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The Jesus Brothers

kathpedia.com: Martin Luther

Martin Luther (*10. November 1483 in Eisleben, † 18. Februar 1546 ebenda) war ein deutscher Augustinermönch, Priester und Theologe. Seine Thesen lösten ab 1517 die Reformation aus, die zu einer Kirchenspaltung führte.


Leben bis zum Bruch mit der Kirche


Martin Luther wurde am 10. November 1483 als Sohn des Bergmannes Hans Luder geboren, der ihn nach streng christlichen Grundsätzen erzog. 1501 begann Luther das Studium der Artes an der Universität Erfurt, das er 1505 mit dem Magistergrad abschloss. Auf Wunsch seines Vaters begann er darauf mit einem Jurastudium, welches jedoch im gleichen Jahr jäh unterbrochen. In ein Gewitter geraten, gelobte Luther für den Fall seiner Rettung in ein Kloster einzutreten. Am 17. Juli 1505 trat er bei den Augustinereremiten von Erfurt ein. Am 3. April 1507 wurde er zum Priester geweiht.

1508 schickte der Ordensvikar Johann von Staupitz Luther auf die neugegründete Universität Wittenberg, wo er über die Ethik des Aristoteles las. Später befasste er sich mit den Sentenzen des Petrus Lombardus und den Schriften des hl. Augustinus. Am 18. Oktober 1512 wurde er in Wittenberg zum Doktor der Theologie promoviert und übernahm anschließend die Professur der Heiligen Schrift, die er bis zu seinem Tod innehaben sollte. Von seinen Vorlesungen über die Paulusbriefe sind Autographien erhalten, die seine langsame Abkehr vom Katholizismus andeuten.

 

Die neue Lehre Luthers: Bruch mit der Kirche


Die Entfremdung von der katholischen Lehre sollen auf das - von Luther selbst geschilderte - "Turmerlebnis" zurückgehen, das sich jedoch nicht genau datieren lässt und wohl zwischen 1511 und 1515 stattgefunden hat. Im Südturm des Wittenberger Augustinerklosters hatte Luther über die Rechtfertigung vor Gott meditiert und hierzu den Römerbrief (Röm 1, 17) hinzugezogen. Luther kam zu einer Neuinterpretation der Rechtfertigungslehre, die mit der kirchliche Lehre nicht übereinstimmte.

In seiner Vorlesung über den Hebräerbrief folgerte Luther gemäß seiner Lehre, dass nicht das Sakrament rechtfertige, sondern der Glaube an das Sakrament. Dies stellte einen Bruch mit der kirchlichen Sakramentenlehre dar.

Die Lehren Luthers werden von vielen prägnant durch die drei sola-Prinzipien zusammengefaßt: sola scriptura (allein die Schrift als Quelle - ohne die Tradition und das Lehramt) sola fide (allein der Glaube als Grund für die Rechtfertigung - ohne Berücksichtigung der Taten) sola gratia (allein die Gnade als Ursache der Rettung - ohne Mitwirkung der Natur)

Insbesondere bei den Themen Erbsünde und Konkupiszenz verfing sich Luther in Fehler. (Simul iustus et peccator = Gerecht und Sünder zugleich) Luthers Denken war stark beeinflußt durch William von Occam.

 

Der Ablassstreit


1514 wurde Albrecht von Brandenburg (1490 - 1545), bislang Erzbischof von Magdeburg und Administrator von Halberstadt, auch noch Erzbischof von Mainz. Für eine derartige Ämterhäufung hatte der Fürst dem Papst große Gebühren zu entrichten. Diese ließ Albrecht vor allem durch den Dominikanermönch und Ablassprediger Johann Tetzel eintreiben. Hieran nahm Luther schon früh Anstoß, insbesondere weil Tetzel für die Austellung eines Ablassbriefes nicht den Stand der Gnade forderte. Am 31. Oktober 1517 schlug Luther ein Papier mit 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schloßkirche, in denen er gegen die Praxis des Ablasshandels und die fehlende Bußgesinnung, keineswegs aber gegen den Ablass als solchen protestierte. Die Historizität dieses Thesenanschlages wird jedoch heute von vielen bezweifelt.

Die Thesen Luthers fanden - auch mit Hilfe des gerade beginnenden Buchdrucks - schnell weite Verbreitung. Die Gewinnung von mehreren Anhängern (Martin Bucer, Philipp Melanchton, Johannes Brenz), die seine Theologie der Rechtfertigung verbreiteten löste die Reformation aus, die bald zur Kirchenspaltung führte.

