Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Hildegard von Bingen (1098 - 1179)

"In der Musik hat Gott den Menschen die Erinnerung an das verlorene Paradies hinterlassen."

Musik in Gottesdiensten

Manchmal finden sich Gläubige zusammen, um christliche Bands zu gründen und dann in Gottesdiensten zu spielen. Oder sie singen in Chören. Schließlich gibt es natürlich noch den Organisten, der den Gottesdienst musikalisch begleitet. Ist all das geeignet, der gemeinsamen Anbetung Gottes würdigen Ausdruck zu verleihen?

Fangen wir mit Bands an. Ich habe überhaupt nichts gegen christliche Bands (solange sie ein heiliges Feuer verbreiten und nicht einen saft- und kraftlosen Singsang), aber in Gottesdiensten haben sie nichts zu suchen. Gottesdienste sind kein Pop-oder Rockkonzert, wie gut auch die Absicht der Musikerinnen und Musiker sein mag. Allein die Reaktion der Anwesenden spricht Bände: Je nach Band und christlicher Gemeinschaft werden sie zu schweigenden Zuhörern (sei es, weil sie die Lieder nicht kennen oder weil es einfach schwer ist, bei einer allein durch die Präsenz und Lautstärke dominierenden Band noch selbst gesanglich etwas beizutragen, ohne dabei zum Statisten oder Hintergrundsänger zu werden) oder sie verhalten sich wie Menschen bei einem christlichen Rockkonzert: Sie klatschen, singen, liegen sich in den Armen, Pfeifen, schreien etc. Nochmals: All dies ist an sich völlig in Ordnung – bei einem Konzert. Die Liturgie sollte sich aber nie der Dramaturgie eines christlichen Konzerts unterordnen. Dies tut sie aber, ob man dies nun will oder nicht. Der Gottesdienst wird auf eine Ebene gehoben, auf die er nicht hingehört. Es gibt genügend andere Auftritts-Möglichkeiten für christliche Bands.

Selbst Chöre oder Trios, Duette oder was auch immer gehören nicht in den Gottesdienst, wenn durch sie die Anwesenden zu schweigenden Zuhörerinnen und Zuhörern werden (gewollt oder ungewollt).

Eine Orgel oder eine sonstige musikalische Begleitung kann wunderbar sein – wenn sie sich dem gottesdienstlichen Geschehen unterordnet und zu dessen Gelingen beiträgt sowie die gemeinsame Anbetung unterstützt. Sobald die musikalische Begleitung aber alles andere dominiert und platt wälzt (wie leider bei manchen Orgeln allein aufgrund der Lautstärke der Fall), verfehlt sie völlig ihre Funktion.

Hier können wir eine Menge von den Gemeinden Christi lernen, die Instrumente völlig aus der Versammlung verbannt haben (wenngleich die dahinter stehende Theologie eine Irrlehre darstellt): Sie singen gemeinsam – ohne Chöre, Vorsänger, Orgeln, Bands oder was auch immer. Und sie tun dies voller Leidenschaft und Hingabe in beeindruckender Art und Weise.
Nicht die Musik sollte im Mittelpunkt eines Gottesdienstes stehen, sondern der dreifaltige Gott.

Robert


"Beim Hören eines Liedes pflegt der Mensch manchmal tief zu atmen und zu seufzen. Das gemahnt den Propheten daran, dass die Seele der himmlischen Harmonie entstammt. Im Gedanken daran werden wir uns bewusst, dass die Seele selbst etwas von dieser Musik in sich hat."

Hl. Hildegard von Bingen

Sacrosanctum Concilium

KONSTITUTION ÜBER DIE HEILIGE LITURGIE
SACROSANCTUM CONCILIUM
 

KAPITEL VI

DIE KIRCHENMUSIK


112. Die überlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unschätzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen übrigen künstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht. In der Tat haben sowohl die Heilige Schrift42 wie die heiligen Väter den gottesdienstlichen Gesängen hohes Lob gespendet; desgleichen die römischen Päpste, die in der neueren Zeit im Gefolge des heiligen Pius X. die dienende Aufgabe der Kirchenmusik im Gottesdienst mit größerer Eindringlichkeit herausgestellt haben. So wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, daß sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einmütigkeit fördert, sei es, daß sie die heiligen Riten mit größerer Feierlichkeit umgibt, Dabei billigt die Kirche alle Formen wahrer Kunst, welche die erforderlichen Eigenschaften besitzen, und läßt sie zur Liturgie zu. Unter Wahrung der Richtlinien und Vorschriften der kirchlichen Tradition und Ordnung sowie im Hinblick auf das Ziel der Kirchenmusik, nämlich die Ehre Gottes und die Heiligung der Gläubigen, verfügt das Heilige Konzil das Folgende.

