Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

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Die Tradition wird auch Überlieferung oder Erblehre genannt-

Sie ist eine Quelle der göttlichen Offenbarung. Sie umfasst nach dem Konzil von Trient die ungeschriebenen Überlieferungen, welche die Apostel aus dem Munde Christi selbst oder unter Eingebung des Heiligen Geistes empfangen und gleichsam von Hand zu Hand weitergegeben haben, bis sie, auf Grund der ununterbrochenen Nachfolger in der Katholischen Kirche (Papst) unversehrt auf uns gekommen sind. Damit ist die Frage nicht entschieden, ob und wie weit dieselben Wahrheiten wenigstens Einschlussweise auch in der Heiligen Schrift enthalten. sind

Von der Wortbedeutung her ist Tradition abgeleitet vom lateinischen Wort tradere das bedeutet trans dare , also hindurch-reichen. Wir verstehen darunter (im katholischen Wortsinn) die (unverfälschte) Weitergabe des Glaubens durch die Jahrhunderte.

 

Ursprung und Geschichte der Tradition


Begonnen hat die Geschichte des Volkes Gottes im Alten Bund mit Personen des Judentums, die ihre Lehren und Gotteserfahrungen mündlich weitergaben und später in Schriften festhielten. Wir unterscheiden im Alten Testament: Die fünf Bücher Mose, die Geschichts-, die Weisheits- und Prophetenbücher.

Zur gleichen Zeit der Aufzeichnung der Heiligen Schrift, wurden im babylonischen Exil Erklärungen zum Schriftsinn und Erläuterungen zu Glaubensinhalten aufgezeichnrt. Das so entstande Werk des Talmud - hebr.: Lehre - ist zum Teil in die Schriften der Kirchenväter aufgenommen worden. Die Kirchenväter behandeln jedoch besonders die Lehren der apostolischen Zeit und zählen zu den wichtigsten Quellen der Tradition.

Im Neuen Bund überlieferten die Apostel die Lehre über Jesus Christus, sowohl mündlich als auch in den Schriften des Neuen Testaments, den Evangelien, den Briefen und der Apokalypse. Deshalb kann man die Bibel vor allem als ein Werk der Tradition bezeichnen. Denen, welche die Apostel die Hände im Weihesakrament aufgelegt haben und allen, welche die Lehre Christi weitertrugen - also jedes lebendige Glied am mystischen Leibe Christi, gehört zur Tradition. Es folgen vor allem die Apostolischen Väter, welche in die Schule der Apostel gegangen sind. Ebenso die Päpste, Bischöfe, Kirchenväter und Kirchenlehrer.

In Dankbarkeit gedenken wir nicht nur der Märtyrer, die durch das Opfer ihres Lebens für die Weitergabe des Glaubens wirkten, sondern auch der Menschen, denen wir ganz persönlich unsern Glauben zu verdanken haben: Eltern, Religionslehrer, Priester, Ordenspersonen oder Freunde. Auch diese, sind ein wichtiger Teil der Tradition.

 

Die mündliche Tradition und die schriftliche in der Bibel


In der Katholischen Kirche kommt der Tradition eine große Bedeutung zu. Im Unterschied zu den Protestanten und Freikirchen, die sich auf die Heilige Schrift als Hauptquelle stützen ("sola scriptura"), steht die Katholische Kirche sozusagen auf zwei Standbeinen: die mündliche Tradition und die Heilige Schrift. Die Geschichte des Protestantismus zeigt das Fortschreiten von einem Irrtum zum Andern. Seine Erhebung gegenüber dem Papsttum führte ihn zum Verwerfen des Messopfers und vieler Gnadenmittel der Kirche. Diese Erfahrung zeigt, das das Fehlen der Traditon - zusammen mit dem Fehlen des allgemein verbindlichen Lehramtes - zur völligen Zersplitterung in unzählige Glaubensrichtungen und Gemeinschaften führt. In den ökumenischen Bestrebungen wird diese Zersplitterung zu überwinden versucht.

 

Die mündliche Tradition


In der Kirche gibt es auch vieles an äußeren Gebräuchen überliefert, so wie z.B. die Gestaltung der liturgischen Gewänder, Ordensgewänder oder Kirchenbauten. Diese Äußerlichkeiten können im Heiligen Geist verändert werden. Sie betreffen nicht den Kern der Überlieferung, welcher die Glaubens- uns Sittenlehre ist.

 

Literatur


Eduard Kamenicky, Tradition der Kirche - und was sie unaufgebbar erscheinen lässt (40 Seiten).
Max Ziegelbauer, Angst vor der Tradition? (80 Seiten) Fe-Medienverlag

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=%C3%9Cberlieferung)

 

Zur Klarstellung

"Tradition" ist weitaus mehr als nur Kostüme aus längst vergangenen Zeiten zu tragen oder Mitgleid im Trachtenverein zu sein (wobei ich keines der beiden schlecht machen möchte!).

Es kommt vom lateinischen Wort "tradere", was "übergeben" oder "überliefern" oder auch "erzählen" bedeutet (Quelle: Witionary). Eine Überlieferung kann jedoch auf verschiedenen Wegen geschehen, sei es nun durch das geschriebene Wort oder durch eine mündliche Überlieferung.

Natürlich sind auch oben genannten Sitten, Gebräuche oder Trachten Teil von etwas, das man weitergibt und auch bewahren sollte.

Gewisse Aspekte dessen, was man weitergibt, wird derjenige, der es Jahre später empfängt und/oder anwendet, genau so bewahren und ebenso weitergeben. Andere Aspekte wird er/sie der Zeit und Kultur, in der er/sie lebt, anpassen - ohne dabei den Inhalt zu verfälschen.

Um hierbei einen gemeinsamen Nenner zu haben und jemanden, der das ganze lenkt und steuert, damit es nicht völlig entgleist, haben wir das kirchliche Lehramt.

Ein Beispiel: wenn ich jemandem eine Geschichte erzähle und er erzählt sie jemand anderes und der wieder jemand anderes, kommt am Schluss wahrscheinlich eine völlig andere Geschichte heraus (ohne dass die Beteiligten hier böswillig gehandelt haben). Um den Inhalt und Sinn der ursprünglichen Geschichte zu bewahren, brauche ich also jemanden, der hier eine anerkannte Autorität hat.

 

Apostolische Tradition

Im Gegensatz zu weitläufiger Meinung ist die Bibel durchaus nicht der Meinung, dass die Bibel alleine Richtlinie unseres Glaubens sein sollte. Gerade die apostolische Tradition wird hier besonders hervor gehoben.

Lesen wir den 1. Korintherbrief 11:2:

"Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe." (Einheitsübersetzung)

Im Tessalonicherbrief schreibt Paulus:

"Seid also standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief." (Einheitsübersetzung)

Er geht sogar noch weiter:

"Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebieten wir euch, Brüder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt." (2. Thessalonicher 3:6; Einheitsübersetzung)

Zu Timotheus sagte er:

"Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertrau zuverlässigen Menschen an, die fähig sind, auch andere zu lehren." (2. Timotheus 2:2; Einheitsübersetzung)

Hier geht es bereits um die ersten Generationen von apostolischer Nachfolge!

