Katholisch Leben: The Jesus Brothers!

Aufbruch und Erneuerung

Sola Scriptura?

 
"Bedenkt dabei vor allem dies: Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden" (1 Petr 1,20, Einheitsübersetzung)
 
"Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch geagt habe." (Johannes 14,26 - Einheitsübersetzung)


Ist die Bibel wirklich die einzige, unfehlbare Wahrheit, die Christen besitzen? Viele Christen anderer Gemeinschaften denken dies ("Sola Scriptura" - allein die Bibel) - zumindest seit den Zeiten der Reformation. Als "Argumente" für diese These werden dann oft die Bibel selbst zitiert. Außerdem hätte Jesus doch menschliche Tradition verurteilt. Das Problem dabei: in der Bibel selbst steht nirgends, dass sie alleine die Quelle ist, aus der wir Christen schöpfen. Sicher, sie ist gut zur Lehre (2 Tim 3,16-17. Hier werden die Vorzüge der Bibel beschrieben, aber nicht gesagt, sie alleine wäre die Grundlage der Lehre), zur Anleitung und auch bestimmt eine wesentliche Grundlage unseres Glaubens (nichts darf ihr widersprechen und jede christliche Lehre muss in der Bibel zu finden sein), aber nirgends steht, dass sie ALLEINE Grundlage christlicher Lehre ist.

Eine weitere Grundlage wäre etwa die apostolische Tradition und die Kirche.

Sicher, Jesus veruteilt etwa von Menschen gemachte Traditionen. Was damit gemeint ist, zeigt sich beim Hl. Paulus, einem der Apostel: christliche Tradition wird sehr wohl als positiv beschrieben - und gleichzeitig einer nicht akzeptablen Form von Tradition gegenüber gestellt.

Die Bedeutung mündlicher Tradition etwa wird vom Hl. Paulus ausdrücklich betont (siehe etwa 1 Thess. 2,13 oder 2 Tim 1,13-14). Die Autorität der Kirche wird zum Beispiel im ersten Konzil von Jerusalem deutlich (Apg 15,29,30).

Warum aber haben dann Jesus und Seine Jünger immer die Heilige Schrift zitiert, wenn sie etwas klarstellen wollten? Auch die Juden des Alten Testaments haben sich doch immer auf die Schrift bezogen!

Wenn wir Matt 23,2-3 lesen, sehen wir, dass Jesus den Pharisäern durchaus eine Autorität zugesprochen hat. Der dort erwähnte "Stuhl des Moses" ist aber nirgends im Alten Testament zu finden. Er stammt aus der zunächst mündlich überlieferten Mishna. Hier ist die Rede von einer Art Nachfolge in der Lehre die Rede, die sich bis auf Moses zurück führen lässt.

In Matt 2,23 lesen wir, dass erfüllt werden sollte, was die Propheten sagten: "Er wird Narzoräer genannt werden" (Einheitsübersetzung). Auch dies ist im Alten Testament nicht zu finden! Hier handelt es sich um eine mündliche Überlieferung durch die Propheten!

Betrachtet man 1 Kor 10,4, stellt man fest, dass Jesus von einem Felsen spricht, der mit den Juden zog. Sieht man sich diese Stelle im Alten Testament an (Moses schlägt mit dem Stock gegen den Felsen, damit Wasser heraus kommt), findet man hier aber nichts dergleichen! Sehr wohl aber in der Tradition, die von den Rabbinern weiter gegeben wurde.

Sola Scriptura ist eine Vorstellung, die von der Bibel nicht vertreten wird - und schon gar nicht von Jesus. Die einzigen, die jemals die mündliche Tradition verworfen hatten, waren die Saduzäer. Diese haben aber auch so einiges andere verworfen, etwa die Auferstehung von den Toten.

Eine Autoritätsfigur des Alten Testaments war zum Beispiel Ezra.

(Quelle: Dave Armstrong, The One-Minute Apologist. Sophia Institute Press, Manchester, 2007. Go and get it!).



Allein die Schrift?

 Allein die Schrift?

Ein Beitrag zum thema sola Scriptura

Von Robert D. Fazzio


Es ist kein Geheimnis, dass Evangelikale und Katholiken sich durchaus einig sind, dass alles was in der hl. Schrift steht inspiriert und wahr ist (vgl. DV 11). Die Auseinandersetzung entsteht mit der katholischen Ablehnung der Verbalinspriation und dem Standpunkt, dass nicht alles was wahr ist in der hl. Schrift niedergeschrieben wurde1 (vgl. Joh 21,15; DV 24).


In diesem Zusammenhang hat der zentrale protestantische Glaubensgrundsatz sola scriptura nicht nur konstitutive Bedeutung für den Protestantismus er ist auch für die Erreichung der missionarischen Ziele der Evangelikalen aufgrund seines legitimierenden Charakters quasi unabdingbar.


Die mit der These sola scriptura verbundenen Behauptungen, dass die hl. Schrift in allen religiösen, sozialen, naturwissenschaftlichen und historischen Belangen die alleinige Autorität ist und dass die hl. Schrift sich selbst auslegt, sind in sich eine Verneinung der Existenz jedweder kirchlicher Magisterium. Die Autorität, die hl. Schrift „richtig“ zu interpretieren wird somit vom kirchlichen Lehramt und Lehrauftrag gelöst und individualisiert.


Der gemeinsame Glaube an die unbestrittene Inspiriertheit der hl. Schrift wird meines Erachtens seitens der evangelikalen Proselytenmacher leider missbraucht, um ihrer eigenen Position als Gegenpol zum Katholizismus Glaubwürdigkeit zu verleihen. Ohne diese Art der Verwendung der hl. Schrift hätten ihre antikatholischen Aussagen weder Basis noch Größe.


Im Grunde dreht sich der Disput um die verschiedenen Sichtweisen bezüglich der Suffizienz der hl. Schrift und der Rolle der überlieferten Tradition. In diesen Diskurs erhebt sich grundsätzlich die Frage nach der Legitimität des Magisteriums der katholischen Kirche.


In der Frage nach der formellen Suffizienz versus, einer materiellen Suffizienz der hl. Schrift, stelle ich fest, dass auf den ersten Blick der protestantische Ansatz bezüglich einer formellen Suffizienz im Sinne vom Scriptura sacra sui ipsius interpres2 in seiner Einfachheit einen gewissen Charme hat. Nach diesem Prinzip ist jeder Mensch individuell in der Lage aus der hl. Schrift sein Heil selbstständig und unter direkte Anleitung des Hl. Geistes, zu „erlesen“. Dennoch hege ich begründete Zweifel, ob der gewöhnliche Mensch in der Lage ist, ohne Erklärung oder Magisterium der Kirche, die Inhalte der hl. Schrift zu verstehen und auszulegen (vgl. Apg 8,31).


