Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

FREE DOWNLOAD - THE WORKBOOK OF HOMOSEXUALS ANONYMOUS!!


Click HERE

Remember:

The only reason why people don't find freedom from same-sex attractions is because they don't believe it can be done!

Was ist das eigentlich, "Homosexualität"?

Kurz gesagt, die Tatsache, dass sich jemand überwiegend und über einen längeren Zeitraum hinweg in sexueller und/oder emotionaler Hinsicht zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Wir bevorzugen aber den Begriff "gleichgeschlechtliche Neigungen". Zum einen ist der Begriff "Homosexualität" (als eigenständige Form der Sexualität) noch gar nicht so alt. In klinischer Hinsicht konzentriert er sich vor allem auf die sexuelle Anziehung, was jedoch zu kurz gegriffen ist, da man hier die emotionale Zuneigung außer Acht lässt. Zum anderen sind wir als Christen der Überzeugung, dass es nur eine Gott-gegebene Form der Sexualität gibt - und das ist die Heterosexualität. Ja, es gibt Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer (und seien sie "genetisch") -  gleichgeschlechtlich empfinden, wir sehen dies aber nicht als eine eigenständige Identität, sondern als Teil der Heterosexualität an. Dies bedeutet keine Abwertung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen oder eine Minder-Bewertung unseres Empfindens - ganz im Gegenteil. Wir sehen uns als Teil von etwas, das größer ist als wir (Gottes heterosexuelle Schöpfung) und sind weder besser noch schlechter als andere Menschen noch sehen wir uns als etwas Besonderes an und blicken auch nicht auf die herab, die ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen ausleben. Auch konzentriert sich unser Leben nicht auf unser sexuelles und/oder emotionales Empfinden, sondern auf den, dem wir nachfolgen und der uns eine teuer erkaufte Freiheit geschenkt hat, damit auch wir frei sein können: Jesus Christus.

(Quelle: Jason - an international Christian ex-gay ministry: http://jason-online.webs.com/

Anmerkung

Wir helfen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht, wenn wir biblische Positionen aufweichen und ihnen - wenn auch mit den besten Absichten - ein Hintertürchen offen halten. Ganz im Gegenteil: hier versagen wir sogar in unser Funktion als lehrende und ermahnende Kirche und werden vielleicht noch zum Stolperstein für den, der sündigt, da er oder sie dann unsere offizielle "Freigabe" (wenn auch mit wenn und aber) hat.

An keiner einzigen Stelle befürwortete die Bibel Homosexualität - und die Bibel erstreckt sich über Tausende von Jahren quer durch verschiedene Kulturen, sodass das "kulturell geprägte" Argument hinfällig ist.

Über 2.000 Jahre lang hat die Kirche Homosexualität abgelehnt.

Was gibt uns das Recht, am christlichen Menschenbild, an der Lehre und Tradtition der Kirche sowie an der Bibel selbst, eigenmächtige Änderungen vorzunehmen?

Diese mögen ja mit den besten Absichten geschehen - gleichwohl ist das Resultat dasselbe.

Sünde darf nicht Einzug in die Kirche halten - was allerdings für andere Bereiche ebenso gelten muss. Sünde ist wie ein Geschwür, das sich schnell im Leib Christi - Seiner Kirche - ausbreitet.

Wer aber klar und deutlich Sünde beim Namen nennt, muss auch Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen eine helfende Hand anbieten und ihnen mit Verständnis und Liebe begegnen. Sie haben sich diese Neigungen nicht ausgesucht. Aus welchen Gründen auch immer, diese Empfindungen sind nun mal da.

Die Gründe hierfür sind aus christlicher Sicht letztlich zweitrangig. Natürlich macht es einen Unterschied in der ethischen Bewertung, wie die Begleitumstände sowie die Faktoren sich zusammen setzen, die menschliche Sexualität prägen. Am biblischen Menschenbild sowie an der Ehe als heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Bund, der den Bund widerspiegelt, den Gott in Jesus Christus mit den Menschen eingegangen ist, ändert das nichts.

Auch wenn aufrichtige Liebe im Spiel ist, wird die Situation dadurch nicht anders. Ich kann auch als Mann eine Frau aufrichtig lieben und mit ihr ein Leben lang glücklich sein, aber trotzdem Ehebruch damit begehen, weil ich vielleicht Frau und Kinder verlasse.

Ebenso ist das Argument mit der "Unumkehrbarkeit" oder "genetischen Bedingtheit" für Christen nicht akzeptabel. Wo sollte das aufhören? Was, wenn morgen auch in anderen Fällen eine "Unumkehrbarkeit" oder "genetische Bedingtheit" festgestellt wird - etwa bei Pädophilen (ohne hiermit Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen zu wollen).

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen brauchen unsere volle Liebe - in Wort und Tat. Wahre Liebe heißt aber auch, den anderen zu ermahnen, sollte er vom Weg abkommen.

Eine "Unumkehrbarkeit" von Homosexualität anzunehmen, ist gleichzeitig aber auch ein Schlag ins Gesicht derer, die Freiheit gesucht und gefunden haben. Das bedeutet nichts anderes, als zu behaupten, diese Menschen würden nicht exisiteren - oder lügen. Freiheit heißt dabei nicht unbedingt zwangsweise, keinerlei Emfpindungen in dieser Richtung mehr zu verspüren, sie heißt vor allem, dass diese Menschen ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi führen - ohne sich von ihren Neigungen diktieren zu lassen, wie sie ihr Leben zu führen haben.

Zeigen wir Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, dass wir sie als Brüder und Schwestern lieben und ihnen beistehen, wenn sie ebenfalls diesen Weg der Freiheit beschreiten möchten!

 

Was ist das eigentlich, "Homosexualität"?

Über den Begriff "Homosexualität" gibt es ja die unterschiedlichsten Vorstellungen. Der Begriff selbst wurde 1869 von Karl-Maria Kertbeny erfunden (siehe auch Wikipedia) und ist eine Mischung aus dem griechischen Wort "homo" (bedeutet soviel wie gleich oder gleichartig) und dem Lateinischen Wort "sexus" (was das männliche oder weibliche Geschlecht bezeichnet). Umgangssprachlich redet man eher von "schwul" oder "lesbisch", je nachdem ob Männer oder Frauen gemeint sind.

Nun gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen, wer wann und ob überhaupt "homosexuell" ist.

Gehen wir kurz auf einige Fragen ein:

Ich habe in meiner Jugend mit anderen Jungs masturbiert. Bin ich jetzt schwul?

Nein. Allein sexuelle Aktivitäten mit dem selben Geschlecht zu haben, macht einen noch nicht "schwul". Bei Jugendlichen wird oft mal etwas ausprobiert. Nicht jeder Jugendliche, der daran teilnahm, hat gleichgeschlechtliche Neigungen oder entwickelt solche später (gleichwohl sind solche "Aktivitäten" nicht so harmlos, wie manche meinen!). In anderen Fällen (Gefängnisse, Armee usw.) kann es auch mangels anderer Gelegenheiten zu sexuellen Kontakten mit dem eigenen Geschlecht kommen. Auch hier haben die Betroffenen nicht zwangsweise gleichgeschlechtliche Empfindungen.

Aber ich bin doch schwul, wenn ich Sex mit anderen Männern habe?

Nicht unbedingt (siehe oben).

Nicht unbedingt? Aber wann bin ich dann schwul, wenn nicht beim Sex mit anderen Männern?

Zunächst einmal würde ich das Wort "schwul" vermeiden. Was gleichgeschlechtliche sexuelle Anziehung angeht, so kommt es hier auch darauf an, ob sie überwiegend dem gleichen Geschlecht gilt und auch über einen längeren Zeitraum (bis lebenslang) andauert.

Wenn ich also lange keinen Sex mit Männern habe, bin ich auch nicht schwul, oder?

Das kann man so nicht sagen. Zum einen kann durchaus eine sexuelle Anziehung gegeben sein, ohne dass es zum Sex kommt. Zum anderen kann ich ein ganzes Leben lang gleichgeschlechtliche Empfindungen haben und trotzdem keinen Sex mit anderen Männern haben.

Kein Sex und trotzdem schwul? Wie geht denn das?

Gleichgeschlechtliche Gefühle betreffen nicht nur die Sexualität, sondern auch und gerade eine emotionale Anziehung. Diese Anziehung ("Liebe") ist aus der Sicht der Betroffenen durchaus offen und aufrichtig und darf nicht lächerlich gemacht werden: sie lieben einen Menschen ihres gleichen Geschlechts aus tiefstem Herzen. Das Problem hierbei: Liebe alleine heisst nicht unbedingt, dass die Beziehung moralisch in Ordnung ist. Aus christlicher Sicht ist jede Liebe falsch, die sich über die Liebe zu Gott stellt. Ich kann auch als verheirateter Mann eine andere Frau "lieben", für sie meine Familie verlassen und mit ihr bis ans Ende meiner Tage "glücklich" sein - aus christlicher Sicht bleibt es trotzdem Ehebruch. Bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen spielen aber manchmal (!) noch andere Elemente mit, die aus "Liebe" schnell emotionale Abhängigkeit werden lassen und die Grenzen der Beziehung weit über das ausdehnen, was eine traditionelle heterosexuelle Ehe gutheißen würde. Es ist leider so, dass die durchschnittliche homosexuelle Beziehung weitaus weniger monogam ist und hinsichtlich der praktizierten Form der Sexualität eher "kreativer" (andere würden sagen extremer) als die traditionelle heterosexuelle Ehe. Ja, es gibt Ausnahmen (wenn auch nicht allzu viele!), aber aus christlicher Sicht wären auch diese Ausnahmen, in denen die Beteiligten eine monogame Beziehung leben und versuchen, dem bürgerlichen Vorbild zu entsprechen, nicht akzeptabel. Ja, auch heterosexuelle Paare holen hier leider auf und überschreiten Grenzen - zweimal falsch ergibt aus christlicher Sicht aber nicht richtig.

Wieso vermeidest du das Wort "schwul"?

Es gibt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die sehen sich nicht als "homosexuell" oder gar "schwul", sondern als heterosexuell. Wie kann das angehen? Nun, ich kann mich sehr wohl als heterosexueller Mann sehen, der - aus welchen Gründen auch immer (und seien sie "genetisch bedingt"!) - gleichgeschlechtlich empfindet, dies aber nicht auslebt. Das ist eine grundsätzlich andere Sichtweise als eben genannte. Als Christen sind wir im Ebenbild Gottes geschaffen - ein Teil Seiner Schöpfung. Und Gottes Plan war es in unseren Augen nicht, dass wir mit Menschen desselben Geschlechts Beziehungen führen, die der christlichen Ehe entsprechen sollen oder Sex mit demselben Geschlecht haben.

Ist das nicht Diskriminierung? Homophobie?

Mit dem Vorwurf der "Diskriminierung" kann man sehr schnell alle anderen Sichtweisen in eine radikale Ecke drängen. Wir lehnen nicht die Menschen an sich ab (schließlich haben wir selbst gleichgeschlechtliche Empfindungen!), sondern fühlen uns dem christlichen Menschenbild und der christlichen Glaubenslehre verpflichtet und lehnen deshalb ein "schwules Leben" ab. Wir denken nicht, dass wir deshalb bessere Menschen oder bessere Christen sind als die, die ihre Neigungen voll ausleben. Allerdings behalten wir uns durchaus dasselbe Recht auf freie Meinungsäußerung vor, dass auch andere für sich einfordern. Was "Homophobie" (ebenfalls eine sehr junge Wortschätzung, die eigentlich eine Furcht beschreibt, mit Menschen, die gleichgeschlechtlich empfinden, im selben Raum zu sein - und bald auf alles ausgedehnt wurde, das anderer Meinung ist) angeht, so können wir per se nicht "homophob" sein, da wir selbst so fühlen. Es ist auch nicht ehrenhaft, andere Meinungen als "homophob" zu bezeichnen und ihnen damit jegliche Daseinsberechtigung nehmen zu wollen sowie die Betroffenen hiermit zu radikalisieren. Hier lässt man es schnell an der "Toleranz" mangeln, die man immer für sich selbst eingefordert hat. Die eigene Position sollte doch genügend Selbstbewusstsein haben, um eine andere Auffassung zu vertragen!

 

 

Es gibt doch aber so viele Selbstmorde unter Homosexuellen - gerade unter Jugendlichen! Sollte man da nicht schwule Gruppen an die Schulen lassen, damit Verständnis für die Situation von schwulen Jugendlichen geschaffen wird?

Dieses Programm ist irgendwann aus den USA nach Europa geschwappt - und hat die dortigen Argumente gleich mitgenommen. Natürlich gibt es (leider!!) Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die Selbstmord begehen und leider gibt es bestimmt auch Diskriminierung von gleichgeschlechtlich fühlenden Jugendlichen durch Gleichaltrige. Nur ist das mit den Selbstmorden so eine Sache: Zum einen sind ist es schwer nachzuvollziehen, warum ein gleichgeschlechtlich empfindender Jugendlicher Selbstmord begeht und ob dafür wirklich die Diskriminierung durch andere ursächlich war. Zum anderen ist das Gefühlsleben bei gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen ein anderes als bei heterosexuell empfindenden - ein Aspekt, der hier durchaus auch mit hineinspielt. Selbstverständlich soll man Jugendlichen beibringen, sie dürfen keine anderen Menschen diskriminieren - man darf dabei aber nicht nach Gruppen unterteilen. Abgesehen davon sollte man dann auch "Ex-Gay Ministries", also Einrichtungen von Menschen, die für sich entschieden haben, ihre gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht auszuleben und die sich gegenseitig - etwa im Rahmen von Selbsthilfegruppen - unterstützen, an die Schulen lassen. Dies geschieht abr in der Regel nicht. Homosexuelle Gruppen führen oft an, das sei doch nicht so schlimm, wenn sie an die Schulen gehen - man kann ja einen Jugendlichen nicht "schwul" machen, wenn er es nicht schon vorher war. Dies ist aber eine etwas naive, wenn auch bestimmt gutgemeinte Sichtweise: Jugendliche, die in ihrer sexuellen Entwicklung noch sehr unreif sind, probieren schnell mal etwas aus. Wenn ihnen dann ständig unter die Nase gerieben wird, wie "schön", "toll" und natürlich Homosexualität sein, experimintieren sie vielleicht auch in dieser Richtung - was sie wohl sonst nicht gemacht hätten. Was durchaus dazu führen kann, dass ihr Leben einen völlig anderen Verlauf nimmt. Hinzu kommt, dass man das Recht von Eltern akzeptieren sollte, ihren Kindern traditionell christliche Familienwerte zu vermitteln, die vielleicht eine andere Sichtweise zum Thema Homosexualität haben.

Wie seht ihr dann Schwule, die ihre Homosexualität voll ausleben?

Wir sehen uns nicht als besser oder schlechter als sie, sondern akzeptieren und respektieren ihre Entscheidung. Gleichwohl fordern wir dasselbe Maß an Respekt und Toleranz für unsere Entscheidung und Meinung, das man für sich selbst verlangt. Wir sind Christinnen und Christen und müssen uns unseres Glaubens nicht schämen.

(Artikel von JASON)

 

Was sagt die Bibel?

Mit welchen Bibelstellen sollte ich vertraut sein?

Altes Testament: Genesis: 19:1-29 (Sodom), 1:27-28 und 2:18-24 (als Standard für Heterosexualität. Dies ist der wesentliche Teil, auf den sich auch das Neue Testament beruft). Levitikus: 18:22, 20:13. Deuteronomium: 22:5.

Neues Testament: Römer 1:24-27, 1 Korinther 6:9-11, (1 Timotheus 1:8-10)

 

Offener Brief

Offener Brief an Herrn Peter Mettler


Sehr geehrter Herr Mettler,

auf kath.net habe ich unter folgendem Link einen Artikel von Ihnen zum Thema "Nicht wegschauen, nicht verharmlosen" gelesen:

http://www.kath.net/detail.php?id=19863

Hier nun meine Stellungnahme hierzu:

Zunächst darf ich mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Robert Gollwitzer. Ich leite JASON, ein sogenanntes "Ex-Gay Ministry" (siehe www.freewebs.com/jason-online), eine christliche Selbsthilfegruppe, die Menschen, die für sich selbst ein Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht akzeptieren können, Hilfe anbietet. Da wir an die weltweite Organisation "Homosexuals Anonymous" (www.ha-fs.org) angeschlossen sind und gute Kontakte zu weiteren Einrichtungen ähnlicher Art weltweit haben, bieten wir auch Informationen und Seminare für Betroffene und Interessierte. Soviel zu mir bzw. zu uns.

Lieber Herr Mettler, zunächst einmal möchte ich Ihnen für Ihre erfrischende Offenheit danken. Derartiges findet man leider viel zu selten. Was wir weitaus öfter zu hören bekommen, ist, dass Betroffene sich hilfesuchend an ihre Kirche wenden und dort - wenn denn überhaupt - nur sehr vage Antworten bekommen. Die Geistlichen sind offensichtlich sehr unsicher, was dieses Thema betrifft. Oft geben sie auch Auskünfte, die weitab von der offiziellen kirchlichen Lehre sind (frei nach dem Motto: "Offiziell muss ich Ihnen nun dies und jenes sagen - persönlich aber sage ich Ihnen ganz was anderes"). Uns ist bewusst, dass diese Geistlichen dies in bester Absicht tun, aber man hilft niemandem weiter, wenn man die Dinge nicht beim Namen nennt. Im Amerikanischen nennt man dies "tough love" - eine Liebe, die stark genug ist, um dem anderen auch offen Dinge ins Gesicht zu sagen, die er/sie vielleicht nicht hören will.

Leider gibt es auch Theologen und Publikationen, die - auch hier in bester Absicht! - die doch so offensichtlichen Bibelverse völlig verdrehen, sie "im Licht der damaligen Zeit" interpretieren, die ja keine Ahnung von der Homosexualität hatte, wie wir sie heute kennen usw.

Es ist uns wohl bewusst, dass hier oft ein großes Leiden und ein ebenso großes Bedürfnis nach Annahme seitens der Betroffenen dahinter steht, deshalb liegt es mir fern, mich hier herablassend zu äußern. Aber auch hier gilt: Liebe muss stark genug sein, um eine "tough love" zu sein. Und gerade das Lehramt hat hier eine enorme Verantwortung.

Soweit, so gut. Nun gibt es aber in Ihrem Artikel einiges, was mich sehr verwundert hat und ich hoffe, Sie - und andere mit Ihnen - zum Nachdenken über Ihre Position zu bewegen.

Sie verweisen richtigerweise auf den masiven Einfluss, den die Schwulenbewegung heutzutage in allen gesellschaftlichen, politischen - und mittlerweile auch kirchlichen! - Bereichen hat.

Dieser Einfluss kommt aber nicht von ungefähr und ist nicht rundum als schlecht abzustempeltn - so sehr wir selbst ihn ebenso ablehnen!

Zum einen - auch dies haben Sie erwähnt - kam es im Zuge der 60er und ihrer "sexuellen Revolution" zu einem radikal Wechsel: das traditionelle, über Jahrhunderte gewachsene christliche Familienbild wurde von heute auf morgen über den Haufen geworfen und durch - nichts - ersetzt. Fast alles geht mittlerweile - nahezu jede Art von Konstellation aus einem oder gar mehreren, meist wechselnden Partnern welchen Geschlechts auch immer.

Nur: daran sind nicht die Schwulen schuld - und das vergisst man bei dieser ganzen Diskussion meist. Es waren zumeist Heterosexuelle, die dies angezettelt haben. Die Auswirkungen sind heute überall zu sehen. Als Stichwort will ich an dieser Stelle die hohe Zahl der vaterlosen Familien nennen. All dies wird aber im Rahmen dieser Diskussion gerne verschwiegen. Es gibt leider immer noch Sünder und Sünder. Was einen heterosexuellen Mann zum "gestandenen Mannsbild" macht - und doch nichts anderes als Ehebruch ist -, wird bei Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen schnell als etwas Abscheuliches gesehen, als eine Sünde, die immer noch schlimmer ist als die Sünden des Rests der Bevölkerung.

Die Schwulen und Lesben wurden seinerzeit massiv unterdrückt und diskriminiert. Zunächst wollten sie einfach nur als gleichwertige Menschen angesehen werden, nicht als perverse Kranke! Dass diese Bewegung mittlerweile völlig ausser Rand und Band geraten ist, da stimme ich Ihnen allerdings zu.

Sie zitieren einige "Klassiker" der Ex-Gay Bewegung und weisen richtigerweise darauf hin, dass es bisher noch keinen einzigen Beweis für ein "Angeborensein" von Homosexualität gibt. Sie zitieren auch einen Psychiater, der Homosexualität als "neurotisches Symptom", "resultierend aus einer krankhaften Kindheitsentwicklung, welche zu einer abnormen Persönlichkeitsstruktur im gefühlsmäßigen Bereich führt."

Lieber Herr Mettler, ganz so einfach ist es aber nicht und mit ein paar Schlagwörtern kann man zwar schnell um sich werfen, der Schaden, der dabei verursacht wird, kann aber enorm sein.

Schon die seinerzeit vom Vatikan beauftragte "Catholic Medical Association" kam zu der Überzeugung, dass eine ganze Reihe von Faktoren zum Entstehen von Homosexualität beitragen können. Bis heute gibt es aber nur Theorien über deren Entstehung und verschiedene Hinweise, was daran wohl alles beteiligt sein mag. Genetisch gibt es bisher noch keinen Nachweis - aber selbst der wäre für einen Christen unerheblich. "Genetisch bedingt" ist nicht dasselbe wie "moralisch akzeptabel".

Mit Aussagen wie diesen stempelt man aber Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen (ich vermeide bewusst das Wort "Homosexuelle". Ich sehe mich nicht als Homosexuellen, sondern als einen von Gott heterosexuellen - gesunden! - Mann, der - aus welchen Gründen auch immer - gleichgeschlechtliche Neigungen hat) schnell zu abnormalen, perversen Kranken. Kranken, die vielleicht Mitleid verdienen (auf das wir in diesem Zusammenhang gut und gerne verzichten können!), aber doch krank sind und bleiben.

So sehen wir uns nicht - und so wollen wir auch von niemandem gesehen werden. Ich denke ebenso wie offensichtlich Sie selbst, dass es nicht angehen kann, dass man bei jeglicher Kritik an homosexuellem Verhalten als "homophob" abgestempelt wird (vor allem, wenn man selbst so empfindet!), aber hier geht man entschieden zu weit.


Homosexualität hat sehr viel mit Identität zu tun - also der Art und Weise, wie ich mich selbst sehe. Sie ist aber kein "sexueller Identitätsmangel", "der auf einer psychischen Entwicklungsstörung basiert und sich in unterschiedlicher Weise und Stärke auf die Persönlichkeit auswirkt." Natürlich steckt auch hier ein Kern Wahrheit, der aber durch die Gesamtaussage völlig entstellt ist. Es bringt niemandem etwas, wenn man etwas, das man irgendwo gelesen hat, abschreibt und nach eigenem Gutdünken zu Papier bringt.

Herr Mettler, ich verstehe durchaus, was Sie damit sagen wollen und in einigen Bereichen stimme ich Ihnen sogar zu, aber so wie Sie dies hier ausdrücken und vielleicht sogar sehen, ist es einfach nicht in Ordnung und ich hoffe sehr, dass Sie Ihre Postion hierzu überdenken.

Wir sind keine armen Kranken mit einer gestörten Psyche und Identität sowie einer minderwertigen Persönlichkeit. Wir sind als Christinnen und Christen Kinder Gottes wie Sie, Herr Mettler. Und die Menschen, die den Weg zu uns finden, lieben Jesus mehr als alles andere und nehmen einen langen und schweren Weg voller Lasten und Unverständnis von vielen Seiten auf sich, weil sie das Ausleben ihrer Neigungen nicht mit ihrem Glauben verbinden können. Da wir wie bereits erwähnt im weltweiten Verbund mit anderen Einrichtungen stehen, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung nur sagen, dass etliche unsere Mitglieder Katholikinnen und Katholiken bzw. auch Geistliche sind. Menschen, die sich oft vergebens hilfesuchend an die eigene Kirche gewendet haben. Einrichtungen wie die unsere müsste es eigentlich gar nicht geben, wenn die Kirche ihren Job machen würde.

Auf der einen Seite weißen Sie nun darauf hin, dass Homosexualität nicht angeboren ist, zitieren Ex-Gay Argument und implizieren damit auch die Möglichkeit von "Veränderung" (wie auch immer man dies definieren möchte), auf der anderen Seite halten sie Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen für ungeeignet für kirchliche Ämter, die der Weihe bedürfen.

Das passt nicht zusammen, Herr Mettler. Ganz im Gegenteil - hiermit (und mit diversen anderen Aussagen) stempeln Sie uns zu Christen zweiter Klasse ab. Christen, die eben keine "richtigen Männer" und damit nicht zum Priesteramt geeignet sind.

Tatsächlich? Mir fallen da spontan einige Geistliche ein, die den Weg zu uns gefunden haben und die in ihrer Pfarrei sehr beliebt sind! Ja, wir sind anders - aber das ist nichts schlechtes. Es macht uns nicht zu besseren Christinnen und Christen, aber auch nicht zu schlechteren. Wir haben andere Qualitäten von Gott bekommen - und die möchten wir ebenso wie unsere Geschwister im Glauben zum Wohle der Kirche einbringen. Gerade wir wären hervorragend als Geistliche geeignet, weil wir eben aufgrund dieser besonderen Gaben vielleicht Zugang zu Menschen haben, den andere nie haben würden (und da kann ich aus meiner reichen Erfahrung sprechen!). Wir empfinden manches anderes - was aber durchaus von Vorteil sein kann!

Auch wir teilen das biblische Menschenbild - es ist aber tatsächlich eine Herabsetzung von uns als Menschen, wenn uns untersagt wird, das zu tun, was andere tun. Ein heterosexueller Priester ist ja auch kein potentieller Sextäter (und es dürften sich auch hier genügend Beispiele von Priestern finden, die in dieser Hinsicht gefallen sind, sich sexuell mit Frauen eingelassen haben, Kinder gezeugt haben usw.). Offensichtlich wird aber auch hier mit verschiedenem Maße gemessen.

Womit wir bei einem anderen Punkt wären: "Pädophilieskandale" mit "Homosexualitätsskandalen" gleichzusetzen und so in die (zumindest in manchen Kreisen) populäre Kerbe zu schlagen, dass Männer, die gleichgeschlechtliche Neigungen haben, potentielle Knabenschänder sind, schlägt dem Fass den Boden aus.

Hier gehen Sie eindeutig zu weit. Mit "nüchterner Betrachtung" hat das nichts mehr zu tun. Mir ist durchaus klar, dass Sie das so eindeutig vielleicht nicht sagen wollten - aber einschlussweise ist es allemal enthalten. Ob Sie selbst so denken, weiß ich nicht - ich hoffe es aber nicht.

Es ist mir wohl bewusst, dass es in den USA eine Menge von Missbrauchsfällen durch katholische Priester gegeben hat und viele davon an Jungen. Das ist etwas Schändliches und die Opfer haben unsere Sympathie, unsere Gebete und unsere tätige Hilfe verdient - ebenso wie sowohl die Täter neben der gerechten Strafe auch die Möglichkeit zur Therapie bekommen sollten.

Würde man aber auf die Idee kommen, Heterosexuelle mit Kinderschändern gleichzusetzen, nur weil es manche gibt, die derartiges tun?

Es gibt Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die gleichzeitig Pädophile sind. Ebenso wie es Heterosexuelle gibt, die Pädophile sind. Und wohl auch einige, die gleichgeschlechtliche pädophile Akte begehen, ohne damit zwangsweise homosexuell zu sein.

Ich verurteile pädophile Akte aus tiefstem Herzen - möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich eine klare Trennlinie zwischen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen und Pädophilen ziehe. Es mag durchaus sein, dass ein Großteil der Priester in den USA, die sich an Jungen vergangen haben, gleichgeschlechtliche Neigungen hatten. Das hat aber wohl noch ganz andere Hintergründe. Aus diesem Umstand aber eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie zu konstruieren, halte ich für mehr als unangebracht. Wenn Sie Homosexualität als "Risikofaktor" beschreiben und darauf hinweisen, dass die Betroffenen wohl diverse Aussagen vehement bestreiten würden - denken Sie da eigentlich auch einmal an die, gegen die Sie Ihre Angriffe führen? Wie mögen sich die wohl anhand solcher Aussagen und Ausdrücke fühlen? Unsere Sprache ist immer auch ein Hinweis und ein Ausdruck unseres Denkens und unserer Einstellung!

Zurück zum Thema:

Dass Menschen, die offen homosexuell leben oder die Schwulenbewegung unterstützen, kaum geeignet für den Priesterberuf sind, da stimme ich Ihnen durchaus zu. Was die angesprochenen "tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen" betrifft, ist das so eine Sache: wer bestimmt und beurteilt dies? Ab welchem "Prozentsatz" an homosexuellen Empfindungen darf ich nicht mehr geweiht werden? Mal ganz abgesehen davon weist diese Aussage darauf hin, dass Menschen, die vielleicht nicht so "tiefsitzende" Neigungen haben, durchaus für diesen Beruf geeignet sind!

Als Menschen, die hart an uns arbeiten und denen ihr Glaube wichtiger als alles andere ist, wäre es für uns ein Schlag ins Gesicht, zu erfahren, dass wir trotzdem nicht für kirchliche Ämter in Frage kämen - eben weil wir so sind, wie wir sind (aber gleichzeitig soll es nicht angeboren sein - ja was denn nun?)!


