Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Sollten wir die Kirchensteuer abschaffen?


Noch vor kurzem hätte ich darauf mit einem entschiedenen „Nein“ geantwortet. Nicht wegen der Form – einer vom Staat eingezogenen bzw. auf der Lohnsteuerkarte angegebenen Steuer – sondern aufgrund des Wesens.


Ich glaube noch immer, dass die meisten, die das so energisch fordern, im Grunde zu geizig sind, etwas von ihrem Überschuss abzugeben. Ganz zu schweigen davon, dass es weitaus christlicher wäre, nicht nur vom Überschuss zu geben, sondern so viel zu geben, dass es richtig weh tut. Dass man auf etwas anderes verzichten muss. Ja, meine lieben christlichen Geschwister, das Beschränken auf das Wesentliche und das Teilen von allem, was wir haben (inklusive unserer persönlichen Gaben und Talente!) ist wesentlich im Christentum. Ein Christentum „light“ gibt es nicht.


Auch bin ich der Überzeugung, dass sich diese Steuer nicht so einfach abschaffen lässt, da damit ja auch viele Sozialleistungen erbracht werden, die der Staat dann erbringen oder organisieren müsst.


Letzteres ließe sich aber regeln – etwa durch eine Übergangsform: die Wahl zwischen Kirchensteuer oder einer „Sozialsteuer“ mit ähnlichem Hintergrund.


Auch die Erklärung, dass dies einen Ausgleich für die Enteignung kirchlicher Güter während der Säkularisation darstellt, können wir uns doch so langsam einmal schenken.


Wenn ich mir aber die Katholische Kirche – die ich aus ganzem Herzen liebe! – aber heute ansehe, muss ich aufrichtig gestehen, dass ich weder für die Beibehaltung der Kirchensteuer noch für eine Übergangslösung bin.


„Spinnt der?“, mag nun so mancher antworten.


Wer weiß. Fakt ist, dass durch die Übergangssteuer lediglich ein Problem, das einer jetzigen Lösung bedarf, in die Zukunft verschoben wird.


Gerade weil ich die Kirche liebe, denke ich, dass die einzig fruchtbare Lösung eine zunächst destruktive ist: Eine völlige Abschaffung der Kirchensteuer sowie der staatlichen Zahlungen für Bischöfe usw. Selbst Zuschüsse sollten gemäß den Regeln erfolgen, die für alle gemeinnützigen und mildtätigen Organisationen gelten – inklusive unabhängiger Kontrolle und Transparenz der Ein- und Ausnahmen.


Nur so wird die Kirche wirklich dazu gezwungen, sich rück zu besinnen auf das, zu dem sie ursprünglich gerufen wurde. Wir haben viel zu viel von der Welt angenommen, von der wir uns eigentlich unterscheiden wollten, und sind zu einem Großkonzern mit einigen Berufs-Katholiken geworden. Das muss ein Ende haben! Wir können nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen.


Ja, es wird empfindlich wehtun, aber ein Gesund-Schrumpfen ist wohl das heilsamste, was uns momentan passieren kann. Es ermöglicht uns, uns von allem unnützen, hinderlichen und schädlichen Ballast (materiell wie spirituell) zu befreien und von Neuem in radikaler Einfachheit und entschlossenem Willen zur Nachfolge Jesu Christi zu beginnen.


Mag sein, dass ich für manche verrückt klinge. Ich mache aber im Grunde nichts anderes, als was jeder Christ tun sollte: seine ganz persönliche Berufung annehmen und Jesus Christus mit ungeteiltem Herzen nachfolgen.


Robert

The Poor Widow

Mark 12:41-44

King James Version (KJV)

 41And Jesus sat over against the treasury, and beheld how the people cast money into the treasury: and many that were rich cast in much.

 42And there came a certain poor widow, and she threw in two mites, which make a farthing.

 43And he called unto him his disciples, and saith unto them, Verily I say unto you, That this poor widow hath cast more in, than all they which have cast into the treasury:

 44For all they did cast in of their abundance; but she of her want did cast in all that she had, even all her living.

 

Kirchensteuer?

 


Wie oft wird nicht die Kirchensteuer kritisiert!

Die einen verlassen gar die Katholische Kirche, weil sie sich die Kirchensteuer sparen wollen, andere sagen, die Kirche und der Staat sollten wie überall auf der Welt getrennt sein.

Sind das nicht einfach nur vorgeschobene Argumente? Die Bibel ist ziemlich eindeutig, wenn es darum geht, sein Hab und Gut mit anderen zu teilen. Und die Kirchensteuer ist nun wirklich nicht so hoch, dass sie jemanden in bittere Armut stürzt. Andererseits kann sich jeder selbst davon überzeugen, wofür diese Steuer verwendet wird. Die wenigsten tun dies allerdings.

Mit den Einnahmen aus der Kirchensteuer wird sehr viel Gutes bewirkt. Würden die, die so vehement für die Trennung von Kirche und Staat eintreten, wirklich bereit sein, freiwillig regelmäßig zu geben - und sei es nur von ihrer Zeit oder Arbeitskraft?

Manchmal wird auch das Argument vorgebracht, wenn die Kirche nur die Hälfte ihrer Kunstschätze verkaufen würde, gäbe es keinen Hunger mehr auf der Welt.

Kirchen haben eng kalkulierte Finanzhaushalte. Sie müssen sehr wohl wirtschaftlich handeln. Die Restaurierung von Kirchen verschlingt Unmengen an Geld. Nun kann man natürlich sagen, verkauft doch das ganze Zeug. Sollen wir wirklich Kunstwerke einfach so verscherbeln, die Menschen in liebevoller Arbeit zum Lobpreis Gottes geschaffen haben? Teils Jahrhunderte alte Werke?

Auch dies sind in den meisten Fällen nur vorgeschobene Argumente. Und jeder kann sich selbst prüfen, ob sie nicht auch ein klein wenig scheinheilig sind. Was verkauft man denn von seiner eigenen Habe, von der man bestimmt auch nicht alles braucht, um den Hunger in der Welt zu stillen?

Und was wäre denn, wenn wir morgen die Kirchensteuer abschaffen würden? Nun, kurz gesagt: das gesamte Sozialsystem in Deutschland dürfte zusammen brechen. Man kann nicht einfach nur populistische Thesen verbreiten, ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen.

Es ist also jeder gerufen, sich selbst zu fragen, was denn wirklich kritisiert werden soll. Was hinter diesen vorgeschobenen Argumenten stecken mag. Es hilft niemanden weiter, wenn man einfach nur nachplappert, was man von anderen aufgeschnappt hat und was sich irgendwie gut anhört.

Am wenigsten aber hilft das den Bedürftigen.




Ein Wort vom Hl. Paulus

"Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber."

(2 Kor 9,7 - Einheitsübersetzung)

kathpedia.com: Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist eine besondere Form der Besteuerung in Deutschland, die im Auftrag der Kirche(n) vom Finanzamt (von den Mitgliedern der anerkannten kirchlichen und steuerberechtigten Gemeinschaften) als Zuschlag erhhoben wird und an die jeweiligen Kirchen weitergegeben wird.

Die Bemessungsgrundlage für diese Steuer sind die Einkommenssteuer bzw. die Lohnsteuer.

Die rechtliche Grundlage für die Kirchensteuer sind die Artikel 140 des Grundgesetzes von 1949 in Verbindung mit Artikel 137 der Weimarer Verfassung von 1919. Die Höhe der Kirchensteuer wird von den jeweiligen Kirchenverantwortlichen festgelegt. Das jeweilige Landesparlament muss aber die Zustimmung geben. Hier gibt es lokale Unterschiede. In der Regel sind dies aber ein Prozentsatz von 9% der Einkommen- beziehungsweise Lohnsteuerschuld.

In den meisten Bundesländern erfolgt die Einhebung direkt von den (weltlichen) Finanzämtern; in Bayern bestehen eigene Kirchensteuerämter. Die Kirchensteuer auf die Lohnsteuer wird jedoch auch in Bayern direkt von den staatlichen Finanzämtern kassiert.

