aufgerufen, ein Lamm zu opfern, das Blut an den Türpfosten zu streichen und das geopferte Lamm zu essen. So ging der Todesengel an ihren Häusern vorbei und tötete nicht - wie bei anderen Häusern - die Erstgeborenen.

Hätten Sie aber das Lamm nicht gegessen, wären ihre Erstgeborenen getötet worden!

(Quelle: Fr. Bill Casey: "Mission for Truth - The Quest in an Age of Compromise")

 

Dr. Scott Hahn: "The Shock of Divine Kinship"

kathpedia.com über "Katholizismus"

Begriff


Um das zentrale Stichwort, dem sämtliche Beiträge zur Kathpedia zuzuordnen sind, in angemessen kurzer Form zu erläutern, nämlich den Katholizismus als Begriff, sei es gestattet, auf einige Gedanken zu verweisen, die Jean Guitton auf dem Höhepunkt der nachkonziliaren Krise 1972 formulierte.

Wir können den Katholizismus verstehen als geistlichen Raum, der sich durch dreierlei Dimensionen auszeichnet: Zuerst ist derselbe als eine Lehre aufzufassen, diesbezüglich erinnert der Katholizismus an sämtliche Philosophien und Ideensysteme. Zum andern ist der Katholizismus aber auch ein Gott verehrender Kult. Insofern erinnert er an alle anderen Religionen. Schließlich ist der Katholizismus auch eine sichtbare, in der Geschichte greifbare Organisation, ein durch die Hierarchie gegliedertes Volk. Also erinnert er auch überdies an andere Gewalten.

Die katholische Kirche ist somit zugleich eine Schule, ein Tempel und eine Herde, sie vereinigt mithin Lehre, Kult und Volk zu einer "ethnischen Entität sui generis" (so Papst Paul VI., 23. Juli 1975). Sie ist ein wirkliches Volk eigener Art. Die in ihr zuverlässig verfasste geistliche Anleitung (Hierarchie) wirkt folglich zugleich lehrhaft, priesterlich und pastoral. Der Katholizismus ist als Wahrheit, geistliches Leben und verantworteter Weg in der Zeit zu charakterisieren.

"Celui qui ne peut pas suivre en esprit cette triple histoire à la fois et maintenir ces trois aspects sous un même regard ne comprendra jamais pleinement la réalité catholique." (Guitton)

Um die katholische Wirklichkeit vollends zu erfassen, ist es unabdingbar, diese dreifache Geschichte stets unter dem gemeinsamen Aspekt der Nachfolge Christi gleichermaßen zu betrachten.

Herkunft


Die Geschichte der Glaubensspaltungen der Christenheit ist von daher auch als die Geschichte der unterschiedlichen Wertung dieser drei Aspekte zu erklären. Während die Orthodoxie die Einheit der Kirche als supranationale "Herde" verlor, hat die Reformation überdies die priesterliche Dimension des Katholizismus abgeschwächt, so dass (in den diversen protestantischen Konfessionen) die christliche Lehre ganz stark in den Vordergrund tritt. Diese kann aber als ausdifferenzierte Gelehrsamkeit keine kultische Einheit mehr bewahren. (Das erklärt die relativ unproblematische Integration des fortan subjektiv vollzogenen protestantischen Bekenntnisses in das Gefüge moderner Monarchien.)

Der Katholizismus der Gegenwart hält daran fest, dass die Autorität des Evangeliums für die Lebenswirklichkeit der Menschen nur dann erkennbar, erfahrbar und wirksam ist, wenn das kirchliche Leben sich in dieser dreifachen Dimension vollzieht, die das II. Vatikanum auf die Ämter Christi bezog. Doktrinär, liturgisch und organisatorisch ruht der Absolutheitsanspruch des Glaubenslebens, in der Nachfolge der Apostel, mithin auf dem supranationalen und weltweit präsenten Kollegium der Bischöfe, die diese universale Realität jedoch nur ins Werk setzen können, wenn und soweit sie die Einheit mit dem Papst als Nachfolger Petri wahren (vgl. Lumen Gentium, insb. Nr. 23). Nur so ist der "katholische Internationalismus" möglich und wirksam. Nur eine Verständigung über den Episkopat wird sich so auch als Schlüssel zur sichtbaren Ökumene erweisen können.

 

Zukunft


Bereits in seiner ersten Enzyklika Ecclesiam Suam hat Konzilspapst Paul VI. 1964 dazu aufgefordert, das Selbstbewusstsein der Kirche zu vertiefen. Dies aber nicht als Selbstzweck: Die erste Frucht der Vertiefung des Bewusstseins der Kirche von sich selber ist die erneute Entdeckung ihrer lebendigen Beziehung zu Christus.

Aus diesem Grund ist der Katholizismus wesentlich als sakramentale Tradition zu begreifen, da die Kirche aus ihrer Beziehung zur realen Gegenwart Christi zu allen Zeiten lebt. Die Kirche ist tatsächlich Kontinuität des Gotteswortes; und in dieser dürfen die Konzilien der letzten beiden Jahrhunderte ebensowenig fehlen wie wesentliche Aussagen des päpstlichen Lehramts, etwa von Leo XIII. die Enzyklika Satis cognitum von 1896 oder Mystici corporis von Pius XII. (1943). Die Bischofssynode von 1985 prägte daher im Rückblick auf das II. Vatikanum zur Identität des Katholizismus die kurze Formel: "Die Kirche unter dem Wort Gottes feiert die Geheimnisse Christi zum Heil der Welt."

Mehr denn je zuvor in der Kulturgeschichte der Menschheit hat das Werk des großen Papstes Johannes Paul II. das Wesen des Katholizismus weltweit präsent gemacht. Nicht obwohl, sondern weil "Papstkirche" ist die katholische auch volksfähige Kirche, also die vermutlich einzige Form wahrer Religion, die der Vielfalt der Lebenswelten den Weg in die Einheit eröffnen kann. Vielleicht wurde der Christ in der Gegenwart zum Zeugen einer Aussaat, deren Früchte der Zivilisation nach und nach immer mehr zugute kommen werden. Denn die Welt von heute ist einerseits zwar gekennzeichnet durch die erstmalige Fähigkeit der Menschen, die Schöpfung zu zerstören, aber auch andererseits ausgezeichnet durch die nie dagewesene Chance, das gemeinsame Leben unter das Wort Christi zu stellen. Um es zu vervollkommnen, ruft die Kirche die Katholiken im Namen des Herrn dazu auf, ihren Glauben im Dialog zu bewähren.

 

Die drei Charakteristika des Katholischen


Es gibt Merkmale, die einen katholischen Christen gegenüber anderen christlichen Konfessionen auszeichnen. Darunter sind stets:

Papsttreue: Sie bedeutet, dem Lehramt des Papstes und der mit ihm verbundenen Bischöfe geistlichen Gehorsam entgegen zu bringen. Der Katholik folgt also der wahren Lehre.
Eucharistie: Die rechte Feier der Sakramente, insbesondere der Heiligsten Eucharistie in Theorie und Praxis auszuüben. Die Katholiken praktizieren mithin den wahren Kult.
Marienverehrung: Auch in der Verehrung der Mutter Jesu lebt der Katholizismus als ein wahres Volk in der Nachfolge Christi, "der Dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat".

Literatur


G. Jaquemet (Hg.), Catholicisme. Hier- aujourd'hui- demain, Paris 1948 ff. (Lexikon)
Jean Guitton, Le catholicisme hier, aujourd'hui et demain, Paris 1972.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Katholisch)

 


Interview mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg:

Sehr geehrter Herr Bischof,
 
herzlichen Dank, dass Sie einem schriftlichen Interview zugestimmt haben. Hier einige Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:
 
Frage: Die Katholische Kirche und mit ihr die gesamte Christenheit ist augenblicklich in einem Zustand wachsender spiritueller Verwirrung. Viele wenden sich ab, andere suchen um Klarheit – um Hirten, die ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht der politischen Korrektheit verfallen. Was raten Sie Christinnen und Christen in dieser Zeit?

Bischof Laun: Ich möchte den Menschen sagen: Unser Glaube gilt Jesus Christus und gründet auf Seinen Aposteln, nicht auf anderen Menschen. Konkret: Orientiert euch am Katechismus und damit an der Lehre der Kirche.

  
F: Gerade auf dem Gebiet der Familie und Sexualität ist momentan alles aus den Fugen. Amoris Laetitia hat hier leider nicht zur Klarheit und Orientierung beigetragen. Menschen, die noch an der traditionellen biblischen Lehre festhalten, werden bestenfalls belächelt. Welche Probleme sehen Sie hier am dringendsten an und welche Lösungsvorschläge bieten Sie den Gläubigen?

B: Orientiert Euch an dem hl. Papst Johannes Paul II. Er hat mit größter Klarheit gelehrt: Familiaris consortio.
 
 
F: Gerade gläubige Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben es hier sehr schwer. Wenn sie diese – aus welchen Gründen auch immer – nicht ausleben möchten, sondern einen anderen Weg gehen wollen, werden ihnen von der Gesellschaft Steine in den Weg gelegt. Auch in der Kirche finden sie in der Regel keine Unterstützung. Sie werden nicht selten verspottet und beleidigt – oder man ermuntert sie, ihren Neigungen doch freien Lauf zu lassen. Andererseits haben es christliche Ex-Gay Einrichtungen wie Jason International (http://jason-online.webs.com) oder Homosexuals Anonymous (www.homosexuals-anonymous.com) schwer, überhaupt Zugang zur Kirche zu finden. Ihre Hilfsangebote werden ignoriert und durch schwulenfreundliche Theologen ersetzt. Welche Litur Botschaft haben Sie für solche Menschen?

B: Hs fühlende Menschen sind genauso von Gott geliebt und berufen wie alle Anderen. Ich kenne in den USA die Bewegung „Courage“: Sie bietet ein kath. Programm an! Und es gibt auch therapeutische Angebote bei Wüstensturm (OJC) und bei Prof. Aardweg in Holland! Ich bedauere den Weg oder Irr -Weg der Kirche im deutschen Sprachraum!
 
 
F: Die wenigsten Katholikinnen und Katholiken haben überhaupt noch eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum. Die Botschaften, die ihnen von Priestern und Theologen vermittelt werden, sind so schwammig, dass jeder damit leben kann und keiner etwas davon hat. Lieben kann ich aber nur etwas, was ich auch kenne. Wohin sollen sich Ihrer Meinung nach Gläubige wenden, wenn sie den vollen Schatz des katholischen Glaubens entdecken möchten?

B: Ohne Vermittlung des Glaubens durch die Eltern und kath. Gruppen kann die Erneuerung kaum gelingen! Die Lehr - Basis sollten der Katechismus sein oder auch meine Religionsbücher „Glaube und Leben“ in 8 Bänden, die ich übrigens in viele andere Sprachen übersetzen lassen will. Angefangen habe ich schon in Ungarn und Kroatien und Slowenien, aber es fehlen mir bisher die Mittel.

  
F: Angesichts der Tatsache, dass sogar „christliche“ politische Parteien Positionen vertreten, die ein gläubiger Christ nicht annehmen kann und darf (etwa hinsichtlich der Abtreibung) wenden sich viele Christinnen und Christen rechten Parteien wie etwa der „Alternative für Deutschland“ zu. Auch in der Flüchtlingsfrage sind Gläubige der Ansicht, dass man weder den Flüchtlingen noch den Aufnahmeländern hilft, wenn man einfach alle Tore aufmacht (sondern eher, wenn man sie in ihren Heimtatländern unterstützt). Können Sie das verstehen? Verurteilen Sie diese Menschen?

B: Nein, ich verurteile diese Menschen nicht, ich denke wie sie! Ich halte ein radikales Umdenken für nötig: Zum Beispiel: Afrika helfen durch öffnen unserer Märkte, damit sie eine eigene Wirtschaft entwickeln können! Die Haltung Europas bzgl. der Flüchtlinge ist z. T. verlogen: Man schaut zu, wie Tausende ertrinken, statt ihnen gute Schiffe zu schicken, auf diesen die Leute prüfen und dann bereits entscheiden, die es eitergehen kann. Handelte es sich um Europäer wäre ein solcher Weg unbestritten!
Was uns fehlt sind Christen in der Politik, die nicht feige sind. Feigheit ist die Hauptsünde unserer Zeit, hat Otto von Habsburg gesagt. Man lese V. Palko: „Die Löwen kommen“ Er dokumentiert, wie die schlechten Gesetze in Europa überall mit den Stimmen der Christen gemacht wurden!
 
 
F: Vor einiger Zeit baten vier Kardinäle Papst Franziskus um Klarheit hinsichtlich Amoris Laetitia. Mittlerweile haben sich dem 23 Gelehrte angeschlossen (https://www.lifesitenews.com/news/23-catholic-scholars-release-letter-supporting-dubia-the-church-is-facing-a). Die amerikanische Zeitung The Remnant (http:// remnantnewspaper.com/web/index.php) hat unter dem Titel „With Burning Concern: We Accuse Pope Francis“ eine detaillierte Auflistung seiner Verfehlungen veröffentlicht. Offenbar besteht weltweit ein Bedürfnis danach, dass der Nachfolger Petri wie einst sein Vorgänger dort für Klarheit sorgt, wo Unklarheit herrscht. Vor allem aber, dass er die katholische Lehre authentisch vertritt. Alleine Menschen zu umarmen, macht ihn zwar zum Liebling der Medien, hilft aber den Gläubigen nicht weiter. Was denken Sie darüber? Können Sie die Sorgen dieser Gläubigen verstehen?

B: Ja, ich denke genauso! Beten wir für ihn und die Kirche! Und bezeugen wir die Wahrheit, weil auch Schweigen Sünde sein kann!
 
  
Lieber Herr Bischof Laun, ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses Interview.
 
 
Es grüßt Sie aus München
  
Robert Gollwitzer
Dantestr. 25
80637 München
Tel.: +49 (0)89 780 18 960 oder +49 (0)170 129 3016
www.robert-gollwitzer.com

11.12.2016

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

Die Kongregation für die Glaubenslehre, ursprünglich "Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis" genannt, wurde von Papst Paul III. mit der Konstitution Licet ab initio vom 21. Juli 1542 gegründet, um die Kirche vor Irrlehren zu schützen. Sie ist die älteste der neun Kongregationen der römischen Kurie.

Papst Pius X. hat mit der Konstitution Sapienti consilio vom 29. Juni 1908 den Namen des Dikasteriums abgeändert in "Sacra Congregatio Sancti Officii". Gegen Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils hat Papst Paul VI. mit dem Motu Proprio Integrae servandae vom 7. Dezember 1965 die Kompetenzen und die Struktur der Kongregation neu geordnet und ihr den heutigen Namen gegeben. Gemäß Artikel 48 der von Papst Johannes Paul II. 1988 promulgierten Apostolischen Konstitution über die römische Kurie Pastor bonus hat die Kongregation für die Glaubenslehre "die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre in der ganze katholischen Kirche zu fördern und schützen."

Die aus 23 Mitgliedern —Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen aus 14 verschiedenen Nationen— bestehende Kongregation wird gegenwärtig vom US-amerikanischen Erzbischof von San Francisco, Kard. William Levada geleitet. Sekretär ist Erzbischof Mgr. Luis F. Ladaria, S.I., Untersekretär P. Joseph Augustine Di Noia O.P., Promotor Iustitiae Mons. Charles Scicluna. An ihr sind zur Zeit 37 Mitarbeiter beschäftigt. Entsprechend der unterschiedlichen Kompetenzbereiche ist das Dikasterium in drei Sektionen aufgeteilt: die doktrinelle, disziplinäre und die Ehesektion; letztere beschäftigt sich mit allem, was mit dem "privilegium fidei" zu tun hat.

Das Dikasterium wird beraten von einem Kollegium von 33 Konsultoren, die aus verschiedenen Ländern stammen. Sie sind in der Regel als Professoren an den Päpstlichen Fakultäten in Rom tätig und vertreten unterschiedliche theologische Disziplinen.

Bei der Erfüllung dieser Aufgabe, die katholische Glaubenslehre zu fördern und die Studien, die zum Wachstum des Glaubens beitragen, zu unterstützen, «damit auf die durch den Fortschritt in Wissenschaft und Forschung entstandenen Probleme eine angemessene Antwort im Licht des Glaubens gegeben werden kann» (vgl. Pastor bonus, Art. 49), bedient sich die Kongregation auch «wissenschaftlicher Symposien und Zusammenkünfte, die sich mit Fragen von lehrhafter Bedeutung beschäftigen» (vgl. Regolamento proprio, Art. 76) sowie «verschiedener Initiativen zur Verteidigung der wahren Lehre, der christlichen Tradition und des Lehramtes» (vgl. Attività della Santa Sede, Città del Vaticano 1997, S. 669)

Anläßlich der alle fünf Jahre in Rom stattfindenden "ad limina Apostolorum" Besuche empfängt das Dikasterium die Bischöfe «zu einem gegenseitigen Informationsaustausch, zur Besprechung der in den verschiedenen Ländern bestehenden aktuellen Probleme und zur gemeinsamen Klärung und Lösung der hauptsächlichen Probleme in den jeweiligen Gebieten» (vgl. ebd., S. 671).

Der Präfekt ist von Amts wegen auch Präsident der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission, deren Sekretariat und Sitz bei dem Dikasterium ist. Die Tätigkeit beider Kommissionen ist sehr eng mit der Glaubenskongregation verbunden. Bei ihr ist auch die von Papst Johannes Paul II. im Februar 1993 errichtete und unter der Präsidentschaft des Kardinal Joseph Ratzinger stehende interdikasterielle Kommission angesiedelt, die mit der Redaktion und Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche beauftragt ist.

In Zusammenarbeit mit der Libreria Editrice Vaticana veröffentlicht das Dikasterium seit einigen Jahren in der Sammlung "Documenti e Studi" seine eigenen Dokumente, meistens begleitet durch entsprechende im "Osservatore Romano" erschienene Artikel oder Kommentare.

 

Adresse: Palazzo del Sant'Uffizio, 00120 Città del Vaticano

 
E-mail: cdf@cfaith.va

(Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_pro_14071997_ge.html)

Müssen wir als Katholiken alles annehmen, was die Kirche lehrt?

Wenn du dich Katholik nennen willst, aber selbst diejenigen kirchlichen Lehren herauspicken willst, die du annimmst bzw. diejenigen, die du ablehnst, gibst du damit auch jeden anderen, der sich Katholik nennt, das Recht, dasselbe zu tun.

Zum Beispiel glaubst du vielleicht, dass Frauen Priesterinnen werden sollten. Im Paragraph 1577 des Katechismus der Katholischen Kirche heißt es aber, dass nur ein getaufter Mann gültig die Weihe empfangen kann. Deshalb ist die Weihe von Frauen auch nicht möglich. Du glaubst das nicht? Nun gut, reiße einfach diese Seite aus deinem Katechismus – du hast gerade den Katechismus deiner Katholischen Kirche daraus gemacht – aber nicht meiner.

Denke aber daran, wenn du irgendwelche Doktrinen rauswerfen kannst, die dir nicht passen, dann kann das auch jeder andere, der sich Katholik nennt. So kann Hans Huber von der Pfarrei St. Josef etwa die Soziallehre der Kirche rausschmeißen – er hat vielleicht keine Lust, die Hungrigen zu ernähren, für die Armen zu sorgen und das ganze andere herzergreifende Zeug. Die Paragraphen 2401 – 2463 müssen also verschwinden. Er hat also gerade den Katechismus seiner Katholischen Kirche gemacht – aber nicht deiner oder meiner.

Du denkst vielleicht, Empfängnisverhütung sei in Ordnung? Paragraph 2370 des Katechismus der Katholischen Kirche verurteilt dies aber ausdrücklich! Was soll’s – weg damit. Anton Schmid aus der Pfarrei St. Rupert mag vielleicht die kirchliche Lehre zum Thema Todesstrafe nicht – also weg mit den Paragraphen 2266 – 2267. Dir gefällt vielleicht nicht, was auf den Seiten 55-60 steht? Weg damit. Er mag nicht, was auf den Seiten 128-140 gelehrt wird? Weg damit.

Siehst du nun, was dann geschieht? Es hat mal jemand gesagt, dass es einen Rückgang der Berufungen zum Priester gibt, aber keinen Rückgang der Berufungen zum Papst! Wenn wir nicht alles glauben, ernennen wir uns alle selbst zum Papst und werfen hier und da eine Doktrin raus. Dann aber ist unser Glaube alles Mögliche – aber nicht mehr katholisch.

(Quelle: Dr. John Martignoni www.biblechristiansociety.com)

Sind mit "Kinder Gottes" alle Menschen gemeint?

Sehen wir uns hierzu einige Bibelverse an:

"Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben," (Joh 1,12 Einheitsübersetzung)
Kinder Gottes sind hier also die, "die ihn aufnahmen" und "an seinen Namen glauben". Keineswegs aber alle Menschen.

"Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln." (Joh 11,52 Einheitsübersetzung)
Unter anderem um die eben erwähnten Kinder Gottes wieder zu sammeln sollte Jesus also sterben.

"So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden." (Röm 8,16-17 Einheitsübersetzung)
Der Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind, Miterben Christi. Wiederum ein Kriterium, das nicht für alle Menschen zutrifft.

"Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes." (Röm 8,21 Einheitsübersetzung)
Verse wie dieser müssen in oben genanntem Zusammenhang gesehen werden.

"Das bedeutet: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommen anerkannt;" (Röm 9,8 Einheitsübersetzung)
Deutlicher geht es wohl nicht.

Enden wir mit einem Vers, der für sich selbst spricht:
"damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet." (Phil 2,15 Einheitsübersetzung)

Robert


IV Die christliche Heiligkeit


2012 „Wir wissen, daß Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei. Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht" (Röm 8,28-30).


2013 „Daher ist allen klar, daß alle Christgläubigen jeglichen Standes oder Ranges zur Fülle des christlichen Lebens und Vollkommenheit der Liebe berufen sind" (LG 40). Alle sind zur Heiligkeit berufen: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist" (Mt 5,48).


„Zur Erreichung dieser Vollkommenheit sollen die Gläubigen die Kräfte, die sie nach Maß der Gabe Christi empfangen haben, anwenden, um, ... indem sie dem Willen des Vaters in allem gehorchen, sich der Ehre Gottes und dem Dienst am Nächsten mit ganzem Herzen zu verschreiben. So wird die Heiligkeit des Gottesvolkes zu überreichen Früchten anwachsen, wie es in der Geschichte der Kirche durch das Leben so vieler Heiliger leuchtend aufgezeigt wird" (LG 40).


2014 Der geistliche Fortschritt strebt nach immer innigerer Vereinigung mit Christus. Diese Vereinigung wird „mystisch" genannt, weil sie durch die Sakramente - „die heiligen Mysterien" - am Mysterium Christi teilhat und in Christus am Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit. Gott beruft uns alle zu dieser innigen Vereinigung mit ihm. Besondere Gnaden oder außerordentliche Zeichen dieses mystischen Lebens werden nur Einzelnen gewährt, um die uns allen geschenkte Gnade sichtbar zu machen.


2015 Der Weg zur Vollkommenheit führt über das Kreuz. Es gibt keine Heiligkeit ohne Entsagung und geistigen Kampf [Vgl. 2 Tim 4]. Der geistliche Fortschritt verlangt Askese und Abtötung, die stufenweise dazu führen, im Frieden und in der Freude der Seligpreisungen zu leben.


„Wer aufsteigt, hört nie auf, durch endlose Anfänge von Anfang zu Anfang zu schreiten. Wer aufsteigt, hört nie auf, zu ersehnen, was er schon kennt" (Gregor von Nyssa, hom. in Cant. 8).


2016 Die Kinder unserer Mutter, der heiligen Kirche, erhoffen die Gnade der Beharrlichkeit bis zum Ende und die Belohnung durch Gott, ihren Vater, für die guten Werke, die sie dank seiner Gnade in Gemeinschaft mit Jesus vollbracht haben [Vgl. K. v. Trient: DS 1576]. Da sie sich an die gleiche Lebensregel halten, teilen die Gläubigen die „selige Hoffnung" derer, die das göttliche Erbarmen in der „Heiligen Stadt" versammelt. Dieses „neue Jerusalem", das von Gott her aus dem Himmel herabkommt, ist „bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat" (Offb 21,2).



KURZTEXTE



2017 Die Gnade des Heiligen Geistes schenkt uns die Gerechtigkeit Gottes. Der Geist vereint uns durch den Glauben und die Taufe mit dem Leiden und der Auferstehung Christi und laßt uns an dessen Leben teilhaben.


2018 Die Rechtfertigung hat wie die Bekehrung zwei Seiten. Unter dem Antrieb der Gnade wendet sich der Mensch Gott zu und von der Sünde ab so empfangt er die Vergebung und die Gerechtigkeit von oben.


2019 Die Rechtfertigung besteht in der Sündenvergebung der Heiligung und der Erneuerung des inneren Menschen.


2020 Die Rechtfertigung ist uns durch das Leiden Christi verdient worden und wird uns durch die Taufe gewahrt Sie laßt uns der Gerechtigkeit Gottes gleichförmig werden die uns gerecht macht Sie hat die Ehre Gottes und Christi und das Geschenk des ewigen Lebens zum Ziel. Sie ist das vortrefflichste Werk der Barmherzigkeit Gottes.


2021 Die Gnade ist die Hilfe die Gott uns gewahrt um unserer Berufung zu entsprechen seine Adoptivkinder zu werden. Sie führt uns in das Innerste des Lebens der Dreifaltigkeit ein.


2022 Im Werk der Gnade kommt das göttliche Handeln der freien Antwort des Menschen zuvor fuhrt zu ihr hin und ruft sie hervor Die Gnade entspricht den tiefen Erwartungen der menschlichen Freiheit sie ruft diese auf mit ihr mitzuwirken und vervollkommnet sie.


2023 Die heiligmachende Gnade ist die ungeschuldete Gabe, in der Gott uns sein Leben schenkt. Sie wird vom Heiligen Geist in unsere Seele eingegossen um sie von der Sünde zu heilen und sie zu heiligen.


2024 Die heiligmachende Gnade macht uns „Gott wohlgefällig". Besondere Gaben des Heiligen Geistes die Charismen sind auf die heilig machende Gnade hingeordnet und haben das Gemeinwohl der Kirche zum Ziel. Gott handelt auch durch vielfältige, helfende Gnaden, die man von der habituellen Gnade, die in uns dauernd vorhanden ist unterscheidet.


2025 Verdienst vor Gott gibt es für uns nur infolge des freien Ratschlusses Gottes, den Menschen am Wirken seiner Gnade zu beteiligen. Das Verdienst gebührt in erster Linie der Gnade Gottes, in zweiter Linie dem Mitwirken des Menschen. Das Verdienst des Menschen kommt somit Gott zu.


2026 Durch unsere Annahme an Kindes Statt und dank der ungeschuldeten Gerechtigkeit Gottes kann die Gnade des Heiligen Geistes uns ein wirkliches Verdienst ermöglichen. Die Liebe ist in uns die Hauptquelle des Verdienstes vor Gott.


2027 Niemand kann sich die erste Gnade verdienen welche die Bekehrung bewirkt. Unter dem Antrieb des Heiligen Geistes können wir für uns und auch für andere die Gnaden verdienen die uns zum ewigen Leben verhelfen wie auch die notwendigen zeitlichen Güter.


2028 „Daher ist allen klar, daß alle Christgläubigen jeglichen Standes oder Ranges zur Fülle des christlichen Lebens und zur Vollkommenheit der Liebe berufen sind (LG 40). Die christliche Vollkommenheit hat nur eine Grenze die, keine Grenze zu haben" (Gregor von Nyssa, v. Mos).


2029 „Wer mein Junger sein will der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Mt 16 24).

(Katechismus der Katholischen Kirche. Copyright © Libreria Editrice Vaticana)

Why be Catholic?

This article assumes that you already are a Christian, a Messianic Jew, or believer in Yeshua (Jesus), however you wish to call yourself. See the last page of this article for links to articles that may be more relevant to you if you do not believe in Jesus.


Why Be Catholic?


Perhaps you think that the idea of becoming Catholic is the most absurd idea you have ever heard.
Perhaps you think that the Bible alone is sufficient for you to know God's will for your life.
Perhaps you think that God is not interested in 'religion' or institutions but merely wishes to have a personal relationship with you.
Perhaps you think that the only thing really necessary to be saved is to receive Jesus into your heart as Lord and Savior.
Perhaps you are Jewish and think that to become Catholic would amount to a betrayal of your Jewish faith and heritage.
Perhaps you even hold anti-Catholic views and think that Catholicism is a pagan corruption of the pure biblical faith.  
Yet perhaps you feel that there is "something missing" to your faith.  
Perhaps you feel that God has "something more" for you, but you haven't quite figured out yet what this is.


 Looking back through history, from the first to the twenty-first century, from the ancient Mediterranean world to modern America, countless people have thought like you - either mildly curious, indifferent, distrusting or even despising the Catholic Church... until one day they decided to seriously investigate the Church's claims.  Again and again, an inquiry which began out of curiosity or even animosity toward the Church ended as a wondrous love story: the story of a God so passionately in love with us that He offered His only Son to die for us in order that we may have eternal life, and formed his human family, the Catholic (universal) Church for the purpose of sharing with His children His own divine life, most especially in the sacrament of the Eucharist.


In this article, as well as through the other resources available on this website, you can discover how:


God has never said that the Bible alone is enough to know His will, but rather has set up, both in the Old and New Testaments, a visible, hierarchical institution and endowed it with His own divine authority to guide us and lead us into His way of salvation.
God is indeed very interested in 'religion' today, just as He was interested in it when He set up the Tabernacle and Temple worship in ancient Israel. A genuine, honest, humble and well-informed personal relationship with the Father through the Son and in the Holy Spirit should logically and eventually lead you to seek full communion with His Body, the Catholic Church.
To "receive Jesus as Lord and Savior" by faith alone is not enough to be saved; for Jesus imparts his grace, his power, and his life to us chiefly through the Church, her teachings, her liturgy and sacraments, and her communion of saints.
The Catholic faith is the perfect and complete fulfillment of Judaism - yet this does not abolish the particular calling of the people of Israel nor the special vocation of Jews who enter the Church.  As Rosalind Moss, who is Jewish-Catholic, has said, "you can't be more Jewish than to be Catholic!"
The Catholic faith is the most biblical form of Christianity, whereas other denominations have generally compromised important gifts that Jesus has given us.

 

What does it mean to be "Catholic"?