Von den ersten Kirchenvätern an wurden diese Überlieferungen mit größter Sorgfalt weiter gegeben.


(Quelle: Catholic Answers, www.catholic.com)


Katholische Traditionen sind von Menschen gemachte Traditionen und in der Bibel verboten!

Lesen wir 2 Thess 3,6: "Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebieten wir euch, Brüder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt." (Einheitsübersetzung).

Es sind also keineswegs alle Traditionen (Überlieferungen) in der Bibel verboten! Hier sagt uns Paulus, wir sollen uns von denen fern halten, die sich nicht an die Überlieferungen halten, die sie empfangen haben. Wenn alle Überlieferungen und Traditionen schlechtwären,würde Paulus wohl kaum sagen, dass wir sie befolgen sollen! Es sind also nicht alle Traditionen schlecht. Die Traditionen, die man in der Katholischen Kirche findet sind die Traditionen, die von den Aposteln überliefert wurden und die sich auch in den Schriften der ersten Kirchenväter nachvollziehen lassen.

(Quelle: www.saintjoe.com)

Die "Werke" von Katholiken sind doch nur Teil ihrer von Menschen gemachten Traditionen!

Lesen wir Phil 2,12-13: "Darum liebe Brüder - ihr wart ja immer gehorsam -, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit -: müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus." (Einheitsübersetzung).

Die Philipper sollten Paulus' Botschaft gehorchen, indem sie sich mit Furcht und Zittern um ihr Heil mühten. Warum sollten wir das heute anders machen, wenn wir doch die wahren Christen des Neuen Testaments sind? Unser Verhalten hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie Gott uns beurteilt. Das sollte doch in jedem von uns eine heilige Furcht wecken, danach zu trachten, in allem den Willen des Vaters zu tun! Weder Paulus noch irgendjemand der anderen Schreiber des Neuen Testaments erzählen uns von einer furchtlosen Versicherung der Erlösung, so wie es viele Prediger heutzutage fälschlicherweise darstellen!

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Traditionen sind doch nur eine katholische Erfindung!

Lesen wir 1 Kor 11,2: "Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe." (Einheitsübersetzung).

Paulus lobt hier die Korinther, weil sie an den Überlieferungen (Traditionen) festgehalten haben, wie er sie ihnen übergeben hatte. Die Korinther haben Paulus keineswegs beschuldigt, diese erfunden zu haben. Er besuchte sie, unterrichtete sie durch seine Predigten und schrieb in der Folgezeit Briefe, in denen er verschiedene Angelegenheiten ansprach. Können wir tatsächlich davon ausgehen, dass alle von Paulus Lehren in den Briefen enthalten sind, die er geschrieben hat? Was ist mit dem einen (wahrscheinlich sogar zwei) Brief, der verloren gegangen ist? Was von Gottes Offenbarung haben wir verloren? Nichts. Katholische Überlieferungen (Traditionen) umfassen sowohl die mündilchen wie die schriftlichen Offenbarungen Gottes.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Mündliche Überlieferung hat keine Autorität!

Hat sie nicht? Lesen wir Apg 20,35: "In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen." (Einheitsübersetzung).

Hier ein Beispiel von mündlicher Überlieferung im Neuen Testament. Nirgendwo sonst in der Heiligen Schrift findet sich diese Aussage von Jesus: "Geben ist seliger als nehmen." Lukas, der Autor der Apostelgeschichte, konnte das nur durch mündliche Überlieferung gewusst haben, da er keiner der ursprünglichen zwölf Apostel war.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Heilige Schrift oder Tradition?

Warum eigentlich "oder"? Diese Form des dialektischen Denkens (Schrift oder Tradition) wurde eigentlich erst seit der Reformation populär. Jesus - und mit Ihm die frühe Kirche - sah es aber nicht als ein "oder" sondern ein "und" - eine untrennbare Einheit!

(Quelle: Prof. Dr. Scott Hahn)

 

Die apostolische Sukzession ist doch nur eine Erfindung der Katholiken!

"Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten." (Apg 2,42 - Einheitsübersetzung)

Die Apostel gaben die Lehre Jesu an neue Apostel weiter, wie wir hier sehen können. Die apostolische Sukzession wurde eideutig in der frühen Kirche praktiziert und im Laufe der Jahrhunderte weiter verfolgt. Ja, wir alle sollten evangelisieren, wie es die Apostel taten, aber nicht alle haben die selbsen Aufgaben und Funktionen wie die Priester.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Die Apostel wurden doch gar nicht ersetzt. die katholische Vorstellung von der apostolischen Sukzession ist also falsch!

"Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Gehöft soll veröden, niemand soll darin wohnen! und: Sein Amt soll ein anderer erhalten!" (Apg 1,20 - Einheitsübersetzung)

Hier wird also ein Apostel (ein Bischof) ersetzt bzw. es gibt einen Nachfolger hierfür. Der erste aller Apostel - Petrus - steht vor einer großen Menge und sagt ihnen, dass das Bischofsamt von Judas neu besetzt werden muss. Nach einem Gebet werfen sie das Los. Gott beantwortet ihre Gebete, indem das Los auf Matthias fiel, der somit den elf anderen Aposteln zugerechnet wurde. Und genauso leitet Gott auch Seine Kirche heute, wenn ein neuer Papst gewählt oder das Volk Gottes unterrichtet wird.

(Quelle: www.saintjoe.com)

 

Nichts in der Bibel weist auf die apostolische Sukzession hin!

Tatsächlich?

Jesus hat die zwölf Apostel ausgesandt. Hierübr gibt es auch in protestantischen, fundamentalistischen oder evangelikalen Kreisen keinen Zweifel.

Nachdem Judas abgefallen ist und sich getötet hat, waren es nur mehr elf. Jesus war inzwischen tot. Was also tun?

Lesen wir Apg 1,15-26: "In diesen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder - etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen - und sagte: Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst. Mit dem Lohn für seine Untat kaufte er sich ein Grundstück. Dann aber stürzte er vornüber zu Boden, sein Leib barst auseinander und alle Eingeweide fielen heraus. Das wurde allen Einwohnern von Jerusalem bekannt; deshalb nannten sie jenes Grundstück in ihrer Sprache Hakeldamach, das heißt Blutacker. Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Gehöft soll veröden, niemand soll darin wohnen! und: Sein Amt soll ein anderer erhalten! Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taue durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und (in den Himmel) aufgenommen wurde -, einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein. Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt, Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Dann beteten sie: Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen diesnt und dieses Apostelamt zu übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war. Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln zugerechnet." (Einheitsübersetzung).