Eine Kirchensteuer gibt es nur in wenigen Ländern, in Österreich besteht ein bedingt ähnliches System unter dem Namen Kirchenbeitrag (umgangssprachlich auch als Kirchensteuer bezeichnet), der aber nicht vom Staat, sondern der Kirche selbst eingetrieben wird. In der Schweiz wird eine Steuer der staatskirchenrechtlichen Körperschaft abgegeben.

 

Geschichte der Kirchensteuer


Entgegen einer weitverbreiteten Ansicht wurde die Kirchensteuer nicht unmittelbar in Zusammenhang mit der Säkularisation von 1803/06 als Kompensation für die beschlagnahmten Kirchengüter eingeführt, sondern erst nach Abschaffung der kirchlichen Personenstandsbeurkundung (für staatliche Zwecke) nach 1871, wobei anfangs die meisten Religionsgemeinschaften von diesem Recht zur Steuererhebung nicht einmal Gebrauch machten. Im Jahr 1897 bestand beispielsweise katholischerseits eine Kirchensteuer ausschließlich in Baden.

Die weltlichen Finanzämter stellten seit Beginn des Systems den kirchlichen Behörden die Einkommensdaten zur Verfügung; die staatliche Einhebung in Form des Abzugs zusammen mit der Lohnsteuer wurde allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik eingeführt. Die Ausweitung des Systems auf das Beitrittsgebiet 1990 führte dort zu einer massiven Austrittswelle.

 

Bewertung der Kirchensteuer


Die Kirchensteuer wird auch im kirchlichen Bereich unterschiedlich bewertet. Auf der einen Seite wird darauf hingewiesen, dass kirchliche Institutionen auf die Gelder angewiesen, um ihren pastoralen und karitativen Verpflichtungen nachzukommen. Auf der anderen Seite wird die Kirchensteuer als zu enge Verquickung der Kirche mit dem Staat angesehen. Dadurch mache sich die Kirche vom Staat abhängig. Zudem begünstige die Kirchensteuer einige Institutionen, während andere - wie Klöster, geistliche Gemeinschaften - leer ausgingen.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Kirchensteuer)

 

Den Zehnten geben?

Wer macht denn sowas heute noch - den "Zehnten" von seinem Verdienst hergeben? Da jammern wir doch schon bei ein paar Euro Kirchensteuer - und dann den Zehnten?

Den Zehnten von was eigentlich? Vom Netto- oder Bruttoverdienst?

"Na, vom Nettoverdienst natürlich", höre ich es schon laut schreien. Tatsächlich?

Welchen Teil willst du, dass Gott segnet?

Wenn du den Zehnten vom Nettoverdienst gibst, heißt das nichts anderes, also dass du Gott an die zweite Stelle setzt (an der ersten wäre dann der Staat). Wenn du aber Gott an die zweite Stelle setzt, wird Er das gleiche auch mit dir tun!

"Aber ich spende doch eh schon an wohltätige Organisationen!" Das ist mit Sicherheit eine noble Sache (abgesehen davon, dass man damit nicht prahlen sollte!), aber Almosengeben geschieht zusätzlich zum Geben des Zehnten an die Kirche.

Jesus hat das Geben des Zehnten auch nicht abgeschafft. Er kam, um das Gesetz zu erfüllen, nicht um es abzuschaffen. Ihm ging es nicht darum, den Zehnten abzuschaffen, sondern den Missbrauch des Gebens, der damals herrschte, anzuprangern und auf die rechte Einstellung beim Geben hinzuweisen.

Wer gibt, wird auch reich empfangen. Es mag sich komisch anhören, aber das Geben des Zehnten kann der erste Schritt zu einem - auch in fnanzieller Sicht! - befreiten und glücklichen Leben sein.

Wir sind Glieder eines Leibes, und als solche haben wir Verantwortung - sowohl füreinander als auch für das Ganze (die Kirche).

Geben wir voll Freude und zeigen wir damit, dass Gott und Seine Kirche in unserem Leben die Nummer eins sind!

 

Der "Zehnte" in der Bibel

"Darf der Mensch Gott betrügen? Denn ihr betrügt mich. Doch ihr sagt: Womit betrügen wir dich? - Mit den Zehnten und Abgaben! Dem Fluch seid ihr verfallen, doch ihr betrügt mich weiter, ihr, das ganze Volk. Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist. Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte."
(Maleachi 3,8-10 - Einheitsübersetzung)

Reiche Kirche?

Empörte Reaktionen von Menschen, die wahrnehmen oder davon lesen, dass in der Kirche manchmal Geld für Projekte in einer Größenordnung verwendet zu werden scheint, die so gar nicht dem Bild einer armen Kirche entsprechen, sind ja heute nichts Neues.
Ohne jetzt auf Einzelfälle einzugehen, möchte ich dieses Thema mal als Ganzes betrachten.
Ja, wo Menschen sind, werden Fehler gemacht. Menschen sündigen auch. Dies ist natürlich keine Entschuldigung für mögliches Fehlverhalten, lenkt aber doch die Perspektive darauf, dass auch Christen nicht perfekt sind.
Nun ins Detail. Manchmal betrete ich kirchliche Gebäude und sehe mich ganz verwundert um. Wie würde sich hier wohl ein Obdachloser, eine Alkoholikerin oder ein alleinerziehender Vater von mehreren Kindern fühlen? Was empfinden Flüchtlinge, wenn sie die oft doch sehr kostspielige Einrichtung sehen? Entspricht das noch dem, was Jesus ursprünglich von Seiner Kirche wollte und verlangte? Wo ist unser Herz -  bei den Armen und Ausgegrenzten oder bei einem multinationalen, repräsentativ auftretenden Großkonzern? Was denken Menschen, wenn Christen in Führungspositionen in teuren Autos (möglicherweise sogar mit eigenem Chauffeur?) vorfahren?
Die Anschaffung teurer Gebäudekomplexe wird dann oft damit begründet, dass doch nun alles konzentrierter sei und man sich Mietkosten erspare. Wirklich? Wer sagt denn, dass man ins Zentrum einer Großstadt mit einem repräsentativen Großprojekt ziehen muss? Welche Botschaft senden wir damit aus? Wäre es nicht besser, dezentral aufzutreten und bei den Menschen vor Ort zu sein? Mit weniger großspurigen Projekten? Jesus hat uns gesagt, wir sollen Gott und den Nächsten lieben wie uns selbst. Wir sollen weiterhin alles aufgeben, um Ihm nachzufolgen, Wir können nicht Gott und dem Mammon dienen. Schließlich sollen wir auch die Frohe Botschaft – das Evangelium – verbreiten, Menschen taufen und zu Jüngern Jesu machen. Dient alles, was wir tun, errichten, kaufen und an Geld ausgeben wirklich diesem Zweck – oder haben wir nicht manchmal über die Stränge geschlagen? Sind wir noch eine arme Kirche für (spirituell und materiell) arme und verlorene Menschen – oder sind war das eine oder andere Mal vom Weg abgekommen und haben uns von materiellen Begierden (und anderen Früchten des Fleisches) verführen lassen?
Ich denke, jeder von uns kann und muss sich diese Frage stellen und in sich horchen, ob es da etwas gibt, das zu bereuen und vor Gott und die Menschen zu bringen wäre. Etwas, dass zwischen uns und dem Nächsten, zwischen uns und Jesus steht und weg muss. Jetzt.
Robert

Deutsche Bischofskonferenz

Kirchensteuer

In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Rechtliche Grundlage bilden die in das Grundgesetz von 1949 unverändert übernommenen staatskirchenrechtlichen Artikel der Weimarer Verfassung. Dort wird den Kirchen unter anderem das Recht zugesprochen, Steuern nach Maßgabe landesrechtlicher Bestimmungen zu erheben (WRV Art. 137, 6).

Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer (in einigen Bundesländern acht Prozent). Sie wird über das staatliche Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst etwa drei Prozent des Steuereinkommens.
Letztlich zahlt nur knapp ein Drittel der Katholiken Kirchensteuer. Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen, alte Menschen mit geringer Rente und Arbeitslose zahlen keine Lohn- und Einkommenssteuer und daher auch keine Kirchensteuer.

Für die Verabschiedung des Haushalts und die Überwachung der Verteilung der Kirchensteuern ist der jeweilige diözesane Kirchensteuerrat zuständig. In diesen Gremien sitzen mehrheitlich Laien, die nicht im kirchlichen Dienst stehen und von den Kirchenvorständen der Gemeinden gewählt werden.


Hinweis:
Informationen über die Verwendung der Kirchensteuer in der Broschüre
"Wir sind die Kirche. Wir und das Thema Geld".
Bestellung: [email protected]

 


Abgeltungssteuer

Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 wird die Besteuerung von Kapitelerträgen neu geordnet und sowohl für den Steuerbürger als auch für die Finanzverwaltung vereinheitlicht und vereinfacht.

Bisher wurden Kapitalerträge unterschiedlich besteuert. Mit Einführung der sog. Abgeltungssteuer werden Zinsen, Dividenden und Kursgewinne ab dem 1. Januar 2009 steuerlich gleich behandelt.

Ab diesem Zeitpunkt wird auf Kapitalerträge eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % erhoben. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die einbehaltene Kapitalertragssteuer.

Soweit Steuerpflichtige einer Religionsgemeinschaft angehören, wird auf die 25 %-ige Kapitalertragssteuer noch die Kirchensteuer in Höhe von 9 % – bzw. 8 % in Bayern und Baden-Württemberg – einbehalten. Die steuermindernde Wirkung des Sonderausgabenabzugs für die Kirchensteuer ist gleich mit berücksichtigt.

Die Besteuerung von Kapitalerträgen ist an sich nicht neu, da bisher die Kapitalerträge in der jeweiligen Einkommensteuererklärung angegeben und der Besteuerung unterworfen werden mussten. Neu ist nur die pauschale Abgeltung der Steuerpflichten dadurch, dass schon an der Quelle – also im Regelfall bei der Bank – die Kapitalertragssteuer und ggf. die Kirchensteuer einbehalten und an die jeweiligen Steuergläubiger – den Staat und die Kirchen – weitergeleitet wird.

Der Steuerbürger, der bei einer Bank oder bei anderen Institutionen Kapitalerträge erzielt, wird demnächst von diesen Einrichtungen angeschrieben werden. Er erhält ein Antragsformular auf Einbehalt der Kirchensteuer und allgemeine Hinweise zu dem Antrag. Damit die Kirchenmitglieder auch weiterhin entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und unabhängig von der Art ihrer Einkünfte die Finanzierung der vielfältigen kirchlichen Arbeit mittragen, bitten die Kirchen ihre Mitglieder darum, in den bei der Bank einzureichenden Formularen Angaben über ihre Konfessionszugehörigkeit zu machen, damit die Banken die Kirchensteuer direkt als Zuschlag auf die Abgeltungssteuer einbehalten und an die Kirchen abführen können. Werden von einer Person bei verschiedenen Banken Konten unterhalten, müssen die Formulare bei allen kontoführenden Banken eingereicht werden. Diese Regelung gilt für die Jahre 2009 und 2010.

Soweit die steuerpflichtigen Kirchenmitglieder diesen pauschalen Abgeltungsweg nicht wünschen, z. B. weil ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt, haben sie – wie bisher – die Kapitalerträge in ihrer individuellen Steuererklärung anzugeben. Die Finanzverwaltung wird dann im Veranlagungsverfahren die Kirchensteuer erheben.

Die bisher mögliche Steuerfreistellung von Kapitalerträgen (z. B. beim Sparerpauschbetrag) bleibt beibehalten.

(Quelle: http://www.dbk.de/stichwoerter/data/01724/index.html)

 

Steinreiche Kirche?

Oft hört man ja, die Kirche sei steinreich. Selbst wenn die Kirchensteuer abgeschafft würde, könnte sie von dem, was sie hat, noch lange leben und vor allem anderen davon abgeben.


Ist die Kirche steinreich?


Nicht leicht zu beantworten. Große Erzbistümer wie München und Freising haben tatsächlich enorme Kirchensteuer-Einnahmen. Auch hat "die Kirche" (wenn man dazu auch alle Stiftungen, Orden etc. zählt) ein gewaltiges Vermögen, aufgeteilt auf Liegenschaften, Beteiligungen und vieles mehr.


Auch Kirchengebäude zählen hierzu. Natürlich sind manche Kirchengebäude bzw. die Grundstücke, auf denen sie stehen - wenn man sie mal rein betriebswirtschaftlich sieht - enorm viel wert, zumal in Großstädten in Innenstadtlage. Davon hat die Kirche aber zunächst wenig, da sie vor allem in deren baulichen Unterhalt investieren muss. Gleichwohl sind auch diese Liegenschaften von nicht zu unterschätzendem Wert - daran gibt es nichts zu rütteln. Auch wenn manchmal beteuert wird, man wolle sie nicht verkaufen, so kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen, ob und wenn ja welche Gebäude an wen verkauft, verpachtet oder sonstwie überlassen werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass Kirchengebäude säkularisiert werden.


Wo liegt das Problem hierbei? Gerade weil ich die Kirche als Gemeinschaft von Gläubigen über alles liebe, sehe ich die momentane Entwicklung mit großer Sorge. Ich bin der Überzeugung, dass die Kirche (als Verwaltungseinheit wie als Gemeinschaft der Gläubigen) weit weg vom Ideal der "Kirche der Armen" ist. Der Armen im Geiste (die sich ihres Bedürfnisses nach Erlösung bewusst sind) und der materiell Armen. Ja, die Kirche hat soziale Einrichtungen, das heißt aber nicht zwangsweise, dass sie auch eine Kirche der Armen ist. Sieht man sich so einige kirchliche Einrichtungen, Würdenträger oder auch jeden Einzelnen von uns an, mag ich daran zweifeln. Es ist nicht so, dass wir nichts für "die Armen" tun - wir kennen sie einfach nicht. Wir haben keinen Kontakt zu denen, die der Erlösung und der Liebe am meisten bedürfen. Oft begnügen wir uns damit, Geld oder Kleidung an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Auch Gemeinden verweisen auf soziale Einrichtungen. Ich kann aber nicht jemand anderes zahlen, um meinen Nächsten zu lieben. Ja, finanzielle Spenden an Wohlfahrtsorganisationen sind wichtig, noch wichtiger aber ist es, Gemeinschaft mit denen zu haben, mit denen auch Jesus Gemeinschaft hatte. Um einmal radikal zu fragen: Wann haben wir das letzte Mal mit einer Prostituierte zusammen als Christen gegessen? Bei welchem Pfarrgemeindefest waren auch Obdachlose dabei? Was haben wir für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen getan? Wie haben wir den christlichen Glauben offen und mutig vertreten? Haben wir das Gebot Jesu, hinauszugehen (!), Menschen zu taufen und zu Jüngern Jesu zu machen befolgt?


Wir dürfen es nicht zulassen, dass "Kirche" zu einer Verwaltungseinheit wird, die kaum mehr den Sinn und Zweck ihres Daseins erkennen lässt. Wir dürfen es nicht zulassen, dass der christliche Glaube zu etwas verwässert wird, mit dem jeder leben kann und der doch niemand etwas bringt. Vor allem dürfen wir es nicht zulassen, dass die, die uns am nötigsten haben, unsere bedingungslose Hilfe nicht erhalten.


An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, heißt es in der Bibel. Was sind unsere Früchte?


"Seht, wie sie einander lieben" sagte man über die ersten Nachfolger Jesu.


Wird man auch uns daran erkennen, wie wir einander - und andere! - in Wort und Tat lieben?