113. Ihre vornehmste Form nimmt die liturgische Handlung an, wenn der Gottesdienst feierlich mit Gesang gehalten wird und dabei Leviten mitwirken und das Volk tätig teilnimmt. Was die zu verwendende Sprache betrifft, so gelten die Vorschriften von Art. 36; für die Messe von Art. 54, für die Sakramente von Art. 63, für das Stundengebet von Art. 101.

114. Der Schatz der Kirchenmusik möge mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden. Die Sängerchöre sollen nachdrücklich gefördert werden, besonders an den Kathedralkirchen. Dabei mögen aber die Bischöfe und die übrigen Seelsorger eifrig dafür Sorge tragen, daß in jeder liturgischen Feier mit Gesang die gesamte Gemeinde der Gläubigen die ihr zukommende tätige Teilnahme auch zu leisten vermag, im Sinne von Art. 28 und 30.

115. In den Seminarien, in den Noviziaten und Studienhäusern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den übrigen katholischen Instituten und Schulen soll auf die musikalische Ausbildung und Praxis großes Gewicht gelegt werden. Um diese Ausbildung zu erreichen, sollen die Dozenten der Kirchenmusik sorgfältig vorgebildet werden. Darüber hinaus wird empfohlen, wo es angebracht erscheint, höhere Kirchenmusik-Institute zu errichten. Die Kirchenmusiker aber, die Sänger und besonders die Sängerknaben sollen auch eine gediegene Ausbildung erhalten.

116. Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang; demgemäß soll er in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen. Andere Arten der Kirchenmusik, besonders die Mehrstimmigkeit, werden für die Feier der Liturgie keineswegs ausgeschlossen, wenn sie dem Geist der Liturgie im Sinne von Art. 30 entsprechen.

117. Die "editio typica" der Bücher des Gregorianischen Gesanges soll zu Ende geführt werden; darüber hinaus soll eine kritische Ausgabe der seit der Reform des heiligen Pius X. bereits herausgegebenen Bücher besorgt werden. Es empfiehlt sich ferner, eine Ausgabe zu schaffen mit einfacheren Melodien für den Gebrauch der kleineren Kirchen.

118. Der religiöse Volksgesang soll eifrig gepflegt werden, so daß die Stimmen der Gläubigen bei Andachtsübungen und gottesdienstlichen Feiern und auch bei den liturgischen Handlungen selbst gemäß den Richtlinien und Vorschriften der Rubriken erklingen können.

119. Da die Völker mancher Länder, besonders in der Mission, eine eigene Musiküberlieferung besitzen, die in ihrem religiösen und sozialen Leben große Bedeutung hat, soll dieser Musik gebührende Wertschätzung entgegengebracht und angemessener Raum gewährt werden, und zwar sowohl bei der Formung des religiösen Sinnes dieser Völker als auch bei der Anpassung der Liturgie an ihre Eigenart, im Sinne von Art. 39 und 40. Deshalb soll bei der musikalischen Ausbildung der Missionare sorgfältig darauf geachtet werden, daß sie im Rahmen des Möglichen imstande sind, die überlieferte Musik der betreffenden Völker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu fördern.

120. Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben. Andere Instrumente aber dürfen nach dem Ermessen und mit Zustimmung der für die einzelnen Gebiete zuständigen Autorität nach Maßgabe der Art. 22. § 2,37 und 40 zur Liturgie zugelassen werden, sofern sie sich für den heiligen Gebrauch eignen oder für ihn geeignet gemacht werden können, der Würde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gläubigen wirklich fördern.

121. Die Kirchenmusiker mögen, von christlichem Geist erfüllt, sich bewußt sein, daß es ihre Berufung ist, die Kirchenmusik zu pflegen und deren Schatz zu mehren. Sie sollen Vertonungen schaffen, welche die Merkmale echter Kirchenmusik an sich tragen und nicht nur von größeren Sängerchören gesungen werden können, sondern auch kleineren Chören angepaßt sind und die tätige Teilnahme der ganzen Gemeinde der Gläubigen fördern. Die für den Kirchengesang bestimmten Texte müssen mit der katholischen Lehre übereinstimmen; sie sollen vornehmlich aus der Heiligen Schrift und den liturgischen Quellen geschöpft werden.