Sola Scriptura

Der lateinische Begriff sola scriptura heißt in der Übersetzung lediglich “Allein die Schrift”3. Aus theologischer bzw. konfessioneller Sicht ist aber die Bedeutung dieser Phrase seit der „Reformation4“ einer der Hauptstreitpunkte der katholisch-protestantischen Auseinandersetzung.


Wir bekennen uns zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung5“(Hervorhebung RDF)


Dieses Bekenntnis der Evangelischen Allianz ist in seiner Essenz die Erklärung von sola scriptura.


Auf der Seite der gemäßigten Protestanten bedeutet sola scriptura, dass die hl. Schrift für den Glauben und die Glaubenspraxis die ultimative und unfehlbare Autorität ist6. Infolgedessen sind alle anderen Autoritäten der Schrift untergeordnet7. Christus und die von ihm berufenen Apostel sind nicht mehr das Konstitutive, sondern allein die Schrift.

Es heißt für sie aber dennoch nicht,

dass die Inspiration der Bibel Allwissenheit verleiht.

dass die Bibel von allen Menschen gleich verstanden wird.

dass die Lehre der Glaubensgemeinschaft nicht nützlich und bindend ist.

Kurz gesagt, heißt sola scriptura im alltäglichen evangelischen Sprachgebrauch nicht „solo scriptura“ wie es in manchen Kreisen der fundamentalistischen Christen gehandhabt wird.


Sola scriptura als theologisches Legitimationsprinzip

Sola scriptura ist nicht nur eine theologische Behauptung, sondern im Laufe der Zeit wurde sie zum Bekenntnis und somit hat diese These für den Protestantismus und insbesondere für Evangelikale konstitutive Bedeutung.


Nur, insofern der neutestamentliche Kanon „Evangelium ist und wird“, begründet „dann auch er die Einheit der Kirche. Denn allein das Evangelium begründet die eine Kirche in allen Zeiten und an allen Orten.“ (VELKD, 50)


Das reformatorische Kirchenverständnis ist ein Konfessionsgebundenes, und zwar in einem doppelten Sinn: Es geht davon aus, dass es einen Kirchenbegriff ohne Bindung an eine bestimmte Konfession nicht gibt, und es bringt bestimmte theologische Grunddaten wie z. B. das lutherische Rechtfertigungsverständnis und die particulae exclusivae, speziell sola scriptura und solus Christus, zur Geltung. Von daher definiert sich lutherisches Amtsverständnis, das Verständnis von Kirchenleitung, die Bedeutung des Bekenntnisses gemäß der Unterscheidung von norma normans und norma normata. Das Bekenntnis ist Norm; es ist nicht die „herrschende Meinung“, auch nicht die „Stimme der Väter“ und auch nicht die „Tradition unserer Kirche“. (VELKD, 51)


So gesehen ist sola scriptura das wichtigste theologische Legitimationsprinzip der Protestanten und bedeutet, dass in der kirchlichen Praxis und Theologie der Protestanten nur das gelten soll, was sich biblisch begründen lässt.


Entgegen dieser Sichtweise steht die Lehre der römischkatholischen Kirche, nämlich das Legitimationsprinzip Schrift und Tradition. Das Konzil von Trient8 sowie Vatikan II, haben das Verhältnis zwischen „Überlieferung und Schrift“ eindeutig so definiert: „Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes.“ (DV 10).


Die Bibel, Hauptwerkzeug der evangelikalen Proselytenmacher

Wenn wir das missionarische Handeln der Fundamentalisten etwas näher betrachten, sehen wir, dass die argumentative Einbettung einzelner Bibelzitate in den jeweiligen Argumentationszusammenhang eine ihrer beliebtesten Praktiken ist. Sie handeln mit der einzigen Autorität, die sie selbst anerkennen, nämlich der hl. Schrift.


Die Hl. Schrift schieben sie vor, und durch diese ihre Dreistigkeit machen sie auf manche Leute sogleich Eindruck; beim Kampfe selbst aber machen sie die, welche Festigkeit besitzen, müde, nehmen die Schwachen gefangen, und den Rest entlassen sie mit Zweifeln im Herzen, Diese Wehr also richten wir vor allem gegen sie auf: sie seien zu einer Disputation auf Grund der Schrift überhaupt nicht zuzulassen.9(Tertullian)


Ich habe obiges Zitat des zum Teil umstrittenen Kirchenvaters Tertullian nicht gewählt, um ein eigenen Argumentum ad verecundiam aufzubauen, sondern als Hinweis, dass die missionarischen Methodiken der heutigen Fundamentalisten nichts Neues sind und bereits im 2. Jahrhundert bekannt waren. Wer direkte Erfahrung mit Evangelikalen im „Seelenrettungs-Modus“ gemacht hat, weiß, dass der Alltags-Christ kaum in der Lage ist die hl. Schrift so zu zitieren und argumentativ einzusetzen wie ein fundamentaler-evangelikaler Missionar und das Ergebnis ist leider nicht selten wie von Tertullian in obigem Zitat beschrieben.


Ist sola scriptura biblisch?

Katholiken, Orthodoxen und Protestanten sind sich prinzipiell einig, dass die hl. Schrift einen präeminenten Wahrheitsstandard in Glaubensfragen, sogar nach katholischer Sicht die „Quelle jeglicher Heilswahrheit und Sittenlehre“ ( DV 7) verkörpert. Sie sind sich aber nicht im protestantischen Sinne von sola scriptura einig, dass die hl. Schrift formell suffizient d.h. prinzipiell eigensuffizient ist und dass sie die Autorität der apostolischen Tradition bzw. das Magisterium der Kirche absprechen.10 (vgl. DV 10).


Die katholische Kirche vertritt durchaus den Standpunkt, dass die hl. Schrift in Glaubensfragen materiell suffizient ist (vgl. DV 7). Aus dieser katholischen Sicht ist somit jede wahre Doktrin bzw. jedes Dogma biblisch, auch wenn dies in Einzelfällen nur zum Teil durch Implikation oder indirekte Deduktion nachweisbar ist (vgl. DV 8-10). Andererseits gibt es keinen einzigen biblischen Hinweis, dass die hl. Schrift eine von der apostolischen Tradition und des Magisteriums der Kirche isolierte Autorität darstellt. Sola scriptura kann m. E. auf Basis der hl. Schrift nicht einmal impliziert werden.


Dennoch: Wenn ein geschulter Anhänger von sola scriptura einen biblischen Hintergrund nachweisen will, wird am häufigsten folgender Bibelvers zitiert:

Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein“ (2 Tim 3,16f. Hervorhebung RDF).