Perhaps you, like many other Christians, consider yourself to be "catholic" with a small "c", in the sense that you are a member of the universal (catholic), invisible community of followers of Christ, but not "Catholic" with a capital "C", in the sense of being a formal member of the Roman Catholic Church.
In a sense, it is true that if you are a baptized believer in Jesus, you are already a member of the Body of Christ, and the Holy Spirit certainly can work through you and your community in furthering the work of the Gospel.  As the Church teaches:
"All who have been justified by faith in Baptism are incorporated into Christ; they therefore have a right to be called Christians, and with good reason are accepted as brothers in the Lord by the children of the Catholic Church."  (CCC 818)

"Furthermore, many elements of sanctification and of truth are found outside the visible confines of the Catholic Church: the written Word of God; the life of grace; faith, hope, and charity, with the other interior gifts of the Holy Spirit, as well as visible elements. Christ's Spirit uses these Churches and ecclesial communities as means of salvation, whose power derives from the fullness of grace and truth that Christ has entrusted to the Catholic Church. All these blessings come from Christ and lead to him, and are in themselves calls to 'Catholic unity.'" (CCC 819)
However, the One Church that Christ has founded truly is the Catholic Church, united and governed by the successor of Peter, the pope.  In it alone can be found "the fullness of the means of salvation":
 
"The sole Church of Christ [is that] which our Savior, after his Resurrection, entrusted to Peter's pastoral care, commissioning him and the other apostles to extend and rule it. . . . This Church, constituted and organized as a society in the present world, subsists in the Catholic Church, which is governed by the successor of Peter and by the bishops in communion with him... For it is through Christ's Catholic Church alone, which is the universal help toward salvation, that the fullness of the means of salvation can be obtained. It was to the apostolic college alone, of which Peter is the head, that we believe that our Lord entrusted all the blessings of the New Covenant, in order to establish on earth the one Body of Christ into which all those should be fully incorporated who belong in any way to the People of God." (CCC 816)
As we will see below, by remaining outside of the Catholic Church you therefore remain only in partial and imperfect communion with the Messiah's Church, and you are missing out on many of the great blessings that God wishes to give you:
"The Church knows that she is joined in many ways to the baptized who are honored by the name of Christian, but do not profess the Catholic faith in its entirety or have not preserved unity or communion under the successor of Peter. Those who believe in Christ and have been properly baptized are put in a certain, although imperfect, communion with the Catholic Church." (CCC 838)
Let us now examine some of these blessings that God wishes to give you.

 

Ten good reasons for becoming Catholic


Jesus has founded one Church* (not a collection of denominations), and it is His will that all would be part of His one Church.
Jesus founded a visible Church* with visible leaders, not an invisible body with no real authority.
Through apostolic succession and apostolic tradition*, the Church hands down the authentic teachings of Christ and his apostles.
Jesus gave to His Church a charism of infallibility* which gives us certainty in important matters of faith and morals and enables us to know with confidence what to believe and how to live.
In the Catholic Church alone can be found the fullness of the means of salvation* and all of the means to grow in holiness and in virtue*.
The Church's Sacred Liturgy* inserts us into the Paschal Mystery and joins us with the heavenly worship of the angels and saints.
The Church mediates to us Christ's sacraments*: the channels of God's grace, God's life and God's love poured out into us.
In the Church you can receive the Eucharist*, the Body and Blood of the Lord and the source and summit of the Christian life.
In the Catholic Church you become fully united with our earthly and heavenly family: the communion of saints*.
Jesus has given us His mother Miriam* (Mary) as mother of the Church and as our own mother who loves us and watches over us.

1. Jesus founded One Church*, not a collection of denominations
 

We know from the Gospel of John how serious was Jesus' desire that his followers be united.  He prayed that all believers "may be one, as You, Father, are in Me, and I in You; that they also may be one in Us, that the world may believe that You sent Me"  (Jn 17:20-21).  When we read the New Testament, we see that Jesus founded only one Church, united under the leadership of Peter and the apostles.  He never established a loose collection of denominations as they exist today, each one differing and disagreeing with the other on important doctrines and moral issues.  The Eastern Orthodox Churches broke away from unity with the pope in 1054.  The protestant denominations further damaged the unity of Christianity when they began to break away from the Catholic Church in the sixteenth century, and they continue to fragment themselves to our own day.  Even the newer "non-denominational" churches, although they avoid labeling themselves under a particular denominational name, really are another form of evangelical denomination.  And the Messianic Jewish movement, while pursuing the noble goal of rediscovering the Jewish roots of Christianity, is plagued by the same lack of unity as the Protestant communities.
The one, universal Church which Jesus has founded and which has preserved its unity now for 2,000 years, all while spreading to all times and places, is the Catholic Church.
By remaining outside of the Catholic Church you are therefore contributing, even if unconsciously and through no fault of your own, to the disunity of the body of Christ. By joining the Catholic Church you join the original Church that Jesus the Messiah founded, and you contribute to the unity of the Church for which He prayed!

2. Jesus founded a visible Church* with visible leaders


Why is there such a lack of unity among Protestant / Evangelical / Messianic communities?  Because of the absence of legitimately ordained authority.  Often it is said that the church is simply the invisible union of all believers, led by the Holy Spirit and whose head is Christ, but left without any ultimate human authority here on earth.  This theory, however, is not biblical and does not work in practice.  In fact, it has caused tremendous confusion and division in the Body of Christ.  
When one looks at the Bible one finds a completely different picture: At the time of the Exodus, God's people were united under the leadership of Moses and seventy elders, who transmitted the Word of God to the people, interpreted it, and settled disputes (Exo 18:13-26, Num 11:16-25). This continued at the time of the Davidic Kingdom, when the nation was united under the king's authority, subject to the words of the Prophets.
 The picture is similar in the New Testament: Jesus gave to His Church a real human leader in the person of Peter. Jesus said that Peter would be the rock on his He would build his Church. He gave him the keys of the kingdom of heaven (Mat 16:17-19), appointed him as chief shepherd of the Church (Jn 21:15-17), and commissioned him to strengthen the other apostles in their faith (Lk 22:31-32).  In addition, Jesus also gave his own authority to the other apostles, telling them "he who hears you, hears me" (Lk 10:16) and empowering them to forgive sins (Jn 20:23). You can read in the book of Acts how Peter and the apostles led the Church in proclaiming the gospel and in making important decisions (Acts 2:1-41, 15:7-12).
By joining the Catholic Church you become a part of the Church modeled after God's people in the Bible and you place yourself under the authority which Jesus himself appointed.

3. Jesus established an apostolic succession and apostolic tradition* which hands down His authentic teachings and those of the apostles


But, you may ask, has this divinely appointed authority been preserved in the Church until our own day? Yes it has, through apostolic succession and apostolic tradition.  After Judas died, Peter and the apostles immediately chose a successor to replace him (Acts 1:15-26).  We also see in the New Testament the apostles ordaining presbyters (Acts 14:23, Tit 1:5), and handing down their own authority to their successors: "what you heard from me entrust to faithful teachers who will be able to teach others also" (2 Tim 2:2).  We also read of a triple structure of authority in the New Testament which includes bishops, presbyters (priests) and deacons (1 Tim 3:1,8, 5:17). From the earliest times, bishops have been considered to be the successors of the apostles, with the bishop of Rome being the successor of Peter, who died in Rome. And so the unity of the Church is safeguarded through the passing down of Christ's teachings by the apostolic succession of the bishop of Rome, the pope, in union with all the other bishops, the successors of the other apostles.
The first and most natural reaction to this claim is often: "why should I submit myself to the authority of these men? History has shown how people can abuse their authority and make errors of judgment!"  It is true than whenever people exercise positions of authority there is a danger of abuse of authority. Yet we are never totally free of human authority in spiritual matters. The moment we attend a church, we begin to submit to the pastor's authority and teachings - which can also stray from truth and charity.  And if we entirely reject authority and accountability, then we become our own authority, with our own fallibility, limitations and blind spots.  In other words, we must chose the authority under which we submit: either it will be the authority that Christ himself appointed, under which he promised that "the Spirit of truth will guide you into all truth" (Jn 16:13) and against which "the gates of Hades will not prevail" (Mat 16:18), or it will be the fallible authority of someone else.  Rejecting the authority of the pope means that every pastor, or even every individual becomes his own 'pope'.  This is not a recipe for unity but for anarchy.  Much better is to accept the authority which Christ has appointed and which faithfully guards Christ's teachings, as He has promised!
By joining the Catholic Church you get to tap into the authentic teachings of Jesus and the apostles as passed down through apostolic tradition!

4. The infallibility* of the Church gives us certainty in what to believe and in how to live


The best reason for submitting to the authority of the Catholic Church is because Jesus has endowed it with a special charism of infallibility which safeguards doctrinal unity and guarantees certainty in her teachings.  If you have been a Protestant, Evangelical Christian or Messianic Jew for a while, you will probably have heard hundreds of different sermons and teachings interpreting the Bible in different ways that sometimes seriously contradict each other.  Perhaps you count yourself among the many believers who feel more confused and less certain about your faith now than a few years ago because of all the different and contradictory teachings, theories, and interpretations of the Bible that you have heard.
Jesus never intended for it to be that way.  Nowhere in the Bible do we see every believer consulting his/her Bible and deciding for himself/herself what to believe without appealing to a higher authority.  Believers in the first four centuries of the Church did not even have a New Testament they could consult (the NT canon was only closed in 393-397 AD).  Their ultimate authority in matters of faith and morals was the authority of the apostles and their successors.  We have just seen how Jesus promised to the apostles that "the gates of Hades will not prevail" against the Church, and that the Holy Spirit would lead them into all truth and "will teach you all things, and bring to your remembrance all things that I said to you" (Jn 14:26).  Indeed, the Church is called in the New Testament the "pillar and foundation of truth" (1 Tim 3:15).
 Though our post-modern society exalts skepticism and uncertainty, it is impossible to build one's life without a solid foundation.  Bible believers do have a foundation in Christ and in the Word of God, but this foundation is often undermined by all the conflicting interpretations of Scripture.  By contrast, it is a wonderful thing to be certain about what to believe and how to live.  The Holy Spirit has faithfully guided the Church for two thousand years so that we can know with confidence how the apostles and the first believers understood and interpreted the Scriptures.  Read for yourself the Catechism of the Catholic Church (or its shorter Compendium) to gain clarity on what the Scriptures really say in light of the Church's tradition about important matters such as God's revelation, creation, the nature of man, the Trinity, the divinity of the Messiah, his expected second coming, the Holy Spirit, the nature of the Church, Mary the mother of Jesus, life after death, the effects of baptism, the Lord's Supper, how we are saved, and much more.
Equally as important is the question of how we are to live, or important moral issues.  Though the Bible is clear on certain moral issues, on others it is not.  Which commandments were preconditioned by time and culture, and which ones are absolute and unchanging?  For example, the Bible forbids the shaving of the corners of one's beard, the printing of tattoos, and the eating of shrimp, and it commands women to cover their heads when praying; yet it has nothing to say against abortion, slavery, artificial insemination or human cloning.  How are we to interpret the Ten Commandments today? Without authoritative tradition, believers remain at the whim of their pastor's interpretation of the Scriptures; or they must rely on their own private judgment, easily prone to error, and they will find it very difficult to clearly know what is right or wrong.  The result can fluctuate between individualistic moral anarchy, where one falls into many sins out of ignorance, and slavish moral legalism, where one abstains from many good things through the fear that they may be sinful.  Much better is to draw from the well of the Church's timeless wisdom, guided by the Holy Spirit, in order to really know what is right and wrong and thus find joyful freedom in living out a holy life.
Of course, the infallibility of the Church does not mean that its leaders will always lead an impeccable life.  The pope, bishops and priests are sinners too, and they are not immune against moral failure, as this has often happened and, sadly, will happen again.  Yet this is another testimony of God's faithfulness and greatness, that He infallibly guides in matters of faith and morals a Church made of fallible sinners like you and me. 
By joining the Catholic Church you can know for sure what to believe and how to live regarding the most important matters of life!

5. The Church conveys to us the fullness of the means of salvation* and of the means to grow in holiness and in virtue*


If you believe in Christ and have been baptized, then you are already on the road to salvation.  However, accepting Christ by faith as Lord and Savior is not enough to be saved, according to the Bible.  Jesus himself said that "not everyone who says to Me, ‘Lord, Lord,’ shall enter the kingdom of heaven, but he who does the will of My Father in heaven" (Mt 7:21), and that only "he who endures to the end shall be saved" (Mt 24:13).  Paul, the great apostle, warned believers to remain in God's goodness, "otherwise you also will be cut off" (Rom 11:22).  He exhorts us to "work out your salvation in fear and trembling" (Phil 2:12) and speaks of disciplining his own body and bringing it under subjection "lest, when I have preached to others, I myself should become disqualified" (1 Cor 9:27). Our works also play an important role towards our salvation, since "God will repay each one according to his works" (Rom 2:5-8, 2 Cor 5:10, 1 Pet 1:17, Rev 20:12-13).
 We are saved entirely by God's grace, with no initial merit on our part (Eph 2:8).  However, we must also work out our salvation in fear and trembling, and "must through many tribulations enter the kingdom of God" (Acts 14:22).  As a believer in Jesus, you already have many of the "tools" that help you to work out your salvation in cooperation with God's grace: through faith in Christ and baptism you have had your former sins washed away and received His forgiveness; by reading the Word of God you learn His will to some degree and follow His guidance; through prayer you receive God's help and strength; through praise He touches you with His joy; through works of charity you grow in his likeness and in His selflessness.  
However, by remaining outside of the Church, you are missing out on many of the "tools" that Jesus has given us to advance our salvation and that of the world, and to help us grow in holiness.  You are continuing on the road to salvation with only "partial equipment" to reach the goal, and thus this goal will be much more difficult to reach.  We have already discussed the importance of authority: detached from the Church's authoritative tradition you are exposed to false teachings which may slow you down and even stop you on your way to salvation.  You are missing out on the Eucharist, Christ's own body and blood and the most intimate union between the Bridegroom and His bride (see below).  You are also deprived of most of the other sacraments which the Lord has given us and which convey to us his power and his grace in a very real way.  You do not fully benefit of the protection and intercession of our mother Mary and of the full communion of the saints in heaven and on earth, since possibly you do not even believe in them - and much more!
By joining the Catholic Church you get to tap into the fullness of the blessings that the Lord has given us for our salvation and sanctification!

6. The Church's Sacred Liturgy* inserts us into the Paschal Mystery and joins us with the heavenly worship of the angels and saints


If you have been going to an Evangelical church or Messianic congregation for a while, you have no doubt gotten accustomed to loosely structured meetings, perhaps charismatic, with much emphasis on lively praise and worship, and extensive preaching from the Bible.  Though there is nothing wrong with this format, it does bear the problem that it is heavily dependant upon the quality of the ministers.  If the worship team is lousy and the preacher boring or irrelevant, there is hardly any point in showing up there.  It may well be more beneficial to stay at home and pray alone or with a few friends. Many believers who have been exposed to evangelical/messianic worship for a while begin to feel a need for worship which is less centered upon man and more centered upon God, with less talking, less activities and programs, less novelty, less hype, but rather more depth, more reverence, more mystery and more awe before our Maker.  In other words, they long for liturgy.  
 Often, when we pray to God in our own words we run out of things to say. This is quite normal, for everyone feels at times spiritually weak, tired, uninspired, or dry.  In this case, you may have picked up a Bible and prayed the psalms out loud, and felt how the inspired words of Scripture, turned into your own prayer, lifted your soul and expressed things that you could not have come up with on your own.  This is the power of the liturgy: the lofty words of prayer uttered by the inspired biblical authors or the spiritual masters and saints, drawn from the rich spiritual treasures of the Church, become your own words. These words unite your mind and heart with the great spiritual figures that preceded us and draw you into the Church's timeless liturgy, united with the heavenly liturgy which transcends time and space. 
Liturgical prayer, of course, has been the traditional and historical way of common prayer in both Judaism and Christianity since the origins of the two faiths. While it is important to always nurture a personal, spontaneous dialogue with the Lord in one's private prayer life, the public prayer of God's people has always been primarily liturgical.
By joining the Catholic Church you become a part of the rich Sacred Tradition of the Church and an active participant in her Sacred Liturgy, the very heart of Christ's Paschal Mystery celebrated in union with all the angels and saints in heaven and on earth!

7. The Church mediates to us Christ's sacraments*: the channels of God's grace, God's life and God's love poured out into us


 The greatest and most powerful gifts that the Lord has given us, and the most amazing testimony of His love are the seven sacraments which He instituted. Through the seven sacraments the Messiah endows us with His very life and love.  One could say that they are like "channels" connecting heaven and earth by which God pours out His grace onto His children.  They fill us with the Holy Spirit; they heal us, cleanse us, feed us, and strengthen us.  Since they impart to us God's life, they are the most effective means by which we are made holy; they are also the most powerful weapons by which we wage spiritual warfare. The sacraments are not just symbols but signs that actually convey God's grace and love.  The seven sacraments are:
Baptism*: the new birth that washes away our sins (Tit 3:5), gives us the Holy Spirit, and baptizes us into Christ's death and resurrection (Rom 6:3-7).
Confirmation*: the fullness of the outpouring of the Holy Spirit which strengthens us and inserts us fully into the Church's mission (Acts 8:14-17).  
The Eucharist*: the greatest of sacraments where the Messiah feeds us with His own Body and Blood, soul and divinity (Mark 14:22-24, Jn 6:53).
Reconciliation (Confession)*: the way to receive forgiveness for sins committed after baptism, entrusted by Jesus to the apostles (Jn 20:22-23).
Anointing of the Sick*: grants us help to endure illness and sometimes heals us, cleanses our soul, and helps us to prepare to meet God (Js 5:14-15).
Matrimony*: In marriage, husband and wife become a living sign of the faithful relationship between Christ and the Church (Eph 5:21-33)
Holy Orders*: Jesus called certain men to a special priestly ministry, in addition to our own role as 'kingdom of priests' (Rom 15:15-16).
Tragically, at the time of the Protestant reformation, large numbers of Christians lost five of these seven sacraments, and this sad situation remains to our own day. These sacraments were lost partly because the reformers lost faith in them, and partly because they rejected the priesthood (Holy Orders) upon which they are dependent, for the sacraments of confirmation, the Eucharist, reconciliation, and the anointing of the sick require a validly ordained priesthood (and apostolic succession) to be validly administered.  Only the sacraments of baptism and matrimony remain among those believers who have not retained apostolic succession. Even worse, an increasing number of Messianic groups who baptize only in the name of Jesus rather than in the name of the Father, of the Son and of the Holy Spirit, do not even have a valid baptism.  The Orthodox churches, by contrast, though they are not in union with the papacy, have retained valid apostolic succession and Holy Orders, and therefore still have seven valid sacraments.
By joining the Catholic Church you get to receive the fullness of Christ's power and love that he gives us through the seven sacraments!

8. In the Church you can receive the great gift of the Eucharist*: the Body and Blood of the Lord and the source and summit of the Christian life.


 The Eucharist is called "the sacraments of sacraments" and is "the source and summit of the Christian life."  It is such a great gift that it is a reason in itself - indeed perhaps the greatest reason - for joining the Catholic Church.  At the Last Supper - a Passover Seder - Jesus said to his disciples after he blessed the bread and the wine: "Take and eat; this is my body... this is my blood of the covenant, which is poured out for many for the forgiveness of sins" (Mt 26:26-28). He then commanded them: "Do this in memory of me" (Luke 22:19). At the first Passover, which initiated the Exodus out of Egypt, God commanded the Israelites to sacrifice a lamb and sprinkle its blood on the doorposts as protection against the angel of death.  Then they ate the lamb as a sign of their covenant with God.  At the Last Supper Jesus revealed himself as the Lamb of God who takes away the sins of the world, seals a new covenant with us and protects us from eternal death.
Now we also must eat the lamb - the body and blood of the new Paschal sacrifice which becomes present before us at every Mass. Jesus himself had previously said: "unless you eat the flesh of the Son of Man and drink his blood, you have no life in you. Whoever eats my flesh and drinks my blood has eternal life... For my flesh is real food and my blood is real drink" (Jn 6:53-55).  This was a shocking statement, and as a result many of his disciples left him (Jn 6:66).  Sadly, this is similar to what happened at the Reformation, when many Christians decided they could no longer accept the words of the Savior.  Since then, a large part of Christianity has tragically been deprived of the Eucharist, God's greatest gift to us, either because they don't have faith in the Real Presence or because they have no valid priesthood, necessary to consecrate the bread and wine so that they become the body and blood of the Lord. And so they remain with a communion service which, though it may remember the Lord's Passion in a beautiful way, merely consists of bread and wine rather than the Lord's true and substantial presence given to them.  As a result, since non-Catholic believers do not accept the full teachings of the Catholic Church, they are not permitted to occasionally go to a Catholic church and receive the Eucharist.  This is because the sacrament is a sign of full communion and full unity between believers (CCC 1400), and sharing the Eucharist together with those who do not fully accept the authority and teachings of the Church would falsely give the impression that there exists a full unity between us, while in reality we have not yet attained this full unity of faith. This is not a rejection of our non-Catholic brothers and sisters in Christ, but rather an invitation to them to learn more about the Catholic faith so that they too may come to full unity with the Church and partake of the Lamb’s banquet!

The loss of the Eucharist to so many believers is particularly sad because the Real Presence of Christ in the Eucharist was uncontested for the first millennium of Christian history.  Paul himself wrote that "whoever eats the bread or drinks the cup of the Lord in an unworthy manner will be guilty of sinning against the body and blood of the Lord" (1 Cor 11:27).  About 50 years later (107 AD), bishop Ignatius of Antioch wrote that "heretics abstain from the Eucharist and from prayer because they do not confess that the Eucharist is the flesh of our Savior Jesus Christ" (Letter to Smyrnaeans 6,2,2). Many other Church Fathers used equally strong language testifying of the Real Presence of Christ in the Eucharist.
By joining the Catholic Church you get to partake of the marriage supper of the Lamb and eat at the Lord's Table at every Mass.  You get to receive God's greatest gift, the Eucharist - the body and blood, soul and divinity of the Lord who loved you and gave himself for you.  This is the most possible intimate union on earth between God and man, a kiss between heaven and earth which nothing else can replace.  When you receive the Eucharist, you receive God's very life of love which supercharges you with His power and His grace.  Is this really something that you want to do without?

9. In the Catholic Church you become fully united with our earthly and heavenly family: the communion of saints*.


 God does not only save us as individuals.  He saves us "in bunches" - as a family, a community, a people, a kingdom.  Many believers have a rather individualistic view of salvation, seeing it as primarily "me and Jesus."  They do ask others here on earth to pray for them, but deny that any help from the saints in heaven is possible or desirable. They see such mediation as a form of spiritism condemned in Deut 18, or a violation of 1 Tim 2:5 which states that there is "one mediator between God and man, the man Christ Jesus."  Jesus is of course our one mediator before God, but this does not mean that we can't participate in this mediation.  Every time you pray for someone, you are actually mediating for him/her before God.  God in fact encourages this type of intercessory mediation (1 Tim 2:1), and we can see in the New Testament that it also continues after death, where the saints who have gone to be with the Lord continue to be with us and help us along the way towards our final goal.  They are a "great cloud of witnesses" (Heb 12:1) that surrounds us, the "spirits of just men made perfect" to whom we come in the heavenly Jerusalem (Heb 12:22-23). Even the rich man who suffers in Hades intercedes for his brothers still alive and asks Abraham to send Lazarus to his father's house to warn them (Luke 16:19-31).  The rich man plays here - in purgatory? - an intercessory role, and Abraham acts as mediator between him, God, and his brothers.  In the book of Revelation we also see elders and angels bringing to God bowls of incense, which are the prayers of the saints on earth (Rev 5:8, 8:3), and the souls of martyrs supplicating God: "how long, O Lord, holy and true, until You judge and avenge our blood on those who dwell on the earth?" (Rev 6:9)
God is interested in the personal salvation of each one of us, but He is just as interested in the communion of love between us, a communion which cannot be broken by death (Rom 8:35-39).  God's family includes all members of His Church, whether on earth, in heaven, or those still being purified in purgatory (1 Cor 3:12-15). The saints who have preceded us are our examples in holiness; there in heaven their love has become complete, and they are in an even better position to help us with their prayers than when they were on earth.  They pray for us from above, we can ask for their help from here below, and we are also called to pray for those who suffer in purgatory.  If you have ever had a loved one pass away, is it not one of the most natural and human reactions to pray for him/her or to ask for his or her help from heaven?
By joining the Catholic Church you take a full part in the eternal, loving communion of saints in heaven, on earth and in purgatory.

10. Jesus has given us His mother Miriam* (Mary) as our own mother who loves us and watches over us


God has given us a mother.  When Jesus, a few moments before his death, saw His mother Mary and his disciple John at the foot of the cross, he said to Mary "behold your Son" and to John "behold your mother" (Jn 19:26).  In His hour of agony, Jesus was doing more than a private family arrangement.  He was making Mary the mother of all humanity.
 When the eternal Son of God became man, he dwelt in the womb of this young Jewish virgin for nine months.  Just as the Ark of the Covenant had previously been a holy vessel containing the true presence of God in the Tabernacle and Temple, God chose Mary to be His holy "Ark of the New Covenant" containing His very presence.  In order to prepare her for such a noble task, he gave her the fullness of His grace and saved her from all sin.  This is why the angel greeted her with the words: "Hail, full of grace" (Luk 1:28).
God's 'business' throughout Scripture is to humble the proud and to exalt the lowly, as Mary herself said: "He has scattered the proud in the imagination of their hearts. He has put down the mighty from their thrones, and exalted the lowly" (Luke 1:51-52). God chose to enter humanity through this most humble young woman. In the Gospels her role is modest and self-effaced.  Her greatness is not revealed through great words or actions, but rather through her quiet faith and obedience to God's Word, and her faithfulness in raising Jesus and in giving herself entirely to His person and work.  Yet with prophetic foresight she also saw that God would give her an exalted place in the story of salvation when she said: "all generations will call me blessed" (Luke 1:48).

We can catch a glimpse of Mary's exalted role in the book of Revelation.  In a heavenly vision, John sees the Ark of the Covenant appear in the heavenly temple (Rev 11:19).  Immediately afterward, he sees "a woman clothed with the sun, with the moon under her feet, and on her head a garland of twelve stars," who "being with child... cried out in labor and in pain to give birth" to "a male Child who was to rule all nations with a rod of iron" (Rev 12:1-2,5).  This child is the Messiah Jesus, and his mother, the woman, is Mary, daughter of Israel and mother of the Church.  She is also the woman whose seed would bruise the head of the serpent, as God promised after the Fall of Adam and Eve (Gen 3:15).  Mary plays a key role in spiritual warfare against the devil: "And the dragon was enraged with the woman, and he went to make war with the rest of her offspring, who keep the commandments of God and have the testimony of Jesus Christ" (Rev 12:17).  Who are "the rest of the woman's offspring"? We are.  Mary is our loving mother, our model, and our advocate.  She prays for us and helps us along the way to heaven.  She does not take Jesus' place but rather leads us to Him.  By following her example of humility, obedience, faithfulness, holiness and love, we will grow in her likeness and in the likeness of Jesus.
By joining the Catholic Church you come into full communion with God's human family whose mother and model is Mary: daughter of Israel, mother of the Messiah, and mother of the Church.

An Eleventh Reason: "Outside the Church there is no Salvation"


Having reviewed ten reasons for entering the Catholic Church, it is worth examining an eleventh reason which logically derives from the first ten: the Church is necessary for salvation (though this statement needs to be understood correctly). Some of the Church Fathers expressed this in rather blunt statements. Cyprian of Carthage, for example, wrote in the third century:
"On him [Peter] [the Lord] builds the Church, and to him he gives the command to feed the sheep… he founded a single chair, and he established by his own authority a source and an intrinsic reason for that unity. . . . If someone [today] does not hold fast to this unity of Peter, can he imagine that he still holds the faith? If he [should] desert the chair of Peter upon whom the Church was built, can he still be confident that he is in the Church?" (St. Cyprian of Carthage, De unit. 4; [A.D. 251])

"He cannot have God for his father, who has not the Church for his mother." (St. Cyprian, De unit. 6: PL 4, 519)

Does this mean that anyone who is not formally Catholic, including believing Christians, cannot be saved? No. As we have seen above, if you are a baptized Christian in good faith, you are already in partial communion with the Catholic Church, and you are tapping into Jesus' saving power which He entrusted to the Church.
Objectively, the one Catholic Church which Jesus founded and to which He has given the fullness of truth and of grace is necessary for salvation: "Hence they could not be saved who, knowing that the Catholic Church was founded as necessary by God through Christ, would refuse either to enter it or to remain in it" (CCC 846). In other words, if someone feels genuinely convicted by the Holy Spirit of the truth of the Catholic Church, but willfully and stubbornly resists the Lord's leading and guidance to enter it, then he may indeed be endangering his own salvation.
Subjectively, however, the Lord is merciful and will not condemn those who are not aware, through no fault of their own, of the salvific nature of Christ's Church - and this includes most non-Catholic believers (already in partial, imperfect communion with the Church) who are not fully aware or do not adequately understand the Catholic Church's claims:
"Those who, through no fault of their own, do not know the Gospel of Christ or his Church, but who nevertheless seek God with a sincere heart, and, moved by grace, try in their actions to do his will as they know it through the dictates of their conscience - those too may achieve eternal salvation." (CCC 847) 
Ultimately, it is Jesus who saves. The main question here is how does he save us? Is faith in Him enough? There is ample scriptural evidence* indicating that faith alone is not enough and that we will also be judged according to our works. Jesus also emphasized the importance of being baptized (Mark 16:16), of "eating his flesh and drinking his blood" (Jn 6:53-54), and of submitting to the authority of his apostles (Mat 16:19, 18:18, Lk 10:16, Jn 20:23) to receive his forgiveness and eternal life. This means that the fullness of Jesus' gifts has been entrusted to his Catholic Church. This does not mean, however, that Catholics are automatically in better standing with God than non-Catholic believers. On the contrary, Catholics who have received the fullness of truth and grace have a greater responsibility to bring forth fruits for the Kingdom: "to whom much is given, much will be required." On the other hand, there are many non-Catholic believers who live remarkable lives of faith, hope and love. God will surely not fail to reward them, provided they "persevere until the end" in seeking the truth, even if, through no fault of their own, they do not formally find their way into the Catholic Church.


God wants everyone to be Catholic?


What conclusion can we draw from all this? That God wants everyone to be Catholic so that they can have access to the fullness of His blessings and grace!  As the Church teaches:
"To reunite all his children, scattered and led astray by sin, the Father willed to call the whole of humanity together into his Son's Church. The Church is the place where humanity must rediscover its unity and salvation. The Church is "the world reconciled." She is that bark which "in the full sail of the Lord's cross, by the breath of the Holy Spirit, navigates safely in this world." According to another image dear to the Church Fathers, she is prefigured by Noah's ark, which alone saves from the flood." (CCC 845)
Such as statement is not likely to be popular in our societies dictated by religious relativism and political correctness. In addition, you may think that the world would be a very boring place if everyone were Catholic.  But this is not true: the fact that God is interested in everyone coming to the fullness of truth and salvation does not mean that He enjoys monotony.  On the contrary, the unity of the Church leaves full room for the great diversity of peoples, cultures, customs and traditions of the world. "The great richness of such diversity is not opposed to the Church's unity" (CCC 814).  Likewise, "the Catholic Church rejects nothing that is true and holy in [other] religions" (NA 2).  And so there is ample room for Evangelical, charismatic and even Jewish spirituality and prayer within the one, holy, catholic and apostolic Church.