Kirchensteuer - zur Geschichte

Die Kirchensteuer ist als Spätfolge der Säkularisation eine staatliche Erfindung des 19. Jahrhunderts. In Bayern wurde sie erst 1912 durch die sogenannte Kirchengemeindeordnung eingeführt. Wie hat sich die Kirche zuvor finanziert?

Schon die ersten Christengemeinden brauchten Geld, um die drei Grunddienste der Kirche (Liturgie, Verkündigung und Diakonie) betreiben zu können. Die sozialen Aufgaben, erste Christenpflicht, wurden durch freiwillige Spenden einzelner Gemeindemitglieder finanziert. Überschritten jedoch die Ausgaben das Spendenaufkommen, war eine Gemeinde, auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Die christlichen Gemeinden haben zunächst das alte jüdische Zehntrecht abgelehnt. Es verpflichtete Juden, den Zehnt (zehnten Teil) an Getreide, Most, Öl und Vieh abzuliefern. Diese Abgabe galt den Christen als unterste Grenze ihrer Spende. Seit dem 3. Jahrhundert schenkten Gläubige neben Geld- und Sachspenden den Kirchen auch Grundbesitz. Dessen Erträge wurden zur Bezahlung der Kleriker (Bischöfe, Priester, Diakone und Subdiakone), zum Erhalt der Kirchengebäude und zur Unterstützung der Armen verwendet.

Ab dem 4. Jahrhundert war auch in christlichen Gemeinden der Zehnt üblich. Schließlich wurde diese Abgabe Kirchengebot. 799 wurde unter Karl dem Großen der Zehnt im fränkischen Reich verbindlich. Abgabenpflichtig waren alle Gläubigen, Laien wie Kleriker. Nur Klöster wurden im Mittelalter von der Zehntpflicht befreit. Bis zum 18. Jahrhundert bildete der Zehnt mehr als die Hälfte der kirchlichen Einkünfte. Die anderen Einnahmen kamen aus dem nicht unbeträchtlichen Grundbesitz der Kirche.

1803 wurden durch die Säkularisation (über 200) Klöster aufgehoben und alle geistlichen Territorien und Güter gingen an die Fürsten über. Die deutsche Kirche wurde dadurch ihrer organisatorischen und wirtschaftlichen Existenzgrundlagen (Jahreseinnahmen etwa 21 Millionen Gulden) beraubt. Zunächst verpflichteten sich die Fürsten, die Geistlichkeit zu besolden und das kirchliche Leben in den Gemeinden zu ermöglichen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aber gingen die Staaten dazu über, sich der Unterhaltspflicht gegenüber der Kirche zu entledigen und die Eigenfinanzierung der Kirche durch die Gläubigen einzuführen.
1919 garantierte die Weimarer Verfassung in Artikel 137 das Besteuerungsrecht der Religionsgemeinschaften. Das Grundgesetz von 1949 hat diese Regelung mit dem Artikel 140 übernommen.

Mit der Kirchensteuer werden bis heute seelsorgliche und soziale Dienste finanziert, die das menschliche Gesicht der Gesellschaft wesentlich bestimmen. Dank dieser Steuer hält die Kirche viele Angebote vor, die Staat und Gesellschaft finanziell entlasten.

(Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/borPage000075.asp)

 

Was passiert, wenn ich als Katholik die Kirchensteuer nicht bezahle?

Die Zahlung von Kirchensteuern ist eine normative Erwartung an die Laien. Ihre Nichterfuellung kann Konsequenzen auf die Kirchenmitgliedschaft haben. Anders gesagt: bei Nichtzahlen der Kirchensteuer erfolgt die Exkommunikation. Wer also als Katholik keine Kirchensteuer mehr zahlen will, muss aus der Kirche austreten.Wenn man also die Kirche zwar als Glaubensgemeinschaft, nicht aber als Kirchensteuerverein sieht, verfaellt man der Exkommunikation. Dies haben die deutschen Bischoefe 1970 in einer Erklaerung zu Fragen des kirchlichen Finanzwesens erklaert. Bestaetigt wurde dies durch eine „Erklaerung der Deutschen Bischofskonferenz zum Austritt aus der katholischen Kirche vom 24.04.06.

Das mag manchen Menschen befremdlich erscheinen: sobald es um’s Geld geht, wird man exkommuniziert. Das ist aber eine voellig falsche Sichtweise. In der gesamten Bibel finden wir immer wieder Aufforderungen, unsere materiellen Besitztuemer mit anderen zu teilen sowie der Kirche oder dem Tempel unseren Teil beizusteuern. Es wurde schon immer als sehr negativ gesehen, weniger zu geben als man geben koennte (oder mit der falschen Motivation bzw. aus eigenem Interesse heraus zu geben). Etwas von dem weiterzugeben, das uns Gott gibt und damit sowohl die Kirche als auch Beduerftige zu unterstuetzen, ist ein wesentliches Charakteristikum des Christentums und entspringt nicht etwa der Habgier eines Machtapparates, der uns gerne das Geld aus den Taschen zieht!

(Quelle: u.a. Theologie im Fernkurs, Katholische Akademie Domschule. Pastoraltheologischer Kurs. Menschen in Organisationen. Wuerzburg, Auflage 2007. C. Andresen/G. Denzler (Hrsg.), Woerterbuch der Kirchengeschichte. Muenchen (dtv) 1982, 326f)


Money, Money, Money...

Die Kirche ist doch sowieso so reich! Man braucht sich ja nur mal die Kunstschaetze in den Kirchen anzusehen! Und der ganze sonstige Besitz, den die Kirche hat! Warum gibt man das nicht den Armen? Die Kirche hat sich doch laengst von der Botschaft des Evangeliums verabschiedet!

Fangen wir mit den Kirchen, also den Gebaeuden an. Frueher sollte eine Kirche das hoechste Gebaeude im Ort sein und der Kirchturm gen Himmel zeigen. Unter grossen Opfern wurden wunderschoene Bauwerke mit einer praechtigen Ausstattung geschaffen. Nicht, um die Kirchenoberen reich zu machen, sondern um dem Haus Gottes die Ehre und den Respekt zu zollen, dem es zukommt! Nichts sollte zu schoen fuer Gott sein! Heute mussten leider schon etliche Kirchengebaeude aufgegeben bzw. verkauft oder vermietet werden, weil die Kirche sich die aufwaendige Renovierung sowie den Unterhalt nicht mehr leisten kann. Es entstehen durch diese wunderbaren Kunstwerke also auch sehr viele Unkosten! Mit einer einfachen „Milchmaedchenrechnung“ verschafft man sich also vielleicht am Stammtisch Eindruck – mit der Wirklichkeit hat dies aber wenig zu tun.

Wenn man sich andererseits ansieht, wie die Kirche die Kirchensteuereinnahmen und Spendengelder verwendet – und das kann jeder nachvollziehen, da die Daten jaehrlich veroeffentlicht werden! -, kann man schwerlich behaupten, die Kirche haette sich vom Evangelium verabschiedet. Was waere denn, wenn wir die Kirchensteuer auf einen Schlag abschaffen wuerden, der Kirche kein Geld mehr spenden und die Kirche „ihren Laden zumacht“? Abgesehen davon, dass dies nie geschehen wird und auch abgesehen von spirituellen Konsequenzen solcher Szenarien wuerde damit auf einen Schlag das gesamt soziale und wirtschaftliche Leben in Deutschland zusammenbrechen! Vergessen wir z.B. nicht, dass z.B. der Caritasverband der groesste private Arbeitgeber in Deutschland ist und dass kirchliche Organisationen und Verbaende viele Taetigkeiten umsonst uebernehmen, die ansonsten der Staat fuer viel Geld organisieren muesste!