Man fragt sich, was hat dieser Text an sich, dass er als Nachweis für sola scriptura dienen kann? Auf den ersten Blick, eigentlich gar nichts, da Katholiken und Protestanten in Bezug auf V16 sich im Grunde einig sind, dass die hl. Schrift „nützlich“ ist. Die protestantische Argumentation ist aber nicht in den Wörtern „nützlich“ und „zur“ in V16, sondern in ihre Auslegung von V17 begründet.


Als Formel gesehen, ist die Schrift nützlich zur „x“ (V16) damit „y“ (V17) entsteht. Die Variable „x“ bezieht sich auf die Belehrung, Widerlegung, Besserung, und Erziehung. Die Variable „y“ bezieht sich auf das zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. Es ist die „y“ Variable auf die sich die Protestanten beziehen um eine biblische Aussage über die Eigensuffizienz der hl. Schrift nachzuweisen. Wie kommt das?


Wenn man die Einheitsübersetzung der Bibel zu Grunde legt, ist die Bedeutung der Wörter „bereit“ (gr. artios11) bzw. „gerüstet“ (gr. exartizo12) nicht ganz so klar dargestellt wie in anderen Übersetzungen. In der Luther Bibel sowie auch in den Eberfelder und Schlachter13 Ausgaben stehen an gleicher Stelle die Wörter „vollkommen“ und „geschickt“ bzw. in der Eberfelder „ausgerüstet“. Selbst die Vulgate nutzt hier an der Stelle die Wörter „perfectus“ und „instructus“.


Was wird hier nach protestantischer Hermeneutik eigentlich gesagt?


Die Idee hier ist nicht, dass irgendjemand absolut perfekt sei, sondern die hl Schrift den Weg festlegt nachdem der „gottgefällige Mensch“ die Perfektion erlangen kann. Sollte jemand dennoch Perfektion erlangen wird er in der hl. Schrift zudem jede “Ausrüstung” für diesen Zustand auch finden. […] Die Idee hier ist, dass egal nach welchen guten Werken der gottgefällige Mensch strebt oder wie perfekt auch immer seine Absichten sind, er in der hl. Schrift keinen Mangel finden wird, sondern die vollkommene Instruktion, der er bedarf.“ (Barnes Commentary14 on 2 Tim 3,17. Übersetzung RDF)


Ein weltlicher Vergleich wäre etwa so:


Ikea hat alles, was ich brauche, um meine Wohnung vollkommen auszurüsten. Aus diesem Grunde brauche ich nicht in einen anderen Laden hineinzugehen. Im Klartext: Ikea ist vollkommen ausreichend und perfekt für mein Vorhaben. Ich brauche keine externe Beratung oder einen Innenarchitekten.


In Bezug auf sola scriptura ist die hl. Schrift meines Erachtens eigentlich der schlechteste Zeuge für diese These. Der Versuch die Legitimität von sola scriptura mit der hl. Schrift selber zu beweisen ist in sich ein Argumentum in circulo. Schlicht und einfach gesagt: Die hl. Schrift kann aus sich selbst heraus nicht beweisen, dass sie die einzige Autorität gemäß der Lehre von sola scriptura ist. Ganz im Gegenteil! Die hl. Schrift spricht selbst an einigen Stellen explizit für eine Gültigkeit von nicht schriftlichen Überlieferungen (vgl. 2 Thess 2,15)


Ist sola scriptura für das Christentum ein brauchbarer Glaubensgrundsatz?

Protestantischen Christen, die sich zur sola scriptura bekennen, beziehen sich in Glaubensfragen grundsätzlich auf die hl. Schrift. Wenn sie gefragt werden warum man gerade die Lehre ihrer Denomination gegenüber einer anderen akzeptieren soll, erhält man nicht selten als Antwort: „Es steht geschrieben…“ oder „Die Bibel sagt ganz klar…“, nach den protestantischen Grundsätzen, dass die Bibel eigensuffizient ist bzw., dass die hl. Schrift nach der These „Scriptura sacra sui ipsius interpres“, sich selber auslegt.


In solchen Fällen erscheint es mir, als ob sie einfach nicht zugeben wollen, dass auch Evangelikale ihre eigenen konfessionsbezogenen Traditionen oder ein „Magisterium“ haben. Unter dem Oberbegriff Protestantismus befinden sich klar abgrenzbare Unterbewegungen die aufgrund einer göttlichen „Inspiration“ ihres Stifters zu unterschiedlichen hermeneutischen Ergebnissen kommen, welche ihre religiöse Denomination wiederum legitimieren.


Nur um einige der Hauptströmungen neben dem Lutherismus zu nennen: Calvinismus15, Wesleyanismus16, Darbysmus17, Pietismus18 und als Gemeindeform der Kongregationalismus.19 Man wird selten von einem Protestanten hören, dass ihm Calvins Auslegung der hl. Schrift einfach mehr zusagt als die von Luther, Wesley oder Darby. Die Einstellung ist meistens „meine Denomination ist Bibeltreu“.


Was haben diese Bewegungen, samt ihren Unterbewegungen, et al außer dem Protestantismus20 gemeinsam? Die Antwort geben sie sich selbst: Sie berufen sich alle und ausnahmslos deklaratorisch nur auf die Bibel d.h. sola scriptura und auf ihre eigene und persönliche Autorität sie auszulegen. Die These sola scriptura ist aufgrund dessen nicht mehr nur ein Glaubensgrundsatz, sondern entlarvt sich als Begriff für die Erhebung der hl. Schrift zur konstitutiven Basis einer christliche Kirche.


Dabei muß jedoch anerkannt werden, daß es zwischen diesen Kirchen und Gemeinschaften und der katholischen Kirche Unterschiede von großem Gewicht gibt, nicht nur in historischer, soziologischer, psychologischer und kultureller Beziehung, sondern vor allem in der Interpretation der offenbarten Wahrheit.21 „(UR 19)


Die sog. “Bibeltreuen” und andere protestantische Christen versuchen den Eindruck zu erwecken, dass die Bibel die einzige Autorität in Glaubensfragen ist und dass die Bibel nicht nur eine Quelle zur Gotteserkenntnis ist, sonder die einzige Quelle (vgl. Chicago Erklärung).

Aus der Sicht Martin Luthers, seiner protestantischen Zeitgenossen und der modernen Evangelikalen, ist die Bibel die einzige zuverlässige Quelle der Gotteserkenntnis. Immerhin eine Sichtweise die ca. 450 Jahre alt ist.


Diese Einstellung steht im Gegensatz zum katholischen Glauben, dass die hl. Schrift neben Vernunft, Tradition und Offenbarung eine der Quellen der Gotteserkenntnis ist (vgl. DV 5-7).