Sie führen weiter an, Jesus sei der "Bräutigam" und die Kirche die "Braut". Das ist wohl war und wir wären die letzten, die dies bestreiten würden.

Nun begehen Sie aber einen Denkfehler, wenn Sie meinen, dass ein homosexuell empfindender Mann dies nicht nachempfinden kann, da ihm die Relation "Bräutigam-Braut" fremd sei. Zum einen - da Sie ja so umfangreich Studien und wissenschaftliche Aussagen zitieren - hat ein Großteil homosexuell empfindender Männer durchaus auch einmal heterosexuelle Neigungen empfunden - und tut dies vielleicht immer noch.

Zum anderen dürfte es Jesus in diesen Vergleichen wohl kaum um die körperlich-sexuelle Beziehung im Rahmen einer Ehe geben (vgl. auch die Aussagen, dass wir uns im Himmel nicht mehr wie Eheleute zueinander verhalten werden und die Kirche als Vorwegnahme des einmal in Vollendung verwirklichten Königreiches zu sehen ist). Ihm geht es um die enge Verbindung zwischen Ihm und Seiner Kirche. Die Kirche, die auch Sein Leib ist und in der wir als Gemeinschaft der Glaubenden uns Kinder Gottes nennen dürfen.


Mir ist durchaus bewusst, dass es bei einer Weihe die künftigen Aufgaben und die Interessen der künftigen Gemeinde Vorrang haben zwischen möglicherweise verletzten Gefühlen abgelehnter Priesteramtskandidaten. Aber zunächst fehlt mir hier wiederum die gleiche Konsequenz bei ALLEN Kandidaten, zum anderen wird hier in unzulässiger Weise pauschalisiert. Nicht jeder Mann, der gleichgeschlechtliche Neigungen empfinden mag, sit damit zwangsweise ungeeignet für den Priesterberuf!

Sie schreiben, dass der Zölibat den Verzicht auf Ehe und Familie beinhaltet, was ja für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wohl nicht zutreffe.

Ich möchte nochmals die Klassiker der Ex-Gay Bewegung ins Leben rufen: haben Sie sich eigentlich jemals näher mit uns beschäftigt? Wissen Sie, wie viele es unter uns gibt, die mittlerweile glücklich verheiratet sind und Kinder haben - selbst wenn irgendwo "da drinnen" vielleicht ab und zunoch eine gleichgeschlechtliche Empfindung da sein mag? Wer gibt Ihnen das Recht, so pauschal über alle unter uns zu urteilen, ohne sich jemals mit uns auseinander gesetzt zuhaben?

Selbst die, die auschließlich gleichgeschlechtlich empfinden, sind - unter bestimmten Voraussetzungen in meinen Augen keineswegs zwangsweise ungeeinget für den Priesterberuf. So sehr ich selbst den Zölibat unterstütze (ja, auch ich bin gläubiger Katholik!), bin ich mir durchaus der Tatsache bewusst, dass der zentrale Punkt bei der Berufung zum Priester NICHT der Zölibat ist. Der Zölibat ist kein Ziel an sich, sondern bestenfalls ein Mittel - wenn auch meiner Meinung nach ein ausgezeichnetes Mittel und Zeichen der Liebe zum Herrn. Auch ausschließlich homosexuell empfindende Männer würden aber auf einiges verzichten. Ist Ihnen das jemals bewusst geworden?

Irgendwo scheint hier immer noch im Hinterkopf die Vorstellung zu schwirren, Männer wie wir sind keine "richtigen Männer". Da kann ichnur eines sagen: jemand, der das auf sich nimmt, wie die Männer, die zu uns kommen und den schweren Weg der Nachfolge Christi auf sich gehen und auf das verzichten, was sie vielleicht am dringensten brauchen - auf Liebe! -, weil sie Jesus mehr lieben als alles andere - solche Männer sind für mich weitaus mehr "Mann" als so manch ein Geschlechtsgenosse, den ich sonst so sehe. Manchmal fragt man sich durchaus, wessen Menschenbild hier verzerrt ist.

Herr Mettler, ich hoffe, Sie nehmen mir meine offenen Worte nicht übel. Aber manchmal bedarf es eben einer "tough love". Ich darf an dieser Stelle noch an die wachsende Zahl der christlichen Einrichtungen hier in Deutschland hinweisen, die mittlerweile Hilfe für "Menschen wie uns" anbieten: Wüstenstrom, das Deutsche Institut für Jugend & Gesellschaft, das Love4you-Team und noch viele andere. Einrichtungen, mit denen wir uns solidarisch sehen und die ausgezeichnete Arbeit leisten.

Auch die katholische Kirche hat derartige Einrichtungen, wenn auch bisher nur außerhalb Deutschlands (Courage bzw. in England EnCourage).

Lieber Herr Mettler, ich möchte Sie an dieser Stelle ausdrücklich dazu ermutigen, weiterhin offen Ihre Meinung zu diesem Thema zu sagen. Gleichzeitig möchte ich Sie auch - wie bereits erwähnt - zum Nachdenken anregen.

Wir sind keine Menschen, die Mitleid brauchen. Wir sind nicht krank und keine Christen zweiter Klasse. Wir sind nicht besser und nicht schlechter als der Rest der Welt. Wenn wir uns hier treffen könnten, wäre uns schon sehr geholfen.

Ich möchte Ihnen abschließend auch unsere Unterstützung, Beratung und Hilfe anbieten. Es ist eine Sache, etwas abzulehnen. Wer aber als Christ nein zu etwas sagt, muss den Betroffenen auch eine helfende Hand anbieten - und die Kirche als solche zu diesem Thema unterrichten und lehren.

Sollte man da nicht die einbeziehen, die selbst am besten wissen müssten, worum es hier geht?

In brüderlicher Verbundenheit grüßt Sie

Robert Gollwitzer

JASON
Ex-Gay Ministry

Ridlerstr. 21
80339 München
Tel.: 089/78018960
WEB: www.freewebs.com/jason-online
Email: [email protected]

HA ONLINE

Wer am kostenlosen (englischen) Online-Programm von Homosexuals Anonymous teilnehmen möchte, schicke bitte ein Email an [email protected] Leider gibt es momentan nur Gruppen für Männer. Voraussetzung ist Volljährigkeit. Die Teilnehmer sind für ihre eigene Anonymität verantwortlich.

Robert

Ich gay (Nicht) hin - Homosexuelle auf dem Ökumenischen Kirchentag in München


Im Mai findet in München der 2. Ökumenische Kirchentag statt, mit einer einseitige Bewerbung von Homosexualität, darunter ein Jugendfrühstück für Schwule, eine "Vigil für die Opfer der Homophobie" und Bewerbung von kirchlicher Segnung von Homo-"Ehen

München (kath.net)

Vom 12. bis 16. Mai 2010 treffen sich Christen aus Deutschland und der Welt zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Das Ziel ist laut der Eigendefinition der Veranstaltung "gemeinsam ihren Glauben zu feiern, sich auszutauschen und voneinander zu lernen". Ob Gottesdienste, Konzerte, Podiendiskussionen oder Theater - die Teilnehmenden und Mitwirkenden erwartet für 89,-- Euro - soviel kostet eine Dauereintrittskarte - rund 3000 Veranstaltungen, besonders umfangreich scheint das Programm offensichtlich für Homosexuelle zu sein wie das Internetmagazin Medrum.de berichtet. So wird den Teilnehmern am Christi Himmelfahrtstag beim "Forum Homosexuelle und Kirche" von der "Arbeitsgemeinschaft Schwule Theologie" ein Vortrag mit "Christliche Homophobie: drei theologische Diskurse" angeboten. Weiter geht es dann mit einem Vortrag "Gesegnet auf gemeinsamen Wegen. Kirchliche Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften" von Heike Immel, einer evangelischen Pfarrerin aus München.

Am selben Tagen darf dann die "Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e.V. (HuK) ein Literaturcafe mit "Que(e)rgelesen" ansetzen. Um 14.00 Uhr wird dann vom "Forum Homosexualität München" eine SchwullesbIsche Stadtführung angeboten. Noch immer nicht genug Homobewerbung an einem Tag? Dann gibt es am selben Tag eine Filmvorführung unter dem Motto "Homosexuell und christlich - das geht?!", einen Propagandafilm über Transsexuelle sowie ein Film "Homosexuell und christlich - das geht?!"

Noch immer nicht genug? Der Ökumenische Kirchentag bietet immer noch am selben Tag noch mehr. Wie wärs mit einem weiteren Vortrag von 16.00 bis 18.00 Uhr über "Sexualität und Spiritualität" mit

Werbung

Wolfgang Perlak, Homosexuelle und Kirche aus Berlin. Kritiker der Homosexualität sind im Program des Kirchentages offensichtlich nicht vorgesehen.

Auch für Jugendliche wird ein "homosexuelles Programm" am Kirchentag geboten. Am Freitag, 14. Mai, 10.30 Uhr, findet ein Jugendfrühstück für Schwule, Lesben und ihre Freunde statt, an das sich weitere schwullesbische Programmpunkte anschließen, u.a. "Alternative Lebensformen jenseits von Familie". Am späten Abend findet dann um 22.00 Uhr eine "Vigil für die Opfer der Homophobie" statt (Klenzeschule). Am am Samstag geht es mit der Homo-Propaganda weiter. Am Samstag findet von 11.00 - 12.30 Uhr eine Veranstaltung über "Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften" unter Mitwirkung der Leiterin der "Zypries-Studie", Fabienne Becker-Stoll., statt.

Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, an der zur gleichen Zeit angesetzten Lesung von Rainer Hörmann unter dem Titel "Samstag ist ein guter Tag zum Schwulsein" teilzunehmen. Am Nachmittag führt das Netzwerk katholischer Lesben in Zusammenarbeit mit dem Verein "HuK" von 15.00-17.00 eine Veranstaltung "Homosexualität: Befürchtungen kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" durch. Es referieren Judith Eisert vom Netzwerk kath. Lesben, Frankfurt/Main, und Bernd Wangerin, Pfarrer i.R.. Frankfurt/Main. Ebenfalls am Nachmittag findet ein Treffen des "Konvents der Konvente" statt. Der Lesbisch-schwule Konvent in der Ev.-Luth. Kirche in Bayern organisiert von 15.00-17.30 ein "Treffen schwullesbischer Pfarrkonvente", das sich unter anderem mit dem Thema "Pfarrdienstrecht" befasst. Darüber hinaus bietet der Kirchentag am Freitag- und Samstagnachmittag auch die Möglichkeit zu Gruppengesprächen im Geistlichen Zentrum unter dem Thema "Homosexualität - die Würde unserer Liebe" in der Halle B2 des Messegeländes an.

Als Veranstalter des Ökumenischen Kirchentages laden die beiden Laienorganisationen Deutscher Evangelischer Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland ein. Gastgeber sind das Erzbistum München und Freising und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Bayern.

Kontakt: Alois Glück, Katholischer Präsident, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Email: [email protected]

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel, Evangelischer Präsident, Mitglied im Präsidiumsvorstand des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT), Email: [email protected]

Kontakt: Erzbistum München, Anfragen an das Erzbischöfliche Ordinariat München, Telefonzentrale, Telefon: 089/21 37-0, Telefax: 089/21 37-15 85
Postfach 33 03 60, 80063 München

(Quelle: http://www.kath.net/detail.php?id=26181. Used with permission)

Die Haltung der kath. Kirche zur Homosexualität

(...)
7. Die Kirche, die ihrem Herrn gehorsam ist, der sie gegründet und ihr das sakramentale Leben eingestiftet hat, feiert den göttlichen Plan der Liebe und der Leben schenkenden Vereinigung von Mann und Frau im Sakrament der Ehe. Einzig und allein in der Ehe kann der Gebrauch der Geschlechtskraft moralisch gut sein. Deshalb handelt eine Person, die sich homosexuell verhält, unmoralisch.

Sich einen Partner gleichen Geschlechts für das sexuelle Tun auswählen, heißt die reiche Symbolik verungültigen, die Bedeutung, um nicht von den Zielen zu sprechen, des Plans des Schöpfers bezüglich der Geschlechtlichkeit des Menschen. Homosexuelles Tun führt ja nicht zu einer komplementären Vereinigung, die in der Lage wäre, das Leben weiterzugehen und widerspricht darum dem Ruf nach einem Leben solcher Selbsthingabe, von der das Evangelium sagt, daß darin das Wesen christlicher Liebe bestehe. Dies will nicht heißen, homosexuelle Personen seien nicht oft großzügig und würden sich nicht selbstlos verhalten; wenn sie sich jedoch auf homosexuelles Tun einlassen, bestärken sie in sich selbst eine ungeordnete sexuelle Neigung, die von Selbstgefälligkeit geprägt ist. Wie es bei jeder moralischen Unordnung der Fall ist, so verhindert homosexuelles Tun die eigene Erfüllung und das eigene Glück, weil es der schöpferischen Weisheit Gottes entgegensteht. Wenn die Kirche irrige Meinungen bezüglich der Homosexualität zurückweist, verteidigt sie eher die - realistisch und authentisch verstandene - Freiheit und Würde des Menschen, als daá sie diese einengen würde.

8. Die Unterweisung der Kirche heute steht demgemäß in organischem Zusammenhang mit der Sichtweise der Heiligen Schrift und der beständigen Überlieferung. Obwohl die Welt von heute sich in vielerlei Hinsicht wirklich verändert hat, spürt die Christenheit die tiefen und dauerhaften Bande, die uns mit den Generationen verbinden, die uns vorangegangen sind, "bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens".

Nichtsdestoweniger übt heute eine wachsende Zahl von Menschen, auch innerhalb der Kirche, einen enormen Druck aus, damit sie die homosexuelle Veranlagung akzeptiere, als ob sie nicht ungeordnet wäre, und damit sie die homosexuellen Akte legitimiere. Diejenigen, die innerhalb der Kirche das Problem in dieser Richtung vorantreiben, unterhalten oft enge Beziehungen zu denen, die außerhalb der Kirche ähnlich handeln. Die zuletzt genannten Gruppen sind von einer Auffassung geleitet, die jener Wahrheit über die menschliche Person zuwiderläuft, die uns im Geheimnis Christi vollends offenbart worden ist. Selbst wenn es ihnen nicht voll bewuát ist, bekunden sie eine materialistische Ideologie, welche die transzendente Natur der menschlichen Existenz leugnet, wie auch die übernatürliche Berufung jedes einzelnen.

Die kirchlichen Amtsträger müssen sicherstellen, daß homosexuelle Personen, die ihrer Sorge anvertraut sind, durch diese Meinungen nicht irregeleitet werden, welche der Lehre der Kirche zutiefst widersprechen. Die Gefahr ist jedoch groß, und es gibt viele, die bezüglich der kirchlichen Position Verwirrung zu stiften trachten, um dann die entstandene Verwirrung zu ihren eigenen Zwecken auszunutzen.

9. Auch innerhalb der Kirche hat sich eine Tendenz entwickelt, die, von Pressionsgruppen mit unterschiedlichen Namen und verschiedenem Umfang gebildet, den Eindruck zu erwecken sucht, als ob sie sämtliche homosexuelle Personen, die katholisch sind, vertreten würde. Tatsächlich sind jedoch ihre Anhänger zumeist auf jene Personen begrenzt, die entweder die Lehre der Kirche nicht kennen oder sie irgendwie zu untergraben suchen. Man versucht, auch solche homosexuelle Personen unter dem Schild der Katholischen zu sammeln, die keinerlei Absicht haben, ihr homosexuelles Verhalten aufzugeben. Eine der dabei verwendeten Taktiken besteht darin, im Ton des Protestes zu erklären, daß jede Art von Kritik oder Vorbehalt gegenüber homosexuellen Personen, ihrem Verhalten und ihrem Lebensstil lediglich Formen ungerechter Diskriminierung seien.

Daher ist in einigen Ländern ein regelrechter Versuch einer Manipulation der Kirche in der Art im Gang, daß man die häufig gutgläubig gegebene Unterstützung ihrer Hirten für die Änderung staatlicher Regelungen und Gesetze zu gewinnen versucht. Die Absicht solcher Aktionen ist es, die Gesetzgebung der Konzeption jener Pressionsgruppen anzugleichen, nach deren Auffassung Homosexualität zumindest eine völlig harmlose, wenn nicht sogar eine ganz und gar gute Sache ist. Obgleich die Praxis der Homosexualität Leben und Wohlfahrt einer großen Zahl von Menschen ernsthaft bedroht, lassen die Verteidiger dieser Tendenz von ihrem Tun nicht ab und weigern sich, das Ausmaß des eingeschlossenen Risikos in Betracht zu ziehen.

Die Kirche kann demgegenüber nicht ohne Sorge sein; deshalb hält sie an ihrer klaren Position diesbezüglich fest, die weder durch den Druck staatlicher Gesetzgebung noch durch den gegenwärtigen Trend geändert werden kann. Sie bemüht sich aufrichtig um die vielen Menschen, die sich von den Bewegungen zugunsten der Homosexualität nicht vertreten fühlen, und zugleich um diejenigen, die versucht sein könnten, an deren trügerische Propaganda zu glauben. Sie ist sich bewußt, daß die Ansicht, homosexuelles Tun sei dem geschlechtlichen Ausdruck ehelicher Liebe gleichwertig oder zumindest in gleicher Weise annehmbar, sich direkt auf die Auffassung auswirkt, welche die Gesellschaft von Natur und Rechten der Familie hat, und diese ernsthaft in Gefahr bringt. (...)

Aus dem "Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen" vom 1. Oktober 1986.

(Quelle: www.kath-info.de)

 

Und das ist nicht gut so!

Und das ist nicht gut so
von Christl R. Vonholdt  (www.dijg.de)

Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will in diesem Herbst ein Gesetz durchbringen, das homosexuell lebenden Paaren ein uneingeschränktes Adoptionsrecht ermöglicht. Eine kritische Analyse zeigt: Begründet wird das zuerst emanzipatorisch mit der vermeintlichen Diskriminierung der Homosexuellen, nicht mit dem Wohl des Kindes – es wird gesellschaftspolitisch instrumentalisiert und nicht als Subjekt mit eigenen Rechtsansprüchen ernstgenommen.

Hier finden Sie den vollständigen Artikel (Die Tagespost).

 

Liebe den Sünder, hasse die Sünde!

Wer hat diesen Satz noch nicht gehört: Wir sollen den Sünder lieben, aber die Sünde - also das, was er/sie tut, hassen.

Natürlich stimmt das im Prinzip, jedoch raten wir sehr davon ab, Sätze wie diese zu benutzen, und zwar aus folgenden Gründen:

1) Mit Allgemeinplätzen und Binsenwahrheiten, so wahr sie auch sein mögen, überzeugt man wohl kaum irgend jemand.

2) Wir lieben also den Sünder. Wann haben wir denn das letzte mal konkret, praktisch und völlig uneigennützig gezeigt, dass wir einen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen lieben? Sollte das nämlich nicht der Fall sein, geht ein derartiger Satz schnell nach hinten los!

3) Der Adressat eines solchen Satzes ist wohl ein Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen. Wir wollen ihm damit mitteilen, dass wir ihn/sie als Menschen lieben, aber das, was er/sie tut, ablehnen. Gut und schön, aber ein Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen denkt in der Regel, er IST so, wie er ist. Für ihn/sie geht es hier nicht um ein Verhalten, sondern um seine Identität, die er/sie genausowenig zu ändern vermag (zumindest denkt er/sie dies), wie ein Mensch seine Hautfarbe verändern kann. Er/sie kann also nicht einfach etwas ablegen, was ihn/sie in seiner tiefsten Persönlichkeit ausmacht. Ganz im Gegenteil: weil er/sie denkt, dass seine Identität homosexuell ist, führt ein Satz wie oben genannter zumeist dazu, dass er/sie sich al Mensch abgelehnt fühlt - ob das nun gewollt ist oder nicht. In der Regel wird er/sie deshalb auch sehr verärgert, verletzt und/oder aggressiv reagieren oder den Absender dieser Botschaft als verlogen, scheinheilig oder bestenfalls rückständig, verbohrt und dumm ansehen.

Anstatt also einfach mit platten Allerweltswahrheiten zu kommen (selbst wenn sie einen wahren Kern haben!), sollten wir dieselbe Botschaft lieber praktisch ausdrücken und den Betroffenen zeigen, dass wir sie lieben - aber ihnen auch verständlich machen, dass es für uns als Christinnen und Christen gewisse Grenzen gibt, die wir im gegenseitigen Umgang doch eingehalten haben möchten.

JASON Ministries

www.freewebs.com/jason-online

Seelsorge & Homosexualität

“8. Im Gegensatz zur beständigen Lehre des kirchlichen Lehramtes und des sittlichen Empfindens des christlichen Volkes haben heute einige unter Berufung auf Beobachtungen psychologischer Natur damit begonnen, homosexuelle Beziehungen mit Nachsicht zu beurteilen, ja sie sogar völlig zu entschuldigen.

Sie unterscheiden - was übrigens nicht ohne Begründung zu geschehen scheint - zwischen Homosexuellen, deren Neigung sich von einer falschen Erziehung, von mangelnder sexueller Reife, von angenommenen Gewohnheiten, von schlechten Beispielen oder anderen ähnlichen Ursachen herleitet und eine Übergangserscheinung darstellt oder wenigstens nicht unheilbar ist, und Homosexuellen, die durch eine Art angeborenen Trieb oder durch eine pathologische Veranlagung, die als unheilbar betrachtet wird, für immer solche sind.

Was nun die letzteren Personen betrifft, kommen einige zu dem Schluss, dass ihre Neigung derart natürlich ist, dass sie für sie als Rechtfertigungsgrund für ihre homosexuellen Beziehungen in einer eheähnlichen aufrichtigen Lebens- und Liebesgemeinschaft angesehen werden muss, falls sie sich nicht imstande fühlen, ein Leben in Einsamkeit zu ertragen.

Sicher muss man sich bei der seelsorglichen Betreuung dieser homosexuellen Menschen mit Verständnis annehmen und sie in der Hoffnung bestärken, ihre persönlichen Schwierigkeiten und ihre soziale Absonderung zu überwinden. Ihre Schuldhaftigkeit wird mit Klugheit beurteilt werden. Es kann aber keine pastorale Methode angewandt werden, die diese Personen moralisch deswegen rechtfertigen würde, weil ihre Handlungen als mit ihrer persönlichen Verfassung übereinstimmend erachtet würden. Nach der objektiven sittlichen Ordnung sind homosexuelle Beziehungen Handlungen, die ihrer wesentlichen und unerlässlichen Zuordnung beraubt sind. Sie werden als die traurige Folge einer Verleugnung Gottes dargestellt [1]. Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind und keinesfalls in irgendeiner Weise gutgeheißen werden können.”

[1] Röm 1, 24-27: “Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten: sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen. Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den gebührenden Lohn für ihre Verirrung”. Vgl. auch, was der hl. Paulus über die Knabenschänder in 1 Kor 6,10 und 1 Tim 1,10 sagt.

Aus: Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Persona Humana zu einigen Fragen der Sexualethik, vom 29. Dezember 1975; abgedruckt in: Johannes Stöhr (Hg.), Ehe und Familie im Lichte christlicher Spiritualität. Handbuch kirchlicher Texte, Band 1, Bamberg 2000 (Schriftenreihe der Gustav-Siewerth-Akademie), S. 340 f.

(Quelle: www.kath-info.de)

 

Q & A's

Was bedeutet Scham in Verbindung mit Homosexualität? Schämen sich Schwule dafür, dass sie so sind, wie sie sind?

Das ist hiermit nicht notwendigerweise gemeint. Zwar lässt sich durchaus bei vielen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in ihrer frühen Pubertät, wenn die ersten sexuellen und emotionalen Gefühle für Menschen des gleichen Geschelchts auftreten, feststellen, dass hier eine gewisse Scham auftritt und sich die Betroffenen oft innerst zutiefst dagegen sträuben. Dies lässt sich auch nicht einfach auf die Diskriminierung durch die Gesellschaft schieben. Viele junge Menschen, die dies durchmachen, weigern sich innerlich, ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen einfach so anzunehmen und wollen nichts mehr, als heterosexuelle Neigungen zu entwickeln. Irgendwann geben sie diesen Kampf aber dann auf - unter anderem deshalb, weil die Gesellschaft ihnen ständig unter die Nase reibt, wie toll und normal es ist, diese Neigungen auszuleben - oder weil sie keine Unterstützung bei diesem inneren Kampf um ihre Identität gefunden haben.

Tatsächlich ist dieses Schamgefühl jedoch bereits vor den gleichgeschlechtlichen Neigungen vorhanden. Bereits sehr früh denken Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, wenn mich jemand anderes so sehen könnte, wie ich wirklich bin, würde er/sie mich abweisen.





Was heisst hier "reparative Therapie"? Wollt ihr uns reparieren wie ein kaputtes Auto?

Das hat überhaupt nichts mit der reparativen Therapie zu tun. Die "Reparatur" geht hier vielmehr zunächst vom Homosexuellen selbst aus, der mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen und Handlungen versucht, Verletzungen aus der Kindheit zu "reparieren". Sex allerdings wird den Betroffenen nicht das geben, was sie wirklich suchen, sondern allerhöchstens den Schmerz kurzfristig betäuben oder davon ablenken. Tatsächlich aber wird das Ganze nur noch schlimmer - man löscht Feuer mit Benzin und sucht an den falschen Orten nach Liebe und Bestätigung durch das eigene Geschlecht. Bei der reparativen Therapie lernen die Betroffenen unter anderem, dass man sehr wohl authentische emotionale Beziehungen zum eigenen Geschlecht aufbauen und somit die gleichgeschlechtlichen Neigungen reduzieren kann.


Gleichgeschlechtliche Empfindungen und Handlungen haben auch sehr viel mit Neid zu tun. Ein Mann will etwa wie ein anderer Mann sein, den er als besonders maskulin empfindet. Da er aber nicht wie er sein kann, will er ihn haben/besitzen - durch Sex. Viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wollen etwa einen "richtigen Mann". Ein richtiger Mann will aber eine Frau. Wenn ein Mann, den man als besonders männlich ansieht, tatsächlich auf ein sexuelles Angebot mit einem anderen Mann eingeht, hat er in Wirklichkeit dasselbe Problem wie man selbst.

Viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen wollen auch besonders männlich aussehen. Sie trainieren sich Muskeln an, schneiden ihre Haare kurz, lassen sich Bärte wachsen, tragen Militär- und/oder Armeekleidung usw. Im Grunde wollen sie damit nur erreichen, dass andere Männer ihren männlichen Körper bewundern, sie so als Männer ansehen und in ihrer Männlichkeit bestätigen. Tatsächlich aber ist dies eine völlig überzeichnete Form von Männlichkeit und ein verzweifelter Versuch, auf diese Art und Weise von anderen Männern in ihrer Mitte als einer der ihren angesehen zu werden - ein Versuch, dessen Wurzeln teilweise bis auf die Kindheit zurückgehen.

(Quelle: u.a. Dr. Joseph Nicolosi)



Wir müssen endlich aufräumen mit den Vorurteilen, die auch und gerade in unseren Kirchen immer noch gegenüber Homosexuellen vorherrschen!

Diese Aussage mag zwar gut gemeint sein, beinhaltet aber – gewollt oder ungewollt – dass jegliche Meinung, die nicht vollumfassend akzeptiert, dass das Ausleben gleichgeschlechtlicher Neigungen gleichwertig mit der in einer heterosexuellen Ehe gelebten liebenden und lebensschenkenden Sexualitaet ist, auf Vorurteilen basiert. Hier wird jegliches vernünftige Argument gegen homosexuelle Akte und jegliche Sichtweise zu dem Thema gleichgeschlechtliche Neigungen, die nicht dem gesellschaftlichen Mainstream entspricht, von vorneherein ausgeschlossen. Solche Praktiken grenzen an die Praktiken totalitärer Systeme.

Selbstverständlich sollten wir grundsätzlich niemandem mit Vorurteilen begegnen. Aussagen wie die oben genannte meinen aber in der Regel nicht, einfach jeden Menschen bedingungslos zu lieben und ohne Vorbehalte zu begegnen, sondern sie zielen zumeist darauf ab, von anderen die uneingeschränkte Akzeptanz von Homosexualität zu fordern, andernfalls hätte man eben "Vorurteile". Das ist eine arrogante Sichtweise und wir wehren uns ausdrücklich gegen solche Bestrebungen.


Die Gesundheit homosexueller Menschen ist nicht anders wie die von heterosexuellen! Psychische Störungen kommen vielleicht von der falschen Art und Weise, mit Homosexuellen umzugehen oder von diesen Therapie- und Umpolungsversuchen von Fundamentalisten!

