Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Inquisition

Irgendwann landet jede Diskussion an diesem Punkt: die Inquisition. Fuer Nicht-Katholiken der Skandal schlechthin, fuer Katholiken eher etwas extreme Peinliches. Verwirrend fuer beide. Das Thema Inquisition wird oft dazu missbraucht, Katholiken anzugreifen – und die wissen nicht, was sie darauf sagen sollen.

Nehmen wir uns also dieses Themas an.

Eigentlich gab es verschiedene Inquisitionen. Die erste entstand 1184 in Suedfrankreich als Reaktion auf die Haeresie der Katharer. Diese mittelalterliche Inquisition war vorbei, als diese Haeresie verschwand.

Ganz anders die roemische Inquisition, die 1542 begann – die mildeste Version.

Dann gab es da noch die Spanische Inquisition, die 1478 begann. Eine staatliche Inquisition, die dazu diente, "converses" auszumachen, also Juden oder Moslems, die aus politischen oder sozialen Gruenden vorgaben, zu konvertieren und im Geheimen weiterhin ihre Religion praktizierten. Sie stellte auch den Ruf derer wieder her, die faelschlicherweise angeklagt wurden, Haeretiker zu sein.

Diese verschiedenen Inquisitionen, die sich ueber einen guten Teil des Jahrtausends hinzogen, koennen zusammen "die Inquisition" genannt werden.

Wenn Fundamentalisten ueber die Inquisition schreiben, vertrauen sie dabei auf die Buecher von Henry C. Lea (1825 – 1909) und G. G. Coulton (1858 – 1947). Tatsaechlich haben beide die Fakten im Grossen und Ganzen auch richtig zusammen getragen. Sie haben diese Fakten aber nicht abgewogen, da in ihnen eine tiefe Feindseligkeit gegenueber der Katholischen Kirche vorherrschte. Eine Feindseligkeit, die wenig mit der Inquisition selbst zu tun hatte.

Einige katholische Schriftsteller, besonders die, die nicht unbedingt die Wahrheit ergruenden, sondern eher Kritik an der Katholischen Kirche zerstreuen wollten, haben sich ueber einige Fakten hinweggesetzt, um die Inquisition weiss zu waschen. Hiermit tut man der Wahrheit aber genauso wenig einen Dienst wie wenn man die schlechten Seiten der Inquisition uebertreibt. Solche katholische Apologeten fuerchteten, was andere hofften: dass die Tatsachen ueber die Inquisition die Katholische Kirche als illegitim darstellen und ihre Daseinsberechtigung bestreiten koennten.

Das tun diese Tatsachen aber keineswegs. Wir muessen keine Angst vor der Wahrheit haben. Ja, es ist eine Menge schief gelaufen im Laufe der Kirchengeschichte, das aendert aber nichts an ihrem Fundament. Allerdings – und das muessen wir unumwunden zugeben – ist all das ein Stolperstein sowohl fuer Katholiken wie fuer Nicht-Katholiken.

Es gibt in unserer Kirche Suender jeglicher Art – und manche unter ihnen haben verantwortungsvolle Posten inne (vgl. auch Apg 20, 29 und Mt 7, 15).

Fundamentalisten haben die falsche Vorstellung, dass in der Kirche nur Auserwaehlte sind. Suender muessen draussen bleiben. Wo Suender sind, kann dementsprechend Kirche nicht sein.

Kirche ist aber kein Hotel fuer Heilige, sondern ein Krankenhaus fuer Suender.

Wenn Fundamentalisten die Inquisition angreifen, gehen Katholiken fuer gewohnlich in die Defensive, was aber voellig falsch ist. Wir sollten vielmehr zu verstehen suchen, was damals wirklich geschehen ist sowie eben dieses Geschehene im Lichte der damaligen Zeit sehen und somit Menschen mit einer antikatholischen Einstellung zeigen, dass ihre Darstellung nicht das beweist, was sie gerne beweisen moechten.