Hier kann man so einiges erkennen:

  • Petrus hat zweifellos eine herausragende und von allen anerkannte Rolle als erster der Brüder. Er ist der, der sich erhebt und das Ruder in die Hand nimmt.
  • Die apostolische Sukzession als Grundlage kirchlicher Autorität bis heute ist hier klar und deutlich zu erkennen. Die von Jesus ausgesandten Apostel bestimmen unter Führung des Heiligen Geistes einen Nachfolger für Judas.
  • Ein interessanter Hinweis am Rande: manche denken ja irrtümlicherweise, dass Jesus leibliche Brüder hatte. Das Wort "Bruder" bezeichnet aber im hebräischen weitaus mehr als nur leibliche Brüder (etwa auch Cousins). Hier ist von 120 Brüdern die Rede. Es werden wohl kaum leibliche Brüder gewesen sein.
  • Wenn dem aber tatsächlich so ist - und hier ist der klare Beweis -, wenn die apostolische Sukzession wirklich die Grundlage kirchlicher Autorität ist, dass Petrus die herausragende Rolle hatte, die er ebenso durch apostolische Sukzession weiter gab und wenn gleichzeitig gilt, was in der Heiligen Schrift ebenso klar zum Ausdruck kommt, dass Spaltungen in der Kirche gegen Gottes Willen sind, so hat dies weitreichende Konsequenzen: Es gab nach Jesus nur eine Kirche: die Katholische Kirche. Alles, was nachher kam, sind Abspaltungen. Gottes Kirche ist und bleibt die Katholische Kirche und der, der auf Petri Stuhl sitzt, ist der erste unter den Brüdern heute! Manch einer mag nun kommen und sagen, die christliche Kirche sei ja nur eine Art spiritueller Verbund von allen möglichen Kongregationen und nicht ein leibliches Gebilde. Falsch! Jesus sprach nur zwei Mal von der Kirche: einmal, als Er Petrus die Schlüssel zu Seinem Königreich (der Kirche) übergab, das andere Mal, als er darüber redete, wie mit Sündern umzugehen sei - wobei der letzte Schritt ist, wenn sie sich weigerten, sogar der Kirche zu folgen, sie auszuschließen. Hier ist zweifellos ein körperliches, tatsächlich existierendes Gebilde gemeint - und nicht ein Sammelsurium von 30.000 "Kirchen" mit ebenso vielen Bibelauslegungen.

 

Nur bis zu den Aposteln?

Manchmal hört man das Argument, das mit der mündlichen Überlieferung, so wie es im Neuen Testament steht, sei schon richtig, aber das hätte nur bis zum Tod des letzten Apostels gegolten. Und seitdem gelte nur die Bibel.

Hierzu gibt es zwei Dinge zu sagen:

  1. Es dauerte noch lange, bis der biblische Kanon feststand. Es war keineswegs so, dass nach Jesu Tod - oder nach dem Tod der Apostel - die Bibel vom Himmel gefallen ist. Und bis dahin gab es nur die mündliche Überlieferung!
  2. Am wichtigsten aber: Wo steht denn oben gennante These in der Bibel? Um die Suche zu verkürzen: NIRGENDS. Sehr wohl steht aber drin, dass die Kirche die Säule der Wahrheit ist und ebenso die Bedeutung der mündlichen Überlieferung sowie des kirchlichen Lehramts!

 

Paradosis: Handing On Divine Revelation

Catholic Christians believe that in Jesus Christ the Lord is summed up the entire Revelation of the most high God.

On Divine Revelation, 7, Vatican II
Therefore [it is] Christ the Lord, in whom the entire Revelation of the most high God is summed up...
2 Cor 1:20
For however many are the promises of God, their Yes is in him (Jesus Christ).
2 Cor 4:5-6
For we do not preach ourselves but Jesus Christ as Lord, and ourselves as your slaves for the sake of Jesus. For God who said, "Let light shine out of darkness," has shone in our hearts to bring to light the knowledge of the glory of God on the face of (Jesus) Christ.

The Revelation of Yahweh to His chosen People was given to the Israelites and transmitted from generation to generation for centuries.

Peter defined the process of handing down the Revelation of Yahweh from father to son. The Greek word for this process of handing on the Word of God is paradosis .

1 Pet 1:18-19
... realizing that you were ransomed from your futile conduct, handed on (patroparadotos) by your ancestors, not with perishable things like silver or gold but with the precious blood of Christ as of a spotless and unblemished lamb

The New Testament authors referred frequently to the process of "handing on" the Word of God to His People.

Lk 1:1-2
Since many have undertaken to compile a narrative of the events that have been fulfilled among us, just as those who were eyewitnesses from the beginning and ministers of the word have handed them down (paredosan) to us.
1 Cor 11:23
For I received from the Lord what I also handed on (paredoka) to you, that the Lord Jesus, on the night he was handed over, took bread ...
1 Cor 15:3-4
For I handed on (paredoka) to you as of first importance what I also received ...
2 Tim 2:2
And what you heard from me through many witnesses entrust (parathou) to faithful people who will have the ability to teach others as well.

It is Paul who makes the distinction of modes in which the Revelation of God to His People can be handed on.

Paul also called the process of handing on the Word of God "tradition." He then terms two ways in which "traditions" are transmitted, by word, orally, and by letter, written.

2 Thess 2:15
Therefore, brothers, stand firm and hold fast to the traditions (paradoseis) that you were taught, either by an oral statement or by a letter of ours.

Therefore, Catholic Christians believe that the Bible--written tradition--is not the only source of Revelation. And, Catholic Christians believe, the Bible does not teach that it is the only source of Revelation.

John 20:30
Now Jesus did many other signs in the presence of (his) disciples that are not written in this book.
John 21:25
There are also many other things that Jesus did, but if these were to be described individually, I do not think the whole world would contain the books that would be written.

The official teaching of the Catholic Church reflects Biblical teaching on the whole of Revelation.

On Divine Revelation, 9, 10, Vatican II
Sacred Tradition and sacred Scripture, then, are bound closely together, and communicate one with the other ... Sacred Tradition and sacred Scripture make up a single sacred deposit of the Word of God, which is entrusted to the Church.

Catholic Christians believe that the Bible affirms that God's way of revealing himself to His People is to choose certain people for these tasks:

    • in the Hebrew Scriptures these people were the patriarchs, prophets, judges, and kings;
    • in the New Testament, these people are apostles, prophets, teachers, and faithful people.

Paul defines the New Testament people chosen to hand on the Revelation of the Word of God.

2 Tim 2:2
And what you heard from me through many witnesses entrust to faithful people who will have the ability to teach others as well.

Paul also continues to describe who the "faithful people" are who are to hand on the Revelation of God.

The first category of "faithful people" is episcopos, bishop.

1 Tim 3:1-2
This saying is trustworthy: whoever aspires to the office of bishop (episcopes) desires a noble task. Therefore, a bishop (episcopon) must be irreproachable, married only once, temperate, self-controlled, decent, hospitable, able to teach.
Tit 1:7-9
For a bishop (episcopon) as God's steward must be blameless, ... holding fast to the true message as taught so that he will be able both to exhort with sound doctrine and to refute opponents.

The second category of "faithful people" is presbyteros, a presbyter, priest, elder.

Tit 1:5-6
Appoint presbyters (presbyterois) in every town, as I directed you, on condition that a man be blameless, married only once, with believing children who are not accused of licentiousness or rebellious.
1 Tim 5:17
Presbyters who preside well deserve double honor, especially those who toil in preaching and teaching.

The third category of "faithful people" is diakonos, deacon.