 

Prozeß und Verurteilung


Albrecht von Brandenburg und die Dominikaner zeigten Luther schon 1518 in Rom an. Im Juli wurde er nach Rom zitiert. Noch ehe der dortige Prozess zu Ende geführt werden konnte, wurde Luther vom 12. bis zum 14. Oktober 1518 von Kardinal Cajetan, der als Apostolischer Legat am Augsburger Reichstag teilgenommen hatte, verhört. Luther weigerte sich, seine Lehren zurückzunehmen, falls er nicht mit Hilfe der Schrift oder aus Vernunftgründen widerlegt werden könne. Kurz darauf floh er aus der Stadt, da er seine Verhaftung befürchtete. Luthers Landesherr, der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise, verweigerte forthin die Auslieferung Luthers an die Kurie.

Im Jahr 1519 beauftragte der Papst den päpstlichen Nuntius Karl von Miltitz mit Luther über eine Verfahrenspause zu verhandeln, in welcher Luther schweigen sollte. Während dieser Verfahrenspause ereignete sich jedoch ein Disput zwischen dem Dominikaner Johannes Eck und dem der Lutherlehre nahestehenden Andreas Karlstadt. Luther brach daraufhin sein Schweigen und nahm an der sog. Leipziger Disputation teil. Dort leugnete er die Irrtumslosigkeit der Konzilien und somit die Existenz eines höchsten kirchlichen Lehramts. Im Frühjahr 1520 wurde sein Prozess wiederaufgenommen. Die am 15. Juni 1520 erschienene Bulle Exsurge Domine verurteilte 41 Sätze aus Luthers Schriften als irrig und häretisch und drohte mit dem Bann, falls Luther nicht innerhalb von 60 Tagen widerriefe.

Luther wies die Androhung des Bannes als ungültig zurück und verbrannte öffentlich ein Exemplar der Bulle. Er veröffentlichte Schriften, in denen er die Legitimität des Papsttumes bestritt, ein antikuriales Reformprogramm forderte, vier der sieben Sakramente verwarf und den Opfercharakter der Messe bestritt. Am 3. Januar 1521 wurde er durch die Bulle Decet Romanum Pontificem von Leo X. exkommuniziert. Im gleichen Monat bekräftigte Luther die verurteilten Thesen.

Luther entwickelte ein Kirchenbild, nach dem die Kirche keine Hierarchie göttlichen Rechtes besitzt, aber Wort und Sakrament als Heilsmittel verwaltet. Die Gemeinschaft der Gläubigen hat geistliche Schlüsselgewalt, nicht aber im Gewissen verpflichtende Leitungsgewalt.

 

Der Reichstag zu Worms


Der neugewählte Kaiser Karl V. zitierte Luther im April 1521 schließlich vor den Wormser Reichstag, wo er abermals gefragt wurde, ob er seinen Lehren abschwöre. Luther erbat sich einen Tag Bedenkzeit, dann verweigerte er am 18. April 1521 endgültig die Rücknahme seiner Lehre und am 24. April auch die Unterordnung unter ein Konzil. Das Wormser Edikt vom 26. Mai 1521 verhängte demnach die Reichsacht über Luther und ordnete die Verbrennung seiner Schriften an.

 

Exil auf der Wartburg


Friedrich der Weise verweigerte die Pflicht zur Vollstreckung der Reichsacht, indem er Luther nach einem Scheinüberfall als angeblichen "Junker Jörg" auf die Wartburg entführen ließ. Dort übersetzte Luther das Neue Testament ins Deutsche (ostmitteldeutsche Sprachform). 1534 folgte das Alte Testament. Er verfasste aber auch Schriften gegen das Mönchsgelübde, was anschließend eine Anzahl von Klöstern veröden ließ.

In Wittenberg hatte sich unter Führung Melanchtons und Karlstadts inzwischen eine lutherische Abendmahlsgemeinschaft gebildet, deren radikale Elemente bald Unruhen hervorriefen. Luther sah sich zum Eingreifen gezwungen und erschien am 6. März 1522 in Wittenberg, wo er die öffentliche Ordnung widerherstellen konnte.