Es stellt sich die Frage, ob es für Martin Luther als er seine These sola scriptura formulierte ein Versuch war, zur Urgemeinde zurückzukehren; oder musste er, nachdem er den Papst und das Magisterium der Kirche verworfen hat, eine neue Autorität, die seine Meinungen trägt, (er)finden. Genau diese Frage stellt den Streitpunkt zwischen Katholiken und Protestanten dar.


Was historisch unbestritten bleibt, ist, dass die pastorale und missionarische Arbeit der Apostel völlig unabhängig von schriftlichen Aufzeichnungen geschah. In den ca. 40 Jahren zwischen der Auferweckung Jesu und der Zerstörung Jerusalems begann sich die „Institution“ Kirche, aufgrund der lebenden Autorität der Apostel und der mündlichen Überlieferung des Evangeliums Jesu, zu formieren.


Gut zwanzig Jahre vor dem ersten Paulus Brief lebten schätzungsweise mehrere hunderttausend Menschen ein christliches Leben. Ferner, vergingen hunderte von Jahren bis zur Kanonisierung der 27 Bücher des NT so wie wir es heute kennen. Unzählige Christen lebten und starben in der Liebe Christi, ohne je ein Wort der „Bibel“ gelesen zu haben.


Das “Brot-Brechen”, also die hl. Messe wurde am Sonntag gefeiert. Die Sakramente, insbesondere die Taufe, wurden gespendet. Bischöfe, Priester und Diakone wurden berufen. Die ersten großen Kirchen, z.B. Jerusalem, Antiochien, Rom und Alexandria, waren bereits lebendig und die Gläubigen nannten sich bewusst Christen.


Die ersten Generationen der Christenheit haben ihren Glauben nicht aus der „Bibel“ gelernt, sondern von den Lippen der Apostel und deren Nachfolger. Christen lernten ihre Religion von Lehrern, welche die Worte Christi, in Christi Namen, sprachen. Es liegt in diesem Schatz der apostolischen Tradition, dass wir die Saat, die Wurzel und den Stamm der einen katholischen und apostolischen Kirche finden.


Wir dürfen nie vergessen, dass die Schriften des NT wurden an Menschen adressiert, die bereits Christen waren und sie dienten als Ratgeber und Wegweiser in Glaubensfragen, die nur einer verstehen konnte, der schon im Glauben unterwiesen wurde. Sie wurden nie in die Hände von Katechumenen oder Frischgetauften gelegt, damit sie sich selbst ein Urteil über die Schriftauslegung bilden konnten.


In diesem Sinn, hat das neutestamentarische Schriftwerk genau so viel mit der Verbreitung und Etablierung des Urchristentums zu tun gehabt, wie die jüdische Chronik des Flavius Josephus mit der Entstehung des Judentums und der Gründung Jerusalems zu tun hatte.


Wenn evangelikale Protestanten mit Praktiken und Dogmen konfrontiert werden, wofür sie keine schriftliche Autorität in der Bibel anerkennen, werden diese oft als wertlose „römische“ Interpolationen verworfen (z.B. Petri Nachfolge bzw. Maria Himmelfahrt).


Was die Verfechter von sola scriptura nicht anerkennen wollen, ist, dass Jesus weder einen Text gestiftet hat noch hat er befohlen, seine Lehren und Taten niederzuschreiben. Er stiftete eine Kirche in apostolischer Nachfolge durch Männer, denen er den hl. Geist schenkte und welche in der Lage waren, seine Kraft und Gegenwart erfahrbar zu machen. Er beauftragte sie in seinem Namen zu sprechen, um alle zu Jünger Christi zu machen (vgl. Mt 28,19).


Es ist für mich deutlich erkennbar, dass die These sola scriptura für das Christentum kein brauchbarer Glaubensgrundsatz sein kann und der größte Beweis hiefür ist die fast unermessliche Gespaltenheit des Protestantismus, für den diese These das konstitutive Fundament bildet. Soweit ich feststellen kann, gibt es weltweit keine einzige religiöse Bewegung, die so gespalten ist wie der Protestantismus22.


Denn Christus der Herr hat eine einige und einzige Kirche gegründet, und doch erheben mehrere christliche Gemeinschaften vor den Menschen den Anspruch, das wahre Erbe Jesu Christi darzustellen; sie alle bekennen sich als Jünger des Herrn, aber sie weichen in ihrem Denken voneinander ab und gehen verschiedene Wege, als ob Christus selber geteilt wäre. Eine solche Spaltung widerspricht aber ganz offenbar dem Willen Christi, sie ist ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums vor allen Geschöpfen.“23 (UR 1)


Eine abschließende Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die protestantische These sola scriptura aus biblischer Sicht ein für das Christentum brauchbarer Glaubensgrundsatz darstellt, ist in einer Arbeit dieser Länge kaum möglich. Es ist aber durchaus möglich die verschiedenen Standpunkte und Denkweisen darzustellen. Für mich ist es aber klar, dass ohne das Magisterium der Kirche hat der Einzelne keine Gewissheit, dass er die Wahrheit erfährt. (vgl. UR 21).


Das Verhältnis von Schrift und Kirche ist einerseits, dass die Bibel die hl. Schrift der Kirche ist und die Kirche die Auslegung der hl. Schrift bestimmt und andererseits wird die Kirche seitdem es die hl. Schrift gibt durch diese auch bestimmt (vgl. Schmaus). Aus dieser Wechselwirkung entsteht die Kompetenz des Lehramts der Kirche. Die Kirchenväter und Konzilien haben mit dem Beistand des Hl. Geistes nicht nur den Canon der hl. Schrift, sondern auch die hermeneutischen Normen der Kirche festgelegt (vgl. 2 Petr 1,20f).


Die „Bibeltreuen“ Evangelikalen haben Meinesserachtens im Wesentlichen diese eindeutige Wechselwirkung zwischen Kirche, hl. Schrift und Magisterium, nicht erkennen können oder noch schlimmer, sie haben sie einfach ignoriert.