So glauben viele Fundamentalisten etwa, dass unter der Inquisition mehr Menschen starben als unter irgendeinem Krieg oder irgendeiner Seuche. Dafuer stuetzen sie sich auf "Statistiken", die von einigen unter ihnen unters Volk geworfen werden und bei denen sich die Autoren hinsichtlich der Zahl der Opfer gegenseitig ueberbieten moechten.

Natuerlich sollten wir die historischen Fakten klarstellen, hierbei aber nicht Studien mit Gegenstudien und Statistiken mit Gegenstatistiken beantworten, um uns nicht voellig in einem Irrgarten zu verlaufen. Tatsaechlich weiss niemand so genau, wieviel Menschen tatsaechlich unter den verschiedenen Inquisitionen verstorben sind. Was wir jedoch mt Sicherheit sagen koennen, ist, dass die Zahlen, die Fundamentalisten fuer gewohnlich ins Feld fuehren, bei weitem zu hoch sind. Ein fundamentalistisches Buch etwa behauptete gar, dass an die 95 Millionen Menschen unter der Inquisition gestorben seien! Nicht einmal die Gesamtbevoelkerung der Laender, in denen es die Inquisition gab, erreichte diese Zahl!

So gab es keine Inquisition in Nordeuropa, Osteuropa, Skandinavien oder England. Die Inquisition beschraenkte sich hauptsaechlich auf Suedfrankreich, Italien, Spanien und einigen wenigen Teilen des heiligen roemischen Reichs. Die Inquisition konnte also gar nicht so viele Menschen auf dem Gewissen haben, wie manche angeben, weil in diesen Teilen gar nicht so viele Menschen lebten!

Man geht inzwischen davon aus, dass in Spanien einige Tausend Todesurteile aufgrund von Haeresie ausgesprochen wurden – und dies im Laufe von mehreren Jahrhunderten.

Es bringt jedoch wenig, sich ueber Statistiken zu streiten. Was zeigt uns eigentlich die Inquisition? Dass Katholiken Suender sind? Das sind wir zweifellos. Dass manchmal Verantwortliche versagt und falsch geurteilt haben? Ganz bestimmt. Dass manchmal Katholiken im Eifer des Glaubens weit ueber das Ziel hinaus schiessen? Richtig.

Solche Vorwuerfe koennte man aber auch vorbringen, wenn es die Inquisition nie gegeben haette – und man kann sie auch anderen Christen und christlichen Gemeinschaften gegenueber vorbringen. Man kann Fundamentalisten nur sagen, sie sollen doch mal abwarten, bis ihre Gemeinde 2.000 Jahre alt sind – dann sprechen wir uns nochmal, ob es nicht auch dort erhebliche Missstaende gegeben hat.

Manche Fundamentalisten behaupten, die Tatsache, dass es die Inquisition gegeben hat, wuerde beweisen, dass die Katholische Kirche nicht die Kirche sei, die Jesus gegruendet hat. Dass sie keine Daseinsberechtigung habe. Es duerfte aber nicht schwer fallen, zu erkennen, auf welch schwachen Fuessen solche Argumente stehen.

Fundamentalisten sehen die Inquisition auch als etwas "Persoenliches" an, als ob sie nur dazu gedient haette, Fundamentalisten und ihre Gemeinden auszurotten. Sie identifizieren sich mit den Katharern (auch als Albigenser bekannt). Warum? Weil sie denken, die Katharer waeren so etwas wie die Fundamentalisten des 12. Jahrhunderts gewesen und dass die Katholische Kirche – wenn sie denn die Macht dazu haette – den heutigen Fundamentalisten genau das antun wuerde, was sie den Katharern damals antat.