 

Spätzeit


In seinen letzten Jahren bekräftigte Luther seine Kritik am Papsttum und entwickelte in den Schmalkaldischen Artikeln eine scharfe Abgrenzung zur katholischen Lehre. Am 18. Februar 1546 starb er in Eisleben.

 

Person


Luther ist ohne Frage die zentrale Person der Reformation. Sein Charisma und seine Sprachgewalt erzeugten großen Eindruck und Wirkung bei seinen Zeitgenossen. Seine Person ist jedoch nicht frei von Schattenseiten. Anfälle von Maßlosigkeit und mangelnde Demut treten in seinem Werk und Wirken deutlich zu Tage. Die von ihm eigentlich angestrebte Reform der Kirche konnte nicht funktionieren, da sie von einer veränderten Lehrgrundlage ausging, die den bisherigen Weg der Kirche durch die Zeit als Irrweg darstellte.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Luther)

 

kathpedia.com: Reformation

Mit Reformation wird die im 16. Jh insbesondere durch Martin Luther (Sachsen), Johannes Calvin (Genf) und Huldrych Zwingli (Zürich) begonnene Umgestaltung der Kirche bezeichnet, die letztlich in der Abspaltung der protestantischen Glaubensgemeinschaften von der vorherigen katholischen Kirche gipfelte. Erstmals in der abendländischen Geschichte wurden dabei theologische Sonderbewegungen durch die Politik, gegen das Papsttum, in Schutz genommen.

 

Ursachen


Mitbedingt und veranlasst wurde die Reformation durch Verfallserscheinungen in der römisch-katholischen Kirche, so die Erkaufung geistlicher Ämter (Simonie), die Vergabe dieser Ämter innerhalb einer Familie (Nepotismus), mangelhafte Bildung im Klerus (einzelne Priester konnten nicht Latein und wussten über Grundwahrheiten des Glaubens nicht Bescheid), Konkubinat mancher Priester, Sittenverfall selbst am päpstlichen Hof, politische Instrumentalisierung kirchlicher Personen.

 

Geschichtlicher Verlauf


Als Beginn der Reformation gilt gemeinhin der Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche von Wittenberg. Die Historizität dieser von Luther nicht selbst überlieferten Begebenheit ist allerdings heute sehr umstritten. Fakt ist jedoch, dass Luther am 31. Oktober 1517 seine Thesen an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg Albrecht von Brandenburg sandte, und damit den "Stein ins Rollen" brachte. In den 95 Thesen kritisiert Luther vor allem die oben erwähnten Missstände, sowie den Verkauf von Ablassbriefen. Grundlegende Elemente katholischer Theologie, wie das Weihesakrament, das Purgatorium lehnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ab.

 

Theologische Ansätze der Reformatoren


Auch wenn die lutherische und die reformierte Theologie (vgl. Kalvinismus) in einigen Punkte andere Ansätze vertraten, so waren sie doch in vier Punkten einig:

sola scriptura - allein die Schrift ist Grundlage des christlichen Glaubens (vgl. Gal 2,6-9)
sola fide - allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt (vgl. Gal 2,16), vgl. Rechtfertigung
sola gratia - allein durch die Gnade Gottes wird der glaubende Mensch errettet (vgl. Röm 1,17)
solus Christus - allein Christus hat Autorität über Gläubige (vgl. Eph 5, 23-24)

Katholische Antwort


Die in der Reformation zum Ausdruck gekommene Kirchenkrise konnte erst durch das Konzil von Trient und dessen Umsetzung schrittweise überwunden werden. Im Zeitalter des Absolutismus kam die "Gegenreformation" dann zum Stillstand. Einen wichtigen Beitrag leisteten hierbei die Reformorden des 16. Jahrhunderts, die Kapuziner, die Jesuiten, die Theatiner und die Barnabiten.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Reformation)

 

Bedeutet das "Priestertum aller Gläubigen" nicht, dass wir alle Priester sind?