(http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19631204_sacrosanctum-concilium_ge.html)

 

Musik

Wer hat eigentlich die Musik in der Bibel begruendet? Wer wird dort als erster erwaehnt? Sehen wir uns Gen 4,21 an: „Sein Bruder hiess Jubal; er wurde der Stammvater aller Zither- und Floetenspieler.“ (Einheitsuebersetzung).

Jubals Name ist mit dem Hebraeischen yobel verwandt, das so etwas wie das „Horn des Widders“ bedeutet (vgl. Ex 19,13). In Israel war die Musik ebenso wie das Tanzen und das Singen sowohl in der Kultur wie in der Liturgie von grosser Bedeutung.

Auch fuer die Christen behaelt die Musik ihren Wert als wesentlicher Bestandteil des Lebens:

„Berauscht euch nicht mit Wein – das macht zuegellos -, sondern lasst euch vom Geist erfuellen! Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und Lieder erklingen, wie der Geist sie eingibt. Singt und jubelt aus vollem Herzen zum Lob des Herrn!“ (Eph 5,18-19 - Einheitsuebersetzung).

Manch einer mag nun anfuehren, hier sei ja nur von Singen und Jubeln aus vollem Herzen die Rede, was die Verwendung von Instrumenten ausschliessen wuerde. Diese Interpretation missachtet einige wesentlichen Punkte:

1)    Auch wenn Instrumente nicht von Anfang an in der Kirche verwendet wurden, ist deren Ausschluss als „unbiblisch“ erst juengsten Datums im Rahmen der „Restaurationsbewegung“ protestantischer Splittergruppen entstanden, aus denen etwa die „Gemeinden Christi“ hervorgingen.
2)    Hier schreibt Paulus. Paulus war Jude und fuer Juden war das „Singen und Jubelnd aus vollem Herzen“ ganz selbstverstaendlich mit dem Gebrauch von Instrumenten verbunden.
3)    Wenn man Vertreter des Verbots von Instrumenten darauf hinweist, dass diese sehr wohl im Alten Testament (etwa Ps 98,5-8, wo vom Harfenspiel sowie vom Klatschen der Haende die Rede ist) wie in der Offenbarung erwaehnt werden (in Offb 5,8-9, wo die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Aeltesten mit Harfen und Schalen voller Raeucherwerk ein neues Lied singen), bekommt man meist zu hoeren, dass dies eben nur dort der Fall war, im Neuen Testament aber im Rahmen des Neuen Bundes anders handzuhaben ist. Diese Theorie vernachlaessigt eine der wesentlichen Grundsaetze der Bibelauslegung: das naemlich das Neue Testament immer nur im Lichte des Alten Testaments zu lesen und auch zu verstehen ist. Wir haben nicht zwei voneinander getrennte Bibeln und Goetter. Das Alte und Neue Testament bilden eine untrennbare Einheit, und das eine kann ohne das Andere nicht verstanden werden. Auch wird hier missachtet, dass die Offenbarung nicht nur eine Darstellungn zukuenftiger Ereignisse ist, sondern als himmlische Version im Zusammenhang mit der „Gemeinschaft der Heiligen“ auch einen irdischen Gegenpart in der katholischen Messe findet! Wir leben nicht getrennt von denen, die schon von uns gegangen sind sowie von Gott und den Engeln, sondern sind fuer immer mit ihnen verbunden und so kann die Offenbarung auch nicht nur als etwas Kuenftiges gesehen werden, mit dem wir hier nichts zu tun haben. Es ist also keineswegs verboten, die „Musik“ auf das gemeinsame Singen zu beschraenken, daraus aber ein Dogma zu machen, ist nicht aus der Bibel oder der Lehre der Kirche die letzten 2.000 Jahre hindurch zu begruenden und somit abzulehnen.