Sowohl die caritativen Aktivitaeten der Kirche wie die Verkuendigung des Glaubens und die Sakramentenpastoral kosten viel Geld – selbst wenn sich dankendwerterweise viele Ehrenamtliche engagieren. Und gerade von den kirchlichen Sozialberatungen, den Behinderten- und Altenheimen, den Schuldnerberatungsstellen, Sozialpsychiatrischen Diensten, Krankenhaeusern, Erziehungsberatungsstellen, Kleiderkammern, Essensausgaben, Fluechtlingsberatungsstellen, internationalen Katastrophenhilfen usw. profitiert der Staat – und jeder einzelne von uns! – enorm. Ganz zu schweigen vom internationalen Engagement der Kirche ueberall dort, wo Menschen Not leiden! Wie viele Ordensmenschen beispielsweise haben ihr Leben gelassen, um selbstlos den christlichen Glauben in Wort und Tat zu verkuenden – und da wollen wir wegen ein paar Euro Kirchensteuer jammern?
Die Kirche tut also viel Wichtiges und Sinnvolles, wofuer einfach Geld notwendig ist. Auch muessen kirchliche Gebaeude instand gehalten werden, Ruecklagen gebildet werden, um wirtschaftlich abgesichert zu sein und ebenso muessen die Gehaelter der vielen kirchlichen Mitarbeiter gezahlt werden.

Alles schoen und gut, mag mancher sagen, aber sieh’ dir doch nur mal den ganzen Reichtum im Vatikan an!

Mal ganz abgesehen davon, dass der Haushalt des Vatikan weitaus geringer ist als weithin angenommen, gilt auch hier: im Vatikan ist der Sitz dessen, der in der Nachfolge Petri steht und die Schluessel des Himmelreiches hat. Im Laufe der Jahrhunderte haben unzaehlige Kuenstler ihr Bestes gegeben, um dem Zentrum der Christenheit ein angemessenes Aeusseres zu verleihen und ihre Ehrerbietung Gott gegenueber zum Ausdruck zu bringen. Nichts sollte zu schoen fuer den Herrgott sein!
Auch heute stoesst es manchem sauer auf, wenn er den ganzen Aufwand bei Papstmessen sieht. Verglichen mit so manchem politischen Oberhaupt haelt sich das aber noch in Grenzen. Auch hier gilt: wir haben es hier mit dem Oberhaupt der Christenheit und dem Stellvertreter Christi auf Erden zu tun – sollte uns hier nicht ein wenig Aufwand angebracht erscheinen?

Und dann noch ein eigener Staat! Hier scheint manchem der Gipfel erreicht.

All dies zeugt von einer tiefgruendigen Ablehnung der Katholischen Kirche, die sich irgendwelcher Aeusserlichkeiten bedient, um einen Vorwand fuer die eigene Grundeinstellung zu liefern. Man kann nun versuchen, jedes einzelnen Argument zu widerlegen bzw. die Hintergruende all dessen zu erlaeutern, was hier angegriffen wird, oder man versucht das Ganze abzukuerzen und zu ergruenden, warum hier eine derartige Ablehnung vorherrscht.

Bleiben wir aber sachlich: Ueberlegen wir doch einmal, welche besseren Alternativen es gaebe, eine weltumspannende Kirche mit dem Ausmass der Katholischen Kirche (ca. eine Milliarde Katholiken!) zu verwalten und regieren. Hier wird man wohl zugeben muessen, dass sogar aus weltlicher Sicht die Organisationsform der Kirche angebracht und angemessen scheint. Ganz im Gegenteil: weltliche Organisationen haetten hier wohl eine weitaus groessere und umfangreichere Verwaltung sowie einen hoeheren Kapitalbedarf und eine repraesentativere Ausstattung.

Die roemische Kurie und der Vatikan beschaeftigen ca. 2.500 Personen – einschliesslich des Papstes und aller Mitarbeiter. Zum Vergleich nochmals: die Katholische Kirche zaehlt etwa eine Milliarde Glaeubige!

Wer nun aber gegen den „Prunk“ des Petersdoms und anderer Gebaeude des Vatikan wettert, muss sich schon fragen, warum dann in der eigenen Heimatstadt historische Gebaeude erhalten und nicht einfach nur abgerissen und durch billige Plattenbauten ersetzt werden. Es gehoert zum menschlichen Wesen, der eigenen Geschichte den noetigen Respekt zu zollen und das, was unsere Eltern und Grosseltern erbaut haben, nicht einfach abzureissen.
 
Und wer hier dauernd meckert, dass man doch mit dem „Gold des Vatikan“ alle Armen der Welt versorgen und ernaehren koenne, sollte einmal in sich gehen und die eigenen materiellen Verhaeltnisse betrachten und darueber nachdenken, was er wirklich zum Leben braucht und warum er den Rest nicht regelmaessig den Armen spendet.

Ganz abgesehen davon der realistische Aspekt: es mag gut klingen, den Petersdom mit allen angrenzenden Gebaeuden und Kunstschaetzen zu verkaufen und damit die Armen zu ernaehren, aber ganz praktisch betrachtet wird sich dafuer kaum ein Kaeufer finden, da die Gebaeude des Vatikan mehr Geld kosten als sie abwerfen. Man lindert die Not der Armen auch nicht dauerhaft, wenn man die „Kunstschaetze des Vatikan“ verkauft, sondern in dem man wirtschaftliche, politische und letztlich auch moralisch-spirituelle Verhaeltnisse aendert.

Warum aber derart pompoese Messen feiern, wenn der Papst unterwegs ist und warum derart praechtig gestaltete Kirchen unterhalten?

Nochmals: wir reden hier vom Vertreter Jesu auf Erden bzw. von der Anbetung Gottes! Ebenso waere es ein Unding, alles zu verscherbeln, was Menschen in Jahrtausenden zur Ehre Gottes erbaut oder zusammengetragen haben. Die Kirche baut heute uebrigens weitaus weniger schmuckhaft – dies zur Beruhigung unserer Kritiker.

986 schickte Fuerst Wladimir von Kiew einen Gesandten in das christliche Konstantinopel. Die Berichte dieses Gesandten sprachen Baende: angesichts dessen, was sie dort in der Messe erlebten und gesehen haben, wussten sie nicht mehr, ob sie im Himmel oder auf der Erde waren. Eines aber konnten sie daraus erkennen: dass Gott hier unter den Menschen wandelte.

In einer Messe, in der wir unseren Gott anbeten, hat nichts billiges Platz. Hier sollte uns nichts zuwenig sein. Vergessen wir nicht, dass in jeder Messe Jesus selbst in der Gestalt von Brot und Wein, in der versammelten Gemeinde, im Beten und Singen, im Lesen des Wortes Gottes und in der Gestalt des Priesters gegenwaertig ist!

Wir sollten uns gut ueberlegen, ob wir mit Stammtisch-Argumenten irgendjemanden ueberzeugen oder ob wir hiermit vielleicht eher etwas zu verbergen versuchen, was viel tiefgruendiger ist und ganz andere Hintergruende hat.


(Quelle: u.a. Guido Horst, Gott Ja, Kirche Nein. Antworten auf 66x Kritik. Band II. MM Verlag, Aachen 1. Auflage 2001. ISBN 3-928272-61-6. Sehr zu empfehlen!)

Gab es sowas wie Kirchensteuer schon im Urchristentum?

Bereits in der Apostelgeschichte lesen wir davon, wie sehr die ersten Christen füreinander und für andere sorgten. Sie teilten bereitwillig und bedingungslos, was sie hatten, mit anderen - und mit der Kirche:

"Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten."
(Apg 2,42-47. Einheitsübersetzung)

Auch lesen wir im Neuen Testament, dass es eine Tempelsteuer gab.

Man nannte es damals zwar nicht "Kirchensteuer", aber das regelmäßige Geben und Teilen von dem, was man hatte, war sehr wohl bekannt und selbstverständlich.

(Quelle: Wolfgang Oberröder / Münchner Kirchenzeitung. Sehr zu empfehlen!)

Wie kam es überhaupt zur Kirchensteuer?


