Katholisch Leben: The Jesus Brothers!

Aufbruch und Erneuerung

USCCB.org: The Sacrament of Penance

Gott liebt uns doch so wie wir sind!

Ja, Gott liebt uns so, wie wir sind. Aber Er liebt uns viel zu sehr, um uns so zu lassen.

 

Gloria TV: Über die Buße

 

Sündenvergebung - brauche ich denn dafür einen Priester?

Wie läuft das eigentlich mit der Sündenvergebung? Braucht man dafür denn einen Priester - kann man das nicht direkt mit Gott ausmachen? Welche Mittel hat uns Jesus hinterlassen, um Sünden zu vergeben?

Zum einen natürlich die Taufe zur Vergebung der Sünden - also der Sünden, die vor der Taufe begangen wurden, einschließlich der Erbsünde.

Wie sieht es mit Jesus selbst aus? Während Seines Lebens hat auch Er Sünden vergeben (siehe etwa Johannes 8:1-11 oder Lukas 7:48).

"Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf Erden Sünden zu vergeben." (Markus 2:10; Einheitsübersetzung).

Jesus wusste aber auch, dass Er nicht für immer bei Seiner Kirche sein würde, also hat er die Autorität zur Vergebung der Sünden auf andere Männer übertragen. Zunächst erhielten die Apostel diese Macht, und von ihnen wurde sie weiter gegeben.

"Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Johannes 20:22-23; Einheitsübersetzung).

Christus wies die Apostel an, Seinem Beispiel zu folgen:

"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." (Johannes 20:21; Einheitsübersetzung).

"Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Matthäus 18:18; Einheitsübersetzung.)


Diese Macht kommt nicht aus ihnen selbst, sondern von Gott (siehe 2. Korinther 5:18, 20). Manche sagen nun, diese Macht wäre mit den Aposteln gestorben. Dem ist aber nicht so. Die Autoritäten, die nötig sind, um die Kirche spirituell am Leben zu erhalten, werden auch weiter gegeben.

Jesus gab uns den Auftrag, alle Menschen zu Seinen Jüngern zu machen. Und Er versprach uns, bis ans Ende aller Zeiten bei uns zu sein (siehe Matthäus 28:19-20).

Wenn man nun davon ausgeht, dass Christus eine Priesterschaft ins Leben gerufen hat, die die Vergebung der Sünden an Seiner statt umfasste, müsste man auch annehmen, dass die Nachfolger der Apostel - also die Bischöfe - und Christen späterer Jahre sich so benehmen, als würde diese Macht legitim und völlig normal ausgeübt. Wenn nicht, wenn all das nur eine "Erfindung" gewesen wäre, müsste man doch annehmen, dass die frühen Christen scharf dagegen protestiert hätten.

Haben sie?

In frühen christlichen Zeugnissen finden wir keinerlei Zeichen von Protest gegen die priesterliche Sündenvergebung. Die Beichte einem Priester gegenüber wurde im Gegensatz dazu als im Einklang mit den christlichen Glaubensgrundsätzen gesehen.

Wenn die Kirche all das nur erfunden hätte, wann sollte denn das geschehen sein? Da müsste es dann ja auch einen "Ausgangspunkt" geben. Manche geben das 4. Lateranische Konzil im Jahr 1215 an.

Bereits über 1.000 Jahre vor diesem Konzil gab es aber schriftliche christliche Zeugnisse über die Praxis der Beichte!

Im o.g. Konzil wurde die Beichte nicht erfunden - wohl aber diskutiert. Gegen den moralischen Verfall der damaligen Zeit empfahl man den Katholiken, wenigstens einmal im Jahr zur Beichte zu gehen.


(Fortsetzung folgt).







(Quelle: "Catholicism And Fundamentalism. The Attack on "Romanism" by "Bible Christians". Karl Keating, Ignatius Press)






Beichte - einige Infos

Am Ostermorgen wandte sich Jesus an die Apostel (wohlgemerkt die Apostel - das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich fragt, warum es bei Katholiken die Nachfolger der Apostel - also Priester und Bischöfe - sind, die die Beichte abnehmen und in Jesu nahmen die Absolution erteilen) mit diesen Worten:

"Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20,22 f.)

An anderer Stelle ist die Rede davon, dass der, der meint, hne Sünden zu sein, sich etwas vormacht! Wir sollen also nicht versuchen, alleine mit unseren Sünden fertig zu werden. Letztlich kann uns nur Gott von der persönlichen Schuld lösen und lossprechen (siehe auch 1. Joh 1,8 - 2,2).

Natürlich ist es nicht angenehm, seine Sünden zu beichten. Meist ziemlich peinlich. Wieviel leichter ist es, seine guten Seiten vor anderen heraus zu stellen oder Verfehlungen an anderen zu entdecken! Bei der Beichte bin es aber ich selbst, der zugeben muss, gesündigt zu haben.

Natürlich gehört auch eine Portion Mut dazu, seine Sünden zuzugeben, selbst wenn man sich ihrer schämt. Gleichzeitig ist dies aber ein befreiendes Gefühl.

Manche Menschen mögen vielleicht denken, Gott weiß doch sowieso alles, warum soll ich da noch beichten? Nun, Natürlich weiß Er alles - vor Ihm können wir nichts verbergen. Aber wie ein liebender Vater möchte auch Er, dass wir es Ihm selbst sagen.

Bevor wir beichten, sollten wir unser Gewissen erforschen - in Ruhe und mit Hilfe des Heiligen Geistes. Man kann etwa als Anhaltspunkt die 10 Gebote durchgehen oder die "Gewissensspiegel" im Gotteslob durchgehen. Auch sollten wir vorher beten und Gott um Mut bitten. Wichtig ist auch, dass wir bei der Beichte nicht versuchen, unsere Verfehlungen herunterzuspielen, schön zu reden oder anderen die Schuld dafür zu geben. Eine Beichte muss immer absolut offen und ehrlich erfolgen.

Natürlich bedarf es für eine Beichte auch der Reue. Wir können Jesus etwa sagen, wie leid es uns tut, ihn nicht ernst genommen zu haben.

Wenn wir all das getan haben und aufrichtig gebeichtet haben, spricht uns der Priester von unseren Sünden los. Was für ein befreiendes Gefühl das doch ist! Die Chance für einen neuen Anfang! Eine Auferstehung gleichsam! Unser Herz wird wieder rein und wir werden wieder der Gegenwart Jesu Christi gewahr.

Wir sollten uns auch nicht zu sehr herab setzen, wenn wir immer wieder dieselben Fehler machen. Gott ist ein liebender Gott und wir können das Bußsakrament wieder von neuem empfangen (was natürlich kein Freibrief für Sündigen ist!). Übrigens: Beichte ist nicht nur für "arme Sünder" wie dich oder mich gedacht. Auch Mutter Theresa hat gebeichtet, oder der Papst.

Wie oft sollen wir nun beichten? Nun, Beichte sollte eigentlich regelmäßig erfolgen. Man kann sich selbst gewisse Zeitabstände einteilen, und vielleicht zusätzlich auch dann beichten, wenn es notwendig ist. Es ist auch sinnvoll, wenn man einen Priester hat, bei dem man regelmäßg beichtet. Man kann diesen selbstverständlich auch um Hilfe bitten, wenn man sich unsicher ist.

 

(Quelle: von Pater Georg Greimel von den bayerischen Kapuzinern überarbeitete Vorlage von P. Dr. Karl Wallner OCist).

 

 

Mehr über die Buße

Vergleicht man das in Mt 26,26-29 geschilderte Herrenmahl mit den Berichten an anderer Stelle im NT, findet sich bei Matthäus ein Zusatz, der sonst nirgends auftaucht: "zur Vergebung der Sünden". Ebenso findet sich diese Wendung in Mt 3,1-6 (Johannestaufe) - wiederum im Gegensatz zu vergleichbaren Stellen im NT. Was andere in der Johannestaufe sahen, sieht Matthäus in Bunddeszeichen des Blutes Jesu, an dem wir in der Eucharistie teilhaben dürfen. Sündenvergebung hat also durchaus etwas mit der Gemeinde als ganzer zu tun, die sich versammelt und am Herrenmahl teilnimmt.

Bereits im früher verfassten Thessalonicherbrief (siehe 1 Thess 5,14) zeigt sich ein HInweis, wie wir mit Sündern bzw. Schwachen umzugehen ist: hier wird Zurechtweisung ebenso verlangt wie Ermutigung, Annahme und Geduld.

In Mt 18,15-18 finden wir dann bereits eine Bußordnung. Nicht alle Elemente haben jedoch dieselbe Bedeutung: vor allem anderen kommt zunächst die persönlich Ermahnung - unter vier Augen. Alle weiteren Schritte sind nur anzugehen, wenn der Schritt zuvor erfolglos blieb. Die letztmögliche Alternative - wenn alles andere erfolglos blieb - ist schließlich der Ausschluss aus der eucharistischen Gemeinschaft. Es ist davon auszugehen, dass sich Matthäus hier an Judenchristen gewendet hat. Für Juden aber war es undenkbar, mit nichtjuden oder Sündern (Zölnnern) an einem Tisch zu sitzen.

Die Wörter "Binden" und "Lösen" kommen aus der jüdischen Bannpraxis. Mit "Binden" bezeichnete man das "Ausschließen" und mit "Lösen" das "Wiederaufnehmen". In Vers 18 schließlich lesen wir "im Himmel", was aber keineswegs den Himmel nach dem Tode meint, sondern im Sinne von "bei Gott" zu verstehen ist. Das in Mt 18,15-18 bezeichnete Verfahren hat also Gewicht auch vor Gott. Wer sich von der Gemeinde abwendet, wendet sich von Gott ab - und umgekehrt. Warum wird der Gemeinde hier ein so hoher Wert eingeräumt? In Vers 20 sagt Jesus, wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, ist Er mitten unter ihnen. Jesus ist also in der Gemeinde gegenwärtig! Und Er ist es nicht nur ganz am Schluss des oben bezeichneten Verfahrens, sondern bereits ab der ersten Stufe! Auch dort können wir Gottes Vergebung erfahren.

Gehen wir nun kurz auf das Gleichnis vom verlorenen Schaf in den Versen 12-14 ein. Es endet mit dem Hinweis, dass auch unser himmlischer Vater nicht will, dass eines verloren geht. Als Petrus schließlich in Vers 21 Jesu fragt, wie oft man denn vergeben müsse, weist Jesus darauf hin, dass es hierfür keine Grenzen gibt. Ähnliches finden wir in den Versen 23-35: wer Vergebung erfahren will, muss auch selbst vergeben können. Aus dem gesamten Kontext, in dem diese Bußordnung steht, kann man also erkennen, dass "Binden" und "Lösen" keinesfalls gleichrangig sind. Ein eventueller Ausschluss aus der Gemeinde ist wirklich nur das allerletzte Mittel und selbst dann löst er das Problem nicht. Ein Sünder soll nicht ausgeschlossen, sondern zurück gewonnen werden.

 

 

(Fortsetzung folgt)

 

(Quelle: http://www.fernkurswuerzburg.de/ - sehr zu empfehlen!!)

 

Für einen Christen sind doch alle Sünden vergeben- egal, ob nun vergangene, momentane oder künftige!

Sehen wir uns hierfür Mt 6,14-15 an: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben" (Einheitsübersetzung). Unsere künftigen Sünden sind also nicht vergeben, bis wir vergeben. Wenn wir aber anderen nicht vergeben, wird unser himmlischer Vater auch uns nicht vergeben. Grammatikalisch wird hier das Futur verwendet, also die Zukunftsform. Es ist also keineswegs so, dass wir ein für allemal "gerettet" sind. Was müssen wir also tun? Wie sollen wir vorgehen? Nun, wir müssen zunächst bereuen und dann einem Priester unsere Sünden beichten (Jn 20,21-23). Wer denkt, ihm wäre ein für allemal alles vergeben, wer also meint, zu stehen, der gebe acht, dass er nicht fällt (1 Kor 10,12).

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Katholische Priester können doch keine Sünden vergeben!

"Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Und der Mann stand auf und ging heim. Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat." (Mt 9,6-8 - Einheitsübersetzung)

Den Menschen wurde also nicht nur die Vollmacht gegeben, andere Menschen zu heilen, sondern auch die Vollmacht, Sünden zu vergeben! Wohlgemerkt ist "Menschen" hier im Plural - es bezieht sich also nicht nur auf Jesus allein. Die Menschen des Neuen Testaments verstanden darunter also, dass Jesus Menschen die Vollmacht erteilt hat, anderen Menschen zu vergeben. Ebenso wie heute hatte man damals Angst vor dieser Autorität. Dazu gibt es aber keinen Grund, da dies eine Autorität ist, die dienenden und liebenden Charakter hat und vom Heiligen Geist geleitet wird - und nicht etwa ein von Menschen ins Leben gerufenes Machtinstrument.

Lesen wir Lk 17,3-4: "Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben." (Einheitsübersetzung).

Wenn nur Gott Sünden vergeben kann, warum sagt hier Jesus Seinen Jüngern, sie sollen die Sünden ihrer Brüder vergeben (Mt 6-14-15)? Als Laien haben wir natürlich auch die Macht, Sünden zu vergeben, diese unterscheidet sich aber von der Autorität zur Sündenvergebung, die Priester besitzen. Ein Priester ist ein Werkzeug Gottes der im Namen Gottes unsere Sünden vergibt. Heißt das nun, wir sollen einander nicht auch vergeben? Nein - wie sir schon im Vaterunser sehen!

Betrachten wir Mt 18,18: "Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Einheitsübersetzung)

Jesus hatte schon Petrus die Macht zu binden und zu lösen gegeben, nun gibt Er sie allen Aposteln. Was auch immer sie auf Erden binden bzw. lösen werden, wird auch im Himmel gebunden bzw. gelöst sein. Warum ist das so? Weil sie Christus selbst repräsentieren. Wenn sie binden, wird dies auch im Himmel gebunden sein, da Gott die Autorität anerkennt, die Er ihnen gegeben hat. Und wenn Gott diese Autorität anerkennt, warum sollten wir dies nicht auch tun?

