In gewisser Weise hatte Martin Luther recht: Wir sind durch den Glauben gerechtfertigt. In gewisser Weise kann man sogar sagen duch den Glauben alleine - sofern man diesen Glauben als das versteht, als das ihn die Bibel sieht.
In der Bibel wird der Glaube nie unabhängig von den Werken der Liebe gesehen, in denen er sich ausdrücken soll - und muss! Ein Glaube, der unabhängig von diesen Werken der Liebe meint, er wäre für sich alleine ausreichend, um - egal was man in seinem weiteren Leben tut - gerechtfertigt zu sein und eines Tages mit Jesus Mahl feiern zu dürfen, ist nicht der Glaube, den Gott von uns fordert.
Diese Werke der Liebe sind dabei nicht nur ein reiner "Ausfluss" des Glaubens, sondern untrennbar mit diesem verbunden. Die Katholische Kirche hat nie gelehrt, dass man aus eigener Kraft - allein durch die Verrichtung von irgendwelchen Werken - gerettet werden kann. Was wir jedoch tun, ist Gottes Gebot ernst zu nehmen: Ihn mit ganzem Herzen, mit unserem Körper und mit unserer Seele zu lieben und zu preisen. Anders ausgedrückt: Gott zu lieben, sowie unseren Nächsten (in dem wir Gott wiedererkennen) - und uns selbst. Auch Jesus hat uns darauf hingewiesen, dass das, was wir dem geringsten unserer Brüder tun, wir gleichzeitig Ihm tun. Wenn wir Gefangene besuchen, besuchen wir Jesus. Wenn wir Hungrige ernähren, ernähren wir Jesus.
Zu denken, man wäre ein für allemal "gerettet", allein aufgrund des Glaubens und völlig unabhängig von Werken, ist zutiefst unbiblisch.
Manche Christen sind der Ansicht, wir seien alleine durch den Glauben ("sola fide") gerettet. In dem Moment, wo wir glauben (für manche Christen genübt hierfür ein einfaches Gebet, andere halten zumindest noch an der Taufe als Beginn des Lebens als Christ fest), wäre es unwichtig, welche (guten oder schlechten) Werke wir von nun an vollbringen - wir sind ja schon "gerettet". Gute werke seien höchstens noch als Ausfluss des Glaubens zu sehen. Sie sind ganz in Ordnung, aber nicht unbedingt notwendig.
Katholiken haben hier eine andere Auffassung. Ja, wir werden durch die Gnade Gottes und unseren Glauben gerettet - aber nicht durch den Glauben alleine. Ebenso warnt die Bibel ausdrücklich vor falscher Heilsgewissheit (also der Auffassung, es wäre egal, was wir ab dem Zeitpunkt, wo wir "gerettet" sind, tun).
Für Katholiken heißt "Glaube" aber nicht nur das, was wir verstandesmäßig erfassen (also etwa durch die bloße Aussage: "Ich glaube"). Es umfasst uns als ganze Menschen - mit all unseren Sinnen, mit unserem Verstand, aber auch mit unseren Taten. Am Beginn jeden Glaubens steht immer Gottes Gnade - diese muss aber durch uns beantwortet werden. Durch uns als Menschen im biblischen Sinn (das biblische Menschenbild umfasst den Körper, den spirituellen Teil und die Psyche). Durch unsere Worte wie unsere Taten. Glaube findet also nicht nur im Kopf statt, er findet seinen Ausdruck im Menschen als ganzen.
(Fortsetzung folgt)
Das erste Mal, dass Paulus im Römerbrief das Wort Glaube erwähnt, ist im 1. Kapitel im Vers 5, wo er vom "Gehorsam des Glaubens" spricht.
Das letzte Mal ist es im Kapitel 16 im Vers 26 - und wieder ist es der "Gehorsam des Glaubens"!
Solte uns das nicht zu denken geben?
