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kathpedia.com zum Thema "Offenbarung"

Offenbarung nennt man die Mitteilung religiöser Wahrheiten durch Gottes Wort an die Menschen in der Geschichte.

 

Dei Verbum


Man unterscheidet

die natürliche Offenbarung durch die ganze Schöpfung und durch die Stimme des Gewissens, die Zeugnis geben von dem ewigen, allmächtigen, weisen Schöpfer und höchsten Herrn und Gebieter, und
die übernatürliche 0ffenbarung, d. h. eine übernatürliche Mitteilung von religiösen Erkenntnissen durch den sich als Offenbarer bezeugenden Gott.
Letztere kann unmittelbar durch Gott oder durch Engel oder Propheten usw. geschehen, die dann nur Werkzeuge des sich durch sie offenbarenden Gottes sind.

Je nachdem der Inhalt einer Offenbarung für die ganze Menschheit oder nur für gewisse Personen bestimmt ist, spricht man von einer öffentlichen oder privaten Offenbarung.

 

Zum Ganzen: Konzilskonstitution Dei Verbum (1965); sehr lesenswert!

 

Öffentliche Offenbarung


Die öffentliche Offenbarung hat in Christus ihren Höhepunkt erreicht und ist mit dem Tode des letzten Apostels abgeschlossen. Ihr Inhalt wurde von Christus der Kirche zu treuen Händen übergeben (Glaubenshinterlage oder Depositum fidei), und zwar ist er enthalten in der Heiligen Schrift und in der mündlichen Überlieferung. Dabei ist die Frage nicht entschieden, ob es geoffenbarte Wahrheiten gibt, die nicht einmal Einschlussweise in der Heiligen Schrift enthalten sind. Die Tatsache der Offenbarung ist gesichert durch entsprechende Kriterien, und zwar nicht so sehr durch die inneren Kriterien (Schönheit und Erhabenheit der Lehre), sondern vor allem durch die äußeren Kriterien der Wunder und Weissagungen, auf die Christus selbst sich als Kriterien seiner göttlichen Sendung berufen hat. Das gilt in erster Linie von seiner Auferstehung. Das unfehlbare Lehramt der Kirche, die das Fundament der Wahrheit ist (vgl. 1 Tim 3,15), gibt den Gläubigen von heute die sichere Bürgschaft, dass der Inhalt der Offenbarung, oft einfach Offenbarung genannt, unverfälscht auf uns gekommen ist.


 

Quellen der Offenbarung


Das Fundament und die Basis des Glaubens ist die Offenbarung Gottes in seinem Wort und den Sakramenten. Der Offenbarungsinhalt ist nichts anderes als Gottes Wort. Wenn von Offenbarung Gottes die Rede ist, muß stets von Unüberbietbarem und daher von der Selbstmitteilung Gottes die Rede sein. (Selbstmitteilung bedeutet allerdings nicht, dass sich Gott im mitgeteilten Wort erschöpft!) Dem, der glaubt, wird offenbar, dass er in der Gemeinschaft mit Gott lebt. Dies erfährt der Gläubige im Hören auf das Wort Gottes und in der Feier der Sakramente.

Die Offenbarung ist der Weg, der unsere Erkenntnis in Erkenntnisbereiche führt, die dem menschlichen Wissen an und für sich verschlossen sind, weil unsere Gemeinschaft mit Gott mit der Vernunft nicht an der Welt ablesbar ist. Jedoch erlaubt bereits das natürliche Licht der Vernunft, mit Gewissheit auf die Existenz Gottes als des Schöpfers der Welt zu schließen. Diese natürliche Gewissheit vermittelt jedoch nur eine erste Ahnung von den Eigenschaften Gottes.

Ihre überragende Sicherheit empfängt die Offenbarung von Ihrem Schöpfer, von Gott als dem Urquell aller Wahrheit, der nicht täuscht und sich nicht täuschen kann. Da es, wenn Gott sich selbst uns Menschen mitteilt, um Unüberbietbares geht, auf das man sich im Leben und im Sterben verlassen kann, ist somit eine Täuschung auch nicht möglich.

