Wir helfen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht, wenn wir biblische Positionen aufweichen und ihnen - wenn auch mit den besten Absichten - ein Hintertürchen offen halten. Ganz im Gegenteil: hier versagen wir sogar in unser Funktion als lehrende und ermahnende Kirche und werden vielleicht noch zum Stolperstein für den, der sündigt, da er oder sie dann unsere offizielle "Freigabe" (wenn auch mit wenn und aber) hat.
An keiner einzigen Stelle befürwortete die Bibel Homosexualität - und die Bibel erstreckt sich über Tausende von Jahren quer durch verschiedene Kulturen, sodass das "kulturell geprägte" Argument hinfällig ist.
Über 2.000 Jahre lang hat die Kirche Homosexualität abgelehnt.
Was gibt uns das Recht, am christlichen Menschenbild, an der Lehre und Tradtition der Kirche sowie an der Bibel selbst, eigenmächtige Änderungen vorzunehmen?
Diese mögen ja mit den besten Absichten geschehen - gleichwohl ist das Resultat dasselbe.
Sünde darf nicht Einzug in die Kirche halten - was allerdings für andere Bereiche ebenso gelten muss. Sünde ist wie ein Geschwür, das sich schnell im Leib Christi - Seiner Kirche - ausbreitet.
Wer aber klar und deutlich Sünde beim Namen nennt, muss auch Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen eine helfende Hand anbieten und ihnen mit Verständnis und Liebe begegnen. Sie haben sich diese Neigungen nicht ausgesucht. Aus welchen Gründen auch immer, diese Empfindungen sind nun mal da.
Die Gründe hierfür sind aus christlicher Sicht letztlich zweitrangig. Natürlich macht es einen Unterschied in der ethischen Bewertung, wie die Begleitumstände sowie die Faktoren sich zusammen setzen, die menschliche Sexualität prägen. Am biblischen Menschenbild sowie an der Ehe als heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Bund, der den Bund widerspiegelt, den Gott in Jesus Christus mit den Menschen eingegangen ist, ändert das nichts.
Auch wenn aufrichtige Liebe im Spiel ist, wird die Situation dadurch nicht anders. Ich kann auch als Mann eine Frau aufrichtig lieben und mit ihr ein Leben lang glücklich sein, aber trotzdem Ehebruch damit begehen, weil ich vielleicht Frau und Kinder verlasse.
Ebenso ist das Argument mit der "Unumkehrbarkeit" oder "genetischen Bedingtheit" für Christen nicht akzeptabel. Wo sollte das aufhören? Was, wenn morgen auch in anderen Fällen eine "Unumkehrbarkeit" oder "genetische Bedingtheit" festgestellt wird - etwa bei Pädophilen (ohne hiermit Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen zu wollen).
Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen brauchen unsere volle Liebe - in Wort und Tat. Wahre Liebe heißt aber auch, den anderen zu ermahnen, sollte er vom Weg abkommen.
Eine "Unumkehrbarkeit" von Homosexualität anzunehmen, ist gleichzeitig aber auch ein Schlag ins Gesicht derer, die Freiheit gesucht und gefunden haben. Das bedeutet nichts anderes, als zu behaupten, diese Menschen würden nicht exisiteren - oder lügen. Freiheit heißt dabei nicht unbedingt zwangsweise, keinerlei Emfpindungen in dieser Richtung mehr zu verspüren, sie heißt vor allem, dass diese Menschen ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi führen - ohne sich von ihren Neigungen diktieren zu lassen, wie sie ihr Leben zu führen haben.
Zeigen wir Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, dass wir sie als Brüder und Schwestern lieben und ihnen beistehen, wenn sie ebenfalls diesen Weg der Freiheit beschreiten möchten!
Über den Begriff "Homosexualität" gibt es ja die unterschiedlichsten Vorstellungen. Der Begriff selbst wurde 1869 von Karl-Maria Kertbeny erfunden (siehe auch Wikipedia) und ist eine Mischung aus dem griechischen Wort "homo" (bedeutet soviel wie gleich oder gleichartig) und dem Lateinischen Wort "sexus" (was das männliche oder weibliche Geschlecht bezeichnet). Umgangssprachlich redet man eher von "schwul" oder "lesbisch", je nachdem ob Männer oder Frauen gemeint sind.
Nun gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen, wer wann und ob überhaupt "homosexuell" ist.
Gehen wir kurz auf einige Fragen ein:
Ich habe in meiner Jugend mit anderen Jungs masturbiert. Bin ich jetzt schwul?
Nein. Allein sexuelle Aktivitäten mit dem selben Geschlecht zu haben, macht einen noch nicht "schwul". Bei Jugendlichen wird oft mal etwas ausprobiert. Nicht jeder Jugendliche, der daran teilnahm, hat gleichgeschlechtliche Neigungen oder entwickelt solche später (gleichwohl sind solche "Aktivitäten" nicht so harmlos, wie manche meinen!). In anderen Fällen (Gefängnisse, Armee usw.) kann es auch mangels anderer Gelegenheiten zu sexuellen Kontakten mit dem eigenen Geschlecht kommen. Auch hier haben die Betroffenen nicht zwangsweise gleichgeschlechtliche Empfindungen.
Aber ich bin doch schwul, wenn ich Sex mit anderen Männern habe?
Nicht unbedingt (siehe oben).
Nicht unbedingt? Aber wann bin ich dann schwul, wenn nicht beim Sex mit anderen Männern?
Zunächst einmal würde ich das Wort "schwul" vermeiden. Was gleichgeschlechtliche sexuelle Anziehung angeht, so kommt es hier auch darauf an, ob sie überwiegend dem gleichen Geschlecht gilt und auch über einen längeren Zeitraum (bis lebenslang) andauert.
Wenn ich also lange keinen Sex mit Männern habe, bin ich auch nicht schwul, oder?
Das kann man so nicht sagen. Zum einen kann durchaus eine sexuelle Anziehung gegeben sein, ohne dass es zum Sex kommt. Zum anderen kann ich ein ganzes Leben lang gleichgeschlechtliche Empfindungen haben und trotzdem keinen Sex mit anderen Männern haben.
Kein Sex und trotzdem schwul? Wie geht denn das?
Gleichgeschlechtliche Gefühle betreffen nicht nur die Sexualität, sondern auch und gerade eine emotionale Anziehung. Diese Anziehung ("Liebe") ist aus der Sicht der Betroffenen durchaus offen und aufrichtig und darf nicht lächerlich gemacht werden: sie lieben einen Menschen ihres gleichen Geschlechts aus tiefstem Herzen. Das Problem hierbei: Liebe alleine heisst nicht unbedingt, dass die Beziehung moralisch in Ordnung ist. Aus christlicher Sicht ist jede Liebe falsch, die sich über die Liebe zu Gott stellt. Ich kann auch als verheirateter Mann eine andere Frau "lieben", für sie meine Familie verlassen und mit ihr bis ans Ende meiner Tage "glücklich" sein - aus christlicher Sicht bleibt es trotzdem Ehebruch. Bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen spielen aber manchmal (!) noch andere Elemente mit, die aus "Liebe" schnell emotionale Abhängigkeit werden lassen und die Grenzen der Beziehung weit über das ausdehnen, was eine traditionelle heterosexuelle Ehe gutheißen würde. Es ist leider so, dass die durchschnittliche homosexuelle Beziehung weitaus weniger monogam ist und hinsichtlich der praktizierten Form der Sexualität eher "kreativer" (andere würden sagen extremer) als die traditionelle heterosexuelle Ehe. Ja, es gibt Ausnahmen (wenn auch nicht allzu viele!), aber aus christlicher Sicht wären auch diese Ausnahmen, in denen die Beteiligten eine monogame Beziehung leben und versuchen, dem bürgerlichen Vorbild zu entsprechen, nicht akzeptabel. Ja, auch heterosexuelle Paare holen hier leider auf und überschreiten Grenzen - zweimal falsch ergibt aus christlicher Sicht aber nicht richtig.
Wieso vermeidest du das Wort "schwul"?
Es gibt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die sehen sich nicht als "homosexuell" oder gar "schwul", sondern als heterosexuell. Wie kann das angehen? Nun, ich kann mich sehr wohl als heterosexueller Mann sehen, der - aus welchen Gründen auch immer (und seien sie "genetisch bedingt"!) - gleichgeschlechtlich empfindet, dies aber nicht auslebt. Das ist eine grundsätzlich andere Sichtweise als eben genannte. Als Christen sind wir im Ebenbild Gottes geschaffen - ein Teil Seiner Schöpfung. Und Gottes Plan war es in unseren Augen nicht, dass wir mit Menschen desselben Geschlechts Beziehungen führen, die der christlichen Ehe entsprechen sollen oder Sex mit demselben Geschlecht haben.
Ist das nicht Diskriminierung? Homophobie?
Mit dem Vorwurf der "Diskriminierung" kann man sehr schnell alle anderen Sichtweisen in eine radikale Ecke drängen. Wir lehnen nicht die Menschen an sich ab (schließlich haben wir selbst gleichgeschlechtliche Empfindungen!), sondern fühlen uns dem christlichen Menschenbild und der christlichen Glaubenslehre verpflichtet und lehnen deshalb ein "schwules Leben" ab. Wir denken nicht, dass wir deshalb bessere Menschen oder bessere Christen sind als die, die ihre Neigungen voll ausleben. Allerdings behalten wir uns durchaus dasselbe Recht auf freie Meinungsäußerung vor, dass auch andere für sich einfordern. Was "Homophobie" (ebenfalls eine sehr junge Wortschätzung, die eigentlich eine Furcht beschreibt, mit Menschen, die gleichgeschlechtlich empfinden, im selben Raum zu sein - und bald auf alles ausgedehnt wurde, das anderer Meinung ist) angeht, so können wir per se nicht "homophob" sein, da wir selbst so fühlen. Es ist auch nicht ehrenhaft, andere Meinungen als "homophob" zu bezeichnen und ihnen damit jegliche Daseinsberechtigung nehmen zu wollen sowie die Betroffenen hiermit zu radikalisieren. Hier lässt man es schnell an der "Toleranz" mangeln, die man immer für sich selbst eingefordert hat. Die eigene Position sollte doch genügend Selbstbewusstsein haben, um eine andere Auffassung zu vertragen!
Es gibt doch aber so viele Selbstmorde unter Homosexuellen - gerade unter Jugendlichen! Sollte man da nicht schwule Gruppen an die Schulen lassen, damit Verständnis für die Situation von schwulen Jugendlichen geschaffen wird?