Ohne hier zu sehr auf den wissenschaftlichen Hintergrund einzugehen (viele nützliche Artikel hierzu finden sich etwa auf www.dijg.de oder www.narth.com), können wir nur aufgrund unserer eigenen Erfahrung sowohl in unseren eigenen Lebensläufen als auch in den vielen Gesprächen und Kontakten mit anderen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sagen, dass dem nicht so ist. Wir widersprechen zwar ausdrüecklich der Behauptung, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ständig nur als “Kranke” zu sehen. Unsere Neigungen sehen wir keineswegs nur als etwas Negatives, sondern als Segen. Wir sind anders und das ist gut so. Gott hat uns andere Gaben mit- und aufgegeben und diese Gaben wollen wir reiche Frucht tragen lassen. Wir müssen nicht Kopien anderer Menschen werden, um Gott zu gefallen. Trotzdem sind wir nicht dasselbe wie Menschen, die rein heterosexuell empfinden. Hier geht es nicht nur um Begriffe wie “Gesundheit” oder “Krankheit”. Sagen wir es einmal so: Viele von uns sind in der Lage, Gefühle weitaus tiefer zu empfinden wie ihre rein heterosexuell empfindenen Geschlechtsgenossen. Es ist, als wenn unser “Schalter” für Empfindungen weiter aufgedreht ist und uns Gefühle tiefer und intensiver empfinden laesst, als es vielleicht viele andere können. Das kann ein Geschenk wie auch ein Fluch sein – nicht umsonst gelten gerade Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen oft als “verweichlicht”. Die Gefahr dabei ist, dass so manches ausser Kontrolle oder unerträglich werden kann, was durchaus zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder Suizid-Versuchen führen mag. Hierfür kann man nicht einfach der Gesellschaft die Schuld geben. Genausowenig kann man dies leugnen und behaupten, wir seien aus demselben Material gestrickt wie alle anderen. Auch das ist eine Form der Diskriminierung! Dies leugnet unser wahres Selbst und ist einfach nicht wahr! Derartige Behauptungen werden denn auch zumeist von Menschen gemacht, die selbst nicht gleichgeschlechtlich empfinden und keine Ahnung haben, wie es ist, so zu leben und zu empfinden!

Selbstverständlich gibt es auch eine falsche Art und Weise, mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen umzugehen. Zumeist wird aber unter “falsch” das verstanden, was der politische korrekten Auffassung widerspricht, es solle doch jeder und jede seine/ihre Neigungen nach Lust und Laune ausleben und dies bedingungs- und kritiklos akzeptiert werden. Damit hilft man niemanden – ganz im Gegenteil. Aus unserer eigenen Erfahrung heraus (eine Erfahrung, die Menschen, die solche Thesen verbreiten, zumeist nicht haben!) können wir nur davor warnen, hier zu naiv zu sein. Wir wollen hier keine Horrorszenarien beschreiben, was Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen so treiben, aber glauben sie uns, dass die durchschnittliche gleichgeschlechtliche Beziehung weitaus weniger monogam (nur auf einen Partner bezogen) und sexuell weitaus ausschweifender ist als die durchschnittliche heterosexuelle (wenngleich letztere aufholen), von spontanen und anonymen Sexkontakten ganz zu schweigen. Als Christinnen und Christen sind wir der tiefen Überzeugung, dass es Konsequenzen haben wird, wenn wir uns von Gottes Geboten abwenden und es schmerzt uns, dabei zuzusehen, wenn Menschen, die wir lieben, das tun. Gerade weil wir sie lieben, möchten wir ihnen sagen, warum wir uns fuer ein anderes Leben entschieden haben. Wir zwingen dies anderen nicht auf, moechten ihnen aber durchaus Alternativen aufzeigen. In gleicher Weise moechten wir Menschen mit rein heterosexuellen Neigungen schulen, wie sie anderen eine biblische und auf dem christlichen Glauben gegründetete Sichtweise von Ehe, Familie und Sexualität geben können und ihnen dabei mit Liebe und Respekt begegenen, ohne jedoch von ihren Glaubensüberzeugungen abzuweichen. Man hilft niemandem, wenn man ihn oder sie um des lieben Friedens willen in etwas bestärkt, von dem man zutiefst überzeugt ist, dass es Gottes Willen widerspricht.

Auch halten wir es für unehrenhaft, immer wieder dasselbe nachzuplappern, was andere vorgeplappert haben, ohne sich selbst jemals mit Menschen wie uns getroffen und offen auseinandergesetzt zu haben. Wir polen niemanden um. Allein diese Ausdrucksweise empfinden wir schon als diskriminierend, umso mehr, wenn sie von Menschen kommt, die sich selbst als Christen bezeichnen. Was das Schlagwort “Therapie” angeht, so wird dieses meist so verwendet, also wlle man jemanden von einer Krankheit heilen. Wir sind zum einen eine Selbsthilfegruppe, machen also keine Psychotherapie oder ähnliches. Unser Programm kann von jedem bezogen und gelesen werden (ausschnittsweise auch online). Gleichwohl treten wir für das Recht eines jeden Menschen ein, sein Therapieziel mit einem qualifizierten Fachmenschen (und die gibt es auch in der Ex-Gay Bewegung!) selbst zu bestimmen. Wir verweisen auf die unzähligen wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema wie auf die vielen internationalen anerkannten Therapeuten, die auf diesem Gebiet seit Jahrzehnten arbeiten und ebenso anerkannte wissenschaftliche Studien sowie Standardwerke verfasst haben. Diese Menschen einfach in eine radikale und “fundamentalistische” (ein Wort, das man heutzutage für alles verwendet, was einem nicht passt) Ecke zu schieben und ihre Methoden anzuzweifeln, ohne selbst ein Fachmann auf diesem Gebiet zu sein oder ohne sich selbst jemals damit beschäftigt oder mit Betroffenen ein offenes Gespräch geführt zu haben, lehnen wir als zutiefst unehrenhaft und auch unchristlich ab.

Wir “unterdrücken” unsere Neigungen auch nicht, sondern sind uns dieser Neigungen wohl bewusst. Gleichwohl haben wir gelernt, ein erfülltes Leben zu führen, ohne diese Neigungen auszuleben. Wir haben gelernt, bedeutsame gleichgeschlechtliche Freundschaften ohne jeden sexuellen Hintergrund aufzubauen und wir haben ebenso gelernt, darauf zu achten, was wir lessen, was wir im Fernsehen, im Internet oder sonstwo ansehen oder mit welchen Menschen wir Umgang haben und schliesslich haben wir gelernt, Gott zum Zentrum unseres Lebens zu machen.

Menschen, die uns nie getroffen haben und uns nicht kennen, unterstellen uns nun, wir würden durch “Therapieversuche” (als ob es von vorneherein klar wäre, dass es keine Therapien geben kann, da nicht sein kann, was nicht sein darf!) psychisch krank werden. Was gibt diesen Menschen das recht, das zu tun? Wir haben viele eigene Erfahrungen und haben mittlerweile auch mit sehr vielen Gleichgesinnten Kontakt gehabt – national und international. Wir sind dem Herrn zutiefst dankbar, dass wir in dieser langen Zeit mit vielen unterschiedlichsten Menschen nicht einen einzigen getroffen haben, der/die durch das, was er/sie bei und durch uns und Menschen/Gruppen wie die unsere erfahren hat, psychisch krank wurde. Ganz im Gegenteil: wir durften viele Menschen begleiten, die ihr ganzes Leben verändert und an der Entwicklung ihrer Identität wie ihres Verhältnisses zu Gott zusammen mit Gleichgesinnten wie Fachleuten gearbeitet haben. Viele von ihnen sind mittlerweile verheiratet und haben Kinder. Eine grosse Anzahl von uns kann aus eigenen Erfahrungen berichten, dass wir zwar unter anderem wohl auch aufgrund unseres früheren Lebens in der schwulen Szene oder in schwulen Sexkontakten sowie aufgrund der unterschiedlichsten Faktoren, die einen Einfluss auf die Entwicklung unserer Neigungen Einflusss genommen haben, psychische Probleme bekommen haben, jedoch auch durch die enormen Veränderungen, die sich in uns selbst wie in unserem Leben vollzogen haben, psychisch wieder stabilisiert wurden und ein erfülltes Leben gefunden haben. Dies wurde bei so manchem von uns auch von Psychotherapeuten, Psychiatern oder Psychologen – oder auch Geistlichen und christlichen Brüdern und Schwestern - bestätigt, die uns jahrelang begleitet haben. Was gibt euch eigentlich das Recht, solche Behauptungen über uns aufzustellen? Ist es nicht ein Armutszeugnis, Menschen keine andere Alternative geben zu können und ihnen irgendwann einfach zu sagen, sie sollen doch leben, wie sie wollen, da sie es eh nicht schaffen werden, ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu fuehren? Wir haben es geschafft, und zu behaupten, wir wuerden nicht existieren oder “Ausnahmen” wuerde es nicht geben, empfinden wir sowohl als Diskriminierung als auch als persönliche Beleidigung. Es gibt Tausende von uns, aber unsere Existenz anzuerkennen, würde ja heissen, dass man die eigenen Thesen und die eigene verdrehte “Theologie” – so gut sie auch gemeint gewesen sein mochten – schliesslich doch grundsätzlich überdenken muss! Anzuerkennen, dass es einen einzigen Menschen gibt, der/die es geschafft hat, ein anderes Leben zu wählen, selbst wenn er/sie immer noch gleichgeschlechtliche Empfindungen hat – wenn auch weit weniger häufig und intensiv -, bedeutet für andere Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nichts anderes, als dass man selbst keine Ausrede mehr hat. Welche theologische Sichtweise ist dies im übrigen, zu behaupten, dass man sich sowieso nicht ändern kann und somit Jesus umsonst am Kreuz gestorben ist! Oder im Gegensatz die Bibel und die kirchlichen Lehraussagen solange umzudrehen und umzuinterpretieren, bis sie das gewünschte Ergebnis liefern?

Es gibt uns und ihr habt nun keine Ausreden mehr. Ihr könnt uns beschimpfen, radikalisieren oder gar kriminalisieren, aber es gibt uns immer noch.



Wo bleibt eigentlich das kirchliche Lehramt, wo bleibt das Magisterium, wenn es darum geht, das zu überprüfen, was so manche Theologinnen und Theologen mit kirchlichen Lehrauftrag – wenn auch mit den besten Absichten – von sich geben und was in so manchen Lehrmaterialien steht?




Es gibt Homosexuelle und es gibt Heterosexuelle. Beides sind eigenständige Formen der Sexualität und haben keinen gemeinsamen Ursprung.

Traurig, dass solche Thesen von christlichen Theologen vertreten werden. Warum? Weil es aus christlicher Sicht schlichtweg falsch – und selbst aus säkularer Sicht eine Position mit Konsequenzen ist. Aus eigener Erfahrung können wir euch sagen, dass es einen enormen Unterschied macht, welchen Blickpunkt man einnimmt. Wer sich etwa als “gay” bezeichnet, kauft sozusagen das ganze Paket: er/sie erzählt jedem, ob er es hören will oder nicht, dass er/sie schwul oder lesbisch ist. Nicht nur das: man fordert von der gesamten Welt, die gleiche Einstellung zur Homosexualität zu haben wie man selbst, ansonsten ist man schnell dabei, die “Gegenseite” mit Schimpfwörtern zu überhäufen und öffentlich durch den Dreck zu ziehen und in eine radikale, “fundamentalistische” Ecke zu drängen. Die Zugehörigkeit zur “Szene” wird außerdem nicht nur öffentlichkeitswirksam erklärt, sondern auch praktiziert – inklusive eines Sexualverhaltens mit oft (wenn auch nicht immer!) wechselnden Partnern und tendenziell weitaus extremeren oder zumindest “wilderen” Sex als der Rest der Welt. Man ist 24 Stunden am Tag “gay” und das ganze Leben scheint sich nur mehr darum zu drehen (wir überzeichnen hier bewusst, um die Unterschiede klarer herauszuarbeiten).
Dann gibt es die, die sich als “homosexuell” bezeichnen. Das sind Menschen, die nicht unbedingt etwas mit der schwul-/lesbischen Szene am Hut haben, sondern dieser sogar oft ablehnend gegenüberstehen und mit der offenen Zurschaustellung einen lauten, schrillen Form von Homosexualität nichts anfangen können. Sie sehen meist aus wie Otto Normalverbraucher und leben zumeist auch so. Hier finden sich auch längerfristigere Partnerschaften und auch sexuell ist man in der Regel gemäßigter als die erste Gruppe.
Schließlich gibt es noch die, die sich als das sehen, als das sie Gott geschaffen hat: heterosexuelle Menschen. Heterosexuelle Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer (und selbst wenn diese genetischer Art sein mögen!) – gleichgeschlechtliche Neigungen haben. Für diese letzte Gruppe gibt es so etwas wie Homosexualität als eigenständige Form der Sexualität nicht (dieser Begriff ist im Übrigen noch relative jung!). Diese Gruppe vertritt im Grunde nichts anderes als das biblische Menschenbild – wofür sie auch ständig angegriffen und niedergemacht werden. Hier ist man sich offenbar für nichts zu schade. Man darf aber fragen, warum dies so ist. Wenn ich mir meiner eigenen Sexualität so sicher bin und sie wirklich für so natürlich und normal halte, wie dies Schwule und Lesben immer wieder behaupten, kann es mir erstens egal sein, ob diese nun “angeboren” ist oder nicht (ich würde hierauf keinen Gedanken verschwenden!), zweites könnte es mir völlig gleichgültig sein, ob es da Menschen gibt, die nicht so leben möchten. Warum sollte mich das auch stören? Mir geht es ja mit dem gut, was ich zu haben glaube und zu sein meine. Eine derartige Aggressivität gegenüber Ex-Gay Gruppierungen oder einfach nur traditionellen, konservativen Christinnen und Christen macht nur Sinn, wenn ich mir selbst absolut nicht so sicher bin, ob das, was ich da tue und zu sein vorgebe, wirklich mit einem rein heterosexuellen Leben zu vergleichen ist. Wenn ich tief in mir drin nicht so sein und so empfinden möchte, aber irgendwann aufgegeben und mich einem schwulen Leben hingegeben habe. Und jetzt kommen da Leute, die sagen, sie wollen nicht so leben und die offenbar sogar langfristig ihr Leben ändern können. Da tue ich mir natürlich schwer mit Ausreden mir selbst und anderen gegenüber. “Ich kann nicht anders”’ “ich bin so wie ich eben bin” usw. Klingt da auf einmal schal und leer.



Die Geschlechtsidentität entwickelt sich bereits in der Kindheit und kann weder verändert noch beeinflusst werden. Wer versucht, Homosexuelle zu therapieren, handelt unmenschlich, da er Homosexuelle zwingt, ihre Identität zu verleugnen. “Bekehrungen” oder “Veränderungen”, wie sie von Fundamentalisten verkündet werden sind nichts anderes als Gehirnwäsche und unterdrückte Empfindungen. Erfolge gibt es nicht.

Unglaublich, dass auch solche Thesen von christlichen Theologen vertreten und verbreitet werden. Dies ist eine zutiefst christliche Einstellung und eine ebenso unchristliche Haltung anderen gegenüber – und vom biblischen und Hintergrund sowie von der überwiegenden Lehre des Christentums in den letzten 2.000 Jahren her schlichtweg falsch.

Selbstverständlich beginnt die Entwicklung der Geschlechtsidentität eines Menschen bereits in frühester Kindheit. Nicht umsonst wenden wir uns ausdrücklich gegen das heutzutage so populäre “Gender-Mainstreaming”, das nette Worte verwendet, im Grunde aber die Grenzen zwischen den Geschlechtern leugnet und verschwinden lassen will. Auch muss man nur Standardwerke von Nicolosi, Satinover und anderen lesen, die nichts anderes behaupten. Oder man spricht mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen selbst. Wissen Sie, wie viele Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen Problem mit ihrem Vater seit frühester Kindheit hatten? Ein Vater, den sie oft als emotional oder physisch abwesend oder zumindest nicht zugänglich wahrgenommen haben und der sie dazu brachte, den für sie so notwendigen Anschluss an die Welt der Männer nicht zu finden?

Schwule Gruppen, die an Schulen gehen möchten und dort den Kindern und Jugendlichen erzählen wollen, wie schön und toll ein homosexuelles Leben doch sei und wie wertvoll homosexuelle Erfahrungen sind etc., behaupten ja ebenso wie oben angeführte Thesen, man müsse nicht Angst haben, dass sie die Jugendlichen verführen wollen oder aus heterosexuellen Jugendlichen homosexuelle machen würden, da dies ja eh nicht gehen würde. Netter Versuch. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Kinder und Jugendliche sind, was ihre sexuelle Identität und damit auch ihre Geschlechtsidentität angeht, noch in der Entwicklungsphase. Reibt man ihnen in dieser Zeit ständig unter die Nase, wie toll und befriedigend und unglaublich schwuler Sex ist, werden sie das natürlich irgendwann mal vielleicht auch ausprobieren wollen. Mit Konsequenzen unter Umständen für ihr weiteres Leben. Das können Konsequenzen gesundheitlicher Art sein (welcher Jugendliche kümmert sich schon jedes Mal um Kondome, selbst wenn man es ihm/ihr immer wieder sagt?), aber auch ihren gesamten weiteren Lebenslauf betreffen (ein Beispiel von vielen, das zeigt, wohin frühe homosexuelle Erfahrungen führen können: Joe Dallas – www.joedallas.com).

Es war schon immer eine Strategie der Schwulenbewegung, Gays in der Öffentlichkeit als ganz normale Menschen wie du und ich darzustellen. Natürlich gibt es auch solche in der schwulen Szene. Jeder, der aber selbst Kontakt mit der Szene hatte – und viele von uns haben hier einen reichen Erfahrungsschatz, wird Ihnen bestätigen könne, dass eine langfristige und monogame Beziehung mit “ganz normalen Sex” und einem Lebensstil wie Otto Normalverbraucher in der Szene eine sehr große Ausnahme ist. Die schwule Szene zelebriert Sex – auch und gerade extremen Sex. In der Regel findet niemand Anstoß an schwulen Pornos, an Gruppensex in Saunas oder auf irgendwelchen Toiletten, Sado-Maso Praktiken, an Praktiken, die Ausscheidungen wie Urin beinhalten, an gemeinsamen Sex in dunklen Parks und vielem mehr. Hier soll nicht ein übertriebenes negatives Bild gezeichnet werden. Natürlich gibt es auch Schwule, die dies nicht tun. Die Tendenz zu extremeren und wilderen bzw. ausgefalleneren Sex ist weitaus deutlicher als bei heterosexuellen Paaren. Auch die Zahl der Sexpartner ist durchschnittlich höher. Dies wird von der schwulen Szene auch nicht als schlecht gesehen – man stellt sich aber ungern so in der Öffentlichkeit dar. Schließlich will man dort ein Ziel erreichen: die eigene Sichtweise zum allgemeinen Gesetz erheben und alle, die diese nicht teilen, in eine radikale, “fundamentalistische” und extreme Ecke zu drängen. Es ist schon interessant, dass man Ex-Gay Bewegungen und Therapieformen “Gehirnwäsche” vorwirft. Für uns hört sich die Taktik der Schwulenbewegung weitaus öfter nach Gehirnwäsche an als alles, was wir jemals getan haben.

Leider ist es auch bei einigen – wenn auch nicht bei allen - von uns so, dass sie als Kinder missbraucht wurden. Dies sind Tatsachen, die sich nun mal nicht leugnen lassen, wenngleich auch nicht jeder Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren hat, so kommt doch körperlicher, verbaler oder emotionaler Missbrauch schon öfter vor.

Nun heißt es z.B. auch, dass man Homosexuelle nicht mit Pädophilen verwechseln darf und im Grunde stimmen wir dem auch zu. Jedoch finden sich mittlerweile immer wieder auch Anhänger der Schwulenbewegung, die eine Herabsetzung des Alters für sexuelle Kontakte zwischen Menschen desselben Geschlechts befürworten – bis hin zu sexuellen Kontakten mit Kindern, sofern die Kinder und die Eltern zustimmen und das Ganze in “verantwortungsvoller” Atmosphäre geschieht (wenngleich es noch die große Ausnahme darstellt, dass Gays sexuelle Kontakte mit Kindern befürworten). Solche Entwicklungen geben uns sehr zu denken, vor allem auch im Hinblick darauf, was denn dann noch so alles hinter dem Vorhang wartet. Auch finden wir es sehr merkwürdig, dass vieles an den Forderungen und Taktiken der Pädophilen dem ähnelt, was die Schwulenbewegung in ihren Anfängen getan hat. Nein, man kann beides nicht vergleichen. Irgendwie scheint aber hinter beidem etwas weitaus Größeres zu stehen, als alles, was wir uns in unseren kühnsten Traumen vor nicht allzu langer Zeit erwartet hätten. Es ist beinahe so, als hätte man etwas losgelassen, das man nun nicht mehr unter Kontrolle bringt. Eine Tür geöffnet, die sich kaum mehr zu schließen lässt und vieles – gewollt oder ungewollt – mit hereinlässt, das niemand jemals wollte. Oder doch?

Wenn man einmal einen bestimmten Weg beschreitet, wird man es schwer haben, an einem bestimmten Punkt vernünftige und logisch-nachvollziehbare Argumente anzuführen, warum man jetzt stehen bleiben und nicht doch noch einen Schritt weiter gehen sollte. Wir unterstellen keineswegs der Schwulenbewegung, dass sie derartiges will, warnen aber vor der offenen Tür, die sich nun kaum mehr schließen lässt. Ist ein Tabu gebrochen, fällt es beim nächsten umso leichter, die Grenzen zu überschreiten – eine weitere unserer Erfahrungen.

Uns wird auch vorgeworfen, wir würden Menschen zur Ehelosigkeit “verdammen”. Dass derartige Vorwürfe auch von Christinnen und Christen kommen, ist erschreckend. Zum einen sind viele unter uns glücklich verheiratet und haben auch Kinder. Zum anderen ist Ehelosigkeit – auch für Menschen mit rein heterosexuellen Empfindungen – aus christlicher Sicht keine “Verdammnis”, sondern ein Geschenk. Eine ganze Reihe unserer Mitglieder lebt so – und sie haben ein erfülltes und sinnvolles Leben gefunden, auch – oder gerade weil? – sie ihr altes Leben hinter sich gelassen haben. Nicht zuletzt Jesus selbst hat so gelebt und viele seiner Anhänger ebenso. Im Neuen Testament wird Ehelosigkeit im Übrigen ausdrücklich positiv erwähnt. Wir empfinden es als beleidigend und diskriminierend, unsere Art zu Leben als “Verdammnis” zu bezeichnen.

Werden wir nun umgepolt? Verleugnen wir unsere Identität? Unterdrücken wir unsere Empfindungen? Sagen wir es einmal so: es gab Zeiten, wo viele von uns sich als “gay” oder “homosexuell” bezeichnet haben – immer wieder mit dem Hinweis versehen, sie seien schon immer schwul gewesen. Heute wissen wir, dass wir schon immer “anders” waren, dieses “Anders-Sein” dann irgendwann als “schwul” bezeichnet und rückwirkend unsere ganze Vorgeschichte als “schwul” umdefiniert und alles aus diesem Blickwinkel betrachtet haben. Was aber weis ein Vierjähriger bitteschön von Homosexualität, außer man reibt es ihm unter die Nase oder man lässt Pornos herumliegen? Wir haben unsere wahre Identität in dem gefunden, in dessen Ebenbild wir erschaffen wurden: in Gott. Wir unterdrücken unsere Empfindungen keineswegs und denken auch nicht, dass ihr Vorhandensein uns zu schlechten Menschen macht. Wir sind uns dieser Empfindungen bewusst, was aber keineswegs heißt, dass wir uns von ihnen beherrschen lassen. Dafür müssen wir sie nicht “unterdrücken” oder uns “verleugnen”. Wir wissen sehr gut über unser Inneres Bescheid und brauchen keine Hobbypsychologen, die selbst keine Ahnung haben, wovon sie hier eigentlich reden und die sich anmaßen, über uns zu urteilen. Ebenso wenig brauchen wir Fachleute, die nur das vertreten, was politisch korrekt ist. Viele von uns haben sich in den Jahren, die sie in der schwulen Szene verbracht haben, völlig verändert: ihre Art und Weise zu reden, ihr Aussehen, ihre Mimik und Gestik, ihre Wortwahl, selbst ihre Moralvorstellungen und Freundinnen und Freunde haben sich oft radikal verändert. Nein, das muss nicht zwangsweise so sein, viele von uns haben aber genau diese Erfahrungen gemacht. In den Jahren nach unserem Ausstieg aus diesem Leben haben wir eine Entwicklung durchgemacht und eine tiefgehende Veränderung erfahren dürfen. Heute verstehen wir, dass das, was wir seinerzeit als unsere “wahre Identität” gesehen haben, ein verzerrtes Bild unserer selbst war. Ein Bild, das im Laufe der Jahre immer verzerrter wurde und uns eine Brille übergestülpt hat, die uns den Blick auf unser tatsächliches Selbst verwehrt hat.

Wir schreiben unsere Sichtweise und unser Leben niemandem vor. Aber wir wehren uns gegen Beleidigungen und Unterstellungen, was uns betrifft. Die Freiheit, zu leben wie wir wollen und dies auch öffentlich kund zu tun, genau diese Freiheit, die die Schwulenbewegung jahrzehntelang für sich selbst gefordert hat, fordern wir auch für uns ein. Wir messen euch mit eurem eigenen Maßstab!

Gebetsmühlenartig werden uns “Umpolung”, menschenverachtende Praktiken der Gehirnwäsche und fundamentalistische Propaganda unterstellt. Allein die gebetsmühlenartige Wiederholung dieser haltlosen Behauptungen grenzt an sich schon selbst an Gehirnwäsche.

Auch wenn man etwas immer wieder wiederholt, wird es dadurch nicht richtiger. Es bleibt aber irgendwann im Kopf der Menschen hängen – ob dies nun gewollt ist oder nicht (wobei man wohl bei vielen eher davon ausgehen kann, dass genau dies beabsichtigt ist – unabhängig vom Wahrheitsgehalt derartiger Aussagen).

Die wenigsten, die all das ungeprüft und kritiklos nachplappern, was man ihnen vorplappert und sich dabei wohl noch sehr schlau und “zeitgemäߔ vorkommen, begreifen, dass sie damit genau in die Falle getappt sind, die die Schwulenbewegung schon vor langer Zeit aufgestellt und geplant hat: Schwule und Lesben sind als nette und normale Menschen wie du und ich darzustellen (wobei bewusst verschiedene Aspekte des schwulen Lebens totgeschwiegen wurden und werden). Menschen jedoch, die nicht diese Meinung teilen, sind als radikal, fundamentalistisch, homophob, rückständig, menschenverachtend und noch vieles mehr darzustellen – wobei es auch hier auf den Wahrheitsgehalt nicht anzukommen scheint. Selbst Theologen und andere Menschen, die sich für sehr gelehrt halten, fallen blind in diese Grube. Vor allem Ex-Gays werden hier scharf angegriffen, da hier ja die “Gefahr” von innen heraus kommt, von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen selbst. Und was nicht sein darf, das kann auch nicht sein.

Wie ein Mantra wird immer wieder angeführt, Schwule seien so geboren. Und wenn schon? Ohne hier Vergleiche anstrengen zu wollen, aber jeder Mensch kann sich selbst ausdenken, was alles in gewisser Art und Weise von genetischen Vorbedingungen mit beeinflusst wird. Ist es allein damit schon “normal” oder “natürlich”? Wohl kaum. Wir sind nicht die Sklaven unseres Gencodes. Niemand zwingt uns zu einem bestimmten Verhalten. Gott hat jedem von uns die völlige Freiheit geschenkt, sich für oder gegen Ihn zu entscheiden. Was für ein ärmliches Bild von einem Menschen wäre das, zu behaupten, man sei als etwas Bestimmtes geboren und könne gar nicht anders als sich auch so zu verhalten! Das würde aus Menschen willenlose Roboter machen! Sexualität wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einige davon sind genetischer Natur. Die Tatsache aber, dass etwas einen genetischen Hintergrund hat, macht es aber nicht “gut” oder “schlecht” oder auch “moralisch akzeptabel” oder “inakzeptabel”. Was wäre, wenn Pädophile morgen mit demselben Argument kommen: wir sind so geboren und können nicht anders? (nochmals: wir wollen damit keine direkten Vergleiche anstrengen, wagen aber doch zu behaupten, dass ein bestimmter Argumentationsstil schwer in Grenzen gehalten werden kann, wenn man ihn einmal verwendet).

Manchmal wird uns auch – selbst von christlicher Seite! – unterstellt, wir würden früher oder später doch unsere Neigungen ausleben, da wir sie nicht ewig unterdrücken können. Nochmals: was für ein ärmliches Menschenbild steckt hinter solchen Aussagen? Viele von uns leben seit Jahren oder gar Jahrzehnten ohne homosexuelle Kontakte, aber mit einem erfüllten Leben. Wer seid ihr, dass ihr über uns urteilen könnt oder euch herausnehmt, in unser Innerstes zu schauen? Was gibt euch das Recht, zu behaupten, wir hätten kein erfülltes Leben, wir würden unser “wahres Ich” unterdrücken usw. Seid ihr Gott??

Ist es nicht eher so, dass ihr hofft (!), wir würden wieder homosexuelle Kontakte haben oder uns als “Ex-Ex-Gays” outen, also als Menschen, die es aufgegeben haben, Freiheit von Homosexualität sowie ein gottgefälliges Leben anzustreben und nun in der Öffentlichkeit Lügenmärchen über uns verbreiten (wer glaubt im übrigen jemandem, der erst für die schwule Sache eingetreten ist, dann Freiheit propagiert hat und schließlich wieder den Rückzieher vom Rückzieher auf seinen Fahnen schreibt – um dann morgen vielleicht wieder umzuschwenken? Solche Menschen sollten wohl eher mal in sich gehen und zur Ruhe kommen. Manch einer scheint hier gerne im Mittelpunkt zu stehen)? Denn wenn wir das tun, könnt ihr mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: “Seht ihr – wir haben es ja gleich gesagt!”. Wenn dies aber nicht geschieht und viele von uns auch weiterhin ein erfülltes Leben führen, ohne ihre Neigungen auszuleben, dann steht ihr mit euren Thesen unweigerlich ziemlich allein und verloren da – vor anderen, aber auch und gerade vor euch selbst.