Dahinter steht das zentrale Problem des “sola scriptura” (“allein die Schrift”). Professor Jüngel von Tübingen hat das in die Formel gefasst: Der Kanon selbst ist die Nachfolge der Apostel. Aber woher kennen wir den Kanon? Wer legt ihn aus? Jeder für sich selbst? Oder die Gelehrten? Dann beruht unser Glaube nur auf Hypothesen, und die tragen nicht im Leben und nicht im Sterben. Wenn die Kirche keine Stimme hat, wenn sie nichts mit Vollmacht zu den letzten Fragen des Glaubens sagen kann, dann gibt es eben keinen gemeinschaftlichen Glauben. Dann sollte man das Wort Kirche streichen, denn eine Kirche, die uns nicht den gemeinsamen Glauben gewähren kann, ist keine Kirche. Insofern ist die Grundfrage nach der Kirche und der Schrift letztlich die Frage, die dasteht und die nicht beantwortet ist. Das alles schließt freilich nicht aus, dass die wirklich Glaubenden sich in einer tiefen inneren Nähe begegnen können, wie ich selbst immer wieder dankbar erfahren darf.“ 24 (Josef Kard. Ratzinger)


© Robert D. Fazzio 2008


1 Tradition, Überlieferung, Dogmen etc.

2 Die heilige Schrift legt sich selbst aus.

3 Für eine detaillierte Erklärung von sola scriptura, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Sola_scriptura

4 M.E. ist der Begriff „protestantische Revolution“, richtiger.

5 Aus dem Bekenntnisse der Evangelischen Allianz: http://www.ead.de/info/waswirglauben.htm

6 Vgl. Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel 1997, Art. I.

7 Ibid. Art. II.

8 „Es folgt dem Beispiel der rechtgläubigen Väter, nimmt an und verehrt mit derselben frommen Dankbarkeit der gleichen Ehrfurcht alle Bücher sowohl des Alten als auch des Neuen Testamentes - der eine Gott ist Urheber von beiden - , sowie auch die Überlieferungen – die den Glauben und die Sitten betreffen.“ (Konzil von Trient 4. Sitzung 1546, 1. Überlieferung und Schrift (D1501)).

9 Tertullian, de praescriptione haereticorum xv.

10 Hier unterscheiden sich Evang. und Kath. grundlegend. Die formelle Suffizienz vs. Materielle Suffizienz.

11 Strong’s Reference 739: artios ar'-tee-os fresh, i.e. (by implication) complete:--perfect. see GREEK for 737

12 Strong’s Reference 1822: exartizo ex-ar-tid'-zo from 1537 and a derivative of 739; to finish out (time); figuratively, to equip fully (a teacher):--accomplish, thoroughly furnish. see GREEK for 1537 see GREEK for 739

13 Diese Bibelausgaben werden von den Evangelikalen gegenüber der Einheitsübersetzung bevorzugt.

14 Sword Project add-on Module Albert Barnes' Notes on the Bible http://www.e-sword.net/commentaries.html

15 Die Reformierten, Baptisten und Presbyterier sind stark calvinistisch geprägte Gruppen.

16 John Wesley lehnte Calvins doppelte Prädestinationslehre ab und war Mitgründer der Methodisten.

17 Nach John Nelson Darby Gründer der "Plymouth Brethren". In Deutschland sind es die sog. Brüdergemeinden. Darbysmus ist eine dispensationalistische Bewegung deren Hauptmerkmal die literale Auslegung der Bibel ist. Darby verfasste im 19. Jh. einige sehr umfangreiche Bibelkommentare die heute noch von Protestenten geschätzt werden.

18 Der Pietismus ist eine Bibel-, Laien- und Heiligungsbewegung. Er betont die subjektive Seite des Glaubens, entwickelte aber auch einen starken missionarischen und sozialen Grundzug. Der Pietismus bekennt sich zur Irrtumslosigkeit der Bibel und lehrt hieraus resultierend eine konservative Theologie.

19 Der Kongregationalismus ist eine Form der christlichen Gemeindeverfassung, in der die Autonomie der einzelnen Kirchengemeinde oberste Priorität hat. Nach diesem System sind die Täuferbewegung, die Pfingstbewegung, die Baptistengemeinden und die eigentlichen kongregationalistischen Kirchen organisiert.

20 Hier im wahrsten Sinne des Wortes. Der Protestantismus war von Anfang an ein Protest gegen die römischkatholische Kirche.

21 Dekret über den Ökumenismus "Unitatis redintegratio" 19

22 Je nach dem wie man unterscheidet, gibt es heute weltweit zwischen Zwanzig- und Dreißigtausend verschiedene protestantische Gruppierungen.

23 Das Dekret über den Ökumenismus „Unitatis reintegratio“

24 Joseph Kardinal Ratzinger: Ökumene aus der Sicht von Kardinal Joseph Ratzinger: Ein Interview von Guido Horst in "Der Tagespost" mit dem Kardinal. Hier Verfügbar: http://www.kbwn.de/html/card__ratzinger.html

(used with permission)

 

Errettung und die Bibel

Manche evangelikale Christen glauben, die Bibel sei doch eindeutig, was die Errettung (bzw. Erlösung) betrifft (widersprechen sich aber je nach Gemeinde doch erheblich, wie diese Errettung aussieht bzw. wer alles "gerettet" ist und wer nicht). Ihrer Meinung nach ist es auch genug, wenn man als Christ die Bibel hat. Die Kirche oder gar Tradition brauche man für den Glauben nicht.

Derartige Thesen lassen sich aber in der Bibel nicht finden. Ganz im Gegenteil. Das Problem mit Sola Scriptura: wenn jeder Christ nur die Bibel braucht und es keine andere Autorität gibt, kann und soll auch jeder alles, was er braucht in der Bibel finden. Er benötigt dann auch niemanden, der ihm zeigt, wie man sie auslegt. Bibellesen und Bibelstudium sind leider nicht dasselbe. Und genau das ist geschehen seit der Reformation: die Protestanten haben sich in abertausende verschiedener Gemeinden aufgespalten. Und ein Teil davon bezeichnet sich auch als "Biblische Christen". Da darf man allerdings nachfragen, wieviele Bibeln es gibt.

Interessant auch zu wissen, dass im NT die Kirche (und NICHT die Bibel!) als die Säule der Wahrheit genannt wird!

Die Bibel ist nicht immer leicht zu verstehen und so manches, was auf den ersten Blick offensichtlich erscheint, erweist sich bei genauerem Studium als etwas ganz anderes. Es ist beinahe unvermeidlich, dass es zu Irrlehren oder gar Abspaltungen von der Kirche kommt, wenn es keine verbindliche Autorität gibt.

Ob man nun die Eucharistie, die Taufe, die Sündenvergebung, Gnade, Glaube, Heiligung, die eventuelle Möglichkeit, seine "Errettung" zu verlieren, weibliche Geistliche in der Kirche oder was auch immer nimmt: schon zu Luthers Zeiten und erst recht danach gab es hierzu teils völlig unterschiedliche Auffassungen. Und jede davon war angeblich biblisch.

 

(Quelle: Dave Armstrong, The One-Minute Apologist. Sophia Institute Press, Manchester, 2007. Go and get it!).

Der Heilige Geist wird jeden Christen im Verständnis der Bibel leiten!