1 Tim 4:6,13,16
If you will give these instructions to the brothers, you will be a good minister (diakonos) of Christ Jesus, nourished on the words of the faith and of the sound teaching you have followed. ... Until I arrive, attend to the reading, exhortation, and teaching. ... Attend to yourself and to your teaching; persevere in both tasks, for by doing so you will save both yourself and those who listen to you.
1 Tim 3:8-9
Similarly, deacons (diakonous) must be dignified, not deceitful, not addicted to drink, not greedy for sordid gain, holding fast to the mystery of the faith with a clear conscience.

The Bible testifies that the Apostolic Church exercised this teaching authority ("holding fast to the true message ... to refute opponents" (Tit 1:9)) beyond the words and deeds of Jesus Christ.

The Acts of the Apostles records that there were different truths being taught regarding keeping the Mosaic Law. One group represented by Judaizers taught that Gentile Christians must come to the Christian life through keeping the Mosaic Law; the second group represented by Paul taught that Gentile Christians did not need to keep the Mosaic Law. There was also no Scripture regarding the truth of the issue. So they appealed to the authority of the Holy Spirit in council. The Catholic Church has followed this model ever since.

(Quelle: http://romanticcatholic.com/apologetics.html - used with permission)

 

Mündliche Überlieferung

* Mt 15:3, Mk 6:8, Mk 7:9, und Kol 2:8 - menschliche Überlieferungen werden verurteilt
2 Thess 2:15 Gläubigern wird befohlen  unveränderlich zur Heiligen Tradition zu halten
2 Thess 3:6 Vermeiden Sie diejenigen, die gemäß der Heiligen Überlieferung nicht leben
1 Kor 11:2 Die Korinther sind gelobt worden für die Aufrechterhaltung der Überlieferungen
Röm 16:17 Vermeiden Sie diejenigen, die entgegen der Doktrin sind, die Sie gelernt haben
1 Kor 11:2 Das geschriebene Wort und das gesprochene Wort müssen eingehalten werden

(Quelle: Sebastian R. Fama. Copyright © 2001 StayCatholic.com. Übersetzt mit Genehmigung. Übersetzer: Mike Esquibel. Herzlichen Dank, Mike!)

Dei Verbum

DOGMATISCHE KONSTITUTION
DEI VERBUM
ÜBER DIE GÖTTLICHE OFFENBARUNG

VORWORT

 

1. Gottes Wort voll Ehrfurcht hörend und voll Zuversicht verkündigend, folgt die Heilige Synode den Worten des heiligen Johannes: "Wir künden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschien. Was wir gesehen und gehört haben, künden wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft habt mit uns und unsere Gemeinschaft. Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus" (1 Joh 1,2-3). Darum will die Synode in Nachfolge des Trienter und des Ersten Vatikanischen Konzils die echte Lehre über die göttliche Offenbarung und deren Weitergabe vorlegen, damit die ganze Welt im Hören auf die Botschaft des Heiles glaubt, im Glauben hofft und in der Hoffnung liebt (1).

KAPITEL I

DIE OFFENBARUNG IN SICH

2. Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun (vgl. Eph 1,9): daß die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2,18; 2 Petr 1,4). In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11; Joh 15,14-15) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen. Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind: die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten; die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das sie enthalten, ans Licht treten. Die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist (2).

3. Gott, der durch das Wort alles erschafft (vgl. Joh 1,3) und erhält, gibt den Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich (vgl. Röm 1,19-20). Da er aber den Weg übernatürlichen Heiles eröffnen wollte, hat er darüber hinaus sich selbst schon am Anfang den Stammeltern kundgetan. Nach ihrem Fall hat er sie wiederaufgerichtet in Hoffnung auf das Heil, indem er die Erlösung versprach (vgl. Gen 3,15). Ohne Unterlaß hat er für das Menschengeschlecht gesorgt, um allen das ewige Leben zu geben, die das Heil suchen durch Ausdauer im guten Handeln (vgl. Röm 2,6-7). Später berief er Abraham, um ihn zu einem großen Volk zu machen (vgl. Gen 12,2), das er dann nach den Patriarchen durch Moses und die Propheten erzog, ihn allein als lebendigen und wahren Gott, als fürsorgenden Vater und gerechten Richter anzuerkennen und auf den versprochenen Erlöser zu harren. So hat er dem Evangelium den Weg durch die Zeiten bereitet.

4. Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, "hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn" (Hebr 1,1-2). Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe (vgl. Joh 1,1-18). Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als "Mensch zu den Menschen" gesandt (3), "redet die Worte Gottes" (Joh 3,34) und vollendet das Heilswerk, dessen Durchführung der Vater ihm aufgetragen hat (vgl. Joh 5,36; 17,4). Wer ihn sieht, sieht auch den Vater (vgl. Joh 14,9). Er ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis bekräftigt, daß Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken. Daher ist die christliche Heilsordnung, nämlich der neue und endgültige Bund, unüberholbar, und es ist keine neue öffentliche Offenbarung mehr zu erwarten vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit (vgl. 1 Tim 6,14 und Tit 2,13).

5. Dem offenbarenden Gott ist der "Gehorsam des Glaubens" (Röm 16,26; vgl. Röm 1,5; 2 Kor 10,5-6) zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich "dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft" (4) und seiner Offenbarung willig zustimmt. Dieser Glaube kann nicht vollzogen werden ohne die zuvorkommende und helfende Gnade Gottes und ohne den inneren Beistand des Heiligen Geistes, der das Herz bewegen und Gott zuwenden, die Augen des Verstandes öffnen und "es jedem leicht machen muß, der Wahrheit zuzustimmen und zu glauben" (5). Dieser Geist vervollkommnet den Glauben ständig durch seine Gaben, um das Verständnis der Offenbarung mehr und mehr zu vertiefen.

6. Durch seine Offenbarung wollte Gott sich selbst und die ewigen Entscheidungen seines Willens über das Heil der Menschen kundtun und mitteilen, "um Anteil zu geben am göttlichen Reichtum, der die Fassungskraft des menschlichen Geistes schlechthin übersteigt" (6). Die Heilige Synode bekennt, "daß Gott, aller Dinge Ursprung und Ziel, mit dem natürlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen sicher erkannt werden kann" (vgl. Röm 1,20); doch lehrt sie, seiner Offenbarung sei es zuzuschreiben, "daß, was im Bereich des Göttlichen der menschlichen Vernunft an sich nicht unzugänglich ist, auch in der gegenwärtigen Lage des Menschengeschlechtes von allen leicht, mit sicherer Gewißheit und ohne Beimischung von Irrtum erkannt werden kann"(7).

KAPITEL II

DIE WEITERGABE DER GÖTTLICHEN OFFENBARUNG

7. Was Gott zum Heil aller Völker geoffenbart hatte, das sollte so hat er in Güte verfügt - für alle Zeiten unversehrt erhalten bleiben und allen Geschlechtern weitergegeben werden. Darum hat Christus der Herr, in dem die ganze Offenbarung des höchsten Gottes sich vollendet (vgl. 2 Kor 1,20; 3,16 - 4,6), den Aposteln geboten, das Evangelium, das er als die Erfüllung der früher ergangenen prophetischen Verheißung selbst gebracht und persönlich öffentlich verkündet hat, allen zu predigen als die Quelle jeglicher Heilswahrheit und Sittenlehre (1) und ihnen so göttliche Gaben mitzuteilen. Das ist treu ausgeführt worden, und zwar sowohl durch die Apostel, die durch mündliche Predigt, durch Beispiel und Einrichtungen weitergaben, was sie aus Christi Mund, im Umgang mit ihm und durch seine Werke empfangen oder was sie unter der Eingebung des Heiligen Geistes gelernt hatten, als auch durch jene Apostel und apostolischen Männer, die unter der Inspiration des gleichen Heiligen Geistes die Botschaft vom Heil niederschrieben (2).