Sehen wir uns nun 2 Kor 2,10 an: "Wem ihr aber verzeiht, dem verzeihe auch ich. Denn auch ich habe, wenn hier etwas zu verzeihen war, im Angesicht Christi um euretwillen verziehen" (Einheitsübersetzung)

Paulus sagt hier also, er habe im Angesicht Christi verziehen. Paulus und all seine Nachfolger aber sind "im Angesicht Christi", wenn sie die Beichte hören. Christus hat uns geboten, unsere Sünden zu beichten und als gläubige Christen befolgen wir dieses Gebot auch - bei den Priestern, denen Er durch die apsotolische Sukzession die Macht zur Sündenvergebung gegeben hat. Warum nicht direkt zu Gott gehen und ihn selbst um Vergebung bitten? Wissen wir aber, ob unsere Sünden dann vergeben sind? Als Katholiken gehen wir lieber zu Christus - in Gestalt des Priesters!

"Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat." (2 Kor 5,18 - Einheitsübersetzung)

Den Aposteln und ihren Nachfolgern wurde das Sakrament der Versöhnung aufgetragen. Sie sollten nicht nur Gottes Wort predigen, sondern auch den Körper und den Geist der Menschen heilen. Und die Heilung der Seele geschieht durch das Sakrament der Versöhnung, dass uns mit dem Leib Christi - der Kirche - verbindet.

"Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Jn 20,21-23 - Einheitsübersetzung).

Gott Vater hat Jesus mit Autorität ausgestattet ausgesendet - und genauso sendete Jesus die Apostel aus. Er hat ihnen den Heiligen Geist eingehaucht. Das einzige Mal, wo Gott jemanden angehaucht hat, war, als Er Leben in Adam eingehaucht hat. Jesus hat also die Apostel angehaucht und ihnen die Autorität gegeben, die Er seinerseits vom Vater bekommen hat. Und um zu wissen, welche Sünden zu vergeben waren und welche nicht, mussten die Apostel zunächst die Beichte gehört haben!

Kommen wir nun zu Jk 5,15-15: "Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten." (Einheitsübersetzung)

Worüber spricht Jakobus hier? Über die Presbyter (also die Priester), die sowohl deinen Körper wie deine Seele heilen können. Ihnen obliegt dies - ebenso wie die Vergebung der Sünden. Gott vergibt unsere Sünden, und zwar durch die Priester!

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Bibelstellen

Nützliche Bibelstellen über die Barmherzigkeit Gottes und die Bekehrung des Menschen:

Mt 3,1-12; Mk 12,28-34; Lk 7,36-50; Joh 8,1-11

Was sagt das Kirchenrecht zum Thema Ökumene und Sakramentenempfang?

Im  CIC, can. 844 § 2 lesen wir: "Sooft eine Notwendigkeit es erfordert oder ein wirklicher geistlicher Nutzen dazu rät und sofern die Gefahrdes Irrtums oder des Indifferentismus (Gleichgültigkeit) vermieden wird, ist es Gläubigen, denen es physisch oder moralisch unmöglich ist, einen katholischen Spender aufzusuchen, erlaubt, die Sakramente der Buße, der Eucharistie und der Krankensalbung von nichtkatholischen Spendern zu empfangen, in deren Kirche die genannten Sakramente gültig gespendet werden."

YouTube.com: Alan Ames: Forgiveness as a Part of Healing

Ich gehe nicht mehr zur Beichte, weil ich nicht glaube, dass es eine Hölle gibt!

"Du wirst es glauben, wenn du einmal dort bist!"

(Fr. Bill Casey, der hier Padre Pio zitiert)

 

Warum zum Priester?

"Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten." (Jk 5,14-16 - Einheitsübersetzung).

Manch einer, der gerne kund tut, er brauche nichts und niemanden zwischen sich und Jesus, mag ob dieser Verse erstaunt sein. Das griechische Wort für "Älteste" ist übrigens das Wort, aus dem das deutsche "Priester" gebildet wurde (Presbyter).

Hier wird noch einmal die herausragende Bedeutung der Priester bei der Sakramentenspendung deutlich - sei es nun bei der Krankensalbung oder der Sündenvergebung / Beichte.

Auch werden wir hier nochmals an die Bedeutung des Gebetes erinnert.

Ein Blick in die Bibel verschafft also oft Klarheit!

Gehen wir weiter zu Jn 20,19-23:

"Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Einheitsübersetzung)

Hier waren wohlgemerkt nur die Apostel gegenwärtig. Jesus erscheint das erste Mal nach Seiner Auferstehung und überträgt den Aposteln - und mit ihnen all denen, die in apostolischer Nachfolge nach ihnen kommen - die Macht der Sündenvergebung!

 

Wo steht die Beichte heute?

Jesus hat den Aposteln (und durch die apostolische Sukzession auch ihren Nachfolgern) die Autorität gegeben, zu "binden" und zu "lösen", also Sünden zu vergeben oder die Vergebung (etwa bei mangelnder Reue) zu verweigern.

Damit aber Sünden vergeben werden können, bedarf es erst einmal einer Beichte!

Wenn wir uns eine sonntägliche Messe ansehen, können wir feststellen, dass viele Menschen zur Kommunion gehen, also die Eucharistie empfangen. Mit der Beichte sieht es da allerdings selten so aus. Die meisten derer, die hier das Sakrament empfangen und Leib und Blut Christi in sich aufnehmen, dürften schon länger nicht mehr beichten gewesen sein.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wir haben hier eine Gemeinde voller Menschen, die sich für die Kanonisation (also die Heiligsprechung) vorbereiten - oder (was wohl wahrscheinlicher sein dürfte) wir haben eine Menge unwürdiger - und damit gotteslästerlicher! - Kommunionsempfänge!

Leider ist es in vielen Pfarreien so, dass die früher üblicherweise meist samstags vor der Abendmesse angebotene Beichte kaum mehr stattfindet. Steht sie doch noch auf den Pfarrbriefen und man geht zu der dort angegebenen Uhrzeit dorthin, findet man nicht selten überraschte Priester vor (zumeist sitzt in den Beichtstühlen niemand und man muss in die Sakristei gehen). Manchmal wird man vom Mesner weggeschickt (man solle doch bitte einen persönlichen Termin vereinbaren), manchmal findet man einen Priester, der sich breit erklärt "wenn es schnell geht", da er noch zu tun habe. Nur selten trifft man tatsächlich Priester an, die auch wirklich zur Beichte zur Verfügung stehen. Woran das liegt? Man kann nur rätseln: mangelnde Nachfrage (was tut man aber dagegen?), Überforderung der Priester und mangelnde Zeit (wirklich?), bei manchen vielleicht auch schlichtweg Bequemlichkeit oder gar Faulheit.

Einmal habe ich einen Termin zur Beichte mit einem Priester vereinbart. Er hat mich auch freundlich begrüßt, meinte dann, er müsse nun die Stola holen, weil der Bischof es wünsche, dass man auch wie ein Priester gekleidet ist, wenn man die Beichte abnimmt (das schien ihm nicht so zu schmecken). Auch während der Beichte erzählte er von seinen Auseinandersetzungen mit dem Bischof. Nun war zwar dieser Priester wirklich wohlwohllend und freundlich, aber ob so eine Beichte vollzogen werden soll, ist fraglich.

Auch scheint den Gläubigen der Wert und die Bedeutung der Beichte kaum mehr vermittelt zu werden.

Manche verteten hier "praktischerweise" die These, man solle doch im Rahmen von Bußgottesdiensten Generalabsolutionen erteilen. Hier aber ist die kirchliche Lehre eindeutig: derartiges muss die absolute Ausnahme bleiben und ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Eine dieser Voraussetzung ist es, dass die betreffenden die Beichte in einem persönlichen Gespräch nachholen! Ein Bußgottesdienst ist also keine für alle Beteiligten bequeme Form der Beichte, sondern (wertvoller!) Teil des "Gesamtpaketes".

Hier sind alle Gläubigen zum Nachdenken gerufen: das normale Kirchenvolk wie die Geistlichen. Es geht hier auch nicht darum, wer an der Misere "schuld" ist, sondern was jeder einzelne tun kann, um seinen Teil zur Besserung beizutragen.

(Quelle: u.a. Fr. Bill Casey: Mission for Truth)

 

 

kathpedia.com: Beichte

Die Beichte ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Sie wird auch Sakrament der Vergebung, der Buße, der Versöhnung genannt.
In der Beichte vergibt Jesus Christus dem Pönitenten (Büßer) seine Sünden durch die Worte des Priesters. Nur ein geweihter Priester, der auch rechtlich dazu befähigt ist (Beichtjurisdiktion), hat die Vollmacht, das Beichtsakrament zu spenden (Beichtvater).

Sündenvergebung


Voraussetzung für die Sündenvergebung in der Beichte sind:

- Reue aus übernatürlichen Motiven (aus Furcht vor göttlicher Strafe bzw. aus Liebe)
- Bekenntnis der Sünden
- Bußakt/Wiedergutmachung (nach Maßgabe des Beichtvaters)


In der Beichte sind alle schweren Sünden (einschließlich der Zahl und der erschwerenden Umstände) zu bekennen, deren man sich nach sorgfältiger Gewissenserforschung reumütig bewusst ist. Im Interesse der geistlichen Entwicklung des Gläubigen ist es angeraten, auch lässliche Sünden zu bekennen. Schwere Sünden können nur in der Beichte sakramental vergeben werden, lässliche auch außerhalb, so durch gute Werke und besonders durch den würdigen Empfang der Hl. Kommunion.

In der Kirchengeschichte hat sich das Bewusstsein davon, dass der rückfällige Getaufte beichten darf, also eine sakramental wirksame Wiederherstellung der Taufgnade (notfalls täglich!) überhaupt möglich ist, allmählich durchgesetzt. Im Prinzip war die Volmacht der Kirche zur Sündenvergebung aber schon im Evangelium fest enthalten.

 

Sakramentaler Zusammenhang


Denn die "Aufzählung" aus dem Credo: Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben" meint verschiedene Aspekte desselben Geheimnisses. Heiliger Geist, Kirche, Taufe, Buße, Gemeinschaft und ewiges Leben sind die Botschaft Christi. Der Empfang der Beichte steht theologisch also auch in engem Zusammenhang mit dem Empfang der Eucharistie. (Der Empfang der Kommunion im Zustand der schweren Sünde ist unwürdig und stellt selbst eine schwere Sünde dar. Aus diesem Grund sind wiederverheiratete Geschiedene so lange vom Empfang der Eucharistie ausgeschlossen, als sie objektiv in schwerer Sünde (Ehebruch) leben.)

"Die Wiederversöhnung im Sakrament der Buße, das den Weg zum Sakrament der Eucharistie öffnet, kann nur denen gewährt werden, welche die Verletzung des Zeichens des Bundes mit Christus und der Treue zu ihm bereut und die aufrichtige Bereitschaft zu einem Leben haben, das nicht mehr im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht. Das heißt konkret, dass, wenn die beiden Partner aus ernsthaften Gründen - zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder - der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können, 'sie sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, das heißt, sich der Akte zu enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind'." (Johannes Paul II., Familiaris consortio, Nr. 84)

 

Sündenfolgen und Buße


Durch den Empfang der Beichte sind zwar die Sünden des Menschen vergeben, nicht jedoch alle Sündenstrafen - also die Auswirkungen der Sünde. Diese Strafen können durch Gebet, gute Werke, Teilnahme an der Hl. Messe, Wallfahrten, Almosen und Ähnliches getilgt werden. Die Kirche gewährt für manche diese "Tätigkeiten" einen Ablass, was die teilweise (Teilablass) oder vollständige (vollkommener Ablass) Wegnahme der zeitlichen (diesseitigen) Sündenstrafen mit günstiger Wirkung auch für das Purgatorium bedeutet.

Zur Vorbereitung auf die Beichte empfiehlt die römisch-katholische Kirche den Gewissensspiegel.

 

Literatur


Raphael Nießner, Meine Frühkommunion, Anleitung für die Eltern zur Beichte und Kommunion, Verlagsbuchhandlung der Benediktiner, Abteilung Katechse, D-93352 Rohr i. NB, Tel.                08783/9600-0         (Mit dem Apostolischem Segen Johannes Paul II.
Beichtbüchlein für Kinder / Beichthilfe für Erwachsen (kostenlos, DIN A 6, Mit kirchlicher Druckerlaubnis) [1]
Ferdinand Holböck, Wunder der Bekehrung, Weto Verlag, Meersburg 1984, ISBN 3-923673-05-1
Pur spezial "Vom Sinn der Beichte" (Katholisches Themenheft - 20 Seiten, DIN A 5) Fe-Medienverlag
Ulrich Filler, Zerbrochene Herzen heilen, Neue Zugänge zur Beichte
siehe auch: Sacrosancta oecumenica (3), Beichtjurisdiktion

 

Päpstliche Schreiben


12. Februar 1997 Päpstlicher Rat für die Familie, Vademecum für Beichtväter zu einigen Fragen der Ehemoral.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Beichte)

 

Was sagen die bayerischen Kapuziner zum Thema Beichte?

Buße und Vergebung

Die Geschichte des Menschen soll eine Heilsgeschichte sein, nicht eine Unheilsgeschichte. Dafür hat Gott alles getan, was er tun konnte. Das Kreuz ist ein unübersehbares Zeichen seines Tuns für die Menschen. Wir sind getauft, damit hat unser Weg in die Vollendung begonnen. Der Mensch in der Gemeinschaft mit Gott, das ist Heil.

Niemand kann aber bestreiten, dass Unheil in der Welt geschieht. Die Geschichte des Menschen kann immer wieder zur Unheilsgeschichte werden in dieser Zeit. Der Mensch kann sich von Gott entfernen, ja ganz von ihm trennen. Dann entsteht eine unheilvolle, eine "sündige" Situation. Sünde ist Absonderung von Gott, ist Unheil. Das kann absolut tödlich sein. Und das ist nicht nur eine Sache, die den einzelnen Menschen betrifft. Sünde schafft Unheil auch zwischen den Menschen. Wir erleben das täglich.

Der Mensch kann den Weg in die Vollendung verlassen. Er kann andere, falsche Wege gehen, die zur ausweglosen Sackgasse werden können. Was dann?

"Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht." (1 Joh 1, 8-9)

Vom Unheil ist immer wieder ein Weg zurück ins Heil möglich. Gott hat nicht nur einmal etwas für die Menschen getan. Gott tut immer wieder etwas für den Menschen. Er schenkt Vergebung. Er bindet ihn wieder an sich. Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehrt und lebt.

