Katholisch Leben: The Jesus Brothers!

Aufbruch und Erneuerung

The Jesus Brothers - A Franciscan Order

Wer sind die Jesus Brothers?


Die Jesus Brothers wurden am Abend des 05.06.2009 gegründet.


Statement of Faith:

  • Jesus Brothers sind ein neuer kontemplativer Orden der franziskanischen Familie.
  • Jesus Brothers sind eine katholische Gemeinschaft zölibatär lebender Brüder. Sie akzeptieren die evangelischen Räte (Armut, Keuschheit und Gehorsam).
  • Unsere Mission gilt vor allem den Menschen am Rande der Gesellschaft und der Glaubensverkündung in Wort und Tat.
  • Zur Verwirklichung dieser Mission gehen wir innovative und neue Wege. Jesus Brothers warten nicht, bis die Menschen zu ihnen kommen – sie gehen dort hin, wo Jesu’ Botschaft am meisten gebraucht wird.
  • Jesus Brothers sind ebenso auf den Strassen der Großstädte zu finden wie in völliger Abgeschiedenheit.
  • Jesus Brothers gehen auf Augenhöhe mit denen, die sie lieben. Ihre Liebe ist bedingungslos und aufopfernd – so wie Jesus uns liebt.
  • Jesus Brothers leben alleine oder in kleinen Gemeinschaften – überall dort, wo man es ihnen gestattet.
  • Jede Gemeinschaft wird von einem Guardian geleitet, der von den Brüdern für drei Jahre gewählt wird. Eine Wiederwahl ist nur einmal möglich.
  • Unser Vorbild in allem ist Jesus Christus. 
  • Unser Leitbild ist die Bibel und das kirchliche Lehramt. Wir unterstehen dem Bischof.
  • Jesus Brothers studieren täglich die Bibel.
  • Jesus Brothers folgen der franziskanischen Spiritualität und Lebensweise.
  • Wir praktizieren das tägliche Stundengebet - alleine oder gemeinsam.
  • Besondere Bedeutung messen Jesus Brothers dem Gebet, der Kontemplation, der eucharistischen Anbetung und der Heiligen Messe bei. 
  • Jesus Brothers stehen treu zum Papst und geben uns ganz Jesus hin.
  • In besonderem Masse sehen wir uns auch mit unseren getrennten Bruedern und Schwestern in anderen christlichen Gemeinschaften verbunden und reichen ihnen in Liebe und Demut die Hand.
  • Jesus Brothers sind bewusst international orientiert.
  • Jesus Brothers legen besonderen Wert auf die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens.
  • Jesus Brothers lieben Gottes Schöpfung und arbeiten aktiv daran, diese zu bewahren
  • Die Jesus Brothers haben auch einen Drittorden: die Jesus Brothers Community.

The Ordinary Radicals

Wie kann ich ein Jesus Brother werden? Bin ich ueberhaupt berufen?

Jesus Brother kann jeder erwachsene maennliche katholische Christ werden. Uns interessiert deine Vergangenheit nicht – fuer uns zaehlt, wer du jetzt bist. Gerade Maenner mit problematischer Vergangenheit haben besondere Gaben fuer unseren Dienst, da sie die Sprache derer sprechen, denen wir die Hand reichen moechten. Du kannst Laie oder Kleriker (Priester/Diakon) sein – bei den Jesus Brothers bist du Bruder unter Bruedern. Da wir uns noch im Aufbau befinden, koennen hier nur allgemeine Meilensteine der Aufnahme in die Gemeinschaft genannt werden: nach einer Kennenlernphase mit Gespraechen und gemeinsamen Aktivitaeten, begleitet von intensivem Gebet und Bibelstudium folgt die Postulatszeit von einem Jahr, in dem der Postulant verschiedene Gemeinschaften und Taetigkeitsfelder kennenlernt, seine theologischen Kenntnisse erweitert und sein spirituelles Leben vertieft. Nach Ablauf des Jahres setzen sich der Postulant und die Jesus Brothers zusammen und beraten, ob beide Seiten mit der Aufnahme des Postulanten in die Gemeinschaft zunaechst fuer drei Jahre einverstanden sind. Diese Entscheidung erfolgt auf freiwilliger Basis und kann von keiner Seite erzwungen werden. Nach Ablauf der drei Jahre Noviziat entscheidet sich dann, ob der Novize zu einer lebenslangen Bindung an die Jesus Brothers gerufen ist.