Nein. Durch Taufe, Eucharistie und Firmung sind wir zwar alle "Priester, Propheten und Könige", aber nicht in dem Sinn, dass wir vom Amtsverständnis einem geweihten Priester gleichgestellt wären. Das hat nichts mit "besser" oder "schlechter" oder "wichtig" und "weniger wichtig" zu tun. Vielmehr haben wir alle eine Berufung, eine Aufgabe, eine Gott-gegebene Sendung - und dafür hat uns Gott auch mit uns eigenen Gaben ausgestattet. Und dort, wo wir selbst nichts vorweisen können, können wir uns immer noch auf Ihn stützen und verlassen. Priester sind geweihte Männer und mit dieser Aufgabe betraut. Jede und jeder von uns hat aber eine Aufgabe. Jede und jeder nimmt an diesem "Priestertum aller Gläubigen" teil - zwar nicht so, wie es von manchen Protestanten verstanden wird, aber dennoch als Gott-gegebene Aufgabe und Auftrag. Dies wird von vielen unterschätzt. Alle Christen sind Jünger Jesu Christi - oder sollten dies zumindest sein. und das ist kein Teilzeit-Job, sondern eine Lebensaufgabe, die alles von uns fordert - bis zur Aufgabe des eigenen Lebens.

Robert

Zum Nachdenken:

GEMEINSAME OFFIZIELLE FESTSTELLUNG des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche

1. Auf der Grundlage der in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE) erreichten Übereinstimmungen erklären der Lutherische Weltbund und die Katholische Kirche gemeinsam: „Das in dieser Erklärung dargelegte Verständnis der Rechtfertigungslehre zeigt, daß zwischen Lutheranern und Katholiken ein Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre besteht“ (GE 40). Auf der Grundlage dieses Konsenses erklären der Lutherische Weltbund und die Katholische Kirche gemeinsam: „Die in dieser Erklärung vorgelegte Lehre der lutherischen Kirchen wird nicht von den Verurteilungen des Trienter Konzils getroffen. Die Verwerfungen der lutherischen Bekenntnisschriften treffen nicht die in dieser Erklärung vorgelegte Lehre der römisch-katholischen Kirche“ (GE 41).

 2. Im Blick auf den Beschluß des Rates des Lutherischen Weltbundes über die Gemeinsame Erklärung vom 16. Juni 1998 und die Antwort der Katholischen Kirche auf die Gemeinsame Erklärung vom 25. Juni 1998 sowie die von beiden Seiten vorgebrachten Anfragen wird in der (als „Anhang“ bezeichneten) beigefügten Feststellung der in der Gemeinsamen Erklärung erreichte Konsens weiter erläutert; so wird klargestellt, daß die früheren gegenseitigen Lehrverurteilungen die Lehre der Dialogpartner, wie sie in der Gemeinsamen Erklärung dargelegt wird, nicht treffen.

 3. Die beiden Dialogpartner verpflichten sich, das Studium der biblischen Grundlagen der Lehre von der Rechtfertigung fortzuführen und zu vertiefen. Sie werden sich außerdem auch über das hinaus, was in der Gemeinsamen Erklärung und in dem beigefügten erläuternden Anhang behandelt ist, um ein weiterreichendes gemeinsames Verständnis der Rechtfertigungslehre bemühen. Auf der Basis des erreichten Konsenses ist insbesondere zu denjenigen Fragen ein weiterer Dialog erforderlich, die in der Gemeinsamen Erklärung selbst (GE 43) besonders als einer weiteren Klärung bedürftig benannt werden, um zu voller Kirchengemeinschaft, zu einer Einheit in Verschiedenheit zu gelangen, in der verbleibende Unterschiede miteinander „versöhnt“ würden und keine trennende Kraft mehr hätten. Lutheraner und Katholiken werden ihre Bemühungen ökumenisch fortsetzen, um in ihrem gemeinsamen Zeugnis die Rechtfertigungslehre in einer für den Menschen unserer Zeit relevanten Sprache auszulegen, unter Berücksichtigung der individuellen und der sozialen Anliegen unserer Zeit.

  

Durch diesen Akt der Unterzeichnung

bestätigen

die Katholische Kirche und der Lutherische Weltbund

die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre

in ihrer Gesamtheit

Auf den Spuren Luthers - Blick aufs Jubiläumsjahr 2017

Margot Käßmann und Luthers Exkommunikation – die Ex-Bischöfin glänzt durch Unwissenheit

Veröffentlicht: 27. Dezember 2012 | Autor: Felizitas Küble

Derzeit liest man allenthalben, daß die evangelische Ex-Bischöfin Margot Käßmann von der katholischen Kirche “erwartet”, daß bis zum Reformations-Jubiläumsjahr 2017 die Exkommunikation Martin Luthers aufgehoben wird.

Zur Bekräftigung fügte die prominente Protestantin am vergangenen Montag gegenüber dem “Mannheimer Morgen” hinzu: “Das fordern ja auch Katholiken wie etwa Hans Küng”.