Lesen wir 2 Petr 3,16: "es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben." (Einheitsübersetzung)

Eine scharfe Warnung für die also, die selbst versuchen möchten, zu einem Verständnis der Bibel zu gelangen. Eine falsche Interpretation der Bibel kann verheerende Folgen haben. Dafür hat uns Jesus den Heiligen Geist gesendet, dass er Seine Kirche dabei leitet, uns mit einer Lehre,die nicht irren kann zu unterrichten. Nur so können wir die Wahrheit in der Heiligen Schrift erkennen. Natürlich ist es wichtig und wertvoll, die Bibel auch alleine zu lesen, muss aber im Licht der katholischen Lehre geschehen. Deshalb wird die Benützung des Katholischen Katechismus beim Lesen der Bibel empfohlen.

(Quelle: www.saintjoe.com)

Die Bibel ist doch alles, was wir brauchen!

Lesen wir 2 Tim 3,16-17: "Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem gutem Werk bereit und gerüstet sein." (Einheitsübersetzung).

Katholiken stimmen dem sehr wohl zu - gehen aber nicht bis zu einer extremen Auslegung wie manch andere Christen. Hier heißt es, dass jede Schrift nützlich ist (nicht notwendig!). Es steht hier auch nicht, dass nur die von Gott eingegebene Schrift nützlich zur Belehrung ist. Die Auffassung von "allein die Bibel" lässt sich mit diesen Versen auf jeden Fall nicht begründen, wenn es auch viele versuchen. Die Bibel ist eine Ansammlung von Briefen und Berichten der Geschehnisse, die sich im Laufe der biblischen Geschichte ereignet haben. All das ist nützlich, aber es ist kein allumfassendes Handbuch darüber, was einen Christen ausmacht oder wie man eine Kirche leitet.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Wo steht das in der Bibel?

"Wenn ein Evangelikaler fragt: "Wo steht diese Doktrin in der Bibel?", ist meine Antwort für gewöhnlich: "Zeige mir zuerst einmal von der Bibel her, warum du glaubst, dass sämtliche christlichen Doktrinen in der Bibel sein müssen."

David B. Currie: Born Fundamentalist - Born Again Catholic

 

Das geschriebene Wort Gottes ist doch die einzige verbindliche Autorität!

Lesen wir 1 Petr 1,25: "doch das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Dieses Wort ist das Evangelium, das euch verkündet worden ist." (Einheitsübersetzung).

Das Wort zu verkünden heißt es zu predigen. Hier stellt Petrus fest, dass das, was gepredigt/verkündet wurde, verbindlich für all die ist, die es gehört haben. Sie müssen gehorsam sein und einander lieben. Die frühen Christen hatten keine Bibel, die sie mit sich herum tragen konnten, dehalb ist die Aussage von Petrus hier nur logisch. Was sie gehört haben, ist verbindlich. Die Katholische Kirche nennt diese mündliche Verkündigung "Heilige Tradition" - nicht zu verwechseln mit der menschlichen Tradition.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

In der Kirche ist jeder doch nur der Autorität der Bibel unterworfen!

Lesen wir Mt 28,19-20: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Einheitsübersetzung).

Hier trägt Jesus den Aposteln auf, zu taufen und zu lehren, was Er selbst ihnen gelehrt hat. Er hat sie nicht angewiesen, hinzugehen und ein Buch zu schreiben. Jesus selbst hat nie ein Buch geschrieben. Wenn Er das beabsichtigt hätte, wäre es doch wohl am logischsten gewesen, wenn Er selbst dies getan hätte - eine Kirche aufzubauen, die auf einem Buch gegründet ist. Die Kirche aber wird gebaut, indem andere unterrichtet werden durch das Verkünden der Lehren Jesu. Glaube kommt von dem, was man hört (also von dem, was gepredigt und verkündet wird - siehe auch Röm 10,17). Die Kirche gab es bereits vor der Bibel.

 

Sehen wir uns noch Eph 2, 20 an: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst." (Einheitsuebersetzung)

Die Kirche wird also auf dem Fundament der Apostel gebaut – und Jesus ist der Eckstein. Die Apostel und ihre Nachfolger waren in der fruehen Kirche ebenso Autoritaetspersonen, wie sie dies heute noch sind. Die Bibel wurde erst 393 n.Chr. endgueltig zusammengestellt. Bis dahin gab es nur die apostolische Sukzession. Man verliess sich auf die muendliche Ueberlieferung, da man immer noch dabei war, die Briefe und Evangelien zu schreiben! Vor 393 n.Chr. wusste aber niemand mit Sicherheit, welche Schriften goettlich inspiriert waren. Denen uebrigens, die jetzt gleich losschreien und meinen, oben genannter Vers zeige doch eindeutig, Jesus sei der Eckstein und nicht Petrus, sei gesagt, mit einer derart einfach gestrickten Bibelinterpretation kann man sich das Leben moeglicherweise leichter machen, sie entspricht aber nicht der Auslegung der Kirche in den letzten 2.000 Jahren. Wer den alttestamentlichen Hintergrund (etwa Jes 22, 22) fuer die Stellen kennt, die Petrus als Fels ausweisen (wohlgemerkt hat Jesus selbst ihn so genannt!), weiss auch, was es heisst, dass Petrus der „Fels" ist, der „Premierminister" Jesus. Dies steht keineswegs im Widerspruch zu Eph 2, 20 – vielmehr laesst sich Petrus Amt als „Fels" der Kirche eben aus der Tatsache herleiten, dass Jesus der Schlussstein ist – ebenso wie sein Amt und das Amt jeden Priesters sich aus der Priesterschaft Jesu herleitet. Oder wie wir uns Kinder Gottes nennen koennen, weil Jesus auf die Erde kam, um Mensch zu werden und wir so an Seiner Gotteskindschaft Anteil haben.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Die Bibel ist doch das einzige Buch, das wir brauchen!

Lesen wir Joh 21, 25: „Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so koennte, wie ich glaube, die ganze Welt die Buecher nicht fassen, die man schreiben muesste.“ (Einheitsuebersetzung)

Wenn es beabsichtigt gewesen waere, dass die Bibel ein allumfassendes Handbuch sein sollte, in dem steht, wie sich die Kirche verhalten und wie Sie strukturiert sein sollte und das all das lehrt, was ein Christ wissen muss, warum findet man dann z.B. nicht die Zeremonie oder Methode, wie man verheiratet werden soll, in der Bibel? Die Ehe ist doch eine Verbindung, die Gott selbst zwischen Mann und Frau geschaffen hat! Die Heiratszeremonie ist tatsaechlich eine Tradition, die ueber Generationen ziemlich unveraendert weitergegeben wurde – beginnend mit der Katholischen Kirche. Andere Kirchen haben diese Tradition dann von den Katholiken uebernommen.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Für den wahren Christen ist allein die Bibel die Säule der Wahrheit!