Fundamentalisten schliessen aus der Tatsache, dass die Katharer eine Art Mundart-Version der Bibel verwendeten, dass sie "biblische Christen" waren. Tatsaechlich aber war die Religion der Katharer etwas merkwuerdig. Man geht davon aus, dass sie aus Bulgarien nach Frankreich kamen. Die Katharer vermischten die Gnostik (man ging dort davon aus, ein geheimes religioeses Wissen zu haben) mit dem Manichaeismus, der alles Koerperliche fuer Boese hielt. Fuer Katharer gab es zwei Goetter: zum einen den "guten" Gott des Neuen Testaments. Dieser Gott schickte Jesus, um uns von dem boesen Koerperlichen zu erloesen. Dann gab es den "boesen" Gott des Alten Testaments, der die boese Materie erschaffen hat. Die Ueberzeugungen der Katharer hatten also soziale Konsequencen, die im Grunde zerstoererisch fuer jede Zivilisation waren.

Die Ehe sahen die Katharer als etwas Negatives an, da sie sexuelle Beziehungen ermoeglichte. Die wiederum waren gleichbedeutend mit der Erbsuende. Zeitlich begrenzte und geheime Unzucht wiederum war erlaubt, wurde aber nicht ueberall befuerwortet. Eine feste und "unbefristete", offen gefuehrte Ehe jedoch lehnte man voellig ab.

Man ging sogar soweit, rituellen Selbstmord zu ermutigen. Wer nicht freiwillig wollte, dem "half" man dabei. Da die Katharer nicht schwoerten, wiedersetzten sie sich damit automatisch jeder Regierung.

Jedoch sind die Ueberzeugungen der Katharer nicht gleichzusetzen mit denen der Fundamentalisten. Wenn also Fundamentalisten Sympathien fuer die Katharer zeigen, ist das umso mehr fehl am Platz.

Und so verlieren sich viele Diskussionen um die Inquisition in Streitereien um Zahlen – und die meisten Katholiken verstehen nicht, worum es den Fundamentalisten wirklich geht. Man sollte Fundamentalisten vielmehr offen fragen, was sie eigentlich wirklich "beweisen" moechten.

Man sollte vielleicht an dieser Stelle auch anfuehren, dass die Strafen der Spanischen Inquisition vergleichbar waren mit der der weltlichen Gerichte – meist sogar, was deren Haerte betraf, leichter ausfielen. Ebenso wahr ist es, dass viele Menschen lieber zu den kirchlichen Gerichtshoefen als zu den weltlichen gingen. Manchmal laesterten sie sogar bewusst und absichtlich vor weltlichen Gerichten, um zu kirchlichen zu gelangen, wo es hinsichtlich ihrer Anhoerung weitaus besser fuer sie lief.

Wie aber konnte es ueberhaupt zu einer Inquisition kommen angesichts einer Kirche goettlichen Ursprungs? Und warum ist es nicht legitim, aufgrund der Inquisition Rueckschluesse zu ziehen, dass die Katholische Kirche nicht die von Jesus Christus gegruendete Kirche ist?

Es ist im Grunde gar nicht so schwer, darzulegen, dass die Inquisition damals durchaus der Ansicht sein konnte, ihre Taten waeren gerechtfertigt. Tatsaechlich finden wir in der Bibel sogar Hinweise, dass Gott selbst anordnete, dass formelle und gesetzliche Untersuchungen – Inquisitionen also – durchgefuehrt wurden, um Menschen aufzudecken, die im Geheimen falschen Religionen folgten.

Lesen wir etwa Deut 17, 2-5: "Wenn in deiner Mitte, in einem der Stadtbereiche, die der Herr, dein Gott, dir gibt, ein Mann – oder auch eine Frau – lebt, der tut, was in den Augen des Herrn, deines Gottes, boese ist, und sich ueber seinen Bund hinwegsetzt, wenn er hingeht, anderen Goettern dient und sich vor ihnen niederwirft – und zwar vor der Sonne, dem Mond oder dem ganzen Himmelsheer, was ich verboten habe -, wenn dir das gemeldet wird, wenn du den Fall anhaengig machst, genaue Ermittlungen anstellst und es sich zeigt: Ja, es ist wahr, der Tatbestand steht fest, dieser Graeuel ist in Israel geschehen!, dann sollst du diesen Mann oder diese Frau, die den Frevel begangen haben, den Mann oder die Frau, zu einem deiner Stadttore fuehren und steinigen und sie sollen sterben." (Einheitsuebersetzung)