Für einen Christen ist es aber beschämend, anderen zu prophezeien, sie würden früher oder später sowieso wieder in ihr altes Leben zurückfallen und sündigen (und auf nichts anderes läuft es hinaus, wenn man solche Thesen verbreitet – ob man das nun beabsichtigt hat oder nicht). Jesus ist am Kreuz gestorben, um die Macht der Sünde zu brechen und uns Freiheit zu schenken. Niemand wird gezwungen, Versuchungen nachzugeben – gleich, welche Empfindungen er/sie hat.

Noch beschämender aber ist es, biblische Aussagen bzw. Aussagen des kirchlichen Lehramts so lange zu drehen und zu wenden und sie so lange zu “interpretieren” und mit tausend Wenn und Aber und diversen Extras zu versehen, bis sie das gewünschte Ergebnis erzielen – in diesem Fall eine Akzeptanz des homosexuellen Lebens. Da ist man sich offenbar ebenfalls für nichts zu schade. Wenn ein Theologe sagt, die Bibel wurde ja nicht homosexuelle Neigungen, sondern nur Handlungen verurteilen und die Handlungen seien überdies im Licht der Zeit zu sehen und nicht für alle Zeiten gültig, so steckt hier wie in allen Irrlehren ein Kern Wahrheit. Ein Kern, der das Ganze sehr gefährlich macht. Ja, die Neigungen an sich sind nicht abzulehnen, da in der Regel niemand sich diese Neigungen aussucht. Mit derartigen Thesen soll aber bewusst oder unbewusst ein Schlupfloch gefunden werden, die die klaren Aussagen der Bibel und des Lehramts als etwas darstellen, das für die “moderne” Form der Homosexualität und im Licht “moderner” Wissenschaft nicht mehr gilt.

Was die Wissenschaft angeht, so ist diese heutzutage nicht mehr frei, da nur mehr das geforscht und verbreitet werden darf, was auch “politisch korrekt” ist. Unzählige Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete weltweit (!) teilen aber nicht diese Auffassung. Manche gehen damit auch an die Öffentlichkeit, andere verschweigen ihre Meinung lieber aus Angst vor Repressalien.

Wenn aber von Theologen ernsthaft behauptet wird, ein homosexuelles Leben sei mit den Aussagen der Bibel und des Lehramts vereinbar, so entbehrt dies nicht nur jeder Grundlage, es verdreht – bewusst oder unbewusst – die Wahrheit in einer Art und Weise, die selbst schon mit dem verglichen werden kann, was die politisch korrekte Meinung als “Fundamentalismus” oder sogar grenzend an “Gehirnwäsche” betrachtet (es mag nicht an sich Gehirnwäsche sein, erinnert aber in manchem daran).

Nicht zuletzt die Bibel selbst hat uns gesagt, dass ihre Weisheit den Gelehrten verborgen bleiben mag, einfachen Menschen oder Menschen, die wie Kinder sind, jedoch das Himmelreich gehört (nein, wir wollen nicht sagen, Theologen kommen nicht in den Himmel. Was wir aber ausdrücken wollen, ist, dass ein Doktortitel auch nicht vor Irrtum schützt und im Gegensatz dazu tiefer Glaube und Gottvertrauen mehr erfahren kann als alle Weisheit der Universitäten).

Nirgendwo in der Bibel wird Homosexualität positiv erwähnt – das Gegenteil ist der Fall: Homosexualität als solche gibt es in der Bibel nicht. Wenn sich Menschen aber homosexuell verhalten oder Menschen des eigenen Geschlechts in Begierde zueinander vergehen, wird dies immer in scharfen Tönen verurteilt und wir werden ausdrücklich davor gewarnt. Dies durch die gesamte Bibel hindurch – in verschiedensten Kulturen und Zeitepochen, sodass niemand ernsthaft behaupten kann, hier würde nur ein kulturelles Verhalten einer bestimmten Zeit angesprochen. Der Verweis, die Bibel sei zwar von Gott inspiriert, aber von fehlbaren Menschen geschrieben, die nur im Licht der eigenen Kultur schreiben konnten, ist höchst gefährlich: zum einen würde er sogar trotz allem die Ablehnung von Homosexualität unterstreichen, da diese durch alle Kulturen hindurch abgelehnt wurde. Zum anderen lässt sich auch diese Tür, wenn sie einmal geöffnet ist, kaum mehr schließen und jede Aussage der Bibel lässt sich nach Belieben und im Licht aktueller Wissenschaft neu “interpretieren”. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass man sich selbst zu Gott macht und meint, man wäre schlauer als der Schöpfer des Universums. Den Fehler haben bereits Adam und Eva gemacht. Auch sie haben bereits gezweifelt, ob Gott wirklich gemeint und gesagt hat, was Er gesagt hat…


Wenn dann Theologen oder Wissenschaftler behaupten, dass die vielen Erfolge, die Gruppen wie die unsere verzeichnen darf, ihre Thesen nicht widerlegen, dass all die Menschen, die ihr Leben völlig verändert und Glück und Erfüllung in ihrem neuen Leben gefunden haben, nicht existieren oder sich bestenfalls selbst belügen, dann grenzt das selbst an unselige Praktiken. Hier wird die eigene Meinung verabsolutiert und alles, was dem widerspricht, von vorneherein ausgeschlossen – ohne dem überhaupt nachzugehen. Wie würden Sie das nennen?

“Ihr verändert ja nur euer Verhalten – innerlich bleibt ihr doch dieselben!” heißt es oft. Was gibt euch das Recht, das zu sagen? Könnt ihr in uns hineinschauen? Und selbst eine Verhaltensänderung ist nicht einfach “nur” eine Verhaltensänderung. Wenn etwa ein Alkoholiker (nein, wir wollen nicht Schwule mit Alkoholikern vergleichen…) aufhört zu trinken, so hat er damit nicht nur sein Verhalten geändert. Diese Entscheidung beeinflusst sein gesamtes Leben: seinen Beruf, seine Familie, seine Psyche, sein Verhältnis zu Gott und letztlich auch seine Identität. Wir gehen hier aber noch erheblich weiter und erfahren Veränderungen in verschiedensten Bereichen: in unserem Verhältnis zu Menschen des eigenen wie des anderen Geschlechts, in unserem Verhältnis zu Familienangehörigen und Freunden, in unserem Verhältnis zu uns selbst und zu Gott, aber auch in der Art und Weise, wie wir uns selbst sehen, wie wir leben, welche Filme wir ansehen, welche Bücher wir lesen, wie wir reden, wie wir denken sowie in der Entwicklung unserer Männlichkeit/Weiblichkeit und ebenso mitunter in unseren sexuellen und emotionalen Empfindungen. Zu behaupten, dass jemand das nicht tun könne, weil man selbst das nicht kann oder will oder das jemand psychisch krank würde, weil er/sie tut, was man selbst nicht tun kann oder will, ist unehrenhaft.


Die Bibel warnt uns davor, dass Zeiten kommen werden, in denen Irrlehrer auftreten werden und die Menschen die Wahrheit zu ihrem eigenen Verderben verdrehen oder für sie taub werden. Zeiten, in denen Christen verfolgt werden, wenn sie für diese Wahrheit eintreten. Wenn die Menschen selbst Jesus, den Sohn Gottes verfolgt und ans Kreuz geschlagen haben, warum sollte es denen, die Ihm nachfolgen, besser gehen? Solche Zeiten werden kommen und so wie das Fallen des Laubes den Herbst ankündigt werden diese Zeichen das Ende aller Zeiten ankündigen. Nur wenige werden dies begreifen und sich bereit halten. Die meisten werden über sie lachen und sie weiter verfolgen. Uns wurde aber auch gesagt, dass wir uns nicht zu fürchten brauchen. Dies muss so geschehen, aber Jesus wird bis ans Ende aller Zeiten bei Seinen Jüngern bleiben. Er hat versprochen, Seiner Kirche einen Wächter – den Heiligen Geist zurück zu lassen, der in uns wohnt und uns führen und leiten sowie Kraft, Mut und Weisheit schenken wird. Wir sind frei, unsere Wahl zu treffen: entscheiden wir uns für oder gegen Ihn? Entscheiden wir uns für das ewige Leben oder investieren wir lieber in eine “gute Zeit” und “Spaߔ in die wenigen Jahre, die wir hier auf Erden haben?

Nur mal angenommen – nur einfach der Diskussion willen: was wäre, wenn Gott tatsächlich gemeint hätte, was Er uns in der Bibel gesagt hat? Wenn das nicht nur fundamentalistische Propaganda und Gehirnwäsche, sondern die pure Wahrheit wäre? Wenn wir eines Tages vor dem Thron Gottes stehen und wer weiß was geben würden, wenn wir nochmals eine Chance bekommen würden und alles anders machen könnten – dies uns aber versagt bleibt, weil wir unsere Chance bereits hatten und nicht genutzt haben?

Was wäre, wenn Jesus tatsächlich lebt?



Das „Coming Out“ heißt doch nichts anderes, als dass Homosexuelle ihre Identität finden und auch nach außen dazu stehen müssen. Entsprechende schwule Emanzipierungsgruppierungen sind von kirchlicher Seite zu unterstützen und nicht abzulehnen!

Hier zeigt sich das ganze Drama, das die Kirche im Umgang mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen an den Tag legt: weil man keine Ahnung hat, wie man aus christlicher Sicht mit diesem Thema umgehen soll, öffnet man der Schwulenbewegung gewollt oder ungewollt Tür und Tor. Die Betroffenen bleiben jedoch trotz bester Absichten auf der Strecke.

Warum? Nun, sehen wir uns doch einmal diese Betroffenen an:

Zumeist haben Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keinen Ansprechpartner, der ihnen verständnis- und liebevoll begegnet, ohne dabei von christlichen Grundwerten abzuweichen. Die Kirche schweigt das Thema in der Regel weiter tot und so sind die einzigen Ansprechpartner früher oder später schwule Gruppierungen, die als einzige Option das Ausleben dieser Neigungen nach Lust und Laune propagieren. Eine andere Botschaft bekommen diese jungen Menschen selten – mal abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung, die nicht vermittelt wird und als Ablehnung der eigenen Person und der eigenen Identität wahrgenommen wird.

Auch in der Kirche selbst spiegelt sich dieses Drama wieder: wenn man denn überhaupt offen für dieses Thema ist, sieht man ebenfalls nur eine Option: Standpunkte der Schwulenbewegung zu übernehmen. Die schwule Propaganda – seit langem vorbereitet und sehr gut strukturiert und geplant – trägt reiche Frucht. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen aus den eigenen Reihen, die es durch Gottes Gnade und die Unterstützung Gleichgesinnter geschafft haben, einen anderen Weg zu gehen werden nicht selten als „Fundamentalisten“ oder als Menschen, die sich selbst verleugnen und bei anderen mit unmenschlichen Methoden Gehirnwäsche betreiben, diffamiert. Was um alles in der Welt ist hier geschehen? Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Ex-Gay Ministries müsste es nicht geben, wenn die Kirche ihren Job machen würde. Leider hat sie hier zum überwiegenden Teil bisher versagt.

Jedoch sind wir nicht hier, um anzuklagen und mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern um zu helfen.

Leider jedoch wird uns zumeist der Zugang zu den Gemeinden verwehrt. Die einzelnen Gemeindeglieder finden jedoch oft trotzdem den Weg zu uns – ebenso wie Pastoren, Priester, Ordensangehörige und andere christliche Amtsträger oder Angehörige bestimmter Gruppierungen. Menschen, die uns immer wieder sagen, sie würden sich nicht trauen, zu ihresgleichen zu gehen und über das zu sprechen, was in ihnen vorgeht – aus Angst, dann mit anderen Augen gesehen zu werden oder mit der noch größeren Angst, eine Botschaft zu bekommen, die sie nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können: dass sie ihre Neigungen ruhig ausleben sollen.

Wenn ein Mensch also in jungen Jahren gleichgeschlechtliche Neigungen empfindet, kommt es sehr darauf an, wie er dies selbst sieht und welche Botschaft er/sie nun von der Familie und Kirche zu hören bekommt:

1)    Gibt er/sie zu, gleichgeschlechtliche Neigungen zu haben, ist sich aber noch nicht sicher, wie er/sie damit umgehen soll oder ob er/sie diese ausleben soll?
2)    Oder sagt er/sie von vorneherein, er/sie möchte diese Neigungen auch ausleben – unabhängig davon, was andere darüber denken?
3)    Oder kommt die dritte Möglichkeit in Betracht: er/sie gibt zu solche Neigungen zu haben, sagt aber auch, diese nicht ausleben zu wollen und sucht Unterstützung hierbei?

Gerade bei jungen Menschen sollte man zuerst einmal fragen, was der Betroffene denn überhaupt zu diesem Thema weiß. Auch sollte man sich klar sein, dass es hier nicht um eine vorschnelle Entscheidung geht, sondern dass dies schon seit Jahren im Inneren des jungen Menschen präsent war und er/sie nun endlich den Mut gefunden hat, darüber zu reden. Verletzende Kommentare, Beschimpfungen oder gar Beleidigungen – oder einfach nur ein vorschnelles Wort - würden nun einen verheerenden, kaum mehr gutzumachenden Schaden verursachen. Zunächst einmal sollte man daher den Betreffenden für seinen Mut loben. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man ihn oder sie nicht schwul „gemacht“ hat, dass also niemand daran „schuld“ ist, wenngleich der familiäre Hintergrund und gerade das Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Sexualität und Geschlechtsidentität hat.

Wenn der junge Mensch nun die Botschaft bekommt, dass es auch eine andere Option gibt, nämlich Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die sich entschieden haben, diese nicht auszuleben und die Unterstützung von anderen (Familie, Kirche, Ex-Gay Ministries, Therapeuten, Freunden...) in Anspruch genommen haben, dann kann das Auswirkungen auf sein/ihr gesamtes zukünftiges Leben haben. Ex-Gay Ministries schulen etwa auch Familienangehörige im liebevollen und zwanglosen Umgang mit den Empfindungen ihres Kindes oder Geschwisterteils – etwa was die Möglichkeiten angeht, die besonderen Begabungen des jungen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in Bahnen zu lenken, die ihn/sie in ihrer Geschlechtsidentität bekräftigen und nicht noch mehr verwirren. Keinesfalls jedoch sollte der junge Mensch zu etwas gezwungen werden. Wenn er/sie sich für ein schwules Leben entscheidet, sind Möglichkeiten zu vereinbaren, unter vorher bestimmten Bedingungen und Grundsätzen, die es auch den Familienangehörigen erlauben, keine Kompromisse hinsichtlich ihres Glaubens einzugehen, ein liebevolles und respektvolles Miteinander zu gestalten.

„Coming Out“ heißt für viele immer noch, man müsse seine Neigungen nicht nur vor sich selbst und anderen eingestehen, sondern auch ausleben und dies auch noch gutheißen, da man eben so ist. Dies ist eine Botschaft, die mehr auf Hilflosigkeit gründet denn auf christliche Nächstenliebe. Man weiß nicht, was genau in diesem Menschen los ist und noch viel weniger weiß man, wie man als Christ damit umgehen soll, also sagt man ihm/ihr im Grunde, dem Ganzen doch freien Lauf zu lassen, wenn es denn nicht anders geht. Das ist billige Theologie. Wir schulden unseren Kindern und den Gliedern des Leibes Christi mehr als das!

Ja, jungen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen fehlen Identifikationsmöglichkeiten. Damit meinen wir aber nicht durch die Medien bekannte Persönlichkeiten, die diese Neigungen publikumswirksam ausleben, sondern vielmehr christliche Vorbilder von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die erfolgreich einen anderen Weg gegangen sind und trotzdem – oder gerade deswegen! – mit ihren ganz besonderen Fähigkeiten ein erfülltes Leben in Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche gefunden haben. Das ist die Botschaft, die zu vermitteln wir als Christinnen und Christen verpflichtet sind!



Wer Homosexuelle diskriminiert, hat doch nur Angst. Angst vor seinen eigenen gleichgeschlechtlichen Empfindungen, die es ja in beinahe jedem Menschen gibt und Angst davor, dass die Vorstellung von dem, was einen Mann ausmacht, durch Homosexuelle und deren Verhalten ins Wanken kommt!

Hier wird in bester Hobby-Psychologenmanier vieles in einen Topf geworfen, was nicht dorthin gehört und dann einmal kräftig umgerührt. Das Ganze hört sich ganz gut und vernünftig – und vor allem wissenschaftlich an und scheint keinen Widerspruch zuzulassen – zumindest keinen vernünftigen.

Ist dies wirklich so?

Natürlich kommt es leider immer noch vor, dass Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen diskriminiert werden. Diskriminierung ist grundsätzlich abzulehnen und zu bekämpfen – in jeder Form, auch was Ex-Gays betrifft, bei denen man sich oft ebenso wenig mit abwertenden Kommentaren oder gar körperlichen Angriffen zurückhält. Heute wird jedoch mit dem „Diskriminierungsvorwurf“ gegen jeden vorgegangen, der nicht vollumfänglich Homosexualität und das Ausleben homosexueller Neigungen akzeptiert. Dass eine abweichende Meinung auf vernünftigen Argumenten und christlichen Glaubensgrundsätzen basieren kann, wird von vorneherein geleugnet, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Da muss schon eine diffuse „Angst“ herhalten. Man stellt die Gegenseite als emotional verkümmertes Etwas mit unterdrückten Gefühlen dar – was an sich schon eine Diskriminierung darstellen kann. Nicht jeder Mensch, der andere diskriminiert, tut dies aus verklemmten Neigungen heraus. Manchmal ist es purer Hass oder Unzufriedenheit mit dem eigenen verkorksten Leben, der Menschen dazu treibt. Nicht jeder Mensch, der zum Thema homosexuelles Verhalten eine andere Sichtweise einnimmt, tut dies aus Angstgefühlen welcher Art auch immer. Das ist eine unzulässige und unehrenhafte Verkürzung und Einengung eines weitaus komplexeren Problems. Nur weil sich etwas gut anhört, ist es noch lange nicht richtig.

Aus unserer eigenen Erfahrung können wir euch im übrigen sagen, dass es in der schwulen Szene Gang und Gebe war – und auch mit einer gehörigen Portion Selbstironie oft zum Gegenstand von Witzen wurde -, dass man jedem Mann (vor allem den gutaussehenden!) unterstellte, homosexuelle Anteile zu haben. Hier war wohl eher der Wunsch Mutter des Gedanken und dies war uns auch durchaus bewusst, hielt uns aber nicht davon ab, gerade Männer anzubaggern, die einen „heterosexuellen“ Eindruck machten. Wenn wir schon nicht selbst so sein konnten, wollten wir wahre Männlichkeit (oder was wir dafür hielten) zumindest besitzen. Allerdings war uns im tiefsten Inneren durchaus klar (wenngleich wir das nie zugegeben hätten), dass ein richtiger Mann keinen Sex mit anderen hat – und wenn doch, hat er wohl dasselbe Problem wie wir selbst.

Mit dem Männlichkeitsideal ist das so eine Sache. An dieser Stelle sei ausdrücklich auf die unserer Meinung nach beste christliche Männergruppe überhaupt verwiesen: Men’s Fraternity (www.mensfraternity.com bzw. www.freewebs.com/mensfraternity). Das größte Problem, das sich Männern heute stellt, ist nicht, dass sie sich durch homosexuelles Verhalten in ihrer Männlichkeit angegriffen fühlen, sondern dass ihnen mehr und mehr die Vorstellung fehlt, was einen richtigen Mann ausmacht. Welche Rolle er in Beruf, Familie, Gesellschaft und der Kirche hat. Eine Definition von einem richtigen Mann kann heute kaum mehr jemand geben. Männer sind in ihrer Geschlechtsidentität zutiefst verwirrt – und verwirrte Männer können eine Menge Unheil anrichten (man sehe sich nur mal die Anzahl männlicher Strafgefangener im Vergleich zu den weiblichen an, oder die steigende Zahl vaterloser Familien usw.). Männliche Qualitäten wie die Übernahme von Verantwortung, die Zurückweisung von Passivität, das mutige Führen anderer bei Bedarf sowie Jesus Christus als Zentrum im Leben eines jeden Mannes gehen schrittweise verloren und werden vergessen bzw. von der Gesellschaft geleugnet und bekämpft. Männer sind sich in ihrer Rolle als Familienoberhaupt, als geistige Führer sowie in ihrer Beziehung zum eigenen wie zum anderen Geschlecht unsicher. Sie haben keine Momente mehr mit anderen Männern (bereits die Bibel weist uns in Sprichwörter 27,17 darauf hin, dass Männer durch andere Männer geprägt werden und deren Gesellschaft brauchen!), wissen nicht, wann sie eigentlich zum Mann geworden sind und ob sie überhaupt einer sind – oder sein dürfen. Das „Gender-Mainstreaming“, das vorgibt, für die Rechte von Frauen zu kämpfen, tatsächlich aber die Grenzen der Geschlechter an sich leugnet und damit den Frauen mehr Schaden zufügt als alles bisher dagewesene, setzt den Männern in ihrem Innersten zu. Das beste nämlich, dass einer Frau passieren kann, ist ein richtiger Mann, der sie liebt und ehrt, für sie sorgt und sogar sein Leben für sie geben würde. Der anerkennt, dass Mann und Frau zwar gleich viel wert, aber nicht dasselbe sind – und dass dieser Unterschied gottgewollt und gut ist!

Um eines nochmals klarzustellen: Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sind nicht weniger wert als Menschen mit rein heterosexuellen Empfindungen. Sie sind anders – und dieses Anders-Sein kann man als eine Gabe sehen, die man zum Wohle für sein eigenes Leben, die Familie, Gesellschaft und Kirche nutzen kann – oder als eine Form sexueller Anziehung, die ausgelebt werden will. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sind nicht „krank“ im Sinne von „geisteskrank“. Allerdings ist bei so manchen Menschen mit gleichgeschlechtlichen etwas schief gelaufen – zumeist schon in frühester Kindheit. Hier geht es nicht darum, wer daran „schuld“ ist, sondern wie man jetzt damit umgeht. Oft hat dies dazu geführt, dass diese Menschen eine verzerrte Sichtweise von sich selbst und dem, der sie eigentlich sind, bekommen haben und diese Verzerrung als das wahre Ich gesehen haben. Oder dass sie ihre legitimen Bedürfnisse auf eine Art und Weise zu befriedigen suche, die die Bedürfnisse nicht stillt, sondern sie höchstens vergessen lässt und langfristig noch weitaus stärker hervortreten lässt. Schließlich hatten viele von uns einen großen Schmerz tief in uns drin zu verkraften und wir sahen oft keine andere Möglichkeit, als diesen Schmerz dadurch zu betäuben, dass wir ein homosexuelles Leben geführt haben. Wobei sich dieser Schmerz aber nur eine Zeitlang betäuben lässt, irgendwann aber ein Ventil sucht, um zu explodieren.



Die Kirche muss Ergebnisse moderner Wissenschaft anerkennen und darf homosexuelles Verhalten nicht einfach ablehnen!

Ist dem wirklich so? Mal ganz abgesehen davon, dass es bisher nicht einen einzigen Beweis dafür gibt, woher homosexuelle Neigungen eigentlich kommen (wohl aber viele Hinweise auf die Bedeutung der Familie, Erziehung sowie eine genetische Veranlagung, die es uns unter bestimmten Bedingungen erleichtert, uns so und nicht anders zu verhalten. Allerdings gibt es bis heute keinen Hinweis auf ein „schwules Gen“. Selbst wenn es dieses aber geben würde, würde es dem Ganzen keinen Abbruch tun, da wir mehr sind als nur Sklaven eines Gencodes!), hätte die Kirche ein Problem, wenn sie ihre Grundsätze sowie die Bibel jedes Mal umschreiben müsste, wenn „neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder Theorien“ veröffentlicht werden. Die Kirche hat immer die enge Verbindung von Glaube und Vernunft betont. Glaube muss vernünftig sein, um ihn vor sich selbst und anderen begründen zu können, geht aber über rein menschliches Vernunftempfinden hinaus. Auch kann die Kirche kein Spielball von Wissenschaftlern sein – noch dazu, wenn sich diese gerade bei diesem Thema uneinig sind. Ein zeitgemäßer Glaube ist etwas anderes als ein Glaube, der sich dem Zeitgeist unterwirft. Eine Kirche, die klare biblische Aussagen „uminterpretiert“ oder gleich verwirft, hilft Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht – ganz im Gegenteil. Homosexuelles Verhalten wurde in der überwiegenden Anzahl menschlicher Kulturen weltweit und zu allen Zeiten abgelehnt – und das lässt sich nicht alleine auf mangelndes Wissen oder die gesellschaftliche Diskriminierung schieben. Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen berichten, wie sehr sich ihr Innerstes dagegen gesträubt hat, als sie diese Neigungen in ihrer frühen Jugend das erste Mal wahrgenommen haben. Und noch Jahre später berichten sie, dass dies unabhängig vom gesellschaftlichen Einfluss so war. Es scheint, als sei Heterosexualität als Standard von unserem Schöpfer so tief in unser Innerstes eingeschlossen worden, dass selbst hartnäckige Versuche, bereits Kinder und Jugendliche zu indoktrinieren und von der Attraktivität homosexuellen Verhaltens überzeugen zu wollen, nur sehr kurzfristige Erfolge haben, langfristig aber auf inneren Widerstand stoßen.

Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ist mit Verständnis und Liebe zu begegnen. Es ist aber auch unsere Verantwortung als Christinnen und Christen, unsere Geschwister im Glauben zu ermahnen, wenn sie vom Weg abkommen und sich von Gott abwenden. Man kann nicht beides haben. Die Bibel sagt uns nicht: Du darfst nicht mit einem Mann liegen, wie man mit einer Frau liegt, außer du bist so geboren worden. Sie hat uns den Standard der heterosexuellen, monogamen Ehe vorgegeben – und diesen über Jahrtausende hinweg aufrecht erhalten. Es steht uns nicht zu, Gott spielen zu wollen und Seinen Willen eigenmächtig und willkürlich zu missachten oder nach Belieben umzuinterpretieren, wenn wir ihn nicht mehr als „zeitgemäߓ ansehen.



In der Bibel steht nichts von liebenden und verantwortungsvollen gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Empfindungen. Das war den Autoren der Bibel wohl unbekannt. Allein das homosexuelle Verhalten wurde abgelehnt – und das nur im Kontext der damaligen patriarchalen Gesellschaft bzw. wenn es von Heterosexuellen ausgeführt wurde. Kein ernstzunehmender Bibelwissenschaftler würde das heute leugnen. Allenfalls Fundamentalisten behaupten, dass Bibelverse, die angeblich Homosexualität verurteilen, vergessen hierbei aber den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund. Warum aber sollte es einen Standard geben, der für alle Zeiten gilt?

Der „Autor“ der Bibel ist Gott. Dem Schöpfer des Universums aber unterstellen zu wollen, Er hätte keine Ahnung von dem gehabt, grenzt an Gotteslästerung. Meist wird nun gebetsmühlenartig angeführt, die Bibel sei zwar von Gott inspiriert, aber von unzulänglichen Menschen mit begrenztem Hintergrund geschrieben worden und anderslautende Meinungen seien „fundamentalistisch“ (allein diese Argumentation ist schon selbst „fundamentalistisch“’ da sie von vorneherein Widerspruch ausschließt und andere Meinungen nicht gelten lässt!), dies ist aber beinahe willkürliche Argumentationsgrundlage für beinahe ebenso willkürliche Auslegungen. Der Standard der heterosexuellen monogamen Ehe wurde in Genesis begründet und über die Jahrtausende aufrecht erhalten – und von Jesus selbst bekräftigt. Und all diese Menschen hätten keine Ahnung von dem gehabt, was wir in unserer unendlichen Weisheit heute wissen? Aus unserer eigenen Erfahrung können wir euch sagen, dass Menschen wie wir zu allen Zeiten existierten und uns auch durchaus bewusst ist, was in uns vorgeht. Menschen wie etwa Paulus, dem Schüler des größten Rabbi aller Zeiten und einem weitgereisten Mann, der unzählige Menschen getroffen hat, unterstellen zu wollen, er hätte keine Ahnung gehabt, was gleichgeschlechtliche Neigungen ausmacht bzw. dass diese auch verantwortungsvoll gelebt werden können, ist ein theologisches Armutszeugnis. Ohne hier Vergleiche anstrengen zu wollen, jedoch hinweisend auf die Gefahr solcher Argumentationen: Pädophilie kommen heute mit genau derselben Argumentation: früher hätte man gar nicht gewusst, was wir heute wissen – nämlich dass Beziehungen zwischen jungen Menschen und Erwachsenen durchaus auch liebevoll und verantwortungsbewusst gestaltet werden können usw. Heißt das nun, dass aus theologischer Sicht irgendwann auch pädophilie Beziehungen mit dem christlichen Glauben vereinbar sind?

Schließlich werden wir in der Bibel mehrmals – nicht zuletzt von Jesus selbst! – darauf hingewiesen, dass jedes „Verhalten“ im Herzen beginnt – und das Herz trügerisch ist...

Wer nun behauptet, kein ernstzunehmender Bibelwissenschaftler würde die eigenen Aussagen bestreiten, will entweder eine eigene schwache Position damit stärken, indem er andere schlecht macht, oder er beleidigt all die Bibelwissenschaftler, die anderer Meinung sind, als „nicht ernstzunehmend“. Hier ließe sich eine endlose Reihe von Theologen bzw. Geistlichen anführen, die das nicht so sehen. Einige wenige Beispiele: Prof. Dr. Scott Hahn, Weihbischof Dr. Andreas Laun – und nicht zuletzt Papst Benedikt XVI. Soll man all diese Menschen nicht ernst nehmen? Gleichwohl scheuen sich die Autoren derartiger Thesen nicht, die eigene Position zu verabsolutieren – eine Praxis, die sie bei anderen als „fundamentalistisch“ oder gar „Gehirnwäsche“ bezeichnen. Hier kann man nur das kirchliche Lehramt bitten, endlich einzuschreiten. Es kann nicht angehen, dass Menschen mit kirchlichem Lehrauftrag – wenn auch mit den besten absichten – derartiges verbreiten bzw. dass in offiziellen Lehrmaterialien derartige Thesen zu finden sind.