Dieses Programm ist irgendwann aus den USA nach Europa geschwappt - und hat die dortigen Argumente gleich mitgenommen. Natürlich gibt es (leider!!) Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die Selbstmord begehen und leider gibt es bestimmt auch Diskriminierung von gleichgeschlechtlich fühlenden Jugendlichen durch Gleichaltrige. Nur ist das mit den Selbstmorden so eine Sache: Zum einen sind ist es schwer nachzuvollziehen, warum ein gleichgeschlechtlich empfindender Jugendlicher Selbstmord begeht und ob dafür wirklich die Diskriminierung durch andere ursächlich war. Zum anderen ist das Gefühlsleben bei gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen ein anderes als bei heterosexuell empfindenden - ein Aspekt, der hier durchaus auch mit hineinspielt. Selbstverständlich soll man Jugendlichen beibringen, sie dürfen keine anderen Menschen diskriminieren - man darf dabei aber nicht nach Gruppen unterteilen. Abgesehen davon sollte man dann auch "Ex-Gay Ministries", also Einrichtungen von Menschen, die für sich entschieden haben, ihre gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht auszuleben und die sich gegenseitig - etwa im Rahmen von Selbsthilfegruppen - unterstützen, an die Schulen lassen. Dies geschieht abr in der Regel nicht. Homosexuelle Gruppen führen oft an, das sei doch nicht so schlimm, wenn sie an die Schulen gehen - man kann ja einen Jugendlichen nicht "schwul" machen, wenn er es nicht schon vorher war. Dies ist aber eine etwas naive, wenn auch bestimmt gutgemeinte Sichtweise: Jugendliche, die in ihrer sexuellen Entwicklung noch sehr unreif sind, probieren schnell mal etwas aus. Wenn ihnen dann ständig unter die Nase gerieben wird, wie "schön", "toll" und natürlich Homosexualität sein, experimintieren sie vielleicht auch in dieser Richtung - was sie wohl sonst nicht gemacht hätten. Was durchaus dazu führen kann, dass ihr Leben einen völlig anderen Verlauf nimmt. Hinzu kommt, dass man das Recht von Eltern akzeptieren sollte, ihren Kindern traditionell christliche Familienwerte zu vermitteln, die vielleicht eine andere Sichtweise zum Thema Homosexualität haben.
Wie seht ihr dann Schwule, die ihre Homosexualität voll ausleben?
Wir sehen uns nicht als besser oder schlechter als sie, sondern akzeptieren und respektieren ihre Entscheidung. Gleichwohl fordern wir dasselbe Maß an Respekt und Toleranz für unsere Entscheidung und Meinung, das man für sich selbst verlangt. Wir sind Christinnen und Christen und müssen uns unseres Glaubens nicht schämen.
(Artikel von JASON)
Altes Testament: Genesis: 19:1-29 (Sodom), 1:27-28 und 2:18-24 (als Standard für Heterosexualität. Dies ist der wesentliche Teil, auf den sich auch das Neue Testament beruft). Levitikus: 18:22, 20:13. Deuteronomium: 22:5.
Neues Testament: Römer 1:24-27, 1 Korinther 6:9-11, (1 Timotheus 1:8-10)
Offener Brief an Herrn Peter Mettler
Sehr geehrter Herr Mettler,
auf kath.net habe ich unter folgendem Link einen Artikel von Ihnen zum Thema "Nicht wegschauen, nicht verharmlosen" gelesen:
http://www.kath.net/detail.php?id=19863
Hier nun meine Stellungnahme hierzu:
Zunächst darf ich mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Robert Gollwitzer. Ich leite JASON, ein sogenanntes "Ex-Gay Ministry" (siehe www.freewebs.com/jason-online), eine christliche Selbsthilfegruppe, die Menschen, die für sich selbst ein Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht akzeptieren können, Hilfe anbietet. Da wir an die weltweite Organisation "Homosexuals Anonymous" (www.ha-fs.org) angeschlossen sind und gute Kontakte zu weiteren Einrichtungen ähnlicher Art weltweit haben, bieten wir auch Informationen und Seminare für Betroffene und Interessierte. Soviel zu mir bzw. zu uns.
Lieber Herr Mettler, zunächst einmal möchte ich Ihnen für Ihre erfrischende Offenheit danken. Derartiges findet man leider viel zu selten. Was wir weitaus öfter zu hören bekommen, ist, dass Betroffene sich hilfesuchend an ihre Kirche wenden und dort - wenn denn überhaupt - nur sehr vage Antworten bekommen. Die Geistlichen sind offensichtlich sehr unsicher, was dieses Thema betrifft. Oft geben sie auch Auskünfte, die weitab von der offiziellen kirchlichen Lehre sind (frei nach dem Motto: "Offiziell muss ich Ihnen nun dies und jenes sagen - persönlich aber sage ich Ihnen ganz was anderes"). Uns ist bewusst, dass diese Geistlichen dies in bester Absicht tun, aber man hilft niemandem weiter, wenn man die Dinge nicht beim Namen nennt. Im Amerikanischen nennt man dies "tough love" - eine Liebe, die stark genug ist, um dem anderen auch offen Dinge ins Gesicht zu sagen, die er/sie vielleicht nicht hören will.
Leider gibt es auch Theologen und Publikationen, die - auch hier in bester Absicht! - die doch so offensichtlichen Bibelverse völlig verdrehen, sie "im Licht der damaligen Zeit" interpretieren, die ja keine Ahnung von der Homosexualität hatte, wie wir sie heute kennen usw.
Es ist uns wohl bewusst, dass hier oft ein großes Leiden und ein ebenso großes Bedürfnis nach Annahme seitens der Betroffenen dahinter steht, deshalb liegt es mir fern, mich hier herablassend zu äußern. Aber auch hier gilt: Liebe muss stark genug sein, um eine "tough love" zu sein. Und gerade das Lehramt hat hier eine enorme Verantwortung.
Soweit, so gut. Nun gibt es aber in Ihrem Artikel einiges, was mich sehr verwundert hat und ich hoffe, Sie - und andere mit Ihnen - zum Nachdenken über Ihre Position zu bewegen.
Sie verweisen richtigerweise auf den masiven Einfluss, den die Schwulenbewegung heutzutage in allen gesellschaftlichen, politischen - und mittlerweile auch kirchlichen! - Bereichen hat.
Dieser Einfluss kommt aber nicht von ungefähr und ist nicht rundum als schlecht abzustempeltn - so sehr wir selbst ihn ebenso ablehnen!
Zum einen - auch dies haben Sie erwähnt - kam es im Zuge der 60er und ihrer "sexuellen Revolution" zu einem radikal Wechsel: das traditionelle, über Jahrhunderte gewachsene christliche Familienbild wurde von heute auf morgen über den Haufen geworfen und durch - nichts - ersetzt. Fast alles geht mittlerweile - nahezu jede Art von Konstellation aus einem oder gar mehreren, meist wechselnden Partnern welchen Geschlechts auch immer.
Nur: daran sind nicht die Schwulen schuld - und das vergisst man bei dieser ganzen Diskussion meist. Es waren zumeist Heterosexuelle, die dies angezettelt haben. Die Auswirkungen sind heute überall zu sehen. Als Stichwort will ich an dieser Stelle die hohe Zahl der vaterlosen Familien nennen. All dies wird aber im Rahmen dieser Diskussion gerne verschwiegen. Es gibt leider immer noch Sünder und Sünder. Was einen heterosexuellen Mann zum "gestandenen Mannsbild" macht - und doch nichts anderes als Ehebruch ist -, wird bei Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen schnell als etwas Abscheuliches gesehen, als eine Sünde, die immer noch schlimmer ist als die Sünden des Rests der Bevölkerung.
Die Schwulen und Lesben wurden seinerzeit massiv unterdrückt und diskriminiert. Zunächst wollten sie einfach nur als gleichwertige Menschen angesehen werden, nicht als perverse Kranke! Dass diese Bewegung mittlerweile völlig ausser Rand und Band geraten ist, da stimme ich Ihnen allerdings zu.
Sie zitieren einige "Klassiker" der Ex-Gay Bewegung und weisen richtigerweise darauf hin, dass es bisher noch keinen einzigen Beweis für ein "Angeborensein" von Homosexualität gibt. Sie zitieren auch einen Psychiater, der Homosexualität als "neurotisches Symptom", "resultierend aus einer krankhaften Kindheitsentwicklung, welche zu einer abnormen Persönlichkeitsstruktur im gefühlsmäßigen Bereich führt."
Lieber Herr Mettler, ganz so einfach ist es aber nicht und mit ein paar Schlagwörtern kann man zwar schnell um sich werfen, der Schaden, der dabei verursacht wird, kann aber enorm sein.
Schon die seinerzeit vom Vatikan beauftragte "Catholic Medical Association" kam zu der Überzeugung, dass eine ganze Reihe von Faktoren zum Entstehen von Homosexualität beitragen können. Bis heute gibt es aber nur Theorien über deren Entstehung und verschiedene Hinweise, was daran wohl alles beteiligt sein mag. Genetisch gibt es bisher noch keinen Nachweis - aber selbst der wäre für einen Christen unerheblich. "Genetisch bedingt" ist nicht dasselbe wie "moralisch akzeptabel".
Mit Aussagen wie diesen stempelt man aber Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen (ich vermeide bewusst das Wort "Homosexuelle". Ich sehe mich nicht als Homosexuellen, sondern als einen von Gott heterosexuellen - gesunden! - Mann, der - aus welchen Gründen auch immer - gleichgeschlechtliche Neigungen hat) schnell zu abnormalen, perversen Kranken. Kranken, die vielleicht Mitleid verdienen (auf das wir in diesem Zusammenhang gut und gerne verzichten können!), aber doch krank sind und bleiben.
So sehen wir uns nicht - und so wollen wir auch von niemandem gesehen werden. Ich denke ebenso wie offensichtlich Sie selbst, dass es nicht angehen kann, dass man bei jeglicher Kritik an homosexuellem Verhalten als "homophob" abgestempelt wird (vor allem, wenn man selbst so empfindet!), aber hier geht man entschieden zu weit.
Homosexualität hat sehr viel mit Identität zu tun - also der Art und Weise, wie ich mich selbst sehe. Sie ist aber kein "sexueller Identitätsmangel", "der auf einer psychischen Entwicklungsstörung basiert und sich in unterschiedlicher Weise und Stärke auf die Persönlichkeit auswirkt." Natürlich steckt auch hier ein Kern Wahrheit, der aber durch die Gesamtaussage völlig entstellt ist. Es bringt niemandem etwas, wenn man etwas, das man irgendwo gelesen hat, abschreibt und nach eigenem Gutdünken zu Papier bringt.