Es gab also Israeliten, die zwar nach aussen hin an Gott glaubten und den Bund mit Ihm hielten, insgeheim aber falsche Religionen praktizierten und sogar versuchten, diese zu verbreiten (vgl. Deut 13, 6-11). Diese Menschen durften also nicht mehr laenger der Gemeinschaft angehoeren, wollte man diese vor Irrlehren schuetzen. All dies galt keineswegs nur fuer Einzelpersonen, sondern fuer ganze Staedte (Deut 13, 12-18).

Die Situation in Europa sah nicht viel anders aus. Auch in Europa des Mittelalters gab es Koenigreiche, die offiziell dem Herrn geweiht waren. Man kann also nachvollziehen, dass Katholiken ihre Bibeln studierten und schliesslich zu der Ueberzeugung gelangten, dass sie zum Schutze der Kirche dem biblischen Grundsatz gehorchen mussten, der da hiess: "Du sollst das Boese aus deiner Mitte wegschaffen." (Deut 17, 7 Einheitsuebersetzung; vgl. Deut 13, 5: Deut 17, 12). Paulus wiederholt dies uebrigens in 1 Kor 5, 13.

Die Protestanten dachten hier uebrigens zunaechst aehnlich: auch sie wollten das Uebel von der Wurzel her ausreissen und Haeretiker bestrafen. Sowohl Luther wie Calvin anerkannten das Recht des Staates, die Gesellschaft zu schuetzen, indem falsche Religionen ausgemerzt wurden. Calvin ging sogar noch weiter: ihm war es nicht genug, Andersglaeubige aus Genf zu vertreiben, er erlaubte in einigen Faellen sogar, dass man Menschen wegen "Haeresien" hinrichtete (und ordnete dies sogar teilweise an!). Beispiele: Jacques Gouet, der 1547 gefoltert und enthauptet wurde, oder Michael Servetus, der 1533 auf einem Pfahl verbrannt wurde.

In England und Irland fuehrten die Reformer ihre eigenen Inquisitionen und Hinrichtungen durch. Man geht davon aus, dass Tausende Katholiken dem zum Opfer fielen. Sie weigerten sich, zum Protestantismus zu konvertieren und wurden etwa gehaengt oder gevierteilt. Eine grosse Zahl war gezwungen, das Land zu verlassen, um am Leben zu bleiben.

Die Situation stellte sich also nicht als so einfach dar, wie man uns das manchmal glauben lassen moechte. Beide Seiten gingen davon aus, dass derartige Strafen biblisch angezeigt waren, um Irrlehren aus dem Christentum auszumerzen.

Die Tatsache, dass auch Protestanten zur Inquisition griffen, zeigt klar und deutlich, dass die Existenz einer Inquisition nicht beweist, dass eine Gemeinschaft nicht goettlichen Ursprungs ist. Glaubenswahrheiten muessen also auf einem anderen Gebiet begruendet werden.

 

(Quelle: u.a. www.catholic.com)

 

Many Catholics squirm at the very mention of the Spanish Inquisition, But was it really as brutal as it is often described?http://www.catholic.com/blog/jon-sorensen/the-myth-of-the-spanish-inquisition

Posted by Catholic Answers on Donnerstag, 7. Mai 2015

kathpedia.com: Kongregation für die Glaubenslehre

Die Kongregation für die Glaubenslehre (Glaubenskongregation) ist eine von neun Kongregationen an der Römischen Kurie. Der ursprüngliche Name lautete "Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis". Im öffentlichen Sprachgebrauch setzte sich die Bezeichnung "Inquisition" durch.

Der Präfekt der Glaubenskongregation ist von Amts wegen auch Präsident der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission, deren Sekretariat und Sitz bei dem Dikasterium ist.