Und wenn ein   -  von der katholischen Kirche zudem seit langem amtsenthobener   -  Theologe wie Küng etwas verlangt, dann kann das wohl nur klug und richtig sein?

Umgekehrt wird freilich ein Schuh draus: Eine Rücknahme der Exkommunikation ist nicht einmal logisch möglich, geschweige theo-logisch sinnvoll. Das gilt nicht allein für Luther, sondern grundsätzlich für alle Verstorbenen, die zu Lebzeiten exkommuniziert waren.

Wieso? Weshalb? Warum?

Ganz einfach: Wenn die Kirche ein Mitglied exkommuniziert, dann hat das nichts mit einer “Verfluchung”  zu tun, damit ist auch keine “Verdammung” fürs Jenseits ausgesprochen, sondern der Betreffende wird vielmehr aus der “Communio” -  der kirchlichen Sakramentengemeinschaft  – ausgeschlossen. Er darf also nicht mehr an den Sakramenten teilnehmen und z.B. keine kirchlichen Ehrenämter bekleiden. (Er darf aber selbstverständlich an Gottesdiensten, Andachten und hl. Messen teilnehmen, aber nicht zum Tisch des Herrn gehen.)
Die Mitgliedschaft in der “streitenden Kirche” endet mit dem Tod

Nun hört die Mitgliedschaft in der irdischen, der sog. “streitenden” Kirche mit dem Tod bekanntlich auf. Also kann die Kirche  nach dem Tod niemanden exkommunizieren  – und daher logischerweise auch keine Exkommunikation aufheben, somit auch nicht Luthers Exkommunikation.

Die kirchliche “Jurisdiktion” (also die Ausübung des Hirtenamtes und diverser Vollmachten) ist nämlich auf die irdischen “Schäflein” beschränkt.

Für das Jenseits verfügt die Kirche  -  wie sie selber lehrt  -  nicht über “kirchenrechtliche” bzw sakramentale Befugnisse. Auch die Gebete der Gläubigen, hl. Messen und Ablässe für Verstorbene können daher “nur” fürbitthalber wirksam werden, denn das “Reich der Toten” liegt in Gottes Hand, es liegt buchstäblich “jenseits” der “Schlüsselgewalt” der irdischen Kirche.

Also: Die katholische Kirche  k a n  n  die Exkommunikation für Luther nicht aufheben und nicht “widerrufen”, selbst wenn sie es wollte.

Abgesehen davon würde ein solcher Vorgang wohl an den nach wie vor bestehenden Lehr-Unterschieden zwischen der katholischen Kirche und den protestantischen Konfessionen nichts ändern.

Bevor “Luther-Botschafterin” Käßmann, Küng und Konsorten also ihre umwerfenden “Forderungen” stellen, sollten sie sich erst einmal schlau machen,  was eine Exkommunikation überhaupt bedeutet, nämlich den Ausschluß aus der kirchlichen Sakramentengemeinschaft. Ein solches Mindestmaß an Sachkenntnis sollte man doch von der theologischen Prominenz erwarten können?

Man darf jedenfalls davon ausgehen, daß Luther wohl kaum aus dem Jenseits zurückkehrt, um wieder in den Genuß der kirchlichen “Communio” zu gelangen bzw die katholischen Sakramente zu empfangen…

Abgesehen davon:

Wenn die evangelische Seite “Forderungen” an die katholische stellt, dann kann das auch umbekehrt laufen: Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn sich evangelische Kirchenvertreter beispielsweise von Luthers zahlreichen anti-katholischen Tiraden distanzieren, von seinen Schimpf-Attacken gegen die heilige Messe oder auch von seiner Schrift “Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet” und ähnlichen unfreundlichen Pamphleten.

Verständigung und ökumenischer Dialog: ja bitte, aber dieser ist durchaus keine Einbahnstraße!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Historiker kritisiert Luther-Botschafterin Margot Käßmann wegen Legendenverbreitung

Veröffentlicht: 4. Januar 2013 | Autor: Felizitas Küble

Evangelische Theologin ignoriert Ergebnisse der Reformationsforschung

Im Jahre 2017 soll in Deutschland und weltweit der fünfhundertste Jahrestag der Reformation begangen werden. Seit fast 400 Jahren ist der 31. Oktober ein bedeutsamer Feiertag vor allem für die lutherische Konfession, teils auch für andere reformierte Glaubensgemeinschaften.  