Im 19. Jahrhundert kam es zur Säkularisation. Die Kirche verlor ihre Güter - diese wurden enteignet und säkularisiert. 1803 schließlich sorgte der Staat selbst für die Finanzierung der Kirchen. Bald aber mekrte man, wie viel das kostet und so wurde die Kirchensteuer eingeführt. Was die wenigsten wissen: die Katholische Kirche war gegen die Kirchensteuer! Diese wurde also gegen den Willen der Katholischen Kirche eingeführt!

Man muss die Kirchensteuer als Teil eines langen Weges sehen, bei dem Staat und Kirche getrennt wurden. Durch die Kirchensteuer waren kirchliche Gemeinden und Gemeinschaften unabhängiger von einzelnen Spendern und konnten selbst Entscheidungen treffen, wie sie mit den Geldern umgehen wollten und wie diese ausgegeben und verwendet werden sollten.

Das System der Kirchensteuer ist auch gerecht: abhängig von der jeweiligen Diözese zahlt man - ausgehend von der Lohn- und Einkommenssteuer - einen Zuschlag von acht bis neun Prozent. Arme Menscchen, die keine oder nur wenig staatliche Steuern zahlen, müssen keine Kirchensteuer zahlen.

Die Kirchensteuer macht immer noch die meisten Einnahmen der Katholischen Kirche aus. Weitere Einnahmequellen sind etwa stattliche Zuschüsse oder Spenden.

(Quelle: Wolfgang Oberröder / Münchner Kirchenzeitung. Sehr zu empfehlen!)

Austritt

Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Austritt aus der katholischen Kirche

Mit einem Rundschreiben vom 13. März 2006 hat der Päpstliche Rat für die Gesetzestexte (auf Anordnung von Papst Benedikt XVI.) den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen eine
Erläuterung zu dem im kirchlichen Eherecht (cc. 1086 §1, 1117, 1124 CIC) verwendeten Begriff actus formalis defectionis ab Ecclesia catholica mitgeteilt. Diese Klarstellung berührt nicht
die in der deutschen Rechtstradition stehende staatliche Regelung für den „Kirchenaustritt“.

Zur Vermeidung von Missverständnissen stellt die Deutsche Bischofskonferenz deshalb — im Einklang mit der ständigen Auffassung der deutschen Bischöfe 1 — Folgendes fest:

1. Durch die Erklärung des Austritts aus der katholischen Kirche vor der staatlichen Behörde2 wird mit öffentlicher Wirkung die Trennung von der Kirche vollzogen. Der Kirchenaustritt ist der öffentlich erklärte und amtlich bekundete Abfall von der Kirche und erfüllt den Tatbestand des Schismas im Sinn des c. 751 CIC.

2. Die Erklärung des Austritts vor der staatlichen Behörde wird durch die Zuleitung an die zuständige kirchliche Autorität auch kirchlich wirksam. Dies wird durch die Eintragung im Taufbuch dokumentiert.

3. Wer — aus welchen Gründen auch immer3 — den Austritt aus der katholischen Kirche erklärt, zieht sich die Tatstrafe der Exkommunikation4 zu, d.h. er verliert die mit der Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinschaft (Communio) verbundenen Gliedschaftsrechte, insbesondere zum Empfang der Sakramente und zur Mitwirkung in der Kirche. Ebenso treten die im kirchlichen Eherecht vorgesehenen Rechtsfolgen5 ein.

4. Wer den Austritt aus der katholischen Kirche erklärt, kann nicht in einem kirchlichen Dienst- bzw. Arbeitsverhältnis stehen.

5. Die Exkommunikation ist eine Beugestrafe, die zur Umkehr auffordert. Nach dem Austritt wird sich die Kirche durch den zuständigen Seelsorger um eine Versöhnung mit der betreffenden Person und um eine Wiederherstellung ihrer vollen Gemeinschaft mit der Kirche bemühen.

Magdeburg, den 24. April 2006

Für das Bistum Magdeburg

Bischof



1 Vgl. die Kanzelverkündigung der Konferenz der westdeutschen Bischöfe vom 15.02.1937 [Volk, L. (Hg.), Akten der deutschen
Bischöfe über die Lage der Kirche 1933 — 1945, Bd. 4, Mainz 1981, 175]; „Erklärung der Diözesanbischöfe zu Fragen des
kirchlichen Finanzwesens“ vom 22.12.1969 [AfkKR 138 (1969) 557]. Auch in den Diözesen liegen entsprechende Beschlüsse vor,
vgl. Diözesansynode Köln 1954, Trier 1959, Bischöflicher Erlass Augsburg 1988.

2 Eine Ausnahme bildet die Freie und Hansestadt Bremen, wo der Kirchenaustritt vor der kirchlichen Autorität zu erklären ist.

3 Auch der Austritt wegen der Kirchensteuer stellt als Verweigerung der solidarischen Beitragspflicht für die Erfordernisse der
Kirche (cc. 222 § 1; 1262 CIC i.V.m. Partikularnorm <b>Nr. 17 der Deutschen Bischofskonferenz zu c. 1262 CIC vom 22.09.1992)
eine schwere Verfehlung gegenüber der kirchlichen Communio dar und mindert die Rechtsfolgen nicht.

4 cc. 751, 1318, 1321 § 2, 1364 § 1 CIC.

5 cc. 1086, 1117, 1124 CIC

(Quelle: www.bistum-magdeburg.de)

Warum machen wir es denn nicht wie in anderen Laendern und ueberlassen es jedem einzelnen Glaeubigen, wieviel er freiwillig gibt, anstatt verpflichtende Kirchensteuern zu haben?

Hoert sich ja erst einmal gut und vernuenftig an und waere prinzipiell auch denkbar, wenn es da nicht einige Punkte gaebe, die man gern – bewusst oder unbewusst – „vergisst“’, wenn man mit derartig populistisch gestrickten und vielleicht sogar naiven Vorschlaegen argumentiert.

Das System der Kirchensteuer gibt es nun schon seit geraumer Zeit und sowohl der Staat wie die Kirche und die Gesellschaft allgemein – also jeder einzelne Mensch – haben sich darauf eingestellt. Das System von heute auf morgen abzuschaffen, wuerde den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch Deutschlands bedeuten, da die Kirche gerade mit ihren sozialen Einrichtungen dem Staat eine Menge Arbeit abnimmt und kirchliche Verbaende wie der Caritasverband Deutschlands groesster Arbeitgeber sind. Zwar wird der Caritasverband nicht mit Mitteln aus der Kirchensteuer finanziert, jedoch wird er im Bedarfsfall mit kirchlichen Mitteln unterstuetzt und kann nicht getrennt von dieser gesehen werden. Auch die Kirche selbst ist ein grosser Arbeitgeber, der viele Menschen entlassen muesste, wenn von heute auf morgen die Gelder gestrichen waeren, da man die Kirchensteuer nicht mehr einziehen duerfte. Ganz zu schweigen von den vielen kirchlichen sozialen Angeboten und Einrichtungen, die dan zumindest teilweise schliessen muessten. Woher soll das Geld kommen, das der Staat dann braucht, um diese Angebote und Einrichtungen durch weltliche Angebote und Einrichtungen zu ersetzen?

Aber dann werden die Menschen doch freiwillig geben!, mag nun manch einer sagen. Werden sie wirklich? Man kann ein System, das es schon so lange gibt, nicht einfach von heute auf morgen abschaffen und dann erwarten, dass sich die Mentalitaet der Menschen ebenso schnell aendert. Tut sie aber nicht. Das Ausland, das oft als „Vorbild“ herhalten muss – allen voran die USA, wo die Kirchen – auch die Katholische Kirche! – aus privaten Spenden finanziert werden, lohnt eine naehere Betrachtung.

Ich bin in einer englischsprachigen katholischen Gemeinde, ausserdem in taeglichem Kontakt mit Menschen aus den USA und war auch selbst in Gemeinden in den USA, habe also durchaus einen Eindruck davon bekommen, was dort laeuft.