Wenn es aber um die Musik der Antike geht, ist darueber wenig bekannt. Auch laesst sie sich heute nicht mehr authentisch wiedergeben. Bei Feierlichkeiten gab es aber immer wieder Musik unterschiedlichster Art (vgl. Jes 5,12; 16,10; Amos 6,5; Ex 15,20-21; Richter 11,34; 1 Sam 18,6-7; 1 Koen 1,39-49; 2 Koen 11,14, 2 Sam 1,17-27; 2 Chr 35,25; vgl. Mt 9,23).

Was die Anbetung angeht, hat im Tabernakel die Musik bei der Opferliturgie des Moses keine Rolle gespielt. Es kamen zwar gelegentlich Trompeten vor, jedoch kein Singen und keine Loblieder oder irgendwelche Melodien, die die Tieropfer und das Raeucherwerk begleiteten (Num 10,8-10). Erst unter Koenig David wurde die Musik ein wesentlicher Bestandteil der Anbetung in Israel. Er bestimmte hierfuer die Leviten. Deren Chor bestand aus Saengern und Musikern, die Gott immerfort loben und preisen sowie Ihm danken sollten (1 Chr 15,16-24; 16,4-6; 23,30-31; 25,1-8; 2 Chr 7,6). Das „Gesangsbuch“ Israels, das Buch der Psalmen, das von Koenig David begruendet und inspiriert wurde, enthielt viele Gebete, die mit instrumentaler Begleitung gesungen werden sollten (z.B. Ps 4; 5; 6; 8 usw.).

Die Israeliten beschraenkten sich dabei nicht nur auf einige wenige Instrumente, sondern hatten eine grosse Bandbreite. Das erste erwaehnten Instrumente waren die Zither und die Floeten in Gen 4,21. Die Zither war klein genug, dass man sie in der einen Hand halten und mit der anderen spielen konnte. Harfen und Zithern begleiteten etwa das Singen oder lieferten die Hintergrundmusik fuer verschiedene Anlaesse (Gen 31,27; 1 Chr 13,8; 15,16, 21; Ps 33,2; Amos 5,23). Dann gab es da noch Instrumente wie die Floete und mit ihr verwandte Instrumente (Gen 4,21; 1 Koen 1,40; Jes 30,29; Mt 9,23), das Horn, die Trompete, das Horn des Widders und die Silber- oder Metalltrompete (Num 10,10; 1 Chr 15,28). Schliesslich gab es noch Instrumente wie die Pauken oder die Zimbeln (Gen 31,27; Ex 15,20; 1 Chr 15,19).


(Quelle: u.a. Scott Hahn, Catholic Bible Dictionary. Doubleday, 2009. Go and get this book NOW! I highly recommend it. It really is a must reading).

Liturgie

Ebenso wie das Königreich Gottes ist die Liturgie etwas vorläufiges; etwas, das zwar schon begonnen hat und die himmlische Vollendung wiederspiegelt, aber selbst noch nicht vollendet ist.

Wenn wir die Offenbarung lesen (etwa 21,1-5; 4-5 und 19,1-10) können wir erkennen, dass Vorgänge und Gesänge aus der irdischen Liturgie Aufnahme in der Endzeit gefunden haben. Im kirchlichen Gottesdienst beginnt also schon das, was einmal vollendet werden soll. Am Ende der Präfationen sagen wir z.B.: "Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Trohnen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den  Hochgesang deiner göttlichen Herrlichkeit" (Präfation für Sonntage I).

Manche Christinnen und Christen lehnen etwa Instrumente im Gottesdienst ab, weil die zwar im Alten Testament und in der Offenbarung erwähnt werden, ihrer Meinung nach aber nicht Bestandteil der neutestamentlichen Versammlung sind (hier soll nur die gesamte Gemeinde aus vollem Herzen singen). So gut dies auch gemeint ist, entspricht es mit dem eben genannten Hintergrund der Vorwegnahme von etwas, das bereits begonnen hat, nicht dem biblischen Bild.

Besonders in der Eucharistie erkennen wir das Vorbild des himmlischen Hochzeitsmahls. Im katholischen Gottesdienst zeigt sich dies etwa im Wort zur Kommunion: "Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind" (vgl.  Offb 19,9). Wenn wir Eucharistie feiern, erleben wir somit nicht nur die Verheißung der kommenden Gemeinschaft sowohl mit Gott als auch unseren Mitmenschen, sondern sie ist dann bereits gegenwärtig.