 

Geschichte


Die Heilige Inquisition war eine jahrhundertelang eingesetzte Organisation, um die Kirche von Häresien und Irrglauben zu reinigen. Sie wurde 1231 von Papst Gregor IX. offiziell gegründet und, nach wechselvollem Geschick in den unterschiedlichen Ländern Europas, durch Papst Paul III. mit der Konstitution Licet ab initio vom 21. Juli 1542 in der Neuzeit als erste Kongregation neu strukturiert.

Papst Pius X. hat mit der zwecks Kurienreform veröffentlichten Apostolischen Konstitution Sapienti consilio vom 29. Juni 1908 Kongregation in "Sacra Congregatio Sancti Officii" umbenannt; Papst Benedikt XV. übertrug ihr die Befugnisse der von ihm aufgelösten Indexkongregation. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat Papst Paul VI. mit dem Motu Proprio Integrae servandae vom 7. Dezember 1965 die Kompetenzen und die Struktur der Kongregation wiederum neu geordnet und dabei den Index verbotener Bücher als rechtlich wirksames Instrument abgeschafft. Seit diesem Zeitpunkt hat sie auch den gegenwärtigen Namen. Erster Präfekt wurde der vorherige Sekretär des Hl. Offiziums, der überaus kompetente Kirchenrechtler, aus der Schule von Pietro Gasparri, Kardinal Alfredo Ottaviani (Präfekt des Hl. Offiziums war zuvor der Papst selber), der bis 1969 im Amt blieb. Sein Nachfolger war der kroatische Kurienkardinal Franjo Seper, diesem folgte 1982 Kardinal Joseph Ratzinger (bis 2005).

 

Zur Geschichte der Heiligen Inquisition


In der Darstellung ihrer Geschichte überwogen in den letzten 200 Jahren die negativen Aspekte, die heute die allgemeine Wahrnehmung der Öffentlichkeit noch bestimmen. Die wildromantische Vorstellung, als hätten das ganze Mittelalter hindurch fast in jedem Landstrich permanent nur Scheiterhaufen gebrannt und als sei es die Hauptbetätigung der Inquisition gewesen, möglichst viele Ketzer hinzurichten, ist aber eine grobe Verzerrung. Die Gesamtzahl der Opfer entspricht seit Gründung der Römischen Inquisition 1542 ungefähr der Zahl, die allein Mao tse-Tung während seiner Diktatur in China in 40 Minuten (!) vernichtete (so: Manfred Lütz) und diese wurde selbst vom Terrorjahr 1793 der frz. Revolution massiv übertroffen. Trotzdem ist die Zahl der Opfer aus heutiger Sicht unentschuldbar und nicht "aufrechenbar", da das Evangelium von der Liebe Gottes nur ohne Gewalt (und ohne "helfende" Inanspruchnahme der Staatsgewalt) glaubhaft zu verkündigen ist.

Ein Beispiel: die Opfer der Inquisition beziffert Arnold Angenendt mit 97 (nur römische Inquisition!) und 6.000, sofern es um die gefürchtete spanische Inquisition geht. Natürlich ist jedes Opfer ein Opfer zuviel, aber es verblüfft doch schon, wenn man bedenkt, wie ohne Sinn und Verstand horrende Zahlen in die Welt gesetzt werden, ohne daß etwas dahinter steckt und wie viele Leute (auch und gerade brave Katholiken) dies dann glauben.

Einschließlich der Opfer des Hexenwahns, der ja kein christliches oder gar kein katholisches Phänomen war, sondern ein germanisches (in Italien oder Spanien war Hexerei kaum Thema) ist zu sagen: Angenendt beziffert die Zahl, wie andere seriöse Forscher auch, auf etwa 50.000, darunter rund ein Viertel Männer. (Die mitunter verbreitete, irrwitzige Zahl von 6 Mio. verbrannten "Hexen" geht übrigens auf die nationalsozialistische Hetze gegen die Kirche zurück.)