Unter Geschichtswissenschaftlern ist freilich seit langem bekannt, daß es den angeblichen Thesen-Anschlag Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 nie gegeben hat  -  und auch sein berühmtes Wort “Hier stehe ich, ich kann nicht anders” hängt historisch in der Luft; es gibt dafür keine niet- und nagelfesten Belege.

Vielmehr handelt es sich um später entstandene Legenden, die sich um das sagenumwobene Luther-Bild rankten, es “heroischer” erscheinen und den Reformator gleichsam zum heldenhaften “Mythos” werden ließen.

Die Vorstellung, Luther habe seine 95 Thesen gegen den Ablaßhandel eigenhändig an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg genagelt und mit dieser Aktion gleichsam die Reformation symbolträchtig eingeleitet, wirkt natürlich “dramatischer” und anschaulicher als die schlichte historische Tatsache, daß er jene Thesen am 31.10.1517 einem Brief an Erzbischof Albrecht von Brandenburg beifügte.

Als dieser nicht reagierte, übergab der Augustiner-Mönch sein Schriftstück einigen Bekannten, die es dann ohne sein Wissen veröffentlichten, so daß hieraus eine kontroverse Debatte im damaligen Deutschland entstand  – danach nahmen die Dinge ihren bekannten Lauf.

Daß die vielgepriesene Vorstellung vom “hammerschwingenden” Mönch an der Schloßkirche  -  die quasi zum plastischen Symbol der Lutherfigur wurde  -   ins Reich der Legenden gehört, ist unter Geschichtsforschern fraglos geklärt und sollte sich auch bis zur Theologin und Ex-Bischöfin Käßmann herumgesprochen haben.

Dasselbe gilt für eine weitere Sage:

Luther zog mit seinem Gefolge auf dem Reichstag in Worms ein; dort erwarteten Kaiser und Kirche von ihm einen Widerruf seiner Bücher; er erbat sich zunächst eine Bedenkzeit, die ihm gewährt wurde    -  und verweigerte danach mit einer kurzen Rede den geforderten Widerruf  -  soweit der historische Sachverhalt.

Die berühmt gewordene Abschlußformel “Hier stehe ich, ich kann nicht anders!  -  Gott helfe mir, Amen!”  ist jedoch frei erfunden, wohl um diese Geschichte interessanter und “sensationeller” zu gestalten.

Wie Radio Vatikan berichtet, übt jetzt auch der Göttinger Historiker Dr. Hartmut Lehmann Kritik an Margot Käßmann, die zugleich als sog. Luther-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 fungiert.

Die Theologin Käßmann zeichne ein falsches Bild von Luther,  schreibt Prof. Lehmann in einem Gastbeitrag für “Christ & Welt”, einer Beilage der Wochenzeitung “Die Zeit”.  Deren Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken.

Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiele das Aufgreifen des angeblichen Thesenanschlages und des Spruchs „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

Historikern falle auf, daß es sich bei beidem um Material „aus dem Arsenal der Lutherlegenden“ handle, so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlags undifferenziert übernehme, „vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren.“

Es gehe nicht allein darum, „dass die Reformationsbotschafterin Ergebnisse der Reformationsforschung ignoriert und sich stattdessen auf populäre Lutherlegenden beruft“, betont Prof. Lehmann.

Käßmanns Vorgehensweise sei nicht nur unwissenschaftlich, sondern erschwere auch die Ökumene, so der Historiker: „Ebenso bedenklich ist, dass sie bisher mit dem Verweis auf polemisch-abgrenzende Projektionen Chancen vergibt, die im Interesse aller Christen liegen.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Differences Between Catholic and Protestant Approaches to the Bible

by Steve Ray on March 10, 2013

“Bible Christians” (a misnomer, since Catholics are the real and original Bible Christians), based on their recently devised “Reformation” principle of sola Scriptura, study the Bible with the following premises:

1. There is no binding authority but the Bible alone;

2. There is no official binding interpretation or interpreter; each person ultimately is their own pope;

3. The Bible is perspicuous (i.e., easy to understand) and it can be interpreted and understood by anyone.

4. An individual can/should read the Bible and interpret the Bible for themselves.


Catholics have a different set of premises that direct their study of the Bible.

1. The authority of the Apostles and the Church preceded the Bible and the Sacred Tradition of the Church is an equally infallible authority (2 Thes 2:15; CCC 80 83). The Bible is part of the Apostolic Tradition.