Update

In letzter Zeit gab es einige Nachfragen und auch Interesse an einem Beitritt zu den Jesus Brothers.

So Gott will, wird es bald den ersten Eintritt geben.

Wovon und wie leben Jesus Brothers?

Jesus Brothers gehen arbeiten wie jeder andere Mensch auch. Da sie jedoch zoelibataer leben, geben sie ihr ganzes Leben Jesus hin. Sie sehen ihre Arbeit als eine Moeglichkeit, Gott zu ehren und den Mitmenschen zu dienen. In ihrer Freizeit widmen sie sich dem Gebet und der Kontemplation, der Feier der Heiligen Messe und der eucharistischen Anbetung, wohltaetigen Diensten an Mitmenschen, der Evangelisation und dem Bibelstudium, der Glaubensverkuendigung sowie der Planung und Durchfuehrung von Projekten unterschiedlichster Art.


Bruder oder Pater?

Alle Jesus Brothers werden als "Brüder"angeredet - auch die Priester.

Kontakt

Robert Gollwitzer
Ridlerstr. 21
80339 Muenchen
Tel.: 089/78018960
Email: free32@gmx.de


Was meint ihr damit, dass ihr für Menschen am Rande der Gesellschaft da sein wollt?


Jesus Brothers sehen sich besonders verbunden mit denen, die aus dem sozialen Netz gefallen sind oder aus anderen Gründen "am Rande der Gesellschaft" stehen. Arme, Alte, Kinder & Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen oder mit besonderen Problemen, Kranke, Verletzte, Missbrauchte, Traurige, Einsame, Prostituierte, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, Obdachlose, Menschen, die straffällig geworden sind (aber auch deren Opfer), Drogenabhängige oder Menschen mit anderen Suchtproblemen usw.

Wir wollen nicht nur "für sie da sein", wir wollen vor allem "mit ihnen sein". Dies können wir jedoch nur, wenn wir ihnen auf Augenhöhe begegnen und unser eigener Lebensstil diese Solidarität praktisch zum Ausdruck bringt. Deswegen bedeutet uns das Beispiel des Heiligen Franziskus, aber auch Mutter Theresa so viel.

Jesus Brothers sehen hier vor allem die Notwendigkeit, praktische Hilfe zu bieten und zu organisieren. Dies alleine wäre uns aber zuwenig - wir wollen diesen Menschen Liebe entgegenbringen, Zeit mit ihnen verbringen. Wir sehen etwa eine Prostituierte nicht als solche an, sondern sehen in ihr die wundervolle Frau, als die sie Gott geschaffen hat.

Als Grundlage unserer Tätigkeit sehen wir das tägliche Gebet (allein & gemeinsam), das Feiern der Heiligen Messe, das regelmäßige Empfangen des Bußsakraments, das tägliche Bibelstudium - und in all dem: GLAUBE, HOFFNUNG & LIEBE.

Grundlage der Jesus Brothers: Die Regel des Hl. Franziskus

Bullierte Regel 90 (BR)

Durch die Bulle "Solet annuere' bestätigte Papst Honorius III. am 29. November 1223 die endgültige Regel des heiligen Franziskus. Dabei nahm er den vollständigen Text dieser Regel in sein Bestätigungsschreiben hinein. Das Original dieses Schreibens wird im Sacro Convento zu Assisi als kostbare Reliquie aufbewahrt. Ein zweiter authentischer Text, der aber gegenüber dem Original einige Verschiedenheiten aufweist, 91 findet sich im entsprechenden Registerband des Vatikanischen Archivs.
Die bullierte Regel ist kein Gesetz-Werk, sondern vielmehr ein geistliches Dokument, ja eine Mahnrede des Heiligen an seine Brüder, damit sie dem Leben nach dem Evangelium, das sie fest versprochen haben, treu bleiben 92.

[Honorius 93, Bischof, Diener der Diener Gottes, den geliebten Söhnen, Bruder Franziskus und den anderen Brüdern vom Orden der Minderen Brüder, Heil und Apostolischen Segen.