Auch der Mensch muss etwas tun. Er muss umkehren und sich von neuem Gott nähern, zu ihm gehen. Umkehr ist ein ganz entscheidendes Wort in unserem Leben, eine lebensentscheidende Notwendigkeit. Umkehr ist nicht Rückschritt, sondern Fortschritt. In einer Sackgasse gibt es nur einen Weiterweg durch Umkehr.

Ein Mensch kehrt um. Er bekennt seine Schuld. Er steht zu seinem Versagen. Er bittet Gott um Vergebung. Ein Mensch kehrt um, er tut Buße. Er will neu beginnen. Er will gutmachen, soweit es möglich ist, wo er Schaden angerichtet hat. Er will nach der Ordnung Gottes leben. Buße tun, das heißt mit Engagement neu den Weg des Heiles gehen, auf Gott zugehen, mit ihm gehen. Dieser Neubeginn ist möglich, weil Christus uns von der Macht des Bösen befreit hat. Immer wieder ist ein Weg aus der Sünde heraus möglich. Buße tun macht sichtbar und erfahrbar, dass der Mensch aus der sündigen Situation heraus will.

Buße tun, das heißt auch von neuem auf die Menschen zugehen, mit ihnen gehen. Buße tun ist nicht nur eine Notwendigkeit des einzelnen, es ist auch eine der Gemeinschaft. Christen tun miteinander Buße. Sie ringen um einen Lebensstil, der dem Evangelium entspricht. Es ist der fortwährende Versuch, so gesinnt zu sein wie Jesus Christus, der Versuch, auf dem Weg des Heiles voranzuschreiten.

Das Leben ist überaus vielfältig, darum können wir auf vielfache Weise Buße tun und Vergebung erfahren. Dazu möchten Ihnen diese Internetseiten Hilfe und Anregung sein.


Allgemeine Formen der Sündenvergebung

Jesus führt die bereits von den Rabbinen gelehrte Überzeugung weiter, dass Fasten, Beten und Almosengeben als Formen der Buße das Leben vor Gott fördern und der Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen dienen (vgl. Mt 6,1-18). Die Überlieferung des Herrn wird im 1. Petrusbrief so zusammengefasst: "Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander, denn sie deckt viele Sünden zu." (1 Petr 4,8)

Fasten

Das Fasten ist eine Übung, die Leib und Seele erneuert und uns Gott näherbringt. Weniger Konsum, weniger Vergnügen (Tanz, Rauchen, Alkohol) lassen uns unabhängiger und freier werden. Alles, was wir zuviel haben,macht uns hart gegenüber den anderen und verwischt die Grenzen, die wir brauchen, um nicht maßlos und ungerecht zu werden. Wir können nicht mehr teilen und uns nicht mehr mitteilen. Wir verlieren den Bezug zum Nächsten und zu Gott.

Beten

"Zur Buße beten Sie…", sagt der Beichtvater und will damit dem Beichtenden nicht vortäuschen: Mit dem Gebet ist die Sache erledigt. Er will vielmehr dem Christen das Gebet als wichtigen Weg der Buße empfehlen. Das Gebet soll die Umkehr vertiefen und dazu helfen, mit Gott und den Mitmenschen versöhnt zu leben. Im Gebet empfangen wir Vergebung, erhalten wir neue Impulse, uns zu wandeln und werden wir gestärkt, mit unseren alltäglichen Fehlern zu leben, ohne abzustumpfen. Was wir "in der Kammer" (vgl. Mt 6,6) erbitten, gewährt uns der Vater, der ins Verborgene sieht. Wenn wir wie der Zöllner "am Eingang des Tempels" an die Brust schlagen mit dem Bekenntnis auf den Lippen: "Gott sei mir Sünder gnädig" (vgl. Lk 18, 9-14), dürfen wir gewiss sein, von Gott angenommen zu werden.

Das Gebet hilft, das eigene Leben und das Zusammenleben mit den anderen besser zu bewältigen. Besonders erfahren diese Wirkung Kranke und von schweren Schicksalsschlägen Heimgesuchte, die ihr unverschuldetes Leid annehmen lernten. Wie wäre sonst die Aussage eines Schwerkranken zu verstehen, der sich im Blick auf das Kreuz zu dem Bekenntnis durchgerungen hat: "Weil Du, Herr, für mich mitträgst, kann ich meine Schmerzen ertragen." Das meint wohl auch der Apostel Paulus, wenn er sagt: "Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib"(2 Kor 4,10) und ergänzen, "was an den Leiden Christi noch fehlt" (Kol 1,24).

Almosen

Almosen geben heißt helfen, ohne Lohn zu erwarten; geben, ohne wieder haben zu wollen; die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut (vgl. Mt. 6,3).

Almosen, Geld geben, macht uns freier und bringt uns dem anderen näher. Almosen geben, dem Nächsten Gutes tun heißt auch, von der eigenen kostbaren Zeit dem anderen etwas schenken, dem Menschen neben mir zuhören; das Leid des anderen sehen, es mittragen und ihm praktisch helfen.

Almosen geben heißt auch, ein gutes Gespräch versuchen, Freude verbreiten; Geduld haben mit Kindern und Jugendlichen, dem Ehepartner, dem Freund.

Almosen geben heißt auch, von meinem Glauben mitteilen und dadurch andere stärken; Hoffnung schenken, Jesus näherbringen; Liebe geben, zurückstehen und warten können. All das kostet Zeit, Zeit, die bei Gott nicht verloren ist.


Versöhnung in der Familie

Was können wir in der Familie tun? Wir können in der Familie einüben, wie wir andere und Gott um Vergebung bitten, aber auch zeigen, wie wir selbst vergeben.

Wir können beispielsweise am Abend vor dem Schlafengehen miteinander besprechen: Wo haben wir uns gegenseitig wehgetan, wo haben wir es an Liebe fehlen lassen?

Wir können in der Familie aufmerksam nach Gelegenheiten suchen, wo wir uns offen sagen können, was uns am anderen gefällt oder nicht gefällt.

Wir können als Eltern die Kinder spüren lassen, dass wir uns selber immer wieder vergeben müssen.

Wir können durch Erzählungen und Vorlesen aus der Heiligen Schrift erfahrbar machen, wie Gott dem Menschen immer wieder vergibt.

Wir können im gemeinsamen Gebet Gott unser Versagen eingestehen und ihn um Verzeihung bitten.


Zeichen und Gesten der Versöhnung

Die Bereitschaft zum Verzeihen und zur Versöhnung in der Familie soll auch in äußeren Zeichen und Gesten zwischen den Ehepartnern, Eltern und Kindern und zwischen den Kindern zum Ausdruck kommen: die ausgestreckte Hand zum Frieden, der herzhafte Händedruck, die Umarmung, der Kuss, das kleine Geschenk, ein Blumenstrauß, eine Spruchkarte, einige handgeschriebene Zeilen, die Einladung zur Tasse Kaffee oder das Angebot, eine Arbeit jetzt gemeinsam zu tun. Jeder in der Familie kann dies in der Form ausdrücken, die ihm und seinen Möglichkeiten entspricht. Nicht jede Familie kann alles, aber jede kann etwas verwirklichen. Die Worte und Zeichen machen uns deutlich:

Wir sind angewiesen auf Vergebung, wir bitten um Vergebung, wir sind bereit zu vergeben, wir leiden unter dem Unfrieden, unter der gestörten Beziehung, wir wollen gemeinsam neu beginnen.


Die liturgischen Formen der Sündenvergebung

Sünde ist nie nur Privatsache, nie nur eine Sache, die allein zwischen dem Menschen und Gott abzumachen wäre; denn kein Mensch kann so isoliert leben, dass er nicht wenigstens geistig in die menschliche Gesellschaft eingebunden bliebe. Wir wissen heute, böse, hasserfüllte Gedanken sind Mächte, sind "Strahlungen", die sich negativ auf die Mitmenschen auswirken. Das gilt in besonderer Weise für die Christen, da sie Glieder am Leib Christi sind (vgl. 1 Kor 12,12-27). Ein krankes Körperorgan zieht immer den ganzen Leib in Mitleidenschaft. So wird verständlich, warum Buße und Vergebung einen besonderen Ort in den gottesdienstlichen Versammlungen der Christen haben, vor allem in der Feier der Eucharistie oder in einem eigenen, zu diesem Zweck gefeierten Gottesdienst (Bußgottesdienst). Die wichtigste liturgische Form der Sündenvergebung ist das Bußsakrament. In der sakramentalen Versöhnungsfeier (Beichte) spricht Jesus unmittelbar den einzelnen an, wie er es einst beim Gelähmten im Hause von Kafarnaum getan hat: "Deine Sünden sind dir vergeben" (Mk 2,5). Eine solche persönliche Begegnung mit Christus kommt unserer menschlichen Natur sehr entgegen; denn sie schenkt uns das sichere Bewusstsein, von Gott, der die Liebe ist, auch in unserer Sündhaftigkeit angenommen zu sein. So sehr dieser Vorgang im Raum des Beichtgeheimnisses bleibt, ist er doch nicht "privat", sondern "öffentlich", da der Priester stellvertretend für die Kirche handelt.

Buße und Vergebung in der Eucharistiefeier

Das allgemeine Schuldbekenntnis am Anfang der Messfeier nimmt in den Worten "ich bekenne... allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe" die soziale Seite der Sünde ernst. Jeder wendet sich an jeden und bittet, für ihn vor Gott einzutreten: "Darum bitte ich euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn." Auch das Hören des Wortes Gottes hat sündentilgende Kraft. So spricht der Priester nach dem Evangelium: "Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden." Damit wir am Mahl des Herrn nicht unbußfertig teilnehmen, wird im "Vater unser" noch einmal die Bitte um Vergebung ausgesprochen und die Bereitschaft, selbst zu vergeben, bekundet: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern." Vielfach werden diese Worte durch ein sichtbares Zeichen der Zuwendung und Versöhnung, den Friedensgruß, unterstrichen. Und dann bekräftigen wir unser Vertrauen auf die vergebende Güte des Herrn mit dem Ruf: "Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt" und mit dem Gebet "Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund."

Der Bußgottesdienst

Der Bußgottesdienst vertieft und entfaltet den Vorgang von Buße und Vergebung. Er macht deutlich, dass die Umkehr und die Hinwendung zu Gott nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die Gemeinschaft notwendig sind, weil auch die Gemeinschaft dem Mitmenschen gegenüber oft versagt. Im Bußgottesdienst empfangen wir Anleitung zu einer vertieften Gewissenserforschung. Nicht selten entdecken wir dabei Lebensbereiche, die wir vielleicht noch nie mit Gott und seiner Ordnung in Beziehung gebracht haben. Im Bußgottesdienst hören wir die Worte Jesu, durch die wir gleichsam aus "erster Hand" die Botschaft vom verzeihenden Vater im Himmel vernehmen. "Im Himmel wird mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren" (Lk 15,7). Besonders zu den Bußzeiten des Kirchenjahres, im Advent und in der Fastenzeit, hat der Bußgottesdienst seinen festen Platz im Leben der Pfarrgemeinde.

Die Feier des Bußsakramentes (Beichte)

"Unter den liturgischen Formen der Buße und Sündenvergebung nimmt das Bußsakrament eine hervorragende Stellung ein. Im Auftrag der Kirche wird dem, der umkehrt, durch den Priester in der Vollmacht Christi im wahrnehmbaren Zeichen Versöhnung geschenkt. Für die Gläubigen, die sich in schwerer Sünde von Gott getrennt haben, bleiben das persönliche Bekenntnis und die persönliche Lossprechung die einzige ordentliche Weise, in der Kirche Versöhnung mit Gott zu finden. Aber auch denen, die sich keiner schweren Sünde bewusst sind, empfiehlt die Kirche, in Zeitabständen, in denen das eigene Leben noch überschaubar ist, das Bußsakrament zu empfangen. Darin kommt zum Ausdruck, dass jeder Gläubige immer neu der Vergebung und der Hilfe bedarf, die ihm im Bußsakrament geschenkt wird." (Synodenbeschluss)

Wer heute zur Beichte geht - ob in den Beichtstuhl oder in ein Beichtzimmer -, wird feststellen: Der Ritus des Sakramentes ist gegenüber früher in mancher Hinsicht verändert. Die deutsche Sprache, neue Gebete und Zeichen - manche davon als Vorschlag angeboten - machen die Beichte verständlicher und persönlicher.

Der Priester begrüßt zunächst den Beichtenden und lädt ihn gegebenenfalls nach dem Kreuzzeichen durch ein paar freundliche Worte zum Bekenntnis ein. Das Bekenntnis soll ehrlich und persönlich sein. Eine Hilfe dazu ist, wenn der Beichtende von seiner Situation und seiner Schuld erzählt. So werden für den Beichtenden und für den Priester auch Hintergrunde und Ursachen für die Sünden und Fehler eher offenbar. Wenn nötig, hilft der Priester beim Bekenntnis.

Der Priester kann wahrend der Lossprechungsworte seine Hände (oder seine Hand) über den Beichtenden ausbreiten - ähnlich dem feierlichen Schlusssegen bei der Messe. In den Lossprechungsworten wird deutlich, dass der Priester im Namen und im Dienst der Kirche, also im Namen der größeren, glaubenden Gemeinschaft handelt.

Die Beichte führt zur Erneuerung und Vertiefung der Gemeinschaft mit Gott. Seine Vergebung, seinen Trost und sein Aufrichten erfährt der Beichtende als große Lebenshilfe. Im Gebet und im Lobpreis dankt er Gott dafür.


Erfahrungen mit der Einzelbeichte

Ein persönliches Zeugnis. Drei positive Erfahrungen möchte ich aufzählen, die ich mit der Beichte gemacht habe.

Die erste Erfahrung ist die Hilfe des Rhythmus. Ich gehöre auch zu jenen Menschen, die jahrelang entweder gar nicht oder nur sporadisch - zu Weihnachten und Ostern oder ähnlichen Anlässen -gebeichtet haben. Nachdem mir dieser disziplinlose und rein den Stimmungen ausgelieferte Zustand immer unerträglicher wurde, versuche ich jetzt, in einem Rhythmus von sechs bis acht Wochen, mit Terminabsprache, Vor- und Nachbereitung zu beichten. Wenn auch damit kein Problem verschwindet oder gelöst ist, so erfahre ich doch diesen Rhythmus als Stütze und Hilfe, um nicht ausschließlich der Stimmung unterworfen zu sein, ob ich beichten mag oder nicht (Diese Stimmung bleibt sowieso stark genug!).