Mit dem „historischen“ oder „kulturellen“ Argument, dass alles nur im Lichte der damaligen Zeit sieht, ist dem Missbrauch und der Willkür Tür und Tor geöffnet. Wer leugnet, dass bestimmte christliche Grundsätze (etwa die heterosexuelle Ehe zwischen Mann und Frau) über alle Zeiten hinweg als Standard gelten müssen (!!), widerspricht nicht nur kirchlichem Lehramt und der Bibel selbst, er entwertet beide, indem genau diese Willkür zum allgemeinen Prinzip erhoben wird. Dann kann man nämlich die Bibel gleich vergessen, da schließlich jedeR dann eine eigene Auffassung von dem hat, was man wohl damals damit gemeint und was heute nicht mehr zu gelten hat. Dann wäre die Bibel irgendwann nur mehr ein komisches altes Buch, das keiner mehr braucht. Schließlich haben wir ja die moderne Wissenschaft und unsere Theologinnen und Theologen.

Nein, wir sind nicht wissenschaftsfeindlich. Glaube und Vernunft sind eine Einheit. Wir vertrauen aber den klaren Aussagen der Bibel und des kirchlichen Lehramts mehr als den Privatmeinungen diverser Theologen. Manches ihrer Thesen mag sogar in offiziellen Lehrmaterialien zu finden sein, für uns ist aber nur das bindend, was die Bibel bzw. das kirchliche Lehramt selbst als verbindlich erklärt. Und damit sind wir bisher sehr gut gefahren.

Wer nun behauptet, dass bestimmte Bibelstellen Homosexualität bzw. homosexuelles Verhalten nur angeblich verurteilen, widerspricht nun nicht nur der Bibel selbst wie auch bereits vielzitiertem kirchlichem Lehramt, er muss außerdem schon gymnastische Verrenkungen antreten, um dies zu begründen. Uns sind solche Verrenkungen nicht unbekannt und wir sind uns auch bewusst, dass diese zumeist mit den besten Absichten geschehen und im tiefen Bewusstsein, „recht“ zu haben. Gleichwohl sind solche Behauptungen abzulehnen und höchst gefährlich – für die Autoren dieser Thesen selbst, aber auch für diejenigen, die das zu hören bekommen und dem sogar Glauben schenken. Wer lehrt, hat eine größere Verantwortung und aus eigener Erfahrung können wir euch sagen, dass ihr damit niemandem helft, selbst wenn das eure Absicht ist.

Manch einer mag nun anführen, warum sollten nur bestimmte Verse zeitlos gültig sein, andere aber nicht. Dies hört sich aber schon fast nach einem verzweifelten rhetorischen Trick an, der eigenen Position mangels schlüssiger Argumente mehr Gewicht geben zu wollen. Der Standard der heterosexuellen monogamen Ehe sowie die Ablehnung homosexuellen Verhaltens (und damit einschlussweise auch allem anderen, was sich außerhalb der heterosexuellen Ehe bzw. in unangemessener Art und Weise innerhalb dieser vollzieht) zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Alte und Neue Testament, sowie durch die gesamte jüdische wie christliche Geschichte. Andere Bestrebungen und Tendenzen haben erst in jüngster Zeit ernstzunehmendes Gewicht bekommen. Drehen wir den Spieß doch einmal um: all die Verse, die Homosexualität bzw. homosexuelles Verhalten verurteilen, sollen abzulehnen sein bzw. im Licht der heutigen Zeit nicht mehr gültig sein (wobei sie gemäß dieser Definition dann auch damals nicht gültig waren, da sie auf dem Unwissen der Autoren berufen. Dann ist aber die ganze Bibel „ungültig“!), bei anderen Bibelversen sieht man dieses Problem aber offenbar nicht (abgesehen von denen vielleicht, die sämtliche biblischen und kirchenrechtlichen Aussagen relativieren wollen und ihre eigene Weisheit bzw. die der Wissenschaft zum Maß aller Dinge erheben). Das ist unlogisch.



(Quelle: Jason: www.freewebs.com/jason-online)


Warum sollen wir Menschen nicht so annehmen, wie sie sind?

Natürlich soll man Menschen so annehmen wie sie sind. Die Frage ist nur, was man darunter versteht. Wenn ein Mensch gleichgeschlechtliche Neigungen hat, soll man ihn selbstverständlich als Menschen annehmen, wertschätzen und lieben. Das heißt aber keineswegs, dass ich als Christ das Ausleben dieser Neigungen gutheißen oder gar fördern muss. Für Christen - und zwar für alle Christen unabhängig von ihren Neigungen! - gelten die Gebote Gottes. Das heißt, dass wir bestimmte moralische Standards und Richtlinien für unser Leben haben. Nirgendwo in der Bibel steht, dass man dieses und jenes nicht tun soll, außer man hat bestimmte Neigungen dafür. Wir alle haben Versuchungen, mit denen wir zu kämpfen haben. Was für eine Lebenseinstellung wäre es, einfach nur seinen Versuchungen nachzugeben, weil sie eben da sind!

Als Christen sind wir auch der festen Überzeugung, dass niemand Schaden nimmt, wenn er/sie die Gebote Gottes befolgt. Ebenso ist es uns aufgetragen, unsere Kinder im christlichen Glauben zu erziehen. Gerade weil wir sie lieben, werden und können wir nicht einfach so Dinge gutheißen, die unserem Glauben widersprechen und von denen wir der Ansicht sind, dass sie letztlich negative spirituelle (und möglicherweise auch negative psychische und körperliche) Konsequenzen haben werden. Gott lässt sich nicht verspotten. Auch sind wir uns bewusst, dass Er uns bestimmte Gebote nicht deshalb gegeben hat, weil Er uns gerne herum kommandiert, sondern weil Er uns liebt und weiß, wohin es führt, wenn wir unser Gesicht von Ihm abwenden.

 

Müssen wir Homosexualität heute anders sehen und gleichgeschlechtliche Beziehungen anerkennen?

Homosexuelle Beziehungen müssen anerkannt werden, da Homosexualität nicht unnatürlich und nicht gegen die Schöpfungsordnung gerichtet ist. Natur im wissenschaftlichen Sinn ist das, was ohne das Zutun des Menschen existiert. Natur im ethischen Sinn ist die Bestimmung des Menschen. Beides darf nicht verwechselt werden. Nur weil etwas z.B. bei der Mehrheit der Menschen so ist, muss es nicht auch eine ethische Norm sein. Jeder Mensch hat innerhalb der Grenzen zu handeln, die ihm von der Natur vorgegeben sind. Diese Natur aber ist von der Wissenschaft zu definieren und nicht von der Theologie. Man darf nicht einfach von der wissenschaftlichen Natur des Menschen auf das schließen, was sein soll, da man damit dem Menschen Unrecht tut. Der Mensch aber ist frei und darf nicht zum Instrument anderer gemacht werden. Seine Natur ist genau diese Freiheit und Selbstbestimmung. So gehört etwa zur Sexualität sowohl die Fortpflanzung als auch die menschliche Gemeinschaft und Zuneigung. Das kirchliche Lehramt ist hier nicht konsequent, da es die Fortpflanzung der Tiere einfach auf die Menschen überträgt und letztere nicht als freie Personen sieht. Sexualität ist aber Ausdruck der freien menschlichen Persönlichkeit. Somit muss sexuelles Verhalten akzeptiert werden, wenn sich dadurch die Liebe zweier freier Menschen ausdrückt. Wer also die liebende Paarbeziehung in einer Ehe akzeptiert, kann nicht gleichzeitig sexuelle Akte in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung verwerfen, weil ihnen die Fortpflanzung fehlt. Wer Homosexuelle als Personen anerkennt, muss also auch ihre Beziehungen anerkennen.

Ähnliches haben wir nicht etwa frei erfunden, es wurde uns als Zusammenfassung eines Artikels aus dem offenbar für katholische Theologen verbindlichen Lexikon für Theologie und Kirche zugemailt, verbunden mit dem Hinweis, unsere Standpunkte seien theologisch nicht fundiert und damit auch nicht christlich.

Wir wollen an dieser Stelle nicht ausschließlich auf den katholischen Hintergrund eingehen. Das offizielle kirchliche Lehramt und nicht zuletzt Papst Benedikt XVI. in seiner Zeit als Kardinal Ratzinger wie als Papst hat in letzter Zeit – aber auch in den letzten 2.000 Jahren! – hierzu klar und deutlich Stellung genommen. Die Katholische Kirche bietet zwar Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung und Seelsorge an, verurteilt aber eindeutig und unzweifelhaft homosexuelle Akte und Beziehungen. Wer also etwa für diese Kirche arbeitet und lehrt oder ihr einfach „nur“ angehört, sollte auch der Verpflichtung folgen, das vom offiziellen kirchlichen Lehramt als verbindlich Vorgelegte zu glauben und zu befolgen. Wer aber anderen Christen, die diese haarsträubenden Thesen nicht vertreten, abspricht, christliche Überzeugungen zu verbreiten, sagt damit – gewollt oder ungewollt – nichts anderes, als dass er sein eigenes Lehramt unchristlicher Thesen bezichtigt. Sollte dem so sein, dann wäre es vielleicht auch angebracht, Konsequenzen für sich selbst daraus zu ziehen.

Die JASON Ministries maßen sich nicht an, beurteilen zu können, ob andere Gläubige Christen sind oder nicht – auch nicht im vorliegenden Fall. Wir sind uns auch bewusst, dass die Vertreter dieser Thesen bestimmt mit den besten Absichten und im guten Glauben handeln, hier das Richtige zu tun und möchten niemandem unterstellen, böswillige oder schlechte Motivationen zu haben.

Wir sind es gewohnt, dass uns unterstellt wird, wir würden keine christlichen Überzeugungen verbreiten oder Bibelverse sowie das kirchliche Lehramt falsch zu interpretieren. Wir sind es auch gewohnt, dass die Autoren solcher Meinungen selbstverständlich meinen, sie selbst lägen mit ihrer Überzeugung richtig, selbst wenn diese dem eigenen Lehramt sowie einer 2.000 jährigen christlichen Tradition und letztlich auch der Bibel widerspricht. Das aber ist das Drama der Christenheit seit ihrem Beginn und vielleicht einer der Gründe, warum Jesus dem Petrus die Schlüsselgewalt gegeben hat: damit nicht jeder selbst Papst spielen und die Bibel und kirchliche Lehraussagen nach eigenem Gutdünken auslegen muss, sondern jemand die Autorität hat, das Schiff der Gläubigen zu steuern.

So weit, so gut.

Zusammengefasst sagt diese Theorie etwa folgendes: Die Natur des Menschen ist nicht das, was wir für „richtig“ erachten, weil es die naturwissenschaftliche Norm ist: etwa Heterosexualität, sondern das, was die freie Persönlichkeit ausmacht. Manche Menschen empfinden eben homosexuell und da die freie Persönlichkeit und nicht die Naturwissenschaft oder theologische Dogmen im Mittelpunkt stehen müssen, muss man auch anerkennen, dass Homosexuelle nur innerhalb ihrer eigenen Grenzen liebende Beziehungen eingehen können.

Hört sich ja zunächst ganz gut und logisch an. Schließlich ist ja ein heterosexuelles Paar auch nicht nur auf Fortpflanzung fixiert.

Ist es aber wirklich so – oder begibt man sich hier – wenn auch im guten Glauben - auf einen höchst gefährlichen Irrweg, dessen Ende man heute noch gar nicht abzuschätzen vermag?

Uns wird ja manchmal unterstellt, unsere fundamentalistischen Positionen würde kein ernstzunehmender Theologe mehr vertreten. Tatsächlich scheint dies aber eher ein Problem deutscher Theologinnen und Theologen zu sein, die ihre eigenen Ansichten verabsolutieren und zum weltweiten Dogma erheben. International wie national finden sich unzählige katholische oder allgemein christliche Theologinnen und Theologen sowie Geistliche und PastorInnen, aber auch Wissenschaftler, die dem entschieden widersprechen würden. Will man all diesen Menschen absprechen, Christen oder Wissenschaftler zu sein? Will man seine eigene Meinung wirklich zum Maß aller Dinge machen?

Konsequent zu Ende gedacht, würden solche Gedankenexperimente letztlich dazu führen, dass man die Bibel sowie kirchliche Lehramtsaussagen nach Belieben und nach eigenem Gutdünken, dem Zeitgeist oder der neuesten Forschung uminterpretieren kann, bis ein gewünschtes Ergebnis herauskommt. „Moralischer Relativismus“ kann man das auch nennen: jeder definiert für sich selbst, was richtig, wahr und moralisch akzeptabel ist. Einen gesellschaftlichen Konsens gibt es nicht mehr. Es trägt aber auch Züge des „Auswahlchristentums“: man sucht sich von biblischen und lehramtlichen Aussagen das heraus, was einem zusagt. Alles andere lässt man entweder beiseite oder man interpretiert es so lange, bis es wieder passt.

Und genau dies geschieht heute – auch wenn die wenigsten dies bewusst tun.

Wir können den Theologinnen und Theologen, die derartige Thesen verbreiten, nur empfehlen, unvoreingenommen folgende christliche Bücher zum Thema Homosexualität (bzw. Geschlechtsidentität) aus christlicher (bzw. jüdischer) Sicht zu lesen:

1)    Weihbischof Dr. Andreas Laun (Hg.): Homosexualität aus katholischer Sicht (Franz Sales Verlag, ISBN 3-7721-0239-5)
2)    Fr. John F. Harvey, O.S.F.S.: Homosexuality and the Catholic Church. Clear Answers to Difficult Questions (Ascension Press. ISBN: 978-1-932927-62-7)
3)    David Morrison: Beyond Gay (Our Sunday Visitor, ISBN: 0-87973-690-9)
4)    Joe Dallas: The Gay Gospel? How Pro-Gay Advocates Misread the Bible (Harvest House Publishers, ISBN-13: 978-0-7369-1834-3. ISBN-10: 0-7369-1834-5). Besonders zu empfehlen – ebenso wie die übrigen Werke von Joe Dallas!
5)    Thomas E. Schmidt: Straight & Narrow? Compassion and Clarity in the Homosexual Debate (InterVarsity Press. ISBN 0-8308-1858-8)
6)    Arthur Goldberg: Light in the Closet. Torah, Homosexuality and the Power to Change (Red Heifer Press. ISBN: 978-09631478-9-9)
7)    John Piper & Wayne Grudem: Recovering Biblical Manhood & Womanhood. A Response to Evangelical Feminism. (Crossway Books. ISBN 13: 978-1-58134-806-4. ISBN 10: 1-58134-806-1)
8)    Robert Lewis: Raising a Modern-Day Knight. A Father’s Role in Guiding His Son to Authentic Manhood (Tyndale House Publishers. ISBN-13: 978-1-58997-309-1. ISBN-10: 1-58997-309-7)

Oder auch die Arbeiten von Dr. Robert Gagnon, Michael L. Brown (siehe Links auf unserer Homepage).

Natürlich gibt es auch eine Reihe wissenschaftlicher Fachliteratur. Wir verweisen hierfür ebenso auf unsere Homepage (www.freewebs.com/jason-online).


„Argumente über die genetischen oder soziologischen Ursprünge der Homosexualität, über wahrhaft liebende homosexuelle Beziehungen – nichts davon würde Paulus beeindrucken. Er würde ganz einfach die Verwendung derartiger Informationen in Argumenten für die Akzeptanz homosexuellen Verhaltens als weiteren Beweis der menschlichen Blindheit hinsichtlich der Versklavung durch die Sünde verstehen.“
Marion Soards, Scripture and Homosexuality.

Paulus war es, der Homosexualität ausdrücklich verurteilt hat: im Römerbrief verweist er sowohl auf das Verhalten wie die inneren Anziehungen, im 1. Korinther- und im 1. Timotheusbrief sieht er das Verhalten getrennt von der Neigung. Er verschwendet auch keine Zeit darauf, weiter darüber zu argumentieren, da er ganz selbstverständlich davon ausging, dass seine Leser ebenso als falsch erkennen würden, was er verurteilte (womit er wohl auch richtig lag !). Bei anderen Punkten verbringt er ganze Kapitel damit, seine Verurteilung zu begründen. Warum? Weil er hier offensichtlich seine Leser noch von seiner Verurteilung überzeugen will. Homosexuelle Sünde hingegen fällt für Paulus in dieselbe Kategorie wie etwa Ehebruch und bedarf somit keiner weiteren Erklärung mehr. Eine Auffassung, die uns zu denken geben sollte.

Es kann also keinen Zweifel daran geben, dass Paulus Homosexualität als etwas Falsches und Unnatürliches ansah, auch wenn das heute einigen nicht passt und sie es gerne „im Licht der damaligen Zeit“ sehen und auf Basis neuer Erkenntnisse eigenmächtig uminterpretieren wollen. Er setzte diese Überzeugung durchaus auch bei seinen Lesern voraus, beschrieb diese Sünde aber nicht als schlimmer als etwa andere Sünden. Er sah sie als Symptom der gefallenen Natur der Menschen an, als etwas, dass nie innerhalb der Christen geschehen durfte – aber auch als etwas, in das zumindest einige seiner Leser einst verwickelt waren (vgl. 1 Kor 6,9-11). Diese Menschen haben aber auch Freiheit in Christus gefunden!

Sehen wir uns doch das Verständnis des Paulus von „natürlich“ und „unnatürlich“ etwas genauer an und lesen hierfür Röm 1,26-27:

„Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.“

Wie hat man dies bisher gesehen?

Paulus beginnt den Römerbrief damit, dass er die Menschheit in ihrem noch nicht erlösten und rebellischen Zustand beschreibt. Er will hier nicht etwa einzelne Sünden hervorheben, sondern aufzeigen, dass alle – Juden oder Christen – ohne die Erlösung Jesu Christi verloren sind. Zunächst spricht er allgemein über die menschliche Rasse. Alle Menschen wissen, dass es Gott gibt, aber in ihrem gefallenen Zustand interessiert sie das nicht und sie machen, was sie wollen (1,18-21). Klingt das einigen vertraut? Die Herzen der Menschen wurden „verfinstert“ und sie verfielen dem Götzendienst (Verse 21-23). Dann spricht Paulus über Homosexualität als Symptom dieses Problems und beschreibt diese als etwas Unnatürliches. Er war also nicht gerade „politisch korrekt“. Schließlich beschreibt er noch weitere Sünden, die ebenfallsdamals üblich waren. Von all diesen Sünden wird aber nur Homosexualität als „widernatürlich“ bezeichnet. Heute würde man Paulus dafür wohl wegen Diskriminierung vor Gericht bringen.

Schließlich heißt es am Ende des ersten Kapitels, dass jeder Mensch, der diese Sünden begeht, den Tod verdient. Ein hartes Urteil, dass uns ebenfalls zu denken geben sollte.

Paulus behauptet dabei keineswegs, dass jeder Mensch all diese Sünden begeht, die in diesem Kapitel aufgezählt werden. Er geht aber sehr wohl davon aus, dass diese Sünden weithin praktiziert werden und dass niemand, der dies liest nicht zumindest eine seiner eigenen Sünden auf dieser Liste wiederfindet. Ein zeitloses Statement wie es scheint.

Im zweiten Kapitel wendet sich Paulus dann an die Juden im Besonderen und sagt ihnen, sie können keineswegs davon ausgehen, dass sie von der Todesstrafe ausgenommen sind. Sünde findet sich überall – unabhängig von Nation oder Religion. Gleichzeitig aber ruft er zum Vertrauen in Christus – anstatt auf die eigene Gerechtigkeit – auf. Ebenfalls ein Statement, das uns zu denken geben sollte.

Nun meinen manche, Paulus würde hier nicht wahre Homosexuelle beschreiben, sondern Heterosexuelle, die homosexuelle Akte vollziehen, die gegen ihre eigene Natur sind. Heterosexuelle, die dies tun, würden ja gleichsam gegen ihre eigene Natur verstoßen – und das verurteilt Gott.

Die Sünde hierbei wäre also, etwas zu verändern, was für den Einzelnen (!) natürlich ist. Wenn es für jemand natürlich wwäre, homosexuell zu sein und er/sie dies auch auslebt, wäre das keine Sünde, da er/sie sich gemäß seiner/ihrer Natur verhält.

Nach dieser Auffassung verurteilt Paulus hier also Heterosexuelle, die wider ihre eigene Natur handelten, indem sie homosexuelle Akte begingen. Ähnlich wäre es wohl mit Homosexuellen, die heterosexuelleAkte zu tun versuchen.

All das hätte überhaupt nichts zu tun mit liebevollen homosexuellen Beziehungen, so wie wir sie heute kennen. Diese würden ja nur gemäß ihrer wahren Natur handeln und wären deshalb nicht das Ziel der Aussagen des Paulus. Paulus hätte von etwas ganz anderem gesprochen.

Ist das wirklich so?

Leider verfallen auch immer mehr TheologInnen dieser schwulen Ideologie – wenn auch mit den besten Absichten. Eine Ideologie, die äußerst geschickt geplant und vorbereitet wurde.

Gehen wir also näher auf die Aussagen von Paulus ein. Er spricht nämlich keineswegs so subjektiv über Homosexualität, wie ihm das manche unterstellen wollen. Nichts in seinen Versen weist darauf hin, dass er einen „wahren“ Homosexuellen von einem „falschen“ unterscheidet. Er beschreibt homosexuelles Verhalten (!) als unnatürlich – egal, wer es tut und warum er es tut. Ebenso gleichgültig ist für ihn, ob jemand es tut, weil er/sie so „geboren“ wurde.

Paulus wird in diesen Versen auch ungewöhnlich deutlich. Er verwendet für Männer und Frauen die griechischen Wörter, die am meisten das körperliche Geschlecht ausdrücken (das Geschlecht also, das man entgegen politisch korrekter Meinung nicht verändern kann!): arsenes und theleias. Diese Wörter finden sich nur selten im Neuen Testament. Wenn man sie denn antrifft, bezeichnen sie in besonderer Art und Weise das körperliche Geschlecht – wie etwa in „männliches (arsenes) Kind“. Sie werden also dann verwendet, wenn man besonders auf dieTatsacvhe eingehen will, dass jemand ein Mann (bzw. alternativ eine Frau) ist.

Paulus sagt demnach, dass das homosexuelle Verhalten für diese Menschen als Männer und Frauen (arsenes und theleias) unnatürlich war, nicht etwa weil es nicht ihrer sexuellen Orientierung entsprach. Mit anderen Worten: Paulus sagt, dass Homosexualität aus biologischer Sicht (!) unnatürlich ist – und das nicht nur für Heterosexuelle, sondern für jeden, egal, ob er/sie so empfindet oder nicht.

Ein anderer Gesichtspunkt: Die Männer, die Paulus beschreibt, „entbrannten in Begierde zueinander“ – es ist also höchst unwahrscheinlich, dass sie Heterosexuelle waren, die einfach mal Homosexualität ausprobieren wollten. Oder wann hast du zuletzt einen Heterosexuellen gesehen, der in Begierde zu einem Menschen desselben Geschlechts entbrannte?

Diese von Paulus beschriebenen Menschen hatten eine sehr starke innere Sehnsucht. Behaupten zu wollen, sie wären Heterosexuelle und würden wider ihre Natur handeln, widerspricht offensichtlich diesen Versen und man muss nicht Theologie studiert haben, um das zu erkennen.

Wenn die Verse 26 und 27 außerdem Menschen beschreiben würden, die nicht von Natur aus homosexuell empfinden, nicht aber für Menschen gelten sollten, die von Natur aus gleichgeschlechtlich fühlen, müssten wir dann nicht konsequent sein und diesen Grundsatz für all die Handlungen, die in diesem Kapitel erwähnt werden, anwenden? Muss dann nicht bei allen aufgeführten Sünden so verfahren werden?

Sehen wir uns also die Sünden an, die Paulus in den Versen 20 bis 31 erwähnt:

•    Homosexualität
•    Die Menschen haben Gott erkannt, aber nicht geehrt und Ihm nicht gedankt.
•    Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
•    Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.
•    Götzendienst
•    Unreinheit
•    Lüge
•    Weigerung, Gott anzuerkennen
•    Verworfenes Denken: Tun, was sich nicht gehört
•    Ungerechtigkeit
•    Schlechtigkeit
•    Habgier
•    Bosheit
•    Neid
•    Mord
•    Streit
•    List
•    Tücke
•    Verleumdung
•    Üble Nachrede
•    Hass auf Gott
•    Überheblichkeit
•    Hochmut
•    Prahlerei
•    Erfinderischsein im Bösen
•    Ungehorsam gegenüber Eltern
•    Unverständigkeit
•    Haltlosigkeit
•    Lieblosigkeit
•    Kein Erbarmen

Manche sagen nun also, Homosexualität sei nur eine Sünde, wenn sie von Menschen begangen wird, die nicht natürlich so empfinden (siehe oben genannte Argumentation). Sehen wir uns doch einmal diese ganze lange Liste an Sünden an, die im selben Kapitel wie Homosexualität erwähnt werden. Sünden, für die logischerweise derselbe Grundsatz angewendet werden müsste. Dies jedoch führt offensichtlich zu absurden Ergebnissen. Die einzig annehmbare Schlussfolgerung ist also, dass homosexuelle Handlungen – unabhängig von dem, wie Menschen von Natur aus empfinden – Sünde sind. Dies allein aufgrund der Tatsache, dass Gott für Männer und Frauen eine bestimmte Vorstellung hatte, was die Sexualität und das Zusammenleben anging. Sexualität im Rahmen einer lebenslangen, monogamen und heterosexuellen Ehe dient sowohl der Fortpflanzung als auch dem Wohl der Ehepartner. Dies darf nicht getrennt werden (etwa auch im Falle der Empfängnisverhütung, wo man die Fortpflanzung ausschließt, oder im Falle der Abtreibung).

Oder würde jemand ernsthaft dieselben „Argumente“ für die Sünden aus oben genannter Liste verwenden? Gibt es eine „liebende“ oder „liebevolle“ Art von List und Tücke? Oder von übler Nachrede? Das ist absurd. Man kann eben nicht beides haben. Die Versuche, hier anders zu argumentieren, klingen schon beinahe wie ein verzweifelter Versuch, das eigene Verhalten – um dessen Unangemessenheit aus christlicher Sicht man tief im Inneren sehr wohl weiß – nachträglich theologisch zu rechtfertigen.

Es gibt nun auch Menschen, die argumentieren, diese Verse würden sich nur auf Menschen beziehen, die sich dem Götzendienst verschrieben haben und nicht aber auf schwule Christen, die den wahren Gott anbeten.

In Vers 23 schreibt Paulus: „Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.“ (Einheitsübersetzung). Aufgrund dieses Verses meinen manche, die Aussagen von Paulus würden sich nur auf die Menschen beziehen, die Götzen oder falsche Götter anbeten – und nicht auf Schwule oder Lesben in liebenden und verantwortungsvollen homosexuellen Beziehungen. Letztere hätten ja nichts mit Götzendienst zu tun.

Tatsächlich?

Natürlich spielt der Götzendienst eine wichtige Rolle in diesem Kapitel. Paulus beginnt, indem er die allgemeine Rebellion der Menschen beschreibt, die das Geschöpf eher als den Schöpfer anbeten. Hier setzen nun schwule Theologen bzw.deren Anhänger an: Das würde nicht für sie gelten, da sie keine Götzen anbeten, sondern den wahren Gott.

Paulus beschreibt aber hier vielmehr wie bereits erwähnt die allgemeine Rebellion, die die Rebellion im Besonderen erst möglich macht. Man muss sich nicht erst vor dem goldenen Kalb verneigen oder um es herumtanzen, um an einem allgemeinen Leugnen Gottes teilzunehmen oder um diesem Leugnen durch bestimmte Taten Ausdruck zu verleihen. Dies hat nicht zwangsweise etwas mit Götzendienst zu tun.

Man muss nur einmal mit gesundem Menschenverstand dieses Kapitel durchlesen. Denken wir doch noch einmal an all die Sünden, die hier aufgezählt werden. Wenn man nun das Argument, hier würde nicht Homosexualität verurteilt, wie wir sie kennen, sondern Götzendienst, auch auf die anderen Sünden anwendet, ergeben sich absurde Ergebnisse. Oder würde jemand ernsthaft behaupten, all diese Sunden wären nur abzulehnen, wenn sie im Kontext des Götzendienstes begangen werden, aber akzeptabel, wenn sie in einer verantwortungs- und liebevollen Art und Weise begangen werden? Wohl kaum.

Das ist Unsinn und jeder Mensch kann das auch ohne theologische Ausbildung erkennen. Hier werden nicht Sünden verurteilt, die im Zusammenhang eines Götzendienstes begangen werden, sondern all diese aufgezählten Sünden sind Symptome eines gefallenen Zustands.


Nun führen einige wiederum an, Paulus würde hier übertriebenes und unverantwortliches sexuelles Verhalten ansprechen, das aus reiner Lust geschieht und Sex mit mehreren bzw. wechselnden Partnern umfasst. Das aber hat nichts zu tun mit einer liebevollen, verantwortungsbewussten homosexuellen Beziehung mit nur einem Partner.