Damit das Evangelium in der Kirche für immer unversehrt und lebendig bewahrt werde, haben die Apostel Bischöfe als ihre Nachfolger zurückgelassen und ihnen "ihr eigenes Lehramt überliefert" (3). Diese Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift beider Testamente sind gleichsam ein Spiegel, in dem die Kirche Gott, von dem sie alles empfängt, auf ihrer irdischen Pilgerschaft anschaut, bis sie hingeführt wird, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, so wie er ist (vgl. 1 Joh 3,2).

8. Daher mußte die apostolische Predigt, die in den inspirierten Büchern besonders deutlichen Ausdruck gefunden hat, in ununterbrochener Folge bis zur Vollendung der Zeiten bewahrt werden. Wenn die Apostel das, was auch sie empfangen haben, überliefern, mahnen sie die Gläubigen, die Überlieferungen, die sie in mündlicher Rede oder durch einen Brief gelernt haben (vgl. 2 Thess 2,15), festzuhalten und für den Glauben zu kämpfen, der ihnen ein für allemal überliefert wurde (vgl. Jud 3) (4). Was von den Aposteln überliefert wurde, umfaßt alles, was dem Volk Gottes hilft, ein heiliges Leben zu führen und den Glauben zu mehren. So führt die Kirche in Lehre, Leben und Kult durch die Zeiten weiter und übermittelt allen Geschlechtern alles, was sie selber ist, alles, was sie glaubt.

Diese apostolische Überlieferung kennt in der Kirche unter dem Beistand des Heiligen Geistes einen Fortschritt (5): es wächst das Verständnis der überlieferten Dinge und Worte durch das Nachsinnen und Studium der Gläubigen, die sie in ihrem Herzen erwägen (vgl. Lk 2,19.51), durch innere Einsicht, die aus geistlicher Erfahrung stammt, durch die Verkündigung derer, die mit der Nachfolge im Bischofsamt das sichere Charisma der Wahrheit empfangen haben; denn die Kirche strebt im Gang der Jahrhunderte ständig der Fülle der göttlichen Wahrheit entgegen, bis an ihr sich Gottes Worte erfüllen.

Die Aussagen der heiligen Väter bezeugen die lebenspendende Gegenwart dieser Überlieferung, deren Reichtümer sich in Tun und Leben der glaubenden und betenden Kirche ergießen. Durch dieselbe Überlieferung wird der Kirche der vollständige Kanon der Heiligen Bücher bekannt, in ihr werden die Heiligen Schriften selbst tiefer verstanden und unaufhörlich wirksam gemacht. So ist Gott, der einst gesprochen hat, ohne Unterlaß im Gespräch mit der Braut seines geliebten Sohnes, und der Heilige Geist, durch den die lebendige Stimme des Evangeliums in der Kirche und durch sie in der Welt widerhallt, führt die Gläubigen in alle Wahrheit ein und läßt das Wort Christi in Überfülle unter ihnen wohnen (vgl. Kol 3,16).

9. Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil. Demselben göttlichen Quell entspringend, fließen beide gewissermaßen in eins zusammen und streben demselben Ziel zu. Denn die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde. Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten. So ergibt sich, daß die Kirche ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung angenommen und verehrt werden6.

10. Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes. Voller Anhänglichkeit an ihn verharrt das ganze heilige Volk, mit seinen Hirten vereint, ständig in der Lehre und Gemeinschaft der Apostel, bei Brotbrechen und Gebet (vgl. Apg 8,42 griech.), so daß im Festhalten am überlieferten Glauben, in seiner Verwirklichung und seinem Bekenntnis ein einzigartiger Einklang herrscht zwischen Vorstehern und Gläubigen (7).

Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte (8) Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut (9), dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird. Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft.

Es zeigt sich also, daß die Heilige Überlieferung, die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem weisen Ratschluß Gottes so miteinander verknüpft und einander zugesellt sind, daß keines ohne die anderen besteht und daß alle zusammen, jedes auf seine Art, durch das Tun des einen Heiligen Geistes wirksam dem Heil der Seelen dienen.

KAPITEL III.

DIE GÖTTLICHE INSPIRATION
UND DIE AUSLEGUNG DER HEILIGEN SCHRIFT

11. Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben (vgl. Joh 20,31; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,19-21; 3,15-16), Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind (1). Zur Abfassung der Heiligen Bücher hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten (2), all das und nur das, was er - in ihnen und durch sie wirksam (3) - geschrieben haben wollte, als echte Verfasser schriftlich zu überliefern (4).

Da also alles, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt zu gelten hat, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte (5). Daher "ist jede Schrift, von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Beweisführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Gott gehörige Mensch bereit sei, wohlgerüstet zu jedem guten Werk" (2 Tim 3,16-17 griech.).

12. Da Gott in der Heiligen Schrift durch Menschen nach Menschenart gesprochen hat (6), muß der Schrifterklärer, um zu erfassen, was Gott uns mitteilen wollte, sorgfältig erforschen, was die heiligen Schriftsteller wirklich zu sagen beabsichtigten und was Gott mit ihren Worten kundtun wollte. Um die Aussageabsicht der Hagiographen zu ermitteln, ist neben anderem auf die literarischen Gattungen zu achten. Denn die Wahrheit wird je anders dargelegt und ausgedrückt in Texten von in verschiedenem Sinn geschichtlicher, prophetischer oder dichterischer Art, oder in anderen Redegattungen. Weiterhin hat der Erklärer nach dem Sinn zu forschen, wie ihn aus einer gegebenen Situation heraus der Hagiograph den Bedingungen seiner Zeit und Kultur entsprechend - mit Hilfe der damals üblichen literarischen Gattungen - hat ausdrücken wollen und wirklich zum Ausdruck gebracht hat (7). Will man richtig verstehen, was der heilige Verfasser in seiner Schrift aussagen wollte, so muß man schließlich genau auf die vorgegebenen umweltbedingten Denk-, Sprach- und Erzählformen achten, die zur Zeit des Verfassers herrschten, wie auf die Formen, die damals im menschlichen Alltagsverkehr üblich waren (8).

Da die Heilige Schrift in dem Geist gelesen und ausgelegt werden muß, in dem sie geschrieben wurde (9), erfordert die rechte Ermittlung des Sinnes der heiligen Texte, daß man mit nicht geringerer Sorgfalt auf den Inhalt und die Einheit der ganzen Schrift achtet, unter Berücksichtigung der lebendigen Überlieferung der Gesamtkirche und der Analogie des Glaubens. Aufgabe der Exegeten ist es, nach diesen Regeln auf eine tiefere Erfassung und Auslegung des Sinnes der Heiligen Schrift hinzuarbeiten, damit so gleichsam auf Grund wissenschaftlicher Vorarbeit das Urteil der Kirche reift. Alles, was die Art der Schrifterklärung betrifft, untersteht letztlich dem Urteil der Kirche, deren gottergebener Auftrag und Dienst es ist, das Wort Gottes zu bewahren und auszulegen (10).