Eine zweite wichtige Erfahrung ist für mich, dass mir der Vorgang der Reue etwas klarer geworden ist. Tränen und Gefühle der Reue - geboren meist aus der Enttäuschung über sich selbst - sind direkt im Anschluss an ein großes Versagen möglich und wirklich. Bei der Beichtvorbereitung habe ich die Reue neu entdeckt als diesen einfachen, etwas länger verweilenden Blick auf die Person Jesu Christi; also als bewusste Hinwendung und Umkehr zu ihm. Natürlich ist dabei das Schauen auf ein Kreuz besonders beeindruckend. Die Reue ist bei mir jetzt zwar auch nicht "gefühllos", aber sie ist keine Stimmungssache, sondern ein Akt der Zuwendung zu Jesus.

Schließlich gibt es für mich - und das ist die dritte positive Erfahrung mit der Beichte - wirklich das Gefühl der Befreiung. Gerade wenn Abhängigkeiten, Triebe und Angstzustände, verbunden mit dem Gefühl "es ändert sich ja doch nichts, es bleibt alles beim alten" besonders bedrohend werden, erlebe ich die Beichte als Ereignis, nach dem ich befreit durch die Straßen der Stadt gehe, innerlich leicht voll neuen Mutes, aktiv Kinder, Familie und Alltagsanforderungen mit mehr Ruhe und Gelassenheit angehend. Vergebung ist für mich wirklich jedes Mal ein neuer Beginn. Gott sei Dank, dass er möglich ist!


13 Fragen und 13 Antworten
von Kaplan Ulrich Filler
Siehe auch: http://www.beichten.info/

1. Ich kann doch selbst Gott um Verzeihung bitten. Warum brauche ich dazu einen Priester?

Natürlich kann man Gott im Gebet um die Verzeihung der Schuld bitten. Das soll man sogar häufig tun! Das aber ersetzt die Beichte nicht. Die Beichte ist ein Geschenk Jesu an uns. Warum wollen wir dieses Geschenk nicht annehmen? Wenn wir ehrlich sind, ist das doch oft nur eine faule Ausrede, um die unangenehme Beichte herumzukommen. Oder wann haben Sie das letzte Mal wirklich im Gebet die Sünden bereut? Ohne die Beichte wissen wir nicht mit Sicherheit, ob Gott uns auch die Schuld vergibt. Diese Sicherheit haben wir aber nach einer guten Beichte. Außerdem ist meine Schuld nicht nur eine Sache zwischen mir und Gott. Ich bin auch vor anderen Menschen schuldig geworden - auch vor der Gemeinschaft der Kirche, zu der ich gehöre. Durch die Beichte wird auch mein Verhältnis zur Gemeinschaft der Kirche wieder in Ordnung gebracht.


2. Ich weiß nicht, was ich beichten soll. Ich habe keine schlimmen Sachen gemacht!

"Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten." (1 Joh 1,8-2,1) Wem keine Sünde einfällt, der hat vielleicht nicht gut genug darüber nachgedacht! Nach einer vernünftigen Gewissenserforschung (z. B. im Gotteslob Nr. 62ff.) sieht die Sache schon ganz anders aus! Oder beten Sie jeden Tag? Können Sie ehrlichen Herzens sagen, dass Sie wirklich versuchen, Gott zu lieben und Christus zu folgen? Sind Sie nie lieblos, gemein, unehrlich, schadenfroh? Nie eine "kleine Lüge"? Sind Sie niemals zornig, ungeduldig, unmäßig? Sünden sind nicht nur Mord und Totschlag. Sünden sind bei uns viel öfter auch bestimmte Denkarten, Gewohnheiten oder Charakterschwächen, an denen wir arbeiten müssen.


3. Ich habe schon mal ganz schlechte Erfahrungen mit der Beichte gemacht!

Das ist schade. Aber es ist die absolute Ausnahme, dass sich ein Priester im Beichtstuhl wirklich einmal im Ton vergreift. Selbst schlechte Erfahrungen sollten uns aber nicht daran hindern, einen anderen Priester aufzusuchen und gute Erfahrungen zu machen! Geben wir Christus eine Chance!


4. Die anderen gehen auch alle nicht beichten!

Na und? Nur weil es die Mehrheit ist, handelt sie dadurch nicht automatisch richtig! Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Außerdem - seien Sie ehrlich - das Argument: "Alle anderen machen es aber so..." ist doch eine faule Ausrede für die eigene Feigheit oder Bequemlichkeit!


5. Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht!

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ohne große Mühe kann man sich darüber informieren, wie die Beichte abläuft und wie man sich vorbereitet (z. B. im Gotteslob Nr. 58 - 66). Übrigens kann man auch jemanden fragen, der sich damit auskennt - z. B. den Kaplan oder den Pfarrer. Notfalls kann man auch zur Beichte gehen und sagen: "Ich möchte gerne beichten, aber ich weiß nicht genau wie das geht und was ich sagen soll." Nur Mut! Der Priester wird niemanden auslachen, sondern im Gegenteil Respekt vor Ihrem Mut haben!


6. Ich habe schon seit vielen Jahren nicht mehr gebeichtet!

Das ist doch erst recht ein Grund, wieder mit der Beichte anzufangen! Man freut sich doch auch darüber, wenn man nach vielen Jahren etwas von einem guten Freund hört, von dem man schon geglaubt hat, man hätte ihn verloren! Und dann will man nicht nur ein kleines Gespräch - man will die Freundschaft fortsetzen! Christus wartet sehnsüchtig auf uns in seinem Sakrament der Versöhnung! Übrigens sind wir verpflichtet, mindestens einmal im Jahr (und zwar möglichst in der österlichen Zeit) zu beichten. Das gleiche Gebot verpflichtet uns auch, mindestens einmal im Jahr das Sakrament der Eucharistie zu empfangen (d.h. zur Kommunion zu gehen). Ist es nicht merkwürdig, dass heute alle in jeder Messe die hl. Kommunion empfangen, oftmals ohne sich zu fragen: Bin ich eigentlich für diese intensive Christusbegegnung vorbereitet? Wer regelmäßig zur Kommunion geht, sollte auch regelmäßig beichten!


7. Die Beichte nutzt nichts. Ich habe schon oft gebeichtet, aber ich habe mich gar nicht gebessert.

Wenn man glaubt, nach einer Beichte mit Heiligenschein durch die Gegend zu wandeln, hat man sich getäuscht! Es braucht viele, viele kleine Schritte auf dem Weg zu Gott hin. Aber jede Beichte - so nutzlos sie uns auch erscheinen - mag, so wenig wir uns doch zu ändern scheinen - ist ein wunderbares Geschenk. Man weiß ja nicht, was man ohne diese kleinen Schritte für ein Mensch wäre! Und hier gilt: Verlieren Sie niemals den Mut! Und wenn Sie immer und immer wieder denselben Fehler, dieselbe Sünde beichten müssen - tun Sie es ruhig. Wenn nötig, jede Woche. Immer wieder. Christus freut sich immer, wenn wir kommen.

"Wir werden nicht auf einmal, durch eine einzige Beichte zu Heiligen. Wir müssen mit uns selbst Geduld haben, wie auch Gott Geduld hat. Aber jede gute Beichte ist ein Schritt nach vorn auf dem Weg zu Gott. Vergessen wir niemals: Was im Gericht der Barmherzigkeit gerichtet wird, kommt nicht mehr vor das Endgericht." (Rudolf Graber)


8. Ich kenne den Pfarrer/Kaplan ganz gut und sie kennen mich auch persönlich. Zu denen möchte ich nicht gehen.

Muss man ja auch nicht. In anderen Pfarrgemeinden, in großen Kirchen oder an Wallfahrtsorten (z. B. Altötting) kann man völlig anonym beichten. Übrigens zeigt die Erfahrung, dass durch die Beichte persönliche Beziehungen keine Belastung erfahren. Auf jeden Fall hat es viele Vorteile, wenn man einen festen Beichtvater hat, der uns regelmäßig auf unserem Weg begleitet.


9. Es ist mir peinlich, beichten zu gehen.

Wem nicht? Na klar - es ist niemals angenehm, seine Sünden zu bekennen, sein Herz ganz zu öffnen. Wir sehen dann nämlich gar nicht mehr so toll und strahlend aus, wie wir uns selbst gerne sehen und wie wir uns wünschen, dass die anderen uns sehen. Wer den Mut hat, seine Sünden zu bekennen, zeigt, dass er es ernst meint mit der Umkehr. Und jeder Priester hat Hochachtung vor jedem, der zur Beichte kommt, ganz egal, welche Sünden er bekennt.


10. Ich habe so schlimme Sünden begangen, die kann ich gar nicht beichten.

Wer sich selbst für den schlimmsten Sünder auf Erden hält, ist ganz schön hochmütig eingestellt, oder? Wenn wir beichten gehen, dann sind wir (meistens) weder die schlimmsten Sünder noch die besten Menschen. Wir sind meistens nur ganz gewöhnliche, mittelmäßige Sünder. Das ist nicht schlimm, solange wir versuchen, keine mittelmäßigen Christen zu sein. Ein alter Pfarrer sagte vor vielen Jahren, er würde demjenigen 50,-- € schenken, der ihm eine Sünde beichtet, die er noch nie gehört hat. Er hat das Geld noch heute...

Von einem Heiligen stammt der Satz: Es ist nicht so schlimm, dass der Mensch sündigt, denn der Mensch ist schwach und die Versuchung ist groß. Schlimm ist, dass der Mensch jederzeit die Möglichkeit der Umkehr hat und sie nicht nutzt!


11. Ich gehe nicht gerne in den dunklen Beichtstuhl.

Kein Problem. Fragen Sie den Priester nach der Möglichkeit des Beichtgesprächs.


12. Was ist eigentlich ein Beichtgespräch?

Wie der Name schon sagt, ist es eine Beichte in der Form eines Gesprächs mit dem Priester. Man hat die Möglichkeit, ausführlicher über das eigene Leben und die eigene Schuld zu sprechen. Ein Beichtgespräch empfiehlt sich, wenn man längere Zeit nicht gebeichtet hat; sich unsicher ist, wie man richtig beichtet; eine Lebensbeichte (s.u.) ablegen möchte oder nicht gerne in den Beichtstuhl geht


13. Was ist eigentlich eine Lebensbeichte?

Als Lebensbeichte bezeichnet man eine Beichte (Beichtgespräch), die man vor entscheidenden Situationen im Leben ablegt (z. B. vor der Firmung, vor der Hochzeit, vor einer langen Reise, vor einer Operation usw.). Man möchte sein ganzes bisheriges Leben noch einmal vor Christus hintragen, sich von Ihm umarmen lassen und seine Liebe, seine Gnade und seine Vergebung erfahren.



Hinführung zur persönlichen Gewissenserforschung

Das Zusammenleben mit unseren Nächsten in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der kirchlichen und politischen Gemeinde lässt uns nüchtern und klar erkennen und erfahren:

"Ich bin nicht immer in Ordnung; ich bin nicht immer gut."

Weil das so ist, und wir immer wieder vor Gott und den Menschen schuldig werden, brauchen wir die Erfahrung, wieder angenommen und geliebt zu sein, brauchen wir die Verzeihung und Versöhnung mit Gott und den Menschen.

Unsere Sehnsucht nach geheilten Beziehungen, nach geheilten Wunden und Verletzungen lässt uns umkehren und rufen und beten:

"Führe mich heraus aus dem Kerker, damit ich deinen Namen preise." führe mich heraus aus dem Kerker meiner Gott-ferne, meiner Angst und meines Misstrauens, meiner Ich-Bezogenheit, meines Eigensinns und meiner Eitelkeit, meines Stolzes und mei-ner Oberflächlichkeit, meiner Blindheit und meiner Sprachlosigkeit. Aus meinem Kerker - aus meinen Fesseln - will der HERR mich befreien. ER will mit mir sein - auch dann, wenn ich nicht in Ordnung, nicht gut bin. ER will mich heilen; ER will mir seinen Trost, seine Barmherzigkeit und seine Liebe im Sakrament der Buße schenken.


Gewissensspiegel

(Ein Vorschlag zur persönlichen Gewissenserforschung nach den 10-Geboten Gottes)

Ich bin der Herr, dein Gott - du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
Gott möchte der Herr meines Lebens sein.
Wie viel Zeit nehme ich mir für ihn? Für das Gebet? Für die Bibellesung? Wie oft denke ich an ihn? Wie groß sind mein Vertrauen und mei-ne Hoffnung auf ihn? Warum ist mir vieles an-dere wichtiger als Gott?

Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.
Wir können nicht groß genug von Gott denken und sprechen. Habe ich Ehrfurcht vor Gott? Ist das auch in meinem Reden und Denken über Religiöses spürbar? Welchen tieferen Grund könnte meine fehlende Ehrfurcht haben?

Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.
Der Sonntag ist der Tag des Herrn. Ich bin eingeladen zum Gottesdienst der Pfarrgemeinde, ich bin aufgerufen, diesen Tag für die Gemein-schaft (Familie, Pfarrgemeinde) zu gestalten. Gehe ich am Sonntag zum Gottesdienst? Wel-che Beziehung habe ich zu meiner Pfarrgemeinde? Wirkt sich der Gottesdienst in meinem Leben aus? Warum misslingt mir manchmal die Sonntagsgestaltung?

Du sollst Vater und Mutter ehren.
Gott hat mir Vater und Mutter geschenkt. Er stellt mir die Aufgabe, ihnen dankbar zu sein und sie nicht zu vergessen. Wie ist das Verhältnis zu meinen Eltern? Wie viel Zeit und Sorge schenke ich ihnen? Aus welchen Motiven? Wie verhalte ich mich ge-genüber denen, für die ich Verantwortung trage, vor allem gegenüber Kindern und Jugendlichen?

Du sollst nicht töten.
Nach dem Willen Gottes soll ich mich und ande-re Menschen nicht zerstören oder schädigen, sondern aufbauen, lieben und helfen, dass Ver-söhnung geschieht. Wer sind meine "Nächsten"? Bin ich hilfsbereit? Bereit zum Verzeihen und Trösten? Schenke ich den anderen Fürsorge, Liebe und Anerkennung? Warum habe ich Angst vor neuen Begegnungen und drücke mich vor sozialem Engagement?