Im Gottesdienst hören wir das Wort Gottes - das im Rahmen der Liturgie vom Menschen beantwortet wird - sei es nun allein durch das Hören, durch Lob, Dank, Bitte oder Buße. Diese Antwort hat in der Regel eine regelmäßige Struktur:

Lesung - Stille/Gesang - Gebet (Hören / Bedenken / Antworten).

In diesem Zusammenhang ist etwa auch die Musik bzw. der Gesang zu sehen. Mit Bezug auf den o.g. Dreischritt findet sich in der Liturgie vor allem der Wechselgesang (responsorialer - also antwortender - Psalmengesang. Ein Psalm wird vorgetragen und die Gemeinde antwortet mit einem Kehrvers, dem "responsum"). Hier findet sich eine sehr ursprüngliche Form des Nachdenkes und der Meditation über das Gehörte. Der Psalm bezieht sich auf das zuvor in der Lesung gehörte. Die Beteiligung der Gemeinde erfolgt durch den Kehrvers, der einen Grundgedanken enthält.

(Quelle: u.a. http://www.fernkurswuerzburg.de/)

Musik im Gottesdienst


Einige Anmerkungen zum Thema Musik (insbesondere Orgelmusik) im Gottesdienst:

Eben komme ich aus einer Sonntagsmesse am Faschingsdienstag, in dem der Organist neben den üblichen Liedern, die der gemeinsamen Anbetung Gottes dienen, auch weltliche Lieder (Klassik, aber auch Schlager – etwa zur Gabenbereitung!) gespielt hat. Nun bin ich mir zwar durchaus bewusst, dass dies wohl aus einer guten Motivation heraus geschehen sein mag, dies geht jedoch entschieden zu weit. Eine Messe ist kein Unterhaltungsprogramm mit christlichem Touch. Hierfür gibt es genügend andere Orte, wo man das tun kann. Was wohl der Hintergrund einer solchen Aktion gewesen sein mag? Etwas „Schwung“ und/oder mehr Menschen in die Messe zu bringen? Das ist nicht der Sinn einer Messe. Auch heiligt der Zweck keineswegs die Mittel, wenn es darum geht, mehr Menschen zur Teilnahme an sonntäglichen Messen zu bewegen.

Grundsätzlich empfinde ich es oft als mehr als störend, wenn die Orgelmusik alles andere erdrückt. Manchmal ist sie derart laut, dass ich vom Gesang kaum mehr etwas höre und dann in mir auch nicht der rechte Wille zum lautstarken Mitsingen aufkommt (was allerdings nicht Schuld des Organisten ist). Auch scheint mir manchmal der Rhythmus der mitsingenden Gläubigen und des Orgelspielers auseinander zu gehen, was ich ebenfalls als sehr störend empfinde.

Ich will an dieser Stelle keineswegs Orgelmusik schlecht machen. Sie ist gut und sinnvoll, wenn sie der gemeinsamen Anbetung Gottes dient, nicht aber, wenn sie beinahe zum Selbstläufer wird und/oder weltliche Lieder im Rahmen eines Gottesdienstes oder einer Messe zum Besten gibt.

Auch sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch die Gläubigen – inklusive mir selbst – manchmal ein trauriges Bild abgeben. Wenn man daran denkt, dass wir hier unseren Herrn und Schöpfer, unseren Erlöser anbeten und lobpreisen, ist das, was wir da oft von uns geben (wenn wir überhaupt etwas von uns geben und nicht in einer schweigsam-konsumierenden Haltung verweilen), ein Bild des Jammers. Und hierfür kann der Organist bestimmt nichts – im Gegenteil, ohne ihn/sie wäre es wohl noch trauriger.

Hier können wir sehr viel von freikirchlichen Gemeinden lernen, die oft mit einer Inbrunst singen, von der wir nur träumen können (wenngleich es auch hier Extreme gibt, wenn etwa der Gottesdienst beinahe schon zum Popkonzert wird). Die Gemeinden Christi etwa verwenden in der Regel überhaupt keine Instrumente im Gottesdienst und singen aus vollem Herzen und vor allem gemeinsam (auch wenn sie das Nicht-Verwenden von Instrumenten irrigerweise oft zum Grundsatz erheben – und dabei vergessen, dass die Versammlung der Christen das himmlische Herrenmahl widerspiegelt, wie wir es in der Offenbarung finden!).