2. The authoritative interpretation of the Bible is the prerogative of the Catholic Church (1 Tim 3:15; Mt 18:17; CCC 85?88).

3. The Bible is not always easy to understand (2 Pet 3:15?16) and needs to understood within its historical and contextual framework and interpreted within the community to which it belongs.

4. Individuals can/should read the Bible and interpret the Bible for themselves—but within the framework of the Church’s authoritative teaching and not based on their own “private interpretation” (2 Pet 1:20?21).

(Source: Steve Ray: http://www.catholic-convert.com/2013/03/10/differences-between-catholic-and-protestant-approaches-to-the-bible/comment-page-1/#comment-316636. Used with permission)


The Resistance: Protestantism

2017 marks the 500th anniversary of Fr. Martin Luther's revolt against the Church, a revolution which cost the Church a third of Europe and today is still tearing the Church apart.

Since the proliferation of so much error following Luther and the original revolutionaries, it's impossible for Catholics to speak of religious truth without being seen to at least be denigrating some other religion. This is a situation that Catholics need to be prepared to deal with because the foundational reality is true.

To say Catholicism is the One True Faith automatically says that all other religions are not. And that's correct. The Son of God incarnated and established only one Church, one Faith — outside of which there is no salvation. For the first 1,500 years of its existence, Christianity was Catholicism and Catholicism was Christianity (Eastern Orthodox excepted).

Then a renegade priest — Augustinian Friar Martin Luther — lashed out at the corruption he saw in the Church and shortly after, went off the rails denying virtually all the truths of the Church in the process. From this point forward, Christianity would be split between Catholics and Protestants, of which there are more than 40,000 denominations, each with its own major divisions.

The defining point of Protestantism is a denial of the authority of the Catholic Church. That authority is then transferred to the individual, for each to decide what is moral and immoral, negotiable in the Scripture and what is not, even which texts are canonical and which are not.

In Protestantism, there are potentially as many definitions of Christ and Church as there are individual Protestants. This also includes, importantly, morality.

It's significant to note that Protestantism denies more of the Catholic faith than it agrees with — from the Real Presence to the Blessed Virgin Mary to Purgatory to justification and redemptive suffering to the understanding of Church itself, practically every major teaching is either rejected, watered down or misunderstood.

What we witness today inside the Catholic Church is a rapidly growing acceptance of Protestant heresies. Virtually no area has been left undisturbed in the day-to-day life of the Church — from liturgy, to private devotion, to the cult of saints, to music, to education, to morality, to Scripture studies, to priestly formation to family life to the sacraments to ecumenism. No corner of the Church has not been rocked by the Protestant revolution.

This has caused a great diminution of Catholic identity. And a loss of Catholic identity has resulted in a loss of individual Catholics. For the first time in world history, the overall percentage of Christians who are Catholics is on the verge of slipping below 50 percent. As of 2015, just 50.1 percent of Christians worldwide are Catholics. Protestants comprise 36.7 percent, while the Orthodox churches account for 11.9 percent.

Catholics need to look at those numbers for a moment and consider — seriously consider — the state of affairs in the Church. Again, for the first time in world history, with the possible exception of the Arian crisis of the fourth century, Catholicism is about to be outnumbered by those in schism and heresy rather than those who belong to the One True Church established by Christ.

In this anniversary year of the revolt, it is protestantism which has invaded the Church, the 500-year-old heresy which faithful Catholics must resist.

St. Micheal, pray for us.

http://www.churchmilitant.com/video/episode/vortex-the-resistance-protestantism?mc_cid=4a69f7ecbc&mc_eid=fe11e644b6


Links National

Links International

Why I'm Catholic

New Advent: Martin Luther

The Original Catholic Encyclopedia: Martin Luther

New Advent: The Reformation

The Original Catholic Encyclopedia: The Reformation

Catholic Answers: Luther's Obituary for Lutheranism

Catholic Answers: Where Luther Got It Wrong

Catholic Answers: Deformation of the Reformation

Catholic Answers: Reform Came Before the Reformation

Catholic Answers: Disunity on Essentials

Dave Armstrong: Catholic-Protestant Dialogues on the Bible, Tradition, and Salvation

Dave Armstrong: Luther & Lutheranism

Catholic Online: Martin Luther

 

Resources

Anabaptist History