Herr Mettler, ich verstehe durchaus, was Sie damit sagen wollen und in einigen Bereichen stimme ich Ihnen sogar zu, aber so wie Sie dies hier ausdrücken und vielleicht sogar sehen, ist es einfach nicht in Ordnung und ich hoffe sehr, dass Sie Ihre Postion hierzu überdenken.
Wir sind keine armen Kranken mit einer gestörten Psyche und Identität sowie einer minderwertigen Persönlichkeit. Wir sind als Christinnen und Christen Kinder Gottes wie Sie, Herr Mettler. Und die Menschen, die den Weg zu uns finden, lieben Jesus mehr als alles andere und nehmen einen langen und schweren Weg voller Lasten und Unverständnis von vielen Seiten auf sich, weil sie das Ausleben ihrer Neigungen nicht mit ihrem Glauben verbinden können. Da wir wie bereits erwähnt im weltweiten Verbund mit anderen Einrichtungen stehen, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung nur sagen, dass etliche unsere Mitglieder Katholikinnen und Katholiken bzw. auch Geistliche sind. Menschen, die sich oft vergebens hilfesuchend an die eigene Kirche gewendet haben. Einrichtungen wie die unsere müsste es eigentlich gar nicht geben, wenn die Kirche ihren Job machen würde.
Auf der einen Seite weißen Sie nun darauf hin, dass Homosexualität nicht angeboren ist, zitieren Ex-Gay Argument und implizieren damit auch die Möglichkeit von "Veränderung" (wie auch immer man dies definieren möchte), auf der anderen Seite halten sie Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen für ungeeignet für kirchliche Ämter, die der Weihe bedürfen.
Das passt nicht zusammen, Herr Mettler. Ganz im Gegenteil - hiermit (und mit diversen anderen Aussagen) stempeln Sie uns zu Christen zweiter Klasse ab. Christen, die eben keine "richtigen Männer" und damit nicht zum Priesteramt geeignet sind.
Tatsächlich? Mir fallen da spontan einige Geistliche ein, die den Weg zu uns gefunden haben und die in ihrer Pfarrei sehr beliebt sind! Ja, wir sind anders - aber das ist nichts schlechtes. Es macht uns nicht zu besseren Christinnen und Christen, aber auch nicht zu schlechteren. Wir haben andere Qualitäten von Gott bekommen - und die möchten wir ebenso wie unsere Geschwister im Glauben zum Wohle der Kirche einbringen. Gerade wir wären hervorragend als Geistliche geeignet, weil wir eben aufgrund dieser besonderen Gaben vielleicht Zugang zu Menschen haben, den andere nie haben würden (und da kann ich aus meiner reichen Erfahrung sprechen!). Wir empfinden manches anderes - was aber durchaus von Vorteil sein kann!
Auch wir teilen das biblische Menschenbild - es ist aber tatsächlich eine Herabsetzung von uns als Menschen, wenn uns untersagt wird, das zu tun, was andere tun. Ein heterosexueller Priester ist ja auch kein potentieller Sextäter (und es dürften sich auch hier genügend Beispiele von Priestern finden, die in dieser Hinsicht gefallen sind, sich sexuell mit Frauen eingelassen haben, Kinder gezeugt haben usw.). Offensichtlich wird aber auch hier mit verschiedenem Maße gemessen.
Womit wir bei einem anderen Punkt wären: "Pädophilieskandale" mit "Homosexualitätsskandalen" gleichzusetzen und so in die (zumindest in manchen Kreisen) populäre Kerbe zu schlagen, dass Männer, die gleichgeschlechtliche Neigungen haben, potentielle Knabenschänder sind, schlägt dem Fass den Boden aus.
Hier gehen Sie eindeutig zu weit. Mit "nüchterner Betrachtung" hat das nichts mehr zu tun. Mir ist durchaus klar, dass Sie das so eindeutig vielleicht nicht sagen wollten - aber einschlussweise ist es allemal enthalten. Ob Sie selbst so denken, weiß ich nicht - ich hoffe es aber nicht.
Es ist mir wohl bewusst, dass es in den USA eine Menge von Missbrauchsfällen durch katholische Priester gegeben hat und viele davon an Jungen. Das ist etwas Schändliches und die Opfer haben unsere Sympathie, unsere Gebete und unsere tätige Hilfe verdient - ebenso wie sowohl die Täter neben der gerechten Strafe auch die Möglichkeit zur Therapie bekommen sollten.
Würde man aber auf die Idee kommen, Heterosexuelle mit Kinderschändern gleichzusetzen, nur weil es manche gibt, die derartiges tun?
Es gibt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die gleichzeitig Pädophile sind. Ebenso wie es Heterosexuelle gibt, die Pädophile sind. Und wohl auch einige, die gleichgeschlechtliche pädophile Akte begehen, ohne damit zwangsweise homosexuell zu sein.
Ich verurteile pädophile Akte aus tiefstem Herzen - möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich eine klare Trennlinie zwischen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen und Pädophilen ziehe. Es mag durchaus sein, dass ein Großteil der Priester in den USA, die sich an Jungen vergangen haben, gleichgeschlechtliche Neigungen hatten. Das hat aber wohl noch ganz andere Hintergründe. Aus diesem Umstand aber eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie zu konstruieren, halte ich für mehr als unangebracht. Wenn Sie Homosexualität als "Risikofaktor" beschreiben und darauf hinweisen, dass die Betroffenen wohl diverse Aussagen vehement bestreiten würden - denken Sie da eigentlich auch einmal an die, gegen die Sie Ihre Angriffe führen? Wie mögen sich die wohl anhand solcher Aussagen und Ausdrücke fühlen? Unsere Sprache ist immer auch ein Hinweis und ein Ausdruck unseres Denkens und unserer Einstellung!
Zurück zum Thema:
Dass Menschen, die offen homosexuell leben oder die Schwulenbewegung unterstützen, kaum geeignet für den Priesterberuf sind, da stimme ich Ihnen durchaus zu. Was die angesprochenen "tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen" betrifft, ist das so eine Sache: wer bestimmt und beurteilt dies? Ab welchem "Prozentsatz" an homosexuellen Empfindungen darf ich nicht mehr geweiht werden? Mal ganz abgesehen davon weist diese Aussage darauf hin, dass Menschen, die vielleicht nicht so "tiefsitzende" Neigungen haben, durchaus für diesen Beruf geeignet sind!
Als Menschen, die hart an uns arbeiten und denen ihr Glaube wichtiger als alles andere ist, wäre es für uns ein Schlag ins Gesicht, zu erfahren, dass wir trotzdem nicht für kirchliche Ämter in Frage kämen - eben weil wir so sind, wie wir sind (aber gleichzeitig soll es nicht angeboren sein - ja was denn nun?)!
Sie führen weiter an, Jesus sei der "Bräutigam" und die Kirche die "Braut". Das ist wohl war und wir wären die letzten, die dies bestreiten würden.
Nun begehen Sie aber einen Denkfehler, wenn Sie meinen, dass ein homosexuell empfindender Mann dies nicht nachempfinden kann, da ihm die Relation "Bräutigam-Braut" fremd sei. Zum einen - da Sie ja so umfangreich Studien und wissenschaftliche Aussagen zitieren - hat ein Großteil homosexuell empfindender Männer durchaus auch einmal heterosexuelle Neigungen empfunden - und tut dies vielleicht immer noch.
Zum anderen dürfte es Jesus in diesen Vergleichen wohl kaum um die körperlich-sexuelle Beziehung im Rahmen einer Ehe geben (vgl. auch die Aussagen, dass wir uns im Himmel nicht mehr wie Eheleute zueinander verhalten werden und die Kirche als Vorwegnahme des einmal in Vollendung verwirklichten Königreiches zu sehen ist). Ihm geht es um die enge Verbindung zwischen Ihm und Seiner Kirche. Die Kirche, die auch Sein Leib ist und in der wir als Gemeinschaft der Glaubenden uns Kinder Gottes nennen dürfen.
Mir ist durchaus bewusst, dass es bei einer Weihe die künftigen Aufgaben und die Interessen der künftigen Gemeinde Vorrang haben zwischen möglicherweise verletzten Gefühlen abgelehnter Priesteramtskandidaten. Aber zunächst fehlt mir hier wiederum die gleiche Konsequenz bei ALLEN Kandidaten, zum anderen wird hier in unzulässiger Weise pauschalisiert. Nicht jeder Mann, der gleichgeschlechtliche Neigungen empfinden mag, sit damit zwangsweise ungeeignet für den Priesterberuf!
Sie schreiben, dass der Zölibat den Verzicht auf Ehe und Familie beinhaltet, was ja für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wohl nicht zutreffe.
Ich möchte nochmals die Klassiker der Ex-Gay Bewegung ins Leben rufen: haben Sie sich eigentlich jemals näher mit uns beschäftigt? Wissen Sie, wie viele es unter uns gibt, die mittlerweile glücklich verheiratet sind und Kinder haben - selbst wenn irgendwo "da drinnen" vielleicht ab und zunoch eine gleichgeschlechtliche Empfindung da sein mag? Wer gibt Ihnen das Recht, so pauschal über alle unter uns zu urteilen, ohne sich jemals mit uns auseinander gesetzt zuhaben?
Selbst die, die auschließlich gleichgeschlechtlich empfinden, sind - unter bestimmten Voraussetzungen in meinen Augen keineswegs zwangsweise ungeeinget für den Priesterberuf. So sehr ich selbst den Zölibat unterstütze (ja, auch ich bin gläubiger Katholik!), bin ich mir durchaus der Tatsache bewusst, dass der zentrale Punkt bei der Berufung zum Priester NICHT der Zölibat ist. Der Zölibat ist kein Ziel an sich, sondern bestenfalls ein Mittel - wenn auch meiner Meinung nach ein ausgezeichnetes Mittel und Zeichen der Liebe zum Herrn. Auch ausschließlich homosexuell empfindende Männer würden aber auf einiges verzichten. Ist Ihnen das jemals bewusst geworden?
Irgendwo scheint hier immer noch im Hinterkopf die Vorstellung zu schwirren, Männer wie wir sind keine "richtigen Männer". Da kann ichnur eines sagen: jemand, der das auf sich nimmt, wie die Männer, die zu uns kommen und den schweren Weg der Nachfolge Christi auf sich gehen und auf das verzichten, was sie vielleicht am dringensten brauchen - auf Liebe! -, weil sie Jesus mehr lieben als alles andere - solche Männer sind für mich weitaus mehr "Mann" als so manch ein Geschlechtsgenosse, den ich sonst so sehe. Manchmal fragt man sich durchaus, wessen Menschenbild hier verzerrt ist.