13. In der Heiligen Schrift also offenbart sich, unbeschadet der Wahrheit und Heiligkeit Gottes, eine wunderbare Herablassung der ewigen Weisheit, "damit wir die unsagbare Menschenfreundlichkeit Gottes kennenlernen und erfahren, wie sehr er sich aus Sorge für unser Geschlecht in seinem Wort herabgelassen hat" (11). Denn Gottes Worte, durch Menschenzunge formuliert, sind menschlicher Rede ähnlich geworden, wie einst des ewigen Vaters Wort durch die Annahme menschlich-schwachen Fleisches den Menschen ähnlich geworden ist.

KAPITEL IV

DAS ALTE TESTAMENT

14. Der liebende Gott, der um das Heil des ganzen Menschengeschlechtes besorgt war, bereitete es vor, indem er sich nach seinem besonderen Plan ein Volk erwählte, um ihm Verheißungen anzuvertrauen. Er schloß mit Abraham (vgl. Gen 15,8) und durch Moses mit dem Volke Israel (vgl. Ex 24,8) einen Bund. Dann hat er sich dem Volk, das er sich erworben hatte, durch Wort und Tat als einzigen, wahren und lebendigen Gott so geoffenbart, daß Israel Gottes Wege mit den Menschen an sich erfuhr, daß es sie durch Gottes Wort aus der Propheten Mund allmählich voller und klarer erkannte und sie unter den Völkern mehr und mehr sichtbar machte (vgl. Ps 21,28-29; 95,1-3; Jes 2,1-4; Jer 3,17). Die Geschichte des Heiles liegt, von heiligen Verfassern vorausverkündet, berichtet und gedeutet, als wahres Wort Gottes vor in den Büchern des Alten Bundes; darum behalten diese von Gott eingegebenen Schriften ihren unvergänglichen Wert: "Alles nämlich, was geschrieben steht, ist zu unserer Unterweisung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost der Schriften Hoffnung haben" (Röm 15,4).

15. Gottes Geschichtsplan im Alten Bund zielte vor allem darauf, das Kommen Christi, des Erlösers des Alls, und das Kommen des messianischen Reiches vorzubereiten, prophetisch anzukündigen (vgl. Lk 24,44; Joh 5,39; 1 Petr 1,10) und in verschiedenen Vorbildern anzuzeigen (vgl. 1 Kor 10,11). Die Bücher des Alten Bundes erschließen allen entsprechend der Lage, in der sich das Menschengeschlecht vor der Wiederherstellung des Heils in Christus befand, Wissen über Gott und Mensch und erschließen die Art und Weise, wie der gerechte und barmherzige Gott an den Menschen zu handeln pflegt. Obgleich diese Bücher auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten, zeigen sie doch eine wahre göttliche Erziehungskunst (1). Ein lebendiger Sinn für Gott drückt sich in ihnen aus. Hohe Lehren über Gott, heilbringende menschliche Lebensweisheit, wunderbare Gebetsschätze sind in ihnen aufbewahrt. Schließlich ist das Geheimnis unseres Heiles in ihnen verborgen. Deshalb sollen diese Bücher von denen, die an Christus glauben, voll Ehrfurcht angenommen werden.

16. Gott, der die Bücher beider Bünde inspiriert hat und ihr Urheber ist, wollte in Weisheit, daß der Neue im Alten verborgen und der Alte im Neuen erschlossen sei (2). Denn wenn auch Christus in seinem Blut einen Neuen Bund gestiftet hat (vgl. Lk 22,20; 1 Kor 11,25), erhalten und offenbaren die Bücher des Alten Bundes, die als Ganzes in die Verkündigung des Evangeliums aufgenommen wurden3, erst im Neuen Bund ihren vollen Sinn (vgl. Mt 5,17; Lk 24,27; Röm 16,25-26; 2 Kor 3,14-16), wie sie diesen wiederum beleuchten und deuten.

KAPITEL V

DAS NEUE TESTAMENT

17. Das Wort Gottes, Gottes Kraft zum Heil für jeden, der glaubt (vgl. Röm 1,16), kommt zu einzigartiger Darstellung und Kraftentfaltung in den Schriften des Neuen Bundes; denn als die Fülle der Zeit kam (vgl. Gal 4,4), ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, voll Gnade und Wahrheit (vgl. Joh 1,14). Christus hat das Reich Gottes auf Erden wiederhergestellt, in Tat und Wort seinen Vater und sich selbst geoffenbart und sein Werk durch Tod, Auferstehung, herrliche Himmelfahrt und Sendung des Heiligen Geistes vollendet. Von der Erde erhöht zieht er alle an sich (vgl. Joh 12,32 griech.); denn er allein hat Worte des ewigen Lebens (vgl. Joh 6,68). Anderen Geschlechtern ward dieses Geheimnis nicht kundgetan, wie es nun geoffenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Heiligen Geist (vgl. Eph 3,4-6 griech.), damit sie das Evangelium verkünden, den Glauben an Jesus als Christus und Herrn wecken und die Kirche sammeln. Dafür sind die Schriften des Neuen Bundes das unvergängliche und göttliche Zeugnis.

18. Niemandem kann es entgehen, daß unter allen Schriften, auch unter denen des Neuen Bundes, den Evangelien mit Recht ein Vorrang zukommt. Denn sie sind das Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers. Am apostolischen Ursprung der vier Evangelien hat die Kirche immer und überall festgehalten und hält daran fest; denn was die Apostel nach Christi Gebot gepredigt haben, das haben später unter dem Anhauch des Heiligen Geistes sie selbst und Apostolische Männer uns als Fundament des Glaubens schriftlich überliefert: das viergestaltige Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes (1).

19. Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, daß die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde (vgl. Apg 1,1-2). Die Apostel haben nach der Auffahrt des Herrn das, was er selbst gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit jenem volleren Verständnis überliefert, das ihnen aus der Erfahrung der Verherrlichung Christi und aus dem Licht des Geistes der Wahrheit (2) zufloß (3). Die biblischen Verfasser aber haben die vier Evangelien redigiert, indem sie einiges aus dem vielen auswählten, das mündlich oder auch schon schriftlich überliefert war, indem sie anderes zu Überblicken zusammenzogen oder im Hinblick auf die Lage in den Kirchen verdeutlichten, indem sie schließlich die Form der Verkündigung beibehielten, doch immer so, daß ihre Mitteilungen über Jesus wahr und ehrlich waren (4). Denn ob sie nun aus eigenem Gedächtnis und Erinnern schrieben oder auf Grund des Zeugnisses jener, "die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren", es ging ihnen immer darum, daß wir die, Wahrheit" der Worte erkennen sollten, von denen wir Kunde erhalten haben (vgl. Lk 1,2-4).