Der Apostolische Stuhl pflegt sich frommen Begehren zu neigen und geziemenden Wünschen der Bittsteller wohlwollende Förderung zu erteilen. Daher, im Herrn geliebte Söhne, haben Wir Uns euren frommen Bitten geneigt und bestätigen euch kraft apostolischer Vollmacht die Regel eures Ordens, die von Papst Innozenz, Unserem Vorgänger seligen Angedenkens, gutgeheißen wurde und in vorliegendem Schreiben festgehalten ist, und bekräftigen sie durch den Schutz gegenwärtigen Schreibens. Sie lautet wie folgt:]


[l. Kapitel] 94
Im Namen des Herrn!

Es beginnt die Lebensweise der Minderen Brüder:
1 Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.
2 Bruder Franziskus verspricht Gehorsam und Ehrerbietung dem Herrn Papst Honorius und seinen rechtmäßigen Nachfolgern sowie der Römischen Kirche.
3 Und die anderen Brüder sollen verpflichtet sein, dem Bruder Franziskus und dessen Nachfolgern zu gehorchen.


[2. Kapitel]
Von denen, die dieses Leben annehmen wollen
und wie sie aufgenommen werden sollen

1 Die etwa dieses Leben annehmen wollen und zu unseren Brüdern kommen, sollen von ihnen zu ihren Provinzialministern geschickt werden; diesen allein und sonst niemand sei die Befugnis zugestanden, Brüder aufzunehmen.
2 Die Minister aber sollen sie sorgfältig über den katholischen Glauben und die Sakramente der Kirche prüfen.
3 Und wenn sie dies alles glauben und es treu bekennen und bis ans Ende unverbrüchlich daran festhalten wollen;
4 und wenn sie keine Ehefrauen haben oder ihre Frauen - falls sie eine haben - auch schon in ein Kloster eingetreten sind oder ihnen nach Ablegung des Gelübdes der Enthaltsamkeit mit Ermächtigung des Diözesanbischofs Erlaubnis gegeben haben; und wenn ihre Frauen solchen Alters sind, daß kein Argwohn über sie entstehen kann,
5 dann sollen sie [die Minister] ihnen das Wort des heiligen Evangeliums (vgl. Mt 19,21 par.) sagen, daß sie hingehen und all das Ihrige verkaufen und Sorge tragen, es unter die Armen zu verteilen.
6 Wenn sie das nicht tun können, genügt ihnen der gute Wille.
7 Und die Brüder und ihre Minister sollen sich hüten, sich um deren zeitliche Habe zu kümmern, damit sie unbehindert mit ihrer Habe tun können, was der Herr ihnen eingeben mag.
8 Wenn jedoch um Rat ersucht wird, soll es den Ministern erlaubt sein, sie an gottesfürchtige Leute zu verweisen, nach deren Rat ihre Güter an die Armen verteilt werden mögen.
9 Hernach sollen sie ihnen die Kleidung für die Probezeit gewähren, nämlich zwei Habite ohne Kapuze und einen Gürtelstrick und Hosen und einen Kaparon 95 bis zum Gürtel,
10 falls nicht den erwähnten Ministern einmal etwas anderes vor Gott entsprechend scheinen sollte.
11 Ist aber das Probejahr beendet, sollen sie zum Gehorsam angenommen werden, indem sie versprechen, dieses Leben und diese Regel immer zu befolgen.
12 Und gemäß der Anordnung des Herrn Papstes 96 soll ihnen unter keinen Umständen erlaubt sein, aus diesem Orden auszutreten,
13 weil nach dem heiligen Evangelium "niemand, der die Hand an den Pflug legt und rückwärts schaut, zum Reiche Gottes tauglich ist" (Lk 9,62).
14 Und jene, die den Gehorsam schon versprochen haben, sollen einen Habit mit Kapuze und, falls sie ihn haben wollen, einen anderen ohne Kapuze haben.
15 Und die durch Not gezwungen sind, können Schuhwerk tragen.
16 Und alle Brüder sollen geringwertige Kleidung tragen und sollen sie mit grobem Tuch und anderen Tuchstücken verstärken 97 können mit Gottes Segen.
17 Ich warne und ermahne sie, jene Leute nicht zu verachten, noch zu verurteilen, die sie weiche und farbenfrohe Kleider tragen (vgl. Mt 11,8) und sich auserlesener Speisen und Getränke bedienen sehen, sondern vielmehr soll jeder sich selbst verurteilen und verachten.