Lesen wir 1 Tim 3,15: „Falls ich aber laenger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heisst in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Saeule und das Fundament der Wahrheit ist.“ (Einheitsuebersetzung).

Fuer Katholiken ist die Kirche die Saeule der Wahrheit. Paulus sagt dem Timotheus keineswegs, er solle die Bibel lesen, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen. Natuerlich enthalten die Schriften das wahre Wort Gottes, wir muessen uns aber an die Kirche wenden, wenn es um eine unfehlbare Interpretation die in der Heiligen Schrift offenbarten Wahrheiten geht. Wenn wir die Bibel im Einklang mit der Kirche lesen, werden wir die Wahrheiten in Gottes Offenbarung erkennen. Wir sollen die Bibel nicht (!) alleine fuer uns interpretieren, abgetrennt von allen anderen Menschen, sondern zusammen mit der Kirche (2 Petr 3,16; 2 Petr 1,20).

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Die Bibel ist doch die einzige Quelle für Gottes Wort, die wirklich zählt!

"Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertrau zuverlässigen Menschen an, die fähig sind, auch andere zu lehren." (2 Tim 2, 2 - Einheitsübersetzung)

Paulus weist hier Timotheus an, anderen das zu lehren, was er selbst gehört hat. Vom Lesen ist hier nicht die Rede. Heisst das nun, die Bibel ist nicht wichtig? Nein! Es bedeutet aber, dass Gott nicht nur in und durch die Bibel zu uns spricht. Die Apostel haben sowohl geschrieben und gepredigt und somit eine mündliche wie eine schriftliche Tradition begründet, mit der unser Glaube an andere weitere gegeben werden soll. Man nennt dies auch "Katechese" (griechisch für "Echo").

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Eine andere Autorität als die Bibel brauchen wir doch gar nicht!

"Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18, 17-18 - Einheitsübersetzung)

Wenn die Bibel alles ist, was wir brauchen, warum sagt uns Matthäus dann, wir sollen zur Gemeinde gehen, wenn es einen Streit gibt? Warum nicht einfach die Bibel befragen? Hier ist von der Kirche nicht nur als zwei oder drei in Seinem Namen Versammelte die Rede, sondern von einer apostolischen Autorität. Einer Autorität, die die Macht zum Binden und Lösen hat.Wenn die Bibel wirklich alles ist, was wir brauchen, warum gibt es dann mittlerweile zigtausende christlicher Gemeinden verschiedenster Konfessionen (!), die sich alle auf die Bibel berufen? Wenn wir nicht auf menschliche Autoritäten vertrauen können, wie können wir dann überhaupt wissen, welche Bücher in die Bibel gehören? Es hat Jahrhunderte gedauert, bis die Katholische Kirche (!!) den biblischen Kanon, auf den sich Christen aller Konfessionen berufen (wobei manche Bücher wie Makkabäer von einigen nicht akzeptiert werden) beschlossen hat. Wenn wir dieser Autorität nicht trauen, können wir auch nicht der Bibel vertrauen oder den Aposteln, die die Bibel mit der Inspiration Gottes geschrieben haben! Jesus hat nur eine Kirche begründet - nicht eine Vielzahl von voneinader getrennten und zerstrittenen Einzelgemeinden!

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Der Heilige Geist wird jeden Christen im Verständnis der Bibel leiten!

Sehen wir uns Apg 8,30-31 an: „Philippus lief hin und hoerte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? Jener antwortete: Wie koennte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen.“ (Einheitsuebersetzung).

Wenn der Aethiopier, der hoechstwahrscheinlich wohlhabend und gebildet war, nicht zum Verstaendnis durch das blosse Lesen der Schrift kam, wie sollen wir die Bibel dan ohne die Unterstuetzung einer lehramtlichen Autoritaet, also der Kirche, zu einem solchen Verstaendnis kommen? Die garantierte Fuehrung durch den Heiligen Geist wurde den Aposteln und der Kirche gegeben, nicht einfach nur jedem einzelnen Glaeubigen. Die Kirche besteht aus allen Glaeubigen, aber die Lehrfunktion der Kirche, also das Magisterium allein unterrichtet die Glaeubigen in der richtigen Art und Weise.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Zitat

"Thank God I'm Catholic so I don't have to be Pope anymore"

Steve Wood

An diesem Satz ist mehr dran, als es zunächst den Anschein hat: "Gottseidank bin ich Katholik - jetzt muss ich nicht mehr den Papst spielen!"

Das Problem bei vielen evangelikalen und protestantischen Gemeinden, die nach dem Prinzip "Sola Scriptura" lehren: jeder fängt gleichsam von vorne an - ob nun mit oder ohne theologische Ausbildung. Jeder versucht, die Bibel für sich alleine neu zu entdecken und zu interpretieren. Ohne entsprechenden Hintergrund ist das aber ein Ding der Unmöglichkeit (ja, ich weiß, der Heilige Geist kann alles bewirken - aber nicht umsonst hat uns Petrus davor gewarnt, die Bibel eigenmächtig auszulegen!).

Die Katholische Kirche - von der wir überigens die Bibel haben! - hat in 2.000 Jahre währender Lehr- und Forschungstätikeit und unter der von Jesus versprochen Fürhung des Heiligen Geistes die mündliche und schriftliche Überlieferung in apostolischer Nachfolge seit Jesu' Zeiten getreu weitergegeben und -entwickelt. Die Kirche als Ganze kann nicht irren - und darauf dürfen wir uns verlassen.

Jesus hat uns versprochen, Er würde einen Wächter (den Heiligen Geist) bei uns lassen und immer bei uns sein. Und Seine Kirche würde nie untergehen.

Und daran hält die Katholische Kirche seit nunmehr 2.000 Jahren fest.

 

Die Bibel ist doch das einzige Buch, das wir brauchen!

Lesen wir Joh 21, 25: „Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so koennte, wie ich glaube, die ganze Welt die Buecher nicht fassen, die man schreiben muesste.“ (Einheitsuebersetzung)

Wenn es beabsichtigt gewesen waere, dass die Bibel ein allumfassendes Handbuch sein sollte, in dem steht, wie sich die Kirche verhalten und wie Sie strukturiert sein sollte und das all das lehrt, was ein Christ wissen muss, warum findet man dann z.B. nicht die Zeremonie oder Methode, wie man verheiratet werden soll, in der Bibel? Die Ehe ist doch eine Verbindung, die Gott selbst zwischen Mann und Frau geschaffen hat! Die Heiratszeremonie ist tatsaechlich eine Tradition, die ueber Generationen ziemlich unveraendert weitergegeben wurde – beginnend mit der Katholischen Kirche. Andere Kirchen haben diese Tradition dann von den Katholiken uebernommen.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Die Bibel alleine ist die einzige Quelle der Autorität für Gottes Wort!