20. Der neutestamentliche Kanon umfaßt außer den vier Evangelien auch die Briefe des heiligen Paulus und andere apostolische Schriften, die unter der Eingebung des Heiligen Geistes verfaßt sind. In ihnen wird nach Gottes weisem Ratschluß die Botschaft von Christus dem Herrn bestätigt, seine echte Lehre mehr und mehr erklärt, die heilbringende Kraft des göttlichen Werkes Christi verkündet; die Anfänge der Kirche und ihre wunderbare Ausbreitung werden erzählt und ihre herrliche Vollendung vorausverkündet. Denn der Herr Jesus ist bei seinen Aposteln geblieben, wie er verheißen hatte (vgl. Mt 28,20), und hat ihnen als Beistand den Geist gesandt, der sie in die Fülle der Wahrheit einführen sollte (vgl. Joh 16,13).

KAPITEL VI

DIE HEILIGE SCHRIFT IM LEBEN DER KIRCHE

21. Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlaß das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht. In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah sie immer und sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens, weil sie, von Gott eingegeben und ein für alle Male niedergeschrieben, das Wort Gottes selbst unwandelbar vermitteln und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des Heiligen Geistes vernehmen lassen. Wie die christliche Religion selbst, so muß auch jede kirchliche Verkündigung sich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr orientieren. In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf. Und solche Gewalt und Kraft west im Worte Gottes, daß es für die Kirche Halt und Leben, für die Kinder der Kirche Glaubensstärke, Seelenspeise und reiner, unversieglicher Quell des geistlichen Lebens ist. Darum gelten von der Heiligen Schrift in besonderer Weise die Worte: "Lebendig ist Gottes Rede und wirksam" (Hebr 4,12), "mächtig aufzubauen und das Erbe auszuteilen unter allen Geheiligten" (Apg 20,32; vgl. 1 Thess 2,13).

22. Der Zugang zur Heiligen Schrift muß für die an Christus Glaubenden weit offenstehen. Darum hat die Kirche schon in ihren Anfängen die älteste Übersetzung des Alten Testamentes, die griechische, die nach den Siebzig (Septuaginta) benannt wird, als die ihre übernommen. Die anderen orientalischen und die lateinischen Übersetzungen, besonders die sogenannte Vulgata, hält sie immer in Ehren. Da aber das Wort Gottes allen Zeiten zur Verfügung stehen muß, bemüht sich die Kirche in mütterlicher Sorge, daß brauchbare und genaue Übersetzungen in die verschiedenen Sprachen erarbeitet werden, mit Vorrang aus dem Urtext der Heiligen Bücher. Wenn die Übersetzungen bei sich bietender Gelegenheit und mit Zustimmung der kirchlichen Autorität in Zusammenarbeit auch mit den getrennten Brüdern zustande kommen, dann können sie von allen Christen benutzt werden.

23. Die Braut des fleischgewordenen Wortes, die Kirche, bemüht sich, vom Heiligen Geist belehrt, zu einem immer tieferen Verständnis der Heiligen Schriften vorzudringen, um ihre Kinder unablässig mit dem Worte Gottes zu nähren; darum fördert sie auch in gebührender Weise das Studium der Väter des Ostens wie des Westens und der heiligen Liturgien. Die katholischen Exegeten und die anderen Vertreter der theologischen Wissenschaft müssen in eifriger Zusammenarbeit sich darum mühen, unter Aufsicht des kirchlichen Lehramts mit passenden Methoden die göttlichen Schriften so zu erforschen und auszulegen, daß möglichst viele Diener des Wortes in den Stand gesetzt werden, dem Volke Gottes mit wirklichem Nutzen die Nahrung der Schriften zu reichen, die den Geist erleuchtet, den Willen stärkt und die Menschenherzen zur Gottesliebe entflammt (1). Die Heilige Synode ermutigt die Söhne der Kirche, die Bibelwissenschaft treiben, das glücklich begonnene Werk mit immer neuen Kräften und ganzer Hingabe im Geist der Kirche fortzuführen (2).

24. Die heilige Theologie ruht auf dem geschriebenen Wort Gottes, zusammen mit der Heiligen Überlieferung, wie auf einem bleibenden Fundament. In ihm gewinnt sie sichere Kraft und verjüngt sich ständig, wenn sie alle im Geheimnis Christi beschlossene Wahrheit im Lichte des Glaubens durchforscht. Die Heiligen Schriften enthalten das Wort Gottes und, weil inspiriert, sind sie wahrhaft Wort Gottes: Deshalb sei das Studium des heiligen Buches gleichsam die Seele der heiligen Theologie (3). Auch der Dienst des Wortes, nämlich die seelsorgliche Verkündigung, die Katechese und alle christliche Unterweisung - in welcher die liturgische Homilie einen hervorragenden Platz haben muß - holt aus dem Wort der Schrift gesunde Nahrung und heilige Kraft.

25. Darum müssen alle Kleriker, besonders Christi Priester und die anderen, die sich als Diakone oder Katecheten ihrem Auftrag entsprechend dem Dienst des Wortes widmen, in beständiger heiliger Lesung und gründlichem Studium sich mit der Schrift befassen, damit keiner von ihnen werde zu "einem hohlen und äußerlichen Prediger des Wortes Gottes, ohne dessen innerer Hörer zu sein" (4), wo er doch die unübersehbaren Schätze des göttlichen Wortes, namentlich in der heiligen Liturgie, den ihm anvertrauten Gläubigen mitteilen soll. Ebenso ermahnt die Heilige Synode alle an Christus Glaubenden, zumal die Glieder religiöser Gemeinschaften, besonders eindringlich, durch häufige Lesung der Heiligen Schrift sich die "alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi" (Phil 3,8) anzueignen. "Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen." (5) Sie sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie, dann in frommer Lesung oder auch durch geeignete Institutionen und andere Hilfsmittel, die heute mit Billigung und auf Veranlassung der Hirten der Kirche lobenswerterweise allenthalben verbreitet werden. Sie sollen daran denken, daß Gebet die Lesung der Heiligen Schrift begleiten muß, damit sie zu einem Gespräch werde zwischen Gott und Mensch; denn "ihn reden wir an, wenn wir beten; ihn hören wir, wenn wir Gottes Weisungen lesen" (6). Die kirchlichen Vorsteher, "bei denen die Lehre der Apostel ist" (7), sollen die ihnen anvertrauten Gläubigen zum rechten Gebrauch der Heiligen Bücher, namentlich des Neuen Testamentes und in erster Linie der Evangelien, in geeigneter Weise anleiten durch Übersetzungen der heiligen Texte, die mit den notwendigen und wirklich ausreichenden Erklärungen versehen sind, damit die Kinder der Kirche sicher und mit Nutzen mit den Heiligen Schriften umgehen und von ihrem Geist durchdrungen werden. Darüber hinaus sollen mit entsprechenden Anmerkungen versehene Ausgaben der Heiligen Schrift geschaffen werden, die auch Nichtchristen gebrauchen können und die ihren Verhältnissen angepaßt sind. Die Seelsorger und die Christen jeden Standes sollen auf jede Weise klug für ihre Verbreitung sorgen.