[3. Kapitel]
Vom Göttlichen Offizium und vom Fasten und
wie die Brüder durch die Welt ziehen sollen

1 Die Kleriker 98 sollen das Göttliche Offizium 99 nach der Anordnung der heiligen Kirche von Rom verrichten, den Psalter ausgenommen;
2 darum dürfen sie Breviere haben. /
3 Die Laien aber sollen vierundzwanzig Vaterunser beten für die Matutin, für die Laudes fünf, für Prim, Terz, Sext, Non, für jede dieser Horen sieben, für die Vesper aber zwölf, für die Komplet sieben;
4 und sie sollen für die Verstorbenen beten.
5 Und sie sollen fasten vom Feste Allerheiligen bis zur Geburt des Herrn.
6 Die heilige vierzigtägige Fastenzeit aber, die von Epiphanie an ohne Unterbrechung 100 vierzig Tage dauert und die der Herr durch sein heiliges Fasten geweiht hat (vgl. Mt 4,2), die sie freiwillig fasten, sollen vom Herrn gesegnet sein; und die nicht wollen, sollen nicht verpflichtet sein.
7 Die andere Fastenzeit aber bis zur Auferstehung des Herrn sollen sie halten.
8 Zu anderen Zeiten aber sollen sie nicht zum Fasten gehalten sein, außer am Freitag.
9 Jedoch zur Zeit offensichtlicher Not sollen die Brüder zu leiblichem Fasten nicht gehalten sein.
10 Ich rate aber meinen Brüdern, warne und ermahne sie im Herrn Jesus Christus, sie sollen, wenn sie durch die Welt gehen, nicht streiten, noch sich in Wortgezänk einlassen (vgl. 2 Tim 2, 14), noch andere richten.
11 Vielmehr sollen sie milde, friedfertig und bescheiden, sanftmütig und demütig sein und anständig reden mit allen, wie es sich gehört.
12 Und sie dürfen nicht reiten, falls sie nicht durch offenbare Not oder Schwäche 101 gezwungen werden.
13 Kommen sie in ein Haus, sollen sie zuerst sagen: "Friede diesem Hause" (vgl. Lk 10,5).
14 Und nach dem heiligen Evangelium soll es erlaubt sein, von allen Speisen zu essen, die ihnen vorgesetzt werden (vgl. Lk 10, 8).


[4. Kapitel]
Daß die Brüder kein Geld annehmen sollen

1 Ich gebiete allen Brüdern streng, auf keine Weise Münzen 102 oder Geld anzunehmen, weder selbst noch durch eine Mittelsperson.
2 Doch für die Bedürfnisse der Kranken und die Bekleidung der anderen Brüder sollen einzig die Minister und Kustoden mit Hilfe geistlicher Freunde gewissenhaft Sorge tragen nach Maßgabe der Orte und Zeiten und kalten Gegenden, wie sie sehen werden, daß es der Not abhelfe;
3 immer aber mit dem Vorbehalt, daß sie, wie gesagt, nicht Münzen oder Geld annehmen.


[5. Kapitel]
Von der Art zu arbeiten

1 Jene Brüder, denen der Herr die Gnade zu arbeiten gegeben hat, sollen in Treue und Hingabe arbeiten, /
2 so zwar, daß sie den Müßiggang, welcher der Seele feind ist, ausschließen, aber den Geist des heiligen Gebetes und der Hingabe nicht auslöschen, dem das übrige Zeitliche dienen muß.
3 Was aber den Lohn der Arbeit angeht, so mögen sie für sich und ihre Brüder das Nötige zum leiblichen Unterhalt annehmen, außer Münzen oder Geld;
4 und das demütig, wie es Knechten Gottes und Anhängern der heiligsten Armut geziemt.


[6. Kapitel]
Daß die Brüder nichts als ihr Eigentum erwerben dürfen,
sowie vom Bitten um Almosen und von den kranken Brüdern