Ja, die Kirchen werden dort durch Spenden finanziert. Allerdings hat freiwilliges Geben von Geld ebenso wie von anderen Ressourcen wie Zeit und Arbeitskraft dort einen voellig anderen Stellenwert als bei uns. Gerade in christlichen Gemeinden und Gegenden ist es normal, dass jeder Einzelne zum Wohl der Kirche und der Beduerftigen beitraegt. Man gibt Geld, engagiert sich ehrenamtlich oder geht selbst als Laie und als Jugendlicher eine Zeitlang auf Mission – verbringt also eine Zeit in anderen Laendern, um dort beim Gemeindeaufbau zu helfen.

Derartiges gibt es bei uns wenn ueberhaupt erst ansatzweise. Nun kann man es der Kirche ankreiden, dass „man“ das nicht mehr gefoerdert hat – aber wer ist denn dieses „man“? Die Kirche ist jeder einzelne von uns. Jeder Einzelne ist gefordert und hat hier auch Fehler gemacht – nicht nur die „Kirchenoberen“.

Zusammenfassend laesst sich also sagen, dass es zwar der Idealzustand waere, wenn jeder Glaeubige freiwillig gibt, solange man aber nicht schrittweise einen Uebergang in einen solchen Idealzustand vorbereitet hat (etwa durch eine besondere Foerderung des Ehrenamtes, durch eine Kultur der Evangelisation und Missionierung im In- und Ausland und im Bedarfsfall sogar verpflichtende Abgaben fuer alle – wahlweise fuer kirchliche Belange oder fuer weltliche soziale Belange), kann ein vorschnelles Vorgehen sehr schnell katastrophale Folgen haben.

Kirchensteuer in der Bibel?

"In jedem dritten Jahr sollst du den ganzen Zehnten deiner Jahresernte in deinen Stadtbereichen abliefern und einlagern" (Dtn 14,28 - Einheitsübersetzung)

Wahrscheinlich ist hier gemeint in jedem dritten Jahr nach einem Sabbatjahr; denn im Sabbatjahr gehörten alle Erträge den Armen:

"Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen. Die Armen in deinem Volk sollen davon essen, den Rest mögen die Tiere des Feldes fressen. Das Gleiche sollst du mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen tun." (Ex 23,10-11 - Einheitsübersetzung)

Dtn 14,28 ordnete also an, dass 10 % der Ernte eines Jahres jedes dritte Jahr abzuführen ist. Dieser zehnte Teil wird dann an Leviten, die selbst nicht genügend haben, verteilt, weiterhin an Witwen, an Fremde oder an Waise. Hier handelt es sich also um nichts anderes als um eine öffentliche Anordnung, mit der sichergestellt wurde, dass arme Menschen materiell abgesichert waren. Eine Anordnung deshalb, da dies sichergestellt sein musste.

Außerdem sollte das Land sowie die Weinberge und Ölbäume in jedem siebten Jahr brach liegen - nicht etwa aus ökologischen Gründen oder damit der Boden sich erholt. Auch hier eine klare Anordnung, die gewährleistete, dass die Armen genügend zu essen hatten.

Weitere Regeln:

"Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern. Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben; denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid." (Ex 22,24-26 - Einheitsübersetzung)

Hiermit sollte verhindert werden, dass Arme von den Reichen abhängig werden und ihre soziale Ausgrenzung damit festgeschrieben wird.

Sehen wir uns Dtn 15,1-11 an:

"In jedem siebten Jahr sollst du die Ackerbrache einhalten. Und so lautet eine Bestimmung für die Brache: Jeder Gläubiger soll den Teil seines Vermögens, den er einem andern unter Personalhaftung als Darlehen gegeben hat, brachliegen lassen. Er soll gegen den andern, falls dieser sein Bruder ist, nicht mit Zwang vorgehen; denn er hat die Brache für den Herrn verkündet. Gegen einen Ausländer darfst du mit Zwang vorgehen. Wenn es sich aber um deinen Bruder handelt, dann lass deinen Vermögensteil brachliegen! Doch eigentlich sollte es bei dir gar keine Armen geben; denn der Herr wird dich reich segnen in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt und das du in Besitz nimmst, wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, auf dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, achtest und es hältst. Wenn der Herr, dein Gott, dich segnet, wie er es dir zugesagt hat, dann kannst du vielen Völkern gegen Pfand leihen, du selbst aber brauchst nichts zu verpfänden; du wirst über viele Völker Gewalt haben, über dich aber werden sie keine Gewalt haben. Wenn bei dir ein Armer lebt, irgendeiner deiner Brüder in irgendeinem deiner Stadtbereiche in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, dann sollst du nicht hartherzig sein und sollst deinem armen Bruder deine Hand nicht verschließen. Du sollst ihm deine Hand öffnen und ihm gegen Pfand leihen, was der Not, die ihn bedrückt, abhilft. Nimm dich in Acht, dass du nicht in niederträchtigem Herzen den Gedanken hegst: Bald kommt das siebte Jahr, das Brachjahr!, und deinen armen Bruder böse ansiehst und ihm nichts gibst, sodass er den Herrn gegen dich anruft und Strafe für diese Sünde über dich kommt. Du sollst ihm etwas geben, und wenn du ihm gibst, soll auch dein Herz nicht böse darüber sein; denn wegen dieser Tat wird dich der Herr, dein Gott, segnen in allem, was du arbeitest, und in allem, was deine Hände schaffen. Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen." (Einheitsübersetzung)

Hier wird doch sehr radikal in das wirtschaftliche Gefüge und die Verteilung der Güter einer Gesellschaft eingegriffen, womit verhindert wird, dass arme Menschen in existenzgefährdende Notlagen geraten.

Zum Schluss noch Mal 3,6-10:

"Ich, der Herr, habe mich nicht geändert und ihr habt nicht aufgehört, Söhne Jakobs zu sein. Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Gesetzen abgewichen und habt auf sie nicht geachtet. Kehrt um zu mir, dann kehre ich mich euch zu, spricht der Herr der Heere. Doch ihr sagt: Worin soll denn unsere Umkehr bestehen? - Darf der Mensch Gott betrügen? Denn ihr betrügt mich. Doch ihr sagt: Womit betrügen wir dich? - Mit den Zehnten und Abgaben! Dem Fluch seid ihr verfallen, doch ihr betrügt mich weiter, ihr, das ganze Volk. Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist. Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte." (Einheitsübersetzung)

Es war also schon vor tausenden von Jahren beim Volk üblich, dass der Zehnte u.a. den Armen - und damit Gott! -  vorbehalten war! Dies geschah aufgrund religiöser Gebote, also nicht nur aufgrund irgendwelcher weltlicher Gesetze, wenngleich beides damals vermischt war.

Warum tun wir uns dann so schwer, zu akzeptieren, dass uns alles, was wir haben, nur von Gott geschenkt wurde und dass wir unsererseits eine Verantwortung gegenüber anderen sowie gegenüber der Kirche als Leib Christi haben?


(Quelle: u.a. Fernkurs Würzburg www.fernkurswuerzburg.de)

Fundraising?

In dieser ganzen Diskussion um die Abschaffung der Kirchensteuer sollten wir doch aufpassen, dass wir - auch und gerade als Kirche! - nicht zu sehr in die "Fundraising-Mentalität" verfallen, sondern den Gläubigen klar machen, dass die Bibel sehr klar und deutlich ist, wenn es darum geht, den Zehnten zu geben! Das ist nicht etwas, wofür man als Kirche den roten Teppich ausrollen muss und auch nichts, das man als Gläubiger mal ab und an nach Lust und Laune tut - und dann noch einen überschwängliche Dank erwartet! -, sondern etwas, wozu wir als Christen einerseits verpflichtet sind und andererseits etwas, das wir tun dürfen: Wir geben etwas von dem, was uns Gott geschenkt hat, weiter. Werke der Nächstenliebe und Werke der Liebe zur Kirche!
 