(Frei nach Prof. Dr. Scott Hahn)
Sehen wir uns Jk 2,24-26 an: "Ihr seht, dass der Mensch aufgrund seiner Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Wurde nicht ebenso auch die Dirne Rahab durch ihre Werke als gerecht anerkannt, weil sie die Boten bei sich aufnahm und dann auf einem anderen Weg entkommen ließ? Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke." (Einheitsübersetzung). Es bedarf also auch der Werke, wenn man an Jesus Christus glaubt. Die Lehre von der "sola fide" (allein durch den Glauben) ist also nicht biblisch. Im vorliegenden Fall handelt es sich übrigens um die einzige Stelle in der Bibel, wo die Wörter "Glaube" und "allein" in einem Satz vorkommen - und es steht ein "nicht" davor! Wer Glaubt, muss diesem Glauben also auch Taten folgen lassen - er muss aktiv werden und reiche Frucht bringen. Wenn er nichts Gutes vollbringt, ist unser Glaube schlichtweg tot. Was ist nun mit Gottes Gnade? Durch sie glauben wir überhaupt erst - und sie ermöglicht es uns auch, unseren Glauben auszuleben und ihm Taten folgen zu lassen.
(Quelle: www.saintjoe.com)
Lesen wir Mt 7,21: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt" (Einheitsübersetzung). Wir müssen also den Willen unseres Vaters im Himmel tun. Einfach nur zu sagen, Jesus ist unser Herr, ist nicht genug! Es reicht noch nicht einmal, Wunder iin Seinem Namen zu vollbringen oder das Evangelium zu verkünden. Es ist einfach eine Irrlehre, zu glauben, wir hätten einen festen Platz im Himmel! Wer so etwas glaubt, setzt tatsächlich seine Errettung auf's Spiel!
Nun zu Jn 14,21: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren." (Einheitsübersetzung).
Wir müssen also Gottes Gebote halten! Die "einmal gerettet, immer gerettet"-Theologie ist nicht biblisch! Wie wir hier sehen, müssen wir mehr tun als nur Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter zu akzeptieren und das Sündergebet zu beten. Unsere Liebe zu Gott zeigt sich in dem, was wir tun, wie wir handeln, reden usw. Unsere Erlösung ist kein abgeschlossenenes und besiegeltes Geschäft! Ein Christ hat sein Kreuz zu tragen und Gutes zu tun: "Darum, liebe Brüder - ihr wart ja immer gehorsam, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit-: müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil!" (Phil 2,12 - Einheitsübersetzung).
(Quelle: www.saintjoe.com)
Jak 2,14-26 (!)
Zur Rolle von Werken/Taten und der Abwesenheit des Glaubens beim jüngsten Gericht: Matt 7,16-27, Matt 16,27, Matt 25,31-46, 2 Kor 5,10, 1 Petr 1,17, Off 22,12, Prediger 12,14)
Hl. Paulus: Jedem wird vergolten, wie es seine Taten verdienen: Röm 2,5-13
(Quelle: Dave Armstrong, The Catholic Verses, Sophia Institute Press, Manchester, New Hampshire, 2004)
Lesen wir Eph 2,8-10: "Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann. Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat." (Einheitsübersetzung).
Katholiken glauben, dass wir durch Gottes Gnade gerettet werden. Dieses Gnadengeschenk können wir durch nichts, was wir tun, verdienen - es wird in uns offenbar durch unseren Glauben an Gott. Es ist aber wichtig, was wir mit diesem Geschenk des Glaubens tun. Es muss ein gelebter Glaube sein, der sich nicht nur in unseren Worten, sondern vor allem in unseren Taten zeigt. Unser Glaube muss unsere Liebe zu Gott in unseren Taten und Werken widerspiegeln. Wir leben in Gottes Werken, die er im Voraus bereitet hat, damit wir sie tun.
Es reicht also nicht, wie es viele Christen tun, nur die Verse 8 und 9 zu zitieren erst im Vers 10 zeigt sich die volle Tragweite dieser Aussage!
(Quelle: www.saintjoe.com)
Falsch. Lesen wir hierzu Mt 16,27: "Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen." (Einheitsübersetzung)
Wir werden also nach dem beurteilt, was wir getan oder nicht getan haben - klarer lässt sich das wohl kaum formulieren! Einfach nur zu glauben und das "Gebet des Sünders" (das übrigens nirgendwo in der Bibel steht!) zu beten, reicht offensichtlich nicht! "Du glaubst: Es gibt nur einen Gott. Damit hast du recht; das glauben auch die Dämonen und sie zittern." (Jk 2,19 - Einheitsübersetzung) - es reicht also nicht aus, einfach nur zu glauben. Wenn wir tatsächlich glauben und Jesus nachfolgen wollen, müssen wir Seinen Willen und damit Gottes Gebote erfüllen!