1 Die Brüder sollen sich nichts aneignen, weder Haus noch Ort noch irgendeine Sache.
2 Und gleichwie Pilger und Fremdlinge (vgl. 1 Petr 2,11) in dieser Welt, die dem Herrn in Armut und Demut dienen, mögen sie voll Vertrauen um Almosen gehen-,
3 und sie dürfen sich nicht schämen, weil der Herr sich für uns in dieser Welt arm gemacht hat (vgl. 2 Kor 8,9).
4 Dies ist jene Erhabenheit der höchsten Armut, die euch, meine geliebtesten Brüder, zu Erben und Königen des Himmelreiches eingesetzt, an Hab und Gut arm gemacht, durch Tugenden geadelt hat (vgl. Jak 2,5).
5 Diese soll euer Anteil sein, der hinfährt in das Land der Lebenden (vgl.Ps 141,6).
6 Dieser hanget, geliebteste Brüder, ganz und gar an und trachtet um des Namens unseres Herrn Jesu Christi willen auf immer unter dem Himmel nichts anderes zu haben.
7 Und wo immer die Brüder sind und sich treffen, sollen sie sich einander als Hausgenossen erzeigen.
8 Und vertrauensvoll soll einer dem anderen seine Not offenbaren; denn wenn schon eine Mutter ihren leiblichen Sohn nährt und liebt (vgl. 1 Thess 2,7), um wieviel sorgfältiger muß einer seinen geistlichen Bruder lieben und nähren?
9 Und wenn einer von ihnen schwer krank werden sollte 103, dann müssen die anderen Brüder ihm so dienen, wie sie selbst bedient sein wollten (vgl. Mt 7,12).


[7. Kapitel]
Von der Buße, die sündigen Brüdern auferlegt werden soll

1 Wenn Brüder auf Anreiz des bösen Feindes tödlich sündigen und es sich um solche Sünden handelt, für die unter den Brüdern verordnet sein wird, daß man sich allein an die Provinzialminister wende, sollen diese Brüder sich an sie wenden, sobald sie können, ohne Verzug.
2 Die Minister selbst aber, wenn sie Priester sind, sollen ihnen mit Erbarmen eine Buße auferlegen; wenn sie aber nicht Priester sind, sollen sie die Buße durch andere Priester des Ordens auferlegen lassen, wie es ihnen vor Gott am besten scheinen wird.
3 Und sie müssen sich hüten, wegen der Sünde, die jemand begangen hat, zornig und verwirrt zu werden; denn Zorn und Verwirrung verhindern in ihnen selbst und in den anderen die Liebe.


[8. Kapitel]
Von der Wahl des Generalministers dieser Brüderschaft
und vom Pfingstkapitel

1 Alle Brüder sollen gehalten sein, immer einen von den Brüdern dieses Ordens als Generalminister und Diener der gesamten Brüderschaft zu haben, und sollen streng gehalten sein, ihm zu gehorchen.
2 Tritt er ab, so geschehe die Wahl des Nachfolgers von den Provinzialministern und Kustoden auf dem Pfingstkapitel, zu dem die Provinzialminister gehalten sein sollen, stets zusammenzukommen, wo immer der Generalminister wird festgelegt haben;
3 und das einmal in drei Jahren oder zu einem anderen, späteren oder früheren Zeitpunkt, so wie es der genannte Minister wird verordnet haben.
4 Und sollte jemals der Gesamtheit der Provinzialminister und Kustoden offenbar werden, der erwähnte Minister sei zum Dienst und gemeinsamen Wohl der Brüder unzureichend, sollen die genannten Brüder, denen die Wahl zusteht, gehalten sein, sich im Namen des Herrn einen anderen zum Oberen zu wählen.
5 Nach dem Pfingstkapitel aber können die einzelnen Minister und Kustoden, wenn wie wollen und es für nützlich erachten, noch im gleichen Jahre ihre Brüder in ihren Kustodien einmal zum Kapitel zusammenrufen.


[9. Kapitel]
Von den Predigern

1 Die Brüder sollen im Bistum eines Bischofs nicht predigen, wenn es ihnen von diesem untersagt worden ist.
2 Und auf keine Weise getraue sich irgendein Bruder, dem Volke zu predigen, er sei denn vom Generalminister dieser Brüderschaft geprüft und bestätigt und es sei ihm von diesem das Predigtamt gestattet worden.
3 Ich warne auch und ermahne diese Brüder, daß sie in der Predigt, die sie halten, wohlbedacht und lauter reden sollen (vgl. Ps 11,7, 17,31) zum Nutzen und zur Erbauung des Volkes, /
4 indem sie zu ihnen sprechen von den Lastern und Tugenden 104, von der Strafe und Herrlichkeit mit Kürze der Rede, weil der Herr auf Erden sein Wort kurz gefaßt hat (vgl. Röm 9,28).