So... What's the Catch?


At this point you may be wondering: "If the Catholic Church has so much to offer, then... what's the catch? It seems too good to be true."  You may have some common objections:
I have read some Church history and know that Catholics have done horrible things in the past...
This is true. No one denies that the Church is made of sinners, some of which have been a terrible scandal to the Christian faith.  Pope John Paul II himself has invited the Church to “become more fully conscious of the sinfulness of her children.” She “acknowledges as her own her sinful sons and daughters” and encourages them “to purify themselves, through repentance, of past errors and instances of infidelity, inconsistency and slowness to act” (Memory and Reconciliation: The Church and the Faults of the Past 1.3). Yet the Church has also produced countless extraordinary saints throughout the ages - those who have faithfully lived the Church's life and teachings.  They are the true children of the Church who best reflect the Church's nature to be the sacrament of Christ in the world. Despite the faults and weaknesses of Catholics, the Church remains no less the fount and source of Christ's life and love which He wishes to give you.

The Catholic Church just wants to control peoples' lives...


Quite honestly, 99.9999% percent of Catholics, including the clergy, will never know that you entered the Church. The pope does not get lists of names of the Church's latest "catches."  The Church is not interested in controlling anyone; rather she is interested in the world's salvation, in obedience to the command of her founder to "go and make disciples of all nations," so that people may "share in the communion between the Father and the Son in their Spirit of love" (CCC 850) and turn from sin and death to joy and hope of eternal life.
I know many Catholics who are lukewarm or not even believers. I find much more life and faith in my Evangelical church...
It is true that many non-Catholic believers seem to have a more vibrant faith than many Catholics. These believers deserve praise for their living faith, hope and charity. Equally true is the fact that many Catholics are in dire need of being evangelized and converted back to God. Yet this does not change the fact that by remaining outside of the Church you are missing out on some of Christ's most important gifts which He gave to us, as we have seen above.
I have been to some Catholic churches where the priest is boring. I am not being spiritually fed by his sermons, and I sometimes wonder if he even has any faith at all...
Sadly, it is true that there are priests who are ineffective preachers, who have lost their own personal faith or even actively dissent from the Church's teachings. This is indeed a tragedy, and we must pray for these priests and even evangelize them if necessary. It is also tragic that there are some who are ineffective in teaching and preaching the Word of God. Sometimes it is possible to find another Catholic church in the area with a better priest. If this is not possible, even though such a situation is indeed a serious problem, it is important to know that even a "bad priest" remains empowered by the Church to validly administer the sacraments. And so it is not quite accurate to say that you are not "spiritually fed", since even a "boring priest" has the power to give you absolution from your sins in confession and to give you the Body and Blood of the Lord at Mass. As for teaching and preaching, the important thing is to be well versed in Scripture and in the teachings of the Church as summarized in the Catechism of the Catholic Church (and its Compendium). There are also countless books, and resources available on the internet, such as Catholics for Israel's Online Course, though which you can learn more about Scripture and the Catholic faith

I am Jewish.  I will never betray my Jewish faith and heritage.


"You can't be more Jewish than to be Catholic!"  Explore this website to find answers as to why the Catholic faith fulfills Judaism without abolishing it and how you can be fully Catholic and still live as a faithful Jew. 

If you do begin to consider entering the Catholic Church, what obstacles and difficulties are you liable to encounter on your way "home"?


Becoming Catholic has a cost. You will need much humility, an open mind, possibly the willingness to let go of old prejudices, and a deep and prayerful desire to receive the fullness of what God has for you. You will need to pray much and study diligently. You will need courage, patience and perseverance, both before and after your baptism and/or formal reception into the Church, to "endure until the end." You may encounter a lack of understanding and possibly rejection and persecution from your family, friends, and current faith community.  Or, you may be faced with a lack of encouragement and even apathy coming from Catholics who don't understand your journey of faith and the price that it has cost you. 
The journey to God is paved with difficulties, but it is also surrounded by God's infinite grace and all-encompassing love for you.  He is calling you to a life of self-giving love. He is calling you to Himself.  Will you answer the call?

What should I do now?


If you feel that God may be calling you into the Catholic Church:
Build your relationship with God. Pray daily - speak with Him and ask Him to lead you and guide you into His truth and light.
Study the Catholic faith, either with Catholics for Israel, or through other Catholic resources (see links).
Find a Catholic Church in the area and begin to attend Mass and to learn about Catholic prayer and liturgy.
Get together with faithful Catholics who know and love their faith so that they can help you progress on your journey to God.
Speak with a priest about your desire to become Catholic.  Pay close attention to what he says, and make sure he is faithful to the Church.  If you find that he dissents from any of the Church's teachings as taught in the Catechism, or tells you that you don't really need to become Catholic, leave and find another priest.
May the Lord bless you and keep you on your journey to God!

 

(Quelle: Catholics for Israel: http://www.israelcatholic.com/)

The Walk of The Believer -Ephesians 4:1-3


What does it mean to walk the “Christian Walk”?

You have probably heard it said; “Don’t just talk the talk, but walk the walk as well.” This phrase is common in many areas of society, whether it be in our jobs, at school, in sports, or whatever. What it means is if you are going to participate in such and such, do whatever it is you are going to do in such a manner that you bring honour to whatever it is you are involved in. Don’t go at it half way, give it your best shot, do the best you can do at whatever it is you are involved in. It is all well to talk big saying I am real good at….. But do your actions back up your mouth? As a youth I often heard it said that talk is cheap, which is another way of saying something like, your actions don’t back up your mouth.

In the Christian life, we also should back up our mouths with our actions. There are many nominal Christians out in the world who are good at talking “Christianese”. But their actions, their day to day behaviour says they are not Christians, because they behave like the world. They behave just the rest of the secularized world. Others looking at them would never recognise them as Christians.

What would you think for example of a guy who goes to church every Sunday, all dressed up to the max, and then when he goes to work Monday through Friday he drinks like a fish at night in the bars, swears like a sailor, and gets into bar room brawls on Saturday night? The outside world would never associate him as being a Christian, would they? But, sadly that is how many nominal Christians behave. What is a nominal Christian you may ask? It is one who is a Christian in name only, but in reality is really not a Christian. Those who profess to be Christians, but behave like the world, give the name of Christ a bad reputation. How can we blame unsaved people from not wanting to become a Christian if they see called Christianity behaving like drunken sailors, cheats, thiefs etc.? They have every good reason to call us hypocrites.

A story is told by an un-known writer, about an elderly man who retired after many years in the British army. One day a man who knew about his long history and distinguished military career decided  to play a prank on him. As the old soldier walked down the street with his arms full of packages, the jokester sneaked up behind him and shouted, “Attention!” Without hesitation, the military man dropped his arms to his side, and every package went tumbling to the sidewalk. Without a conscious thought, the veteran was doing what comes naturally to a soldier.

Similarly, as believers in Christ, our behaviour as Christians should mirror, and correspond to the new life in Christ which has been granted us since we gave our lives over to Him. Our lives should mirror more the example of Christ living in us. Though we are still dealing with sinful flesh on this side of eternity, we need to exemplify the kind of person that God wants us to be. When an athlete is performing in the Olympics, he behaves as an Olympian. If he does not he is often disqualified, and he is shamed. A soldier also in training behaves like a soldier or he is discharged, or perhaps put into military prison. As a Christian we likewise need to put into practice the deeds of a Christian and we should not in any way be seen to be behaving in any manner that puts to shame the name of Christ.

By faith in Christ, we have become children of God, who are empowered and enabled to walk the walk of a believer by the enabling power of the Holy Spirit. To walk the walk of a believer is to put into practice the teachings and ways of Christ, so that the world may see Christ living in us.

Richard W. De Haan writes an analogy likewise showing how some do or do not walk the walk. A new Christian was reading through the Gospels. After she finished she told a friend she wanted to read a book on church history. When her friend asked why, the woman replied, “I’m curious. I’ve been wondering when Christians started to become so unlike Christ.” What a testimony that is to Christianity. Whether the story is real or not, it is a true statement of what the church has become. It is said, if you want to know what the world is like, look at the church. Why? Because if the church is strong, standing up to its beliefs, being the standard bearer, being in a sense the judge of the world, setting the moral example, the world will be in line with the church. But sadly, the mainline churches have slacked off; have allowed immoral standards to creep into her midst and the consequences are not hard to see. The world has slipped into a slimy pit of immorality, mirroring the days before God flooded the earth because the whole world had become corrupt and immoral.

“And God saw that the wickedness of man was great in the earth, and that every imagination of the thoughts of his heart was only evil continually.” Gen. 5:5 KJV

How can we blame a new believer as above to wonder what has happened to true Christianity, when it would appear the majority of Christian churches have slipped,  appearing to be no different than the world.  We have become so un-Christ-like. Rather than trying to behave as true believers, imitating the life of Christ, many so called Christians are imitating the world, rather than Christ.

Roughly 2,000 years ago the name 'Christians' first appeared on the earth. (Acts 11:26) It is true that many today still bear that name, but how many bear the image of Christ? In other words, when he comes back to call His own home , will He find any true Christians? What a sad state of affairs that would be for Christ to come to call home His elect, and to find none but nominal Christians!

Paul writes; “For we are His workmanship, created in Christ Jesus unto good works, which God hath before ordained that we should walk in them.” Eph. 2:10 KJV

This tells us that we are saying unto the world, we are following Him, who is Christ Jesus our Saviour.

How dare we then, who bear His glorious name, foul the name of Christ, bring shame to Him, dishonour what He has done for us on the cross by behaving as the world, indulge in every fantasy, in every sinful act that God has decried as evil, as an abomination, doing the same shameful deeds as they who Jesus will one day say; Depart from me into everlasting fire to the pit of hell created for fallen angels.?

Should we not be more like the Master, should we not, live and grow, love as He has loved, showing the world the love of our Master? Should we not deny our self-indulgences, like the Galilean? Should not our motto be;  'More like the Master I long to be!’

A true story is told of a missionary who was once captured by rebels and they held a gun to his head. They told him to renounce Christ or die. He replied;” Pull the trigger.” By God’s providence and mercy, the trigger was pulled, but it jammed. Shortly others came to his rescue and the rebels escaped. Can you picture in your mind, to be at church the following Sunday to hear this missionary say;” Friends, we must be faithful, even unto death.” Would his listeners not have heard him in a different more profound, powerful way than by one whom had not had a gun pointed at his head, and been told to renounce Christ? His message would have been; if it is important enough for me to die for Christ, should you also not live for him, being ready to die?

Paul likewise, when he was imprisoned for his undiminished testimony and stand for Christ wrote to his fellow brothers, telling them of his imprisonment and stand, and also telling them that what he was doing, he was doing so that they would also follow his example and live for Christ; to live as Christians, and if need be to die as a Christians, standing up boldly proclaiming Christ not only in word, but in-deed also.

Paul was telling them, to not only talk the talk, but to walk the walk also.

One of the biggest barriers we have to reaching the world for Christ is our witness to others by our walk. We are being witnessed every day by others, seeing how we live, how we behave. Do we portray a Christ-like life in our everyday words, deeds, behaviours? The world sees these so called Christians, these nominal Christians, and they see that they, like many of us are hypocrites. They see the office worker who goes to church on Sunday, but behaves like scum the rest of the week. So why, tell me why would they want to become Christians? Sunday morning pulpit preachers and teachers and parishioners are, found in adultery; found viewing pornography, found molesting kids, found in adult book stores, found smoking dope, drinking to excess, etc. Are they a true testimony to the world of what it is to walk the walk? Is it no wonder we are unable to reach the lost of the world for Christ with that kind of testimony? Our words have no power when the world sees us behaving the same as they are. The truth of the gospel is small talk; it is cheap talk to the eyes of the world, when so called Christians do the same as the world.

What does Paul say in Romans Chapter 2 regarding the likes of those who talk the talk, but do not walk the walk, doing the same as the world? “Therefore, thou art inexcusable, O man, whosoever that art that judgest: for wherein thou judgest another, thou condemnest thyself; for thou that judgest doest the same things.” KJV Rom. 2: 1

Do you? Are you condemning yourself?

Is this not the hour to manifest once and for all true Christ-likeness? Shall we continue to debase the name of Christ? Shall we profess the name of Christ one moment and slander it at the next moment by our witnessed walk? True Christianity must not only be witnessed with the mouth, it must also be believed in the heart, and lived in  our daily lives as we walk among the heathen, among our fellow workers in banks, in malls, bowling alleys, in the parks, down the ski slopes,  and not only in the church alone.

The book of Ephesians is a strong commentary of the Christian life, both in the here and now and in the coming promises of eternal life. One of the main themes of the book of Ephesian’s is “the mystery” of the wonderful truth revealed now to both to the Gentile and Jew. Both believing Gentile and Jew are now one in Christ, being fellow members of the Body of Christ awaiting our redemption where we will be transformed into our new glorified bodies.

Chapter one called the mystery, looks forward to the time, (a dispensation,) when all things shall be brought under control, under the leadership of Jesus Himself. (Ephesians 1: 9,10, 21-23) and all believers shall reign with Him.

Chapter 2 describes the process of salvation by the grace of God, by which believing sinners are reconciled to Him, becoming one with Him as new creations, where God dwells in the human temple, by way of His Holy Spirit.

Chapter 3 continues to explain the mystery of Christ (verse 4) whereby all believers become fellow heirs, partakers of God’s promise (verse 6)

And now we look a little closer at what it is to be true walkers of the Christian faith emphasizing also unity of the body of Christ.

Read Ephesians 4:1-3 to see if we can get an idea what it is to “Walk the Christian Walk,” not to just talk the talk.

Remember this first though, to walk the Christian walk is not a Fire Insurance to make sure you get to heaven. Many so called Christians have taken on that attitude. They want a simple easy Christian life, getting that “Fire Insurance “to heaven, without the added responsibility to live as Christ would have us to live. They do not want to “Walk the Walk” but merely to just be good at “Talking the Talk.” Is this the life Christ has called us to? They may find at the time of reckoning that they will be surprised when God sends them in the opposite direction, of what they expected. “Be not deceived; God is not mocked: for whatever a man soweth, that he shall also reap.’ Galatians 6:7 KJV

In the opening verse of Ephesians Chapter 4, there are two very important words which we should take notice of. They are the words, “therefore and beseech.” First of all, when you see the word “therefore”, in scripture you have to keep in mind that the writer is about to move from an important precious thought, idea, ready to expand on it to another dimension. In the previous chapters Paul wrote of the Spiritual Blessings of the Christian, both now and future, and now moves to the practical aspects, the importance of “Walking the Walk.”

The Apostle Paul, also uses the word “beseech”, when he says, “I, (...), beseech you to walk worthy of the calling with which you were called.” (Eph. 4:1 NKJV) The word “beseech” means to “ask earnestly, to plead, to implore.” It is an “appeal” to walk worthy of the calling of the life we now have in Christ. In other words we are to behave at all times, in all ways, in all manners as Christ would in all situations.

To be called of Christ is a calling which carries with it an honour, a prestige, nobility. To be called means that we are ambassadors for Christ. What higher honour can there be than to be called of Christ, to be followers, resembling His life in us? We are to walk “worthy” of that calling.

I submit to you that the walk of the believer according to these first three verses includes not just a calling, but a correct attitude, and an endeavour to live up to an expectation worthy of what we have been called to as ambassadors, representatives and followers of Christ. In the King James 1611 the word used instead of calling is: “vocation.” The word vocation literally means “a calling, to which you have been called.” What is this calling we are called to? In the secular world, we think of the word vocation, or calling as a job, i.e. banker, teacher or whatever. In church we often think it means our calling, perhaps to become a missionary, a music leader, pastor, Sunday school teacher, or what have you.

All this is good and true, but we have a prior, higher calling, and that is to be saved. 2 Tim. 1:9 tells us God “…has saved us and called us with a holy calling, not according to our works, but according to His own purpose and grace which was given to us in Christ Jesus before time began.” KJV

This is the greatest calling that we could ever have, to be called and saved by God. Remember, it is not us who calls upon God, but He calls us. The Holy Spirit convicts us of sin, convinces us of the sufficiency of Christ and causes us to be drawn near to Christ and to be saved. (Phil. 3:14)

Therefore, now we have been called to the highest calling, we are to live a life worthy of the name of Christ and to be called Christians. We must not do anything that will bring shame or dishonour to the name of Christ, by the things we say, do, dress, act, think, work etc.

Our walk, the Apostle Paul says is to include a right attitude. Our attitude, he says, is to be "with all lowliness and gentleness, with longsuffering, bearing with one another in love" (Eph. 4:2 NKJV).

Lowliness means to be humble. We are not to be prideful. We are to be conscience of our nothingness, to esteem others better than ourselves. Lowliness is the opposite of conceit and arrogance.

We are to walk in gentleness, or as the King James 1611 says, in meekness. Meekness is not weakness as some would have us to believe. Meekness however is to display the qualities of kindness, mildness, gentleness, and to be teachable. Jesus Himself said to take His yolk upon him, and to learn from Him for He is gentle, and lowly in heart. For you will find rest in your souls when you allow Him to be your all in all, to allow Him to take control of your life. Matt. 11:29

The Christian attitude is to be one of longsuffering. Longsuffering is to endure trouble, pain or injury brought on by another, and to be patient with others. Longsuffering means to be able to put up with insults criticism etc. without lashing back and getting angry. Longsuffering means to take the punishment meted out to you, without defending and avenging yourself. Rom. 12:19 tells us,”Dearly beloved, avenge not yourselves, but rather give place unto wrath: for it is written, Vengeance is mine; I will repay, saith the Lord.” KJV. See also Deut. 32:35; Lev. 19:18

Jesus gave us the example when He was abused and taken to the cross and crucified, though He did no wrong. Also before the cross, he said,”To him who strikes you on the one cheek, offer the other also. And from him who takes away your cloak, do not withhold your tunic either.” Luke 6:29 (NKJV)

Longsuffering also means to patiently bear the faults of others. After all, which one of us is perfect? Just think how much happier would be our homes, churches and places of work if we learned to patient with one another, excusing each other’s faults and shortcomings.

Thirdly Christians are to walk with an attitude of love. What does Paul say about the subject of love in 1 Cor. 13:4-7? He says love suffers long and is kind; love does not envy; love does not parade itself, is not puffed up.  Love does not behave rudely, does not seek its own, is not provoked, and thinks no evil. Love does not rejoice in iniquity, but rejoices in truth. Love bears all things, hopes in all things, and endures all things.

Why are we as Christians able to put up with each other despite all our quirks and faults? It is because we have the love of Christ in us. How does that song go? “They will know that we are Christians by our love, by our love.” (written by Peter Scholtes additional words and music by Carolyn Arends. © 1966 by F.E.L. Publications, Ltd./ASCAP (1925 Pontius Avenue, Los Angeles, CA 90025)). This is how we ought to treat one another, with love.

If you truly loved your neighbour, would you be doing anything to offend them, or cause them to be upset with you? Of course not! Yet we all do from time to time don’t we? It is a good practice to think before we speak. That way when you are tempted to say something that is not nice to another, you will think twice before doing so and say something nice instead.

In years past it was common to see some folks wearing a bracelet with the initials; WWJD. It stood for 'What Would Jesus Do'. This was a constant reminder to act as Jesus would in all situations. Would Jesus purposely insult you, cut you down? Would Jesus pick on you? Would Jesus swear at you? Would Jesus go out of His way to defame your character behind your back? So why do we?

In verse 3 of Ephesians chapter 4, Paul says that we are to “Endeavour” to keep the unity of the Spirit in the bond of peace. The key word of course is endeavour. What does the word endeavour mean? It means to try hard, to attempt earnestly, to make an effort, to strive towards a goal of action.

So Paul is saying here that we are to try to make an earnest effort at maintaining unity. We are to work hard at, or strive diligently and apply ourselves earnestly at maintaining a unity, a oneness, a harmony in the spirit of peace with our fellow man. This follows well what Paul has been appealing for us to do already, doesn’t it? It is hard work for many to keep the peace no matter where you are at, whether it is at home, at work, at church, or even in your marriage.

Most of us want to do things our own way, rather than making an attempt at being agreeable, working in unity with one another. We cringe at the thought of compromising or agreeing with one another, when in reality we would rather do the opposite. To get along with others is hard work. We have to work hard at it.

Here are some examples of what it is to “Endeavour to Keep the Peace in Unity. “ Sometimes you need to bite your tongue when you want to speak out if you feel wronged. Sometimes you need to do what others are doing rather than doing things your own way. You must be careful not to spread rumours. You need to avoid gossip, slander and dissing someone. Don’t cut others up. Avoid sarcasm. Do not be negative with one another. Do not assume things about others until you have all the facts.

What do you think are the biggest problems in the church today? Division and disunity are probably the biggest problems in many churches today. Jesus said in Mark 3:25, ”And if a house is divided against itself that house cannot stand.” (NKJV).

A divided church you see, is a dying church. In many of the bigger churches they find it difficult to accomplish maintenance projects because of all the infighting among themselves. Everyone has his or her own opinions on how this or that should be done, what colour, what wallpaper to use etc. And no one’s opinion is right except your own. That unfortunately is the prevailing attitude in many churches today.

Unfortunately also there are those within the church whose sole ambition seems to be to cause disunity, to sow the seeds of disharmony, rather than to do the opposite. Some unfortunately thrive on controversy. Some go out of their way to sow seeds of discontent, to catch the preacher at a mistake, always looking for a way to cause division.

In every church you’ll always find those who are critical of everything that goes on within, criticizing leadership, or the way things are done, often dissuading change. God says in Prov. 6:19 that He hates the one who sows discord among brethren. If this be so, then we must work hard at guarding our tongues, our thoughts, our words and our actions.

Division is just not common in the church. Division is alive and well also in the home as well. It is just as important to keep unity and peace at home as it is in the church or at work or at play.

For example someone may want and insist on having the biggest piece of pie at supper time. Another may make certain that they get the most comfortable chair in front of the television. You may push your way into the bathroom first thing in the morning. Kids especially will fight to sit beside the window in the car. At play you may argue to be the captain of your 'pretend' ship. An older bigger kid may insist on being the captain of the 'throw together' baseball team. Adults and kids fight to have the best seat on the boat. The list goes on and on.

The same problems are found at work. Why do you think there is so much trouble at the work place, why are there so many strikes? There is always someone who wants to be top dog, to get their own way.

Is this a new phenomenon? It surely is not.

Disunity and disharmony began way back even before there was time on earth. Let us read briefly Isaiah 14:12-15.

“How are you fallen from heaven O Lucifer, son of the morning? How are you cut down to the ground. You who weakened the nations! For you have said in your heart: I will ascend into heaven, I will exalt my throne above the stars of God; I will also sit on the mount of the congregation On the farthest sides of the north; I will ascend above the heights of the clouds, I will be like the Most High.” NKJV

Do you see it? He wanted the best place in front of the T.V. He wanted the best seat in the ball park. He wanted to be top dog. He was not satisfied with the position and place God had given him in the universe. He basically had it all, yet he was still not satisfied. Greed and pride go hand in hand.

Greed and pride also breeds disharmony and disunity. Greed and pride breeds division.

Do you now see why it is important to endeavour to be at peace with one another? Do you now see why it is important to have an attitude of humbleness, meekness, longsuffering and love?

What is the fate of those who strive to do otherwise? Let us return again to Isaiah 14:15. To Satan, God says, “Yet thou shalt be brought down to hell, to the sides of the pit.” KJV This is a solemn warning. This may not be the destiny of all, especially believers, but Jesus makes it plain to those who want to be first that they shall not be first, but they shall be last. Matt. 19:30 And Mark says in 9:35,”If anyone desires to be first, he shall be last of all and the servant of all.” KJV

So where is your heart? Pray and ask God to show you where your heart is at.  It may be a scary thing to do, because you may not like what you see. But is it worth your while to continue your life with an unclean heart? Or will you strive to be a better person and follow the desires and commands of God.

What kind of a Christian are you? Do your desire to strive forward and accept the calling of salvation as God has laid it out for you? Do you desire to strive forward and work hard to have an attitude of lowliness and longsuffering and love? Are you endeavouring to work hard at maintaining unity and peace with not just your fellow Christian, but also with your fellow man?

Have you been “Walking the Walk”, or are you just “Talking the Talk?” If you have just been talking the talk?  Pray now that God will change you from the inside out. And obey the commands to walk the walk, endeavour to work hard at being the kind of person that God wants you to be, so that others will see a difference. Do others when they look at you see someone who is different, or do they just see another person of the world?

Are you a man or woman of God?

Are you “Walking the Walk?”


andre

Unless otherwise mentioned: Scripture taken from the New King James Version. Copyright © 1982 by Thomas Nelson, Inc. Used by permission. All rights reserved.

The Church Militant - Bringing Catholic Back

As Catholics, do we have to accept everything the Church teaches?

If you want to call yourself Catholic, but you want to pick and choose for yourself which of the Church's teachings to accept and which to reject, you give everyone else who calls themselves Catholic the right to do the same thing.

For example, you believe women should be priests...in the Catechism of the Catholic Church, paragraph 1577 states, "Only a baptized man validly receives ordination...For this reason the ordination of women is not possible!" You don't believe that...well, that's fine...[RIP] just tear that page out of your Catechism...you just made it a Catechism of your Catholic Church...not mine.

But remember, if you can throw doctrines out, so can everyone else who calls themselves Catholic. That gives Joe Parishioner over at St. Doubting Thomas Catholic Church the right to throw out the Church's social justice teachings...he doesn't feel like feeding the hungry, caring for the poor, and all that other "bleeding heart" stuff - Paragraphs 2401 -2463 [RIP]...he just made it a Catechism of his Catholic Church...not mine and not yours.

You believe contraception is okay? Paragraph 2370 says contraception is intrinsically evil! [RIP] Joe Parishioner doesn't like what the Church teaches on the death penalty - Paragraphs 2266-2267[RIP]. You don't like what it teaches on pages 55-60 [RIP]. He doesn't like what it teaches on pages 128-140 [RIP]

Can you see what's happening? I heard it said once that there is a shortage of vocations to the priesthood in the United States, but no shortage of vocations to the Papacy! If we don't believe in all of it, if we each appoint ourselves Pope and throw out a doctrine here or a doctrine there, then our faith is no longer Catholic.

(Source: Bible Christian Society / John Martignoni. http://www.biblechristiansociety.com/apologetics/two_minute#1. Used with permission)


APOSTOLISCHES SCHREIBEN GAUDETE ET EXSULTATE DES HEILIGEN VATERS PAPST FRANZISKUS
ÜBER DEN RUF ZUR HEILIGKEIT IN DER WELT VON HEUTE

1. »Freut euch und jubelt« (Mt 5,12), sagt Jesus denen, die um seinetwillen verfolgt oder gedemütigt werden. Der Herr fordert alles; was er dafür anbietet, ist wahres Leben, das Glück, für das wir geschaffen wurden. Er will, dass wir heilig sind, und erwartet mehr von uns, als dass wir uns mit einer mittelmäßigen, verwässerten, flüchtigen Existenz zufriedengeben. Der Ruf zur Heiligkeit ist nämlich von den ersten Seiten der Bibel an auf verschiedene Weise präsent. So erging die Aufforderung des Herrn an Abraham: »Geh vor mir und sei untadelig!« (Gen 17,1).

2. Es soll hier nicht um eine Abhandlung über die Heiligkeit gehen, mit vielen Definitionen und Unterscheidungen, die dieses wichtige Thema bereichern könnten, oder mit Analysen, die über die Mittel der Heiligung anzustellen wären. Mein bescheidenes Ziel ist es, den Ruf zur Heiligkeit einmal mehr zum Klingen zu bringen und zu versuchen, ihn im gegenwärtigen Kontext mit seinen Risiken, Herausforderungen und Chancen Gestalt annehmen zu lassen. Denn der Herr hat jeden von uns erwählt, damit wir in der Liebe »heilig und untadelig leben vor ihm« (Eph 1,4).


ERSTES KAPITEL

DER RUF ZUR HEILIGKEIT


Die Heiligen, die uns ermutigen und begleiten

3. Im Hebräerbrief werden verschiedene Zeugen genannt, die uns ermutigen sollen, »mit Ausdauer in dem Wettkampf [zu] laufen, der vor uns liegt« (12,1). Die Rede ist von Abraham, Sara, Mose, Gideon und einigen anderen (vgl. Kapitel 11); vor allem werden wir eingeladen, zu erkennen, dass wir »eine solche Wolke von Zeugen um uns haben« (12,1), die uns dazu anspornen, auf unserem Weg nicht stehen zu bleiben, und uns ermutigen, weiter dem Ziel entgegen zu gehen. Unter ihnen sind vielleicht unsere eigene Mutter, eine Großmutter oder andere Menschen, die uns nahestehen (vgl. 2 Tim 1,5). Vielleicht war ihr Leben nicht immer perfekt, aber trotz aller Fehler und Schwächen gingen sie weiter voran und gefielen dem Herrn.

4. Die Heiligen, die bereits in der Gegenwart Gottes sind, unterhalten mit uns Bande der Liebe und der Gemeinschaft. Das Buch der Offenbarung des Johannes bezeugt dies, wenn es von den Märtyrern spricht, die für uns eintreten: Ich sah »unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. Sie riefen mit lauter Stimme und sagten: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten?« (6,9-10). Wir können sagen: »Wir sind von den Freunden Gottes umgeben, geleitet und geführt. [...] Ich brauche nicht allein zu tragen, was ich wahrhaftig allein nicht tragen könnte. Die Schar der Heiligen Gottes schützt und stützt und trägt mich.«[1]

5. In den Selig- und Heiligsprechungsprozessen werden neben den Zeichen eines heroischen Tugendgrades und der Hingabe des Lebens im Martyrium auch diejenigen Fälle berücksichtigt, in denen eine bis zum Tod durchgehaltene Aufopferung des eigenen Lebens für andere erfolgt ist. Diese Hingabe ist Ausdruck einer vorbildlichen Nachahmung Christi und der Bewunderung der Gläubigen würdig.[2] Erinnern wir uns zum Beispiel an die selige Maria Gabriela Sagheddu, die ihr Leben für die Einheit der Christen aufopferte.


Die Heiligen von nebenan

6. Denken wir nicht nur an die, die bereits selig- oder heiliggesprochen wurden. Der Heilige Geist verströmt Heiligkeit überall, in das ganze heilige gläubige Gottesvolk hinein, denn es hat Gott gefallen, »die Menschen nicht einzeln und unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll«.[3] Der Herr hat in der Heilsgeschichte ein Volk gerettet. Es gibt keine vollständige Identität ohne Zugehörigkeit zu einem Volk. Deshalb kann sich niemand allein, als isoliertes Individuum, retten, sondern Gott zieht uns an, wobei er das komplexe Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen berücksichtigt, das der menschlichen Gemeinschaft innewohnt: Gott wollte in eine soziale Dynamik eintreten, in die Dynamik eines Volkes.

7. Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. In dieser Beständigkeit eines tagtäglichen Voranschreitens sehe ich die Heiligkeit der streitenden Kirche. Oft ist das die Heiligkeit „von nebenan“, derer, die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders auszudrücken, „die Mittelschicht der Heiligkeit“.[4]

8. Lassen wir uns anregen von den Zeichen der Heiligkeit, die uns der Herr durch die einfachsten Glieder dieses Volkes schenkt, das auch teilnimmt »an dem prophetischen Amt Christi, in der Verbreitung seines lebendigen Zeugnisses vor allem durch das Leben in Glauben und Liebe«.[5] Denken wir mit der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) daran, dass viele von ihnen die Gestalter der wahren Geschichte sind: »Aus der dunkelsten Nacht treten die größten Propheten – Heiligengestalten hervor. Aber zum großen Teil bleibt der gestaltende Strom des mystischen Lebens unsichtbar. Sicherlich werden die entscheidenden Wendungen in der Weltgeschichte wesentlich mitbestimmt durch Seelen, von denen kein Geschichtsbuch etwas meldet. Und welchen Seelen wir die entscheidenden Wendungen in unserem persönlichen Leben verdanken, das werden wir auch erst an dem Tage erfahren, an dem alles Verborgene offenbar wird.«[6]

9. Die Heiligkeit ist das schönste Gesicht der Kirche. Aber auch außerhalb der Katholischen Kirche und in sehr unterschiedlichen Umgebungen weckt der Geist »Zeichen seiner Gegenwart, die selbst den Jüngern Christi helfen«.[7] Im Übrigen erinnerte uns der heilige Johannes Paul II. daran, dass »das Zeugnis für Christus bis hin zum Blutvergießen […] zum gemeinsamen Erbe von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und Protestanten geworden«[8] ist. Bei der schönen ökumenischen Gedächtnisfeier im Jubiläumsjahr 2000 im Kolosseum sagte er, dass die Märtyrer »ein Erbe [sind], das lauter spricht als die Faktoren der Trennung«.[9]


Der Herr ruft

10. All dies ist wichtig. Was ich jedoch mit diesem Schreiben in Erinnerung rufen möchte, ist vor allem der Ruf zur Heiligkeit, den der Herr an jeden und jede von uns richtet, den Ruf, den er auch an dich richtet: »Seid heilig, weil ich heilig bin« (Lev 11,44; 1 Petr 1,16). Das Zweite Vatikanische Konzil hat das sehr deutlich hervorgehoben: »Mit so reichen Mitteln zum Heile ausgerüstet, sind alle Christgläubigen in allen Verhältnissen und in jedem Stand je auf ihrem Wege vom Herrn berufen zu der Vollkommenheit in Heiligkeit, in der der Vater selbst vollkommen ist.«[10]

11. »Je auf ihrem Wege«, sagt das Konzil. Es geht also nicht darum, den Mut zu verlieren, wenn man Modelle der Heiligkeit betrachtet, die einem unerreichbar erscheinen. Es gibt Zeugnisse, die als Anregung und Motivation hilfreich sind, aber nicht als zu kopierendes Modell. Das könnte uns nämlich sogar von dem einzigartigen und besonderen Weg abbringen, den der Herr für uns vorgesehen hat. Worauf es ankommt, ist, dass jeder Gläubige seinen eigenen Weg erkennt und sein Bestes zum Vorschein bringt, das, was Gott so persönlich in ihn hineingelegt hat (vgl. 1 Kor 12,7), und nicht, dass er sich verausgabt, indem er versucht, etwas nachzuahmen, das gar nicht für ihn gedacht war. Wir sind alle aufgerufen, Zeugen zu sein, aber es gibt »viele existentielle Weisen der Zeugenschaft«.[11] Als der große heilige Mystiker Johannes vom Kreuz seinen Geistlichen Gesang schrieb, zog er es fürwahr vor, feste allgemeingültige Regeln zu vermeiden, und erklärte, dass seine Verse so geschrieben seien, dass jeder sie »gemäß seiner Eigenart«[12] nutzen könne. Denn das göttliche Leben teilt sich »den einen auf diese, den anderen auf jene Weise«[13] mit.

12. In Bezug auf diese verschiedenen Weisen möchte ich eigens betonen, dass sich der „weibliche Genius“ auch in weiblichen Stilen der Heiligkeit manifestiert, die unentbehrlich sind, um die Heiligkeit Gottes in dieser Welt widerzuspiegeln. Gerade auch in Zeiten, in denen die Frauen stark eingeschränkt waren, hat der Heilige Geist Heilige erweckt, deren Leuchtkraft zu neuen geistlichen Dynamiken und wichtigen Reformen in der Kirche geführt hat. Wir können hier etwa die heilige Hildegard von Bingen, die heilige Birgitta von Schweden, die heilige Katharina von Siena, die heilige Teresa von Ávila oder die heilige Thérèse von Lisieux nennen. Aber ich möchte hier besonders auch an so viele unbekannte oder vergessene Frauen erinnern, die, jede auf ihre eigene Art und Weise, Familien und Gemeinschaften mit der Kraft ihres Zeugnisses getragen und verwandelt haben.

13. Das sollte jeden und jede dazu anregen und ermutigen, alles zu geben, um auf den einzigartigen und unwiederholbaren Entwurf hin zu wachsen, den Gott von Ewigkeit her für ihn oder sie wollte: »Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt« (Jer 1,5).


Auch für dich

14. Um heilig zu sein, muss man nicht unbedingt Bischof, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau sein. Oft sind wir versucht zu meinen, dass die Heiligkeit nur denen vorbehalten sei, die die Möglichkeit haben, sich von den gewöhnlichen Beschäftigungen fernzuhalten, um viel Zeit dem Gebet zu widmen. Es ist aber nicht so. Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet. Bist du ein Gottgeweihter oder eine Gottgeweihte? Sei heilig, indem du deine Hingabe freudig lebst. Bist du verheiratet? Sei heilig, indem du deinen Mann oder deine Frau liebst und umsorgst, wie Christus es mit der Kirche getan hat. Bist du ein Arbeiter? Sei heilig, indem du deine Arbeit im Dienst an den Brüdern und Schwestern mit Redlichkeit und Sachverstand verrichtest. Bist du Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter? Sei heilig, indem du den Kindern geduldig beibringst, Jesus zu folgen. Hast du eine Verantwortungsposition inne? Sei heilig, indem du für das Gemeinwohl kämpfst und auf deine persönlichen Interessen verzichtest.[14]

15. Lass zu, dass die Taufgnade in dir Frucht bringt auf einem Weg der Heiligkeit. Lass zu, dass alles für Gott offen ist, und dazu entscheide dich für ihn, erwähle Gott ein ums andere Mal neu. Verlier nicht den Mut, denn du besitzt die Kraft des Heiligen Geistes, um das möglich zu machen. Im Grunde ist die Heiligkeit die Frucht des Heiligen Geistes in deinem Leben (vgl. Gal 5,22-23). Wenn du die Versuchung verspürst, dich in deiner Schwäche zu verstricken, dann richte deine Augen auf den Gekreuzigten und sage: „Herr, ich bin ein armseliger Mensch, aber du kannst das Wunder vollbringen, mich ein wenig besser zu machen.“ In der Kirche, die heilig ist und zugleich aus Sündern besteht, findest du alles, was du brauchst, um auf dem Weg zur Heiligkeit zu wachsen. Der Herr hat sie mit reichen Gaben beschenkt: mit dem Wort, den Sakramenten, den Heiligtümern, dem Leben der Gemeinschaften, dem Zeugnis der Heiligen und mit einer vielfältigen Schönheit, die aus der Liebe zum Herrn kommt, »wie eine Braut, die ihr Geschmeide anlegt« (Jes 61,10).

16. Diese Heiligkeit, zu der der Herr dich ruft, wächst und wächst durch kleine Gesten. Eine Frau geht beispielsweise auf den Markt zum Einkaufen, trifft dabei eine Nachbarin, beginnt ein Gespräch mit ihr, und dann wird herumkritisiert. Trotzdem sagt diese Frau innerlich: „Nein, ich werde über niemanden schlecht reden.“ Das ist ein Schritt hin zur Heiligkeit. Zu Hause möchte ihr Kind dann über seine Phantasien sprechen, und obwohl sie müde ist, setzt sie sich zu ihm und hört ihm mit Geduld und Liebe zu. Das ist ein weiteres Opfer, das heilig macht. Dann erlebt sie etwas Beängstigendes, aber sie erinnert sich an die Liebe der Jungfrau Maria, nimmt den Rosenkranz und betet gläubig. Das ist ein weiterer Weg der Heiligkeit. Dann geht sie aus dem Haus, trifft einen Armen und bleibt stehen, um liebevoll mit ihm zu reden. Das ist ein weiterer Schritt.

17. Manchmal stellt einen das Leben vor größere Herausforderungen und durch sie lädt uns der Herr zu neuen Veränderungen ein, die es ermöglichen, dass seine Gnade in unserer Existenz deutlicher offenbar wird, »damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen« (Hebr 12,10). Ein anderes Mal geht es nur darum, etwas, das wir bereits tun, auf eine vollkommenere Art und Weise zu tun: »Es gibt Eingebungen, die nur auf eine außergewöhnliche Vollkommenheit gewöhnlicher Übungen des christlichen Lebens hinzielen.«[15] Als Kardinal François-Xavier Nguyên Van Thuân im Gefängnis saß, verzichtete er darauf, sich in Erwartung seiner Freilassung aufzureiben. Er entschied: »Ich lebe in diesem Augenblick und werde ihn mit Liebe füllen«; und die Art und Weise, in der dies konkret wird, ist folgende: »Nütze jeden Tag die Gelegenheit, um kleine Dinge in großartiger Weise zu erledigen.«[16]

18. So verleihen wir durch den Anstoß der göttlichen Gnade mit vielen Gesten jener Heiligkeit Gestalt, die Gott uns zugedacht hat, aber nicht als sich selbst genügende Wesen, sondern »als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes« (1 Petr 4,10). Die neuseeländischen Bischöfe haben uns gezeigt, dass es möglich ist, mit der bedingungslosen Liebe des Herrn zu lieben, weil der Auferstandene sein machtvolles Leben mit unserem zerbrechlichen Leben teilt: »Seine Liebe kennt keine Grenzen, und einmal gewährt, wurde sie nie zurückgenommen. Sie war bedingungslos und blieb treu. So zu lieben ist nicht einfach, weil wir oft so schwach sind. Aber gerade der Versuch, so zu lieben, wie Christus uns geliebt hat, zeigt, dass Christus sein eigenes Leben als Auferstandener mit uns teilt. Auf diese Weise zeugt unser Leben von seiner Wirkmacht, selbst inmitten menschlicher Schwäche.«[17]


Deine Sendung in Christus

19. Für einen Christen ist es unmöglich, an seine eigene Sendung auf Erden zu denken, ohne sie als einen Weg der Heiligkeit zu begreifen, denn das »ist es, was Gott will: eure Heiligung« (1 Thess 4,3). Jeder Heilige ist eine Sendung; er ist ein Entwurf des Vaters, um zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte einen Aspekt des Evangeliums widerzuspiegeln und ihm konkrete Gestalt zu verleihen.

20. Diese Sendung hat ihren vollen Sinn in Christus und kann nur von ihm her verstanden werden. Im Tiefsten bedeutet Heiligkeit, in Einheit mit ihm die Geheimnisse seines Lebens zu leben. Sie besteht darin, sich auf einzigartige und persönliche Weise mit dem Tod und der Auferstehung des Herrn zu verbinden, ständig mit ihm zu sterben und mit ihm aufzuerstehen. Es kann aber auch beinhalten, in der eigenen Existenz verschiedene Aspekte des irdischen Lebens Jesu nachzubilden: sein verborgenes Leben, sein Leben in der Gemeinschaft, seine Nähe zu den Geringsten, seine Armut und andere Erscheinungsformen seiner Hingabe aus Liebe. Die Betrachtung dieser Geheimnisse, wie sie der heilige Ignatius von Loyola vorgeschlagen hat, führt uns dazu, sie in unseren Entscheidungen und Haltungen immer mehr zu verwirklichen.[18] Denn »im Leben Jesu ist alles [...] Zeichen seines innersten Geheimnisses«,[19] »das ganze Leben Christi ist [...] Offenbarung des Vaters«,[20] »das ganze Leben Christi ist Erlösungsgeheimnis«,[21] »das ganze Leben Christi ist ein Mysterium der erneuten Zusammenfassung von allem unter ein Haupt«[22] und »alles, was Christus gelebt hat, lässt er uns in ihm leben und er lebt es in uns«.[23]

21. Der Heilsplan des Vaters ist Christus, und wir in ihm. Letztendlich ist es Christus, der in uns liebt, denn Heiligkeit ist »nichts anderes als die in Fülle gelebte Liebe«.[24] Deshalb ist das Maß der Heiligkeit durch die Gestalt gegeben, die Christus in uns annimmt, dadurch, wie sehr wir in der Kraft des Heiligen Geistes unser ganzes Leben nach seinem Leben formen.[25] So ist jeder Heilige eine Botschaft, die der Heilige Geist aus dem Reichtum Jesu Christi schöpft und seinem Volk schenkt.

22. Um zu erkennen, welches Wort der Herr durch einen Heiligen sagen will, ist es nicht ratsam, sich mit Details aufzuhalten, denn es kann da auch Fehler und Schwächen geben. Nicht alles, was ein Heiliger sagt, ist dem Evangelium vollkommen treu, nicht alles, was er tut, ist authentisch oder perfekt. Was wir betrachten müssen, ist die Gesamtheit seines Lebens, sein ganzer Weg der Heiligung, jene Gestalt, die etwas von Jesus Christus widerspiegelt und die zum Vorschein kommt, wenn es gelingt, den Sinn der Gesamtheit seiner Person auszumachen.[26]

23. Das ist ein starker Aufruf an uns alle. Auch du musst dein Leben im Ganzen als eine Sendung begreifen. Versuche dies, indem du Gott im Gebet zuhörst und die Zeichen recht deutest, die er dir gibt. Frage immer den Heiligen Geist, was Jesus von dir in jedem Moment deiner Existenz und bei jeder Entscheidung, die du treffen musst, erwartet, um herauszufinden, welchen Stellenwert es für deine Sendung hat. Und erlaube dem Geist, in dir jenes persönliche Geheimnis zu formen, das Jesus Christus in der Welt von heute widerscheinen lässt.

24. Hoffentlich kannst du erkennen, was dieses Wort ist, diese Botschaft Jesu, die Gott der Welt mit deinem Leben sagen will. Lass dich verwandeln, lass dich vom Geist erneuern, damit dies möglich wird und damit deine wertvolle Sendung nicht scheitert. Der Herr wird sie auch inmitten all deiner Fehler und schlechten Momente zur Vollendung führen, wenn du nur den Weg der Liebe nicht verlässt und immer offen bleibst für sein übernatürliches Wirken, welches reinigt und erleuchtet.


Heiligmachendes Tun

25. Wie man Christus nicht verstehen kann ohne das Reich, das zu bringen er gekommen war, so ist auch deine eigene Sendung untrennbar mit dem Aufbau jenes Reiches verbunden: »Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit« (Mt 6,33). Deine Identifikation mit Christus und seinen Wünschen impliziert das Bemühen, mit ihm das Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens für alle zu errichten. Christus selbst will es mit dir leben, in all den Anstrengungen oder Entsagungen, die es mit sich bringt, wie auch in den Freuden und der Fruchtbarkeit, die es für dich bereithält. Deshalb wirst du dich nicht heiligen, ohne dich mit Leib und Seele hinzugeben, um in diesem Bemühen dein Bestes zu geben.

26. Es ist nicht gesund, die Stille zu lieben und die Begegnung mit anderen zu meiden, Ruhe zu wünschen und Aktivität abzulehnen, das Gebet zu suchen und den Dienst zu verachten. Alles kann als Teil der eigenen Existenz in dieser Welt akzeptiert und integriert werden und sich in den Weg der Heiligung einfügen. Wir sind aufgerufen, die Kontemplation auch inmitten des Handelns zu leben, und wir heiligen uns in der verantwortlichen und großherzigen Ausübung der eigenen Sendung.

27. Kann der Heilige Geist uns etwa dazu anspornen, eine Mission zu erfüllen, und uns gleichzeitig auffordern, vor ihr zu flüchten oder uns nicht ganz hinzugeben, um den inneren Frieden zu bewahren? Manchmal sind wir jedenfalls versucht, die pastorale Hingabe oder das Engagement in der Welt als zweitrangig zu betrachten, als wären sie „Ablenkungen“ auf dem Weg der Heiligung und des inneren Friedens. Man vergisst dabei, dass »das Leben nicht eine Mission hat, sondern eine Mission ist«.[27]

28. Ein Einsatz, der von der Angst, vom Stolz oder vom Bedürfnis, gut dazustehen und zu herrschen, motiviert ist, wird sicherlich nicht heiligend sein. Die Herausforderung besteht darin, die eigene Selbsthingabe so zu leben, dass die Bemühungen einen dem Evangelium entsprechenden Sinn haben und uns immer mehr Jesus Christus angleichen. Deshalb ist es üblich, z.B. von einer Spiritualität des Katecheten, von einer Spiritualität des Diözesanklerus, von einer Spiritualität der Arbeit zu sprechen. Aus demselben Grund schloss ich Evangelii gaudium mit einer Spiritualität der Mission, Laudato si’ mit einer ökologischen Spiritualität und Amoris laetitia mit einer Spiritualität des Familienlebens.

29. Das bedeutet nicht, die Momente der Ruhe, der Einsamkeit und der Stille vor Gott zu verachten. Ganz im Gegenteil. Die ständig neuen technologischen Errungenschaften, die Attraktivität des Reisens, die unzähligen Konsumangebote lassen nämlich dem Erklingen der Stimme Gottes manchmal keinen Raum. Alles füllt sich in immer größerer Geschwindigkeit mit Worten, oberflächlichem Genuss und Lärm. Dort herrscht keine Freude, sondern die Unzufriedenheit derer, die nicht wissen, wofür sie leben. Wie können wir da nicht erkennen, dass wir dieses hektische Rennen stoppen müssen, um einen persönlichen Raum wiederzuerlangen, was manchmal schmerzhaft, aber letztlich immer fruchtbar ist, in dem ein aufrichtiger Dialog mit Gott aufgenommen wird? Irgendwann werden wir uns mit der Wahrheit über uns selbst konfrontieren müssen, um sie vom Herrn durchdringen zu lassen, und das gelingt nicht immer, »wenn man nicht auf einmal an den Rand des Abgrunds, der schwersten Versuchung gerät, ausgesetzt auf den Klippen der Verlassenheit, ausgesetzt auf einem einsamen Gipfel, wo man den Eindruck hat, völlig im Stich gelassen zu sein«.[28] Auf diese Weise finden wir die wichtigen Beweggründe, die uns antreiben, unsere Aufgaben bis in die Tiefe zu leben.

30. Die gleichen Ablenkungsmöglichkeiten, die das moderne Leben überfluten, führen auch zu einer Verabsolutierung der Freizeit, in der wir die Geräte, die uns Unterhaltung oder kurzlebige Vergnügen bieten, uneingeschränkt nutzen können.[29] Die Konsequenz ist, dass unsere eigentliche Sendung darunter leidet, dass das Engagement schwächer wird und der großzügige und bereitwillige Dienst nachzulassen beginnt. Dies entstellt das spirituelle Leben. Kann denn ein spiritueller Eifer gesund sein, der mit einer Trägheit in der Verkündigung des Glaubens oder im Dienst an den anderen einhergeht?

31. Wir brauchen einen Geist der Heiligkeit, der sowohl die Einsamkeit als auch den Dienst, die Innerlichkeit wie auch den Einsatz für die Verkündigung durchdringt, damit jeder Moment ein Ausdruck hingebungsvoller Liebe unter den Augen Gottes ist. So werden all diese Momente zu Stufen auf unserem Weg der Heiligung.


Lebendiger, menschlicher

32. Hab keine Angst vor der Heiligkeit. Sie wird dir nichts an Kraft, Leben oder Freude nehmen. Ganz im Gegenteil, denn du wirst dabei zu dem Menschen werden, an den der Vater dachte, als er dich erschaffen hat, und du wirst deinem eigenen Wesen treu bleiben. Von Gott abzuhängen befreit uns von der Sklaverei und lässt uns unsere Würde erkennen. Dies wird an der heiligen Josephine Bakhita sichtbar. Sie wurde »im zarten Alter von sieben Jahren als Sklavin verkauft und hatte unter grausamen Herren schwere Leiden zu ertragen. Dennoch verstand sie die tiefe Wahrheit, dass Gott, und nicht der Mensch, der wahre Herr eines jeden Menschen und Menschenlebens ist. Diese Erfahrung wurde für diese demütige Tochter Afrikas zur Quelle großer Weisheit.«[30]

33. In dem Maß, in dem er sich heiligt, wird jeder Christ umso fruchtbarer für die Welt. Die Bischöfe Westafrikas haben uns gelehrt: »Im Geist der Neuevangelisierung sind wir berufen, dadurch evangelisiert zu werden und zu evangelisieren, dass ihr Getauften alle befähigt werdet, eure Rolle als Salz der Erde und Licht der Welt zu übernehmen, wo immer ihr seid.«[31]

34. Fürchte dich nicht davor, höhere Ziele anzustreben, dich von Gott lieben und befreien zu lassen. Fürchte dich nicht davor, dich vom Heiligen Geist führen zu lassen. Die Heiligkeit macht dich nicht weniger menschlich, denn sie ist die Begegnung deiner Schwäche mit der Kraft der Gnade. Im Grunde genommen gibt es, wie Léon Bloy sagte, »nur eine Traurigkeit im Leben: kein Heiliger zu sein«.[32]


ZWEITES KAPITEL

ZWEI SUBTILE FEINDE DER HEILIGKEIT


35. In diesem Rahmen möchte ich die Aufmerksamkeit auf zwei Verfälschungen der Heiligkeit lenken, die uns vom Weg abbringen könnten: der Gnostizismus und der Pelagianismus. Es sind zwei Häresien, die in den ersten christlichen Jahrhunderten aufgekommen sind, die aber weiterhin von alarmierender Aktualität sind. Auch heute lassen sich die Herzen vieler Christen, vielleicht ohne dass sie es bemerken, von diesen trügerischen Angeboten verführen. In ihnen kommt ein als katholische Wahrheit getarnter anthropozentrischer Immanentismus zum Ausdruck.[33] Betrachten wir diese zwei Formen vermeintlicher doktrineller oder disziplinarischer Sicherheit, »die Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, sie analysiert und bewertet und, anstatt den Zugang zur Gnade zu erleichtern, die Energien im Kontrollieren verbraucht. In beiden Fällen existiert weder für Jesus Christus noch für die Menschen ein wirkliches Interesse.«[34]


Der gegenwärtige Gnostizimus

36. Der Gnostizismus setzt einen im Subjektivismus eingeschlossenen Glauben voraus, »bei dem einzig eine bestimmte Erfahrung oder eine Reihe von Argumentationen und Kenntnissen interessiert, von denen man meint, sie könnten Trost und Licht bringen, wo aber das Subjekt letztlich in der Immanenz seiner eigenen Vernunft oder seiner Gefühle eingeschlossen bleibt«.[35]


Ein Geist ohne Gott und ohne Fleisch

37. Gott sei Dank wurde im Laufe der Geschichte der Kirche sehr deutlich, dass die Vollkommenheit der Menschen an ihrer Nächstenliebe gemessen wird, nicht an der Fülle erworbener Daten und Kenntnisse. Die „Gnostiker“ unterliegen in diesem Punkt einem Missverständnis und beurteilen die anderen ausgehend von der Überprüfung, ob sie in der Lage sind, die Tiefe bestimmter Lehren zu verstehen. Sie stellen sich einen Geist ohne Menschwerdung vor, der nicht in der Lage ist, das leidende Fleisch Christi in den anderen zu berühren, einen Geist, der in das Korsett einer Enzyklopädie von Abstraktionen geschnürt wird. Indem sie das Geheimnis entleiblichen, bevorzugen sie schließlich »eine[n] Gott[…] ohne Christus, eine[n] Christus ohne Kirche, ein[e] Kirche ohne Volk«.[36]

38. Letztendlich handelt es sich um eine selbstgefällige Oberflächlichkeit: viel Bewegung an der Oberfläche des Geistes, aber die Tiefe des Denkens bewegt sich nicht, noch wird sie angerührt. Dennoch gelingt es, manche mit einer betrügerischen Faszination in den Bann zu ziehen, denn das gnostische Gleichgewicht ist formal und vermeintlich unpersönlich und kann den Anschein einer gewissen Harmonie oder einer allumfassenden Ordnung annehmen.

39. Aber geben wir acht. Ich beziehe mich nicht auf die Rationalisten, die Feinde des christlichen Glaubens sind. Das hier kann innerhalb der Kirche vorkommen, ebenso sehr unter den Laien in den Pfarreien wie unter denjenigen, die in Bildungszentren Philosophie oder Theologie lehren. Denn es ist gerade den Gnostikern eigen zu glauben, dass sie mit ihren Erklärungen den ganzen Glauben und das ganze Evangelium vollkommen verständlich machen können. Sie verabsolutieren ihre eigenen Theorien und verpflichten die anderen, sich den von ihnen genutzten Argumentationen zu unterwerfen. Eine Sache ist der gesunde und demütige Gebrauch der Vernunft, um über die theologische und moralische Lehre des Evangeliums nachzudenken; etwas anderes ist es, danach zu streben, die Lehre Jesu auf eine kalte und harte Logik zu reduzieren, die alles zu beherrschen sucht.[37]


Eine Lehre ohne Geheimnis

40. Der Gnostizismus ist eine der schlimmsten Ideologien. Er überbetont nämlich die Erkenntnis oder eine bestimmte Erfahrung und hält gleichzeitig seine eigene Sicht der Wirklichkeit für vollkommen. Auf diese Weise nährt sich diese Ideologie, vielleicht ohne es zu merken, von sich selbst und wird noch verblendeter. Zuweilen wird sie besonders trügerisch, wenn sie sich als entleiblichte Spiritualität tarnt. Denn der Gnostizismus will »von Natur aus dem Geheimnis die Flügel stutzen«,[38] dem Geheimnis Gottes und seiner Gnade genauso wie dem Geheimnis des Lebens der anderen.

41. Wenn jemand Antworten auf alle Fragen hat, zeigt er damit, dass er sich nicht auf einem gesunden Weg befindet; möglicherweise ist er ein falscher Prophet, der die Religion zu seinem eigenen Vorteil nutzt und in den Dienst seiner psychologischen und geistigen sinnlosen Gedankenspiele stellt. Gott übersteigt uns unendlich, er ist immer eine Überraschung, und nicht wir bestimmen, unter welchen geschichtlichen Umständen wir auf ihn treffen, denn Zeit und Ort sowie Art und Weise der Begegnung hängen nicht von uns ab. Wer es ganz klar und deutlich haben will, beabsichtigt, die Transzendenz Gottes zu beherrschen.

42. Genauso wenig kann man beanspruchen festzulegen, wo Gott nicht ist, weil er geheimnisvoll im Leben jeder Person anwesend ist, im Leben eines jeden, so, wie er will; wir können dies mit unseren vermeintlichen Gewissheiten nicht leugnen. Auch wenn jemandes Existenz eine Katastrophe gewesen sein sollte, auch wenn wir ihn von Lastern und Süchten zerstört sehen, ist Gott in seinem Leben da. Wenn wir uns mehr vom Geist als von unseren Überlegungen leiten lassen, können und müssen wir den Herrn in jedem menschlichen Leben suchen. Dies ist Teil des Mysteriums, das die gnostische Denkweise letztlich ablehnt, weil sie es nicht kontrollieren kann.


Die Grenzen der Vernunft

43. Es gelingt uns kaum, die Wahrheit, die wir vom Herrn empfangen haben, zu verstehen. Unter größten Schwierigkeiten gelingt es uns, sie auszudrücken. Deshalb können wir nicht beanspruchen, dass unsere Art, die Wahrheit zu verstehen, uns ermächtigt, eine strenge Überwachung des Lebens der anderen vorzunehmen. Ich möchte daran erinnern, dass in der Kirche unterschiedliche Arten und Weisen der Interpretation vieler Aspekte der Lehre und des christlichen Lebens berechtigterweise koexistieren, die in ihrer Vielfalt »helfen, den äußerst reichen Schatz des Wortes besser deutlich zu machen«. Gewiss, »denjenigen, die sich eine monolithische, von allen ohne Nuancierungen verteidigte Lehre erträumen, mag das als Unvollkommenheit und Zersplitterung erscheinen«.[39] Genau genommen haben einige gnostische Strömungen die so konkrete Einfachheit des Evangeliums verachtet und versucht, den trinitarischen und menschgewordenen Gott durch eine höhere Einheit zu ersetzen, in der sich die reiche Vielfalt unserer Geschichte verflüchtigt hat.

44. In Wirklichkeit ist die Lehre, oder besser unser Verständnis und unsere Ausdrucksweise derselben, »kein geschlossenes System, ohne Dynamiken, die Probleme, Fragen, Zweifel hervorbringen können«. »Die Fragen unseres Volkes, seine Leiden, seine Auseinandersetzungen, seine Träume, seine Kämpfe, seine Sorgen besitzen einen hermeneutischen Wert, den wir nicht unbeachtet lassen dürfen, wenn wir das Prinzip der Menschwerdung ernst nehmen wollen. Seine Fragen tragen dazu bei, dass wir uns Fragen stellen, seine Probleme stellen uns vor Probleme.«[40]

45. Vielfach entsteht eine gefährliche Verwirrung: zu glauben, dass wir, weil wir etwas wissen oder es mit einer bestimmten Logik erklären können, schon heilig, vollkommen, besser als die „unwissende Masse“ sind. Der heilige Johannes Paul II. hat alle, die in der Kirche die Möglichkeit einer höheren Bildung haben, vor der Versuchung gewarnt, ein »gewisse[s] »Überlegenheitsgefühl gegenüber den anderen Gläubigen«[41] zu entwickeln. In Wirklichkeit sollte das, was wir zu wissen glauben, immer ein Ansporn sein, auf die Liebe Gottes besser zu antworten, denn »man lernt für das Leben: Theologie und Heiligkeit gehören untrennbar zusammen«.[42]

46. Als der heilige Franz von Assisi sah, dass einige seiner Jünger in der Lehre unterrichteten, wollte er die Versuchung des Gnostizismus unterbinden. Deshalb schrieb er dem heiligen Antonius von Padua: »Es gefällt mir, dass du den Brüdern die heilige Theologie vorträgst, wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschst.«[43] Er erkannte die Versuchung, die christliche Erfahrung in eine Ansammlung von geistigen Gedankenspielen umzuwandeln, die uns letztlich von der Frische des Evangeliums entfernen. Der heilige Bonaventura machte seinerseits darauf aufmerksam, dass die wahre christliche Weisheit nicht von der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten getrennt werden darf: »Die größte Weisheit, die es geben kann, besteht darin, das fruchtbringend zu verteilen, was man zu geben hat, das, was man eben empfangen hat, um es auszuteilen […] Deshalb ist, so wie die Barmherzigkeit Freundin der Weisheit ist, der Geiz ihr Feind.«[44] »Es gibt Tätigkeiten, die, wenn sie sich mit der Kontemplation verbinden, diese nicht behindern, sondern erleichtern, wie die Werke der Barmherzigkeit und der Frömmigkeit.«[45]


Der gegenwärtige Pelagianismus

47. Der Gnostizismus hat zu einer weiteren alten Häresie geführt, die auch heute anzutreffen ist. Im Laufe der Zeit begannen viele zu erkennen, dass es nicht die Erkenntnis ist, welche uns besser oder heiliger macht, sondern das Leben, das wir führen. Das Problem ist, dass dies langsam auf subtile Weise verfremdet wurde, so dass der gleiche Fehler der Gnostiker bloß verwandelt, aber nicht überwunden wurde.