Herr Mettler, ich hoffe, Sie nehmen mir meine offenen Worte nicht übel. Aber manchmal bedarf es eben einer "tough love". Ich darf an dieser Stelle noch an die wachsende Zahl der christlichen Einrichtungen hier in Deutschland hinweisen, die mittlerweile Hilfe für "Menschen wie uns" anbieten: Wüstenstrom, das Deutsche Institut für Jugend & Gesellschaft, das Love4you-Team und noch viele andere. Einrichtungen, mit denen wir uns solidarisch sehen und die ausgezeichnete Arbeit leisten.
Auch die katholische Kirche hat derartige Einrichtungen, wenn auch bisher nur außerhalb Deutschlands (Courage bzw. in England EnCourage).
Lieber Herr Mettler, ich möchte Sie an dieser Stelle ausdrücklich dazu ermutigen, weiterhin offen Ihre Meinung zu diesem Thema zu sagen. Gleichzeitig möchte ich Sie auch - wie bereits erwähnt - zum Nachdenken anregen.
Wir sind keine Menschen, die Mitleid brauchen. Wir sind nicht krank und keine Christen zweiter Klasse. Wir sind nicht besser und nicht schlechter als der Rest der Welt. Wenn wir uns hier treffen könnten, wäre uns schon sehr geholfen.
Ich möchte Ihnen abschließend auch unsere Unterstützung, Beratung und Hilfe anbieten. Es ist eine Sache, etwas abzulehnen. Wer aber als Christ nein zu etwas sagt, muss den Betroffenen auch eine helfende Hand anbieten - und die Kirche als solche zu diesem Thema unterrichten und lehren.
Sollte man da nicht die einbeziehen, die selbst am besten wissen müssten, worum es hier geht?
In brüderlicher Verbundenheit grüßt Sie
Robert Gollwitzer
JASON
Ex-Gay Ministry
Ridlerstr. 21
80339 München
Tel.: 089/78018960
WEB: www.freewebs.com/jason-online
Email: free32@gmx.de
(...)
7. Die Kirche, die ihrem Herrn gehorsam ist, der sie gegründet und ihr das sakramentale Leben eingestiftet hat, feiert den göttlichen Plan der Liebe und der Leben schenkenden Vereinigung von Mann und Frau im Sakrament der Ehe. Einzig und allein in der Ehe kann der Gebrauch der Geschlechtskraft moralisch gut sein. Deshalb handelt eine Person, die sich homosexuell verhält, unmoralisch.
Sich einen Partner gleichen Geschlechts für das sexuelle Tun auswählen, heißt die reiche Symbolik verungültigen, die Bedeutung, um nicht von den Zielen zu sprechen, des Plans des Schöpfers bezüglich der Geschlechtlichkeit des Menschen. Homosexuelles Tun führt ja nicht zu einer komplementären Vereinigung, die in der Lage wäre, das Leben weiterzugehen und widerspricht darum dem Ruf nach einem Leben solcher Selbsthingabe, von der das Evangelium sagt, daß darin das Wesen christlicher Liebe bestehe. Dies will nicht heißen, homosexuelle Personen seien nicht oft großzügig und würden sich nicht selbstlos verhalten; wenn sie sich jedoch auf homosexuelles Tun einlassen, bestärken sie in sich selbst eine ungeordnete sexuelle Neigung, die von Selbstgefälligkeit geprägt ist. Wie es bei jeder moralischen Unordnung der Fall ist, so verhindert homosexuelles Tun die eigene Erfüllung und das eigene Glück, weil es der schöpferischen Weisheit Gottes entgegensteht. Wenn die Kirche irrige Meinungen bezüglich der Homosexualität zurückweist, verteidigt sie eher die - realistisch und authentisch verstandene - Freiheit und Würde des Menschen, als daá sie diese einengen würde.
8. Die Unterweisung der Kirche heute steht demgemäß in organischem Zusammenhang mit der Sichtweise der Heiligen Schrift und der beständigen Überlieferung. Obwohl die Welt von heute sich in vielerlei Hinsicht wirklich verändert hat, spürt die Christenheit die tiefen und dauerhaften Bande, die uns mit den Generationen verbinden, die uns vorangegangen sind, "bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens".
Nichtsdestoweniger übt heute eine wachsende Zahl von Menschen, auch innerhalb der Kirche, einen enormen Druck aus, damit sie die homosexuelle Veranlagung akzeptiere, als ob sie nicht ungeordnet wäre, und damit sie die homosexuellen Akte legitimiere. Diejenigen, die innerhalb der Kirche das Problem in dieser Richtung vorantreiben, unterhalten oft enge Beziehungen zu denen, die außerhalb der Kirche ähnlich handeln. Die zuletzt genannten Gruppen sind von einer Auffassung geleitet, die jener Wahrheit über die menschliche Person zuwiderläuft, die uns im Geheimnis Christi vollends offenbart worden ist. Selbst wenn es ihnen nicht voll bewuát ist, bekunden sie eine materialistische Ideologie, welche die transzendente Natur der menschlichen Existenz leugnet, wie auch die übernatürliche Berufung jedes einzelnen.
Die kirchlichen Amtsträger müssen sicherstellen, daß homosexuelle Personen, die ihrer Sorge anvertraut sind, durch diese Meinungen nicht irregeleitet werden, welche der Lehre der Kirche zutiefst widersprechen. Die Gefahr ist jedoch groß, und es gibt viele, die bezüglich der kirchlichen Position Verwirrung zu stiften trachten, um dann die entstandene Verwirrung zu ihren eigenen Zwecken auszunutzen.
9. Auch innerhalb der Kirche hat sich eine Tendenz entwickelt, die, von Pressionsgruppen mit unterschiedlichen Namen und verschiedenem Umfang gebildet, den Eindruck zu erwecken sucht, als ob sie sämtliche homosexuelle Personen, die katholisch sind, vertreten würde. Tatsächlich sind jedoch ihre Anhänger zumeist auf jene Personen begrenzt, die entweder die Lehre der Kirche nicht kennen oder sie irgendwie zu untergraben suchen. Man versucht, auch solche homosexuelle Personen unter dem Schild der Katholischen zu sammeln, die keinerlei Absicht haben, ihr homosexuelles Verhalten aufzugeben. Eine der dabei verwendeten Taktiken besteht darin, im Ton des Protestes zu erklären, daß jede Art von Kritik oder Vorbehalt gegenüber homosexuellen Personen, ihrem Verhalten und ihrem Lebensstil lediglich Formen ungerechter Diskriminierung seien.
Daher ist in einigen Ländern ein regelrechter Versuch einer Manipulation der Kirche in der Art im Gang, daß man die häufig gutgläubig gegebene Unterstützung ihrer Hirten für die Änderung staatlicher Regelungen und Gesetze zu gewinnen versucht. Die Absicht solcher Aktionen ist es, die Gesetzgebung der Konzeption jener Pressionsgruppen anzugleichen, nach deren Auffassung Homosexualität zumindest eine völlig harmlose, wenn nicht sogar eine ganz und gar gute Sache ist. Obgleich die Praxis der Homosexualität Leben und Wohlfahrt einer großen Zahl von Menschen ernsthaft bedroht, lassen die Verteidiger dieser Tendenz von ihrem Tun nicht ab und weigern sich, das Ausmaß des eingeschlossenen Risikos in Betracht zu ziehen.
Die Kirche kann demgegenüber nicht ohne Sorge sein; deshalb hält sie an ihrer klaren Position diesbezüglich fest, die weder durch den Druck staatlicher Gesetzgebung noch durch den gegenwärtigen Trend geändert werden kann. Sie bemüht sich aufrichtig um die vielen Menschen, die sich von den Bewegungen zugunsten der Homosexualität nicht vertreten fühlen, und zugleich um diejenigen, die versucht sein könnten, an deren trügerische Propaganda zu glauben. Sie ist sich bewußt, daß die Ansicht, homosexuelles Tun sei dem geschlechtlichen Ausdruck ehelicher Liebe gleichwertig oder zumindest in gleicher Weise annehmbar, sich direkt auf die Auffassung auswirkt, welche die Gesellschaft von Natur und Rechten der Familie hat, und diese ernsthaft in Gefahr bringt. (...)
Aus dem "Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen" vom 1. Oktober 1986.
(Quelle: www.kath-info.de)
Und das ist nicht gut so
von Christl R. Vonholdt (www.dijg.de)
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will in diesem Herbst ein Gesetz durchbringen, das homosexuell lebenden Paaren ein uneingeschränktes Adoptionsrecht ermöglicht. Eine kritische Analyse zeigt: Begründet wird das zuerst emanzipatorisch mit der vermeintlichen Diskriminierung der Homosexuellen, nicht mit dem Wohl des Kindes – es wird gesellschaftspolitisch instrumentalisiert und nicht als Subjekt mit eigenen Rechtsansprüchen ernstgenommen.
Hier finden Sie den vollständigen Artikel (Die Tagespost).
“8. Im Gegensatz zur beständigen Lehre des kirchlichen Lehramtes und des sittlichen Empfindens des christlichen Volkes haben heute einige unter Berufung auf Beobachtungen psychologischer Natur damit begonnen, homosexuelle Beziehungen mit Nachsicht zu beurteilen, ja sie sogar völlig zu entschuldigen.
Sie unterscheiden - was übrigens nicht ohne Begründung zu geschehen scheint - zwischen Homosexuellen, deren Neigung sich von einer falschen Erziehung, von mangelnder sexueller Reife, von angenommenen Gewohnheiten, von schlechten Beispielen oder anderen ähnlichen Ursachen herleitet und eine Übergangserscheinung darstellt oder wenigstens nicht unheilbar ist, und Homosexuellen, die durch eine Art angeborenen Trieb oder durch eine pathologische Veranlagung, die als unheilbar betrachtet wird, für immer solche sind.
Was nun die letzteren Personen betrifft, kommen einige zu dem Schluss, dass ihre Neigung derart natürlich ist, dass sie für sie als Rechtfertigungsgrund für ihre homosexuellen Beziehungen in einer eheähnlichen aufrichtigen Lebens- und Liebesgemeinschaft angesehen werden muss, falls sie sich nicht imstande fühlen, ein Leben in Einsamkeit zu ertragen.