[10. Kapitel]
Von der Ermahnung und Zurechtweisung der Brüder

1 Die Brüder, die Minister und Diener der anderen Brüder sind, sollen ihre Brüder aufsuchen und ermahnen und sie in Demut und Liebe zurechtweisen, ohne ihnen etwas zu befehlen, was gegen ihre Seele und unsere Regel wäre.
2 Die Brüder aber, die Untergebene sind, sollen beherzigen, daß sie um Gottes willen dem eigenen Willen entsagt haben.
3 Daher gebiete ich ihnen streng, daß sie ihren Ministern in allem gehorchen, was sie zu halten dem Herrn versprochen haben und was nicht ihrer Seele und unserer Regel zuwider ist.
4 Und wo immer Brüder sind, die wüßten und erkannten, daß sie die Regel nicht geistlich beobachten können 105, sollen und können sie zu ihren Ministern Zuflucht nehmen.
5 Die Minister aber sollen sie liebevoll und gütig aufnehmen und ihnen mit so großer Herzlichkeit 106 begegnen, daß sie mit ihnen reden und tun können wie Herren mit ihren Knechten.
6 Denn so soll es sein, daß die Minister die Knechte aller Brüder sind.
7 Ich warne aber und ermahne im Herrn Jesus Christus, daß die Brüder sich hüten mögen vor allem Stolz, eitler Ruhmsucht, Neid, Habsucht (vgl. Lk 12,15), der Sorge und dem geschäftigen Treiben dieser Welt (vgl. Mt 13, 22), vor Ehrabschneiden und Murren; und die von den Wissenschaften keine Kenntnis haben, sollen nicht danach trachten, Wissenschaften zu erlernen.
8 Sie sollen vielmehr darauf achten, daß sie über alles verlangen müssen, zu haben den Geist des Herrn und sein heiliges Wirken, /
9 immer zu Gott zu beten mit reinem Herzen, Demut zu haben, Geduld in Verfolgung und Schwäche 107 und jene zu lieben, die uns verfolgen und tadeln und beschuldigen, /
10 denn der Herr sagt: "Liebet eure Feinde und betet für jene, welche euch verfolgen und verleumden" (vgl. Mt 5,44). "Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich" (Mt 5, 10).
11 "Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden" (Mt 10, 22).


[11. Kapitel]
Daß die Brüder die Klöster der Nonnen nicht betreten sollen

1 Ich befehle streng allen Brüdern, keine Verdacht erregenden Beziehungen oder Beratungen mit Frauen zu haben und die Klöster der Nonnen nicht zu betreten,
2 jene Brüder ausgenommen, denen vom Apostolischen Stuhl eine besondere Erlaubnis erteilt worden ist.
3 Weder sollen sie eine Patenstelle bei Männern oder Frauen übernehmen, noch entstehe bei solcher Gelegenheit unter den Brüdern oder durch die Brüder ein Ärgernis.


[12. Kapitel]
Von denen, die unter die Sarazenen
und andere Ungläubige gehen

1 Alle Brüder, die auf göttliche Eingebung hin unter die Sarazenen oder andere Ungläubige gehen wollen, sollen dazu von ihren Provinzialministern die Erlaubnis erbitten.
2 Die Minister aber sollen nur denen die Erlaubnis zu gehen erteilen, die sie tauglich finden, geschickt zu werden.
3 Außerdem befehle ich den Ministern im Gehorsam, vom Herrn Papst einen aus den Kardinälen der heiligen Römischen Kirche zu erbitten, der diese Brüderschaft lenke, in Schutz und in Zucht nehme, /
4 auf daß wir, allezeit den Füßen dieser heiligen Kirche untertan und unterworfen, feststehend im katholischen Glauben (vgl. Kol 1,23), die Armut und Demut und das heilige Evangelium unseres Herrn Jesus Christus beobachten, was wir fest versprochen haben 108.

[Keinem Menschen soll es nun gestattet sein, dieses Unser Bestätigungsschreiben anzufechten oder mit leichtfertigem Unterfangen dagegen anzukämpfen. Sollte aber jemand sich herausnehmen, dies zu versuchen, so wisse er, daß der sich die Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner heiligen Apostel Petrus und Paulus zuziehen wird. Gegeben im Lateran am 29. November im 8. Jahre Unseres Pontifikates 109.]
 
(Quelle: http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/regbul.htm)

Warum in alles in der Welt willst du einen neuen Orden gründen? Wie kommst du überhaupt auf diese Idee? Die vorhandenen Orden sterben ja schon aus!

Wenn jeder in der Vergangenheit so gedacht hätte, würde es heute keine Orden, keine geistlichen Gemeinschaften, keine Personalprälatur oder sonstigen Gruppierungen geben.