48. Denn einige begannen, die Macht, welche die Gnostiker dem Verstand beimaßen, dem menschlichen Willen zuzuerkennen, der persönlichen Anstrengung. So kamen die Pelagianer und die Semipelagianer auf. Es war nicht mehr der Verstand, der den Platz des Geheimnisses und der Gnade einnahm, sondern der Wille. Man vergaß, dass »es nicht auf das Wollen und Laufen des Menschen ankommt, sondern auf den sich erbarmenden Gott« (Röm 9,16), und dass »er uns zuerst geliebt hat« (1 Joh 4,19).


Ein Wille ohne Demut

49. Diejenigen, die dieser pelagianischen oder semipelagianischen Mentalität entsprechen, verlassen sich, auch wenn sie mit süßlichen Reden von der Gnade Gottes sprechen, »letztlich einzig auf die eigenen Kräfte« und fühlen sich »den anderen überlegen […], weil sie bestimmte Normen einhalten oder weil sie einem gewissen katholischen Stil der Vergangenheit unerschütterlich treu sind«.[46] Wenn einige von ihnen sich an die Schwachen wenden und ihnen sagen, dass man mit der Gnade Gottes alles kann, pflegen sie im Grunde die Idee zu vermitteln, dass man alles mit dem menschlichen Willen kann, als ob dieser etwas Reines, Vollkommenes, Allmächtiges wäre, zu dem die Gnade hinzukommt. Man gibt vor, nicht darum zu wissen, dass »nicht alle alles können«,[47] und dass in diesem Leben die menschliche Hinfälligkeit nicht vollständig und ein für alle Mal durch die Gnade geheilt wird.[48] Wie der heilige Augustinus lehrte, lädt Gott in manchen Fällen ein, das zu tun, was man kann, und »das zu erbitten, was man nicht kann«,[49] oder aber dem Herrn demütig zu sagen: »Gib, was du verlangst, dann verlange, was du willst.«[50]

50. Wenn es keine aufrichtige, erlittene und durchbetete Anerkennung unserer Grenzen gibt, wird die Gnade im Grunde daran gehindert, wirksam in uns tätig zu sein. Denn es wird ihr kein Raum gelassen, um gegebenenfalls das Gut zu entwickeln, das zu einem ehrlichen und echten Wachstumsprozess beiträgt.[51] Gerade weil sie unsere Natur voraussetzt, macht uns die Gnade nicht auf einen Schlag zu Übermenschen. Diesen Anspruch zu erheben, hieße übermäßig auf uns selbst zu vertrauen. In diesem Fall könnten unsere Haltungen, hinter der Rechtgläubigkeit versteckt, nicht dem entsprechen, was wir über die Notwendigkeit der Gnade behaupten; und wir vertrauen in den Taten letztlich wenig auf sie. Denn wenn wir unsere konkrete und begrenzte Wirklichkeit nicht erkennen, werden wir auch die wirklichen und möglichen Schritte nicht sehen, die der Herr jeden Augenblick von uns erbittet, nachdem er uns mit seiner Gabe an sich gezogen und befähigt hat. Die Gnade wirkt geschichtlich und ergreift und verwandelt uns üblicherweise nach und nach.[52] Sollten wir diese geschichtliche und fortschreitende Art und Weise ablehnen, könnten wir tatsächlich dazu kommen, sie zu verneinen und zu blockieren, auch wenn wir sie mit unseren Worten preisen.

51. Als Gott sich an Abraham wendet, sagt er: »Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh vor mir und sei untadelig!« (Gen 17,1). Um untadelig sein zu können, wie es ihm wohlgefällt, müssen wir demütig in seiner Gegenwart leben, eingehüllt in seine Herrlichkeit, wir müssen vereint mit ihm gehen und seine beständige Liebe in unserem Leben erkennen. Wir müssen die Angst vor dieser Gegenwart verlieren, die uns nur guttun kann. Es ist der Vater, der uns das Leben gegeben hat und uns so sehr liebt. Wenn wir dies einmal akzeptieren und aufhören, unsere Existenz ohne ihn zu denken, verschwindet die Drangsal der Einsamkeit (vgl. Ps 138,7). Und wenn wir Gott nicht mehr auf Abstand halten und in seiner Gegenwart leben, werden wir zulassen können, dass er unsere Herzen prüft, um zu erkennen, ob sie auf dem rechten Weg sind (Ps 139,23-24). So werden wir den liebenden und vollkommenen Willen Gottes erkennen (vgl. Röm 12,1-2) und zulassen, dass er uns wie ein Töpfer formt (vgl. Jes 29,16). Wir haben oft gesagt, dass Gott in uns wohnt, aber es ist besser zu sagen, dass wir in ihm wohnen, dass er uns erlaubt, in seinem Licht und seiner Liebe zu leben. Er ist unser Tempel: »Dieses erbitte ich: im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens« (Ps 27,4). »Besser ist ein einziger Tag in deinen Höfen als tausend andere« (Ps 84,11). In ihm sind wir geheiligt.


Eine oftmals vergessene Lehre der Kirche

52. Die Kirche hat wiederholt gelehrt, dass wir nicht durch unsere Werke oder unsere Anstrengungen gerechtfertigt werden, sondern durch die Gnade des Herrn, der die Initiative ergreift. Die Kirchenväter haben schon vor Augustinus mit Klarheit diese grundlegende Überzeugung zum Ausdruck gebracht. Der heilige Johannes Chrysostomos sagte, dass Gott uns die eigentliche Quelle aller Gaben eingießt, »bevor wir in den Kampf eingetreten sind«.[53] Der heilige Basilius der Große unterstrich, dass der Gläubige sich nur in Gott rühmt, weil »er erkennt, dass er der wahren Gerechtigkeit beraubt worden ist und dass er einzig durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird«.[54]

53. Die zweite Synode von Orange lehrte mit sicherer Autorität, dass kein Mensch die Gabe der göttlichen Gnade einfordern, verdienen oder käuflich erwerben kann und dass jede Mitwirkung mit ihr vorausgehend von der derselben Gnade geschenkt ist: Sogar der Wunsch, rein zu sein, wird »durch die Eingießung und das Wirken des Heiligen Geistes in uns« geweckt.[55] Als das Konzil von Trient später die Bedeutung unserer Mitwirkung für das geistige Wachstum betont hat, bekräftigte es zugleich diese dogmatische Lehre: »Dass wir aber umsonst gerechtfertigt würden, wird deshalb gesagt, weil nichts von dem, was der Rechtfertigung vorhergeht, ob Glaube oder Werke, die Gnade der Rechtfertigung selbst verdient; „wenn sie nämlich Gnade ist, dann nicht mehr aufgrund von Werken; sonst wäre (wie derselbe Apostel sagt) Gnade nicht mehr Gnade“ [Röm 11,6].«[56]

54. Der Katechismus der Katholischen Kirche erinnert uns auch daran, dass das Geschenk der Gnade »über die Verstandes- und Willenskräfte des Menschen und jedes Geschöpfes hinausgeht«,[57] denn »gegenüber Gott gibt es vonseiten des Menschen kein Verdienst im eigentlichen Sinn. Zwischen ihm und uns besteht eine unermessliche Ungleichheit«.[58] Seine Freundschaft übertrifft uns unendlich, sie kann von uns nicht mit unseren Taten erkauft werden, und sie kann nur ein Geschenk seiner Liebesinitiative sein. Dies lädt uns dazu ein, in einer freudigen Dankbarkeit für dieses Geschenk zu leben, das wir niemals verdienen werden, da »nachdem jemand die Gnade schon besitzt, die schon empfangene Gnade nicht unter das Verdienst fallen kann«.[59] Die Heiligen vermeiden es, das Vertrauen in ihre eigenen Handlungen zu setzen: »Am Abend dieses Lebens werde ich mit leeren Händen vor dir erscheinen, denn ich bitte dich nicht, Herr, meine Werke zu zählen. Alle unsere Gerechtigkeiten sind befleckt in deinen Augen.«[60]

55. Dies ist eine der wichtigen, von der Kirche definitiv errungenen Überzeugungen, und sie kommt im Wort Gottes so klar zum Ausdruck, dass sie unbestreitbar ist. So wie das oberste Liebesgebot müsste diese Wahrheit unseren Lebensstil kennzeichnen. Sie speist sich aus dem Herzen des Evangeliums und will, dass wir sie nicht nur geistig annehmen, sondern auch in eine ansteckende Freude verwandeln. Wir werden aber das ungeschuldete Geschenk der Freundschaft mit dem Herrn nicht mit Dankbarkeit feiern können, wenn wir nicht anerkennen, dass auch unsere irdische Existenz und unsere natürlichen Fähigkeiten ein Geschenk sind. Uns tut es not, »jubelnd einzuwilligen, dass unsere Wirklichkeit Gabe ist und dass wir auch unsere Freiheit als Gnade annehmen. Dies ist heutzutage die Schwierigkeit in einer Welt, die glaubt, etwas als Frucht der eigenen Originalität oder der Freiheit für sich selbst zu besitzen.«[61]

56. Nur ausgehend von der in Freiheit aufgenommenen und in Demut angenommenen Gabe Gottes können wir mit unseren Bemühungen daran mitwirken, dass wir uns immer mehr verwandeln lassen.[62] An erster Stelle steht, Gott anzugehören. Es geht darum, dass wir uns ihm darbringen, der uns gegenüber die Initiative ergreift, und ihm unsere Fähigkeiten, unser Engagement, unseren Kampf gegen das Böse und unsere Kreativität schenken, damit seine ungeschuldete Gabe wachsen und sich in uns entwickeln kann: »Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen« (Röm 12,1). Die Kirche hat schon immer gelehrt, dass allein die Liebe das Wachstum im Leben der Gnade ermöglicht, denn »hätte [ich] die Liebe nicht, wäre ich nichts« (1 Kor 13,2).


Die Neopelagianer

57. Dennoch gibt es Christen, die einen anderen Weg gehen wollen: jenen der Rechtfertigung durch die eigenen Kräfte, jenen der Anbetung des menschlichen Willens und der eigenen Fähigkeit; das übersetzt sich in eine egozentrische und elitäre Selbstgefälligkeit, ohne wahre Liebe. Dies tritt in vielen scheinbar unterschiedlichen Haltungen zutage: dem Gesetzeswahn, der Faszination daran, gesellschaftliche und politische Errungenschaften vorweisen zu können, dem Zurschaustellen der Sorge für die Liturgie, die Lehre und das Ansehen der Kirche, der mit der Organisation praktischer Angelegenheiten verbundenen Prahlerei, oder der Neigung zu Dynamiken von Selbsthilfe und ich-bezogener Selbstverwirklichung. Hierfür verschwenden einige Christen ihre Kräfte und ihre Zeit, anstatt sich vom Geist auf den Weg der Liebe führen zu lassen, sich für die Weitergabe der Schönheit und der Freude des Evangeliums zu begeistern und die Verlorengegangenen in diesen unermesslichen Massen, die nach Christus dürsten, zu suchen.[63]

58. Oftmals verwandelt sich das Leben der Kirche, dem Antrieb des Heiligen Geistes entgegen, in ein Museumsstück oder in ein Eigentum einiger weniger. Dies geschieht, wenn einige christliche Gruppierungen der Erfüllung bestimmter eigener Vorschriften, Gebräuche und Stile übermäßige Bedeutung beimessen. Auf diese Weise pflegt man das Evangelium zu beschränken und einzuschnüren und man nimmt ihm so seine fesselnde Einfachheit und sein Aroma. Es ist vielleicht eine subtile Form des Pelagianismus, weil es das Leben der Gnade menschlichen Strukturen zu unterwerfen scheint. Dies betrifft Gruppen, Bewegungen und Gemeinschaften, und es erklärt, wieso sie oftmals mit einem intensiven Leben im Geist beginnen, aber später versteinert enden ... oder verdorben.

59. Wenn wir denken, dass alles von der menschlichen Anstrengung abhängt, die durch Vorschriften und kirchliche Strukturen gelenkt wird, verkomplizieren wir unbewusst das Evangelium und werden wieder zu Sklaven eines Schemas, das wenige Poren für das Wirken der Gnade offenlässt. Der heilige Thomas von Aquin hat uns daran erinnert, dass die von der Kirche dem Evangelium hinzugefügten Gebote maßvoll eingefordert werden müssen, »um das Leben der Gläubigen nicht beschwerlich zu machen«, weil sich sonst »unsere Religion in eine Sklaverei verwandeln würde«.[64]


Die Zusammenfassung des Gesetzes

60. Um dies zu vermeiden, ist es heilsam, oft daran zu erinnern, dass es eine Hierarchie der Tugenden gibt, die uns einlädt, das Wesentliche zu suchen. Der Vorrang kommt den göttlichen Tugenden zu, die Gott zum Gegenstand und Beweggrund haben. In ihrem Zentrum steht die Liebe. Das, was wirklich zählt, sagt der der heilige Paulus, ist »der Glaube, der durch die Liebe wirkt« (Gal 5,6). Wir sind aufgerufen, die Liebe aufmerksam zu pflegen: »Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt […] Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes« (Röm 13,8.10). »Denn das ganze Gesetz ist in dem einen (ení) Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (Gal 5,14).

61. Mit anderen Worten: Inmitten des Dickichts von Geboten und Vorschriften schlägt Jesus eine Bresche, die uns erlaubt, zwei Gesichter zu erkennen, das des Vaters und das des Bruders. Er überreicht uns nicht zwei weitere Formeln oder Gebote. Er gibt uns zwei Angesichter oder besser ein einziges, das Angesicht Gottes, das sich in vielen widerspiegelt. Denn in jedem Bruder oder in jeder Schwester, besonders in dem oder der kleinsten, gebrechlichsten, wehrlosesten und bedürftigsten, ist das Bild Gottes selbst gegenwärtig. Mit dieser verwundbaren Menschheit, die ausgesondert wurde, wird nämlich der Herr am Ende der Zeit sein letztes Werk formen. Denn »was bleibt, was ist wertvoll im Leben, welche Reichtümer schwinden nicht dahin? Sicher zwei: der Herr und der Nächste. Diese beiden Reichtümer schwinden nicht dahin!«[65]

62. Möge der Herr die Kirche von den neuen Formen des Gnostizismus und des Pelagianismus befreien, die sie auf ihrem Weg der Heiligkeit beschweren und aufhalten! Diese Irrwege nehmen verschiedene Formen an, entsprechend dem jeweiligen Temperament und Charakter. Deshalb ermahne ich jeden, sich zu fragen und vor Gott zu prüfen, auf welche Weise sie in seinem Leben auftreten können.


DRITTES KAPITEL

IM LICHT DES MEISTERS


63. Es mag viele Theorien darüber geben, was die Heiligkeit ist, mit ausführlichen Erklärungen und Unterscheidungen. Diese Reflexion kann nützlich sein, doch ist nichts erhellender, als sich dem Wort Jesu zuzuwenden und seine Art, die Wahrheit weiterzugeben, umfassender zu betrachten. Jesus erklärte mit aller Einfachheit, was es heißt, heilig zu sein, und er tat dies, als er uns die Seligpreisungen hinterließ (vgl. Mt 5,3-12; Lk 6,20-23). Sie sind gleichsam der Personalausweis des Christen. Wenn sich also jemand von uns die Frage stellt: „Wie macht man es, ein guter Christ zu werden?“, dann ist die Antwort einfach: Es ist notwendig, dass ein jeder auf seine Weise das tut, was Jesus in den Seligpreisungen sagt.[66] In ihnen zeichnet sich das Antlitz des Meisters ab; wir sind gerufen, es im Alltag unseres Lebens durchscheinen zu lassen.

64. Das Wort „glücklich“ oder „selig“ wird zum Synonym für „heilig“, denn es drückt aus, dass der Mensch, der Gott treu ist und nach seinem Wort lebt, in seiner Selbsthingabe das wahre Glück erlangt.


Gegen den Strom

65. Die Worte Jesu mögen uns poetisch erscheinen, sie richten sich jedoch deutlich gegen den Strom der Gewohnheit, gegen das, was man in der Gesellschaft so tut; und wenn uns diese Botschaft Jesu auch anzieht, treibt uns die Welt im Grunde zu einem anderen Lebensstil. Die Seligpreisungen sind in keiner Weise unbedeutend oder oberflächlich; im Gegenteil, wir können sie nur leben, wenn uns der Heilige Geist mit seiner ganzen Kraft durchdringt und uns von der Schwäche des Egoismus, der Bequemlichkeit und des Stolzes befreit.

66. Hören wir wieder auf Jesus, mit all der Liebe und Achtung, die der Meister verdient. Gestatten wir ihm, dass er uns mit seinen Worten trifft, uns herausfordert, uns zu einer tatsächlichen Änderung des Lebens aufruft. Anderenfalls wird die Heiligkeit nur in Worten bestehen. Rufen wir uns nun die verschiedenen Seligpreisungen in der Version des Matthäusevangeliums in Erinnerung (Mt 5,3-12).[67]


»Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.«

67. Das Evangelium lädt uns ein, die Wahrheit unseres Herzens zu erkennen, um zu sehen, worauf wir die Sicherheit unseres Lebens setzen. Normalerweise fühlt sich der Reiche sicher mit seinen Reichtümern, und er glaubt, dass, wenn diese gefährdet sind, der ganze Sinn seines Lebens auf Erden zerfällt. Jesus selbst sagte es uns im Gleichnis vom reichen Mann, wenn er von diesem sicheren Mann erzählt, der gleich einem Narren nicht daran dachte, dass er noch am gleichen Tag sterben könnte (vgl. Lk 12,16-21).

68. Die Reichtümer bieten dir keine Sicherheit. Es ist vielmehr so: Wenn das Herz sich reich fühlt, ist es so zufrieden mit sich selbst, dass kein Platz bleibt für das Wort Gottes, dafür, die Brüder und Schwestern zu lieben oder sich an den wichtigsten Dingen des Lebens zu erfreuen. So beraubt es sich der größten Güter. Daher nennt Jesus die Armen im Geiste glücklich, die ein armes Herz haben, in das der Herr mit seiner steten Neuheit eintreten kann.

69. Diese Armut im Geiste hängt eng mit jener „heiligen Indifferenz“ zusammen, die der heilige Ignatius von Loyola darlegte. In ihr erlangen wir eine schöne innere Freiheit: »Deshalb ist es nötig, dass wir uns gegenüber allen geschaffenen Dingen in allem, was der Freiheit unserer freien Entscheidungsmacht gestattet und ihr nicht verboten ist, indifferent machen. Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes, und genauso folglich in allem sonst.«[68]

70. Lukas spricht nicht von einer Armut „im Geiste“, sondern nur davon, „arm“ zu sein (vgl. Lk 6,20). So lädt er uns auch zu einem schlichten und genügsamen Leben ein. Auf diese Weise ruft er uns auf, das Leben mit den Notleidenden zu teilen, das Leben, das die Apostel führten, und uns letztendlich Jesus gleichförmig zu machen: »Er, der reich war, wurde […] arm« (2 Kor 8,9).

Im Herzen arm sein, das ist Heiligkeit.


»Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.«

71. Das ist eine starke Aussage in einer Welt, die seit Anbeginn ein Ort der Feindschaft ist, wo überall gestritten wird, wo auf allen Seiten Hass herrscht, wo wir ständig die anderen klassifizieren, nach ihren Ideen und Gewohnheiten bis hin zu ihrer Art zu sprechen oder sich anzuziehen. Letztendlich ist es ein Reich des Stolzes und der Eitelkeit, wo ein jeder glaubt, das Recht zu haben, sich über die anderen zu erheben. Obwohl es unmöglich erscheint, schlägt Jesus dennoch einen anderen Stil vor: Sanftmut. Das ist es, was er mit seinen eigenen Jüngern praktiziert, und was wir bei seinem Einzug in Jerusalem beobachten können: »Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin« (Mt 21,5; vgl. Sach 9,9).

72. Er sagte: »Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele« (Mt 11,29). Wenn wir hochmütig und stolz vor den anderen leben, sind wir am Ende müde und erschöpft. Wenn wir aber ihre Grenzen und Fehler mit Milde und Sanftmut sehen, ohne uns für besser zu halten, dann können wir ihnen zur Hand gehen und vermeiden, unsere Energie in unnützen Klagen zu verschwenden. Für die heilige Thérèse von Lisieux besteht »die vollkommene Liebe darin […], die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern«.[69]

73. Paulus erwähnt die Sanftmut als eine Frucht des Heiligen Geistes (vgl. Gal 5,23). Er schlägt vor, dass wir, wenn uns die Verfehlungen des Bruders oder der Schwester Sorgen machen, uns nähern sollen, um ihn oder sie zurechtzuweisen, aber »im Geist der Sanftmut« (Gal 6,1). Dabei mahnt er: »Gib Acht, dass du nicht selbst in Versuchung gerätst!« (ebd.). Auch wenn man seinen Glauben und seine Überzeugung verteidigt, muss man es »bescheiden« tun (1 Petr 3,16), und selbst die Gegner müssen »mit Güte« behandelt werden (2 Tim 2,25). In der Kirche haben wir uns oft verfehlt, weil wir diesem Auftrag des göttlichen Wortes nicht entsprochen haben.

74. Die Sanftmut ist ein anderer Ausdruck für die innere Armut dessen, der sein Vertrauen allein auf Gott setzt. Deswegen verwendet die Bibel für gewöhnlich das gleiche Wort anawim in Bezug auf die Armen und auf die Sanftmütigen. Es könnte jemand einwenden: „Wenn ich so sanftmütig bin, werden sie denken, ich sei ein Dummkopf, ich sei blöd oder schwach.“ Manchmal mag es so sein, doch lassen wir es zu, dass die anderen das denken. Es ist besser, immer sanftmütig zu sein; unsere größten Wünsche werden sich dann erfüllen: Die Sanftmütigen »werden das Land erben«, das heißt, in ihrem Leben werden sich die Verheißungen Gottes erfüllen. Denn gegen alle Umstände hoffen die Sanftmütigen auf den Herrn, »die aber auf den Herrn hoffen, sie werden das Land besitzen […] ihre Lust haben an der Fülle des Friedens« (Ps 37,9.11). Gleichzeitig vertraut der Herr auf sie: »Auf den blicke ich: auf den Armen und auf den, der zerschlagenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort« (Jes 66,2).

Mit demütiger Sanftmut reagieren, das ist Heiligkeit.


»Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.«

75. Die Welt schlägt uns das Gegenteil vor: Unterhaltung, Genuss, Zerstreuung, Vergnügen. Eben das macht das Leben gut, so sagt sie uns. Der weltlich Gesinnte beachtet es nicht, er schaut weg, wenn es in der Familie oder in seiner Umgebung Probleme durch Krankheit oder Leid gibt. Die Welt will nicht trauern: Sie zieht es vor, leidvolle Situationen zu ignorieren, zu verdecken oder zu verstecken. Man verschwendet viel Energie darauf, den Umständen zu entkommen, in denen das Leiden gegenwärtig ist, und glaubt dabei, dass es möglich ist, die Wirklichkeit zu verschleiern, in der nie, niemals, das Kreuz fehlen kann.

76. Der Mensch, der die Dinge sieht, wie sie wirklich sind, der sich vom Schmerz durchdringen lässt und in seinem Herzen weint, ist fähig, die Tiefen des Lebens zu berühren und wahrhaft glücklich zu sein.[70] Dieser Mensch wird getröstet, aber mit dem Trost Jesu und nicht mit dem der Welt. So kann er sich trauen, fremdes Leid zu teilen, und hört auf, vor den schmerzvollen Situationen zu fliehen. Auf diese Weise findet er, dass das Leben Sinn hat, wenn man dem anderen in seinem Schmerz beisteht, wenn man die fremde Angst versteht, wenn man den anderen Erleichterung verschafft. Dieser Mensch spürt, dass der andere Fleisch von seinem Fleisch ist; er fürchtet sich nicht davor, sich zu nähern und sogar seine Wunde zu berühren; er hat solches Mitleid, das ihn erfahren lässt, dass alle Distanz verschwindet. So kann man die Ermahnung des heiligen Paulus annehmen: »Weint mit den Weinenden!« (Röm 12,15).

Mit den anderen zu trauern wissen, das ist Heiligkeit.


»Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.«

77. Hunger und Durst sind sehr intensive Erfahrungen, weil sie den Grundbedürfnissen entsprechen und mit dem Selbsterhaltungstrieb zu tun haben. Es gibt Menschen, die mit derselben Intensität die Gerechtigkeit begehren und mit großer Sehnsucht nach ihr streben. Jesus sagt, sie werden gesättigt werden, da früher oder später die Gerechtigkeit kommt. Wir können daran mitarbeiten, damit das möglich wird, selbst wenn wir nicht immer die Früchte dieses Einsatzes sehen.

78. Die Gerechtigkeit, die Jesus anbietet, ist jedoch nicht wie die, nach der die Welt trachtet, die oft von schäbigen Interessen befleckt und von der einen oder anderen Seite manipuliert wird. Die Realität zeigt uns, wie leicht es ist, Korruptionsbanden beizutreten oder die tägliche Politik des „do ut des“ mitzumachen, wo alles Geschäft ist. Und wie viele Menschen leiden unter Ungerechtigkeit, wie viele müssen ohnmächtig zusehen, wie die anderen abwechselnd den Kuchen des Lebens unter sich aufteilen. Einige geben auf, für die wahre Gerechtigkeit zu kämpfen, und entscheiden sich dafür, sich auf die Siegerseite zu schlagen. Das hat nichts mit dem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit zu tun, den Jesus lobpreist.

79. Diese Gerechtigkeit wird im Leben eines jeden Wirklichkeit, wenn er in seinen eigenen Entscheidungen gerecht ist, und drückt sich dann in der Suche nach Gerechtigkeit für die Armen und Schwachen aus. Gewiss kann das Wort „Gerechtigkeit“ Synonym für die Treue zu Gottes Willen in unserem ganzen Leben sein. Wenn wir sie jedoch in sehr allgemeinen Sinn verstehen, vergessen wir, dass sie sich vor allem in der Gerechtigkeit gegenüber den Hilflosen zeigt: »Sucht das Recht! Schreitet ein gegen die Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen! (Jes 1,17).

Voll Hunger und Durst die Gerechtigkeit suchen, das ist Heiligkeit.


»Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.«

80. Die Barmherzigkeit beinhaltet zwei Aspekte: den anderen geben, helfen, dienen und ebenso vergeben, verstehen. Matthäus fasst es in der Goldenen Regel so zusammen: »Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!« (7,12). Der Katechismus erinnert uns, dass dieses Gesetz »in allen Fällen«[71] gilt, besonders, wenn jemand »zuweilen vor Situationen [steht], die das Gewissensurteil unsicher und die Entscheidungen schwierig machen«.[72]

81. Geben und vergeben heißt zu versuchen, in unserem Leben einen kleinen Widerschein der Vollkommenheit Gottes, der überreichlich gibt und vergibt, abzubilden. Aus diesem Grund hören wir im Lukasevangelium nicht mehr das Wort: »Seid also vollkommen« (Mt 5,48), sondern: »Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!« (Lk 6,36-38). Und dann fügt Lukas etwas hinzu, dass wir nicht übersehen dürfen: »Denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden« (6,38). Das Maß, das wir verwenden, um zu verstehen und zu vergeben, wird bei uns angewendet werden, um uns zu vergeben. Das Maß, das wir anwenden, um zu geben, wird im Himmel bei uns angewendet werden, um uns zu vergelten. Das sollten wir nicht vergessen.

82. Jesus sagt nicht: „Selig, die auf Rache sinnen“, sondern er preist die selig, die vergeben und es »bis zu siebzigmal siebenmal« (Mt 18,22) tun. Wir müssen daran denken, dass wir alle ein Heer von Begnadigten sind. Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut. Wenn wir uns ehrlich dem Herrn nähern und genau hinhören, werden wir möglicherweise einige Male diesen Tadel vernehmen: »Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?« (Mt 18,33).

Mit Barmherzigkeit sehen und handeln, das ist Heiligkeit.


»Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.«

83. Diese Seligpreisung bezieht sich auf die, welche ein einfaches, reines Herz haben, frei von Schmutz. Denn ein Herz, das zu lieben weiß, lässt nichts in sein Leben eintreten, was gegen diese Liebe verstößt, nichts, was sie abschwächt oder gefährdet. In der Bibel steht das Herz für unsere wahren Absichten, also für das, was wir über das hinaus, was wir vorgeben, wirklich suchen und ersehnen: »Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz« (1 Sam 16,7). Der Herr möchte uns zu Herzen reden (vgl. Hos 2,16) und will sein Gesetz darauf schreiben (vgl. Jer 31,33). Letztendlich will er uns ein neues Herz schenken (vgl. Ez 36,26).

84. »Mehr als alles hüte dein Herz« (Spr 4,23). Nichts, was durch Falschheit beschmutzt ist, hat echten Wert für den Herrn. Er »flieht vor der Falschheit, er entfernt sich von unverständigen Gedanken« (Weish 1,5). Der Vater, der »das Verborgene sieht« (Mt 6,6), erkennt, was nicht rein ist, das heißt, was nicht ehrlich ist, sondern nur Schale und Anschein, so wie auch der Sohn weiß, was in jedem Menschen ist (vgl. Joh 2,25).

85. Gewiss, es gibt keine Liebe ohne Werke der Liebe, aber diese Seligpreisung ruft uns in Erinnerung, dass der Herr eine Hingabe an den Bruder oder die Schwester erwartet, die aus dem Herzen entspringt, denn »wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts« (1 Kor 13,3). Im Matthäusevangelium sehen wir ebenso: Das, was »aus dem Herzen [kommt,] macht den Menschen unrein« (15,18), denn von dort kommen Mord, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und andere böse Taten (vgl. 15,19). In den Absichten des Herzens haben die Wünsche und die tieferen Entscheidungen, die uns wirklich bewegen, ihren Ursprung.