Sicher muss man sich bei der seelsorglichen Betreuung dieser homosexuellen Menschen mit Verständnis annehmen und sie in der Hoffnung bestärken, ihre persönlichen Schwierigkeiten und ihre soziale Absonderung zu überwinden. Ihre Schuldhaftigkeit wird mit Klugheit beurteilt werden. Es kann aber keine pastorale Methode angewandt werden, die diese Personen moralisch deswegen rechtfertigen würde, weil ihre Handlungen als mit ihrer persönlichen Verfassung übereinstimmend erachtet würden. Nach der objektiven sittlichen Ordnung sind homosexuelle Beziehungen Handlungen, die ihrer wesentlichen und unerlässlichen Zuordnung beraubt sind. Sie werden als die traurige Folge einer Verleugnung Gottes dargestellt [1]. Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind und keinesfalls in irgendeiner Weise gutgeheißen werden können.”
[1] Röm 1, 24-27: “Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten: sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den gebührenden Lohn für ihre Verirrung”. Vgl. auch, was der hl. Paulus über die Knabenschänder in 1 Kor 6,10 und 1 Tim 1,10 sagt.
Aus: Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Persona Humana zu einigen Fragen der Sexualethik, vom 29. Dezember 1975; abgedruckt in: Johannes Stöhr (Hg.), Ehe und Familie im Lichte christlicher Spiritualität. Handbuch kirchlicher Texte, Band 1, Bamberg 2000 (Schriftenreihe der Gustav-Siewerth-Akademie), S. 340 f.
(Quelle: www.kath-info.de)
Eine gute Frage. Theoretisch ja, denn jemand, der ein Ausleben seiner gleichgeschlechtlichen Neigungen sowie die schwule Szene an sich nicht befürwortet, keine "tiefgehenden" Neigungen hat sowie vielleicht sogar jahrelang zuvor ein keusches Leben geführt hat und möglicherweise noch zusätzlich seelsorgerisch betreut wurde - so ein Mensch könnte eigentlich jederzeit auch Ordensmitglied werden.
Eigentlich.
Zum einen darf man durchaus nachfragen, ob die Messlatte bei rein heterosexuell empfindenden Menschen genauso hoch gehängt wird. Zum anderen sieht die Realität meist anders aus.
Hier wird manchmal angeführt, dass rein heterosexuell empfindende Männer etwa die Gründung einer Familie aufgeben, was gleichgeschlechtlich empfindende Männer ja nicht tun würden.
Hört sich erstmal vernünftig an. ABER: wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass letztere nichts aufgeben? Auch sie sind zum Zölibat gerufen! Auch sie geben ihr ganzes Leben Jesus und Seiner Kirche hin! Und nachdem wir im Himmel ja nicht mehr wie hier auf Erden Partnerschaften eingehen und heiraten werden und die Kirche - und somit Orden und die mystische Vereinigung mit Christus - ein Speigelbild, eine unvollkommene und bereits jetzt angebrochene Vorwegnahme des himmlischen Königreiches sind, lässt sich hier auch nicht in menschlichen Kategorien wie sexuelle Anziehung argumentieren.
Durchaus verständlich sind die Ängste mancher Ordensoberen, die ja auch Verantwortung zu tragen haben für das Verhältnis der Brüder bzw. Schwestern untereinander und das Bild, das der Orden nach aussen gibt. Und hier sind eben Befürchtungen da, dass es zu sexuellen Verfehlungen zwischen den Brüdern (oder eben Schwestern) kommen könnte, wenn Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen darunter sind.
Auch hier darf man nachfragen, ob bei heterosexuell empfindenden Bewerbern ebenso genau nachgefragt wird (sie kommen durchaus auch mit Menschen des anderen Geschlechtes in Kontakt!). Ebenso darf daran erinnert werden - wenn man denn von einem nicht zu kontrollierenden Sexualtrieb ausgeht - dass auch in reinen Männergesellschaften etwa (siehe Gefangene usw.) durchaus Fälle von homosexuellen Akten an der Tagesordnung sind (mangels Alternativen). Aber dieser Punkt sei hier ausgeklammert.
Nochmal: ich verstehe durchaus die Befürchtungen der Ordensoberen. Zum einen aber sollte man hier ein offenes Wort mit den Betroffenen führen und nicht den Orden vor ihnen verschließen. Die Konsequenz hierbei ist leider, dass Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, wenn sie sich denn zum Ordensleben gerufen sehen - diese Neigungen den Ordensoberen verschweigen. Ich weiß durchaus, wovon ich hier rede.
Der wichtigste Punkt aber: auch wenn es nicht bewusst beabsichtigt hat, führt das Ausschließen solcher Menschen zwangsweise dazu, dass aus gleichgeschlechtlichen Neigungen eine eigenständige Identität wird.
Gehen wir hierauf etwas näher ein: ein Mann mit gleichgeschlechtlichen Neigungen entschließt sich dazu, diese nicht auszuleben. Er führt jahrelang ein zölibatäres Leben, engagiert sich in der Kirche, arbeitet fleissig, bildet sich spirituell weiter usw. Parallel dazu sieht er sich zum Ordensleben gerufen und beginnt, Kontakt zu Orden aufzunehmen. Er verbringt viel Zeit mit den Brüdern, lebt, arbeitet und betet mit ihnen. Die Brüder mögen ihn und er mag sie - sie sind schon fast zu seiner Familie geworden. Der Provinzial sowie andere Brüder fragen ihn sogar mehrmals, ob er nicht eintreten möchte.
Er entschließt sich, offen und ehrlich zu sein und erzählt dem Provinzial sowie dem Verantwortlichen für die Berufungspastoral von seinen Neigungen sowie von seinen aufrichtigen Bemühungen, ein gottgefälliges Leben zu führen. Er gibt ihnen Referenzen über katholische Seelsorger, die ihn dabei begleitet haben und bietet hierzu ein offenes Gespräch an. Obwohl es ihm sehr schwer fällt, schreibt er einen langen und sehr persönlichen Brief über sein bisheriges Leben. Er breitet sein Herz vor den Brüdern aus. Ganz offen schreibt er da dem Provinzial, dass er es durchaus verstehen könne, wenn der Orden nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Der Provinzial solle so entscheiden, wie es das beste für den Orden ist - nicht für den Betroffenen. Er würde sich dem Urteil beugen, auch wenn es ihm weh tut, möchte aber gerne jetzt wissen, ob man denn eine Möglichkeit sehe, dass er eintreten darf - bevor er selbst den letzten Schritt hierzu tut.
Die Reaktion: nichts. Er fragt mehrmals nach - und wieder nichts. Die Brüder, die ihm gegenüber zuvor so herzlich waren, ignorieren ihn plötzlich völlig.
Er ist ihnen keineswegs böse - auch heute noch ist er zutiefst dankbar für die Zeit, die er dort verbringen durfte und an seiner positiven Einstellung dem Orden gegenüber hat sich nichts geändert. Aber es tut ihm sehr, sehr weh, so behandelt zu werden. Er hat einen jahrelangen schweren Weg hinter sich und hart an sich gearbeitet - vielleicht weitaus härter als viele seiner rein heterosexuell empfindenden Mitbewerber. Aber trotz allem sieht man offenbar keine Möglichkeit, ihn in die Ordensfamilie aufzunehmen.
Und genau hier macht man aus gleichgeschlechtlichen Neigungen eine eigene Identität. Gott hat alle Menschen heterosexuell geschaffen - für Christen gibt es also nur heterosexualität - selbst wenn manche Heterosexuelle homosexuell empfinden (und sei es aus genetischen Gründen!). Und selbst wenn diese Neigungen nicht verschwinden.
Geht man aber davon aus, dass der Betroffene hilf- und willenlos seinen Neigungen ausgeliefert ist und eine ständige Gefahr für den Orden darstellt, gibt das zum einen eine traurige Vorstellung vom christlichen Glaubenszeugnis ab und zum anderen lehnt man ihn für das ab, was er ist (in etwa vergleichbar mit der Ablehnung von Frauen aufgrund der Tatsache, dass sie Frau sind. Und genau hier hat man eine Identität aus etwas gemacht, was aus christlicher Sicht keine eigene Identität ist). Er kann tun, sagen und denken, was er will - er wird doch immer der Schwule bleiben, der gleich einer ansteckenden Krankheit eine potentielle Gefahr für den Orden darstellt (auch wenn man es ihm selbstverständlich so niemals sagen würde und auch wenn andere Gründe mit dazu beitragen - der Hauptgrund dürfte wohl in seiner "Veranlagung" liegen). Im Gegensatz zu der befreienden Botschaft der Bibel durch Jesu Tod am Kreuz bleibt der Betroffene gebrandmarkt und kommt sich wie ein Mensch zweiter Klasse vor.
Tieftraurig nimmt er Kontakt zu einem anderen Orden der gleichen Familie auf. Dort ist er von Anfang an völlig offen, da er dies nicht nochmal erleben möchte. Gleich im ersten Gespräch erklärt man ihm - wenn auch sehr freundlich und herlich - dass man hier sehr vorsichtig ist und lässt erkennen, dass es wohl nicht dazu kommt, dass er in die Ordensfamilie aufgenommen wird. Man müsse aber zunächst noch die Zentrale in New York anrufen.
Der Betroffene ist noch trauriger als je zuvor. Die Brüder bedeuten ihm immer noch sehr viel - er tägt ihnen nichts nach und ist nicht böse auf sie. Er wirbt weiter für die Gemeinschaften und betet für sie - aber er fragt sich, ob es das ist, was der Ordensgründer wollte.
Noch mehr aber, ob es das ist, was Jesus wollte.
Kurz gesagt: Kommt darauf an. Grundsätzlich aber ja.
Der betroffene Mann sollte keine "tiefgehenden" gleichgeschlechtlichen Neigungen haben und wenigstens drei Jahre vor seiner Entscheidung keusch gelebt haben.
Ebenso sollte er natürlich den schwulen Lebensstil nicht befürworten oder der Schwulenbewegung angehören oder ähnliches.
Wer aber z.B. hart an sich selbst gearbeitet hat (und etwa die Hilfe von Einrichtungen wie JASON in Anspruch genommen hat), anhand seines Lebenswandels, seiner Einstellung und seines Glaubenszeugnisses nachweisen kann, dass er oben genannte Voraussetzungen erfüllt, kann durchaus Priester werden!