Lesen wir Roem 10,17: „So gruendet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft im Wort Christi.“ (Einheitsuebersetzung)

Wir empfangen unseren Glauben zuerst nicht durch das Lesen der Bibel, sondern von dem, was wir von anderen hoeren – etwa unseren Eltern, Familienangehoerigen, Freunden usw. Auf diese muendluche Glaubensuebermittlung bezieht sich dieser Vers. Die Bibel sagt uns in diesem Vers, dass unser Glaube vom Hoeren des Wortes Gottes kommt. Aus der Heiligen Schrift wird gelesen und gepredigt, aber sie ist nicht die einzige Quelle von Gottes Offenbarung.

Sehen wir uns nun 2 Thess 2,15 an: „Seid also standhaft, Brueder, und haltet an den Ueberlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es muendlich, sei es durch einen Brief.“ (Einheitsuebersetzung).

Die Ueberlieferungen, von denen Paulus hier spricht, sind die, die den Thessalonichern gelehrt wurden, entweder muendlich oder durch einen Brief. Wenn muendliche Ueberlieferungen zu verurteilen waeren, wuerde es hier einen Vers geben, der genau das tut. Jedoch belegt die Ermahnung des Paulus an die Thessalonicher, sowohl an den muendlichen wie den schriftlichen Ueberlieferungen festzuhalten, die katholische Praxis und Auffassung in diesem Punkt.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Nur bis zu den Aposteln?

Manchmal hört man das Argument, das mit der mündlichen Überlieferung, so wie es im Neuen Testament steht, sei schon richtig, aber das hätte nur bis zum Tod des letzten Apostels gegolten. Und seitdem gelte nur die Bibel.

Hierzu gibt es zwei Dinge zu sagen:

  1. Es dauerte noch lange, bis der biblische Kanon feststand. Es war keineswegs so, dass nach Jesu Tod - oder nach dem Tod der Apostel - die Bibel vom Himmel gefallen ist. Und bis dahin gab es nur die mündliche Überlieferung!
  2. Am wichtigsten aber: Wo steht denn oben gennante These in der Bibel? Um die Suche zu verkürzen: NIRGENDS. Sehr wohl steht aber drin, dass die Kirche die Säule der Wahrheit ist und ebenso die Bedeutung der mündlichen Überlieferung sowie des kirchlichen Lehramts!

 

Sola Scriptura – Allein die Bibel?

So ziemlich alle protestantischen, evangelikalen und fundamentalistischen Christen vertreten die Doktrin “Sola Scriptura”: allein die Bibel zaehlt in Glaubensfragen. Viele Christen, die evangelisieren, fangen etwa an, einen gemeinsamen Nenner mit den Menschen zu suchen, die sie ansprechen moechten: So sollen wir ihnen z.B. zustimmen, dass die Bibel die einzige Glaubensgrundlage ist. Fuer Katholiken kann die Antwort hier aber nur ein klares und deutliches NEIN sein! Das wuerde bedeuten, dass wir die Tradition und die Autoritaet der Kirche verleugnen!

 

Christus hat eine Kirche gegruendet, die in Seinem Namen lehrt und lenkt – bis Er eines Tages wieder kommt. Wer also diese Kirche ablehnt, lehnt damit auch Jesus Christus selbst sowie das Evangelium ab!

 

Ja, die Bibel ist Grundlage unseres Glaubens. Sie ist aber nicht die einzige Grundlage!

 

Warum nicht?

 

Nun, zum einen widerspricht dies der Bibel selbst. Christus hat uns eine Kirche hinterlassen, die mit goettlicher Autoritaet in Seinem Namen regiert (Mt 16, 13-20; Mt 18, 18; Lk 10, 16). Er hat ferner versprochen, dass Seine Kirche bis ans Ende aller Zeiten Bestand haben wuerde (Mt 16, 18; Mt 28, 19-20; Jn 14, 16). Genauso lesen wir in der Bibel, dass wir neben der Hl. Schrift auch die Tradition befolgen sollen (2 Thess 2, 15;

3, 6)

 

 

 

(Quelle: u.a. “Beginning Apologetics 1 – How to Explain and Defend the Catholic Faith”, Father Frank Chacon and Jim Burnham, San Juan Catholic Seminars, www.catholicapologetics.com, erhaeltlich auch bei www.familylifecenter.net)

 

The Word is Alive!!

Lasst uns eines nie vergessen:

Jesus ist nicht einfach gestorben und hat uns ein Buch hinterlassen. Er hat uns nicht einfach verlassen und wird dann irgendwann in ferner Zukunft wiederkommen.

"Das Wort" ist nicht nur das geschriebene Wort Gottes (die Heilige Schrift), sondern es ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt: JESUS ist das lebendige Wort Gottes!

Und er ist immer noch bei und in uns - durch den Heiligen Geist.

"Das Wort" ist auch das überlieferte Wort, die Tradition, sowie das kirchliche Lehramt und unter Umständen auch persönliche Offenbarungen.

In all dem offenbart sich Gott dem Menschen. In all dem können wir Ihn wiederfinden und uns von Ihm leiten lassen!

 

Links National

Links International

National Conference of Catholic Bishops Ad Hoc Committee on Biblical Fundamentalism

Catholic Answers: Scripture and Tradition

Catholic Answers: Proving Inspiration

Catholic Answers: What's Your Authority?

New Advent: Protestantism

Scripture Catholic: Sola Scriptura

Scripture Catholic: Sola Scriptura II

Scripture Catholic: Scripture Alone

Scripture Catholic: Oral Apostolic Tradition

Catholics United For The Faith: Sola Scriptura? Not According to the Bible

Dave Armstrong: The Bible: Sola Scriptura

Catholic Information Network: The Sources of Theology

EWTN: The Church Fathers on Scripture

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on the 'Catholic Bible'

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on the Canon of Scripture

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Scripture

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on the Inspired Scripture

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Scripture Being Free from all Error

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Tradition

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Private Interpretation

Coronum Apologetic Website: St. Athanasius, The Scriptures,s Tradtition & Church

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers and Material Sufficiency & Sola Scriptura

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on St. Athanasius and Sacred Tradition

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Interpreting Scripture with the Eyes of the Church

Coronum Apologetic Website: Sola Scriptura in the Early Church

Coronum Apologetic Website: Gospel or Gospel of Judas?


 

Resources

GodTube.com - My Catholic Faith

YouTube.com: Refuting Soly Scriptura