Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Tabernakel

 
 
"Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt"
Joh 1, 14 - Einheitsübersetzung




Basierend auf dem Tabernakel auf dem alttestamentlichen Tabernakel, wo das Brot von Gottes Gegenwart in der Bundeslade war, ist die Vorstellung vom heutigen Tabernakel zu sehen.

Was also ist heute da drin?

Brot (Hostien), das in der Heiligen Wandlung zum Leib Christi wurde und im Tabernakel für die Krankenkommunion aufbewahrt wird. Wenn die Kerze brennt, ist Jesus gegenwärtig. Wenn keine Kerze brennt, gibt es keine Hostien im Tabernakel und Jesus ist dort somit nicht gegenwärtig.

Dementsprechend verneigen wir uns voll Ehrfurcht vor dem Tabernakel und machen eine Kniebeuge, wie wir das auch vor dem Altar tun. Dies hilft uns auch, uns von unserem Stolz zu befreien und Demut vor dem Herrn zu zeigen.

(Quelle: http://www.mikecumbie.org/)

 

Tabernakel und Messe feiern - das ist doch dasselbe!

Nein, ist es nicht. In beidem ist Jesus Christus anwesend, das ist wohl wahr. Aber während beim Tabernakel der Schwerpunkt bei der Anbetung liegt, ist der Schwerpunkt der Messe die Eucharistie - insbesondere die Heilige Wandlung: die Umwandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Dies geschieht in der Messe - und NUR in der Messe. Ein Kommunionsgottesdienst etwa, der von einem Diakon gehalten wird, ist keine Messe und es gibt hier keine Heilige Wandlung!

Heißt das nun, in der Messe findet keine Anbetung statt? Doch, natürlich - das ist z.B. auch ein Grund dafür, warum wir, wenn der Priester die Gaben hochhebt, nicht unseren Kopf senken, sondern sie anblicken sollen!

 

Katholiken sind doch nur in der Kirche brav, weil dort das Tabernakel ist und sie glauben, dass Christus dort ist. Sobald sie aus der Kirche gehen, sind sie wie jeder andere auch!

Solche und ähnliche Vorurteile bekommen wir leider manchmal zu hören. Von Menschen, die sich leider nicht die Mühe machen, nachzuforschen, was denn die katholische Kirche hierzu zu sagen hat.

Ja, wir glauben, dass in der Heiligen Wandlung während der Messe aus Brot und Wein Jesu Leib und Blut wird. Dass Er tatsächlich bei uns gegenwärtig ist. Warum? Weil die Bibel hier eindeutig ist, und das Zeugnis der ersten Kirchenväter dies bestätigt. Über 1.500 Jahre lang hat die Kirche daran festgehalten, bis die ersten anderen Meinungen hierzu aufkamen!

Im Tabernakel sind die Hostien aufbewahrt, die während der Messe nicht benötigt wurden. Wenn man nämlich glaubt, dass Jesus tatsächlich anwesend ist, dass sich also Brot und Wein in ihrem Wesen (nicht in ihrer äußeren Gestalt) zu Seinem Leib und Sein Blut verwandeltn, wirft man diese nicht einfach weg! Das Tabernakel ist deshalb für Katholiken ein Ort der Anbetung!

Was den Rest angeht: Es ist schon lustig - einerseits wirft man uns Katholiken vor, wir wollten mit Werken unsere Erlösung erkaufen, andererseits heißt es, sobald wir aus der Kirche treten, sind wir wie alle anderen auch. Beides zusammen geht aber nicht!

Für Katholiken gehen Glaube und Werke Hand in Hand - wer an Jesus glaubt, muss diesem Glauben auch Taten folgen lassen. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir auch und gerade im Alltag unseren Glauben leben. Die Kraft dazu holen wir uns in der Messe, im Gebet, im Lesen der Bibel und im Austausch mit anderen Gläubigen. Letztendlich auch bei denen, denen wir Gutes tun - denn dies ist immer eine Angelegenheit des Gebens und Nehmens, wo auch der, der gibt, empfängt.

Aus Vorurteilen wie dem oben genannten spricht aber auch Arroganz, Stolz und Hochmut. Man maßt sich an, andere zu kennen und zu be- und verurteilen. Ist das etwa christlich?

(siehe auch: Fr. Louis Caporiccio: The Mass Appeal)

 

Die Gegenwart Christi in der Kirche

Jesus Christus ist körperlich alleine in der Eucharistie gegenwärtig, wenn in der Heiligen Wandlung aus Brot und Wein Sein Leib und Blut werden.

Es gibt aber daneben noch andere Formen Seiner Gegenwart:

Gegenwärtig ist er [zunächst wie erwähnt] im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht ..., wie vor allem unter den eucharistischen Gestalten.

Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so dass, wenn immer einer tauft, Christus selbser tauft.

Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden.

Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20).

(Quelle: http://www.fernkurswuerzburg.de/, Zweites Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution, Artikel 7)

 

Warum ist der Tabernakel im Zentrum der Kirche?

Weil wir wollen, dass Jesus im Zentrum unseres Lebens ist.