Die Katholische Kirche muss gesund schrumpfen. Solange sie mit Kirchensteuer-Einnahmen vollgepumpt wird und diverse staatliche Vergünstigungen genießt, wird sich in der Kirche gar nichts ändern. Sie ist und bleibt ein Großkonzern, der als Institution zumindest hier in Deutschland nur mehr wenig mit dem Grundgedanken der christlichen Kirche zu tun hat. Solange aber Berufskatholiken in den Ordinariaten sowie "liberale" (sprich: mit dem katholischen Glauben nur mehr wenig zu tun habende) Theologen und Geistliche den Kurs bestimmen, werden wir uns immer weiter vom Ausgangspunkt entfernen und bald Gefahr laufen, nur mehr ein spirituelles Wellness-Angebot unter vielen zu sein oder gar völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Was ist mit unseren Kirchen geschehen?

Viele Nicht-Katholiken kritisieren die Katholische Kirche wegen der “Reichtümer” in ihren Kirchen. Wenn man nur die Kunstschätze dort verkaufen würde, wenn man nur einen Teil des “Goldes” im Vatikan den Armen geben wuerde, gäbe es keine Hungernden mehr auf der Welt.

Menschen, die derartiges von sich geben, haben zumeist wenig Ahnung von der Realität und man darf dem einen oder anderen möglicherweise gar ein wenig Scheinheiligkeit unterstellen. Wie viel geben denn die Menschen, die die Katholische Kirche mit solchen “Argumenten” angreifen, von dem, was Gott ihnen jeden Monat schenkt, an die Kirche und an Bedürftige? Wieviel Unnötiges gibt es in jedem einzelnen Haushalt, das man nicht unbedingt braucht und Menschen in Not schenken könnte?

Ja, in katholischen Kirchen gibt es noch so einige Kunstschätze, die der Katholischen Kirche aber kein Geld einbringen, sondern deren Unterhalt jährlich Unsummen kostet! Trotzdem versuchen wir nach Kräften, diese Schätze zu bewahren. Zum einen mit einem säkularen Hintergrund: diese Kunstschätze zu bewahren ist auch unsere Pflicht und Verantwortung!

Eines vergisst man aber – auch in katholischen Kreisen – wenn es darum geht, die “pompösen” Kirchen und die “Reichtümer” und “Kunstschätze” zu kritisieren: In früheren Zeiten gab es wirklich viele sehr arme Menschen. Gleichwohl wollte nicht nur die “reiche Kirche”, sondern alle Gläubigen, dass das größte und schönste Gebäude im Ort das Haus des Vaters – die Kirche – sein sollte. Es sollte von unbeschreiblicher Schönheit sein und für Ihren Gott war ihnen nichts zu schön und nichts zu teuer! Die Kirchen waren unglaublich schön geschmückt, enthielten viele Statuen der Heiligen und waren von atemberaubender Schönheit. Eine Schönheit, die auch heute noch sogar - oder gerade! – Nicht-Katholiken beeindrucken und allein durch die Geschichten, die sie in den Bildern, den reich gestalteten Kirchenfenstern oder den Figuren erzaehlen, schon einen Eindruck von dem geben, was das Christentum ausmacht, selbst wenn man noch nie die Bibel gelesen hat.

Viele der “moderneren” Kirchen hingegen bieten ein anderes Bild: auf dem Architektentisch entworfene und in modernem – weltlichen! – Design gestaltete Gebäude und Räumlichkeiten. Nackte Wände und stilisierte Kreuze. Heiligenstatuen sind zumeist verschwunden. Den Tabernakel muss man erst einmal suchen. Und irgendwie sitzt man in diesen Kirchen etwas verloren und fremd herum und weiss nicht so recht, was man hier soll – oder besser: was das hier soll. Ich will hier niemanden die Schuld geben. Nicht zuletzt ist es unsere eigene Schuld, die wir nicht Sorge tragen, dass unsere Kirchen erhalten und neue wunderschöne Kirchen gebaut werden. Es muss den Gestaltern dieser modernen Kirchen aber schon einmal gesagt werden, dass man auch mit wenig Geld eine schöne, volksnahe Kirche gestalten kann und nicht einen fremd anmutenden kalten Tempel, der zwar das Architektenherz erfreuen mag, für die meisten Gläubigen aber doch etwas sein dürfte, mit dem sie wenig bis nichts anzufangen wissen.

Bringen wir die Schönheit zurück in unsere Kirchen! Machen wir wieder ein Haus des Vaters daraus, für das uns nichts zu schade ist!

Statistik

Gemäß der Münchner Kirchenzeitung (Ausgabe vom 18. September 2011) sieht die Stastistik für die Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland wie folgt aus:

Kirchensteuereinnahmen 2010: rund 4,79 Miliarden Euro

 

2 Corinthians 9:7

King James Version (KJV)

"Every man according as he purposeth in his heart, so let him give; not grudgingly, or of necessity: for God loveth a cheerful giver."

More Bible Verses

Proverbs 22:9
King James Version (KJV)
"He that hath a bountiful eye shall be blessed; for he giveth of his bread to the poor."

Romans 15:26-27
King James Version (KJV)
"For it hath pleased them of Macedonia and Achaia to make a certain contribution for the poor saints which are at Jerusalem. It hath pleased them verily; and their debtors they are. For if the Gentiles have been made partakers of their spiritual things, their duty is also to minister unto them in carnal things."

Matthew 25:35
King James Version (KJV)
"For I was an hungred, and ye gave me meat: I was thirsty, and ye gave me drink: I was a stranger, and ye took me in"

Matthew 25:40
King James Version (KJV)
"And the King shall answer and say unto them, Verily I say unto you, Inasmuch as ye have done it unto one of the least of these my brethren, ye have done it unto me."

I heard criticism about the luxuriousness of the Vatican and St. Peter's, while there are so many poor people. Where did the money come from to build these things? How much of parish money goes "to the Pope"?

First of all, if someone is critical of the Vatican, are they also critical of the Temple of Solomon (1 Kings 6)? By all accounts, the Temple of Solomon would have made the Vatican look rather poor by comparison. Should the Israelites not have built the Temple of Solomon? Should they have used all the resources that went into it to feed the poor instead?

John L. Allen, Jr., Vatican correspondent for the National Catholic Reporter, mentioned the following in a talk he gave for the “Church in the 21st Century Initiative,” a few years ago:

“Contrary to popular impression, the Vatican is a spartan operation. Its annual operating budget is about $277 million. The University of Notre Dame's annual operating budget, by comparison, is $700 million. The Vatican's endowment is about $770 million. By contrast, the University of Notre Dame's endowment is $3.1 billion. The Holy See is indeed in need of financial support from the Catholic world, and American Catholics usually supply about 25 percent of the annual operating budget.

“What about the artwork—the Pietà, the Raphael frescoes, and so on? These treasures are literally priceless, but they appear on the Vatican books with a value of one euro. According to the [laws] of the Vatican City State, they may never be sold or borrowed against.”

The "wealth" of the Vatican has accumulated over the centuries and is basically art work, historical documents, and buildings. The Vatican views these buildings, historical documents, and works of art as belonging to all peoples - they are merely under the care of the Vatican. They are not for sell because the Vatican doesn't view them as its personal property too sell. Why not sell all the works of art in the Louvre? Or in New York's Metropolitan Museum of Art? Why not sell the Mona Lisa to feed the poor? Why don't museums sell off their Rembrandts and Van Goghs and Picassos to feed the poor?

Again, from John Allen’s essay: “About 20 years ago, Peter Drucker, the management consultant, concluded that the three most efficient organizations in history were General Motors, the 19th-century Prussian Army, and the Catholic Church. He put the Church on his list because it manages to hold a worldwide organization together with an exceptionally small central headquarters. For the 1.1 billion Catholics, there are about 1,700 people working in the [Vatican]. As Drucker pointed out, if the same ratio were applied to our government in Washington, D.C., there would be 500 federal employees working in the capital, as opposed to roughly 500,000.”

Just give people the facts about the Vatican’s “wealth,” and let them decide for themselves. 

(Source: Bible Christian Society / John Martignoni. http://www.biblechristiansociety.com/apologetics/two_minute. Used with permission)