86. Wenn das Herz Gott und den Nächsten liebt (vgl. Mt 22,36-40), wenn dies seine echte Absicht ist und nicht leere Worte, dann ist dieses Herz rein und kann Gott schauen. Der heilige Paulus ruft uns in seinem Hohelied der Liebe in Erinnerung: »Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse« (1 Kor 13,12), aber in dem Maß, in dem die Liebe wirklich herrscht, werden wir fähig werden, zu schauen »von Angesicht zu Angesicht« (ebd.). Jesus verheißt: Die reinen Herzens sind, »werden Gott schauen«.

Das Herz rein halten von allem, was die Liebe befleckt, das ist Heiligkeit.


»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.«

87. Diese Seligpreisung lässt uns an die zahlreichen Kriegssituationen denken, die sich wiederholen. Es kommt häufig vor, dass wir Auseinandersetzungen oder zumindest Missverständnisse verursachen. Zum Beispiel, wenn ich etwas über jemanden höre, zu einem anderen gehe und es ihm weitersage; dabei mache ich vielleicht eine zweite, etwas erweiterte Version daraus und verbreite sie. Wenn ich damit mehr Schaden anrichten kann, scheint es mir größere Befriedigung zu bereiten. Die Welt des Geredes, gemacht von Menschen, die gerne kritisieren und zerstören, baut den Frieden nicht auf. Diese Menschen sind vielmehr Feinde des Friedens und in keiner Weise selig.[73]

88. Die Friedfertigen sind Quelle des Friedens, sie bauen Frieden und soziale Freundschaft auf. Denen, die sich darum bemühen, überall Frieden zu säen, macht Jesus eine schöne Verheißung: »Sie werden Kinder Gottes genannt werden« (Mt 5,9). Er trug seinen Jüngern auf, beim Betreten eines Hauses zu sagen: »Friede diesem Haus!« (Lk 10,5). Das Wort Gottes fordert jeden Gläubigen dazu auf, »zusammen mit allen« nach Frieden zu streben (vgl. 2 Tim 2,22), denn »die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden für die gesät, die Frieden schaffen« (Jak 3,18). Wenn wir manchmal in unserer Gemeinschaft Zweifel darüber haben, was zu tun ist, dann »lasst uns also dem nachjagen, was dem Frieden dient« (Röm 14,19), denn die Einheit steht über dem Konflikt.[74]

89. Es ist nicht einfach, diesen Frieden des Evangeliums aufzubauen, der niemanden ausschließt, sondern der auch die einschließt, die etwas seltsam sind, die schwierigen und komplizierten Menschen, diejenigen, die nach Aufmerksamkeit verlangen, die verschieden sind, die vom Leben schwer getroffen wurden, die andere Interessen haben. Es ist hart und erfordert eine große Weite des Denkens und des Herzens, weil es nicht um »einen Konsens auf dem Papier […] oder einen oberflächlichen Frieden für eine glückliche Minderheit«[75] geht, noch um einen »Plan einiger weniger für einige wenige«.[76] Ebenso wenig geht es darum zu versuchen, die Konflikte zu ignorieren oder sie zu verschleiern, sondern um »die Bereitschaft, den Konflikt zu erleiden, ihn zu lösen und zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses zu machen«.[77] Es geht darum, Handwerker des Friedens zu sein, weil den Frieden aufzubauen eine Kunst ist, die Gelassenheit, Kreativität, Feingefühl und Geschicklichkeit erfordert.

Um uns herum Frieden säen, das ist Heiligkeit.


»Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.«

90. Jesus selbst betont, dass dieser Weg gegen den Strom geht, ja so weit führt, dass wir zu Menschen werden, die mit ihrem Leben die Gesellschaft infrage stellen, zu Personen, die stören. Jesus erinnert daran, wie viele Menschen verfolgt werden und wurden, einfach weil sie für die Gerechtigkeit gekämpft haben, weil sie ihr Engagement für Gott und für die anderen gelebt haben. Wenn wir nicht in einer blassen Mittelmäßigkeit versinken wollen, dürfen wir kein bequemes Leben anstreben, denn »wer sein Leben retten will, wird es verlieren« (Mt 16,25).

91. Man kann nicht erwarten, dass alles um uns herum günstig dafür ist, um das Evangelium zu leben. Oft stehen nämlich Machtambitionen und weltliche Interessen im Weg. Der heilige Johannes Paul II. sagte: »Entfremdet wird eine Gesellschaft, die in ihren sozialen Organisationsformen, in Produktion und Konsum, die Verwirklichung [der] Hingabe und die Bildung [der] zwischenmenschlichen Solidarität erschwert.«[78] In einer solchen entfremdeten Gesellschaft, die gefangen ist in einem politischen, medialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sogar religiösen Geflecht, das ihre authentische menschliche und soziale Entwicklung behindert, gestaltet es sich schwierig, die Seligpreisungen zu leben, ja dies kann geradezu verpönt, beargwöhnt oder lächerlich gemacht werden.

92. Das Kreuz, vor allem die Erschöpfung und die Schmerzen, die wir ertragen, um das Gebot der Liebe zu leben und den Weg der Gerechtigkeit zu gehen, ist Quelle der Reifung und der Heiligung. Denken wir daran, dass das Neue Testament, wenn es von den Leiden spricht, die um des Evangeliums willen ertragen werden müssen, sich eben auf die Verfolgungen bezieht (vgl. Apg 5,41; Phil 1,29; Kol 1,24; 2 Tim 1,12; 1 Petr 2,20; 4,14-16; Offb 2,10).

93. Wir sprechen jedoch von den unausweichlichen Verfolgungen, nicht von denen, die wir selbst durch eine missverständliche Art und Weise, die anderen zu behandeln, verursachen können. Ein Heiliger ist kein abgehobener Sonderling, der unausstehlich wird wegen seiner Eitelkeit, seiner Negativität und seinem Unmut. Die Apostel Christi waren nicht so. Die Apostelgeschichte erzählt nachdrücklich, dass sie Gunst »beim ganzen Volk« fanden (Apg 2,47; vgl. 4,21.33; 5,13), während manche, die etwas zu sagen hatten, sie drangsalierten und verfolgten (vgl. Apg 4,1-3; 5,17-18).

94. Die Verfolgungen sind keine Realität der Vergangenheit; auch heute erleiden wir sie, sei es auf blutige Weise, wie viele Märtyrer unserer Zeit, oder auf subtilere Weise durch Verleumdungen und Unwahrheiten. Jesus sagt, dass wir selig sein werden, wenn man »alles Böse über euch redet um meinetwillen« (Mt 5,11). Andere Male handelt es sich um Verspottungen, die unseren Glauben verzerren und uns als lächerlich darstellen wollen.

Jeden Tag den Weg des Evangeliums annehmen, auch wenn er Schwierigkeiten mit sich bringt, das ist Heiligkeit.


Der große Maßstab

95. Im Kapitel 25 des Matthäusevangeliums (Verse 31-46) verweilt Jesus erneut bei einer dieser Seligpreisungen, nämlich bei der, welche die Barmherzigen selig nennt. Wenn wir die Heiligkeit suchen, die in Gottes Augen gefällt, dann entdecken wir gerade in diesem Text einen Maßstab, nach dem wir geurteilt werden: »Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen« (25,35-36).


Aus Treue zum Meister

96. Heilig sein bedeutet daher nicht, in einer vermeintlichen Ekstase die Augen zu verdrehen. Es sagte schon der heilige Johannes Paul II.: »Wenn wir wirklich von der Betrachtung Christi ausgegangen sind, werden wir in der Lage sein, ihn vor allem im Antlitz derer zu erkennen, mit denen er sich selbst gern identifiziert hat.«[79] Die Aussage von Matthäus 25,35-36 »ist nicht nur eine Aufforderung zur Nächstenliebe; sie ist ein Stück Christologie, das einen Lichtstrahl auf das Geheimnis Christi wirft«.[80] In diesem Aufruf, ihn in den Armen und Leidenden zu erkennen, offenbart sich das Herz Christi selbst, seine Gesinnung und seine innersten Entscheidungen, die jeder Heilige nachzuahmen sucht.

97. Angesichts dieser schlagkräftigen Aufforderungen Jesu ist es meine Pflicht, die Christen zu bitten, sie anzunehmen und zu empfangen, und zwar „sine glossa“, das heißt, ohne Kommentar, ohne Ausflüchte und Ausreden, die ihnen Kraft entziehen. Der Herr hat uns ganz deutlich gesagt, dass die Heiligkeit weder verstanden noch gelebt werden kann, wenn man von seinen Forderungen absieht, denn die Barmherzigkeit ist »das pulsierende Herz des Evangeliums«.[81]

98. Wenn ich einem Menschen begegne, der in einer kalten Nacht unter freiem Himmel schläft, kann ich fühlen, dass dieser arme Wicht etwas Unvorhergesehenes ist, das mir dazwischenkommt, ein Nichtsnutz und Gauner, ein Störenfried auf meinem Weg, ein lästiger Stachel für mein Gewissen, ein Problem, das die Politiker lösen müssen, und vielleicht sogar ein Abfall, der den öffentlichen Bereich verschmutzt. Oder ich kann aus dem Glauben und der Liebe heraus reagieren und in ihm ein menschliches Wesen erkennen, mit gleicher Würde wie ich, ein vom Vater unendlich geliebtes Geschöpf, ein Abbild Gottes, ein von Jesus Christus erlöster Bruder oder Schwester. Das heißt es, Christ zu sein! Oder kann man etwa die Heiligkeit abseits dieses konkreten Anerkennens der Würde jedes menschlichen Wesens verstehen?[82]

99. Dies bringt für die Christen eine gesunde bleibende Unruhe mit sich. Auch wenn die Unterstützung einer einzigen Person schon alle unsere Anstrengungen rechtfertigt, ist es nicht genug für uns. Die Bischöfe Kanadas haben dies deutlich zum Ausdruck gebracht. In ihren biblischen Katechesen über das Jubeljahr haben sie zum Beispiel gezeigt, dass es nicht bloß darum geht, einige gute Werke zu vollbringen, sondern darum, einen gesellschaftlichen Wandel anzustreben: »Damit die künftigen Generationen auch befreit wären, musste das Ziel klar darin liegen, gerechte soziale und wirtschaftliche Systeme wiederherzustellen, damit es keine Exklusion mehr geben könnte.«[83]


Die Ideologien, die den Kern des Evangeliums entstellen

100. Ich bedaure, dass uns die Ideologien oft zu zwei schädlichen Fehlern verleiten. Einerseits zu dem jener Christen, die diese Forderungen des Evangeliums von ihrer persönlichen Beziehung zum Herrn, von ihrer inneren Verbindung mit ihm, von der Gnade trennen. So wird das Christentum zu einer Art NGO, es wird jener leuchtenden Spiritualität beraubt, die der heilige Franz von Assisi, der heilige Vinzenz von Paul, die heilige Teresa von Kalkutta und viele andere so klar gelebt und sichtbar gemacht haben. Weder das Gebet noch die Liebe zu Gott oder das Lesen des Evangeliums gaben diesen großen Heiligen Anlass dazu, die Leidenschaft und die Wirksamkeit ihrer Hingabe an den Nächsten zu verringern, ganz im Gegenteil.

101. Schädlich und ideologisch ist ebenso der Fehler derer, die in ihrem Leben dem sozialen Einsatz für die anderen misstrauen, weil sie ihn für oberflächlich, weltlich, säkularisiert, immanentistisch, kommunistisch oder populistisch halten, oder die ihn relativieren, als würde es wichtigere Dinge geben bzw. als würde er nur eine bestimmte von ihnen verteidigte Ethik oder ein entsprechendes Argument betreffen. Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht und es die Liebe zu jeder Person unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe verlangt. Aber gleichermaßen heilig ist das Leben der Armen, die schon geboren sind und sich herumschlagen mit dem Elend, mit der Verlassenheit, der Ausgrenzung, dem Menschenhandel, mit der versteckten Euthanasie der Kranken und Alten, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, mit den neuen Formen von Sklaverei und jeder Form des Wegwerfens.[84] Wir können kein Heiligkeitsideal in Erwägung ziehen, das die Ungerechtigkeit dieser Welt nicht sieht, wo einige feiern, fröhlich verbrauchen und ihr Leben auf die Neuheiten des Konsums reduzieren, während andere nur von außen zuschauen können und gleichzeitig ihr Leben weiter voranschreitet und armselig zu Ende geht.

102. Oft hört man, dass angesichts des Relativismus und der Grenzen der heutigen Welt beispielsweise die Lage der Migranten eine weniger wichtige Angelegenheit wäre. Manche Katholiken behaupten, es sei ein nebensächliches Thema gegenüber den „ernsthaften“ Themen der Bioethik. Dass ein um seinen Erfolg besorgter Politiker so etwas sagt, kann man verstehen, aber nicht ein Christ, zu dem nur die Haltung passt, sich in die Lage des Bruders und der Schwester zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten. Sehen wir, dass es genau das ist, was Jesus von uns verlangt, wenn er uns sagt, dass wir in jedem Fremden ihn selbst aufnehmen (vgl. Mt 25,35)? Der heilige Benedikt hat dies ohne Vorbehalte angenommen. So hat er, auch wenn dies das Leben der Mönche „verkomplizieren“ könnte, festgelegt, dass alle Gäste, die zum Kloster kommen, »wie Christus«[85] aufgenommen werden sollen, indem ihnen sogar Zeichen der Verehrung erwiesen werden[86], und dass die Armen und Pilger vor allem mit »Eifer und Sorge«[87] behandelt werden sollen.

103. Ähnliches legt das Alte Testament dar, wenn es sagt: »Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid im Land Ägypten Fremde gewesen« (Ex 22,20). »Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen« (Lev 19,33-34). Es handelt sich daher nicht um die Erfindung eines Papstes oder um eine momentane Begeisterung. Auch wir sind im gegenwärtigen Kontext berufen, den Weg der geistlichen Erleuchtung zu leben, den uns der Prophet Jesaja zeigt, wenn er sich fragt, was dem Herrn gefällt: »Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot« (58,7-8).


Der Gottesdienst, der Gott mehr gefällt

104. Wir denken vielleicht, dass wir Gott die Ehre nur mit dem Gottesdienst und dem Gebet geben oder wenn wir lediglich einige ethische Vorschriften beachten – in der Tat kommt der Beziehung zu Gott der Vorrang zu –, und vergessen dabei, dass das Kriterium für die Beurteilung unseres Lebens vor allem darin besteht, was wir den anderen getan haben. Das Gebet ist wertvoll, wenn es eine tägliche liebende Hingabe fördert. Unser Gottesdienst ist dem Herrn wohlgefällig, wenn wir dort unsere Vorsätze, großherzig zu leben, hineintragen und wenn wir zulassen, dass die Gabe Gottes, die wir im Gottesdienst empfangen haben, in der Hingabe an die Brüder und Schwestern sichtbar wird.

105. Aus demselben Grund besteht die beste Art und Weise zu beurteilen, ob unser Weg des Gebets authentisch ist, darin zu beobachten, in welchem Maß sich unser Leben im Licht der Barmherzigkeit verwandelt. Denn die »Barmherzigkeit [ist] nicht nur eine Eigenschaft des Handelns Gottes […] Sie wird vielmehr auch zum Kriterium, an dem man erkennt, wer wirklich seine Kinder sind.«[88] Sie ist »der Tragebalken, der das Leben der Kirche stützt«.[89] Ich möchte einmal mehr unterstreichen: Wenngleich die Barmherzigkeit die Gerechtigkeit und Wahrheit nicht ausschließt, »müssen wir [vor allem] erklären, dass die Barmherzigkeit die Fülle der Gerechtigkeit und die leuchtendste Bekundung der Wahrheit Gottes ist«.[90] Sie ist »der Schlüssel zum Himmel«.[91]

106. Ich kann nicht umhin, an die Frage zu erinnern, die sich der heilige Thomas von Aquin bezüglich unserer größten Handlungen, der äußeren Werke, die unserer Liebe zu Gott am besten Ausdruck verleihen, stellte. Ohne zu zweifeln antwortete er, dass es die Werke der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten[92] sind, mehr als die Akte des Gottesdienstes: »Wir ehren Gott durch die äußeren Opfer und Geschenke nicht seinetwegen, sondern unseretwegen und des Nächsten wegen; denn er bedarf unserer Opfer nicht, sondern will, dass sie ihm dargebracht werden um unserer Hingabe und um des Nutzens des Nächsten willen. Deshalb ist das Erbarmen, durch das wir dem Elend der anderen zu Hilfe kommen, ein Opfer, das ihm wohlgefälliger ist, weil es dem Nutzen des Nächsten näherkommt.«[93]

107. Wer in Wahrheit Gott mit seinem Leben ehren möchte, wer sich wirklich nach der Heiligung sehnt, damit sein Dasein Gott, den Heiligen, verherrlicht, der ist berufen, sich voll Leidenschaft zu verzehren und abzuplagen im Bemühen, die Werke der Barmherzigkeit zu leben. Eben dies hat die heilige Teresa von Kalkutta sehr gut verstanden: »Ja, ich habe viele menschliche Schwächen, viele menschliche Armseligkeiten. […] Aber er erniedrigt sich und bedient sich unser – deiner und meiner –, damit wir seine Liebe und sein Mitleid in der Welt sind, trotz unserer Sünden, trotz unserer Armseligkeiten und unserer Fehler. Er hängt von uns ab, um die Welt zu lieben und ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Wenn wir uns zu sehr um uns selbst kümmern, bleibt uns keine Zeit für die anderen.«[94]

108. Der hedonistische Konsumismus kann uns einen bösen Streich spielen, denn in der Vergnügungssucht sind wir schließlich allzu sehr konzentriert auf uns selbst, auf unsere Rechte und auf die verbissene Jagd auf freie Zeit, um das Leben zu genießen. Kraft zur Hilfe für Notleidende aufzubringen und einzusetzen fällt uns schwer, wenn wir nicht eine gewisse Genügsamkeit pflegen und gegen den fieberhaften Kaufzwang der Konsumgesellschaft ankämpfen, der uns am Ende bloß zu unzufriedenen Armen macht, die alles haben und ausprobieren wollen. Auch der Konsum oberflächlicher Nachrichten und die Formen schneller virtueller Kommunikation können ein Faktor von Verblödung sein, der uns unsere ganze Zeit raubt und uns vom leidenden Fleisch der Brüder und Schwestern entfernt. Inmitten dieses aktuellen Trubels erschallt wieder das Evangelium, um uns ein anderes, gesünderes und glücklicheres Leben anzubieten.

* * *

109. Die Kraft des Zeugnisses der Heiligen liegt darin, die Seligpreisungen und den Maßstab des Jüngsten Gerichts zu leben. Es sind wenige, einfache Worte, aber praktisch und für alle gültig; das Christentum ist nämlich vor allem dafür gemacht, gelebt zu werden; wenn es auch Gegenstand von Reflexion ist, so hat dies nur Wert, wenn es hilft, das Evangelium im Alltag zu leben. Ich empfehle nachdrücklich, diese großen biblischen Texte immer wieder zu lesen, sich an sie zu erinnern, mit ihnen zu beten und zu versuchen, sie Gestalt werden zu lassen. Sie werden uns gut tun und uns wahrhaft glücklich machen.


VIERTES KAPITEL

EINIGE MERKMALE DER HEILIGKEIT IN DER WELT VON HEUTE


110. Innerhalb des großen Rahmens der Heiligkeit, die uns die Seligpreisungen und Matthäus 25,31-46 vorlegen, möchte ich einige Merkmale oder spirituelle Ausdrücke aufgreifen, die meines Erachtens nicht fehlen dürfen, um den Lebensstil zu verstehen, zu dem der Herr uns ruft. Ich werde mich nicht dabei aufhalten, die Mittel der Heiligung zu erklären, die wir bereits kennen: die verschiedenartigen Methoden des Gebets, die kostbaren Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung, das Opferbringen, die verschiedenen Frömmigkeitsformen, die geistliche Begleitung und viele andere. Ich werde mich nur auf einige Aspekte des Rufes zur Heiligkeit beziehen, von denen ich hoffe, dass sie in besonderer Weise Resonanz finden.

111. Diese Merkmale, die ich hervorheben will, umfassen beileibe nicht alle, die einem Modell von Heiligkeit Gestalt geben können. Es sind jedoch fünf große Bekundungen der Liebe zu Gott und zum Nächsten, die ich als von besonderer Wichtigkeit erachte aufgrund einiger Gefahren und Grenzen der heutigen Kultur. In ihr zeigen sich: die nervöse und heftige Unruhe, die uns zerstreut und schwächt; die negative Einstellung und die Traurigkeit; die bequeme, konsumorientierte und egoistische Trägheit; der Individualismus und viele Formen einer falschen Spiritualität ohne Gottesbegegnung, die den aktuellen Religionsmarkt beherrschen.


Durchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut

112. Das erste dieser wichtigen Merkmale ist, auf Gott hin, der uns liebt und trägt, zentriert und in ihm gefestigt zu sein. Von dieser inneren Gefestigtheit her ist es möglich, die Unannehmlichkeiten zu ertragen und zu erdulden, die Höhen und Tiefen des Lebens, aber auch die Aggressionen der anderen, ihre Treulosigkeiten und Fehler: »Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?« (Röm 8,31). Dies ist die Quelle des Friedens, der sich im Verhalten eines Heiligen zeigt. Ausgehend von einer solchen inneren Gefestigtheit besteht in unserer beschleunigten, unbeständigen und aggressiven Welt das Zeugnis der Heiligkeit aus Geduld und Beständigkeit im Guten. Es ist die Treue der Liebe, denn wer sich auf Gott stützt (griech. pistis), der kann auch den Brüdern und Schwestern gegenüber treu sein (griech. pistós), lässt sie in schlechten Zeiten nicht im Stich, lässt sich nicht von ihrer Angst anstecken und bleibt beharrlich an der Seite der anderen, auch wenn ihm das keine unmittelbaren Genugtuungen bringt.

113. Der heilige Paulus lud die Römer dazu ein, »niemandem Böses mit Bösem« zu vergelten (Röm 12,17), sich »nicht selbst« Gerechtigkeit zu verschaffen (12,19) und sich nicht vom Bösen besiegen zu lassen, sondern »das Böse durch das Gute zu besiegen« (12,21). Diese Haltung ist nicht Ausdruck von Schwäche, sondern von wahrer Stärke, denn Gott selbst »ist langmütig und groß an Kraft« (Nah 1,3). Das Wort Gottes fordert uns auf: »Jede Art von Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung mit allem Bösen verbannt aus eurer Mitte!« (Eph 4,31).

114. Wir müssen kämpfen und aufmerksam sein gegenüber unseren eigenen aggressiven und egozentrischen Neigungen, um sie nicht Wurzeln schlagen zu lassen: »Wenn ihr zürnt, sündigt nicht! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen« (Eph 4,26). Wenn es belastende Umstände gibt, können wir immer auf den Anker der inständigen Bitte zurückgreifen, der uns wieder in den Händen Gottes und an der Quelle des Friedens fest macht: »Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen […] bewahren« (Phil 4,6-7).

115. Auch Christen können über das Internet und die verschiedenen Foren und Räume des digitalen Austausches Teil von Netzwerken verbaler Gewalt werden. Sogar in katholischen Medien können die Grenzen überschritten werden; oft bürgern sich Verleumdung und üble Nachrede ein, und jegliche Ethik und jeglicher Respekt vor dem Ansehen anderer scheinen außen vor zu bleiben. So entsteht ein gefährlicher Dualismus, weil in diesen Netzwerken Dinge gesagt werden, die im öffentlichen Leben nicht tolerierbar wären, und man versucht, im wütenden Abladen von Rachegelüsten die eigene Unzufriedenheit zu kompensieren. Es ist auffällig, dass unter dem Vorwand, andere Gebote zu verteidigen, das achte Gebot – »Du sollst kein falsches Zeugnis geben« – zuweilen komplett übergangen und das Ansehen anderer gnadenlos zerstört wird. Dort zeigt sich ohne Kontrolle, dass die Zunge »eine Welt voll Ungerechtigkeit ist« und »das Rad des Lebens in Brand setzt«, während sie selbst »von der Hölle in Brand gesetzt« wird (Jak 3,6).

116. Die innere Gefestigtheit ist ein Werk der Gnade und bewahrt uns davor, uns von der Gewalt mitreißen zu lassen, die sich im sozialen Leben verbreitet. Denn die Gnade schwächt die Eitelkeit ab und ermöglicht die Sanftmut des Herzens. Der Heilige verschwendet seine Energien nicht damit, über fremde Fehler zu klagen; er kann über die Schwächen seiner Brüder und Schwestern schweigen und vermeidet verbale Gewalt, die zerstört und misshandelt; er hält sich nämlich nicht für würdig, den anderen gegenüber hart zu sein, sondern schätzt sie vielmehr »höher ein als sich selbst« (Phil 2,3).

117. Es tut uns nicht gut, von oben herabzuschauen, die Rolle gnadenloser Richter einzunehmen, die anderen für unwürdig zu halten und ständig Belehrungen geben zu wollen. Dies ist eine subtile Form der Gewalt.[95] Der heilige Johannes vom Kreuz schlug etwas anderes vor: »Sei stets mehr ein Freund davon, von allen belehrt zu werden, als auch nur den geringsten von allen belehren zu wollen.«[96] Und er fügte einen Ratschlag hinzu, um den Feind fernzuhalten: »Indem du dich über das Gute bei den anderen genauso freust wie über das deine und wünschst – und zwar mit aufrichtigem Herzen –, dass man ihnen in allem den Vorrang vor dir gebe. Auf diese Weise wirst du das Böse durch das Gute besiegen und den bösen Geist weit vertreiben und Herzensfreude erlangen. Bemühe dich, das noch mehr denen gegenüber zu üben, die dir am wenigsten gefallen. Und wisse, dass du, wenn du dies nicht ausübst, weder zur wahren Nächstenliebe gelangen, noch in ihr vorankommen wirst.«[97]

118. Die Demut kann im Herzen nur durch Demütigungen Wurzeln schlagen. Ohne sie gibt es weder Demut noch Heiligkeit. Wenn du nicht fähig bist, einige Demütigungen zu ertragen und aufzuopfern, so bist du nicht demütig und befindest dich nicht auf dem Weg der Heiligkeit. Die Heiligkeit, die Gott seiner Kirche schenkt, kommt durch die Demütigung seines Sohnes, das ist der Weg. Die Demütigung macht dich Jesus ähnlich, sie ist unumgänglicher Teil der Nachfolge Christi: »Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt« (1 Petr 2,21). Er bringt seinerseits die Demut des Vaters zum Ausdruck, der sich demütigt, um mit seinem Volk unterwegs zu sein, der dessen Treulosigkeiten und Murren erträgt (vgl. Ex 34,6-9; Weish 11,23-12,2; Lk 6,36). Aus diesem Grund »freuten sich« die Apostel nach ihrer Demütigung, »dass sie gewürdigt worden waren, für Jesu Namen Schmach zu erleiden« (Apg 5,41).

119. Ich beziehe mich nicht nur auf die grausamen Situationen des Martyriums, sondern auf die alltäglichen Demütigungen jener, die schweigen, um ihre Familie zu retten; oder die es vermeiden, gut von sich selbst zu sprechen, und es vorziehen, andere zu preisen, anstatt sich selbst zu rühmen; die weniger glanzvolle Aufgaben wählen, und es sogar manchmal vorziehen, etwas Ungerechtes zu ertragen, um es dem Herrn aufzuopfern: »Wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes« (1 Petr 2,20). Das bedeutet nicht, mit gesenktem Kopf umherzulaufen, wenig zu sprechen oder die Gesellschaft zu fliehen. Manchmal kann jemand – gerade weil er von der Ichbezogenheit befreit ist – es wagen, auf liebevolle Weise zu diskutieren, Gerechtigkeit einzufordern oder die Schwachen vor den Mächtigen zu verteidigen, auch wenn ihm das negative Folgen für sein Ansehen einbringt.

120. Ich sage nicht, dass die Demütigung etwas Angenehmes ist – denn das wäre Masochismus –, sondern dass es sich um einen Weg handelt, um Jesus nachzuahmen und in der Vereinigung mit ihm zu wachsen. Das ist nicht auf natürliche Weise zu verstehen und die Welt spottet über einen solchen Vorschlag. Es ist eine Gnade, die wir erbitten müssen: „Herr, wenn die Demütigungen kommen, so hilf mir, zu erkennen, dass ich dir folge, auf deinem Weg.“

121. Eine solche Haltung setzt ein durch Christus befriedetes Herz voraus, befreit von dieser Aggressivität, die aus einem überhöhten Ich hervorgeht. Ebendiese gnadengewirkte Befriedung erlaubt uns, eine innere Sicherheit zu bewahren sowie im Guten durchzuhalten und auszuharren, selbst wenn ich »durch das trostlose Tal« gehe (Ps 23,4), oder selbst wenn »ein Heer mich belagert« (Ps 27,3). Fest gegründet im Herrn, dem Fels, können wir singen: »In Frieden leg’ ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, lässt mich sorglos wohnen« (Ps 4,9). Letzten Endes »ist« Christus »unser Friede« (Eph 2,14), er kam, »um unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens« (Lk 1,79). Er übermittelte der heiligen Faustyna Kowalska: »Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an die göttliche Barmherzigkeit wendet.«[98] Verfallen wir also nicht der Versuchung, die innere Sicherheit in den Erfolgen, in den leeren Vergnügungen, in den Besitztümern, in der Herrschaft über andere oder im gesellschaftlichen Ansehen zu suchen: »Meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt« (Joh 14,27).


Freude und Sinn für Humor

122. Das bisher Gesagte impliziert nicht einen apathischen, traurigen, säuerlichen, melancholischen Geist oder ein schwaches Profil ohne Kraft. Der Heilige ist fähig, mit Freude und Sinn für Humor zu leben. Ohne den Sinn für die Wirklichkeit zu verlieren, erleuchtet er die anderen mit einem positiven und hoffnungsfrohen Geist. Christ sein bedeutet »Freude im Heiligen Geist« (Röm 14,17), denn »auf die heilige Liebe folgt mit Notwendigkeit die Freude. Denn der Liebende freut sich über die Verbindung mit dem Geliebten […] Daher ist die Gefolgschaft der Liebe die Freude.«[99] Wir haben die Schönheit seines Wortes empfangen und es mit offenen Armen »trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt« (1 Thess 1,6). Wenn wir zulassen, dass der Herr uns aus unserem Korsett herausholt und unser Leben verwandelt, dann werden wir verwirklichen können, was der heilige Paulus forderte: »Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!« (Phil 4,4).

123. Die Propheten kündigten die Zeit Jesu, die wir nun leben, als eine Offenbarung der Freude an: »Jauchzt und jubelt!« (Jes 12,6). »Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude!« (Jes 40,9). »Freut euch, ihr Berge! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und sich seiner Armen erbarmt« (Jes 49,13). »Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil« (Sach 9,9). Vergessen wir nicht die Aufforderung Nehemias: »Seid nicht besorgt, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke« (8,10).