Du sollst nicht ehebrechen.
Gott schützt die lebenslange Beziehung zwischen Mann und Frau in der Ehe. Wie ist meine Einstellung zur eigenen, zur fremden Ehe? Wie ist mein eheliches, wie mein vor- oder außereheliches Verhalten? Welches Verhältnis habe ich zu meinem eige-nen Körper? Warum rede ich so über die Geschlechtlichkeit?

Du sollst nicht stehlen.
Gott ruft mich, das Eigentum des Nächsten zu respektieren und meinen eigenen Besitz zu teilen. Wie gehe ich mit dem Eigentum anderer um? Bin ich dankbar für das, was ich habe? Nutze ich meine Fähigkeiten, meine Arbeit und meinen Besitz verantwortungsbewusst? Welche Rolle spielt das Geld in meinem Leben? Was bedeutet mir Armut?

Du sollst nicht lügen.
Gott will, dass ich weder mir noch anderen durch mein Reden schade. Wie ist meine Sprache? Kann sich der andere auf mein Wort verlassen? Wo und aus welchen Motiven heraus belüge ich die anderen und mich selbst?


Reuegebete
Für Erwachsene

Gott, himmlischer Vater, ich habe gesündigt; ich kann meine Sünde nicht ungeschehen machen. Du allein kannst Sünden vergeben. Du hast deinen Sohn Jesus Christus gesandt, dass er die Schuld der Welt auf sich nehme und die Sünder zu dir zurückführe.

Herr Jesus Christus, führe auch mich von mei-nen Irrwegen zurück auf den Weg der Wahrheit und des Lebens. Ich bekenne meine Sünde und bereue sie, weil sie mich von dir fernhält. Herr, verzeih´ mir und schenk mir deinen Geist, damit ich deine Liebe erkenne und sie dankbar erwi-dere.

Gütiger Gott. Ich habe gesündigt, aber ich will mir wieder Mühe geben, das Gute zu tun. Ich kenne meine Schwäche, aber ich vertraue auf deine Hilfe. Du sollst das Ziel sein, das ich immer vor Augen habe. Lass mich dich nicht vergessen, lass mich dich suchen und finden.

Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz; und dies ist mir der größte Schmerz, dass ich erzürnt dich, höchstes Gut. Ach, wasch mich rein in Jesu Blut. Dass ich gesündigt, ist mir leid; zu bessern mich bin ich bereit. Mein Gott und Herr, mir doch verzeih; nie mehr zu fallen, Gnad verleih.

Die vorstehenden Gebete sprechen nur allgemein vom Vorsatz. Selbstverständlich muss jeder entsprechend seinen persönlichen Lebensverhältnissen überlegen, was er sich im Einzelnen vornehmen kann.
Gotteslob Nr. 59, 5,7,8

Vater, ich habe gesündigt vor dir; ich bin nicht wert, dein Kind zu heißen. Du hast mich nach deinem Bild erschaffen und mich zu Großem berufen, und ich habe gesündigt, habe so klein gedacht, geredet und gehandelt durch meine Schuld. - Ich blicke aber auf zu dir und deinem Sohn Jesus Christus. Er ist mein Herr. Auch für mich hat er am Kreuz sein Blut vergossen. Vergib mir meine Schuld, meine Sünden, meine Fehler. Du bist die ewige Liebe, nimm mich wieder an dein Herz und halte mich fest in dei-ner Gnade. Ich will dein sein und dein bleiben. Mach mich frei und führ mich zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. - Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
(Gotteslob Nr. 66, 9)

Aus dem Akt der vollkommenen Reue, wie ihn der selige Pater Marco d'Aviano propagierte

Jesus, Maria. Ich schwaches und unwürdiges Geschöpf werfe mich Dir zu Füßen und beken-ne in tiefster Reue aus einer Seele voll Beschämung meine unzähligen Nachlässigkeiten und Sünden, die ich Zeit meines Lebens begangen habe. Dich hab ich beleidigt, o mein Gott, Dich hab ich beleidigt, und es reut mich aus tiefstem Herzen!

In der lebendigen Hoffnung auf Deine heilige Hilfe habe ich den festen Vorsatz, eher zu sterben als nochmals auch nur eine Todsünde zu begehen. Ohne Ende bereue ich meine Sünden, vor allem deshalb, weil ich Dich, meinen unendlich guten und liebreichen Gott beleidigt habe, von dessen Lob, Dank und Verherrlichung kein Geschöpf je ablassen dürfte. Amen.

(Quelle: www.kapuziner-bayern.de)

kathpedia.com - Reue

Reue ist die Einsicht in eine schuldhafte Unterlassung oder schuldhafte Tat. Keine Reue ist die Erkenntnis, einen bloßen Fehler gemacht zu haben (im Sinne etwa nicht "optimaler" Ausnutzung einer Gelegenheit).

 

Vollkommene Reue


Die vollkommene Reue ist der Wunsch des frommen Herzens, sich aus Liebe zu Gott ganz von der Sünde abzuwenden und sich voll zum Vertrauen in die Liebe Gottes, in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, zu bekehren.

 

Unvollkommene Reue


Die nur unvollkommene Reue ist das furchtsame Gefühl des Sünders, sich gegen Gott und die Menschen vergangen zu haben, ohne dass aber zugleich eine volle "Wiederentdeckung der Taufgnade" in Wahrheit und Liebe eintrat. Bei der unvollkommenen Reue kann auch die Angst vor ewiger oder zeitlicher Strafe durch Gott oder die Angst vor der Verfehlung des ewigen Ziels vorwiegen.

 

Beichte als "sicherer Weg"


Die vollkommene Reue ist dazu imstande, die Sünde zu tilgen, auch wenn kein sakramentaler Bußakt stattfindet. Denn jede Hinwendung zu Gott mildert Sünde und Schuld, da Gott die Liebe und Vergebung selber ist.

Diese uralte Überzeugung der Kirche ist aber ungeeignet, die Beichte auf seltene Ausnahmefälle echter Kapitalverbrechen oder schwerer geistlicher Lebenskrisen zu beschränken. Umgekehrt: Christen "müssen" nicht beichten, sie dürfen es! Wer ehrlich ist, der ahnt, wie selten vollkommene Reue und reine Liebe sind. Immer mischen sich auch unedle Motive in unsere Absichten. Das gestattet aber keine Resignation, keinen lutherischen Pessimismus, als ob die Sünde immer den Sieg davontrage. Im Gegenteil: Im Bußsakrament wird die Sünde immer wieder mit Gewissheit besiegt, auch wenn die Reue (wie oft!) nur unvollkommen blieb.

 

Entgegenkommen Gottes


Die Kirche hat in der Geschichte lange gebraucht, um zu erkennen, dass sie im Heiligen Geist die Vergebung überreich und immer "ausschütten" darf, in der Beichte wie im Ablass. Ursprünglich war die Bußpraxis viel strenger. Christus aber holt durch die Priester die Seinen notfalls täglich in die Herrlichkeit seiner Gnade zurück, wenn wir ihm dafür nur einen Anlass bieten: ein reumütiges Herz, ein aufrichtiges Bekenntnbis, der Wille zur Besserung und entsprechende Akte der Wiedergutmachung.

 

Zitat


In einem älteren Gebetsheft aus Regensburg (1973) schrieb Pfarrer A.M. Weigl:

Was soll ich tun, wenn ich schwer gesündigt habe, wenn ich gar sterben muss und nicht mehr beichten kann? Vor allem nicht verzweifeln, sondern vertrauen und bereuen! So tief ist niemand gesunken, dass er nicht durch Gottes Gnade und Jesu Blut gerettet werden könnte. Vertraue auf die unendliche, göttliche Barmherzigkeit, die für Dich am Kreuze verblutete. Bedenke, dass die Wunden des gekreuzigten Heilandes der ergreifendste Ausdruck Seiner unendlichen Liebe und Güte sind, und bereue dann aus Liebe zu Gott alle Deine Sünden, indem Du mit heiligem Ernst betest:


Mein Herr und mein Gott! Ich bereue alle meine Sünden, weil ich Dich, die ewige, unendliche Liebe und Güte, beleidigt habe. Ich bin fest entschlossen, nach Deinem heiligen Willen zu leben und zu sterben.

Dich liebt o Gott, mein ganzes Herz, und das ist mir der größte Schmerz, dass ich betrübt Dich höchstes Gut, ach wasch mich rein Deinem Blut.

Oder kurz: Mein Jesus, Barmherzigkeit!

Im Augenblick höchster Gefahr kann der Gedanke JESUS genügen. Durchdrungen von dieser Gesinnung, kannst Du jeden Augenblick mit Gott versöhnt und wieder ein Kind Gottes werden. Denn die Liebe zerstört die Sünde und bringt die Gnade wieder. Diese Liebesreue schließt den Entschluss ein, wenigstens die schweren Sünden bei der nächsten Beichte zu bekennen. 

(Quelle: "http://www.kathpedia.com/index.php?title=Reue")


 

kathpedia.com - Beichtvater

Beichtvater ist die im Deutschen allgemein übliche Bezeichnung für einen Priester, der das Bußsakrament erteilt (Absolution). Im engeren Sinne ist damit ein Priester gemeint, der ein "Beichtkind" (auch einen Erwachsenen) über eine längere Lebensphase hinweg begleitet, d.h. ein so gen. geistlicher Begleiter oder Seelenführer.

 

Entwicklung


Auch die Fürsten und Päpste hatten zum Teil berühmte Beichtväter (so der Jesuit Augustin Bea bei Papst Pius XII.). Solange die Seelsorge in den Pfarreien von einer allgemeinen Sakramentenpraxis getragen war, ist häufig der Pfarrer auch Beichtvater einer großen Zahl seiner Pfarrangehörigen gewesen. Jedoch wurde schon häufig für weitere Beichtgelegenheiten bei anderen Priestern gesorgt, so z.B. durch Volksmissionen oder Seelsorgsaushilfen.

Heute konzentriert sich die sakramentale Bußpraxis mitunter auf bestimmte geistliche Zentren oder Wallfahrtsorte. Die Krise des Bußsakraments in Europa wird teilweise als Indiz einer fortschreitenden Auflösung des pastoralen Territorialprinzips (Pfarreien, Dekanate, Bistümer) gedeutet. In geistlichen Gemeinschaften und Orden ist nämlich die Bußpraxis weniger zurückgegangen bzw. erfährt sie teilweise sogar einen neuen Aufschwung bzw. eine Wiederbelebung.

 

Zweck


In jüngster Zeit sind erfreuliche Rückbesinnungen auf die Kraft der geistlichen Führung durch einen Beichtvater zu erkennen. In engster Auffassung der Sakramententheologie genügt die Beichte mit Lossprechung in solchen Fällen schwerer Sünde, in denen sich der Christ bewusst geworden ist und vollkommen bereut, die Gemeinschaft mit Christus verloren zu haben. Da dies jedoch dem Belieben des Einzelnen nur schlecht völlig freigestellt werden kann, schreibt die Kirche die mindestens jährliche Beichte vor, empfiehlt aber überschaubarere Zeiträume.

Damit wird nicht unterstellt, dass jeder Christ mindestens jährlich eine so schwere Sünde begangen haben "muss", die ihn im Todesfalle der Anschauung Gottes verlustig werden lässt. Der Sinn dieses Kirchengebots ist vielmehr darin zu erblicken, dass der Christ sich zumindest im Jahresabstand der Wiederherstellung der Taufgnade und damit einer augenblicklichen Heilsgewissheit erfreuen soll. Denn der Verlust der Gewissheit in der Treue zur Liebe Christi ist der gefährlichste Nährboden nicht nur für schwerste und schwere Sünden, sondern auch für andere Sündhaftigkeit und Laster, die den Ausblick auf die göttliche Herrlichkeit unglücklich versperren.

 


Das Beichtendürfen


Die Beichtväter sind gehalten, entgegen weitverbreitetem Vorurteil, den Pönitenten die Freude daran zu vermitteln, dass die Beichte ein Beichtendürfen ist, kein Beichtenmüssen. Der katholische Glaube lehrt nämlich, dass die sakramentale Lossprechung durch den in persona Christi handelnden Priester zu einer wirklichen Tilgung der Sündenschuld führt, also einer vollständigen Wiederherstellung der Taufgnade. Die Theologie der Reformation hat der Kirche diese Autorität Christi abgesprochen, konsequenterweise aber auch die Theologie der Taufe dahingehend verändert, dass die Sünde Adams letztlich noch nicht überwunden wurde.

An die Stelle der katholischen Heilsgewissheit tritt die subjektive Hoffnung. Die Institution des Beichtvaters hingegen verdeutlicht auf eine Art und Weise, deren Überzeugungskraft kaum zu überbieten ist (und seit jeher auch das Interesse der weniger Frommen provoziert), dass der gläubige Christ nicht allein mit "seinem Gott" ist, sondern dass die Gnade Christi in konkreten Zeichen des kirchlichen Gegenübers immer wieder tatsächlich zu den Menschen kommt.

Aus diesen Gründen wählen viele Getaufte den Weg des Vertrauens zu einem häufig konsultierten Beichtvater, um in der Nachfolge Christi zuverlässige Fortschritte der Liebe zu vollbringen, deren Wirksamkeit das bloße Innenleben des Einzelnen folglich (in verantwortungsbewusster Weise) auf die Gemeinschaft hin überschreitet. Diese Gemeinschaftsbeziehung des katholischen Erlösungsverständnisses konkretisiert sich auch in der Lehre vom Ablass.

 

Literatur


Alfons Maria von Liguori, Der Beichtvater:
Band: Christliche Morallehre,
Band: Behandlung des Beichtenden.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Beichtvater)

 

YouTube.com / CNA TV: The Sacrament of Reconciliation

Welche Gemeinde?

In Mt 18,17 lesen wir bei der Aufzählung der Reihenfolge, nach der bei Sündern in der Gemeinde vorzugehen ist: "Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde" (Einheitsübersetzung)

Das Problem, das sich hierbei heute stellt: Welche Gemeinde? Was, wenn bei einem Streit der eine Baptist ist und der andere Methodist? Welche Gemeinde fällt dann einen Beschluss?

Wird hier aber nicht vielmehr deutlich, dass nur von einer Gemeinde die Rede ist - und eigentlich im gesamten Neuen Testament immer nur von einer Kirche gesprochen wird?

Nicht nur eine spirituelle Verbindung von Christen mit kleinstem gemeinsamen Nenner, wo sich jede Konfession irgendwie dazu zählen kann, sondern eine sichtbare physische Einheit?