Jüngere Literatur bemüht sich um eine ausgewogenere Sicht, wenn auch z.B. bei Hans Conrad Zander bisweilen in einer eher ironisierenden Darstellungsweise. Demnach agierte die Inquisition in relativer Hinsicht sogar eher fortschrittlich, in rechtsförmlichen Verfahren, und war keineswegs typischerweise übereifrig. Auch der Neuseeländer Peter Godman hat die Geschichte der modernen Inquisition anhand gravierender Fälle (von Galilei bis Graham Greene) nachgezeichnet. In der Geschichte der spanischen Inquisition vermengen sich jedoch königlich-herrschaftliche und explizit kirchliche Interessen stärker als bei der römischen "Zentrale".

In Deutschland blieb die Inquisition weitgehend unbedeutend, abgesehen von unrühmlichen Exzessen in der Hexenverfolgung, die jedoch ein frühneuzeitliches Phänomen war, an dem sich auch nichtkatholische Kräfte massiv beteiligten.

 

Mitglieder


Die Glaubenskongregation hat 23 Mitgliedern: Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe aus 14 verschiedenen Nationen. Der Präfekt der Kongregation ist Kardinal William Levada, der frühere Erzbischof von San Francisco. Sekretär war bis 2008 Erzbischof Mgr. Angelo Amato S.D.B., sein Nachfolger ist P. Luis Ladaria Ferrer S.J.; Untersekretär P. Joseph Augustine Di Noia OP und Promotor Iustitiae Mons. Charles Scicluna. Derzeit arbeiten 37 Mitarbeiter an der Glaubenskongregation. Das Dikasterium wird von einem Kollegium von 33 Konsultoren beraten. In der Regel sind diese Professoren an den Päpstlichen Fakultäten in Rom.

 

Präfekten seit 1965 (zuvor führte der Papst selbst den Vorsitz)

 
Kardinal Alfredo Ottaviani (1965-69, ital.)
Kardinal Franjo Seper (1969-81, kroat.)
Kardinal Joseph Ratzinger (1981-2005, dt.)
Kardinal William Levada (amerik., 2005- )

weitere Leitung


Sekretär der Kongregation ist seit 2008 Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, Untersekretär P. Joseph Augustine Di Noia

 

Aufgaben


Papst Johannes Paul II. hat 1988 in der Apostolischen Konstitution über die Römische Kurie Pastor bonus festgelegt, dass die Glaubenskongregation die Aufgabe hat, "die Glaubens- und Sittenlehre in der ganze katholischen Kirche zu fördern und schützen."

Die Aufgaben sind in drei Bereiche eingeteilt:

Der doktrinelle Bereich
Der disziplinäre Bereich
Die Ehesektion


Kontakt


Palazzo del Sant'Uffizio
00120 Città del Vaticano

E-mail: [email protected]

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Inquisition)

 

Links

Links International

Vatikan: Kongregation für die Glaubenslehre

New Advent: Inquisition

The Original Catholic Encyclopedia: Inquisition

Catholic Answers: Inquisition

Catholics United for the Faith: Inquisition

Dave Armstrong: Inquisition, Crusades & "Catholic Scandals"

phatmass: The Inquisitions

 

Ressources - Links

"Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition" von Hans C. Zander

Matthew Arnold: Fire & Sword: Crusade, Inquisition - CD



From Benzion Netanyahu, the father of Benjamin Netanyahu:

The Origins of the Inquisition in Fifteenth Century Spain (New York Review Books Collection) [Englisch]
B. Netanyahu (Autor)
Taschenbuch: 1424 Seiten
Verlag: New York Review Books; Auflage: 2 Sub (30. September 2001)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0940322390
ISBN-13: 978-0940322394

The Inquisition

The first warrants in the Salem witchcraft trials in Massachusetts were issued on this day in 1692. But what about Europe's witches? Suzannah Lipscomb investigates...

Posted by History News on Montag, 29. Februar 2016

Zum Nachdenken und Diskutieren