Als Jesus gefragt wurde, ob Ehescheidung unter bestimmten Umständen erlaubt sei, antwortete Er nicht einfach nur mit "Ja" oder "Nein", sondern zitierte den bekannten Standard aus Genesis: die heterosexuelle, monogame und lebenslange Ehe. Ein Mann und eine Frau, die zusammen eins werden. Ein Bund, der Gottes Bund mit den Menschen widerspiegelt. Es reicht vollkommen aus, dass Jesus diesen Standard bekräftigt - muss Er da wirklich noch eine Liste verschiedenster Sex-Praktiken anhängen, die damit logischerweise verboten sind, da sie dem widersprechen? Wohl kaum.
Außerdem war das Verbot homosexueller Aktivitäten unter den Juden damals eine Selbstverständlichkeit, die niemand angezweifelt hätte. Ein zusätzliches Verbot war hier also überhaupt nicht nötig. Hier muss eher anders herum gefragt werden: nachdem ein Verbot homosexueller Aktivitäten derart offensichtlich war, hätte Jesus es da nicht ausdrücklich sagen müssen, wenn Er davon abweichen und derartiges erlauben wollte?
Hätte Er. Hat Er aber nicht.
Artikel von JASON:
Stanton L. Jones und Mark A. Yarhouse geben in ihrem Buch "Ex-Gays? A Longitudinal Study of Religiously Mediated Change in Sexual Orientation (InterVarsity Press, Downers Grove, Illinois) folgende Gründe an (nach Häufigkeit bei den Befragungen geordnet):
Manch einer mag nun anführen, es sei ja die Ablehnung durch Kirche und Gesellschaft oder die Diskriminierung bzw. ein veraltetes Bild von Ehe, Familie, Sexualität und Geschlechterrolen, die hinter dem Wunsch stehe, seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht ausleben zu wollen bzw. sogar ein heterosexuelles Leben anzustreben.
Diese Einstellung ist an sich aber schon eine "Diskriminierung" der Betroffenen. Man kann eigene Einstellungen, sein eigenes Denken und Handeln nicht einfach auf andere zurückführen. Als erwachsene Menschen haben wir das Recht und die Pflicht, Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Etwas derartig Tiefgründiges wie Entscheidungen und Ansichten über die eigene Identität sowie das Privatleben einfach so auf andere abzuschieben, würde uns zu willenlosen Kreaturen machen. Und das sind wir nicht. Wir können andere nicht für unsere Empfindungen und Entscheidungen verantwortlich machen, sondern haben Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen.
Wie wir obiger Liste entnehmen können, sind es gerade die eigenen Wertvorstellungen, Empfindungen und Erfahrungen, die Menschen dazu bewegen, das homosexuelle Leben zu verlassen oder erst gar nicht dorthin gelangen zu wollen. Wer nun einfach den Betroffenen sagt, er solle seine Wertvorstellungen ändern, handelt unverantwortlich, da er
Was gibt uns das Recht, Menschen zu sagen, es sei nicht in Ordnung, wenn sie für sich entscheiden, sie möchten ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben, weil diese nicht ihren moralischen und religiösen Wertvorstellungen entsprechen?
Was die Furcht vor AIDS angeht, würden schwule Aktivisten nun anführen, man solle dann eben "Safer Sex" praktizieren. Wenn dem so einfach wäre, darf man nachfragen, wieso die beim Robert-Koch-Institut veröffentlichten enorm hohen Anteilen besonders von Männern, die Sex mit anderen Männern haben an der Gesamtzahl von ansteckenden Geschlechtskrankheiten wie AIDS überhaupt zustande kommen. Offensichtlich sieht das durchschnittliche Sexualleben eines Mannes, der seine gleichgeschlechtlichen Neigungen auslebt, anders aus als das vergleichsweise durchschnittliche Sexualleben eines heterosexuellen Mannes oder eines Mannes, der seine gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht auslebt. Das Problem ist, wenn man einmal soweit ist, dass man ein Kondom überziehen müsste, schon "am Ende der Fahnenstange" angelangt ist und im sexuell erregtem Zustand (oft noch unter Alkoholeinfluss) nicht selten das Kondom weglässt. Ganz abgesehen davon schützt ein Kondom nicht vor allen ansteckenden Krankheiten. Von eventuellen emotionalen oder moralischen Konsequenzen hinsichtliche eigener Gewissensentscheidungen ganz zu schweigen.
Was negative Erfahrungen angeht, so sei auf die schwulen Szenen in Großstädten verwiesen - wobei sich die Szenen hier international ähneln. Jemand, der mit der Vorstellung, seine "große Liebe" zu finden, in die Szene kommt, wird von der dortigen Fleischbeschau und den dortigen Sexualpraktiken sowie dem schnellen Partnerwechsel und promisken Lebensstil schnell ernüchtert. Selbstverständlich ist nicht JEDE homosexuelle Beziehung so - aber aus christlicher Sicht wären auch gleichgeschlechtliche Beziehungen, die monogam sind und "Blümchensex" praktizieren, abzulehnen, da sie nicht dem biblischen Modell einer gottgewollten Partnerschaft entsprechen.
Traurig ist ferner, dass die "Toleranz", die man jahrzehntelang für die eigene Freiheit der Gewissensentscheidung eingefordert hat, nun Menschen, die für sich entscheiden, ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben zu wollen, nicht zugestanden wird und dass diese oft noch lächerlich gemacht würden. Oder es wird alternativ vor den schrecklichen psychischen Konsequenzen einer solchen Entscheidung gewarnt (wobei niemand aus eigener Erfahrung Beispiele solch schrecklicher Konsequenzen anführen kann und die Betroffenen selbst dies ganz anders sehen. Derartige Horrorszenarien werden zumeist von Leuten angeführt, die wieder zurück ins schwule Leben gegangen sind und nun diesen Wechsel vor sich selbst und vor anderen rechtfertigen müssen oder wollen).
Was die Missbilligung durch die Kirche betrifft, wird oft und gerne gefordert, diese solle ihre altmodische und prüde Einstellung ändern. Wir dürfen an obiges Beispiel vom schiefen Bild verweisen. Eine Kirche, die ihre Glaubensgrundsätze verleugnet und dem Zeitgeist nachjagt, hätte ihre eigene Existenzberechtigung verloren.
Auch die Missbilligung von anderen Menschen im eigenen sozialen Umfeld oder gar gesamtgesellschaftlich ist so eine Sache: heutzutage hört man ja "offiziell" nur mehr Statements wie "Wenn sie so sind, sollen sie es halt ausleben. Ist doch nicht so schlimm!", "Leben und Leben lassen!", "Die tun doch keinem weh damit!", "Die sind doch so nett - was ist daran schon schlimm?".
Die Probleme hierbei:
Disriminierung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen am Arbeitsplatz ist sicherlich eine schlimme Sache, kommt aber heutzutage kaum mehr vor - im Gegensatz zur Diskriminierung von Menschen, die hinsichtlich Homosexualität eine andere als die politisch korrekte Auffassung haben. Kommt sie trotzdem vor, ist sie selbstverständlich abzulehnen und zu bekämpfen - wie jede andere Form der Diskriminierung auch, da man hierbei nicht in Gruppen unterteilen darf! Den "Diskriminierungsvorwurf" aber als Mittel gegen alles und jeden zu verwenden, ist unehrenhaft. Nicht überraschend deshalb, dass in dieser Studie dieser Punkt von den Betroffenen als letzter angeführt wird!
Gehen wir es einmal anders an: Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben in ihrer Pubertät, als sie diese zum ersten Mal in Form von sexueller Anziehung empfunden haben, diese Gefühle radikal zu verdrängen versucht. Und daran ist NICHT die Gesellschaft, die Politik oder die Kirche schuld. Wir wollten einfach nicht so sein - nicht um alles in der Welt! Und es hätte uns damals auch nicht geholfen, wenn uns jemand gesagt hätte, wie toll, normal und natürlich es sei und das wir diese Empfindungen ruhig ausleben können. Dann wären wir wohl noch viel früher in die Szene gegangen - mit ungeahnten Konsequenzen. Am inneren Konflikt hätte das aber nichts geändert - es hätte diesen vielleicht sogar verschlimmert. Denn viele von uns haben innerlich gemerkt, dass sie nicht so sein WOLLEN. Dass es nicht das ist, was ihren Vorstellungen von Mann und Frau entspricht und dass ein Wechsel dieser Vorstellungen ihnen kein Stück weiterhilft, da dieses Gefühl so tief in uns verankert ist, dass man es nicht so einfach los wird!
Sicher, irgenwann haben wir den inneren Kampf aufgegeben und uns voll ins schwule Leben geworfen. Dabei empfindet man zumeist die "große Befreiung". Anfangs wenigstens. Bei den meisten jedoch ist diese Begeisterung schnell einer Ernüchterung gewichen. Nein, unser Entschluss, das schwule Leben aufzugeben oder uns erst gar nicht in die Szene zu begeben, ist nicht darauf zurück zu führen, dass wir nicht die "große schwule Liebe" gefunden haben. Ganz so einfach gestrickt sind wir dann doch nicht, wie uns manche Hobby-Psychologen unterstellen wollen. Uns wurde nur sehr bald klar, dass es für uns nicht der richtige Weg und auch nicht das Ziel ist, dem Ganzen einfach freien Lauf zu lassen. Dass wir damit schnell zum willenlosen Spielball unserer immer grenzenloser werdeneden Lust werden - die Bedürfnisse aber, die hinter unserer Lust und unserer gleichgeschlechtlichen sexuellen und emotionalen Anziehung stecken, immer noch da sind. Wahrscheinlich sogar mehr als zuvor.
Es hilft uns auch nicht, wenn uns jemand erzählt, wir sollen die traditionellen Vorstellungen von Mann und Frau vergessen, da es sowas wie einen "Mann" oder eine "Frau" nicht gibt und alles nur eine persönliche Ansichtssache ist.
Nein, wir sind Männer und wir sind Frauen und wir wollen als solche endlich unsere wahre - gottgegebene! - Identität und Rolle als solche (wieder-)entdecken! Wir wollen wissen, was es heisst, ein Mann oder eine Frau zu sein! Wir haben begriffen, dass wir in jeder Hinsicht anders sind als das andere Geschlecht und auch andere Aufgaben und Rollen haben - und das ist gut so!
Ja, unsere Entscheidung, unsere gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben und unsere eigene Identität entdecken zu wollen ist uns nicht leicht gefallen. Der Weg zur Freiheit ist ein langer und steiniger - aber vielleicht gerade deshalb so wichtig und wertvoll, da wir auf diesem Weg vieles gelernt haben, dass wir sonst nie erfahren hätten. Wir sind oft verlacht und verspottet worden deshalb, haben aber tortzdem an unseren Vorstellungen und unserem christlichen Glauben festgehalten - im wissen, dass Jesus uns nie alleine lässt und jeden Schritt mit uns geht.