Hierher rührt die einzigartige Würde der Offenbarung und ihrer Erkenntnis, die alle Erfahrungswerte unserer eigenen natürlichen Erfahrung, und alle unmittelbare Evidenz des natürlichen Erkenntnisbereiches, bei weitem übersteigt.

Nur was Gott selbst verbürgt, kann auf Glaubensgewissheit (als einer Gewissheit, die alle Gewissheiten übersteigt) Anspruch erheben. Alle Glaubensaussagen müssen daher die Selbstmitteilung Gottes implizieren. Alles andere ist als Wort Gottes nicht verständlich. Nur Gott gegenüber darf der Gehorsam des Glaubens im eigentlichen Sinne geleistet werden: Der menschliche Glaube und seine Sicherheit sind nur Abglanz, Schatten jenes Lichtes, das die göttliche Autorität und der ihr geschuldete Gehorsam ausstrahlen.

So bedeutet die übernatürliche Heilsordnung eine neue Seins- und Lebensordnung für den Menschen – eingegliedert in den Lebensstrom, der vom innergöttlichen, innertrinitarischen Erkenntnis- und Liebesleben ausgeht und in jenem goldenen Zirkel zu diesem zurückkehrt: Jener Weg, der den Menschen aufnimmt, um an diesem Erkenntnis- und Liebesstrom teilzuhaben, ist Christus selbst: qui est via nobis tendendi in Deum (Thomas von Aquin).

Sofern die Kirche die Heilige Schrift mit der Tradition als Offenbarungsquellen bezeichnet (vgl. Dei Verbum), setzen diese Quellen (im Sinne von uns zugänglichen, zuverlässigen Zeugnissen), doch die eigentliche Quelle voraus, Gott selbst.

Siehe auch: Johannes-Apokalypse (Offenbarung des Apostels Johannes)

 

Literatur


Über neuere Privatoffenbarungen informiert unter anderen der Parvis-Verlag.
Leben, Offenbarungen und Weissagungen gotterleuchteter Seher und Seherinnen von einem Curatpriester, Verlag Georg Josef Manz, Regensburg 1875 (2. Auflage; in deutschen Buchstaben abgedruckt).
Seherblicke in die Zukunft, Eine Sammlung auserlesener Prophezeiungen, mit Bezug auf unsere Zeit, Carl Bor. Augustin Warnefried, Abteilung 1-3, Regensburg 1861, Verlag Georg Josef Manz (in deutschen Buchstaben gedruckt). 

(Quelle: "http://www.kathpedia.com/index.php?title=Offenbarung")


 

kathpedia.com zum Thema "Privatoffenbarung"

Eine Privatoffenbarung ist eine übernatürliche Offenbarung nach dem Tode des letzten Apostels an bestimmte Personen z.B an die heilige Margareta Maria Alacoque bezüglich der Herz-Jesu-Verehrung.

Die öffentliche Offenbarung ist mit dem Tod der Apostel abgeschlossen. Auch die Bischöfe mit dem Papst sind nicht Träger der Offenbarung, sondern ihrer Tradition und Weiterentwicklung.


Inhalte


Inhalte von Privatoffenbarungen zählen nicht zum Depositum fidei (Glaubensgut), und werden deshalb nicht von der Kirche zum Glauben vorgelegt. Anderseits wäre es unvernünftig und ehrfurchtlos gegenüber dem offenbarendem Gott, von einer Privatoffenbarung, deren Echtheit die Kirche feststellt, nichts zu glauben. Sie stellen nicht nur nach Karl Rahner einen Imperativ (Befehl) an die Christenheit dar (vgl. „Fatima Ruft“ Nr. 196, 1/2007, S.15). Eine Privatoffenbarung muss aber die (öffentliche, allgemeine) Offenbarung fördern.

