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kathpedia.com: Der Vatikan

Nach dem Hügel mons vaticanus, dessen Namensbedeutung unklar ist, westlich des antiken Rom gelegen, wird heute nicht nur der Apostolische Palast des Papstes benannt, sondern sinnbildlich die gesamte Zentralregierung der katholischen Kirche. Ursprünglich könnte das Wort Vatikan wie auch der Name des Gianicolo (Ianiculum) etruskischen Ursprungssein. B.G. Niebuhr vermutet, dass sich das Adjektiv vaticanus von einem Heiligtum (oder einer Siedlung) namens Vaticum herleitete. Dort befand sich zur Zeit des Kaisers Nero, außerhalb der Stadt Rom, der vatikanische Zirkus, in dem Petrus den Märtyrertod fand. Die alte Peterskirche entstand über dem Petrusgrab. Seit der Heimkehr aus dem Exil von Avignon 1377 verlagerte sich der Arbeits- und Lebensmittelpunkt der Päpste an den Vatikan, der zuvor nur ein Nebensitz am Grabe Petri war (vgl. Lateran). Die Gegend um den Lateran "verödete" seither. Eigentlich ist eine genauere Differenzierung zwischen dem Apostolischen Stuhl (Heiliger Stuhl) als Organ des Petrusamtes des Papstes und dem Vatikanstaat erforderlich. Denn zweiterer stellt nur das "absolute Minimum" an weltlicher Souveränität dar, auf das der Papst angewiesen ist, um seine geistliche Aufgabe erfüllen zu können, ohne Untertan eines anderen Staates zu sein. Völkerrechtssubjekt ist der Hl. Stuhl.

 

Literatur


Jürgen Erbacher, Vatikan. Wissen, was stimmt. Herder Verlag/Spektrum 2008, (Kart., 128 Seiten) ISBN-978-3-451-05985-8 [1]

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Vatikan)

 

Vatikan

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kathpedia.com: Der Vatikanstaat

Der Vatikanstaat, eigentlich Staat der Vatikanstadt (Stato della Città del Vaticano), wurde 1929 von Papst Pius XI. gegründet und mit den zuvor geschlossenen Lateranverträgen zwischen dem Papst und dem Königreich Italien vom italienischen Staatsgebiet formell-rechtlich unabhängig. Der kleine Staat, der den Vatikan samt Nebengebäuden, Gärten, Petersbasilika und Petersplatz umfasst, dazu den päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo sowie etliche extraterritoriale Immobilien in Rom, unterstreicht die völkerrechtliche Unabhängigkeit des Papstes von jedem anderen Souverän. So hat der Vatikanstaat in moderner Weise das von Gregor VII. 1075 formulierte Prinzip bestätigt: "Der Papst wird von niemandem gerichtet", er ist keiner Staatsgewalt untergeben. Der Papst übt hingegen im Vatikanstaat absolute Staatsgewalt aus und ist damit (neben dem Fürsten von Monaco) der letzte absolute Herrscher in Europa, der selbst an keine Verfassung gebunden ist (sondern auch Verfassungsgesetzgeber ist).

Wichtiger als der Überrest dieser, ehedem im ausgedehnten Kirchenstaat bestehenden, "zeitlichen Macht" des Papstes über seinen Kleinstaat ist jedoch die Souveränität des Heiligen Stuhls. Das bedeutet, dass die kirchliche Sonderstellung des Papstes zugleich als Subjekt des Völkerrechts (heute fast allgemein) anerkannt ist. Die Staaten unterhalten Beziehungen mit dem Papsttum in seiner selbst definierten öffentlichen Funktion, nicht mit dem Vatikanstaat. Die im 20. Jahrhundert wieder errungene, um 1800 fast ausgelöschte, Akzeptanz der petrinischen Funktion in der politischen Weltöffentlichkeit fand mehrfach vehementen Ausdruck: Schon Benedikt XV. hatte als Friedenspapst hohe Reputation erlangt und seinem Nachfolger Pius XI. den Weg für die Lösung der Römischen Frage geebnet. Dieser wurde bei seinem jähen Tod 1939 mit seit Jahrhunderten nicht erlebter internationaler Aufmerksamkeit bedacht, die später zunächst 1963 von Johannes XXIII. und 2005 von Johannes Paul II. noch je übertroffen wurde. Paul VI. erntete 1965 vor den Vereinten Nationen ungeteilte Aufmerksamkeit, als er sich, "Experte der Humanität", den versammelten Nationen empfahl und ihnen die Botschaft des Konzils überbrachte. Ausgesät hatten beide Vorgänger, jeder auf seine Art. Auch Pius XII. hatte in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine weltweite Hochachtung gefunden, die man seinerzeit für kaum überbietbar hielt. Es hat den Anschein, dass die geniale Idee Pius XI., den "pouvoir temporel" des Papstes (dem Leo XIII. noch soviel Energie widmete) auf die nahezu symbolische Größe des Vatikanstaats zu beschränken, diesen enormen Anstieg des päpstlichen Ansehens erst möglich gemacht hat. Im 17. und 18. Jahrhundert war bisweilen kaum zu erkennen, ob sich die Päpste mehr mit dem Kirchenstaat befassen müssen oder ihre spirituellen Rechte andernorts noch zur Geltung bringen können. Das 19. Jahrhundert hat dann eine Unterscheidung der Bereiche erzwungen, die seither zunehmenden Zuspruch des gesamten Erdkreises findet. Seit Pius X. bewähren sich die modernen Päpste mehr und mehr in universaler Vaterschaft, auch zugunster derer, die ihre religiöse Mission zwar nicht in dogmatischer Hinsicht zu billigen vermögen, aber die guten Früchte sehen.

 

Literatur


Jean d'Hospital, Drei Päpste, München-Wien 1971.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Vatikanstaat)

 

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