124. Maria hat verstanden, die Neuheit zu entdecken, die Jesus uns brachte, und sang: »Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter« (Lk 1,47). Jesus selbst war »vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude« (Lk 10,21). Wenn er vorüberging, »freute sich das ganze Volk« (Lk 13,17). Nach seiner Auferstehung herrschte dort, wo die Jünger hinkamen, »große Freude« (Apg 8,8). Uns gibt Jesus eine Sicherheit: »Ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln […] ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude« (Joh 16,20.22). »Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird« (Joh 15,11).

125. Es gibt schwere Momente, Zeiten des Kreuzes, doch nichts kann die übernatürliche Freude zerstören: »Sie passt sich an und verwandelt sich, und bleibt immer wenigstens wie ein Lichtstrahl, der aus der persönlichen Gewissheit hervorgeht, jenseits von allem grenzenlos geliebt zu sein.«[100] Es ist eine innere Sicherheit, eine hoffnungsfrohe Gelassenheit, die eine geistliche Zufriedenheit schenkt, die für weltliche Maßstäbe unverständlich ist.

126. Normalerweise wird die christliche Freude von einem Sinn für Humor begleitet, sehr markant zum Beispiel beim heiligen Thomas Morus, beim heiligen Vinzenz von Paul oder beim heiligen Philipp Neri. Missmut ist kein Zeichen von Heiligkeit: »Halte deinen Sinn von Ärger frei!« (Koh 11,10). Es ist so viel, was wir vom Herrn erhalten, »um es zu genießen« (1 Tim 6,17), dass die Traurigkeit mitunter mit Undankbarkeit zu tun hat: Man ist so in sich selbst verschlossen, dass man unfähig wird, die Geschenke Gottes anzuerkennen.[101]

127. Seine väterliche Liebe lädt uns ein: »Mein Sohn, tu dir selbst Gutes […] Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages« (Sir 14,11.14). Er will, dass wir positiv sind, dankbar und nicht zu kompliziert: »Am Glückstag erfreue dich […] Gott hat die Menschen recht gemacht, sie aber haben sich in allen möglichen Berechnungen versucht« (Koh 7,14.29). In jedem Fall muss man einen beweglichen Geist bewahren und es wie der heilige Paulus machen: »Ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden« (Phil 4,11). Dies lebte der heilige Franz von Assisi. Er konnte angesichts eines Stücks harten Brotes von Dankbarkeit ergriffen werden oder Gott allein wegen der Windbrise, die sein Gesicht streichelte, glücklich lobpreisen.

128. Ich rede nicht von der konsumorientierten und individualistischen Freude, die in einigen kulturellen Ausprägungen von heute so präsent ist. Denn der Konsumismus stopft das Herz nur voll; er kann gelegentliches und vorübergehendes Vergnügen bieten, aber keine Freude. Ich beziehe mich vielmehr auf die Freude, die man in Gemeinschaft erlebt, die man teilt und verteilt, denn »geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35) und »Gott liebt einen fröhlichen Geber« (2 Kor 9,7). Die geschwisterliche Liebe vervielfacht unsere Fähigkeit zur Freude, weil sie uns fähig macht, uns über das Wohl der anderen zu freuen: »Freut euch mit den Fröhlichen« (Röm 12,15). »So ist es uns eine Freude, wenn wir schwach dastehen, ihr aber euch als stark erweist« (2 Kor 13,9). Wenn wir uns dagegen »vor allem auf unsere eigenen Bedürfnisse konzentrieren, verurteilen wir uns dazu, mit wenig Freude zu leben«.[102]


Wagemut und Eifer

129. Zugleich bedeutet Heiligkeit auch parrhesía: sie ist Wagemut, ist Antrieb zur Evangelisierung, die eine Spur in dieser Welt hinterlässt. Damit das möglich ist, kommt Jesus selbst uns entgegen und sagt uns einmal mehr mit Gelassenheit und Entschlossenheit: »Fürchtet euch nicht!« (Mk 6,50). »Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,20). Diese Worte helfen uns, voranzuschreiten und zu dienen mit jener Haltung voller Mut, die der Heilige Geist in den Aposteln weckte und die sie antrieb, Jesus Christus zu verkünden. Wagemut, Enthusiasmus, mit Freimut sprechen, apostolischer Eifer – all das ist im griechischen Wort parrhesía enthalten, dem Wort, mit dem die Bibel auch die Freiheit einer Existenz ausdrückt, die offen ist, weil sie für Gott und für die anderen verfügbar ist (vgl. Apg 4,29; 9,28; 28,31; 2 Kor 3,12; Eph 3,12; Hebr 3,6; 10,19).

130. Der selige Paul VI. erwähnte unter den Hindernissen für die Evangelisierung gerade den Mangel an parrhesía: »den Mangel an Eifer, der umso schwerwiegender ist, weil er aus dem Innern entspringt«.[103] Wie oft sind wir versucht, aus Bequemlichkeit am Ufer zu bleiben! Doch der Herr ruft uns, aufs Meer hinauszufahren und die Netze in tieferen Gewässern auszuwerfen (vgl. Lk 5,4). Er lädt uns ein, unser Leben in seinem Dienst zu verausgaben. In ihm verankert fassen wir Mut, alle unsere Charismen in den Dienst der anderen zu stellen. Hoffentlich fühlen wir uns durch seine Liebe gedrängt (vgl. 2 Kor 5,14) und können mit dem heiligen Paulus sagen: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1 Kor 9,16).

131. Schauen wir auf Jesus: Sein tiefes Mitleid ließ ihn nicht in sich selbst zurückziehen, es war kein lähmendes, furchtsames oder verschämtes Mitleid, wie es bei uns oft vorkommt, sondern das genaue Gegenteil. Es war ein Mitleid, das ihn dazu bewegte, kraftvoll aus sich herauszugehen, um zu verkünden, um in die Mission zu senden, um auszusenden, zu heilen und zu befreien. Erkennen wir unsere Schwachheit, aber lassen wir zu, dass Jesus sie in seine Hände nimmt und uns in die Mission hinaustreibt. Wir sind schwach, aber Träger eines Schatzes, der uns groß macht und der die besser und glücklicher machen kann, die ihn empfangen. Wagemut und apostolischer Mut sind konstitutiv für die Mission.

132. Die parrhesía ist Kennzeichen des Heiligen Geistes, Zeugnis für die Glaubwürdigkeit der Verkündigung. Sie ist frohe Sicherheit, die uns dazu bringt, uns des Evangeliums, das wir verkünden, zu rühmen, sie ist unerschütterliches Vertrauen in die Treue des treuen Zeugen schlechthin, der uns die Sicherheit gibt, dass nichts »uns scheiden« kann »von der Liebe Gottes« (Röm 8,39).

133. Wir brauchen den Anstoß des Heiligen Geistes, um nicht durch Furcht und Berechnung gelähmt zu werden, um uns nicht daran zu gewöhnen, nur innerhalb sicherer Grenzen unterwegs zu sein. Denken wir daran, dass verschlossene Räume am Ende nach Moder riechen und uns krank machen. Als die Apostel die Versuchung spürten, sich vor Ängsten und Gefahren lähmen zu lassen, begannen sie, gemeinsam zu beten und um die parrhesía zu bitten: »Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden!« (Apg 4,29). Und die Antwort war: »Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.« (Apg 4,31).

134. Wie der Prophet Jona sind wir immer latent in der Versuchung, an einen sicheren Ort zu fliehen, der viele Namen haben kann: Individualismus, Spiritualismus, Einschließen in kleine Welten, Abhängigkeit, Sich-Einrichten, Wiederholung bereits festgelegter Schemata, Dogmatismus, Nostalgie, Pessimismus, Zuflucht zu den Normen. Womöglich haben wir uns dagegen gesträubt, ein Gebiet zu verlassen, das uns bekannt und leicht handzuhaben war. Die Schwierigkeiten können jedoch so etwas sein wie der Sturm, wie der Wal, wie der Wurm, der den Rizinusstrauch des Jona vertrocknen ließ, oder wie der Wind und die Sonne, die Jona auf den Kopf brannte; wie für ihn, so können sie auch für uns die Funktion haben, uns zu diesem Gott zurückkehren zu lassen, der Zärtlichkeit ist und der uns auf eine ständige und erneuernde Wanderung mitnehmen möchte.

135. Gott ist immer Neuheit, die uns antreibt, ein ums andere Mal aufzubrechen und uns an neue Orte zu begeben, um über das Bekannte hinauszugehen, hin zu den Rändern und Grenzen. Er bringt uns dort hin, wo die Menschheit am meisten verletzt ist und wo die Menschen – unter dem Anschein der Oberflächlichkeit und des Konformismus – weiter die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens suchen. Gott hat keine Angst! Er hat keine Angst! Er geht immer über unsere Schemata hinaus und hat keine Angst vor den Rändern. Er selbst hat sich zum „Rand“ gemacht (vgl. Phil 2,6-8; Joh 1,14). Deshalb werden wir, wenn wir es wagen, an die Ränder zu gehen, ihn dort antreffen, er wird schon dort sein. Jesus kommt uns zuvor im Herzen unserer Brüder und Schwestern, in ihrem verletzten Leib, in ihrem unterdrückten Leben, in ihrer verdunkelten Seele. Er ist schon dort.

136. Es ist wahr, dass wir die Tür unseres Herzens öffnen müssen, denn er klopft an und ruft (vgl. Offb 3,20). Allerdings frage ich mich manchmal, ob Jesus – wegen der stickigen Luft unserer Selbstbezogenheit – in unserem Inneren nicht schon klopft, damit wir ihn hinauslassen. Im Evangelium sehen wir: Jesus »wanderte von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes« (Lk 8,1). Ebenso sehen wir es nach seiner Auferstehung, als die Jünger überallhin auszogen: »Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die es begleiteten« (Mk 16,20). Dies ist die Dynamik, die aus der wahren Begegnung entspringt.

137. Die Gewohnheit verführt uns und behauptet, dass es keinen Sinn habe, etwas zu ändern zu versuchen, dass wir angesichts dieser Situation nichts tun können, dass es immer so gewesen ist und dass wir dennoch weitergelebt haben. Weil wir daran gewöhnt sind, treten wir dem Bösen nicht mehr entgegen und lassen es zu, dass die Dinge „eben sind, wie sie sind“ oder wie einige wenige entschieden haben, dass sie sein sollen. Lassen wir doch zu, dass der Herr kommt, um uns aufzuwecken, um uns in unserer Schläfrigkeit einen Ruck zu versetzen, um uns von der Trägheit zu befreien. Bieten wir der Gewohnheit die Stirn, öffnen wir weit unsere Augen und Ohren, vor allem aber das Herz, um uns bewegen zu lassen durch das, was um uns herum geschieht, und durch den Ruf des lebendigen und wirkmächtigen Wortes des Auferstandenen.

138. Das Vorbild vieler Priester, Ordensfrauen, Ordensmänner und Laien, die sich mit großer Treue hingeben, um zu verkündigen und zu dienen – oftmals unter Einsatz ihres Lebens und gewiss auf Kosten ihrer Bequemlichkeit –, versetzt uns in Bewegung. Ihr Zeugnis erinnert uns daran, dass die Kirche nicht viele Bürokraten und Funktionäre braucht, sondern leidenschaftliche Missionare, die verzehrt werden von der Begeisterung, das wahre Leben mitzuteilen. Die Heiligen überraschen, verwirren, weil ihr Leben uns einlädt, aus der ruhigen und betäubenden Mittelmäßigkeit hinauszugehen.

139. Bitten wir den Herrn um die Gnade, nicht zu zögern, wenn der Heilige Geist uns auffordert, einen Schritt vorwärts zu tun; bitten wir um den apostolischen Mut, anderen das Evangelium weiterzugeben und es zu unterlassen, aus unserem christlichen Leben ein Museum voller Andenken zu machen. Lassen wir es unbedingt zu, dass der Heilige Geist bewirkt, dass wir die Geschichte unter dem Vorzeichen des auferstandenen Jesus betrachten. Auf diese Weise wird die Kirche, statt zu ermüden, weiter vorwärtsgehen und dabei die Überraschungen des Herrn begrüßen.


In Gemeinschaft

140. Es ist sehr schwierig, gegen die eigene Begehrlichkeit und gegen die Nachstellungen und Versuchungen des Bösen und der egoistischen Welt zu kämpfen, wenn wir uns absondern. Es ist ein solches Bombardement, das uns verleitet, dass wir – wenn wir zu viel alleine sind – leicht den Sinn für die Wirklichkeit, die innere Klarheit, verlieren und unterliegen.

141. Die Heiligung ist ein gemeinschaftlicher Weg, immer zu zweit. So spiegeln es einige heilige Gemeinschaften wider. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat die Kirche ganze Gemeinschaften heiliggesprochen, die das Evangelium auf heroische Weise lebten oder Gott das Leben all ihrer Mitglieder darbrachten. Denken wir zum Beispiel an die sieben heiligen Gründer des Ordens der Diener Mariens (Serviten), an die sieben seligen Ordensfrauen des ersten Heimsuchungsklosters in Madrid (Salesianerinnen), an den heiligen Paul Miki und seine Gefährten, Märtyrer in Japan, an den heiligen Andreas Kim Taegon und seine Gefährten, Märtyrer in Korea, an den heiligen Roque González de Santa Cruz und seine Gefährten, Märtyrer in Südamerika. Wir erinnern uns auch an das jüngste Zeugnis der Trappistenmönche von Tibhirine (Algerien), die sich gemeinsam auf das Martyrium vorbereiteten. Ebenso gibt es viele heilige Ehepaare, bei denen jeder einzelne ein Werkzeug Christi zur Heiligung des Ehepartners war. Mit anderen zusammen zu leben oder zu arbeiten, ist zweifellos ein Weg der geistlichen Entwicklung. Der heilige Johannes vom Kreuz sagte zu einem seiner Schüler: Du lebst mit anderen zusammen, »damit sie dich bearbeiten und einüben«.[104]

142. Die Gemeinschaft ist dazu berufen, diesen »göttlichen Ort« zu schaffen, »an dem die mystische Gegenwart des auferstandenen Herrn erfahren werden kann«.[105] Das Wort Gottes miteinander zu teilen und die Eucharistie gemeinsam zu feiern, macht uns immer mehr zu Brüdern und Schwestern und verwandelt uns in eine heilige und missionarische Gemeinschaft. Daraus erwachsen auch echte mystische und in Gemeinschaft gelebte Erfahrungen, wie es beim heiligen Benedikt und der heiligen Scholastika der Fall war oder bei jener erhebenden geistlichen Begegnung, die der heilige Augustinus und seine Mutter, die heilige Monika, gemeinsam erlebten: »Schon nahte der Tag, da sie aus diesem Leben scheiden sollte – du kanntest ihn, wir nicht –, da traf es sich, wie ich glaube durch deine geheime Fügung, dass wir beide allein, ich und sie, an ein Fenster gelehnt standen, das in den Garten innerhalb des Hauses ging, das uns beherbergte […] Doch lechzte begierig unser Herz nach den Wassern aus der Höhe, den Wassern „deiner Quelle“, der „Quelle des Lebens, die bei dir ist“ […] Und während wir so reden von dieser ewigen Weisheit, voll Sehnsucht nach ihr, da streiften wir sie leise in einem vollen Schlag des Herzens […] dass so nun ewig Leben wäre, wie jetzt dieser Augenblick Erkennen, dem unser Seufzen galt.«[106]

143. Doch diese Erfahrungen sind weder sehr häufig, noch sind sie das Wichtigste. Das Gemeinschaftsleben – sei es in der Familie, in der Pfarrei, in der Ordensgemeinschaft oder in irgendeiner anderen Gemeinschaft – besteht aus vielen kleinen alltäglichen Details. Das geschah in der heiligen Gemeinschaft, die Jesus, Maria und Josef bildeten und wo sich auf vorbildhafte Weise die Schönheit der Gemeinschaft der Dreieinigkeit widerspiegelte. Das ist es auch, was sich in dem Gemeinschaftsleben ereignete, das Jesus mit seinen Jüngern und mit dem einfachen Volk führte.

144. Erinnern wir uns daran, wie Jesus seine Jünger einlud, aufmerksam zu sein für die Details.
Das kleine Detail, dass bei einem Fest der Wein ausging.
Das kleine Detail, dass ein Schaf fehlte.
Das kleine Detail der Witwe, die zwei kleine Münzen als Opfergabe gab.Das kleine Detail, für die Lampen Öl in Reserve zu haben, falls der Bräutigam sich verspätet.
Das kleine Detail, seine Jünger aufzufordern, sie sollten nachschauen, wie viele Brote sie hatten.
Das kleine Detail, ein Feuer vorbereitet und Fisch auf dem Grillrost liegen zu haben, während er die Jünger frühmorgens erwartete.

145. Die Gemeinschaft, die die kleinen Details der Liebe bewahrt,[107] wo die Mitglieder sich umeinander kümmern und einen offenen und evangelisierenden Raum bilden, ist Ort der Gegenwart des Auferstandenen, der sie entsprechend dem Heilsplan des Vaters heiligt. Gelegentlich werden uns – durch ein Gnadengeschenk des Herrn – inmitten dieser kleines Details tröstliche Erfahrungen Gottes geschenkt: »Eines Abends im Winter verrichtete ich wie gewöhnlich meinen kleinen Dienst […] plötzlich hörte ich aus der Ferne den harmonischen Klang eines Musikinstrumentes, da stellte ich mir einen wohlerleuchteten Salon vor, glänzend in Goldschmuck, worin elegant gekleidete Mädchen Artigkeiten und weltliche Höflichkeiten austauschten; dann fiel mein Blick auf die arme Kranke, die ich stützte; statt einer Melodie vernahm ich von Zeit zu Zeit ihr klagendes Stöhnen […] Ich vermag nicht in Worte zu fassen, was in meiner Seele vorging; was ich weiß, ist, dass der Herr sie mit den Strahlen der Wahrheit erleuchtete, die den trüben Glanz irdischer Feste derart übertreffen, dass ich mein Glück nicht zu fassen vermochte.«[108]

146. Gegen die Tendenz zum konsumistischen Individualismus – der uns schließlich isoliert auf der Suche nach dem Wohlergehen abseits von den anderen – dürfen wir auf unserem Weg der Heiligung nicht aufhören, uns mit dem Wunsch Jesu zu identifizieren: »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin« (Joh 17,21).


In beständigem Gebet

147. Auch wenn es offenkundig scheinen mag, erinnern wir schließlich daran, dass die Heiligkeit in einer gewohnheitsmäßigen Offenheit für die Transzendenz besteht, die sich in Gebet und Anbetung äußert. Der Heilige ist ein Mensch mit einem betenden Geist, der die Kommunikation mit Gott braucht. Er ist jemand, der es nicht erträgt, in der verschlossenen Immanenz dieser Welt zu ersticken, sondern inmitten seiner Anstrengungen und Hingabe nach Gott Luft holt, der aus sich herausgeht im Lobpreis und seine Grenzen weitet in der Betrachtung des Herrn. Ich glaube nicht an eine Heiligkeit ohne Gebet, auch wenn es sich nicht notwendigerweise um ausgedehnte Zeiten oder intensive Gefühle handeln muss.

148. Der heilige Johannes vom Kreuz empfahl, sich »zu bemühen, immer in der Gegenwart Gottes zu wandeln – sei es in der wirklichen, in der imaginären oder in der einigenden –, in Abstimmung mit dem, was die Werke erlauben, die man gerade ausführt«.[109] Im Grunde ist es die Sehnsucht nach Gott, die sich unweigerlich auf irgendeine Weise inmitten unseres alltäglichen Lebens zeigt: »Bemühen Sie sich, im Gebet beständig zu sein, und inmitten der körperlichen Arbeiten unterlassen Sie es nicht. Sei es, dass Sie essen, trinken, mit anderen sprechen, oder irgendeine Sache tun, wandeln Sie immer im Sehnen nach Gott und Ihr Herz ihm zuneigend.«[110]

149. Damit dies jedoch möglich ist, sind auch einige Momente nur für Gott notwendig, in Abgeschiedenheit mit ihm. Für die heilige Teresa von Ávila ist das Gebet ein »freundschaftliches Umgehen, indem wir uns viele Male ganz allein mit dem unterreden, von dem wir wissen, dass er uns liebt«.[111] Ich möchte darauf bestehen, dass dies nicht nur für einige wenige Privilegierte gilt, sondern für alle, weil »wir alle dieses von angebeteter Gegenwart erfüllte Schweigen nötig haben«.[112] Das vertrauensvolle Gebet ist eine Reaktion des Herzens, das sich Gott von Angesicht zu Angesicht öffnet, wo alles Gerede zum Verstummen kommt, um auf die sanfte Stimme des Herrn zu horchen, die im Schweigen widerhallt.

150. In diesem Schweigen kann man im Licht des Heiligen Geistes die Wege der Heiligkeit erkennen, die der Herr uns vorschlägt. Andernfalls werden alle unsere Entscheidungen nur „Dekorationen“ sein können, die das Evangelium verdecken oder ersticken, anstatt es in unserem Leben zu verherrlichen. Für jeden Jünger ist es unerlässlich, mit dem Meister zusammen zu sein, auf ihn zu hören, von ihm zu lernen, immer zu lernen. Wenn wir nicht hinhorchen, werden alle unsere Worte einzig und allein Lärm sein, der zu nichts dient.

151. Erinnern wir uns daran: »Es ist die Betrachtung des Antlitzes des gestorbenen und auferstandenen Jesus, die unsere Menschheit wieder zusammenfügt, auch jene, die durch die Mühen des Lebens zerteilt oder von der Sünde gezeichnet ist. Wir dürfen die Macht des Antlitzes Christi nicht domestizieren.«[113] Also wage ich es, dich zu fragen: Gibt es Momente, in denen du dich im Schweigen in seine Gegenwart versetzt, ohne Hast bei ihm verweilst und dich von ihm anschauen lässt? Lässt du es zu, dass sein Feuer dein Herz entflammt? Wenn du ihm nicht erlaubst, dass er die Wärme seiner Liebe und Zärtlichkeit nährt, wirst du kein Feuer besitzen. Wie also wirst du dann das Herz der anderen mit deinem Zeugnis und deinen Worten entflammen können? Und wenn du es vor dem Antlitz Jesu noch immer nicht schaffst, dich heilen und verwandeln zu lassen, dann dring in das Innere Jesu ein, begib dich in seine Wunden, denn dort hat die göttliche Barmherzigkeit ihren Sitz.[114]

152. Ich bitte aber, dass wir das betende Schweigen nicht als eine Flucht verstehen, welche die Welt verneint, die uns umgibt. Der russische Pilger, der im immerwährenden Gebet unterwegs war, erzählt, dass dieses Gebet ihn nicht von der äußeren Realität trennte: »Geschah es aber am Tage, dass ich irgendjemanden traf, so erschienen mir alle ohne Ausnahme so lieb und nah, als wären sie meine Verwandten […] Diese [Wonne] fühlte ich nicht nur im Inneren meiner Seele, sondern auch die ganze Außenwelt schien mir wunderbar schön.«[115]

153. Ebenso wenig verschwindet die Geschichte. Das Gebet sollte – gerade weil es sich von der Gabe Gottes nährt, die sich in unser Leben ergießt – immer ein gutes Gedächtnis besitzen. Das Gedächtnis der Taten Gottes ist die Grundlage der Erfahrung des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. Da Gott in die Geschichte eintreten wollte, ist das Gebet aus Erinnerungen gewoben: nicht nur aus der Erinnerung des geoffenbarten Wortes, sondern auch aus der Erinnerung des eigenen Lebens, des Lebens der anderen, dessen, was der Herr in seiner Kirche gewirkt hat. Es ist das dankbare Gedächtnis, von dem auch der heilige Ignatius von Loyola in seiner »Betrachtung, um Liebe zu erlangen«[116] spricht, wenn er uns auffordert, uns alle Wohltaten Gottes in Erinnerung zu rufen, die wir vom Herrn empfangen haben. Schau auf deine Lebensgeschichte, wenn du betest, und du wirst in ihr so viel an Erbarmen finden. Zugleich wird dies in dir das Bewusstsein nähren, dass der Herr dich in seinem Gedächtnis behält und dich niemals vergisst. Daher ist es sinnvoll, ihn zu bitten, dass er auch die kleinen Details deiner Existenz, die ihm nicht entgehen, erleuchten möge.

154. Die inständige Bitte ist Ausdruck des Herzens, das auf Gott vertraut, das weiß, dass es alleine nichts vermag. Im Leben des gläubigen Gottesvolkes finden wir viel an inniger Bitte, voll gläubiger Zärtlichkeit und tiefen Vertrauens. Nehmen wir dem Bittgebet nicht seinen Wert, das oft unser Herz beruhigt und uns hilft, mit Hoffnung weiter zu kämpfen. Die Fürbitte hat einen besonderen Wert, weil sie ein Akt des Gottvertrauens und zugleich ein Ausdruck der Nächstenliebe ist. Manche glauben aufgrund von spiritualistischen Vorurteilen, dass das Gebet eine reine Kontemplation Gottes sein müsse, ohne Ablenkungen, so als ob die Namen und Gesichter der Brüder und Schwestern eine zu vermeidende Störung wären. Die Realität ist dagegen, dass das Gebet Gott gefälliger und heiligmachender wird, wenn wir darin durch die Fürbitte versuchen, das uns von Jesus hinterlassene Doppelgebot zu leben. Die Fürbitte drückt das brüderliche Engagement für andere aus, wenn wir in ihr fähig sind, das Leben anderer aufzunehmen, mit ihren verstörenden Seelennöten und besten Träumen. Wer sich großmütig der Fürbitte widmet, von dem kann man mit den Worten der Heiligen Schrift sagen: »Dieser ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk betet« (2 Makk 15,14).

155. Wenn wir wirklich glauben, dass Gott existiert, können wir es nicht unterlassen, ihn anzubeten – bisweilen in einem von Anbetung erfüllten Schweigen – oder ihn in festlichem Lobpreis zu besingen. So drücken wir das aus, was der selige Charles de Foucauld lebte, wenn er sagte: »Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, wurde mir klar, dass ich nichts anderes tun konnte, als für ihn allein zu leben.«[117] Auch im Leben des pilgernden Volkes Gottes gibt es viele schlichte Gesten der reinen Anbetung, zum Beispiel wenn »der Blick des Pilgers […] auf einem Abbild [ruht], das die zärtliche Zuwendung und Nähe Gottes symbolisiert. Die Liebe hält inne, betrachtet das Mysterium und erfreut sich im Schweigen daran.«[118]

156. Das betende Lesen des Wortes Gottes, das »süßer als Honig« (Ps 119,103) und »schärfer als jedes zweischneidige Schwert« (Hebr 4,12) ist, erlaubt uns, innezuhalten und dem Meister zuzuhören, damit er eine Leuchte für unsere Schritte sei, Licht für unsere Wege (vgl. Ps 119,105). Wie die Bischöfe Indiens uns richtig in Erinnerung gerufen haben, ist »die Verehrung des Wortes Gottes […] nicht bloß eine von vielen Andachtsformen, schön, aber etwas Optionales. Sie gehört zum Herzen und zur ureigenen Identität des christlichen Lebens. Das Wort Gottes hat eine ihm innewohnende Kraft, das Leben der Menschen zu verwandeln.«[119]

157. Die Begegnung mit Jesus in der Heiligen Schrift führt uns zur Eucharistie, wo eben dieses Wort selbst seine größte Wirksamkeit erlangt, weil die Eucharistie Realpräsenz dessen ist, der das Lebendige Wort ist. Dort empfängt der einzig Absolute die höchste Anbetung, die ihm diese Erde geben kann, weil es Christus selbst ist, der sich hingibt. Und wenn wir ihn in der Kommunion empfangen, erneuern wir unseren Bund mit ihm und erlauben ihm, dass er sein verwandelndes Werk immer mehr verwirklicht.


FÜNFTES KAPITEL

KAMPF, WACHSAMKEIT UND UNTERSCHEIDUNG


158. Das Leben des Christen ist ein ständiger Kampf. Es bedarf Kraft und Mut, um den Versuchungen des Teufels zu widerstehen und das Evangelium zu verkünden. Dieses Ringen ist schön, weil es uns jedes Mal feiern lässt, dass der Herr in unserem Leben siegt.


Der Kampf und die Wachsamkeit

159. Es handelt sich nicht nur um einen Kampf gegen die Welt und die weltliche Mentalität, die betrügt, betäubt und uns mittelmäßig werden lässt, ohne Engagement und freudlos. Ebenso wenig beschränkt er sich auf ein Ringen mit der eigenen Schwäche und den eigenen Lastern (ein jeder hat seine: Trägheit, Wollust, Neid, Eifersucht usw.). Es ist auch ein beständiger Kampf gegen den Teufel, welcher der Fürst des Bösen ist. Jesus selbst feiert unsere Siege. Er freute sich, als seine Jünger mit der Verkündigung des Evangeliums fortzuschreiten vermochten und den Widerstand des Bösen überwanden. Da rief er jubelnd aus: »Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen« (Lk 10,18).


Mehr als ein Mythos

160. Wir würden die Existenz des Teufels nicht anerkennen, wenn wir darauf beharrten, das Leben nur mit empirischen Kriterien und ohne übernatürlichen Sinn zu betrachten. Gerade die Überzeugung, dass diese böse Macht unter uns gegenwärtig ist, lässt uns verstehen, weshalb das Böse manchmal eine so zerstörerische Kraft besitzt. Gewiss hatten die biblischen Verfasser nur ein begrenztes begriffliches Rüstzeug zur Verfügung, um einige Sachverhalte auszudrücken, und man konnte zu Jesu Zeiten zum Beispiel eine Epilepsie mit der Besessenheit durch den Teufel verwechseln. Das darf uns jedoch nicht dazu verleiten, die Wirklichkeit so zu vereinfachen, dass wir sagen, dass alle Fälle, von denen in den Evangelien berichtet wird, von psychischen Krankheiten handeln und dass letztendlich der Teufel nicht existiert oder nicht tätig ist. Der Teufel ist auf den ersten Seiten der Bibel gegenwärtig, an deren Ende aber steht der Sieg Gottes über den Satan.[120] Als Jesus uns das Vaterunser lehrte, wollte er tatsächlich, dass wir am Ende den Vater bitten, er möge uns von dem Bösen erlösen. Der dort benutzte Ausdruck bezieht sich nicht auf etwas Böses im abstrakten Sinn, sondern lässt sich genauer mit „der Böse“ übersetzen. Er weist auf ein personales Wesen hin, das uns bedrängt. Jesus lehrte uns, täglich um diese Befreiung zu bitten, damit die Macht Satans uns nicht beherrsche.

161. Wir sollen also nicht denken, dass dies ein Mythos, ein Schauspiel, ein Symbol, ein Bild oder eine Idee sei.[121] Dieser Irrtum bringt uns dazu, die Hände in den Schoß zu legen, nachlässig zu sein und mehr Gefährdungen ausgesetzt zu sein. Der Teufel hat es nicht nötig, uns zu beherrschen. Er vergiftet uns mit Hass, Traurigkeit, Neid, mit den Lastern. Er nützt dann unsere Achtlosigkeit, um unser Leben, unsere Familien und unsere Gemeinschaften zu zerstören, denn er »geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann« (1 Petr 5,8).