(Quelle: www.saintjoe.com)
Lesen wir Röm 2,5-8: "Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den "Tag des Zornes", den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht. Er wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen; denen, die beharrlich Gutes tun und Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, gibt er ewiges Leben, denen aber, die selbstsüchtig nicht der Wahrheit, sondern der Ungerechtigkeit gehorchen, widerfährt Zorn und Grimm." (Einheitsübersetzung).
Die starke Warnung, die Paulus hier ausspricht, weist auf ein hartes Urteil Gottes hin für die, die selbstsüchtig und böse sind. Diese Menschen müssen für ihre Taten bezahlen. Unsere Erlösung können wir also sehr wohl verlieren, wenn wir nicht den Willen des Vaters tun! Ein Glaube, der sich in der Liebe zu Gott und den Mitmenschen erweist und standhaft bis zum Ende durchhält - das wird von uns verlangt! Was wir in diesem Leben tun, hat Konsequenzen für die Ewigkeit.
(Quelle: www.saintjoe.com)
"Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts." (1 Kor 13,2 - Einheitsübersetzung)
Hier steht doch tatsächlich, dass uns all unser Glaube nichts hilft, wenn wir nicht auch Liebe haben! Wenn also der Glaube alleine zu unserer Errettung ausreichen würde, wozu bräuchten wir dann noch die Liebe?
Nein, der Glaube ist ein Gnadengeschenk Gottes, das von uns in freier Entscheidung angenommen und beantwortet wird - der Glaube alleine aber hilft uns nichts.
Und wenn Jakobus sagt, dass Glaube ohne Werke tot sei, so ist es nicht ein "anderer Glaube", eine "andere Rechtfertigung", die er hier meint, sondern andere Werke - er meint nicht das levitische Gesetz (Beschneidung usw.), sondern aus dem Zusammenhang geht klar hervor, dass er von guten Werken der Nächstenliebe spricht.
Ein Glaube ohne diese Werke der Liebe ist wert- und fruchtlos Es kommt darauf an, "den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist." (Gal 5,6 - Einheitsübersetzung)!
Stell dir vor, du bist mit deinem Sohnemann im Supermarkt und er tollt herum, obwohl du ihm mehrmals gesagt hast, bei dir zu bleiben - und schließlich wirft er dabei ein Glas Orangensaft vom Regal herunter.
Die Scherben und der Saft sind über den ganzen Boden verstreut.
Zuerst schimpfst du ihn vielleicht, aber er entschuldigt sich und du vergibst ihm.
Soweit "Sola Fide".
Das Problem hierbei: die Scherben und der Saft sind immer noch auf dem Boden. Außerdem möchtest dur gerne, dass dein Sohn beim nächsten Mal auf dich hört und nicht hin und herspringt...
Genauso ist es mit Gott: Allein zu sagen, es tut uns leid, ist nicht genug. Allein zu glauben, uns wurde aufgrund unseres Glaubens und des kostbaren Blutes Jesu vergeben und alles ist wieder in Ordnung, ist nicht genug. Wir müssen den angerichteten Schaden soweit als möglich wieder gutmachen und auch in unseren Herzen und in unseren Taten eine Änderung unserer Einstellung zu erreichen suchen!
"Glaube" im katholischen Sinn ist nicht einfach nur die Erklärung, dass man glaubt. Er ist wie eine zip-Datei, in der sehr viel enthalten ist.
Ein Beispiel von Stephen K. Ray: Wenn du im Imbiss um die Ecke ein Hot Dog bestellst, und die Bedienung bringt dir ein tiefgefrorenes Hotdog und wirft es auf deinen Tisch, dann wirst du dich beschweren. Theoretisch aber könnte die Bedienung dir antworten, dass du ja genau das bekommen hast, was du bestellt hast! Warum regt man sich auf? Weil jedem klar ist, dass ein Hot Dog heiß sein muss, dass eine Semmel und Senf dazu gehört, ebenso ein Teller und Besteck.
Ebenso ist es mit dem Glauben aus katholischer Sicht: Dazu gehört nicht einfach nur die formelle Erklärung, dass man glaubt. Er muss sich auch in dem zeigen, was man sagt, tut und denkt sowie in der Art und Weise, wie man Gott anbetet - ob man Jesu Fleisch isst und Sein Blut trinkt, welche Liturgie man hat und in welcher Kirche man Glied ist! Ebenso gehört dazu eine Änderung der inneren Einstellung und das Bekennen von Sünden, die Buße und Wiedergutmacheng!
Steve Wood: Justification - God's Greatest Work
Prof. Dr. Scott Hahn: Romanism in Romans
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