Die Menschen, die Paulus in diesem Kapitel beschreibt, entbrannten aus Begierde zueinander, empfanden also Lustgefühle für Angehörige des eigenen Geschlechts und hatten auch Sex miteinander. Eine klare Angelegenheit. Weder die Art und Weise, wie er dies ausdrückte noch die Wahl seiner Worte weist jedoch darauf hin, dass hier mit vielen Menschen des eigenen Geschlechts Sex praktiziert wurde oder dass hier oft oder wahllos sexuelle Akte vollzogen wurden. Das aber heißt nichts anderes als dass Paulus homosexuelle Akte an sich verurteilte – und diese Verurteilung nicht einschränkte oder begrenzte (etwa auf die, die Homosexualität nicht verantwortungs- bzw. liebevoll oder mit vielen Partnern praktizieren). Diese Sünde wird nicht geringer, wenn sie nur einmal im Leben mit nur einem einzigen Menschen begangen wird. Das mag zwar manchem nicht passen, aber Paulus war hierzu eindeutig.


Gehen wir nun darauf ein, wie Paulus bestimmte griechische Wörter verwendet.

„Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten Gottes Königtum nicht erben werden? Lasst euch nicht beirren. Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben [griech.: malakos] , noch Männerliebhaber [griech.: arsenokoite], noch Diebe, noch Ausbeuter, nicht Säufer, nicht Schmähmäuler und auch nicht Räuber werden das Königtum Gottes erben.“ (1 Kor 6,9-11. Übersetzung von Fridolin Stier. Kösel-Verlag München und Patmos-Verlag Düsseldorf. Sehr zu empfehlen!!)

„und bedenkt, dass das Gesetz nicht für den Gerechten bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Menschen ohne Glauben und Ehrfurcht, für solche, die Vater oder Mutter töten, für Mörder, Unzüchtige, Knabenschänder [griech.: arsenokoite], Menschenhändler, für Leute, die lügen und Meineide schwören und all das tun, was gegen die gesunde Lehre verstößt.“ (1 Tim 1,9-11 – Einheitsübersetzung).

Im Römerbrief beschreibt Paulus Homosexualität im Detail. Bei oben genannten Versen aber erwähnt er sie nur und führt sie zusammen mit anderen Verhaltensweisen auf. Warum?

Im 1. Korintherbrief will er, dass das Verhalten von Christen sich völlig von dem von Nichtchristen unterscheidet (hört, hört…). Christen müssen in einer Art und Weise leben, die sie vom Rest der Welt abtrennt bzw. unterscheidet – ähnlich wie in Levitikus 18 und 20 sich die Israeliten von anderen Völkern unterscheiden sollen, was sexuelles Verhalten angeht. Sollte das nicht auch für uns heute gelten?

Im 1. Timotheusbrief (Vers 8) hingegen weist Paulus auf den rechten Gebrauch des Gesetzes des Alten Testaments hin und führt viele der Sünden auf, die dieses Gesetz verurteilt. Menschen, die diese Sünden begehen, werden vom Gesetz überführt. In beiden Abschnitten verwendet Paulus das griechische Wort arsenokoite für männliche Homosexualität (lesbische Homosexualität kommt in der Bibel nur einmal vor, nämlich in Roem 1,26). Was hat es mit diesem Wort auf sich?

Im 1. Korintherbrief wird dieses Wort mit „Männerliebhaber“ übersetzt, im 1. Timotheusbrief mit „Knabenschänder“. Im 1. Korintherbrief verwendet Paulus außerdem das Wort „malakos“ („Lustknaben“). Er sagt also, dass homosexuelle Akte, Akte zwischen erwachsenen Männern und Knaben sowie homosexuelle Prostitution Sünden sind, die diejenigen, die sie begehen, vom Königreich Gottes ausschließen. Dies neu interpretieren und aus einem klaren Nein ein Ja machen zu wollen, selbst wenn es mit den besten Absichten geschieht, bedeutet nichts anderes, als die Aussagen der Bibel und des kirchlichen Lehramts zu verdrehen.

Es gibt nun Menschen, die behaupten, Paulus hätte mit dem Wort arsenokoite nur männliche homosexuelle Prostitution gemeint (also nicht „normale“ Homosexuelle) und das Wort malakos würde sich nur auf Männer beziehen, die sich verkaufen (wahrscheinlich damals als Frauen verkleidet) oder die beim Sex zumindest den weiblichen Part übernehmen. Arsenokoite sei ein Wort, das von Paulus geprägt wurde und noch nie zuvor in der griechischen Literatur aufgetaucht ist. Zur damaligen Zeit gab es aber sehr wohl andere griechische Wörter für „homosexuell“. Wenn Paulus also wirklich über Homosexualität hätte reden wollen, hätte er doch eines der bereits existierenden Wörter dafür verwendet. Da er das nicht tat, könne man auch nicht sagen, er habe homosexuelle Akte an sich und für alle Menschen verurteilt.

Beim Wort malakos gibt es weniger Einwände – es kommt etwa auch in Mt 11,8 und Lk 7,25 vor, wo Jesus die beschreibt, die im Luxus leben. Es ist in diesen Versen aber nicht ganz klar, ob hier von eher schwachen Männern die Rede ist oder von Männern, die den Königen als Prostituierte zur Verfügung standen. Männern, die unter anderem als Frauen verkleidet waren.

Was jedoch klar ist, ist, dass diese Männer, nicht unbedingt Homosexuelle waren, obwohl sowohl Jesus als auch Paulus kritisch von ihnen sprachen. Ob sie nun aber homo- oder heterosexuell empfanden, es handelte sich höchstwahrscheinlich um Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex für Geld praktizierten (also ihren Körper verkaiuften), also nicht um typische Homosexuelle. Insofern stimmt es also, dass malakos kein Begriff ist, der alle Formen von Homosexualität verurteilt. Der Begriff arsenokoite tut das aber sehr wohl. Hier wird nun manchmal eingewendet, arsenokoite wurde sich nur auf männliche Prostituierte beziehen, und zwar auf männliche Prostituierte, die sowohl bei Frauen wie bei Männern den aktiven Part übernehmen konnten (Boswell argumentiert etwa so). Alternativ heißt es, Paulus würde allgemein Immoralität verurteilen, nicht aber Homosexualität im Besonderen. Dieser Begriff würde sich also auf in irgendeiner Art und Weise unmoralische Männer beziehen, nicht aber auf Homosexuelle.

Was ist also an diesen Einwänden dran? Ist das wirklich so?

Paulus hat mit arsenokoite einen neuen Begriff geprägt. Und? Er hat 179 neue Begriffe im Neuen Testament geprägt! Diese neu geprägten Wörter verändern aber keineswegs entscheidend den Kontext, in dem sie vorkommen.

Sehen wir uns aber dieses Wort etwas näher an:

Arsenokoite ist eine Kombination der Wörter arsenos und koite. Beide Wörter tauchen nur selten im Neuen Testament auf. Arsenos bezeichnet einen Mann, mit besonderer Hervorhebung des Geschlechts. Koite kommt nur zweimal im Neuen Testament vor und bedeutet Bett – mit einem sexuellen Beigeschmack:

„lasst uns wohlfällig den Weg gehen, (...) nicht in Beischläfereien [koite]“ (Röm 13,13. Übersetzung von Fridolin Stier. Kösel-Verlag München und Patmos-Verlag Düsseldorf. Sehr zu empfehlen!)

„Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett [koite] bleibe unbefleckt“ (Heb 13,4 – Einheitsübersetzung)

Die Art undWeise, wie Paulus diese beiden Wörter verwendet, macht deutlich, dass keines dieser Begriffe einen Verkauf oder Handel beinhaltet (etwa im Sinne von Prostitution). Er setzt die Begriffe männlich und Bett mit sexuellem Bezug zusammen – ohne jeglichen Hinweis auf Prostitution. Das Wort arsenokoite mag zwar von späteren Autoren auch im übertragenen Sinne gebraucht worden sein, die Bedeutung, die Paulus dem beimaß, war jedoch eindeutig und enthielt keinen Hinweis darauf.

Nun ein interessanter Punkt:

Arsenokoite hat auch eine hebräische Entsprechung: mishkab zakur. Mishkab bedeutet Bett – mit einer sexuellen Bedeutung - und zakur bedeutet männlich oder Männer. Kann es noch klarer werden?

Mishkab zakur findet sich etwa in Lev 18,22 und 20,13, die homosexuelle Akte zwischen Männern ausdrücklich verbieten. Hierüber gibt es keine Zweifel. In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Bibel, werden genau diese Begriffe arsenos und koite zur Übersetzung dieser alttestamentlichen Verse verwendet! Als Paulus also den Begriff arsenokoite prägte, nahm er ihn also nicht aus dem luftleeren Raum, sondern direkt vom Verbot homosexueller Akte in Levitikus. Auch wenn der Begriff für Paulus neu war, war seine Bedeutung und Absicht jedoch unzweifelhaft.

Wenn sich aber gleichgeschlechtliche Empfindungen als sehr intensiv und „natürlich“ für den Einzelnen darstellen? Ist dann nicht alles anders? Auch hierfür hat Paulus eine Antwort:

„Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen. Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes.“ (Roem 6,12-13. Einheitsübersetzung)

„Angesichts des Erbarmen Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst.“ (Röm 12,1 – Einheitsübersetzung)

Gott sagt nicht, dass es keinerlei Versuchungen mehr geben wird. Er will Gehorsam – unabhängig etwa von den Ursachen von Homosexualität. Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben sich diese nicht ausgesucht, aber Gott fordert von uns klar und deutlich, das, was uns als natürlich erscheint und möglicherweise bis zu einem gewissen Grad auch nicht zu verändern ist, beiseite zu legen und Ihm als lebendige Opfer hinzugeben. Nur dann können und werden wir wahren Frieden finden. Man hilft niemandem, wenn man ihm oder ihr ein theologisches Hintertürchen öffnet, um solch klaren Aussagen zu entgehen.

Vielleicht mag sich der eine oder andere Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen nun denken, Paulus hatte doch keine Ahnung, wie es ist, schwul zu sein. Das mag durchaus so sein, aber Paulus hatte sehr wohl eine Ahnung davon, wie es ist, gegen die Sünde zu kämpfen. Es ist auch gar nicht wichtig, ob er das nachvollziehen konnte oder nicht. Er verurteilte homosexuelles Verhalten – unabhängig von dessen Ursachen.

Hatte Paulus nun keine Ahnung von Homosexualität, so wie wir sie heute kennen? So wird ja heute häufig argumentiert.

Die Vorstellung einer Homosexualität zwischen Erwachsenen, die dies mit vollem Einverständnis taten, war damals aber keineswegs so fremd, wie das manche heute denken mögen. Auch die Vorstellung, Menschen könnten homosexuell geboren sein, war in hellenistischen Zeiten durchaus bekannt. Aristoteles etwa kannte die homosexuelle Orientierung sehr wohl und befürwortete sie ausdrücklich! Man kann also  durchaus davon ausgehen, dass Paulus dies auch bekannt war. Außerdem ist die Bibel ja vom Heiligen Geist inspiriert und man kann doch annehmen, dass Gott ebensoviel über gleichgeschlechtliche Neigungen wusste wie wir heute.

Eine Theologie, die die Argumente der Schwulenbewegung aufgreift und unterstützt, mag zwar aus menschlicher Sicht nachvollziehbar und für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen eine große Versuchung sein, jedoch entspricht sie nicht den biblischen Aussagen oder der Lehre der Kirche in den letzten 2.000 Jahren. Gerade Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sollten einmal im Gebet in sich gehen und sich fragen, ob es wirklich Überzeugung ist, die sie dazu bringt, den Argumenten der Schwulenbewegung hinsichtlich der Bibel zu glauben oder passt es nicht vielmehr in ihre persönliche Lebensvorstellung? Stützen wir uns auf die Aussagen der Bibel und der Kirche – oder auf unsere persönlichen Gedanken, Gefühle, Empfindungen und Erfahrungen – oder „aktuellen wissenschaftlichen Entdeckungen“, die uns vergessen lassen, was Gott uns gesagt hat?

Vor einem jedoch hat uns die Bibel gewarnt: unser Herz kann sehr trügerisch sein...


(Quellen: u.a. Joe Dallas: The Gay Gospel? How Pro-Gay Advocates Misread the Bible (Harvest House Publishers, ISBN-13: 978-0-7369-1834-3. ISBN-10: 0-7369-1834-5), Thomas E. Schmidt: Straight & Narrow? Compassion and Clarity in the Homosexual Debate (InterVarsity Press. ISBN 0-8308-1858-8). Beides sehr zu empfehlen!! Eine weitere Quelle, ebenso empfehlenswert: Jason Evert).

Quelle: JASON Ministries: www.freewebs.com/jason-online

Homo-Ehe

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen

IV. Verhaltsweisen der katholischen Politiker in Bezug auf Gesetzgebungen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften

"10. Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise, und zwar auf der Ebene der Verantwortung, die ihnen eigen ist.

Wenn sie mit Gesetzesvorlagen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften konfrontiert werden, sind folgende ethische Anweisungen zu beachten.

Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung."

(Quelle: http://www.ehe-schuetzen.at/index.php?arguments)



KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN

 

EINLEITUNG

1. Verschiedene Fragen bezüglich der Homosexualität sind in letzter Zeit mehrmals von Papst Johannes Paul II. und den zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhls erörtert worden.(1) Es handelt sich nämlich um ein beunruhigendes moralisches und soziales Phänomen, auch in jenen Ländern, in denen es in der Rechtsordnung keine Beachtung findet. Noch bedenklicher wird es aber in den Ländern, die den homosexuellen Lebensgemeinschaften eine rechtliche Anerkennung, die in einigen Fällen auch die Befähigung zur Adoption von Kindern einschließt, bereits gewährt haben oder gewähren wollen. Die vorliegenden Erwägungen enthalten keine neuen Lehraussagen, sondern wollen die wesentlichen Punkte zu dem Problem in Erinnerung rufen und einige Argumente rationaler Natur liefern, die den Bischöfen bei der Abfassung von spezifischeren Stellungnahmen entsprechend den besonderen Situationen in den verschiedenen Regionen der Welt helfen können; solche Stellungnahmen werden darauf ausgerichtet sein, die Würde der Ehe, die das Fundament der Familie bildet, sowie die Stabilität der Gesellschaft, deren grundlegender Bestandteil diese Institution ist, zu schützen und zu fördern. Diese Erwägungen haben auch zum Ziel, die katholischen Politiker in ihrer Tätigkeit zu orientieren und ihnen die Verhaltensweisen darzulegen, die mit dem christlichen Gewissen übereinstimmen, wenn sie mit Gesetzesentwürfen bezüglich dieses Problems konfrontiert werden.(2) Weil es sich um eine Materie handelt, die das natürliche Sittengesetz betrifft, werden die folgenden Argumente nicht nur den Gläubigen vorgelegt, sondern allen Menschen, die sich für die Förderung und den Schutz des Gemeinwohls der Gesellschaft einsetzen.

 

I. NATUR UND UNVERZICHTBARE MERKMALE DER EHE

2. Die Lehre der Kirche über die Ehe und die Komplementarität der Geschlechter legt eine Wahrheit vor, die der rechten Vernunft einsichtig ist und als solche von allen großen Kulturen der Welt anerkannt wird. Die Ehe ist nicht eine beliebige Gemeinschaft von menschlichen Personen. Sie wurde vom Schöpfer mit einer eigenen Natur sowie eigenen Wesenseigenschaften und Zielen begründet.(3) Keine Ideologie kann dem menschlichen Geist die Gewissheit nehmen, dass es eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts gibt, die durch die gegenseitige personale Hingabe, die ihnen eigen und ausschließlich ist, nach der Gemeinschaft ihrer Personen streben. Auf diese Weise vervollkommnen sie sich gegenseitig und wirken mit Gott an der Zeugung und an der Erziehung neuen Lebens mit.

3. Die natürliche Wahrheit über die Ehe wurde durch die Offenbarung bekräftigt, die in den biblischen Schöpfungsberichten enthalten ist und auch die ursprüngliche menschliche Weisheit zum Ausdruck bringt, in der sich die Stimme der Natur selbst Gehör verschafft. Das Buch Genesis spricht von drei grundlegenden Aspekten des Schöpferplanes über die Ehe.

Zum einen wurde der Mensch, das Abbild Gottes, «  als Mann und Frau  » geschaffen (Gen 1,27). Als Personen sind Mann und Frau einander gleich, in ihrem Mann- und Frausein ergänzen sie einander. Die Sexualität gehört einerseits zur biologischen Sphäre, wird aber andererseits im menschlichen Geschöpf auf eine neue, und zwar auf die personale Ebene erhoben, wo Natur und Geist sich miteinander verbinden.

Zum anderen wurde die Ehe vom Schöpfer als die Lebensform gegründet, in der sich jene Gemeinschaft unter Personen verwirklicht, die die Ausübung der Geschlechtlichkeit einbezieht. «  Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch  » (Gen 2,24).

Schließlich wollte Gott der Einheit von Mann und Frau eine besondere Teilhabe an seinem Schöpfungswerk geben. Deshalb segnete er den Mann und die Frau mit den Worten: «  Seid fruchtbar, und vermehrt euch  » (Gen 1,28). Nach dem Plan des Schöpfers gehören also die Komplementarität der Geschlechter und die Fruchtbarkeit zum Wesen der ehelichen Institution.

Darüber hinaus ist die eheliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau von Christus zur Würde eines Sakramentes erhoben worden. Die Kirche lehrt, dass die christliche Ehe ein wirksames Zeichen des Bundes zwischen Christus und der Kirche ist (vgl. Eph 5,32). Diese christliche Bedeutung der Ehe schmälert keineswegs den tief menschlichen Wert der ehelichen Verbindung von Mann und Frau, sondern bestätigt und bekräftigt ihn (vgl. Mt 19,3-12; Mk 10,6-9).

4. Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Denn bei den homosexuellen Handlungen bleibt «  die Weitergabe des Lebens [...] beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen  ».(4)

Homosexuelle Beziehungen werden «  in der Heiligen Schrift als schwere Verirrungen verurteilt... (vgl. Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind  ».(5) Dieses moralische Urteil, das man bei vielen kirchlichen Schriftstellern der ersten Jahrhunderte(6) findet, wurde von der katholischen Tradition einmütig angenommen.

Nach der Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen «  mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen  ».(7) Diese Personen sind wie die anderen Christen gerufen, ein keusches Leben zu führen.(8) Aber die homosexuelle Neigung ist «  objektiv ungeordnet  »,(9) und homosexuelle Praktiken gehören «  zu den Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen  ».(10)

 

II. HALTUNGEN GEGENÜBER DEM PROBLEM DER HOMOSEXUELLEN LEBENSGEMEINSCHAFTEN

5. Die zivilen Autoritäten nehmen gegenüber dem Phänomen der faktisch bestehenden homosexuellen Lebensgemeinschaften verschiedene Haltungen ein: Manchmal beschränken sie sich darauf, das Phänomen zu tolerieren; manchmal fördern sie die rechtliche Anerkennung solcher Lebensgemeinschaften mit dem Vorwand, hinsichtlich einiger Rechte die Diskriminierung jener Menschen zu vermeiden, die mit einer Person des gleichen Geschlechts zusammenleben; in einigen Fällen befürworten sie sogar die rechtliche Gleichstellung der homosexuellen Lebensgemeinschaften mit der Ehe im eigentlichen Sinn, ohne die rechtliche Möglichkeit zur Adoption von Kindern auszuschließen.

Wo der Staat eine Politik der Toleranz des Faktischen betreibt, die nicht das Bestehen eines Gesetzes einschließt, das solchen Lebensformen ausdrücklich eine rechtliche Anerkennung verleiht, müssen die verschiedenen Aspekte des Problems sorgfältig unterschieden werden. Das Gewissen fordert in jedem Fall, Zeugnis abzulegen für die ganze sittliche Wahrheit, der sowohl die Billigung homosexueller Beziehungen wie auch die ungerechte Diskriminierung homosexueller Menschen widerspricht. Deshalb sind diskrete und kluge Stellungnahmen nützlich, die zum Beispiel folgenden Inhalt haben könnten: den instrumentalen oder ideologischen Gebrauch aufdecken, den man von einer solchen Toleranz machen kann; den unsittlichen Charakter dieser Art von Lebensgemeinschaften klar herausstellen; den Staat auf die Notwendigkeit hinweisen, das Phänomen in Grenzen zu halten, damit das Gewebe der öffentlichen Moral nicht in Gefahr gerät und vor allem die jungen Generationen nicht einer irrigen Auffassung über Sexualität und Ehe ausgesetzt werden, die sie des notwendigen Schutzes berauben und darüber hinaus zur Ausbreitung des Phänomens beitragen würde. Jene, die diese Toleranz gebrauchen, um bestimmte Rechte für zusammenlebende homosexuelle Personen einzufordern, müssen daran erinnert werden, dass die Toleranz des Bösen etwas ganz anderes ist als die Billigung oder Legalisierung des Bösen.

Werden homosexuelle Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt oder werden sie der Ehe gleichgestellt, indem man ihnen die Rechte gewährt, die der Ehe eigen sind, ist es geboten, klar und deutlich Einspruch zu erheben. Man muss sich jedweder Art formeller Mitwirkung an der Promulgation und Anwendung von so schwerwiegend ungerechten Gesetzen und, soweit es möglich ist, auch von der materiellen Mitwirkung auf der Ebene der Anwendung enthalten. In dieser Materie kann jeder das Recht auf Einspruch aus Gewissensgründen geltend machen.

 

III. RATIONALE ARGUMENTE GEGEN DIE RECHTLICHE ANERKENNUNG HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

6. Um zu verstehen, weshalb es notwendig ist, sich in dieser Weise den Instanzen entgegenzustellen, die die Legalisierung der homosexuellen Lebensgemeinschaften anstreben, bedarf es einiger spezifischer ethischer Erwägungen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen bewegen.

In Bezug auf die rechte Vernunft

Die Aufgabe des staatlichen Gesetzes ist gewiss im Vergleich zu der des sittlichen Gesetzes von begrenzterem Umfang.(11) Das staatliche Gesetz kann aber nicht in einen Widerspruch zur rechten Vernunft treten, ohne seinen das Gewissen bindenden Charakter zu verlieren.(12) Jedes von Menschen erlassene Gesetz hat den Charakter eines Gesetzes, insoweit es mit dem natürlichen Sittengesetz, das von der rechten Vernunft erkannt wird, übereinstimmt und insbesondere die unveräußerlichen Rechte jeder Person achtet.(13) Die Gesetzgebungen zu Gunsten der homosexuellen Lebensgemeinschaften widersprechen der rechten Vernunft, weil sie der Lebensgemeinschaft zwischen zwei Personen desselben Geschlechts rechtliche Garantien verleihen, die jenen der ehelichen Institution analog sind. In Anbetracht der Werte, die auf dem Spiel stehen, könnte der Staat diese Lebensgemeinschaften nicht legalisieren, ohne die Pflicht zu vernachlässigen, eine für das Gemeinwohl so wesentliche Einrichtung zu fördern und zu schützen, wie es die Ehe ist.

Man kann sich fragen, wie ein Gesetz dem Gemeinwohl widersprechen kann, das niemandem eine besondere Verhaltensweise auferlegt, sondern sich darauf beschränkt, eine faktische Gegebenheit zu legalisieren, die dem Anschein nach niemandem Unrecht zufügt. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, vor allem den Unterschied zu bedenken zwischen dem homosexuellen Verhalten als einem privaten Phänomen und demselben Verhalten als einer im Gesetz vorgesehenen und gebilligten sozialen Beziehung, aus der man eine der Institutionen der Rechtsordnung machen möchte. Das zweite Phänomen ist nicht nur schwerwiegender, sondern hat eine sehr umfassende und tiefgehende Tragweite und würde die gesamte soziale Struktur in einer Weise verändern, die dem Gemeinwohl widerspräche. Staatliche Gesetze sind Strukturprinzipien des Lebens der Menschen in der Gesellschaft, zum Guten oder zum Bösen. Sie spielen «  eine sehr wichtige und manchmal entscheidende Rolle bei der Förderung einer Denkweise und einer Gewohnheit  ».(14) Lebensformen und darin sich ausdrückende Modelle gestalten das gesellschaftliche Leben nicht nur äußerlich, sondern neigen dazu, bei den jungen Generationen das Verständnis und die Bewertung der Verhaltensweisen zu verändern. Die Legalisierung von homosexuellen Lebensgemeinschaften würde deshalb dazu führen, dass das Verständnis der Menschen für einige sittliche Grundwerte verdunkelt und die eheliche Institution entwertet würde.

In biologischer und anthropologischer Hinsicht

7. Den homosexuellen Lebensgemeinschaften fehlen ganz und gar die biologischen und anthropologischen Faktoren der Ehe und der Familie, die vernünftigerweise eine rechtliche Anerkennung solcher Lebensgemeinschaften begründen könnten. Sie sind nicht in der Lage, auf angemessene Weise die Fortpflanzung und den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten. Ein eventueller Rückgriff auf die Mittel, die ihnen durch die neuesten Entdeckungen im Bereich der künstlichen Fortpflanzung zur Verfügung gestellt werden, wäre nicht nur mit schwerwiegenden Mängeln an Achtung vor der menschlichen Würde behaftet,(15) sondern würde diese ihre Unzulänglichkeit in keiner Weise beheben.

Den homosexuellen Lebensgemeinschaften fehlt auch gänzlich die eheliche Dimension, welche die menschliche und geordnete Form der geschlechtlichen Beziehungen ausmacht. Sexuelle Beziehungen sind menschlich, wenn und insoweit sie die gegenseitige Hilfe der Geschlechter in der Ehe ausdrücken und fördern und für die Weitergabe des Lebens offen bleiben.

Wie die Erfahrung zeigt, schafft das Fehlen der geschlechtlichen Bipolarität Hindernisse für die normale Entwicklung der Kinder, die eventuell in solche Lebensgemeinschaften eingefügt werden. Ihnen fehlt die Erfahrung der Mutterschaft oder der Vaterschaft. Das Einfügen von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften durch die Adoption bedeutet faktisch, diesen Kindern Gewalt anzutun in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürftigkeit ausnützt, um sie in ein Umfeld einzuführen, das ihrer vollen menschlichen Entwicklung nicht förderlich ist. Eine solche Vorgangsweise wäre gewiss schwerwiegend unsittlich und würde offen einem Grundsatz widersprechen, der auch von der internationalen Konvention der UNO über die Rechte der Kinder anerkannt ist. Demgemäß ist das oberste zu schützende Interesse in jedem Fall das Interesse des Kindes, das den schwächeren und schutzlosen Teil ausmacht.

In sozialer Hinsicht

8. Die Gesellschaft verdankt ihren Fortbestand der Familie, die in der Ehe gründet. Die unvermeidliche Folge der rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften ist, dass man die Ehe neu definiert und zu einer Institution macht, die in ihrer gesetzlich anerkannten Form die wesentliche Beziehung zu den Faktoren verliert, die mit der Heterosexualität verbunden sind, wie zum Beispiel die Aufgabe der Fortpflanzung und der Erziehung. Wenn die Ehe zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts in rechtlicher Hinsicht nur als eine mögliche Form der Ehe betrachtet würde, brächte dies eine radikale Veränderung des Begriffs der Ehe zum schweren Schaden für das Gemeinwohl mit sich. Wenn der Staat die homosexuelle Lebensgemeinschaft auf eine rechtliche Ebene stellt, die jener der Ehe und Familie analog ist, handelt er willkürlich und tritt in Widerspruch zu seinen eigenen Verpflichtungen.

Um die Legalisierung der homosexuellen Lebensgemeinschaften zu stützen, kann man sich nicht auf das Prinzip der Achtung und der Nicht-Diskriminierung jeder Person berufen. Eine Unterscheidung unter Personen oder die Ablehnung einer sozialen Anerkennung oder Leistung sind nämlich nur dann unannehmbar, wenn sie der Gerechtigkeit widersprechen.(16) Wenn man den Lebensformen, die weder ehelich sind noch sein können, den sozialen und rechtlichen Status der Ehe nicht zuerkennt, widerspricht dies nicht der Gerechtigkeit, sondern wird im Gegenteil von ihr gefordert.

Auch auf das Prinzip der rechten persönlichen Autonomie kann man sich vernünftigerweise nicht berufen. Eine Sache ist es, dass die einzelnen Bürger frei Tätigkeiten ausüben können, für die sie Interesse hegen, und dass diese Tätigkeiten im Großen und Ganzen in den allgemeinen bürgerlichen Freiheitsrechten Platz haben. Eine ganz andere Sache ist es, dass Tätigkeiten, die für die Entwicklung der Person und der Gesellschaft keinen bedeutsamen, positiven Beitrag darstellen, vom Staat eine eigene qualifizierte rechtliche Anerkennung erhalten. Die homosexuellen Lebensgemeinschaften erfüllen auch nicht in einem weiteren analogen Sinn die Aufgaben, deretwegen Ehe und Familie eine eigene qualifizierte Anerkennung verdienen. Es gibt jedoch gute Gründe zur Annahme, dass diese Lebensgemeinschaften für die gesunde Entwicklung der menschlichen Gesellschaft schädlich sind, vor allem wenn ihr tatsächlicher Einfluss auf das soziale Gewebe zunehmen würde.