EINE Kirche?

Hier ist die Auswahl aber nicht sehr groß - es gibt nur eine Kirche, die seit Jesu Tod existiert...

Die Katholische Kirche!

 

kathpedia.com: Sakrament

Ein Sakrament ist ein von Christus für seine Kirche und für immer eingesetztes, mit den Sinnen erfahrbares, besonderes und wirksames Zeichen einer unsichtbaren Gnadenwirkung.

Das Sakrament ist kein bloßer Symbolismus. In ihm drückt sich durch Worte und Handlungen der Priester (oder sonstigen, legitimen Spender) Jesus Christus selber aus, der das bewirkt, was die Sakramente bezeichnen. In dem Gläubigen, der die Sakramente mit der erforderlichen inneren Haltung empfängt, bringen sie Frucht.

Der Katechismus der Katholischen Kirche schreibt dazu bei der Nummer 774: "Die sieben Sakramente sind die Zeichen und Werkzeuge, durch die der Heilige Geist die Gnade Christi, der das Haupt ist, der Kirche, die sein Leib ist, verbreitet." In diesem Sinne der Verwaltung der Sakramente wird auch die Kirche als ganze als Sakrament bezeichnet, in der Christus das Zeichen und Werkzeug der Einheit zwischen Gott und den Menschen ist.

Die Sakramente sind die heilswirksamen Zeichen des Neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen, da Gott sich den Menschen, in seiner unendlichen Liebe, immer wieder neu schenken will. Sie eint die Kirche immer wieder neu.

 
In der Theologie (Dogmatik) werden die Sakramente in der Sakramentenlehre behandelt. Die wichtigsten Sakramente sind die Taufe und deren Aktualisierung in der Eucharistie. Die anderen Sakramente sind diesen zugeordnet.

 

Wer handelt im Sakrament


Im Sakrament handelt Jesus Christus. Er schenkt uns Menschen durch die Sakramente seine Gnaden, also das göttliche Leben. Jedes Sakrament ist dabei von den anderen zu unterscheiden und hat eigene Besonderheiten, auch hinsichtlich des Spenders, der Form wie der Materie des Sakraments und der nötigen Intentionen (siehe: Gültigkeit).

 

Christi Gegenwart


Christus ist in den Sakramenten ganz gegenwärtig; in besonderer Weise in den eucharistischen Gaben. Er ist gegenwärtig in der Person des Ausspenders, denn Christus selbst bringt das Opfer durch den Dienst insbesondere des Priesters dar. Wie er sich am Kreuz dem Vater dargebracht hat, so teilt sich Christus der Kirche, seiner Braut, durch alle Zeiten mit. Spender der Firmung soll, Spender der Weihe kann nur der Bischof sein. Eheleute spenden einander das Sakrament gegenseitig.

Die Taufe kann notfalls jeder spenden, sogar in äußerster Not ein Ungetaufter, falls er nur, etwa auf Bitten des Taufbewerbers, tun will, was die Kirche tut.

 

Sieben Sakramente


 
Die 7 Sakramente sind: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte (Buße), Ehe, Weihe und Krankensalbung. Diese sprechen alle wichtigen Phasen eines Lebensweges an. Es sind sozusagen entsprechend den Stufen des natürlichen Lebens die Stufen des geistlichen Lebens.

"Die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte erkannt, dass es unter ihren liturgischen Feiern sieben Sakramente gibt." (KKK Nr. 1117)

Jedes Sakrament nimmt einen wichtigen Platz ein. Die Eucharistie ist dabei das "Sakrament aller Sakramente", wie der Heilige Thomas von Aquin schreibt, da sie das Erlösungsgeheimnis der Taufe, die Einheit in Christus, realpräsent aktualisiert.

 

Gruppierungen


- Die Sakramente der Initation (Einweisung) sind: Taufe, Firmung und Eucharistie (in der Osternacht in dieser Reihenfolge). Sie führen ins christliche Leben ein und bilden eine "Startzündung".
- Die Sakramente der Heilung sind: Beichte und Krankensalbung.
- Die Sakramente des Dienstes an der Gemeinschaft: Ehe und Weihe.
- Zum Heil notwendige Sakramente: Die Taufe ist regelmäßig heilsnotwendig, bzw. die Sakramente als solche. Wer erkannt hat, dass Christus der Erlöser ist, ist dazu gerufen, seiner Kirche beizutreten und ihr treu anzuhängen; vgl. Lumen gentium, Nr. 14. (Die Taufe von Kleinkindern ist jedoch aufzuschieben, wenn sicher vorherzusehen ist, dass keine christliche Initiation folgt. Mit Erreichen des Unterscheidungalters gilt normalerweise die Pflicht zur Erwachsenentaufe.)

Ursprung der Sakramente


Die Sakramente wurden von Jesus Christus eingesetzt; (vgl. Konzil von Trient, Dekret über die Sakramente, Kan. 1). Die Mysterien des Lebens Jesu sind die Grundlage für die Spendung der Sakramente durch die Amtsträger. Die Sakramentalität der Kirche Christi ist zugleich eine der wesentlichen Aussagen der Heiligen Schrift insgesamt.

Die gänzliche Enfaltung der Sakramente erhalten sie aus dem Herzen Jesu als ihrer Mitte: Dies beschreibt die Präfation des Heiligsten Herzens vortrefflich: "In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Allmächtiger Vater zu danken und Dich mit der gannzen Schöpfung zu loben durch unsern Herrn Jesus Christus. Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht weit offen für alle, damit sie freudig daraus schöpfen aus den Quellen des Heiles. Durch ihn rühmen Dich Deine Erlösten und singen mit den Chören der Engel das Lob Deiner Herrlichkeit. Heilig, Heilig, Heilig ...

 

Wirkung der Sakramente


KKK Nr. 1152: "Die Sakramente der Kirche schaffen den ganzen Reichtum der Zeichen und Symbole des Kosmos und des gesellschaftlichen Lebens nicht ab, sondern läutern und integrieren sie." Sie wollen den Menschen heilen und heiligen. Insofern bereiten die Sakramente uns vor auf das Leben im Himmel. "Die Frucht des sakramentalen Lebens besteht darin, dass der Geist der Gotteskindschaft den Gläubigen Anteil an der göttlichen Natur schenkt, indem er sie mit dem einzigen Sohn, dem Erlöser, lebendig vereint." (KKK Nr. 1128)

Die Sakramente wirken "ex opere operato" (aus sich heraus, bzw. Kraft der vollzogenen Handlung durch Christus). Während die Wirkweise aufgrund des Vollzugs feststeht, gibt es unter den theologischen Schulen eine Kontroverse über die genaue Wirkweise der Sakramente. Nahmen v.a. die Jesuitentheologen an, dass diese Wirkweise rein moralisch zu verstehen ist, vertritt die thomistische Schule eine physische Wirksamkeit der Sakramente. Die zweitere Ansicht dürfte dem Dogma von Trient gerechter werden. Die sakramentalen Wirkungen auf bestimmte Mindestdispositionen von Spender oder Empfänger einzuschränken, das hieße, zu engherzig von der Liebe Gottes zu denken. Die Auswirkung der Teilhabe am sakramentalen Leben der Kirche (auf den moralischen Erfolg im Leben der Christen) ist jedoch abhängig davon, ob der Glaube auch gute Werke hervorbringt, also vom Fortschritt des christlichen Bemühens.

 

Ziel der Sakramente


 
Der jüdische siebenarmige Leuchter, erhält durch Christus seine volle BedeutungDie Sakramente sind somit auf die Heiligung des Menschen, den Aufbau des Leibes Christi (Kirche) und auf die Gott geschuldete Verehrung hingeordnet. Sie wollen uns auch lehren in einem geistigen Sinne. Die Sakramente haben insbesondere das Ziel, das Leben der Kirche aus der Eucharistie zu beleben und zu ihr zu führen. In ihr kann der Christ täglich Ostern feiern.

 

Gültigkeit


Die Gültigkeit der Spendung eines Sakramentes ist an drei Bedingungen gebunden: Form, Materie und Intention.

Die Form ist zum Beispiel bei der Taufe die Taufformel. Wenn zur sakramentalen Handlung (=Materie) ein stoffliches Element (z.B. Wasser bei der Taufe) verwendet wird, nennt man dieses entfernte Materie, das Tun damit (bei der Taufe= Waschung mit Wasser) nähere Materie.

Zudem muss der Spender die Intention haben, das Sakrament zu spenden. Er muss die Absicht haben das zu tun was Gott getan haben will und weil die Kirche sich an den Willen Christus/Gottes halten will, muss er die Absicht haben das zu tun was die Kirche tut.

 

Unterschied zu Sakramentalien


Sakramentalien sind Zeichen, die nicht "ex opere operato" wirken, sondern kraft der Fürbitte der Kirche. Sie wollen eine gewisse Nachahmung der Sakramente in der alltäglichen Frömmigkeit begünstigen.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Sakrament)

 

Beichte - FAQ's

13 Fragen und 13 Antworten
von Kaplan Ulrich Filler
Siehe auch: http://www.beichten.info/

1. Ich kann doch selbst Gott um Verzeihung bitten. Warum brauche ich dazu einen Priester?


Natürlich kann man Gott im Gebet um die Verzeihung der Schuld bitten. Das soll man sogar häufig tun! Das aber ersetzt die Beichte nicht. Die Beichte ist ein Geschenk Jesu an uns. Warum wollen wir dieses Geschenk nicht annehmen? Wenn wir ehrlich sind, ist das doch oft nur eine faule Ausrede, um die unangenehme Beichte herumzukommen. Oder wann haben Sie das letzte Mal wirklich im Gebet die Sünden bereut? Ohne die Beichte wissen wir nicht mit Sicherheit, ob Gott uns auch die Schuld vergibt. Diese Sicherheit haben wir aber nach einer guten Beichte. Außerdem ist meine Schuld nicht nur eine Sache zwischen mir und Gott. Ich bin auch vor anderen Menschen schuldig geworden - auch vor der Gemeinschaft der Kirche, zu der ich gehöre. Durch die Beichte wird auch mein Verhältnis zur Gemeinschaft der Kirche wieder in Ordnung gebracht.

 

2. Ich weiß nicht, was ich beichten soll. Ich habe keine schlimmen Sachen gemacht!


"Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten." (1 Joh 1,8-2,1) Wem keine Sünde einfällt, der hat vielleicht nicht gut genug darüber nachgedacht! Nach einer vernünftigen Gewissenserforschung (z. B. im Gotteslob Nr. 62ff.) sieht die Sache schon ganz anders aus! Oder beten Sie jeden Tag? Können Sie ehrlichen Herzens sagen, dass Sie wirklich versuchen, Gott zu lieben und Christus zu folgen? Sind Sie nie lieblos, gemein, unehrlich, schadenfroh? Nie eine "kleine Lüge"? Sind Sie niemals zornig, ungeduldig, unmäßig? Sünden sind nicht nur Mord und Totschlag. Sünden sind bei uns viel öfter auch bestimmte Denkarten, Gewohnheiten oder Charakterschwächen, an denen wir arbeiten müssen.

 

3. Ich habe schon mal ganz schlechte Erfahrungen mit der Beichte gemacht!


Das ist schade. Aber es ist die absolute Ausnahme, dass sich ein Priester im Beichtstuhl wirklich einmal im Ton vergreift. Selbst schlechte Erfahrungen sollten uns aber nicht daran hindern, einen anderen Priester aufzusuchen und gute Erfahrungen zu machen! Geben wir Christus eine Chance!

 

4. Die anderen gehen auch alle nicht beichten!


Na und? Nur weil es die Mehrheit ist, handelt sie dadurch nicht automatisch richtig! Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Außerdem - seien Sie ehrlich - das Argument: "Alle anderen machen es aber so..." ist doch eine faule Ausrede für die eigene Feigheit oder Bequemlichkeit!

 

5. Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht!


Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ohne große Mühe kann man sich darüber informieren, wie die Beichte abläuft und wie man sich vorbereitet (z. B. im Gotteslob Nr. 58 - 66). Übrigens kann man auch jemanden fragen, der sich damit auskennt - z. B. den Kaplan oder den Pfarrer. Notfalls kann man auch zur Beichte gehen und sagen: "Ich möchte gerne beichten, aber ich weiß nicht genau wie das geht und was ich sagen soll." Nur Mut! Der Priester wird niemanden auslachen, sondern im Gegenteil Respekt vor Ihrem Mut haben!

 

6. Ich habe schon seit vielen Jahren nicht mehr gebeichtet!


Das ist doch erst recht ein Grund, wieder mit der Beichte anzufangen! Man freut sich doch auch darüber, wenn man nach vielen Jahren etwas von einem guten Freund hört, von dem man schon geglaubt hat, man hätte ihn verloren! Und dann will man nicht nur ein kleines Gespräch - man will die Freundschaft fortsetzen! Christus wartet sehnsüchtig auf uns in seinem Sakrament der Versöhnung! Übrigens sind wir verpflichtet, mindestens einmal im Jahr (und zwar möglichst in der österlichen Zeit) zu beichten. Das gleiche Gebot verpflichtet uns auch, mindestens einmal im Jahr das Sakrament der Eucharistie zu empfangen (d.h. zur Kommunion zu gehen). Ist es nicht merkwürdig, dass heute alle in jeder Messe die hl. Kommunion empfangen, oftmals ohne sich zu fragen: Bin ich eigentlich für diese intensive Christusbegegnung vorbereitet? Wer regelmäßig zur Kommunion geht, sollte auch regelmäßig beichten!

 

7. Die Beichte nutzt nichts. Ich habe schon oft gebeichtet, aber ich habe mich gar nicht gebessert.


Wenn man glaubt, nach einer Beichte mit Heiligenschein durch die Gegend zu wandeln, hat man sich getäuscht! Es braucht viele, viele kleine Schritte auf dem Weg zu Gott hin. Aber jede Beichte - so nutzlos sie uns auch erscheinen - mag, so wenig wir uns doch zu ändern scheinen - ist ein wunderbares Geschenk. Man weiß ja nicht, was man ohne diese kleinen Schritte für ein Mensch wäre! Und hier gilt: Verlieren Sie niemals den Mut! Und wenn Sie immer und immer wieder denselben Fehler, dieselbe Sünde beichten müssen - tun Sie es ruhig. Wenn nötig, jede Woche. Immer wieder. Christus freut sich immer, wenn wir kommen.