(www.fathersofmercy.com)

 

Die Verehrung des Tabernakels

Manche Gesten, die Katholiken vollziehen, wirken auf Aussenstehende sehr merkwürdig. Eine kurze Kniebeuge etwa, etwa vor dem Altar bzw. dem Tabernakel. Wir bezeugen damit unsere Verehrung vor Jesus Christus. In Joh 1,14 heisst es: “Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.” (Einheitsübersetzung). Wenn man sich den griechischen Text ansieht, so ist da vom “Tabernakel” die Rede. In der Übersetzung von Fridolin Stier etwa, die sehr nah am Original ist, heisst es: “Und Er, das Wort, ward Fleisch, zeltend unter uns.” Bereits die frühen Christen wahren sich sehr wohl der wirklichen Gegenwart Jesu Christi in den Gestalten von Brot und Wein bewusst und betrachteten es als einen Treuebruch, zu behaupten, dass diese Gegenwart nur symbolisch sei. Zu behaupten, die Gegenwart würde nur so lange wie die Liturgie dauern, sahen sie als Häresie an. Der hl. Justin der Märtyrer etwa, der ungefähr 150 A. D. in Rom lebte, betonte die immerwährende Gegenwart in der Eucharistie. Er war es auch, der erwähnte, dass Diakone das Sakrament zu den Kranken und zu denen brachten, die zu Hause bleiben mussten, lange nachdem die Messe vorbei war. Eine Generation später beschrieb Tertullian in Nordafrika, dass Christen in den Zeiten der Verfolgung das Sakrament in ihren Häusern aufbewahrten und ihm tiefste Verehrung entgegenbrachten. Bald darauf betonte Hippolyt, dass die Eucharistie in einem festen und geschuetzten Gefäss aufzubewahren sei.

Auch die Kirchenväter hatten viel hierzu zu sagen. Der hl. Basilius d. Gr. etwa benutzte ein Tabernakel in der Form einer Taube, das sich über dem Altar befand. Einige Jahre später schrieb der hl. Paulinus von Nola in Italien von etwas, das grössenmässig über dem hinaus geht, was wir heute unter Tabernakel verstehen.

Den ersten Christen und den Kirchenvätern war bereits klar, was auch uns heute klar ist: Jesus ist wirklich gegenwärtig im Brot und Wein und diese Gegenwart dauert an! Wenn diese Gegenwart aber andauert, dass muss ihr auch die gebührende Verehrung entgegengebracht werden. “Denn es heisst in der Schrift: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge wird Gott preisen.” (Röm 14,11 – Einheitsübersetzung).

Schliesslich sollen “alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu. (Phil 2,10 – Einheitsübersetzung). Wenn wir schon vor Seinem Namen die Knie beugen sollen, wieviel mehr dann vor seiner körperlichen Gegenwart!

In unseren Kirchen werden die geweihten Hostien in etwas aufbewahrt, das wir “Tabernakel” nennen. Dieser Name ruft Joh 1,14 ins Gedächtnis und ebenso das tragbare Zelt von Gottes Gegenwart, das die alten Israeliten verwendeten. Gemaess dem Kirchenrecht soll der Tabernakel unbeweglich und aus solidem und undurchsichtigen Material gefertigt sein. Ausserdem muss er verschlossen sein, damit die Gefahr der Entweihung ausgeschlossen werden kann. Der Tabernakel soll sich an einem gut sichtbaren Ort befinden, er soll in passender Art und Weise geschmückt sein und das Gebet foerdern. Der Tabernakel soll also ein Ort der Anbetung Gottes sein.

Deshalb beugen Katholiken kurz ihr rechtes Knie, wenn sie vor einem Tabernakel vorbei gehen. Wir können und sollen aber auch mehr tun. So sollten wir auch ausserhalb der normalen Messzeiten kurz in eine Kirche gehen und Jesus im Tabernakel Verehrung bezeugen. Wir können auch andere Menschen – z. B. Kinder oder Jugendliche, aber auch Erwachsene, die nicht wissen, warum wir tun, was wir tun – mitnehmen und ihnen so die körperliche Gegenwart Jesu Christi erklären. Einige wenige Minuten des Grusses, des stillen Gebetes und bei Bedarf eine kurze Erläuterung reichen hier schon aus.

Wir Katholiken verehren aber auch den Altar. Wenn wir daran vorbeigehen, verbeugen wir uns kurz. Jesus selbst hat den Altar verehrt: “Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt.” (Mt 23,19-20 – Einheitsübersetzung).

Diese Verehrung des Tabernakels und des Altares bezeugen wir aber nicht nur in der Kirche, sondern wir nehmen sie mit uns, wohin auch immer wir gehen. Die Nächstenliebe und die Werke der Liebe, die wir vollbringen, sind nichts anderes als ein Ausdruck unseres eucharistischen Glaubens und Lebens!

(Quelle: Scott Hahn, Signs of Life. 40 Catholic Customs and their biblical roots. Doubleday, Random House Inc., New York 2009. GO AND GET IT NOW!!)

Müssen eigentlich immer Hostien im Tabernakel sein?

Nein, eine Verpflichtung, dass ständig geweihte Hostien im Tabernakel vorrätig sein sollen, gibt es nicht.

In der Regel wird jedoch der Priester zumindest eine geweihte Hostie im Tabernakel aufbewahren, um es den Gläubigen zu ermöglichen, vor dem gegenwärtigen Jesus Christus zu beten, in Andacht zu verharren, Ihn zu verehren und zu meditieren.