In rechtlicher Hinsicht

9. Weil die Ehepaare die Aufgabe haben, die Folge der Generationen zu garantieren, und deshalb von herausragendem öffentlichen Interesse sind, gewährt ihnen das bürgerliche Recht eine institutionelle Anerkennung. Die homosexuellen Lebensgemeinschaften bedürfen hingegen keiner spezifischen Aufmerksamkeit von Seiten der Rechtsordnung, da sie nicht die genannte Aufgabe für das Gemeinwohl besitzen.

Nicht zutreffend ist das Argument, dass die rechtliche Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften notwendig wäre, um zu verhindern, dass die homosexuell Zusammenlebenden auf Grund der bloßen Tatsache ihres Zusammenlebens die wirksame Anerkennung der allgemeinen Rechte verlieren, die sie als Personen und als Bürger haben. In Wirklichkeit können sie jederzeit wie alle Bürger, ausgehend von ihrer persönlichen Autonomie, auf das allgemeine Recht zurückgreifen, um rechtliche Situationen von gegenseitigem Interesse zu schützen. Es ist jedoch eine schwerwiegende Ungerechtigkeit, das Gemeinwohl und die authentischen Rechte der Familie zu opfern, um Güter zu erlangen, die auf Wegen garantiert werden können und müssen, die nicht für die ganze Gesellschaft schädlich sind.(17)

 

IV. VERHALTENSWEISEN DER KATHOLISCHEN POLITIKER IN BEZUG AUF GESETZGEBUNGEN ZU GUNSTEN HOMOSEXUELLER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

10. Wenn alle Gläubigen verpflichtet sind, gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben, dann sind es die katholischen Politiker in besonderer Weise, und zwar auf der Ebene der Verantwortung, die ihnen eigen ist. Wenn sie mit Gesetzesvorlagen zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften konfrontiert werden, sind folgende ethische Anweisungen zu beachten.

Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung.

Wenn ein Gesetz zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften schon in Kraft ist, muss der katholische Parlamentarier auf die ihm mögliche Art und Weise dagegen Einspruch erheben und seinen Widerstand öffentlich kundtun: Es handelt sich hier um die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben. Wenn es nicht möglich wäre, ein Gesetz dieser Art vollständig aufzuheben, könnte es ihm mit Berufung auf die in der Enzyklika Evangelium vitae enthaltenen Anweisungen «  gestattet sein, Gesetzesvorschläge zu unterstützen, die die Schadensbegrenzung eines solchen Gesetzes zum Ziel haben und die negativen Auswirkungen auf das Gebiet der Kultur und der öffentlichen Moral vermindern  ». Voraussetzung dafür ist, dass sein «  persönlicher absoluter Widerstand  » gegen solche Gesetze «  klargestellt und allen bekannt  » ist und die Gefahr des Ärgernisses vermieden wird.(18) Dies bedeutet nicht, dass in dieser Sache ein restriktiveres Gesetz als ein gerechtes oder wenigstens annehmbares Gesetz betrachtet werden könnte. Es geht vielmehr um einen legitimen und gebührenden Versuch, ein ungerechtes Gesetz wenigstens teilweise aufzuheben, wenn die vollständige Aufhebung momentan nicht möglich ist.

 

SCHLUSS

11. Nach der Lehre der Kirche kann die Achtung gegenüber homosexuellen Personen in keiner Weise zur Billigung des homosexuellen Verhaltens oder zur rechtlichen Anerkennung der homosexuellen Lebensgemeinschaften führen. Das Gemeinwohl verlangt, dass die Gesetze die eheliche Gemeinschaft als Fundament der Familie, der Grundzelle der Gesellschaft, anerkennen, fördern und schützen. Die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe würde bedeuten, nicht nur ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende Werte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören. Die Kirche kann nicht anders, als diese Werte zu verteidigen, für das Wohl der Menschen und der ganzen Gesellschaft.

Papst Johannes Paul II. hat die vorliegenden Erwägungen, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden waren, in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten am 28. März 2003 gewährten Audienz approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 3. Juni 2003, dem Gedenktag der heiligen Märtyrer Karl Lwanga und Gefährten.

Joseph Card. Ratzinger
Präfekt

Angelo Amato, S.D.B.
Titularerzbischof von Sila
Sekretär


(1) Vgl. Johannes Paul II., Ansprachen beim Angelus, 20. Februar 1994 und 19. Juni 1994; Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Familie, 24. März 1999; Katechismus der Katholischen Kirche, 2357-2359, 2396; Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Persona humana, 29. Dezember 1975, 8; Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen, 1. Oktober 1986; Einige Erwägungen bezüglich der Antwort auf Gesetzesvorschläge über die Nicht-Diskriminierung homosexueller Personen, 24. Juli 1992; Päpstlicher Rat für die Familie, Schreiben an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Europas über den Beschluss des Europaparlamentes in Bezug auf homosexuelle Paare, 25. März 1994; Familie, Ehe und «  de-facto  »-Lebensgemeinschaften, 26. Juli 2000, 23.

(2) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Lehrmäßige Note zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben, 24. November 2002, 4.

(3) Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 48.

(4) Katechismus der Katholischen Kirche, 2357.

(5) Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Persona humana, 29. Dezember 1975, 8.

(6) Vgl. zum Beispiel Hl. Polykarp, Brief an die Philipper, V, 3; Hl. Justin, Erste Apologie, 27, 1-4; Athenagoras, Bitte für die Christen, 34.

(7) Katechismus der Katholischen Kirche, 2358; vgl. Kongregation für die Glaubens- lehre, Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen, 1. Oktober 1986, 10.

(8) Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2359; vgl. Kongregation für die Glaubens- lehre, Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen, 1. Oktober 1986, 12.

(9) Katechismus der Katholischen Kirche, 2358.

(10) Ebd., 2396.

(11) Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, 25. März 1995, 71.

(12) Vgl. ebd., 72.

(13) Vgl. Hl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae, I-II, q. 95, a. 2.

(14) Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, 25. März 1995, 90.

(15) Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum vitae, 22. Februar 1987, II. A. 1-3.

(16) Vgl. Hl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae, II-II, q. 63, a. 1, c.

(17) Darüber hinaus besteht immer die Gefahr, dies darf man nicht vergessen,  »dass ein Gesetz, welches aus der Homosexualität eine Grundlage zur Erlangung von Rechten macht, faktisch eine Person mit homosexueller Neigung ermutigen kann, sich als homosexuell zu deklarieren oder sogar einen Partner zu suchen, um die Anordnungen des Gesetzes auszunützen«  (Kongregation für die Glaubenslehre, Einige Erwägungen bezüglich der Antwort auf Gesetzesvorschläge über die Nicht-Diskriminierung homosexueller Personen, 24. Juli 1992, 14).

(18) Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, 25. März 1995, 73.


(Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_homosexual-unions_ge.html)




PÄPSTLICHER RAT FÜR DIE FAMILIE

EHE, FAMILIE UND „FAKTISCHE LEBENSGEMEINSCHAFTEN“

 

Vorwort 

Die steigende Zahl faktischer Lebensgemeinschaften und die daraus folgende Abneigung gegen die Ehe sind ein in der ganzen Gesellschaft weitverbreitetes Phänomen, das die christliche Gemeinschaft eindringlich im Gewissen anspricht. Die Kirche hat die „Zeichen der Zeit“ erkannt und kommt daher nicht umhin, sich mit dieser Frage zu befassen.

Im Bewußtsein der ernsten sozialen und pastoralen Folgen einer solchen Situation hat der Päpstliche Rat für die Familie im Jahr 1999 und in den ersten Monaten des Jahres 2000 eine Reihe von Studientagen veranstaltet. Das vorliegende Dokument ist das Ergebnis dieser Tagungen, an denen große Persönlichkeiten und renommierte Fachleute der ganzen Welt teilgenommen haben, um diese heikle Frage mit großer Tragweite für Kirche und Welt gebührend zu analysieren.

Das Dokument setzt sich mit der schwierigen Situation von heute auseinander, bei der es genau um den zentralen Kern menschlicher Beziehungen, um die heikle Frage der innigen Verbindung zwischen Familie und Leben, um die empfindlichsten Bereiche des menschlichen Herzens geht. Zur gleichen Zeit ist angesichts der unleugbaren öffentlichen Tragweite und der derzeitigen internationalen politischen Konstellation ein richtungsweisendes Wort notwendig und dringlich. Es richtet sich zuallererst an die entsprechenden Verantwortlichen, die durch die Verabschiedung von Gesetzen der Ehe als Institution entweder rechtlichen Bestand verleihen oder das Gemeinwohl, das diese natürliche Institution schützt, schmälern, wenn sie von einer Betrachtung der persönlichen Probleme ausgehen, die nicht der Wirklichkeit entspricht.

Die folgenden Überlegungen richten sich aber auch an die Bischöfe, die heute viele Christen dort abholen müssen, wo sie sind, und zur Aufwertung dieses natürlichen Werts führen müssen, der durch die Ehe als Institution geschützt und durch das christliche Sakrament besiegelt wird. Die in der Ehe begründete Familie entspricht dem Plan des Schöpfers „am Anfang“ (Mt 19,4). Im Reich Gottes kann nur der Same der in das Herz des Menschen eingeschriebenen Wahrheit ausgesät werden, weil nur sie „durch ihre Ausdauer Frucht bringen“ (Lk 8,15) kann; einer Wahrheit, die Erbarmen, Verständnis und Appell ist, in Jesus „das Licht der Welt“ (Joh 8,12) und die Kraft zu erkennen, die uns aus der Macht des Bösen befreit.

Schließlich möchte das vorliegende Dokument ein positiver Beitrag zum Dialog sein, damit die Wahrheit der Dinge und der sich aus der natürlichen Ordnung ergebenden Forderungen klar zutage treten. Es ist somit als Teilnahme am sozio-politischen Diskurs und als Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl zu verstehen.

Gott gebe es, daß viele Menschen guten Willens diese nüchternen und verantwortungsbewußten Überlegungen teilen und sie dieser für Kirche und Welt notwendigen Lebensgemeinschaft, welche die Familie ist, zum Vorteil gereichen.

Vatikanstadt, 26. Juli 2000
Gedenktag der Heiligen Joachim und Anna, der Eltern der allerseligsten Jungfrau Maria
 

Alfonso Kardinal López Trujillo
Präsident

Bischof Francisco Gil Hellin
Sekretär
 

Einleitung

1. Die sogenannten „faktischen Lebensgemeinschaften“ haben in den letzten Jahren in der Gesellschaft eine immer größere Bedeutung gewonnen. Initiativen fordern ihre institutionelle Anerkennung, ja sogar ihre Gleichstellung mit aus der Ehe hervorgegangen Familien. Angesichts einer so ernsten Frage, die sich auf die Zukunft der ganzen Menschheitsfamilie auswirken wird, möchte der Päpstliche Rat für die Familie mit Hilfe der folgenden Überlegungen auf die Gefahren einer solchen Anerkennung und Gleichstellung für die Identität der ehelichen Verbindung sowie auf den dadurch entstehenden großen Schaden für die Familie und für das Gemeinwohl aufmerksam machen.

Nach einer Untersuchung der sozialen Aspekte der faktischen Lebensgemeinschaften, der konstitutiven Elemente und existentiellen Beweggründe setzt sich das vorliegende Dokument mit der Frage ihrer rechtlichen Anerkennung und Gleichstellung vor dem Hintergrund der in der Ehe begründeten Familie und der Gesellschaft als ganze auseinander. Danach befaßt es sich mit der Familie als Gut der Gesellschaft. Der Text betont in diesem Zusammenhang die zu fördernden objektiven Werte und die Rechtspflicht der Gesellschaft, die in der Ehe begründete Familie zu schützen und zu fördern. Danach erörtert es eingehender einige Aspekte der Forderungen nach einer Gleichstellung mit der Ehe. Schließlich legt es allgemeine Unterscheidungskriterien für die Pastoral vor, die den christlichen Gemeinschaften zur Orientierung dienen sollen.

Die folgenden Ausführungen sind nicht nur an die gerichtet, die in der katholischen Kirche die „Kirche des lebendigen Gottes“ erkennen, „die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist“ (1 Tim 3,15), sondern auch an die Christen der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sowie an alle, die sich aufrichtig für dieses kostbare Gut, nämlich die Familie, die Grundzelle der Gesellschaft, einsetzen. Denn wie das II. Vatikanische Konzil lehrt, „ist das Wohl der Person sowie der menschlichen und christlichen Gesellschaft zuinnerst mit einem Wohlergehen der Ehe- und Familiengemeinschaft verbunden. Darum begrüßen die Christen zusammen mit allen, welche diese Gemeinschaft hochschätzen, aufrichtig all die verschiedenen Hilfen, mittels derer man heute in der Förderung dieser Gemeinschaft der Liebe und im Schutz des Lebens vorwärtskommt und Gatten und Eltern bei ihrer großen Aufgabe unterstützt werden“.[1]

I – Die „faktischen Lebensgemeinschaften“ 

Soziale Aspekte der „faktischen Lebensgemeinschaften“ 

2. Der Ausdruck „faktische Lebensgemeinschaft“ beinhaltet die Gesamtheit von vielfältigen und verschiedenartigen menschlichen Wirklichkeiten. Gemeint ist das Zusammenleben (unter Einschluß der sexuellen Gemeinschaft) ohne vorherige Eheschließung. Charakteristisch für die faktischen Lebensgemeinschaften ist genau genommen die Ablehnung der ehelichen Bindung oder der Aufschub auf einen späteren Zeitpunkt. Das hat ernste Folgen.

Bei der Eheschließung übernimmt man durch den ehelichen Liebesbund öffentlich alle Pflichten, die sich aus der so eingegangenen Bindung ergeben. Die öffentliche Übernahme der Pflichten erweist sich nicht nur für Eheleute und Kinder, für deren affektive Reifung und Erziehung, sowie für die anderen Familienangehörigen als Gut. Die in der Ehe begründete Familie ist vielmehr auch für die gesamte Gesellschaft ein grundlegendes und wertvolles Gut. Denn die Werte, die in den Beziehungen in der Familie konkret gelebt werden, bilden das feste Fundament der Gesellschaft. Die Beständigkeit dieser Beziehung wird ihrerseits aber nur durch die Ehe gewährleistet. Das sich aus der Ehe ergebende Gut ist aber genauso wesentlich für die Kirche, welche die Familie als „Hauskirche“[2] betrachtet. All das steht nun auf dem Spiel, wenn die Ehe als Institution implizit durch die faktischen Lebensgemeinschaften aufgehoben wird.

3. Niemand darf sich eine andere Sexualität wünschen oder mit ihr anders umgehen, als der Schöpfer es in die menschliche Natur eingeschrieben hat, oder sie entgegen der spezifisch menschlichen Finalität ihrer Akte ausleben. 

Geschieht dies, wird die zwischenmenschliche Sprache der Liebe verneint und der vom Schöpfer und Erlöser des Menschengeschlechts gewollten Lebensdialog kompromittiert durch eine objektive Abweichung von der Ordnung. Da die Lehre der katholischen Kirche der Öffentlichkeit sehr wohl bekannt ist, brauchen wir hier nicht darauf zurückkommen.[3] Statt dessen verlangt die soziale Dimension dieser Frage zusätzliche Bemühungen und Überlegungen, um insbesondere denjenigen, die für das öffentliche Leben verantwortlich sind, zu zeigen, daß es nicht wünschenswert ist, private Situationen als öffentliches Interesse hinzustellen. Unter dem Vorwand, das Zusammenleben auf sozialer und rechtlicher Ebene reglementieren zu wollen, versucht man in Wahrheit, den faktischen Lebensgemeinschaften eine institutionelle Anerkennung zu verschaffen. Zum Schaden der in der Ehe begründeten Familie werden sie daher zu Institutionen, die auf rechtlicher Ebene durch Rechte und Pflichten sanktioniert werden. Damit stellt man die faktischen Lebensgemeinschaften mit der Ehe rechtlich auf eine Stufe. Verleiht man einer solchen Art des Zusammenlebens aber den gleichen Rang wie der Ehe oder stellt man es ihr auf Kosten der Wahrheit und Gerechtigkeit gleich, heißt man es öffentlich „gut“. Damit schadet man in großem Maße der Ehe, das heißt der natürlichen, absolut lebensnotwendigen, grundlegenden und für das gesamte Gesellschaftswesen notwendigen Institution.  

Konstitutive Elemente der faktischen Lebensgemeinschaften 

4. Nicht alle faktischen Lebensgemeinschaften haben dieselbe gesellschaftliche Bedeutung und dieselben Beweggründe. Versucht man neben den gemeinsamen negativen Aspekten, Aufschub, Ignoranz oder sogar Ablehnung der ehelichen Bindung, die positiven Merkmale zu bestimmen, fallen einem einige Elemente ins Auge. Erstens, der rein praktische (faktische) Charakter einer solchen Beziehung. Man muß jedoch präzisieren: Die faktische Lebensgemeinschaft setzt eine sexuelle Beziehung und ein Zusammenleben in Verbindung mit einer sexuellen Beziehung (das unterscheidet sie von jeder anderen Form des Gemeinschaftslebens) und einer tendenziell relativ festen Beziehung (das unterscheidet sie von Verbindungen mit sporadischem oder gelegentlichem Zusammenleben) voraus. Die faktischen Lebensgemeinschaften bringen keine ehelichen Rechte und Pflichten mit sich und beanspruchen nicht die dem Eheband eigentümliche Beständigkeit. Sie unterscheiden sich durch den äußerst dezidiert erhobenen Anspruch, keine irgendwie geartete Verpflichtung einzuschließen. Die stetige Instabilität, die auf die Möglichkeit zurückzuführen ist, die Lebensgemeinschaft zu beenden, ist demnach eines der Merkmale der faktischen Lebensgemeinschaften. Trotzdem besteht eine sozusagen mehr oder weniger explizite „Verpflichtung“ zur gegenseitigen „Treue“, solange die Beziehung fortdauert.

5. Einige faktische Lebensgemeinschaften sind eindeutig das Ergebnis einer ganz konkreten Entscheidung. Eine faktische Lebensgemeinschaft „auf Probe“ liegt häufig dann vor, wenn zwei Menschen zwar eine zukünftige Eheschließung beabsichtigen, sie aber von der Erfahrung einer Lebensgemeinschaft ohne eheliche Verpflichtung abhängig machen. Sie ist somit in gewisser Weise eine „Vorbedingung“ für die Ehe, vergleichbar mit einer „Ehe auf Probe“[4]. Aber im Unterschied zur Ehe auf Probe strebt sie nach einer bestimmten sozialen Anerkennung.

Manche leben einfach zusammen und rechtfertigen ihre Entscheidung mit wirtschaftlichen Gründen, oder sie sagen, sie würden so Schwierigkeiten mit dem Gesetz aus dem Weg gehen. Doch nur allzuoft liegen die eigentlichen Gründe viel tiefer. Nicht selten verbirgt sich hinter diesen Vorwänden eine Einstellung, die der Sexualität nicht den richtigen Wert beimißt. Diese Mentalität ist von Pragmatismus, Hedonismus und von einem Liebesbegriff geprägt, der nicht die Übernahme von Verantwortung einschließt. Dadurch entgeht man der Verpflichtung zur Beständigkeit, der Übernahme von Verantwortung, Rechten, Pflichten, die mit echter ehelicher Liebe verbunden sind.

In anderen Fällen gehen Geschiedene solche faktischen Lebensgemeinschaften ein. Sie sind also eine Alternative zur Ehe. Dadurch daß die Gesetzgebung die Scheidung leicht macht, verliert die Ehe im Bewußtsein der einzelnen tendenziell ihre Identität. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, daß der Vertrauensverlust in die Ehe als Institution auch aus negativen und traumatischen Erfahrungen einer vorherigen Scheidung oder einer Scheidung der Eltern herrühren kann. Dieses besorgniserregende Phänomen ist in den wirtschaftlich entwickelteren Ländern ziemlich geläufig.

Wer in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammenlebt, äußert nicht selten ohne Umschweife seine Ablehnung der Ehe aus ideologischen Gründen. In diesem Fall handelt es sich um die Entscheidung für eine Alternative, um eine ganz bestimmte Weise, Sexualität zu leben. Solche Menschen halten die Ehe für inakzeptabel, weil sie ihrer Ideologie widerspreche und gleichsam eine unzumutbare „Verletzung ihres persönlichen Wohlbefindens“ oder sogar das „Grab der Liebe“ darstelle. Alle diese Ausdrücke deuten hin auf eine Unkenntnis der wahren Natur der menschlichen Liebe, ihrer Selbstlosigkeit, Erhabenheit und Schönheit in der Beständigkeit und Treue der menschlichen Beziehungen.

6. Dennoch sind die faktischen Lebensgemeinschaften nicht immer das Ergebnis einer so klaren Entscheidung; manchmal erklären diejenigen, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, sie tolerierten oder erduldeten diese Situation nur. In einigen Ländern sind die meisten faktischen Lebensgemeinschaften auf eine Abneigung gegen die Ehe zurückzuführen, die nicht mit ideologischen Gründen, sondern mit einer fehlenden adäquaten Erziehung zur Übernahme von Verantwortung zusammenhängt. Grund hierfür sind Armut und Ausgrenzung aus dem unmittelbaren Umfeld. Das fehlende Vertrauen in die Ehe kann ebenso-insbesondere in der Dritten Welt-auf die Familienverhältnisse zurückgeführt werden. Darüber hinaus stellen Situationen von Ungerechtigkeit und Strukturen der Sünde einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar, der zu berücksichtigen ist. Verschlimmert werden können diese Situationen noch zusätzlich durch in der Kultur vorherrschende chauvinistische oder rassistische Einstellungen.

In diesem Kontext sind faktische Lebensgemeinschaften keine Seltenheit. Die Partner bekunden anfänglich den echten Willen, ihr Leben zu teilen. Sie betrachten sich als Ehemann und Ehefrau und bemühen sich, Pflichten zu erfüllen, die mit denen der Ehe identisch sind.[5] Die Armut, die oft in der Weltwirtschaftsordnung begründet ist, und die strukturellen Lücken im Bildungswesen sind allein schon ein Hindernis für die Bildung einer wahren Familie.

Anderweitig lebt man bis zur Empfängnis oder Geburt des ersten Kindes (und das kann ein längerer oder kürzerer Zeitraum sein) in einem eheähnlichen Verhältnis. Dieser Brauch entspricht einer altüberlieferten und traditionellen Praxis, die in bestimmten Gebieten Afrikas und Asiens stark verbreitet und mit dem verbunden ist, was man „Ehe auf Raten“ nennt. Diese Praxis widerspricht der menschlichen Würde und ist nur schwer zu ändern. Sie zeugt von einer moralischen Verirrung, die noch durch eine ganz bestimmte und charakteristische soziale Problematik verstärkt wird. Diese Art von Verbindung ist sicherlich nicht zu den faktischen Lebensgemeinschaften zu zählen, mit denen wir uns hier beschäftigen (sie äußern sich außerhalb jeder kulturellen Anthropologie des traditionellen Typs), und sind eine ernsthafte Herausforderung für die Inkulturation des Glaubens im dritten Jahrtausend nach Christus.

Die Komplexität und Vielfältigkeit der Problematik der faktischen Lebensgemeinschaften treten klarer zutage, wenn man bedenkt, daß sie in bestimmten Fällen hauptsächlich auf die finanzielle Lage zurückzuführen sind. So begnügen sich beispielsweise manche in fortgeschrittenerem Alter in den entwickelteren Ländern mit einer faktischen Lebensgemeinschaft, weil sie befürchten, die Eheschließung führe zu einer höheren steuerlichen Belastung oder zu Einbußen in der Altersrente.  

Die persönlichen Gründe und der kulturelle Faktor 

7. Es ist angemessen, sich über die ursprünglichen und eigentlichen Gründe zu befragen, die in den zeitgenössischen Gesellschaften zur Krise der Ehe als religiöse und zivile Einrichtung und zu Initiativen geführt haben, welche die Anerkennung der faktischen Lebensgemeinschaften und deren Gleichstellung mit der Ehe fordern und anstreben. Unbeständige Verhältnisse, die sich eher durch ihre negativen Aspekte (fehlendes Eheband) als durch ihre positiven charakterisieren, sollen mit der Ehe auf eine Stufe gestellt werden. In Wirklichkeit verfestigen sich diese Verhältnisse in einer Vielfalt von Beziehungen, die alle weit von der wahren und vollkommenen, festen und gesellschaftlich anerkannten gegenseitigen Hingabe entfernt sind. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen finanziellen, soziologischen und psychologischen Gründe, die alle in den Kontext der Privatisierung der Liebe und der Aufhebung des institutionellen Charakters der Ehe passen, empfiehlt es sich, die ideologische und kulturelle Sicht zu untersuchen, vor deren Hintergrund sich die faktischen Lebensgemeinschaften, so wie wir sie heute kennen, allmählich entwickelt und behauptet haben.

Der allmähliche Rückgang der Zahl der durch die Gesetzgebung der verschiedenen Staaten als solche anerkannten Ehen und Familien und die steigende Zahl von unehelichen Lebensgemeinschaften sind nicht Ergebnis einer vereinzelten und spontanen kulturellen Bewegung, sondern entspricht den geschichtlichen Wandlungen. Diese sind in den heutigen Gesellschaften in einem kulturellen Moment eingetreten, den viele renommierte Autoren als „postmodern“ bezeichnen. Die Verkleinerung des Agrarsektors, die Entwicklung des Dienstleistungssektors in der Wirtschaft, die steigende durchschnittliche Lebenserwartung, die Unbeständigkeit des Arbeitsverhältnisses und der persönlichen Beziehungen, die sinkende Zahl der Familienangehörigen, die unter einem Dach leben, die weltweite Ausdehnung der sozialen und wirtschaftlichen Phänomene haben offenkundig zu einer steigenden Unbeständigkeit der Stellung der Familie geführt und das Ideal einer kleineren Familie gefördert. Reicht das aber, um die heutige Lage der Ehe zu erklären? Die Krise der Ehe als Institution ist dort weniger markant, wo es noch starke Familientraditionen gibt.

8. In diesem Prozeß kultureller und menschlicher Entstrukturalisierung der Ehe als Institution darf man die Auswirkung einer gewissen „Gender-Ideologie“ nicht unterschätzen. Das Mann- oder Frausein sei grundsätzlich nicht geschlechts-, sondern kulturbedingt. Diese Ideologie höhlt die Fundamente der Familie und der zwischenmenschlichen Beziehung aus. Aufgrund ihrer Bedeutung in der heutigen Kultur und aufgrund ihres Einflusses auf das Phänomen der faktischen Lebensgemeinschaften, empfiehlt es sich daher, sie eingehender zu untersuchen.

Beim Integrationsprozeß der menschlichen Persönlichkeit spielt die Identität eine wichtige Rolle. In der Kindheit und in der Pubertät wird sich die Person Schritt für Schritt ihres „Ichs“, ihrer eigenen Identität bewußt. Dieses Bewußtsein der eigenen Identität erfolgt im Prozeß der Erkenntnis seiner selbst und damit auch seiner Geschlechtlichkeit. Es handelt sich um das Bewußtsein der eigenen Identität und Verschiedenheit. Die Fachleute unterscheiden in der Regel zwischen der sexuellen Identität (das heißt dem Bewußtsein der psycho-biologischen Identität des eigenen Geschlechts und des Unterschieds zum anderen Geschlecht) und der geschlechtlichen Identität (das heißt dem Bewußtsein der psycho-sozialen und kulturellen Rolle, die Personen eines bestimmten Geschlechts in der Gesellschaft spielen). Beim richtigen und harmonischen Integrationsprozeß ergänzen sich sexuelle und geschlechtliche Identität, da die Personen nun einmal den Kulturmodellen folgen, die ihrem Geschlecht in der Gesellschaft entsprechen. Die Kategorie der sexuellen Identität des „Geschlechts“ (gender) ist demzufolge psycho-sozialer und kultureller Ordnung. Sie entspricht der sexuellen Identität, die psycho-biologischer Natur ist, wenn die Integration der Persönlichkeit von der Anerkennung der Fülle der inneren Wahrheiten der Person als Einheit von Seele und Leib begleitet ist.

In den Jahren von 1960-1970 verbreitete sich eine Theorie (die Fachleute heute allgemein als „konstruktivistisch“ bezeichnen), wonach die sexuelle Identität des „Geschlechts“ (gender) nicht nur Produkt der Interaktion zwischen der Gemeinschaft und dem Individuum, sondern sogar von der persönlichen sexuellen Identität unabhängig sei. Mit anderen Worten, die in der Gesellschaft vorgenommene Unterscheidung der Geschlechter in männlich und weiblich seien ausschließlich Produkt sozialer Faktoren, die in keinerlei Beziehung zur sexuellen Dimension der Person stünden. Jede sexuelle Einstellung, und damit auch die Homosexualität, sei so zu rechtfertigen. Die Gesellschaft müsse sich ändern, um in der Gestaltung des Gesellschaftslebens anderen Geschlechtern neben dem männlichen und dem weiblichen Platz zu machen.[6]

Die „Gender-Ideologie“ hat in der individualistischen Anthropologie des radikalen Neoliberalismus einen fruchtbaren Boden gefunden.[7] Die Beanspruchung des gleichen Status für Ehe und faktische Lebensgemeinschaften (und dies sogar für homosexuelle) wird heute allgemein durch den Rückgriff auf Kategorien und Begriffe der Gender-Ideologie gerechtfertigt.[8] So gehen manche sogar so weit, daß sie jede konsensuale Verbindung „Familie“ nennen und die natürliche Neigung der menschlichen Freiheit zur gegenseitigen Hingabe und deren Wesensmerkmale verschmähen. Diese bilden aber das Fundament der Ehe als Institution und gemeinsames Gut der ganzen Menschheit.