Fr. Bill Casey hat einmal gesagt, eine Berufung ist wie eine komische Idee. Eine komische Idee aber auch, die dich nicht mehr los lässt.

So lässt sich das Ganze wohl am besten beschreiben. Natürlich habe ich mir selbst gesagt, das sei doch Unsinn und warum ausgerechnet ich? Aber die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Sie folgte mir überall hin.

Ja, es gibt schon viele Orden. Mir war es wichtig, eine Gemeinschaft zu gründen, die zum einen besonders für die am Rande der Gesellschaft, für die Ausgegrenzten da ist - aber auch eine Gemeinschaft, die selbst auch Menschen in ihren Reihen hat, die eine bewegte Vergangenheit hinte sich haben und somit eine besondere Gabe haben, ihre liebende Hand denen zu reichen, zu denen sie vielleicht einmal selbst gehört haben.

Klar, mag nun mancher einwenden, selbst hat er keinen passenden Orden gefunden und jetzt gründet er eben einen eigenen.

Ganz so einfach ist es doch nicht. Warum würde ich das tun wollen? Ich könnte ein weitaus bequemeres Leben haben. Nein, ich habe selbst erlebt, wie genau die Menschen, die ich ansprechen möchte, auf Schwierigkeiten treffen, wenn ihnen Ordensangehörige begegnen. Oder erst gar nicht den Weg dorthin finden - und umgekehrt! Das muss nicht auf schlechtem Willen beruhen und keiner hat "Schuld" daran. Aber warum nicht etwas gründen, das es in der Form noch nie gab?

Mehr demnächst.

Anmerkung

Die "Jesus Brothers" befinden sich noch in der Gründungsphase. Dies sei ausdrücklich angemerkt, da für eine Ordensgründung die Genehmigung des Bischofs oder Papstes notwendig ist. Sobald es eine nennenswerte Zahl an Interessenten gibt, wird diese Genehmigung beantragt.

Siehe hierzu das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici):

Can. 608 — Eine Ordensgemeinschaft muß in einer rechtmäßig errichteten Niederlassung unter der Autorität eines nach Maßgabe des Rechts bestellten Oberen wohnen; die einzelnen Niederlassungen sollen wenigstens eine Kapelle haben, in der die Eucharistie gefeiert und aufbewahrt wird, damit sie wirklich die Mitte der Kommunität ist.

Can. 609 — § 1. Niederlassungen eines Ordensinstituts werden errichtet von der zuständigen Autorität gemäß den Konstitutionen nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Diözesanbischofs.

(Quelle: http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P20.HTM)

Sind die Jesus Brothers eine Sekte?

Nein.

Wir möchten einen Orden gemäß dem katholischen Kirchenrecht gründen. Anders ausgedrückt: Die Jesus Brothers entsprechen - sollte die Ordensgründung durch sein - franziskanischen Orden wie den Franziskanern, den Franziskaner-Minoriten oder den Kapuzinern. Oder auch den neueren franziskanischen Orden wie den Franciscan Friars of the renoewal (Father Benedict Groeschel). Die Jesus Brothers unterstehen somit dem Ortsbischof und dem kirchlichem Lehramt.

Wir sehen uns als neue Gemeinschaft innerhalb der großen Familie der Katholischen Kirche.

Anfrage

The Jesus Brothers unterstützen ausdrücklich das eremitische Leben gemäß Kirchenrecht und in Verbindung mit dem jeweiligen Ortsbischof. Informationen über Möglichkeiten zum Leben als Eremit/in (etwa Möglichkeiten zum Wohnen, Leben und Arbeiten wie zu betreuende Kapellen, Klausen, Kirchen, Wallfahrtsstätten etc.) sind uns jederzeit herzlich willkommen.

The Simple Way

The Jesus Brothers send their love to the brothers and sisters of  The Simple Way. Keep up the good work!

May the Lord continue to bless you richly!

Why ministering to the marginalized and inviting people with a difficult background into your order?

As a response, here part of an email I wrote to a brother from a religious order in the USA. I first asked him if they'd accept people from Germany at all. He said that in the vocation process nationality doesn't matter. I then summed up my story and offered references. Among others I wrote:

"I know a man with my history is not the typical applicant for a religious order. What I was trying to show you, however, is that maybe it takes exactly people like me to reach out to those who can't be reached by regular brothers, as they simply don't speak their language and have no clue what is going on in them. So this could also be a chance for your order."