Im Jahr 1974 verfaßte die Glaubenskongregation ein Dokument zur Beurteilung der Echtheit von Erscheinungen. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation war der kroatische Kurienkardinal Franjo Seper († 1981). Das lateinische Dokument ist von Papst Paul VI. im Jahr 1978 unterzeichnet worden. Es trägt den Titel Normae Sanctae Congregationis pro doctrina fidei de modo procedendi in diudicandis praesumptis apparitionibus ac revelationibus – Normen der Heiligen Kongregation für die Glaubenslehre über die Vorgangsweise bei der Beurteilung angeblicher Erscheinungen und Offenbarungen.

Das Dokument wurde allen Bischöfen und Ordensoberen der Welt übermittelt, aber nicht veröffentlicht. Der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, Erzbischof Angelo Amato, sagte gegenüber der Tageszeitung ‘Avvenire’: Das sei nicht notwendig gewesen, da die Inhalte würden vor allem die Bischöfe und Ordensoberen betreffen.

 

Prüfung durch die Kirche, drei Urteilskategorien


Die katholische Kirche hat bei Berichten von Erscheinungen (z. B. Muttergottes) die Möglichkeit, in einer Beurteilung ihre offizielle Meinung abzugeben.

Im offiziellen Sprachgebrauch werden drei Beurteilungsbegriffe verwendet:

Constat de supernaturalite: Es steht fest, dass es sich um Übernatürliches handelt. Damit wird eine Erscheinung oder ein Erscheinungsort offiziell bestätigt.
Constat de non supernaturalite: Es steht fest, dass es sich um nichts Übernatürliches handelt. Damit wird eine Erscheinung oder ein Erscheinungsort offiziell verurteilt.
Non constat de supernaturalite: Es steht nicht fest, ob es sich um Übernatürliches handelt. Damit wird eine Erscheinung oder ein Erscheinungsort weder verworfen nocht bestätigt. In einem gewissen Sinn ist dieses Urteil daher ein "neutrales" bzw. abwartendes Urteil. Das ablehnende Urteil zu akzeptieren ist den Gläubigen dringend empfohlen.

Es steht fest, dass die Ereignisse übernatürlich sind


So geht das Fronleichnamsfest auf die Vision der Juliana von Lüttich (Belgien) zurück. Deren Beichtvater, der Papst Urban IV. wurde, führte das noch fehlende Fest ein.
Hildegard von Bingen (Deutschland)
Birgitta von Schweden
Guadalupe (Mexiko)
Margareta Maria Alacoque (Frankreich)
Pontmain (Frankreich)
Banneux (Belgien)
Wundertätige Medaille (Rue du Bac Paris, Frankreich)
La Salette (Frankreich)
Lourdes (Frankreich)
Fatima (Pontevedra und Tuy - Portugal)
Der Papst zeigt dies unter anderem, dass er für Lourdes (11. Februar) und Fatima (13. Mai) ein eigener Gedächtnistag in den Römischen Kalender eingeführt hat.


Beauraing (Belgien)
Frau aller Völker (Amsterdam, Niederlande)
Kibeho (Ruanda)
Akita (Japan)
Papst Johannes Paul II. führte den Sonntag der Barmherzigkeit aufgrund der Offenbarungen Faustyna Kowalskas (Polen), einer Ordensschwester aus seiner früheren Diözese, am Sonntag nach Ostern ein.

Es steht nicht fest, dass die Ereignisse übernatürlich sind


Marpingen (Dekret des Bischofs von Trier vom 13. Dezember 2005, Deutschland)

Es steht fest, dass die Ereignisse nicht übernatürlich sind


Heroldsbach

Weitere Privatoffenbarungen (und fehlende Zuordnungen)


Albert Drexel (Der Glaube ist mehr als Gehorsam) (Österreich/Schweiz)
Anna Katharina Emmerich (Deutschland)
Consolata Betrone (Italien)
Garabandal
Kurescek (Slowenien)
Lichen (Polen)
Litmanová (Slowakische Republik)
Maria Valtorta (Italien)
Maria von Jesus zu Agreda (Spanien)
Medjugorje (Bosnien-Herzegowina)
Naju (Südkorea)
Rosa mystica (Italien)
Schio (Japan)
Sievernich (Deutschland)

 

siehe: Konzilskonstitution Dei verbum
(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Privatoffenbarung)