Ein anderer Punkt: Es ist schön, christlichen Chören oder Musikgruppen zuzuhören -. Aber bitte nicht im Gottesdienst. Sinn und Zweck des Gottesdienstes ist es wie bereits erwähnt, Gott gemeinsam anzubeten und im Rahmen der Messe das Kreuzesopfer Jesu gegenwärtig zu machen. Hier sollten wir alle gemeinsam singen und nicht jemand anderen beim Singen zuhören.

Kurz und gut: ein Lobpreis, der aus vollem Herzen kommt, ist ein Geschenk, eine Freude und eine Verpflichtung für alle Beteiligten!

SACROSANCTUM CONCILIUM

KONSTITUTION ÜBER DIE HEILIGE LITURGIE
SACROSANCTUM CONCILIUM


KAPITEL VI

DIE KIRCHENMUSIK

112. Die überlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unschätzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen übrigen künstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht. In der Tat haben sowohl die Heilige Schrift42 wie die heiligen Väter den gottesdienstlichen Gesängen hohes Lob gespendet; desgleichen die römischen Päpste, die in der neueren Zeit im Gefolge des heiligen Pius X. die dienende Aufgabe der Kirchenmusik im Gottesdienst mit größerer Eindringlichkeit herausgestellt haben. So wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, daß sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einmütigkeit fördert, sei es, daß sie die heiligen Riten mit größerer Feierlichkeit umgibt, Dabei billigt die Kirche alle Formen wahrer Kunst, welche die erforderlichen Eigenschaften besitzen, und läßt sie zur Liturgie zu. Unter Wahrung der Richtlinien und Vorschriften der kirchlichen Tradition und Ordnung sowie im Hinblick auf das Ziel der Kirchenmusik, nämlich die Ehre Gottes und die Heiligung der Gläubigen, verfügt das Heilige Konzil das Folgende.

113. Ihre vornehmste Form nimmt die liturgische Handlung an, wenn der Gottesdienst feierlich mit Gesang gehalten wird und dabei Leviten mitwirken und das Volk tätig teilnimmt. Was die zu verwendende Sprache betrifft, so gelten die Vorschriften von Art. 36; für die Messe von Art. 54, für die Sakramente von Art. 63, für das Stundengebet von Art. 101.

114. Der Schatz der Kirchenmusik möge mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden. Die Sängerchöre sollen nachdrücklich gefördert werden, besonders an den Kathedralkirchen. Dabei mögen aber die Bischöfe und die übrigen Seelsorger eifrig dafür Sorge tragen, daß in jeder liturgischen Feier mit Gesang die gesamte Gemeinde der Gläubigen die ihr zukommende tätige Teilnahme auch zu leisten vermag, im Sinne von Art. 28 und 30.

115. In den Seminarien, in den Noviziaten und Studienhäusern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den übrigen katholischen Instituten und Schulen soll auf die musikalische Ausbildung und Praxis großes Gewicht gelegt werden. Um diese Ausbildung zu erreichen, sollen die Dozenten der Kirchenmusik sorgfältig vorgebildet werden. Darüber hinaus wird empfohlen, wo es angebracht erscheint, höhere Kirchenmusik-Institute zu errichten. Die Kirchenmusiker aber, die Sänger und besonders die Sängerknaben sollen auch eine gediegene Ausbildung erhalten.

116. Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang; demgemäß soll er in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen. Andere Arten der Kirchenmusik, besonders die Mehrstimmigkeit, werden für die Feier der Liturgie keineswegs ausgeschlossen, wenn sie dem Geist der Liturgie im Sinne von Art. 30 entsprechen.

117. Die "editio typica" der Bücher des Gregorianischen Gesanges soll zu Ende geführt werden; darüber hinaus soll eine kritische Ausgabe der seit der Reform des heiligen Pius X. bereits herausgegebenen Bücher besorgt werden. Es empfiehlt sich ferner, eine Ausgabe zu schaffen mit einfacheren Melodien für den Gebrauch der kleineren Kirchen.

118. Der religiöse Volksgesang soll eifrig gepflegt werden, so daß die Stimmen der Gläubigen bei Andachtsübungen und gottesdienstlichen Feiern und auch bei den liturgischen Handlungen selbst gemäß den Richtlinien und Vorschriften der Rubriken erklingen können.