Wach und vertrauensvoll

162. Das Wort Gottes lädt uns mit deutlichen Worten ein, »den listigen Anschlägen des Teufels zu widerstehen« (Eph 6,11) und »alle feurigen Geschosse des Bösen« (Eph 6,16) abzuwehren. Das sind keine romantischen Phrasen, denn unser Weg auf die Heiligkeit zu ist auch ein ständiger Kampf. Wer das nicht akzeptieren will, wird scheitern oder mittelmäßig bleiben. Für den Kampf haben wir die wirksamen Waffen, die der Herr uns gibt: der im Gebet zum Ausdruck gebrachte Glaube, die Betrachtung des Wortes Gottes, die Feier der heiligen Messe, die eucharistische Anbetung, das Sakrament der Versöhnung, die guten Werke, das Gemeinschaftsleben, der missionarische Einsatz. Wenn wir nachlässig werden, werden die falschen Versprechungen des Bösen uns leicht verführen, wie der heilige Pfarrer Brochero sagt: »Was nützt es, wenn Luzifer euch freimachen und mit all seinen Gütern überschütten will, wenn diese Güter verlogen sind, wenn es vergiftete Güter sind.«[122]

163. Auf diesem Weg ist das Wachstum im Guten, in der geistlichen Reife und der Liebe das beste Gegengewicht zum Bösen. Niemand widersteht, wenn er sich entscheidet, an einem toten Punkt stehen zu bleiben; wenn er sich mit Wenigem begnügt; wenn er aufhört, davon zu träumen, sich dem Herrn noch mehr hinzugeben. Am allerwenigsten, wenn er einem Gefühl der Niederlage verfällt, denn »wer ohne Zuversicht beginnt, hat von vornherein die Schlacht zur Hälfte verloren und vergräbt die eigenen Talente. […] Der christliche Sieg ist immer ein Kreuz, doch ein Kreuz, das zugleich ein Siegesbanner ist, das man mit einer kämpferischen Sanftmut gegen die Angriffe des Bösen trägt.«[123]


Die geistliche Korruption

164. Der Weg der Heiligkeit ist eine Quelle des Friedens und der Freude, die uns der Heilige Geist schenkt. Zugleich verlangt er jedoch, dass unsere »Lampen brennen« (Lk 12,35) und dass wir wachsam bleiben: »Meidet das Böse in jeder Gestalt!« (1 Thess 5,22). »Seid also wachsam!« (Mt 24,42; Mk 13,35). »Darum wollen wir nicht schlafen« (1 Thess 5,6). Denn wer meint, keine schweren Fehler gegen das Gesetz Gottes zu begehen, kann in einer Art Verblödung oder Schläfrigkeit nachlässig werden. Da er nichts Schlimmes findet, das er sich vorwerfen müsste, bemerkt er die Lauheit nicht, die sich allmählich in seinem geistlichen Leben breitmacht, und am Ende ist er aufgerieben und verdorben.

165. Die geistliche Korruption ist schlimmer als der Fall eines Sünders, weil es sich um eine bequeme und selbstgefällige Blindheit handelt, wo schließlich alles zulässig erscheint: Unwahrheit, üble Nachrede, Egoismus und viele subtile Formen von Selbstbezogenheit – denn schon »der Satan tarnt sich als Engel des Lichts« (2 Kor 11,14). So passierte es seinerzeit Salomon, während der große Sünder David sein Elend zu überwinden wusste. In einer Erzählung warnte uns Jesus sehr vor dieser trügerischen Versuchung, die uns in die Korruption hineingleiten lässt: Er spricht von einem Menschen, der von einem Dämon befreit wurde. Als dieser meint, dass sein Leben schon rein wäre, wird er am Ende von sieben anderen bösen Geistern heimgesucht (vgl. Lk 11,24-26). Ein weiterer biblischer Text verwendet ein drastisches Bild: »Der Hund kehrt zurück zu dem, was er erbrochen hat« (2 Petr 2,22; vgl. Spr 26,11).


Die Unterscheidung

166. Wie wissen wir, ob etwas vom Heiligen Geist kommt oder ob es im Geist der Welt oder im Geist des Teufels seinen Ursprung hat? Die einzige Methode ist die Unterscheidung, die nicht nur ein gutes Denkvermögen und einen gesunden Menschenverstand voraussetzt. Sie ist auch eine Gabe, um die man beten muss. Wenn wir sie vertrauensvoll vom Heiligen Geist erbitten und uns zugleich darum bemühen, sie durch Gebet, Betrachtung, Lektüre und guten Rat zu entfalten, können wir sicherlich in dieser geistlichen Fähigkeit wachsen.


Eine dringende Notwendigkeit

167. Heutzutage ist die Haltung der Unterscheidung besonders notwendig. Das gegenwärtige Leben bietet enorme Möglichkeiten der Betätigung und der Ablenkung. Die Welt präsentiert sie, als wären sie alle wertvoll und gut. Alle, besonders die jungen Menschen, sind einem ständigen Zapping ausgesetzt. Man kann auf zwei oder drei Bildschirmen gleichzeitig navigieren und zugleich auf verschiedenen virtuellen Ebenen interagieren. Ohne die Weisheit der Unterscheidung können wir leicht zu Marionetten werden, die den augenblicklichen Trends ausgeliefert sind.


168. Das erweist sich als besonders wichtig, wenn eine neue Situation in unserem Leben auftaucht und wir dann unterscheiden müssen, ob es neuer Wein ist, der von Gott kommt, oder aber eine trügerische Neuigkeit des Geistes der Welt oder des Geistes des Teufels. Bei anderen Gelegenheiten geschieht das Gegenteil, wenn die Kräfte des Bösen uns verleiten, uns nicht zu ändern, die Dinge so zu lassen, wie sie sind, sich für die Unbeweglichkeit und eine starre Haltung zu entscheiden. So behindern wir das Wehen des Heiligen Geistes. Wir sind frei, mit der Freiheit Jesu Christi; doch er ruft uns, das zu prüfen, was in uns ist – Wünsche, Ängste, Furcht, Sehnsüchte – und das, was außerhalb von uns geschieht – die „Zeichen der Zeit“ –, damit wir die Wege der Freiheit in Fülle erkennen: »Prüft alles und behaltet das Gute!« (1 Thess 5,21).


Immer im Licht des Herrn

169. Der Unterscheidung bedarf es nicht nur bei außergewöhnlichen Ereignissen, wenn es schwierige Probleme zu lösen gilt oder wenn eine wichtige Entscheidung getroffen werden soll. Sie ist ein Mittel im Kampf, um dem Herrn besser zu folgen. Wir brauchen sie immer, um fähig zu sein, die Zeiten Gottes und seiner Gnade zu erkennen, um die Inspirationen des Herrn nicht zu verpassen, um seine Einladung zum Wachstum nicht vorbeigehen zu lassen. Oftmals entscheidet sich dies im Kleinen, in dem, was irrelevant erscheint, weil sich die Hochherzigkeit im Einfachen und Alltäglichen zeigt.[124] Es handelt sich darum, dem Großen, dem Besten und Schönsten keine Grenzen zu setzen, aber sich gleichzeitig auf das Kleine zu konzentrieren, auf die tägliche Hingabe. Deshalb bitte ich alle Christen, es nicht zu unterlassen, jeden Tag im Gespräch mit dem uns liebenden Herrn eine ehrliche Gewissenserforschung zu machen. Zugleich führt uns die Unterscheidung dazu, die konkreten Mittel zu erkennen, die der Herr in seinem geheimnisvollen Plan der Liebe vorbereitet hat, damit wir nicht nur bei guten Vorsätzen stehen bleiben.


Eine übernatürliche Gabe

170. In der Tat schließt die geistliche Unterscheidung die Hilfe der menschlichen, existentiellen, psychologischen, soziologischen oder moralischen Weisheit nicht aus. Sie transzendiert sie jedoch. Nicht einmal die weisen Normen der Kirche reichen ihr aus. Erinnern wir uns immer daran, dass die Unterscheidung eine Gnade ist. Sie schließt Vernunft und Besonnenheit mit ein, übersteigt sie aber; denn sie trachtet danach, das Geheimnis des einzigartigen und unwiederholbaren Plans zu erfassen, den Gott für jeden einzelnen Menschen hegt und der sich inmitten der unterschiedlichsten Lebensumstände und Begrenzungen verwirklicht. Es geht nicht nur um ein zeitlich begrenztes Wohlbefinden, noch um die Befriedigung, etwas Nützliches zu tun, und nicht einmal um das Verlangen, ein ruhiges Gewissen zu haben. Es geht um den Sinngehalt meines Lebens vor dem Vater, der mich kennt und liebt; es geht um den wahren Sinn meiner Existenz, die niemand besser kennt als er. Die Unterscheidung führt letzten Endes zur Quelle des Lebens selbst, das nicht stirbt, zur Erkenntnis des Vaters, des einzigen wahren Gottes, und dessen, den er gesandt hat, Jesus Christus (vgl. Joh 17,3). Das erfordert weder besondere Fähigkeiten, noch bleibt es nur den Klugen und Gebildeten vorbehalten. Der Vater offenbart sich gerne den Demütigen (vgl. Mt 11,25).

171. Wenn auch der Herr auf verschiedene Weise zu uns spricht, inmitten unserer Arbeit, durch die anderen und in jedem Augenblick, so kann man doch nicht auf die Stille des Gebets verzichten, um seine Sprache besser wahrzunehmen, um die wirkliche Bedeutung von Eingebungen zu interpretieren, die wir zu empfangen glauben, um die Angst zu verlieren und um die Gesamtheit unserer eigenen Existenz im Licht Gottes wieder zusammenzufügen. So können wir diese neue Synthese entstehen lassen, die aus einem vom Heiligen Geist erleuchteten Leben entspringt.


Rede, Herr

172. Dennoch kann es sein, dass wir uns selbst beim Gebet nicht der Freiheit des Geistes, der wirkt, wo er will, stellen wollen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Unterscheidung im Gebet von einer Bereitschaft zum Hören ausgehen muss: auf den Herrn, auf die anderen, auf die Wirklichkeit selbst, die uns immer auf neue Weisen fordert. Nur wer bereit ist zu hören, besitzt die Freiheit, seine eigene partielle und unzulängliche Betrachtungsweise, seine Gewohnheiten und seine Denkschemata aufzugeben. So ist man wirklich bereit, den Ruf zu hören, der die eigenen Sicherheiten aufbricht und zu einem besseren Leben führt, weil es nicht genügt, dass alles soweit gut geht und ruhig ist. Vielleicht will Gott uns Größeres schenken, und wir in unserer bequemen Zerstreutheit merken es nicht.

173. Diese Haltung des Hörens schließt im Übrigen den Gehorsam gegenüber dem Evangelium als letztes Kriterium ein, aber auch gegenüber dem Lehramt, das es bewahrt und versucht, im Schatz der Kirche das zu finden, was am fruchtbarsten für das Heute des Heils ist. Es geht nicht darum, Rezepte anzuwenden oder die Vergangenheit zu wiederholen; denn die gleichen Lösungen gelten nicht unter allen Umständen, und was in einem Zusammenhang nützlich war, kann es in einem anderen nicht sein. Die Unterscheidung der Geister befreit uns von einer Starrheit, die keinen Bestand hat vor dem ewigen Heute des Auferstandenen. Einzig und allein der Heilige Geist weiß, in die dunkelsten Winkel der Wirklichkeit vorzudringen und alle ihre Schattierungen im Auge zu haben, damit die Neuheit des Evangeliums in einem anderen Licht aufleuchtet.


Die Logik des Geschenks und des Kreuzes

174. Eine wesentliche Bedingung für das Fortschreiten in der Unterscheidung besteht in der Einübung in die Geduld Gottes und in seine Zeitmaßstäbe, die niemals unseren entsprechen. Er lässt nicht Feuer über die Ungläubigen vom Himmel fallen (vgl. Lk 9,54); er gestattet es den Eifernden nicht, das Unkraut auszureißen, das gemeinsam mit dem Weizen wächst (vgl. Mt 13,29). Zudem bedarf es der Großherzigkeit, denn »geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35). Wir führen die Unterscheidung nicht durch, um herauszufinden, was wir sonst noch aus diesem Leben herausholen können, sondern um zu erkennen, wie wir diese Sendung, die uns in der Taufe anvertraut wurde, besser erfüllen können. Das bedeutet, zum Verzicht bereit zu sein und sogar alles hinzugeben. Denn das Glück ist paradox, und es schenkt uns die tiefsten Erfahrungen, wenn wir diese geheimnisvolle Logik, die nicht von dieser Welt ist, akzeptieren. So sagte der heilige Bonaventura in Bezug auf das Kreuz: »Das ist unsere Logik.«[125] Wenn jemand diese Dynamik annimmt, dann lässt er sein Gewissen nicht betäuben und öffnet sich großherzig der Unterscheidung.

175. Wenn wir vor Gott die Wege des Lebens prüfen, gibt es keine Räume, die ausgeschlossen bleiben. In allen Bereichen unserer Existenz können wir weiter wachsen und sie etwas mehr Gott übergeben, auch dort, wo wir die größten Schwierigkeiten erfahren. Doch müssen wir den Heiligen Geist darum bitten, dass er uns befreie und jene Angst vertreibe, die uns dazu bringt zu verhindern, dass er in einige Bereiche unseres Lebens eintritt. Wer alles von ihm erbittet, dem gibt er auch alles. Er will nicht bei uns eintreten, um zu verstümmeln oder zu schwächen, sondern um die Fülle zu schenken. Dies lässt uns sehen, dass die Unterscheidung keine stolze Selbstanalyse oder egoistische Nabelschau ist, sondern ein wahrer Ausgang von uns selbst auf das Geheimnis Gottes zu, der uns hilft, die Sendung zu leben, zu der wir zum Wohl der Mitmenschen berufen sind.

* * *

176. Mein Wunsch ist es, dass Maria diese Überlegungen kröne, weil sie wie keine andere die Seligpreisungen Jesu gelebt hat. Sie erbebte vor Freude in der Gegenwart des Herrn, sie bewahrte alles in ihrem Herzen und ließ es von einem Schwert durchdringen. Sie ist die Heilige unter den Heiligen, die Hochgebenedeite, die uns den Weg der Heiligkeit lehrt und uns begleitet. Sie nimmt es nicht hin, dass wir fallen und liegen bleiben, und zuweilen nimmt sie uns in ihre Arme, ohne uns zu verurteilen. Das Gespräch mit ihr tröstet uns, macht uns frei und heiligt uns. Die Mutter braucht nicht viele Worte, sie hat es nicht nötig, dass wir uns anstrengen, um ihr zu erklären, was uns passiert. Es genügt, ein ums andere Mal zu flüstern: »Gegrüßet seist du, Maria …«

177. Ich hoffe, dass diese Seiten nützlich sind, damit sich die ganze Kirche um die Förderung des Wunsches nach Heiligkeit bemüht. Bitten wir darum, dass der Heilige Geist uns eine große Sehnsucht eingebe, heilig zu sein zur größeren Ehre Gottes. Ermutigen wir uns gegenseitig in diesem Anliegen. So werden wir ein Glück teilen, das uns die Welt nicht nehmen kann.

Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 19. März, dem Hochfest des heiligen Josef, im Jahr 2018, dem sechsten meines Pontifikats.


Franziskus



[1] Benedikt XVI., Predigt bei der heiligen Messe zur Amtseinführung (24. April 2005): AAS 97 (2005), 708.

[2] Vorausgesetzt ist in jedem Fall, dass die betreffende Person im Ruf der Heiligkeit steht und die christlichen Tugenden zumindest im ordentlichen Grad gelebt hat – vgl. Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Maiorem hac dilectionem (11. Juli 2017), Art. 2c: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 47 (2017), Nr. 34 (25. August 2017), S. 7.

[3] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 9.

[4] Vgl. Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris 1958.

[5] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 12.

[6]Verborgenes Leben und Epiphanie (1940), in: Gesamtausgabe Band 20, Freiburg i. Br. 2015, S. 124-125.

[7] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.

[8] Apostolisches Schreiben Tertio millennio adveniente (10. November 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.

[9] Predigt zur Gedächtnisfeier für die Zeugen des Glaubens im 20. Jahrhundert (7. Mai 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.

[10] Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 11.

[11] Hans Urs von Balthasar, Theologie und Heiligkeit, in: Communio 6 (1987), 486.

[12] Das Lied der Liebe, Vorrede, 2, Einsiedeln 41992, S. 10.

[13] Ebd., XIV-XV, 2, Einsiedeln 41992, S. 90.

[14] Vgl. Katechese bei der Generalaudienz am 19. November 2014: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 44 (2014), Nr. 48 (28. November 2014), S. 2.

[15] Franz von Sales, Abhandlung über die Gottesliebe. Theotimus, VIII, 11, Eichstätt-Wien 1960, S. 106.

[16] Hoffnungswege. Botschaft der Freude aus dem Gefängnis, Vallendar 2008, S. 23 u. 285.

[17] Neuseeländische Bischofskonferenz, Healing love (1. Januar 1988).

[18] Vgl. Geistliche Übungen, 101-312, Würzburg 32015, S. 63-126.

[19] Katechismus der Katholischen Kirche, 515.

[20] Ebd., 516.

[21] Ebd., 517.

[22] Ebd., 518.

[23] Ebd., 521.

[24] Benedikt XVI., Katechese bei der Generalaudienz am 13. April 2011: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 41 (2011), Nr.16/17 (22. April 2011), S. 2.

[25] Vgl. ebd.

[26] Vgl. Hans Urs von Balthasar, Theologie und Heiligkeit, in: Communio 6 (1987), 483-490.

[27]Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 31999, S. 427.

[28] Carlo M. Martini, Im Zweifel nicht untergehen, Freiburg i. Br. 1994, S. 66.

[29] Diese oberflächliche Ablenkung ist von einer gesunden Freizeitkultur zu unterscheiden, welche uns in einem bereitwilligen und kontemplativen Geist offen macht für den anderen und für die Wirklichkeit.

[30] Johannes Paul II., Predigt bei der Messe zur Heiligsprechung (1. Oktober 2000), 5: AAS 92 (2000), 852.

[31] Regionale Bischofskonferenz von Westafrika, Pastoralbotschaft zum Abschluss der 2. Vollversammlung (29. Februar 2016), 2.

[32]La femme pauvre, II, 27, Paris, 1897.

[33] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Placuit Deo über einige Aspekte des christlichen Heils (22. Februar 2018), Nr. 4 (L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 48 [2018], Nr. 10 [9. März 2018], S. 7): »Der Individualismus des Neu-Pelagianismus sowie die Leibverachtung des Neu-Gnostizismus entstellen das Bekenntnis des Glaubens an Christus, den einzigen und universalen Retter.« In diesem Dokument finden sich die lehramtlichen Grundlagen für das Verständnis des christlichen Heils angesichts des heutigen Abdriftens zu neognostischen und neopelagianischen Vorstellungen.

[34] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.

[35] Ebd.: AAS 105 (2013), 1059.

[36] Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta am 11. November 2016: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46 (2016), Nr. 48 (2. Dezember 2016), S. 12.

[37] Der heilige Bonaventura lehrt: »So muss alle Geistestätigkeit aufhören, damit die Spitze der Liebe in Gott hinein getaucht und verwandelt wird. […] Weil hierin die Natur gar nichts und die eigene Anstrengung nur wenig zu vollbringen vermag, deshalb sollte man wenig Wert legen auf Forschung und viel auf Ergriffenheit; wenig auf das Reden, aber sehr viel auf die innere Freude; wenig auf Wort und Schrift, aber alles auf die Gabe Gottes, also den Heiligen Geist; wenig oder nichts sollte man auf das Geschöpf geben, alles aber auf das schöpferische Sein völlig, auf den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist« (Itinerarium mentis in Deum, VII, 4-5).

[38] Brief an den Großkanzler der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien zum hundertjährigen Jubiläum der Theologischen Fakultät (3. März 2015): L’Osservatore Romano (it.), 9./10. März 2015, S. 6.

[39] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.

[40] Videobotschaft anlässlich des internationalen theologischen Kongresses der Päpstlichen Universität von Argentinien (1.-3. September 2015): AAS 107 (2015), 980.

[41] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.

[42] Brief an den Großkanzler der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien zum hundertjährigen Jubiläum der Theologischen Fakultät (3. März 2015): L’Osservatore Romano (it.), 9./10. März 2015, S. 6.

[43] Brief an Bruder Antonius, 2, in: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 108.

[44] De septem donis, 9, 15.

[45] Ders., Comm. in IV Sent. 37, 1, 3, ad 6.

[46] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1059.

[47] Vgl. Bonaventura, De sex alis Seraphim 3, 8: »Non omnes omnia possunt.« Dies muss im Sinne des Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1735 verstanden werden.

[48] Vgl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae I-II, q. 109, a. 9, ad 1: »Nun aber ist die Gnade in gewissem Sinne unvollkommen, insofern sie den Menschen nicht völlig heilt.«

[49] Vgl. De natura et gratia, XLIII, 50: PL 44,2 71.

[50] Ders., Confessiones, X, 29, 40: PL 32, 769.

[51] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.

[52] Im Verständnis des christlichen Glaubens kommt die Gnade all unserem Tun zuvor, begleitet es und folgt ihm (vgl. Konzil von Trient, Sess. VI., Decr. de iustificatione, cap. 5: DH 1525).

[53] In Romanos IX, 11: PG 60, 470.

[54] Hom. de humil.: PG 31, 530.

[55] Canon 4, DH 374.

[56] Sess. VI., Decr. de iustificatione, cap. 8: DH 1532.

[57] Nr. 1998.

[58] Ebd., 2007.

[59]Thomas von Aquin, Summa Theologiae I-II, q. 114, a. 5.

[60] Thérèse von Lisieux, Weiheakt an die barmherzige Liebe, in: Selbstbiographische Schriften, Einsiedeln 131996, S. 281.

[61]Lucio Gera, Sobre el misterio del pobre, in: P. Grelot - L. Gera - A. Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, S. 103.

[62] Dies ist letztlich die katholische Lehre über das auf die Rechtfertigung folgende „Verdienst“. Es geht dabei um die Mitwirkung des Gerechtfertigten am Wachstum im Leben der Gnade (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2010). Aber diese Mitwirkung macht die Rechtfertigung selbst und die Freundschaft mit Gott keineswegs zu einem Gegenstand menschlichen Verdienstes.

[63] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.
[64] Summa Theologiae I-II, q. 107, a. 4.

[65] Predigt bei der Eucharistiefeier zum Jubiläum der von der Gesellschaft Ausgeschlossenen (13. November 2016): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46 (2016), Nr. 46 (18. November 2016), S. 12.
[66] Vgl. Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta (9. Juni 2014): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 44 (2014), Nr. 25 (20. Juni 2014), S. 11.

[67] Die Reihenfolge der zweiten und dritten Seligpreisung variiert in der Textüberlieferung.

[68] Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen, 23, 5-6, Würzburg 32015, S. 39.

[69] Selbstbiographische Schriften, Handschrift C, 12r, Einsiedeln 131996, S. 232.

[70] Seit der Zeit der Kirchenväter schätzt die Kirche die Gabe der Tränen, wie es auch in der schönen Oration Ad petendam compunctionem cordis zu finden ist: »Allmächtiger und mildreicher Gott, du ließest dem dürstenden Volke eine Quelle lebendigen Wassers aus dem Felsen strömen; so entlocke auch unserem harten Herzen Tränen der Zerknirschung, damit wir unsere Sünden beweinen können und durch dein Erbarmen deren Verzeihung erlangen« (Missale Romanum, Editio typica 1962, S. [110]; Schott-Messbuch 1962, S. [167]).

[71] Katechismus der Katholischen Kirche, 1789; vgl. 1970.

[72] Ebd., 1787.

[73] Die üble Nachrede und die Verleumdung sind wie ein Terrorakt: Es wird eine Bombe geworfen, es gibt Zerstörung und der Attentäter geht glücklich und ruhig davon. Dies unterscheidet sich sehr von der Redlichkeit dessen, der sich mit gelassener Aufrichtigkeit annähert, um ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu führen und dabei an das Wohl des anderen denkt.

[74] Gelegentlich mag es notwendig sein, über die Schwierigkeiten eines Bruders oder einer Schwester zu sprechen. In diesem Fall kann es vorkommen, dass man eine Geschichte anstelle der objektiven Gegebenheit weitergibt. Die Gefühle verzerren die konkrete Wirklichkeit der Gegebenheit, sie ändern sie in eine Geschichte um und geben am Ende diese subjektiv gefärbte Geschichte weiter. So wird die Wirklichkeit zerstört und die Wahrheit des anderen nicht respektiert.

[75] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.

[76] Ebd., 239: AAS 105 (2013), 1116.

[77] Ebd., 227: AAS 105 (2013), 1112.

[78] Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus annus (1. Mai 1991), 41c: AAS 83 (1991), 844-845.

[79] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.

[80] Ebd.

[81] Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae vultus (11. April 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.

[82] Denken wir an die Reaktion des barmherzigen Samariters angesichts des von Räubern am Straßenrand halbtot liegen gelassenen Mannes (vgl. Lk 10,30-37).

[83]Kommission für soziale Angelegenheiten der Kanadischen Bischofskonferenz, Open Letter to the Members of Parliament, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1. Februar 2001), 9.

[84] Die fünfte Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik lehrte gemäß dem beständigen Lehramt der Kirche, dass der Mensch »vom Moment der Empfängnis an durch alle Etappen seines Daseins hindurch bis zum natürlichen Tod und über den Tod hinaus stets geheiligt« ist und das Leben »von der Empfängnis an in all seinen Entwicklungsstufen bis hin zum natürlichen Tod« geschützt werden muss (Dokument von Aparecida [29. Juni 2007], 388; 464).

[85] Regel, 53,1: PL 66,749.

[86] Vgl. ebd., 53,7: PL 66,750.

[87] Ebd., 53,15: PL 66,751.

[88] Bulle Misericordiae vultus (11. April 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.

[89] Ebd., 10: AAS 107 (2015), 406.

[90] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.

[91] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.

[92] Vgl. Summa Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.

[93]Ebd., ad 1.

[94]Cristo en los Pobres, Madrid 1981, S. 37-38.

[95] Es gibt viele Formen von Bullying, die – obwohl sie elegant und respektvoll und sogar sehr spirituell scheinen mögen – an der Selbstachtung der anderen viel Leid anrichten.

[96] Klugheitsregeln, 13, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 161.

[97] Ebd.

[98] Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska, Nr. 300 (Heft I), Hauteville 1990, S. 119.

[99] Thomas von Aquin, Summa Theologiae, I-II, q. 70, a. 3.

[100] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 6: AAS 105 (2013), 1021.

[101] Ich empfehle, das dem heiligen Thomas Morus zugeschriebene Gebet zu beten: »Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen. Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten. Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lass nicht zu, dass ich mir übermäßig Sorgen mache über dieses sich breit machende Etwas, das sich „Ich“ nennt. Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.«

[102] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.

[103] Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. Es ist interessant festzustellen, dass der selige Paul VI. in diesem Text die Freude auf das engste mit der parrhesía verbindet. Ebenso wie er den »Mangel an Freude und Hoffnung« beklagt, so lobt er die »innige und tröstliche Freude der Verkündigung des Evangeliums«, die verbunden ist mit einem »inneren Antrieb, den niemand und nichts ersticken kann«, damit die Welt das Evangelium »nicht aus dem Munde trauriger und mutlos gemachter Verkünder« empfange. Im Heiligen Jahr 1975 widmete der selige Paul VI. der Freude das Apostolische Schreiben Gaudete in Domino (9. Mai 1975): AAS 67 (1975), 289-322.

[104] Klugheitsregeln, 15, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 161.

[105] Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.

[106] Confessiones, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.

[107] Besonders erinnere ich an die drei Schlüsselworte „Darf ich?“, „Danke!“ und „Entschuldige!“, denn es »schützen und nähren die passenden Worte, im richtigen Moment gesagt, die Liebe Tag für Tag«: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016),133: AAS 108 (2016), 363.

[108] Thérèse von Lisieux, Selbstbiographische Schriften, Handschrift C, 29v - 30r, Einsiedeln 131996, S. 262.

[109] Vier Anweisungen für einen Ordensmann. Stufen der Vollkommenheit, 2, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 170.

[110] Ders., Vier Anweisungen für einen Ordensmann. Stufen der Vollkommenheit, 9, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 171.

[111] Das Buch meines Lebens, 8, 5, Freiburg 32001, S. 156f.

[112] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Orientale lumen (2. Mai 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.

[113] Ansprache bei der Begegnung mit den Vertretern des 5. Nationalen Kongresses der Kirche in Italien, Florenz (10. November 2015): AAS 107 (2015), 1284.

[114] Vgl. Bernhard von Clairvaux, Sermones in Canticum Canticorum 61, 3-5: PL 183, 1071-1073.

[115] Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, Freiburg 112004, S. 36f u. 115.

[116] Vgl. Geistliche Übungen, 230-237, Würzburg 32015, S. 100-103.

[117] Brief an Henry de Castries, 14. August 1901.

[118] 5. Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik, Dokument von Aparecida (29. Juni 2007), 259.

[119] Konferenz der katholischen Bischöfe Indiens, Schlusserklärung der 21. Vollversammlung (18. Februar 2009), 3.2.

[120] Vgl. Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta (11. Oktober 2013): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 43 (2013), Nr. 43 (25. Oktober 2013), S. 10.

[121] Vgl. Paul VI., Katechese bei der Generalaudienz am 15. November 1972 (L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 2 [1972], Nr. 47 [24. November 1972], S. 1): »Eines der größten Bedürfnisse der Kirche ist die Abwehr jenes Bösen, den wir den Teufel nennen. […] Das Böse ist nicht mehr nur ein Mangel, sondern es ist eine wirkende Macht, ein lebendiges, geistliches Wesen, verderbt und verderbend, eine schreckliche Realität, geheimnisvoll und beängstigend. Wer die Existenz dieser Realität bestreitet, stellt sich außerhalb der biblischen und kirchlichen Lehre; desgleichen, wer daraus ein eigenständiges Prinzip macht, das nicht, wie alles Geschaffene, seinen Ursprung aus Gott nimmt; oder auch, wer es zu einer Pseudowirklichkeit erklärt, es für eine erfundene, phantastische Personifikation der unbekannten Ursachen unseres Unheils hält.«

[122]José Gabriel del Rosario Brochero, Plática de las banderas, in: Argentinische Bischofskonferenz, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires 1999, S. 71.

[123] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.

[124] Auf dem Grabmal des heiligen Ignatius von Loyola findet man die geistreiche Inschrift: »Non coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est.« (Nicht vom Größten gedrängt zu werden, sondern vom Kleinsten eingenommen zu werden, das ist göttlich.)

[125] Collationes in Hexameron, 1, 30.

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