Wir sind glücklich, dort angelangt zu sein, wo wir jetzt sind - und können andere nur dazu ermuntern, dasselbe zu tun. Wir bieten ihnen jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung an. Wir wollen euch nicht "umpolen" und wir betreiben keine Gehirnwäsche. Was wir tun ist einfach nur unserer Berufung als Christinnen und Christen zu folgen und unserem Glauben treu zu bleiben. Es ist dabei für uns zunächst zweitrangig, ob gleichgeschlechtliche Empfindungen "angeboren" sind, mit unserer Erziehung, unserem Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil oder mit allem zusammen zu tun haben. Es ist für uns zunächst auch zweitrangig, ob wir sie irgenwann völlig "verlieren", sie weniger werden - oder weiterhin vorhanden sind. Wir sind keine Sklaven unseres Gencodes oder unserer Empfindungen oder sexuellen Lust. Wir sind Kinder Gottes und als solche zu einem Leben in der Nachfolge Jesu Christi gerufen.
Das mag manchen zwar komisch erscheinen, für uns aber ist es die Antwort auf Gottes Liebe.
Das von der Labour Party in England erlassene Diskriminierungsverbot aufgrund sexueller Orientierung hat katholische Adoptionsagenturen gezwungen, entweder gleich zu schließen oder nachzugeben und Kinder an praktizierende Homosexuelle zu vermitteln.
Ungleiches ist nicht gleich. Zur Kontroverse um die "Homo-Ehe"
- Behauptungen und Fakten -
"Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz
der staatlichen Ordnung." Art. 6 (1) GG
1. "Eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft unterscheidet sich nicht von der Ehe zwischen Mann und Frau."
Dieser Unterschied besteht durchaus: Bei einer Ehe handelt es sich um zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts. Das Geschlecht ist nicht nur etwas am Menschen, sondern bestimmt ihn durch und durch. Mann und Frau ergänzen und bereichern sich in ihrer Liebe gegenseitig auf besondere Weise - geistig, psychisch und körperlich. In der Fruchtbarkeit ihrer Liebe wird die Verwiesenheit von Mann und Frau in herausragender Weise sichtbar und für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft wichtig. Der Zusammenhang von Ehe und Familie ist ein wesentlicher Grund des besonderen Schutzes der Ehe, zu dem unsere Verfassung den Staat verpflichtet.
2. "Der Staat muss vergleichbare Lebensformen auch gleich behandeln."
Bei gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften und der Ehe handelt es sich eben nicht um vergleichbare Lebensformen. Unser Grundgesetz verlangt die Bevorzugung der Ehe gegenüber allen anderen Formen der Partnerschaft, weil sie für die Gesellschaft Unvergleichliches leistet. Sie sichert durch die Zeugung und Erziehung von Kindern die Zukunft unserer Gesellschaft. Davon profitiert die ganze Gesellschaft, auch Menschen ohne Kinder und gleichgeschlechtliche Paare. Durch eine Gleichstellung würde Unvergleichliches gleich behandelt.
3. "Wenn der Schutz der Ehe damit begründet wird, dass die Ehe auf Familie - also auf Kinder - hin angelegt ist, dann sind kinderlose Ehen überprivilegiert. Es ist deshalb sinnvoll, zwischen Ehe und Familie zu trennen. Die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften würden behandelt wie kinderlose Ehen und die Familien würden im Blick auf die Kinder eine zusätzliche Privilegierung erhalten."
Das Eherecht kann von der Familie nicht absehen. Es hat Mann und Frau nicht nur als Liebespaar in ihrer Zweisamkeit im Blick, sondern auch als Vater und Mutter, die für Kinder sorgen. Das Eherecht zielt auf die Absicherung der Partnerschaft von Mann und Frau auch und gerade im Blick auf die Gründung einer Familie. Als Rechtsrahmen für die Familie hat die Ehe einen höheren Schutzbedarf als die gleichgeschlechtliche Partnerschaft, aus der Kinder naturgemäß nicht hervorgehen können.
4. "Die Eingetragene Lebenspartnerschaft ist ja überhaupt keine Ehe und mit ihr auch nicht gleichgestellt."
Das Lebenspartnerschaftsgesetzes übernimmt die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Ehe weitgehend: Die eingetragene Partnerschaft wird auf dem Standesamt begründet. Die Partner haben die Möglichkeit, einen gemeinsamen Partnerschaftsnamen zu führen. Zu den Angehörigen des jeweiligen Partners wird ein Verwandtschaftsverhältnis begründet. Unterhaltsrechte und -pflichten werden begründet. Der Zugewinngemeinschaft und der Gütertrennung vergleichbare Güterstände werden für gleichgeschlechtliche Lebenspartner eingeführt. Die Partnerschaft wird vor dem Familiengericht aufgehoben. Es gilt das gesetzliche Erbrecht. Nahezu alle Gesetze, in denen das Wort "Ehegatte" vorkommt, werden geändert und die Partner der Eingetragenen Lebensgemeinschaft den Ehepartnern gleichgestellt. Nicht zufällig sprechen viele Menschen von der "Homo-Ehe".
5. "Die Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare ist ein konservatives Projekt. Es zielt auf lebenslange Verbindlichkeit und gegenseitige Verantwortung. Diese sind unter ethischen Gesichtspunkten positiv zu werten und entlasten die staatliche Gemeinschaft. Deshalb liegen rechtliche Regelungen für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften auch im Interesse des Staates."
Die Übernahme von wechselseitiger Verantwortung ist zu begrüßen. Dies erfordert und legitimiert jedoch nicht die Gleichstellung mit der Ehe und die vorgesehenen zahlreichen Gesetzesänderungen. Die nichtehelichen Lebenspartner können zahlreiche Rechtsbereiche im Verhältnis zueinander durch vertragliche Vereinbarungen regeln. Einzelne Gesetzesänderungen, die der Rechtssicherheit von nichtehelichen Lebenspartnern dienen, können erwogen werden, sofern vertragliche Vereinbarungen nicht möglich sind.
6. "Die Ehe verliert nichts an Bedeutung dadurch, dass einer sehr kleinen anderen Gruppe ähnliche Rechte zugesprochen werden. Man nimmt der Ehe nichts, man gibt nur den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften etwas dazu. Alle Ehepaare können wie bisher zusammenleben."
Eine Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaft mit der Ehe kann nur anstreben, wer den Mehrwert der Ehe ignoriert. Man muss dazu zumindest das Eheverständnis um alle Familienbezüge reduzieren.
Die Tilgung aller Familienbezüge aus dem Eherecht betrifft durchaus das einzelne Ehepaar - insbesondere wenn es Kinder hat - und stellt darüber hinaus das gewachsene Verständnis der Institution Ehe zum Nachteil der ganzen Gesellschaft in Frage.
7. "Das Ansehen homosexueller Partnerschaften in der Gesellschaft kann durch ein Rechtsinstitut gehoben werden. Dies ist wünschenswert, um Vorurteile und Diskriminierung abzubauen."
Homosexuelle Menschen werden in der Gesellschaft weitgehend akzeptiert. Art. 2 des Grundgesetzes schützt die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Eine gesetzliche Diskriminierung besteht nicht. Die verfassungsrechtliche Sonderstellung der Ehe ist aufgrund ihrer Funktion für die Gesellschaft gerechtfertigt und benachteiligt damit nicht willkürlich nichteheliche Lebensgemeinschaften, zu denen auch die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zu zählen sind. Gesetzlich sind die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften anderen Lebenspartnerschaften gleichgestellt, so dass sie auch diesen gegenüber nicht benachteiligt sind.
Das Recht sollte nicht für Symbol- und Statuspolitik missbraucht werden.
8. "Eine rechtliche Regelung für eine kleine Minderheit kann das christliche Abendland nicht in Gefahr bringen. Es gibt in anderen Ländern ähnliche Rechtsinstitute, ohne dass diese zu einer Gefährdung von Ehe und Familie geführt haben."
Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass der Bedarf für eine solche Änderung gering ist. Deswegen sollte nicht die gewachsene Ordnung des Ehe- und Familienrechts grundlegend verändert werden, zumal sich alle Rechtsfragen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften innerhalb dieser Systematik lösen lassen.
9. "Vieles hat sich in unserer Gesellschaft im Laufe der Jahrzehnte verändert. Auch die Einstellung zu Ehe und Familie. Es hat deshalb wenig Sinn, in dieser Frage auf das Grundgesetz zu pochen. Wenn sich die Einstellungen in der Gesellschaft verändert haben, dann muss man das Grundgesetz entsprechend anpassen. Schließlich war früher auch die Homosexualität strafbar."
Der Eindruck ist falsch: Ein grundlegender Wandel in der Einstellung zu Ehe und Familie ist nicht erkennbar. Die Wertschätzung sowohl der Familie als auch der Ehe ist unverändert hoch. Auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Ehe und Familie hat sich nicht verändert. Die Ehe ist die beste Grundlage für Familie - und trotz gestiegener Scheidungszahlen - die weitaus stabilste Form der Partnerschaft der Eltern, die Kindern die größte Gewähr dafür gibt, mit Vater und Mutter gemeinsam aufzuwachsen. Auch in der Lebensführung der Menschen ist der Zusammenhang von Ehe und Familie äußerst eng. 1997 waren bei mehr als vier Fünftel der neugeborenen Kinder Vater und Mutter miteinander verheiratet. Von den nichtehelich geborenen Kindern erleben etwa ein Drittel die - meist baldige - Eheschließung der Eltern. Die Zahl der kinderlosen Ehen (im Alter zwischen 35 und 40 Jahren) hat sich mit einem Anteil von 12-13% in den letzten Jahrzehnten so gut wie nicht verändert.
Gerade angesichts drastisch gesunkener Kinderzahlen bedarf die Familie eines besonderen Schutzes und verstärkter Förderung. Und weil Kinder hauptsächlich da sind, wo Ehe ist, muss sie besonders geschützt und gefördert werden.
10. "Die Kirche behauptet, vor Gott sei jeder Mensch gleich und mit der gleichen Würde ausgestattet. Deswegen ist es nicht vertretbar, Lesben und Schwule zu diskriminieren. Es ist jedoch eine Diskriminierung, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen oder wenigstens in einer der Ehe vergleichbaren Form lebenslange Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung in rechtsverbindlicher Form vor der Öffentlichkeit bekunden können."