My point was to try to find out if this was really my calling and ask his help for that.

He wrote me back that this was a mulit-faceted life in progress and that he has a hard time understanding how I would fit into their orbit. He felt that this would be another "frequency" altogether. This is what I wrote as a response:



"Dear Brother xxx,

I am not entirely sure what "frequency" refers to. If you think I am not serious about it or this is some passing period in my life, then you are very wrong.

Yes, I had a life that is very unusual looking at it from the outside. But the last years have taught me a lot and take it from me - that journey was an extremely hard one. I can give you references of people that can tell you more about me, if you want that. Maybe it takes a life like the one I have lived to first fully appreciate what you get in the end and to second be shaped into the man I am now. I do not see everything as only bad (another thing the therapist of xxxx helped me understand), but as a part of my life. Without all of that I wouldn't be who I am now. No, my life was not easy street, but if I take a closer look at some of Jesus' disciples and the people He dealt with (without wanting to compare me to them), I'd say I am in good company. I bet He wouldn't say to me that I don't fit in his "orbit". Mary Magdalene sure did. Also I bet He didn't fit into the religious' "orbit" back then either...

Somebody once said that a church is not a hotel for saints, but a hospital for sinners. And if a sinner feels out of place in the Church, then maybe something is wrong also with the Church.

I am not attacking or accusing you guys or something, I only try to help you rethink some things or at least try to see things from another point of view.

Maybe it is exactly people like me - the lowest of His servants - that God uses sometimes to show others how mighty He is...

(...)


Dear brother xxx, I thank you for taking the time and responding me. You have to do what is best for your order and not for me. If you think I do not fit in, then this is how it is. I will respect that decision. Hopefully, however, you might meditate upon what I wrote you. Everything that happens in our lives happens for a reason and sometimes we meet people also for a reason. Maybe I am as much a reason for you as you might be for me.

May the Lord continue to bless you richly,

Robert



(He answered me that they want to encourage me to go on with my active apostolate and that this would fit better that their monastery.)




I guess what I am trying to say is that for Jesus Brothers it is crucial and essential to both reach out to in unconcitional the marginalized - the hookers, the homosexuals, the prisoners, the homeless, the hurt and needy of all sorts - but also to encourage men to join us, even though they might have had a troubled life. Jesus has forgiven - why should we have second thoughts? Of course, the fact that you are forgiven does not mean that everything is wiped out of your mind and that we have to take special care of ourselves and our brothers in the order. But imagine the potential these brothers have that nobody else has - if they use it for His glory!

In no way is it my intention to put down the brother from the USA that wrote me this, but from some experiences in the past and present this seems to be a red thread through religious orders, but also through the Church (Catholic or non-Catholic) in general: that you need to "fit in", that you need to be a perfect Christian before you join. Looking at the many scandals, however, but also at every single Christian (including myself!), none of us could boast with being "good" through his own force. All praise goes to the Lord, who offers us grace and faith that we can accept and respond to through our works of love.

As Tim Staples would probably say now: There is no "perfect Church". And even if you should find one, you'd ruin it the minute you walk into its doors...

No, it is not the fault of the brothers and sisters in religious orders if hardly anybody wants to join them anymore and even their own members sometimes leave the order - nobody can put the blame for his or her own decisions on other people. But then again it is within their range of responsibility to reconsider their own attitudes and also their mission in this world. Maybe God sends them a sort of sign to encourage them to think about what He really wanted.

I am sure the guys in this monastery do a great job - but reading remarks like the ones I got I can't help but wonder if something isn't missing in all of that. This is not about me or whether or not I am called for something. This is about Jesus and what He really wanted. In the history of religious orders there have always been new groups popping up that were dissatisfied with the practice of the existing orders and wanted to go back exactly to that: following Jesus like the first disciples. Loving others with an unconditional love that asks for nothing (take the Franciscans or Capuchins for example). Accepting former prostitutes and tax collectors in their midst. These people formed and shaped what we call "Church" today. Why should we do something else?

Again I want to express my honest and heartfelt love for the brothers in the monastery mentioned above. Maybe in one thing this brother is right - the Lord wants me somehwere else...

kath.de: Te Deum



YouTube.com: John Michael Talbot Update (www.johnmichaeltalbot.com)

YouTube.com: The Ordinary Radicals - Trailer

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