26. So möge durch Lesung und Studium der Heiligen Bücher "Gottes Wort seinen Lauf nehmen und verherrlicht werden" (2 Thess 3,1). Der Schatz der Offenbarung, der Kirche anvertraut, erfülle mehr und mehr die Herzen der Menschen. Wie das Leben der Kirche sich mehrt durch die ständige Teilnahme am eucharistischen Geheimnis, so darf man neuen Antrieb für das geistliche Leben erhoffen aus der gesteigerten Verehrung des Wortes Gottes, welches "bleibt in Ewigkeit" (Jes 40,8; vgl. 1 Petr 1,23-25).

18. November 1965

ANMERKUNGEN:

Vorwort/Kapitel 1:

(1) Vgl. Augustinus, Büchlein vom ersten katechetischen Unterricht, 4: PL 40,316.

(2) Vgl. Mt 11,27; Joh 1,14.17; 14,6; 17,1-3; 2 Kor 3,16; 4,6; Eph 1,3-14.

(3) Brief an Diognet VII., : F. X. Funk, Patres Apostolici I (Tübingen 1901) 403.

(4) I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 3: Denz. 1789 (3008).

(5) II. Konzil von Orange, can. 7: Denz. 180 (377); I. Vat. Konzil, a. a. O.: Denz. 1791 (3010).

(6) I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1786 (3005).

(7) Ebd.: Denz. 1785 und 1786 (3004 und 3005).

Kapitel 2:

(1) Vgl. Mt 28,19-20 und Mk 16,15. Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783 (1501).

(2) Vgl. Konzil von Trient, a. a. O.; I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1787 (3006).

(3) Irenäus, Adv. Hær. III.,3, 1: PG 7, 848; Harvey 2,9.

(4) Vgl. II. Konzil von Nicæa: Denz. 303 (602). IV. Konzil von Konstantinopel, Sess. X. can. 1: Denz. 336 (650-652).

(5) Vgl. L Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 4: Denz. 1800 (3020).

(6) Vgl. Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783 (1501).

(7) Vgl. Pius XII., Apost. Konst. Munificentissimus Deus, 1. Nov. 1950: AAS 42 (1950) 756. Vgl. die Worte Cyprians: "die Kirche, das mit dem Priester vereinte Volk und die ihrem Hirten anhängende Herde", Ep. 66, 8: CSEL 3, 2, 733.

(8) Vgl. I. Vat. KonziI., Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 3: Denz. 1792 (3011).

(9) Vgl. Pius XII., Enz. Humani generis, 12. Aug. 1950: AAS 42 (1950) 568-569; Denz. 2314 (3886).

Kapitel 3:

(1) Vgl. I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1787 (3006); Bibelkommission, Dekret, 18. Juni 1915: Denz. 2180 (3629) und Ench. Bibl. 420; Hl. Officium, Brief, 22. Dez. 1923: Ench. Bibl. 499.

(2) Vgl. Pius XII., Enz. Divino afflante, 30. Sept. 1943: AAS 35 (1943) 314; Ench. Bibl. 556.

(3) In und durch den Menschen: vgl. Hebr 1,1; 4,7 (in); 2 Sam 23,2; Mt 1,22 und passim (durch); I. Vat. Konzil, Schema über die katholische Lehre, Note 9: Coll. Lac. VII., 522.

(4) Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus, 18. Nov. 1893: Denz. 1952 (3293); Ench. Bibl. 125.

(5) Vgl. Augustinus, De Gen. ad litt. 2, 9, 20: PL 34, 270-271; CSEL 28, 1, 46-47 und Brief 82,3: PL 33,277; CSEL 34, 2, 354; Thomas v. Aquin, De ver. q. 12, a. 2, C; Konzil von Trient, Dekret über die kanonischen Schriften: Denz. 783 (1501); Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus: Ench. Bibl. 121.124.126-127; Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 539.

(6) Augustinus, De Civ. Dei XVII., 6, 2: PL 41, 537; CSEL 40, 2, 228.

(7) Augustinus, De Doctr. Christ. III., 18, 26: I, L 34, 75-76; CSEL 80, 95.

(8) Pius XII., a. a. O.: Denz. 2294 (3829-3830); Ench. Bibl. 557-562.

(9) Vgl. Benedikt XV., Enz. Spiritus Paraclitus, 15. Sept. 1920: Ench. Bibl. 469; Hieronymus, In Gal. 19-21: PL 26, 417 A.

(10) Vgl. I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über den katholischen Glauben Dei Filius, Kap. 2: Denz. 1788 (3007).

(11) Johannes Chrysostomus, ln Gen. 3,8 (hom. 17, 1): PG 53, 134: "herabgelassen", lateinisch "attemperatio", griechisch "synkatábasis".

Kapitel 4:

(1) Pius XI., Enz. Mit brennender Sorge, 14. März 1937: AAS 29 (1937) 151.

(2) Augustinus, Quæst. in Hept. 2, 73: PL 34, 623.

(3) Irenäus, Adv, Hær. III., 21, 3: PG 7, 950 (- 25, 1: Harvey 2, 115); Cyrill von Jerusalem, Catech. 4, 35: PG 33, 497; Theodor von Mopsuestia, In Soph. 1, 4-6: PG 66, 452 D-453 A.

Kapitel 5:

(1) Irenäus, Adv. Hær. III., 11, 8: PG 7, 885; Ausg. Sagnard, 194.

(2) Vgl. Joh 14,26; 16,13.

(3) Vgl. Joh 2,22; 16,16; vgl. 14,26; 16,12-13; 7,39.

(4) Vgl. die Instruktion Sancta Mater Ecclesia der Päpstlichen Bibelkommission: AAS 56 (1964) 715.

Kapitel 6:

(1) Vgl. Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 551.553.567; Päpstl. Bibelkommission, Instruktion über die rechte Art, in Klerikalseminarien und Ordenskollegien über die Bibel zu dozieren, 30. Mai 1950: AAS 42 (1950) 495-505.

(2) Vgl. Pius XII., ebd. 569.

(3) Vgl. Leo XIII., Enz. Providentissimus Deus: Ench. Bibl. 114; Benedikt. XV., Enz. Spiritus Paraclitus: Ench. Bibl. 483.

(4) Augustinus, Serm. 179, 1: PL 38, 966.

(5) Hieronymus, Comm. in Jes., Prol.: PL 24, 17; vgl. Benedikt XV., Enz. Spiritus Paraclitus: Ench. Bibl. 475-480; Pius XII., Enz. Divino afflante: Ench. Bibl. 544.

(6) Ambrosius, De officiis ministrorum I, 20, 88; PL 16, 50.

(7) Irenäus, Adv. Hær. IV, 32, 1: PG 7, 1071 (= 49, 2: Harvey 2, 255).


 
(Quelle: http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html)

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Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on Tradition

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Coronum Apologetic Website: St. Athanasius, The Scriptures,s Tradtition & Church

Coronum Apologetic Website: The Church Fathers on St. Athanasius and Sacred Tradition

StayCatholic.com: The Early Church Fathers on Tradition

The Temple Institute: The Oral Tradition

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Mark P. Shea: By What Authority? An Evangelical Discovers Catholic Tradition (Our Sunday Visitor Inc.)