Jeder Mensch ist vor Gott mit der gleichen Würde ausgestattet. Deswegen verbietet es sich, homosexuell veranlagte Männer und Frauen zu diskriminieren oder ihnen wegen ihrer Veranlagung mit Missachtung zu begegnen.
Jedoch sind nicht alle Handlungen von Menschen in gleicher Weise richtig und nicht alle Lebensformen gleich gut. Homosexuelle Beziehungen lehnt die Kirche ab, da die Geschlechtlichkeit nach der Schöpfungsordnung auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet ist.
Aber selbst wenn die sittliche Lehre der Kirche nicht geteilt wird, ist es in rechtlicher Hinsicht keine Diskriminierung, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen. Wegen der Verschiedenheit von Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft und der besonderen gesellschaftlichen Bedeutung der Ehe will das Grundgesetz bewusst eine Bevorzugung der Ehe vor allen anderen Lebensformen. Dies ist keine willkürliche Ungleichbehandlung vergleichbarer Sachverhalte und insofern keine Diskriminierung.
11. "Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Kirche anderer Meinung ist als die Politik. Aber es kann in einem pluralistischen demokratischen Staat nicht sein, dass die Gesetzgebung von katholischen Wertvorstellungen bestimmt wird."
Die Kirche kann und muss in der pluralen Gesellschaft ihre Überzeugung darlegen, sie begründen und für sie Zustimmung suchen. Die Kirche unterstützt den freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat; sie tritt damit auch für das Recht ein, dass Menschen - sofern sie nicht grundlegende Rechte anderer verletzen - ihr Leben nach ihren eigenen Wertvorstellungen gestalten. Sie unterstützt dieses Freiheitsrecht auch dann, wenn sie die Lebensweise sittlich nicht für richtig hält.
Bei der "Homo-Ehe" geht es nicht um die sittliche Bewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und nicht um katholische Wertvorstellungen, sondern um die Frage, ob es gerecht ist, Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaften gleichzustellen, ob es für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft gut ist, den Zusammenhang von Ehe und Familie in Frage zu stellen, ob es ungerecht ist, für gleichgeschlechtliche Partnerschaften kein eigenes Rechtsinstitut zu schaffen.
Darüber muss die ganze Gesellschaft mit guten Argumenten diskutieren. An diesem Diskurs beteiligt sich die Kirche engagiert.
Zentralstelle Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz
Bonn, 08.11.2000
(Quelle: http://www.dbk.de/stichwoerter/data/00676/index.html)
Wer Kontakt mit der Selbsthilfegruppe von Homosexuals Anonymous in München aufnehmen will:
Infos unter Tel.: 089-78018960
Email: free32@gmx.de
Treffen in der Regel wöchentlich (Freitags 18 Uhr - ca. 20 Uhr).
Auf Wunsch mehrsprachig.
Wir bestreiten keineswegs, dass manche Menschen eine Form des "Glücklichseins" im Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Empfindungen finden können - wenngleich dies keineswegs die Regel ist, wie so manche meinen mögen.
Für einen Christen ist "Glücklichsein" aber kein Kriterium von "moralisch akzeptabel" oder "moralisch inakzeptabel" - und man darf bezweifeln, dass dies ein Kriterium für irgendjemand sein kann.
Dies führt schnell zu einem "moralischen Relativismus": jeder bestimmt für sich alleine, was gut, wahr, richtig, moralisch und sittlich akzeptabel ist. Dies ist aber auch der Untergang jeder Gesellschaft - unabhängig vom religiösen Hintergrund.
Aus eigener Erfahrung können wir nur sagen, dass viele von uns das "Glück", das sie im Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Empfindungen gesucht hatten, dort nicht gefunden haben. Ganz im Gegenteil - manch einer hat Feuer mit Benzin gelöscht und nach Liebe an den falschen Orten gesucht.
Wir laden jeden ein, doch dieses "Argument" einmal weiter zu führen und auf andere Bereiche auszudehnen. Wenn man von der Gültigkeit dieser Aussage ausgeht, warum sollte sie dann nicht für jeden Menschen gelten? Dies führt jedoch schnell zu unhaltbaren und absolut unakzeptablen Zuständen.
Als Christen stellen wir ein persönliches "Glücksgefühl" nicht über die Liebe zum Herrn. Auch ein verheirateter Familienvater kann mit einer anderen Frau durchbrennen und bis ans Ende seiner Tage mit ihr "glücklich" sein. Würde das seinen Ehebruch akzeptabler machen?
Wir denken nicht.
IS THERE A “CIVIL RIGHT” TO GAY “MARRIAGE”?
By
Michael L. Brown, Ph.D.,
Director,Coalition of Conscience, www.coalitionofconscience.org
November 15, 2008
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As gay protests to the passage of Proposition 8 take place in cities across the nation today, it is important that we know the facts. How do we respond truthfully to the statements that are being made?
"I have the right to marry the one I love!"
If that is the case, then shouldn’t Patrick and Susan S. be allowed to marry in Germany? He was adopted as a child and didn’t know he had a sister until she was 16 and he was 23. He has served a prison sentence because of his love for his sister. They have had four children together and do not want to be separated. Why should the government intervene? Patrick says, “We are like normal lovers. We want to have a family.” Susan states, “I just want to live with my family, and be left alone by the authorities and by the courts.” Their attorney argues that the law against a brother and sister marrying “is out of date and it breaches the couple’s civil rights.” Does this sound familiar? If gays should have the “civil right” to marry the ones they love, why not a blood brother and sister, separated as children and reunited later in life?
"It is an outright lie to claim that legalizing same-sex marriages will affect what children are taught in the schools."
U.S. District Court Judge Mark L. Wolf ruled against the Parkers and Wirthlins who had requested that their children be removed from elementary school classes when homosexuality and transgenderism were being promoted. Judge Wolf argued that teaching diversity in sexual orientation was "reasonably related to the goals of preparing students to become engaged and productive citizens in our democracy" and trumped both parental rights and their sincerely held religious beliefs. And, since same-sex marriage was legal in Massachusetts, where the Parkers and Wirthlins reside, on what basis could they ask for their children to be removed from class? Based on this ruling, the superintendent of schools in Lexington, MA, recently explained to a concerned parent that, "The court decided we are not required to inform parents in advance of teaching units that include same gender parents or required to release students when such topics are discussed."
"This is a civil rights issue no different than segregation. We are born this way and we cannot change."
Many black Americans are offended by this analogy and do not feel it is fair to compare the color of one’s skin with the sexual relations one chooses in private. Also, there is no such thing as “ex-black” whereas many people claim to be “ex-gay,” and recent scientific studies have confirmed that some homosexuals can, in fact, change, while other studies point to a large degree of sexual fluidity, especially among women. Even if you reject the possibility of change, however, and claim that homosexuality is inborn and immutable, how does that relate to civil rights? All of us reject pedophilia for many reasons, yet pedophiles claim that they were born that way, that they would never choose such a sexual orientation, and that they cannot change. Do we then grant them the “civil right” to their behavior because it is inborn and immutable? Or do we lower the age of consent to accommodate ephebophiles who are attracted only to young teenagers (and who also claim their orientation is inborn and immutable)? Why discriminate against them if our behavior and orientation can be justified based on being inborn and immutable?
"Children raised in same-sex households are no different than children raised in heterosexual households."
A meta-analytical study by pro-gay researchers Stacy and Biblarz indicated that children raised in same-sex households were more prone to promiscuity, crossing gender lines, and same-sex attraction. To cite one example, they found that lesbian mothers had a feminizing effect on their sons and a masculinizing effect on their daughters. They also reported that “the adolescent and young adult girls raised by lesbian mothers appear to have been more sexually adventurous and less chaste . . . in other words, once again, children (especially girls) raised by lesbians appear to depart from traditional gender-based norms, while children raised by heterosexual mothers appear to conform to them.” On a more personal note, Dawn Stefanowicz, raised by a gay father, wrote, “What makes it so hard for a girl to grow up with a gay father is that she never gets to see him loving, honoring, or protecting the women in his life.” Children do best with a mom and dad, but same-sex marriages guarantee that this possibility will never exist for children they raise.
"In the past, the Bible was used in America to promote slavery, segregation, and the suppression of women, just as it is now being used to suppress gays and lesbians."
It is true that the Bible was misused to promote slavery, segregation, and the suppression of women, but it was actually the proper use of the Scriptures that fueled the anti-slavery and anti-segregation movements, while there are numerous verses in the Bible that speak in glowing terms of the importance of women. In fact, anthropologist Rodney Stark pointed out that one reason that Christianity spread so rapidly in the ancient world was because it was so egalitarian and so liberating for women. In contrast, there is not a single verse in the Bible that extols homosexual behavior, to the point that even the gay-affirming biblical scholar Walter Wink noted that, “The Bible is negative toward same-sex behavior, and there is no getting around it. “ He also stated that "Paul wouldn’t accept [a nonexploitative homosexual] relationship for a minute."
"Giving us the right to marry would not affect the rights of those who differ with us, especially the rights of people of faith."
The Washington Blade (May 30, 2008) asked, “Apart from state- or federally funded religious programs, could the legalization of same-sex marriage in California prevent priests and ministers from preaching that homosexuality is biblically forbidden? Could churches in time risk their tax- exempt status by refusing to marry gays? That remains to be seen and will likely result in a steady stream of court battles” (my emphasis). Catholic Charities in Boston dropped out of the adoption business because they were required by the state to place children in same-sex households; Elaine Photography in New Mexico was found guilty of discrimination for refusing to photograph a same-sex commitment ceremony because of religious convictions; and a doctor in California was found guilty of refusing to artificially inseminate a lesbian woman so she and her partner could have a baby, again because of religious convictions, and despite the fact that this doctor personally referred the patient to another doctor. As predicted by lesbian legal scholar Chai Feldblum, when religious liberty and sexual liberty conflict, “I’m having a hard time coming up with any case in which religious liberty should win.” A just-released study by The Becket Fund for Religious Liberty has also found that over 350 separate state anti-discrimination laws would likely be affected by the legal recognition of same-sex "marriage."
"It is a lie of the religious right that legalizing same-sex marriage will open the door to legalizing polygamy and incestuous relationships."
Actually, polygamy involves a far less radical redefinition of marriage than does same-sex marriage, since marriage is fundamentally the union of a man and a woman more than it is the union of two people. Polygamy is also legal in much of the world and has been the accepted norm in many cultures throughout history, whereas same-sex marriage has never been the norm in any nation at any time in the past. Because same-sex marriage so radically redefines the nature of marriage, marriage certificates were changed in California after the Supreme Court’s decision in Ma