"Wir werden nicht auf einmal, durch eine einzige Beichte zu Heiligen. Wir müssen mit uns selbst Geduld haben, wie auch Gott Geduld hat. Aber jede gute Beichte ist ein Schritt nach vorn auf dem Weg zu Gott. Vergessen wir niemals: Was im Gericht der Barmherzigkeit gerichtet wird, kommt nicht mehr vor das Endgericht." (Rudolf Graber)

 

8. Ich kenne den Pfarrer/Kaplan ganz gut und sie kennen mich auch persönlich. Zu denen möchte ich nicht gehen.


Muss man ja auch nicht. In anderen Pfarrgemeinden, in großen Kirchen oder an Wallfahrtsorten (z. B. Altötting) kann man völlig anonym beichten. Übrigens zeigt die Erfahrung, dass durch die Beichte persönliche Beziehungen keine Belastung erfahren. Auf jeden Fall hat es viele Vorteile, wenn man einen festen Beichtvater hat, der uns regelmäßig auf unserem Weg begleitet.

 

9. Es ist mir peinlich, beichten zu gehen.


Wem nicht? Na klar - es ist niemals angenehm, seine Sünden zu bekennen, sein Herz ganz zu öffnen. Wir sehen dann nämlich gar nicht mehr so toll und strahlend aus, wie wir uns selbst gerne sehen und wie wir uns wünschen, dass die anderen uns sehen. Wer den Mut hat, seine Sünden zu bekennen, zeigt, dass er es ernst meint mit der Umkehr. Und jeder Priester hat Hochachtung vor jedem, der zur Beichte kommt, ganz egal, welche Sünden er bekennt.

 

10. Ich habe so schlimme Sünden begangen, die kann ich gar nicht beichten.


Wer sich selbst für den schlimmsten Sünder auf Erden hält, ist ganz schön hochmütig eingestellt, oder? Wenn wir beichten gehen, dann sind wir (meistens) weder die schlimmsten Sünder noch die besten Menschen. Wir sind meistens nur ganz gewöhnliche, mittelmäßige Sünder. Das ist nicht schlimm, solange wir versuchen, keine mittelmäßigen Christen zu sein. Ein alter Pfarrer sagte vor vielen Jahren, er würde demjenigen 50,-- € schenken, der ihm eine Sünde beichtet, die er noch nie gehört hat. Er hat das Geld noch heute...

Von einem Heiligen stammt der Satz: Es ist nicht so schlimm, dass der Mensch sündigt, denn der Mensch ist schwach und die Versuchung ist groß. Schlimm ist, dass der Mensch jederzeit die Möglichkeit der Umkehr hat und sie nicht nutzt!

 

11. Ich gehe nicht gerne in den dunklen Beichtstuhl.


Kein Problem. Fragen Sie den Priester nach der Möglichkeit des Beichtgesprächs.

 

12. Was ist eigentlich ein Beichtgespräch?


Wie der Name schon sagt, ist es eine Beichte in der Form eines Gesprächs mit dem Priester. Man hat die Möglichkeit, ausführlicher über das eigene Leben und die eigene Schuld zu sprechen. Ein Beichtgespräch empfiehlt sich, wenn man längere Zeit nicht gebeichtet hat; sich unsicher ist, wie man richtig beichtet; eine Lebensbeichte (s.u.) ablegen möchte oder nicht gerne in den Beichtstuhl geht

 

13. Was ist eigentlich eine Lebensbeichte?


Als Lebensbeichte bezeichnet man eine Beichte (Beichtgespräch), die man vor entscheidenden Situationen im Leben ablegt (z. B. vor der Firmung, vor der Hochzeit, vor einer langen Reise, vor einer Operation usw.). Man möchte sein ganzes bisheriges Leben noch einmal vor Christus hintragen, sich von Ihm umarmen lassen und seine Liebe, seine Gnade und seine Vergebung erfahren.

(Quelle: http://www.kapuziner-bayern.de/Beichte/Fragen.php)

 

New-Fangled Ideas

An elderly priest was speaking to a younger priest. "You had a good idea to replace the first four pews with plush bucket theatre seats. It worked like a charm! The front of the church always fills first now."

As the young priest nodded, the old priest continued, “You also told me to assign a little more beat to the music because it would bring young people back to church. So, I supported you when you bought in that rock ‘n’ roll Gospel choir. Now, our services are consistently packed.“

"Thank you, Father," answered the young priest. "I am pleased that you are open to the new ideas of youth."

"All of these ideas have been well and good," said the elderly priest. "But, I'm afraid you've gone too far with the drive-thru confessional."

"But Father," protested the young priest. "My confessions and donations have nearly doubled since I began that!"

"Yes," replied, the elderly priest. "I appreciate that, but the flashing neon sign, ‘Toot 'n’ Tell or Go to Hell’ cannot stay on the church roof!"

(author unknown)

Reconciliation

Roman Catholic Christians believe, as do some other Christians, that Jesus gave to the Apostles and their successors the power to forgive sins, reconciling sinners to God for sins committed after Baptism.

On numerous occasions, Jesus exercised the power to forgive sin.

Mk 2:5
When Jesus saw their faith, he said to the paralytic, "Child, your sins are forgiven."
Lk 7:47
So I tell you, her many sins have been forgiven; hence, she has shown great love. But the one to whom little is forgiven, loves little.

Jesus scandalized some Jews of his own time by claiming to have the authority to forgive sins.

Mk 2:7
Why does this man speak that way? He is blaspheming. Who but God alone can forgive sins?

Jesus clearly stated that he had the authority to forgive sins.

Mk 2:10-12
"But that you may know that the Son of Man has authority to forgive sins on earth"-- he said to the paralytic, "I say to you, rise, pick up your mat, and go home." He rose, picked up his mat at once, and went away in the sight of everyone.

Jesus gave the same authority to Peter.

Mt 16:19
I will give you the keys to the kingdom of heaven. Whatever you bind on earth shall be bound in heaven; and whatever you loose on earth shall be loosed in heaven.

Jesus later gave the same authority to all the Apostles.

Mt 18:18
Amen, I say to you, whatever you bind on earth shall be bound in heaven, and whatever you loose on earth shall be loosed in heaven.

The Apostle John, an eyewitness, recorded more directly the words of Jesus giving the power to forgive sins to all the Apostles after the testimony of the Resurrection.

Jn 20:23
Whose sins you forgive are forgiven them, and whose sins you retain are retained.

Many Christians ask why confession of sin is required for forgiveness. The Church responds that the need for personal confession of sin is required in order for forgiveness because that is the only way a confessor can judge whether to forgive or retain sins. A judgment cannot be made unless the sin in question is known and the disposition of the penitent is also known.

The New Testament speaks of confession of sin.

Ja 5:16
Therefore, confess your sins to one another and pray for one another, that you may be healed.
1 Jn 1:9
If we acknowledge (confess) our sins, he is faithful and just and will forgive our sins and cleanse us from every wrongdoing.

Other New Testament scriptures bear witness that the Apostolic Church acknowledged the use of the power to forgive sins.

Acts 2:38
Peter (said) to them, "Repent and be baptized, every one of you, in the name of Jesus Christ for the forgiveness of your sins; and you will receive the gift of the holy Spirit."
1 Jn 1:9
If we acknowledge our sins, he is faithful and just and will forgive our sins and cleanse us from every wrongdoing.
1 Jn 2:12
I am writing to you, children, because your sins have been forgiven for his name's sake.

The constant teaching of the Church and the Fathers of the Church in explicit words testify to the existence and use of the power to forgive sins in the Church.

The Didache, (70-110), Ch.4:13
You shall confess your offenses in church, and shall not come forward to your prayer with a bold conscience. This is the way of life.
Tertullian (Rome, 160-220), On Modesty, Ch 21, ML 2, 1024
"But," you say, "the church has the power of forgiving sins." This I acknowledge and adjudge more [than you; I] who have the Paraclete Himself in the persons of the new prophets, saying, "The church has the power to forgive sins"
Ambrose (Tier, 340-397), On the Holy Spirit, Bk. 3, Ch 18, ML 16, 808
See that sins are forgiven through the Holy Spirit. But men make use of their ministry for the forgiveness of sins, they do not exercise the right of any power of their own. For they forgive sins not in their own name but in that of the Father and of the Son and of the Holy Spirit. They ask, the Godhead gives, the service is of man, the gift is of the Power on high.
Jerome (Stridon, 345-419), Letters, No. 14, ML 22, 352
Far be it to censure the successors of the apostles, who with holy words consecrate the body of Christ, and who make us Christians. Having the keys of the kingdom of heaven, they judge men to some extent before the day of judgment, and guard the chastity of the Bride of Christ.

The ecumenical councils of the Church, the official Magisterium, also attest to the truth of this sacrament.

The Council of Constance (1414 - 1418)
A Christian has the obligation, over and above heartfelt contrition, of confessing to a priest.
The Council of Florence (1438-1445)
The fourth sacrament is penance.
The Council of Trent (1545 - 1563)
But our Lord instituted the sacrament of penance notably on the occasion when after his resurrection, he breathed upon his disciples saying: "Receive the Holy Spirit; whose sins you shall forgive, they are forgiven them; and whose sins you shall retain, they are retained" (John 20:22). The universal agreement of the Father has always understood that by such a striking action and by clear words the power of remitting and of retaining sins, and of reconciling the faithful who have fallen after baptism was communicated to the apostles and to their legitimate successors; ... Therefore this holy council accepts and approves the true meaning of these words of our Lord and condemns the false interpretation of ... those words.

A Biblical Portrait of Sin

To fully understand what God accomplishes in us when He forgives sin, it is important to look to the Bible for the meaning of sin.

Sin in man is, first, an aversion or turning away from God.

Job 34:27
Because they (humankind) turned away from him (God) and heeded none of his ways ...
Is 1:2-4
Hear, O heavens, and listen, O earth, for the Lord speaks: Sons have I raised and reared, but they have disowned me! An ox knows its owner, and an ass, its master's manger; But Israel does not know, my people has not understood. Ah! sinful nation, people laden with wickedness, evil race, corrupt children! They have forsaken the Lord, spurned the Holy One of Israel, apostatized.
Dan 9:9-10
But yours, O Lord, our God, are compassion and forgiveness! Yet we rebelled against you and paid no heed to your command, O Lord, our God, to live by the law you gave us through your servants the prophets.
Rom 1:19-24
For what can be known about God is evident to them, because God made it evident to them. Ever since the creation of the world, his invisible attributes of eternal power and divinity have been able to be understood and perceived in what he has made. As a result, they have no excuse; for although they knew God they did not accord him glory as God or give him thanks. Instead, they became vain in their reasoning, and their senseless minds were darkened. While claiming to be wise, they became fools and exchanged the glory of the immortal God for the likeness of an image of mortal man or of birds or of four-legged animals or of snakes. Therefore, God handed them over ...
Phil 3:18-19
For many, as I have often told you and now tell you even in tears, conduct themselves as enemies of the cross of Christ. Their end is destruction. Their God is their stomach; their glory is in their "shame." Their minds are occupied with earthly things.
Mt 6:24
"No one can serve two masters. He will either hate one and love the other, or be devoted to one and despise the other. You cannot serve God and mammon."
Jn 12:43
For they (the Pharisees) preferred human praise to the glory of God.
Ja 4:4
Adulterers! Do you not know that to be a lover of the world means enmity with God? Therefore, whoever wants to be a lover of the world makes himself an enemy of God.

The sin of man is also a conversion or turning to created things.

Rom 1:19-24
For what can be known about God is evident to them, because God made it evident to them. Ever since the creation of the world, his invisible attributes of eternal power and divinity have been able to be understood and perceived in what he has made. As a result, they have no excuse; for although they knew God they did not accord him glory as God or give him thanks. Instead, they became vain in their reasoning, and their senseless minds were darkened. While claiming to be wise, they became fools and exchanged the glory of the immortal God for the likeness of an image of mortal man or of birds or of four-legged animals or of snakes. Therefore, God handed them over ...
Phil 3:18-19
For many, as I have often told you and now tell you even in tears, conduct themselves as enemies of the cross of Christ. Their end is destruction. Their God is their stomach; their glory is in their "shame." Their minds are occupied with earthly things.
Jn 12:43
For they (the Pharisees) preferred human praise to the glory of God.
Ja 4:4
Adulterers! Do you not know that to be a lover of the world means enmity with God? Therefore, whoever wants to be a lover of the world makes himself an enemy of God.
Is 22: 12-13
On that day the Lord, the GOD of hosts, called on you To weep and mourn, to shave your head and put on sackcloth. But look! you feast and celebrate, you slaughter oxen and butcher sheep, You eat meat and drink wine: "Eat and drink, for tomorrow we die!"
Rev 18:7
To the measure of her boasting and wantonness repay her (Babylon) in torment and grief ...

Aversion from God leads to eternal death.

Rom 6:23
For the wages of sin is death ...
Col 2:13
And even when you were dead (in) transgressions and the uncircumcision of your flesh ...
Rom 7:13
Sin, in order that it might be shown to be sin, worked death in me through the good

Turning to created things leads to punishment from God.

Num 14:20-23
The Lord answered (Moses): "I pardon them as you have asked. Yet, by my life and the Lord's glory that fills the whole earth, of all the men who have seen my glory and the signs I worked in Egypt and in the desert, and who nevertheless have put me to the test ten times already and have failed to heed my voice, not one shall see the land which I promised on oath to their fathers. None of these who have spurned me shall see it."
2 Sam 12:13-14
Then David said to Nathan, "I have sinned against the Lord." Nathan answered David: "The Lord on his part has forgiven your sin: you shall not die. But since you have utterly spurned the Lord by this deed, the child born to you must surely die."
1 Cor 11:29-32
For anyone who eats and drinks without discerning the body, eats and drinks judgment on himself. That is why many among you are ill and infirm, and a considerable number are dying. If we discerned ourselves, we would not be under judgment; but since we are judged by (the) Lord, we are being disciplined so that we may not be condemned along with the world.
Rev 18:7
To the measure of her boasting and wantonness repay her (Babylon) in torment and grief ...

The saving power of the blood of Christ saves us from eternal death and washes us free of the guilt of sin.