119. Da die Völker mancher Länder, besonders in der Mission, eine eigene Musiküberlieferung besitzen, die in ihrem religiösen und sozialen Leben große Bedeutung hat, soll dieser Musik gebührende Wertschätzung entgegengebracht und angemessener Raum gewährt werden, und zwar sowohl bei der Formung des religiösen Sinnes dieser Völker als auch bei der Anpassung der Liturgie an ihre Eigenart, im Sinne von Art. 39 und 40. Deshalb soll bei der musikalischen Ausbildung der Missionare sorgfältig darauf geachtet werden, daß sie im Rahmen des Möglichen imstande sind, die überlieferte Musik der betreffenden Völker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu fördern.

120. Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben. Andere Instrumente aber dürfen nach dem Ermessen und mit Zustimmung der für die einzelnen Gebiete zuständigen Autorität nach Maßgabe der Art. 22. § 2,37 und 40 zur Liturgie zugelassen werden, sofern sie sich für den heiligen Gebrauch eignen oder für ihn geeignet gemacht werden können, der Würde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gläubigen wirklich fördern.

121. Die Kirchenmusiker mögen, von christlichem Geist erfüllt, sich bewußt sein, daß es ihre Berufung ist, die Kirchenmusik zu pflegen und deren Schatz zu mehren. Sie sollen Vertonungen schaffen, welche die Merkmale echter Kirchenmusik an sich tragen und nicht nur von größeren Sängerchören gesungen werden können, sondern auch kleineren Chören angepaßt sind und die tätige Teilnahme der ganzen Gemeinde der Gläubigen fördern. Die für den Kirchengesang bestimmten Texte müssen mit der katholischen Lehre übereinstimmen; sie sollen vornehmlich aus der Heiligen Schrift und den liturgischen Quellen geschöpft werden.

4. Dezember 1963

(Quelle: http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19631204_sacrosanctum-concilium_ge.html)

Links National

Links International

My Alltime Favorite Band:

Resources

Enzyklika Musicae sacrae disciplina unseres Heiligen Vaters Pius XII.
Anweisung über die Kirchenmusik
25. Dezember 1955
(Lateinischer Text: AAS XLVIII [1956] 5-25)



Music from the Vatican - Alma Mater: Featuring the voice of Pope Benedict XVI


Sekundärliteratur

Catholicism WOW!


Sing to the Lord
Product Code: 7-022
ISBN: 978-1-60137-022-8
Binding Information: Paperback 
Pages: 96
Size: 6" X 9" X 1/4"

One of God's greatest gifts to us, his creation, was the gift of song. In words and music, our ancestors in faith-Moses, David, Deborah, Paul, St. Gregory-have taught us how to revel in God's infinite love, proclaim His glory, give thanks for His abounding generosity, and plead for mercy and forgiveness. Sing to the Lord: Music in Divine Worship recalls this vast, rich musical tradition as it provides basic guidelines for understanding the role and ministry of music in the liturgy.

Standing on the foundational work of the Council fathers, Sing to the Lord echoes the call to full, active, and conscious participation in the Liturgy through its sung elements. It addresses the practical concerns of pastoral leaders-appropriate ministers, cultural diversity, instrumentation, formation, acoustics, and copyrights. It also outlines considerations for preparing and judging music for worship with an in-depth review of the musical structure of Liturgy.

Use Sing to the Lord to

- evaluate your parish's current musical repertoire
-  better understand your role in sung worship
- prepare particular sacramental liturgies
- train parish music ministers

(Source: http://www.usccbpublishing.org/productdetails.cfm?sku=7-022&disccode=summ20)


 



Freakstock 2012 - Doku-Trailer
von FreaxTV
Das Freakstock ist ein christliches Musikfestival. Es ist „Europas größtes alternatives Jesus-Festival". Organisiert wird das jährlich stattfindende Festival von den Jesus Freaks, einer christlich-freikirchlichen Glaubensgemeinschaft. Erstmals 1995 in Wiesbaden veranstaltet, fand es zwischen 1997 und 2008 in Gotha (Thüringen) auf der Galopprennbahn Boxberg statt. Vom 29. Juli bis 2. August 2009 fand das Freakstock auf einem neuen Gelände, einer ehemaligen Kaserne, bei der Stadt Borgentreich im Kreis Höxter im Osten Nordrhein-Westfalens statt.
(zitiert von deren Text auf YouTube)