Eph 1:7
In him we have redemption by his blood, the forgiveness of transgressions, in accord with the riches of his grace
Eph 2:5
Even when we were dead in our transgressions, (God) brought us to life with Christ (by grace you have been saved),
Eph 2:13
But now in Christ Jesus you who once were far off have become near by the blood of Christ.
Rom 5:9
How much more then, since we are now justified by his blood, will we be saved through him.
Col 1:14
... in whom (Jesus) we have redemption, the forgiveness of sins.
Heb 9:13-14
For if the blood of goats and bulls and the sprinkling of a heifer's ashes can sanctify those who are defiled so that their flesh is cleansed, how much more will the blood of Christ, who through the eternal spirit offered himself unblemished to God, cleanse our consciences from dead works to worship the living God.
Heb 13:12
Therefore, Jesus also suffered outside the gate, to consecrate the people by his own blood.
1 Pet 1:18-20
... realizing that you were ransomed from your futile conduct, handed on by your ancestors, not with perishable things like silver or gold but with the precious blood of Christ as of a spotless unblemished lamb.
1 Jn 1:7
But if we walk in the light as he is in the light, then we have fellowship with one another, and the blood of his Son Jesus cleanses us from all sin.
Rev 1:5
To him who loves us and has freed us from our sins by his blood ...

The Word of God provides a way for man to do reparation--to remove the temporal punishment due for sin--for the personal or social values lessened or destroyed when man turned to created things in sin.

Dan 4:24
Therefore, O king, take my advice; atone for your sins by good deeds, and for your misdeeds by kindness to the poor.
Joel 1:14
Proclaim a fast, call an assembly; Gather the elders, all who dwell in the land, Into the house of the Lord, your God, and cry to the Lord!
1 Kgs 21:26-29
He (Ahab) became completely abominable by following idols, just as the Amorites had done, whom the Lord drove out before the Israelites. When Ahab heard these words, he tore his garments and put on sackcloth over his bare flesh. He fasted, slept in the sackcloth, and went about subdued. Then the Lord said to Elijah the Tishbite, "Have you seen that Ahab has humbled himself before me? Since he has humbled himself before me, I will not bring the evil in his time. I will bring the evil upon his house during the reign of his son."
Jonah 3:6-10
When the news reached the king of Nineveh, he rose from his throne, laid aside his robe, covered himself with sackcloth, and sat in the ashes. Then he had this proclaimed throughout Nineveh, by decree of the king and his nobles: "Neither man nor beast, neither cattle nor sheep, shall taste anything; they shall not eat, nor shall they drink water. Man and beast shall be covered with sackcloth and call loudly to God; every man shall turn from his evil way and from the violence he has in hand. Who knows, God may relent and forgive, and withhold his blazing wrath, so that we shall not perish." When God saw by their actions how they turned from their evil way, he repented of the evil that he had threatened to do to them; he did not carry it out.
Prov 16:6
By kindness and piety guilt is expiated, and by the fear of the Lord man avoids evil.
Mt 6:16-18
When you fast, do not look gloomy like the hypocrites. They neglect their appearance, so that they may appear to others to be fasting. Amen, I say to you, they have received their reward. But when you fast, anoint your head and wash your face, so that you may not appear to be fasting, except to your Father who is hidden. And your Father who sees what is hidden will repay you.
Mk 9:28-29
When he entered the house, his disciples asked him in private, "Why could we not drive it (deaf/mute spirit) out?" He said to them, "This kind can only come out through prayer."
Act 10:4
Your prayers and almsgiving have ascended as a memorial offering before God.
1 Pet 4:8
Above all, let your love for one another be intense, because love covers a multitude of sins.

The constant faith, paradosis, of the Church attests to the two-fold effects of sin, aversion from God and conversion to created things, the two-fold punishments due to sin, eternal and temporal, and the satisfaction of one by the blood of Christ and the other by reparation.

    • Tertullian (Rome, 160 -220 AD),
    • Athanasius (Alexandria, Egypt, 293 - 373 AD),
    • Ambrose (Tier, Germany, 340 - 397 AD),
    • Jerome (Stridon, Slovenia, 345 - 419 AD),
    • etc.

The 1994 Catechism of the Catholic Church describes the double aspect of sin as follows:

Catechism Section 1472
To understand this doctrine and practice of the Church, it is necessary to understand that sin has a double consequence. Grave sin deprives us of communion with God and therefore makes us incapable of eternal life, the privation of which is called the "eternal punishment" of sin. On the other hand every sin, even venial, entails an unhealthy attachment to creatures, which must be purified either here on earth, or after death in the state called Purgatory. This purification frees one from what is called the "temporal punishment" of sin. These two punishments must not be conceived of as a kind of vengeance inflicted by God from without, but as following from the very nature of sin. A conversion which proceeds from a fervent charity can attain the complete purification of the sinner in such a way that no punishment would remain.

By way of summary, the following is a chart of the revelation of sin and its consequences.

SIN
aversion from God
conversion to created things
(Job 34:27)
(Is 22:12)
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OFFENDS GOD
PERSONAL/SOCIAL VALUES LESSENED/DESTROYED
CULPA
POENA
(Rom 1:19)
(Rev 18:7)
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eternal punishment due
temporal punishment due
(Phil 3:18)
(2 Sam 12:13; Jonah 3:5)
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DEATH
REPARATION
(Rom 6:23)
(Acts 10:4; Dan 4:24)
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OR
OR
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Friendship restored at Calvary
Punishment from God
(Eph 1:7)
(1 Cor 11:27)
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GRACE
POWER OF THE KEYS
(Eph 2:5; 2 Tim 1:9)
(Mt 16:19; Mt 18:18)
Before death: Indulgences (Mt 16:19)
After death: Purgatory (1 Cor 3:11)

The Existence of Sin

It is frequently said that what the Catholic Church taught about sin was not always biblical. Catholic Christianity has always used the Bible as its source for what is sinful.

It is important to state that all sin offends God. With even the slightest sin in our eyes, we alienate God and are unholy in his sight.

Mt 6:24
No one can serve two masters. He will either hate one and love the other, or be devoted to one and despise the other. You cannot serve God and mammon.
Ja 4:4-10
Adulterers! Do you not know that to be a lover of the world means enmity with God? Therefore, whoever wants to be a lover of the world makes himself an enemy of God. Or do you suppose that the scripture speaks without meaning when it says, "The spirit that he has made to dwell in us tends toward jealousy"? But he bestows a greater grace; therefore, it says: "God resists the proud, but gives grace to the humble." So submit yourselves to God. Resist the devil, and he will flee from you. Draw near to God, and he will draw near to you. Cleanse your hands, you sinners, and purify your hearts, you of two minds. Begin to lament, to mourn, to weep. Let your laughter be turned into mourning and your joy into dejection. Humble yourselves before the Lord and he will exalt you.

It has been objected that the long standing teaching of the Church of a distinction between "mortal" and "venial" sin was an artificial distinction. But is was the Apostle John, Evangelist and author of three epistles as well as the Book of Revelation, from whom the church took that distinction among sins.

1 Jn 5:16-17
If anyone sees his brother sinning, if the sin is not deadly (venial), he should pray to God and he will give him life. This is only for those whose sin is not deadly. There is such a thing as deadly sin (mortal), about which I do not say that you should pray. All wrongdoing is sin, but there is sin that is not deadly.

The Church is also criticized for teaching sin by lists. But again it is from the Bible itself that the Church takes the lead in teaching the word of God about those behaviors which are sin.

Mk 7:20-23
(Jesus said) "But what comes out of a person, that is what defiles. From within people, from their hearts, come evil thoughts, unchastity, theft, murder, adultery, greed, malice, deceit, licentiousness, envy, blasphemy, arrogance, folly. All these evils come from within and they defile."
Gal 5:19-21
Now the works of the flesh are obvious: immorality, impurity, licentiousness, idolatry, sorcery, hatreds, rivalry, jealousy, outbursts of fury, acts of selfishness, dissensions, factions, occasions of envy, drinking bouts, orgies, and the like. I warn you, as I warned you before, that those who do such things will not inherit the kingdom of God.
Eph 4:25-31
... putting away falsehood ... Be angry but do not sin ... The thief must no longer steal ... No foul language should come out of your mouths ... All bitterness, fury, anger, shouting, and reviling must be removed from you, along with all malice.
Eph 5:3-7
Immorality or any impurity or greed must not even be mentioned among you, as is fitting among holy ones, no obscenity or silly or suggestive talk, which is out of place, but instead, thanksgiving. Be sure of this, that no immoral or impure or greedy person, that is, an idolater, has any inheritance in the kingdom of Christ and of God. Let no one deceive you with empty arguments, for because of these things the wrath of God is coming upon the disobedient. So do not be associated with them.
Eph 5:18
And do not get drunk on wine, in which lies debauchery
Mt 5:28
But I say to you, everyone who looks at a woman with lust has already committed adultery with her in his heart.
Mt 5:32
But I say to you, whoever divorces his wife (unless the marriage is unlawful) causes her to commit adultery, and whoever marries a divorced woman commits adultery.
Mt 5:34
But I say to you, do not swear at all
Rev 21:8
But as for cowards, the unfaithful, the depraved, murderers, the unchaste, sorcerers, idol-worshipers, and deceivers of every sort, their lot is in the burning pool of fire and sulfur, which is the second death.
1 Cor 6:9-10
Do you not know that the unjust will not inherit the kingdom of God? Do not be deceived; neither fornicators nor idolaters nor adulterers nor boy prostitutes nor practicing homosexuals nor thieves nor the greedy nor drunkards nor slanderers nor robbers will inherit the kingdom of God.

Indulgences

By definition, an indulgence is the remission in whole or in part of the temporal punishment due to personal sin, provided that the sin has already been forgiven. The power invested in the Church and her bishops and priests to grant indulgences is found in several scriptures.

To Peter alone Jesus granted the first power to bind and loose anything.

Mt 16:19
I will give you the keys to the kingdom of heaven. Whatever you bind on earth shall be bound in heaven; and whatever you loose on earth shall be loosed in heaven.

To all the disciples Jesus later granted the same power to bind and loose.

Mt 18:18
Amen, I say to you, whatever you bind on earth shall be bound in heaven, and whatever you loose on earth shall be loosed in heaven.

To all the disciples Jesus gave the power to forgive sins.

Jn 20:21-23
(Jesus) said to them again, "Peace be with you. As the Father has sent me, so I send you." And when he had said this, he breathed on them and said to them, "Receive the holy Spirit. Whose sins you forgive are forgiven them, and whose sins you retain are retained."

As can be seen from the nature of personal sin, as man turns from God and towards created things, man incurs both guilt and punishment. Through the blood of Jesus, all guilt of sin-turning from God--is remitted through confession of sin. Punishment, limited temporal punishment due to sin-preferring created things to God--still remains.

Num 14:20-23
The Lord answered (Moses): "I pardon them as you have asked. Yet, by my life and the Lord's glory that fills the whole earth, of all the men who have seen my glory and the signs I worked in Egypt and in the desert, and who nevertheless have put me to the test ten times already and have failed to heed my voice, not one shall see the land which I promised on oath to their fathers. None of these who have spurned me shall see it."
2 Sam 12:13-14
Then David said to Nathan, "I have sinned against the Lord." Nathan answered David: "The Lord on his part has forgiven your sin: you shall not die. But since you have utterly spurned the Lord by this deed, the child born to you must surely die."
1 Cor 11:29-32
For anyone who eats and drinks without discerning the body, eats and drinks judgment on himself. That is why many among you are ill and infirm, and a considerable number are dying. If we discerned ourselves, we would not be under judgment; but since we are judged by (the) Lord, we are being disciplined so that we may not be condemned along with the world.

The three classic actions leading to indulgences are prayer, good deeds and almsgiving.

Prov 16:6
By kindness and piety guilt is expiated, and by the fear of the Lord man avoids evil.
Dan 4:24
Therefore, O king, take my advice; atone for your sins by good deeds, and for your misdeeds by kindness to the poor; then your prosperity will be long.
Luke 19:8-9
But Zacchaeus stood there and said to the Lord, "Behold, half of my possessions, Lord, I shall give to the poor, and if I have extorted anything from anyone I shall repay it four times over." And Jesus said to him, "Today salvation has come to this house because this man too is a descendant of Abraham."
Act 10:4
Your prayers and almsgiving have ascended as a memorial offering before God.

The teaching Magisterium of the church in ecumenical council also affirms indulgences.

Council of Trent (1545-1563), Decree on Indulgences, Sess. 25
Christ gave the power of granting indulgences to the Church, and since the Church has, even in ancient times, made use of this divinely given power (Mt. 16:19; 18:18), the holy council teaches and commands that the usage of indulgences--a usage most beneficial to Christians and approved by the authority of the holy councils--should be kept up in the Church; and it anathematizes those who say that indulgences are useless, or that the Church does not have the power of granting them.
Vatican Council II (1962-1965), Constitution of the Revision of Indulgences, No. 1
The doctrine of indulgences and their practice have been in force for many centuries in the Catholic Church. They would appear to be solidly founded on Divine Revelation, handed down "from the apostles."

From the 1994 Catechism of the Catholic Church

Catechism of the Catholic Church, Section 1471
An indulgence is a remission before God of the temporal punishment due to sins whose guilt has already been forgiven, which the faithful Christian who is duly disposed gains under certain prescribed conditions through the action of the Church which, as the minister of redemption, dispenses and applies with authority the treasury of the satisfactions of Christ and the saints.
Catechism of the Catholic Church, Section 1473
The forgiveness of sin and restoration of communion with God entail the remission of the eternal punishment of sin, but temporal punishment of sin remains. While patiently bearing sufferings and trials of all kinds and, when the day comes, serenely facing death, the Christian must strive to accept this temporal punishment of sin as a grace. He should strive by works of mercy and charity, as well as by prayer and the various practices of penance, to put off completely the "old man" and to put on the "new man."
Catechism of the Catholic Church, Sections 1478-1479
An indulgence is obtained through the Church who, by virtue of the power of binding and loosing granted her by Christ Jesus, intervenes in favor of individual Christians and opens for them the treasury of the merits of Christ and the saints to obtain from the Father of mercies the remission of the temporal punishments due for their sins. Thus the Church does not want simply to come to the aid of these Christians, but also to spur them to works of devotion, penance, and charity. Since the faithful departed now being purified are also members of the same communion of saints, one way we can help them is to obtain indulgences for them, so that the temporal punishments due for their sins may be remitted.



(Quelle: http://romanticcatholic.com/apologetics.html - used with permission)

 

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