 

II- Die in der Ehe begründete Familie und faktische Lebensgemeinschaften 

Familie, Leben und faktische Lebensgemeinschaft 

9. Der wesentliche Unterschied zwischen der Ehe und den faktischen Lebensgemeinschaften muß richtig verstanden werden. Denn daraus erklärt sich auch der Unterschied zwischen der in der Ehe begründeten
Familie und der aus einer faktischen Lebensgemeinschaft erwachsenen Verbindung. Die Familie entspringt dem Ehebund der Eheleute. Dieser Bund der ehelichen Liebe begründet die Ehe. Die Ehe ist damit keine Einrichtung der öffentlichen Gewalt, sondern eine natürliche und ursprüngliche Institution, die ihr vorangeht. In den faktischen Lebensgemeinschaften verleiht man zwar der gegenseitigen Zuneigung Ausdruck, doch es fehlt das die Familie begründende Eheband mit seinem ursprünglichen und öffentlichen Charakter. Familie und Leben bilden eine wesentliche Einheit, die durch die Gesellschaft geschützt werden muß, geht es doch hier um den lebendigen Kern der menschlichen Genealogie (Fortpflanzung und Erziehung).

In den offenen und demokratischen Gesellschaften von heute dürfen der Staat und die öffentliche Hand die faktischen Lebensgemeinschaften nicht institutionalisieren und ihnen nicht den gleichen Status verleihen wie Ehe und Familie. Und erst recht dürfen sie sie nicht der in der Ehe begründeten Familie angleichen. Das wäre Machtmißbrauch und würde nicht zum Gemeinwohl beitragen, weil Ehe und Familie aufgrund ihrer ursprünglichen Natur einen radikalen und absoluten Vorrang haben vor der souveränen Gewalt des Staates und diese übersteigen. Wer dies nüchtern, unvoreingenommen und nicht demagogisch betrachtet, regt an, in den verschiedenen politischen Gemeinschaften ernsthaft über den lebenswichtigen und unentbehrlichen Beitrag zum Gemeinwohl nachdenken, den die in der Ehe begründete Familie im Vergleich zu den rein affektiven Lebensgemeinschaften leistet. Unsinnig erscheint die Behauptung, die lebenswichtigen Funktionen, welche die in der Institution der dauerhaften und monogamen Ehe verankerte Familie wahrnimmt, könnten von faktischen Lebensgemeinschaften, die allein in affektiven Beziehungen begründet sind, massiv, beständig und dauerhaft übernommen werden. Als wesentlicher Faktor für die Existenz, die Beständigkeit und den sozialen Frieden muß die in der Ehe begründete Familie sorgfältig geschützt und gefördert werden, und zwar in einer weiteren Sicht, die auch der Zukunft und des gemeinsamen Interesses der Gesellschaft Rechnung trägt.

10. Neben der Gleichheit vor dem Gesetz gilt auch das Gerechtigkeitsprinzip. Es verlangt, die gleich zu behandeln, die auch gleich sind, und die unterschiedlich, die auch unterschiedlich sind. Oder anders gesagt: Vor dem Recht gilt: Jedem das Seine. Dieses Gerechtigkeitsprinzip würde nun aber verletzt, wenn die faktischen Lebensgemeinschaften rechtlich gleich oder ähnlich behandelt würden wie die in der Ehe begründete Familie. Wenn die in der Ehe begründete Familie und die faktischen Lebensgemeinschaften nicht identisch sind, nicht die gleichen Rechte und Aufgaben in der Gesellschaft haben und ihr nicht in gleicher Weise dienen, dürfen sie auch nicht denselben oder einen gleichwertigen rechtlichen Status besitzen.

Das Argument derer, welche die Anerkennung der faktischen Lebensgemeinschaften (ihre „Nichtdiskriminierung“) fordern, beinhaltet in Wirklichkeit eine Diskriminierung von Ehe und Familie, wird sie doch mit allen anderen Formen eheähnlichen Zusammenlebens auf eine Stufe gestellt, ohne daß der vorhandenen oder fehlenden Verpflichtung zur gegenseitigen Treue und zur Zeugung und Erziehung von Kindern Rechnung getragen wird. In einigen politischen Gemeinschaften tritt heute ein Trend zutage, wonach die Ehe diskriminiert und den faktischen Lebensgemeinschaften ein ähnlicher oder sogar derselbe institutionelle Status zugebilligt wird wie Ehe und Familie. Das ist ein ernsthaftes Zeichen der Verirrung des moralischen Bewußtseins der Gesellschaft, eines „schwachen Denkens“ über das Gemeinwohl, wenn nicht sogar eines wahren ideologischen Zwangs, den einflußreiche Pressure-groups ausüben.

11. Wenn man von den Prinzipien spricht, muß man überdies die Unterscheidung zwischen öffentlichem Interesse und privatem Interesse vor Augen haben. Im ersten Fall haben die Gesellschaft und die öffentliche Hand die Pflicht, es zu schützen und zu fördern. Im zweiten Fall muß sich der Staat auf die Garantie der Freiheit beschränken. Das öffentliche Interesse ergibt sich aus dem öffentlichen Recht. Alles, was sich hingegen auf die privaten Interessen bezieht, muß auch diesem Bereich überlassen bleiben. Ehe und Familie sind von öffentlichem Interesse, weil sie die Grundzelle der Gesellschaft und des Staates bilden. Als solche müssen sie anerkannt und geschützt werden. Zwei oder mehrere Personen können sich zur Bildung einer Hausgemeinschaft entschließen. Ob dies eine sexuelle Beziehung einschließt oder nicht: Diese eheähnliche Beziehung oder Hausgemeinschaft ist deshalb nicht schon von öffentlichem Interesse. Die öffentliche Hand hat eine Einmischung in eine solche Entscheidung mit rein privatem Charakter zu vermeiden. Die faktischen Lebensgemeinschaften sind die Folge privater Verhaltensweisen und müssen auch auf dieser Ebene verbleiben. Ihre öffentliche Anerkennung oder Gleichstellung mit der Ehe und die damit verbundene Erhebung von privaten Interessen auf die gleiche Stufe wie öffentliche Interessen wäre für die in der Ehe begründete Familie schädlich. In der Ehe stiften Mann und Frau einen Bund für das ganze Leben, der aufgrund seiner Natur auf das Wohl der Gatten und auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Im Unterschied zu den faktischen Lebensgemeinschaften übernimmt man bei der Eheschließung öffentlich und formell für die Gesellschaft wesentliche Pflichten und Aufgaben, die rechtlich eingefordert werden können.  

Die faktischen Lebensgemeinschaften und der Ehebund 

12. Die Aufwertung der faktischen Lebensgemeinschaften hat auch eine subjektive Dimension. Wir stehen vor konkreten Menschen mit ihrer eigenen Lebensauffassung, Absichten, mit einem Wort: mit ihrer „Geschichte“. Wir müssen die existentielle Wirklichkeit der individuellen Entscheidungsfreiheit und der Würde der Menschen berücksichtigen, die sich auch irren können. Doch im Fall der faktischen Lebensgemeinschaften betrifft die Forderung nach öffentlicher Anerkennung nicht nur die Ebene der individuellen Freiheiten. Es empfiehlt sich daher, diese Frage aus sozialethischer Sicht zu erörtern: Das menschliche Individuum ist eine Person und damit ein soziales Wesen; das Menschsein ist sowohl sozial als auch rational.[9]

Menschen können im Dialog einander begegnen und sich auf gemeinsame Werte und gemeinsame Forderungen beziehen, was das Gemeinwohl betrifft. In diesem Bereich kann nur die Wahrheit über das menschliche Wohl, das heißt eine objektive, transzendente und für alle gleiche Wahrheit der allgemeine Bezugspunkt, das Kriterium, sein. Zu dieser Wahrheit zu gelangen und darin zu bleiben, ist die Bedingung für die persönliche Freiheit und Reife, die das eigentliche Ziel jedes geordneten und fruchtbaren Gesellschaftslebens ist. Die alleinige Aufmerksamkeit für das Subjekt, für das Individuum, für seine Absichten und Entscheidungen ohne den geringsten Bezug auf seine soziale und objektive, auf das Gemeinwohl ausgerichtete Dimension, ist Folge eines willkürlichen und unannehmbaren Individualismus. Ein solcher für die objektiven Werte blinder Individualismus widerspricht der Würde der Person widerspricht und ist für die Gesellschaftsordnung schädlich. „Man muß daher Überlegungen fördern, die nicht nur Gläubigen, sondern auch allen Menschen guten Willens helfen, den Wert von Ehe und Familie zu entdecken. Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir: ,Die Familie ist die Urzelle des gesellschaftlichen Lebens. Sie ist die natürliche Gemeinschaft, in der Mann und Frau zur Hingabe der Liebe und zur Weitergabe des Lebens berufen sind. Die Autorität, die Beständigkeit und das Gemeinschaftslebens innerhalb der Familie bilden die Grundlage von Freiheit, Sicherheit und Brüderlichkeit innerhalb der Gesellschaft.‘[10] Die Vernunft kann die Familie wiederentdecken, wenn sie auf das ins menschliche Herz eingeschriebene Sittengesetz hört. Als ,von der Liebe begründete und beseelte‘[11] Gemeinschaft schöpft die Familie ihre Kraft aus dem endgültigen Liebesbund, durch den Mann und Frau sich gegenseitig schenken und gemeinsam zu Gottes Mitarbeitern bei der Weitergabe des Lebens werden“.[12]

Das II. Vatikanische Konzil bezeichnet die sogenannte freie Liebe (amore sic dicto libero)[13] als Zersetzungs- und Zerstörungsfaktor der Ehe. Es fehlt ihr nämlich die eheliche Liebe als Grundelement, die auf dem persönlichen und unwiderruflichen Konsens der beiden Ehepartner beruht, durch den sie sich gegenseitig schenken und annehmen. Sie begründen so eine rechtliche Verbindung und bilden eine durch eine öffentlich-rechtliche Behörde amtlich besiegelte Einheit. Was das Konzil „freie“ Liebe nennt und der wahren ehelichen Liebe gegenüberstellt, war-und ist immer noch-der Keim, aus dem die faktischen Lebensgemeinschaften sprießen. Im Zuge der eingetretenen rapiden soziokulturellen Veränderungen hat sie auch zur Entstehung des derzeitigen Projekts geführt, den faktischen Lebensgemeinschaften einen öffentlichen Status zu verleihen.

13. Wie jedes andere menschliche Problem so muß auch die Frage der faktischen Lebensgemeinschaften vernünftig erörtert werden, und das heißt genaugenommen im Lichte der „recta ratio“.[14] Mit diesem Begriff der klassischen Ethik soll deutlich gemacht werden, daß das Verständnis der Wirklichkeit und das Urteil der Vernunft objektiv und frei sein müssen von jeder Konditionierung wie zum Beispiel ungeordnete Neigungen, Schwäche in schmerzlichen Situationen, die zu oberflächlichem Mitleid führt, oder eventuelle ideologische Vorurteile, sozialer oder kultureller Druck, Einflüsse von Pressure-groups oder politischen Parteien. Das anthropologische und theologische Fundament des christlichen Ehe- und Familienverständnisses ist zwar harmonisch in der Wahrheit verwurzelt, die sich aus dem Wort Gottes, der Tradition und dem Lehramt der Kirche ergibt.[15] Aber das Licht des Glaubens lehrt, daß das Ehesakrament der Liebe der Brautleute nicht nachgeordnet und äußerlich gleichsam wie eine äußere „sakramentale“ Zugabe ist, sondern daß es im Gegenteil die natürliche Wirklichkeit der in Christus eingegangenen ehelichen Liebe als Zeichen und Mittel des Heils in der Ordnung des Neuen Bundes ist. Die Frage der faktischen Lebensgemeinschaften kann und muß daher mit der „recta ratio“ erörtert werden. Es handelt sich deshalb nicht vorrangig um eine Frage des christlichen Glaubens, sondern vielmehr um eine Frage der Vernunftgemäßheit. Der Trend, das „katholische Denken“ und das „laizistische Denken“ gegenüberzustellen, geht in die falsche Richtung.[16]

 

III- Die faktischen Lebensgemeinschaften und ihre Stellung in der Gesellschaft als ganze

Die soziale und politische Dimension der Frage der Gleichstellung 

14. Gewisse radikale kulturelle Einflüsse (wie die „Gender-Ideologie“, von der bereits oben die Rede war) schaden der Familie als Institution. „Noch beunruhigender ist aber der direkte Angriff gegen die Familie als Institution, der derzeit zugleich auf bildungspolitischer, legislativer und administrativer Ebene geführt wird. Es bestehen ganz offensichtlich Bestrebungen, die Familie den ganz anderen Formen eheähnlicher Verhältnisse anzugleichen, ohne daß man dabei grundlegende ethische und anthropologische Erwägungen berücksichtigt“.[17] Aus diesem Grund müssen wir zuerst einmal die Identität der Familie bestimmen. Diese Identität setzt die Beständigkeit der ehelichen Beziehung zwischen Mann und Frau voraus. Diese Beständigkeit findet ihren Ausdruck und ihre Bestätigung in der Aussicht auf die Zeugung und Erziehung von Kindern zum Wohle der ganzen Gesellschaft. Die Beständigkeit der Ehe und der Familie ist nicht allein auf dem guten Willen der betroffenen Personen begründet, sondern besitzt aufgrund der öffentlichen Anerkennung der Entscheidung für das Eheleben durch den Staat einen institutionellen Charakter. Die Anerkennung, Verteidigung und Förderung dieser Beständigkeit entspricht dem allgemeinen Interesse und insbesondere dem Interesse der Schwächsten, das heißt der Kinder.

15. Eine weitere Gefahr, mit der man bei der Untersuchung der sozialen Folgen der Frage, die uns hier beschäftigt, rechnen muß, ist die Banalisierung. Manche behaupten, die Anerkennung und Gleichstellung der faktischen Lebensgemeinschaften dürfe uns nicht über Gebühr Sorgen bereiten, da ihre Zahl verhältnismäßig gering sei. In diesem Fall sollte man jedoch genau das Gegenteil annehmen. Eine solch quantitative Erörterung zieht letztlich das Interesse in Zweifel, die Frage der faktischen Lebensgemeinschaften als Frage erster Ordnung zu betrachten. Und dies um so mehr, wenn man der (gegenwärtigen und zukünftigen) ernsthaften Frage des Schutzes von Ehe und Familie durch eine angemessene Familienpolitik kaum genügend Aufmerksamkeit schenkt, obwohl sie sich reell auf das Gesellschaftsleben auswirken würde. Die undifferenzierte Verherrlichung der Entscheidungsfreiheit des einzelnen ohne jeden Bezug auf eine soziale Wertordnung folgt einer völlig individualistischen und privaten Auffassung von Ehe und Familie und verkennt ihre objektive soziale Dimension. Man darf also nicht vergessen, daß die Fortpflanzung das „genetische“ Prinzip der Gesellschaft ist und daß die Kindererziehung der ursprüngliche Ort der Weitergabe und Pflege des sozialen Netzes, der wesentliche Kern seiner strukturellen Gestaltung ist.  

Die Anerkennung und Gleichstellung der faktischen Lebensgemeinschaften als Diskriminierung der Ehe 

16. Wenn man den faktischen Lebensgemeinschaften die öffentliche Anerkennung zugesteht, schafft man einen asymmetrischen rechtlichen Rahmen: Während die Gesellschaft sich gegenüber den eheähnlichen Verhältnissen verpflichtet, übernehmen diese nicht die der Ehe eigentümlichen Pflichten. Die Angleichung verschlimmert diese Situation nur noch, weil damit die faktischen Lebensgemeinschaften gegenüber der Ehe privilegiert werden, insofern sie von bestimmten Grundpflichten gegenüber der Gesellschaft befreit sind. Man akzeptiert so eine widersprüchliche Trennung, die sich in einem Vorurteil gegenüber der Familie als Institution äußert. Angesichts der jüngsten Gesetzentwürfe, mit denen die Gleichstellung der faktischen (sogar der homosexuellen) Lebensgemeinschaften mit der Familie angestrebt wird (und wir dürfen nicht vergessen, daß die Anerkennung der erste Schritt zu ihrer Gleichstellung ist), empfiehlt es sich, die Abgeordneten auf ihre Pflicht hinzuweisen, dagegen Einspruch zu erheben. Denn „die Gesetzgeber, und insbesondere die katholischen Parlamentsabgeordneten, dürfen nicht mit ihrer Stimme eine derartige Gesetzgebung fördern, die sich gegen das Gemeinwohl und die Wahrheit über den Menschen richtet und im wahrsten Sinne ungerecht wäre“[18]. Wie all ihre Merkmale zeigen, entsprechen diese Gesetzentwürfe nicht dem Naturgesetz und sind auch nicht mit der Würde eines Gesetzes vereinbar. Wie Augustinus sagt: „Non vide esse lex, quae iusta non fuerit“.[19] Man muß ein letztes Fundament der Rechtsordnung annehmen.[20] Es geht nicht um den Anspruch, in der gesamten Gesellschaft ein bestimmtes „Verhaltensmodell“ durchzusetzen, sondern um die rechtliche Anerkennung des unersetzlichen Beitrags, den die in der Ehe begründete Familie zum Gemeinwohl leistet. Wo sich die Familie in einer Krise befindet, gerät auch die Gesellschaft ins Wanken.

17. Die Familie hat das Recht, von der Gesellschaft Schutz und Hilfe zu erfahren, wie es viele der geltenden Verfassungen der ganzen Welt anerkennen.[21] Es geht also um die rechtliche Anerkennung der wesentlichen Aufgabe, welche die in der Ehe begründete Familie für die Gesellschaft erfüllt. Diesem ursprünglichen Recht der Familie entspricht von seiten der Gesellschaft eine nicht nur moralische, sondern auch bürgerliche Pflicht. Das Recht der in der Ehe begründeten Familie auf Schutz und Hilfe von seiten der Gesellschaft und des Staates muß im Gesetz verankert sein; denn es geht hier um das Gemeinwohl. Thomas von Aquin lehnt die Vorstellung, das Sittengesetz und das bürgerliche Gesetz dürften sich widersprechen, ab, und die Grundlage seiner Argumentation ist einleuchtend: Sie unterscheiden sich zwar, aber sie widersprechen sich nicht; sie unterscheiden sich zwar, aber sie lösen sich nicht gegenseitig auf; zwischen ihnen gibt es weder Zweideutigkeit noch Widerspruch.[22] Und wie Johannes Paul II. erklärt: „Es ist also nötig, daß diejenigen, die zur Führung der Geschicke eines Landes berufen sind, die Ehe als Institution anerkennen und bestätigen. Die Ehe besitzt in der Tat einen besonderen Rechtsstatus, der den Eheleuten Rechte und Pflichten zuteilt, sowohl in der Beziehung zueinander als auch gegenüber den Kindern. Die Rolle der Familien in der Gesellschaft, deren Fortbestand sie gewährleisten, ist daher wesentlich. Die Familie fördert die Sozialisierung der Jugendlichen und trägt zur Eindämmung verschiedener Ausdrucksformen der Gewalt bei, sowohl durch die Weitergabe von Werten als auch durch die Erfahrung der Brüderlichkeit und Solidarität, die jeden Tag darin ermöglicht wird. In der Suche nach rechtsgültigen Lösungen für die moderne Gesellschaft kann sie nicht auf die gleiche Stufe mit einfachen Lebensgemeinschaften und Partnerschaften gestellt werden, und diese dürfen nicht die Sonderrechte genießen, die ausschließlich der mit dem Schutz der ehelichen Verpflichtung und der auf die Ehe gründenden Familie verknüpft sind-Familie als Gemeinschaft des Lebens und der dauerhaften Liebe, Frucht der vollkommenen und treuen Selbsthingabe der Ehepartner, aufgeschlossen für das Leben“.[23]

18. Die Politiker müssen die Ernsthaftigkeit des Problems erkennen. In unserem Tagen neigt man in den westlichen Ländern in der Politik mit einer gewissen Regelmäßigkeit dazu, den pragmatischen Aspekten und der sogenannten „Politik der Gleichgewichte“ den Vorzug vor konkreten Punkten zu geben. So versucht man das Aufkommen einer Debatte über die Prinzipien zu vermeiden, die den schwierigen und heiklen Zusammenhalt der Parteien, Bündnisse oder Koalitionen gefährden und kompromittieren würde. Müssen diese Gleichgewichte aber nicht in klaren Prinzipien, dem Respekt der Grundwerte und eindeutigen Grundpostulaten begründet sein? „In diesem Zusammenhang muß gesagt werden, daß dann, wenn es keine letzte Wahrheit gibt, die das politische Handeln leitet und ihm Orientierung gibt, die Ideen und Überzeugungen leicht für Machtzwecke mißbraucht werden können. Eine Demokratie ohne Werte verwandelt sich, wie die Geschichte beweist, leicht in einen offenen oder hinterhältigen Totalitarismus“.[24] Die Legislative ist mit politischer Verantwortung verbunden; den Politikern kommt es daher zu, (nicht auf der Ebene der Prinzipien, sondern auch auf der Ebene ihrer Anwendung) darüber zu wachen, daß es zwischen dem Sittengesetz und dem bürgerlichen Gesetz zu keiner Diskrepanz kommt-was ernste Folgen in Gegenwart und Zukunft hätte-und daß der erzieherische und kulturelle Wert der Rechtsordnung gewahrt bleibt.[25] Die öffentlichen Interessen werden nicht durch demagogische Zugeständnisse an Presure-groups, welche die faktischen Lebensgemeinschaften zu fördern versuchen, am wirksamsten gewahrt, sondern durch die energische und systematische Förderung einer globalen Familienpolitik, welche die in der Ehe begründete Familie zum Mittelpunkt und Motor der Sozialpolitik macht und die breite Palette der Familienrechte abdeckt.[26] Der Heilige Stuhl hat sich dieser Frage in seiner Charta der Familienrechte[27] gewidmet. Er wandte sich darin gegen ein Verständnis, wonach sich das Eingreifen des Staates auf die öffentliche Fürsorge beschränkt. 

Anthropologische Grundlagen des Unterschieds zwischen Ehe und „faktischen Lebensgemeinschaften“ 

19. Die Ehe hat also ganz fest umschriebene anthropologische Grundlagen und Voraussetzungen, die sie von jeder anderen Verbindung unterscheiden und die-den Bereich des konkreten Handelns, des „Faktischen“, übersteigen und-im Personsein von Mann und Frau verankert sind.

Zu diesen Voraussetzungen gehören: die Gleichheit von Mann und Frau, denn „beide sind in gleicher Weise Personen“[28] (wenn auch in unterschiedlicher Form); der komplementäre Charakter der beiden Geschlechter[29], der für die natürliche Anziehung verantwortlich ist und zur Zeugung von Kindern bewegt; die Möglichkeit der Liebe zum anderen, weil er ein anderes und komplementäres Geschlecht ist, so daß „diese Liebe durch den eigentlichen Vollzug der Ehe in besonderer Weise ausgedrückt und verwirklicht wird“[30]; die Möglichkeit-welche die Freiheit besitzt-eine feste und endgültige Beziehung einzugehen, das heißt eine Beziehung, die rechtlich geschuldet ist[31]; und schließlich die soziale Dimension des Ehe- und Familienlebens, dem ersten Milieu für die Erziehung und Öffnung für die Gesellschaft durch die Verwandtschaftsbeziehungen (die zur Gestaltung der Identität der menschlichen Person beitragen).[32]

20. Wenn man die Möglichkeit einer spezifischen Liebe zwischen Mann und Frau annimmt, dann geht man offensichtlich auch davon aus, daß diese Liebe (aufgrund ihrer Natur) zu einer bestimmten Intimität und Ausschließlichkeit, zur Zeugung von Nachkommen und zum Entwurf eines gemeinsamen Lebensprojekts tendiert. Wenn man dies will und wenn man es so will, daß man den anderen in die Lage versetzt, es einzufordern, dann kann man wirklich von gegenseitigem Schenken und Annehmen von Mann und Frau sprechen, das die eheliche Gemeinschaft begründet. Denn die eheliche Gemeinschaft ist gegenseitiges Schenken und Annehmen zweier menschlicher Personen: „Die eheliche Liebe (,amor coniugalis’) ist nicht nur vor allem ein Gefühl, sie ist dagegen wesentlich eine Verpflichtung gegenüber der anderen Person; eine Verpflichtung, die man durch einen bestimmten Willensakt übernimmt. Genau dies qualifiziert eine solche ,amor’, indem er sie zur ,amor coniugalis’ macht. Wenn die Verpflichtung durch den Ehekonsens erst einmal gegeben und angenommen worden ist, wird die Liebe ,eheliche Liebe’ und verliert diese Eigenschaft nicht mehr“.[33]

21. Es handelt sich also um ein festes gemeinsames Vorhaben, das aus dem freien und vollkommenen Geschenk der fruchtbaren ehelichen Liebe entspringt als etwas, was rechtlich geschuldet ist. Die rechtliche Dimension wohnt der Ehe inne, handelt es sich doch um eine ursprüngliche gesellschaftliche Institution (die der Anfang der Gesellschaft ist). „Sie sind frei, die Ehe zu schließen, nachdem sie sich gegenseitig frei gewählt haben. In einem Augenblick aber, wo sie diesen Akt setzen, begründen sie einen neuen personalen Stand, in dem die Liebe etwas Geschuldetes wird auch mit rechtlicher Relevanz“.[34] Es mag zwar auch andere Weisen geben, die Sexualität zu leben-sogar im Gegensatz zu den natürlichen Neigungen-, andere Formen des Zusammenlebens, andersgeartete Verbindungen-ob sie nun auf der geschlechtlichen Differenzierung basieren oder nicht-, andere Mittel, Kinder in die Welt zu setzen. Doch die in der Ehe begründete Familie besitzt das entscheidende Merkmal. Als einzige Institution besitzt sie alle obengenannten Elemente von Anfang an gleichzeitig.

22. Es empfiehlt sich daher, bestimmte wichtige und unersetzliche anthropologische Prinzipien hinsichtlich der Beziehung zwischen Mann und Frau hervorzuheben. Sie sind nicht nur für das Zusammenleben grundlegend, sondern auch und vor allem für die Verteidigung der Würde aller Menschen. Der zentrale Kern und das wesentliche Element dieser Prinzipien ist die eheliche Liebe zwischen zwei Menschen, die aufgrund ihrer Würde als Personen gleich sind, sich aber in ihrer Geschlechtlichkeit unterscheiden und ergänzen. Hier steht das Wesen der Ehe als natürliche und menschliche Wirklichkeit auf dem Spiel, und das Wohl der ganzen Gesellschaft ist davon betroffen. „Wie alle wissen, werden heute nicht nur die Eigenschaften und Zielsetzungen der Ehe in Frage gestellt, sondern sogar Wert und Nutzen dieser Institution. Auch wenn man ungebührliche Verallgemeinerungen ausschließt, so ist es doch unmöglich in dieser Hinsicht, das wachsende Phänomen der sogenannten ,freien Verbindungen’ (vgl. Familiaris consortio, 81) und die anhaltenden Kampagnen zu einer Meinungsbildung mit dem Ziel, auch den Verbindungen gleichgeschlechtlicher Personen die Würde einer Ehe zuzuerkennen, nicht zu beachten“.[35]

Es geht hier um ein Grundprinzip: Um echte und freie eheliche Liebe zu sein, muß die Liebe durch den frei vollzogenen Akt des Ehekonsenses in eine rechtlich einzufordernden Liebe verwandelt werden. „Im Licht dieser Grundsätze“, schließt der Papst, „kann der wesentliche Unterschied zwischen einer faktischen Lebensgemeinschaft-die [angeblich] auch auf Liebe beruht-und der Ehe, in der die Liebe in eine nicht nur moralische, sondern auch streng rechtliche Verpflichtung umgesetzt wird, festgestellt und verstanden werden“.[36]

Die Ehe-welche die Familie begründet-ist in der Tat nicht nur eine „Art und Weise, als Paar die Sexualität zu leben“: Wenn sie nur dies wäre, wäre sie nur eine Modalität von vielen anderen möglichen.[37] Sie ist auch nicht bloß Ausdruck einer gefühlsmäßigen Liebe zwischen zwei Menschen: dieses Merkmal gilt für die Liebe ganz allgemein, wenn sie im Rahmen einer Freundschaft steht. Die Ehe ist noch mehr: Sie ist die Verbindung zwischen einer Frau und einem Mann als solche in der Ganzheit ihres Mann- und Frauseins. Wenn diese Verbindung nur durch den freien Willensakt der Kontrahenten zustande kommt, dann ist sein spezifischer Inhalt von der Struktur des Menschseins, vom Mann- und Frausein, bestimmt, nämlich von der gegenseitigen Hingabe und von der Weitergabe des Lebens. Diese Selbsthingabe in seiner ganzen, komplementären Dimension des Mann- und Frauseins mit dem Willen, sich gegenseitig rechtlich zu schulden, nennt sich Ehe, und die Kontrahenten werden zu Eheleuten: „Die Ehegemeinschaft wurzelt in der natürlichen Ergänzung von Mann und Frau und lebt aus dem persönlichen Willen der Gatten, ihr ganzes Leben zu teilen, das, was sie haben, und das, was sie sind. Deshalb ist eine solche Gemeinschaft die Frucht und das Zeichen eines tief menschlichen Anspruchs“.[38]

Verschlimmerung der Lage durch die Gleichstellung von Ehe und homosexueller Verhältnisse 

23. Die Wahrheit über die eheliche Liebe ermöglicht es, die ernsten sozialen Folgen einer Institutionalisierung homosexueller Beziehungen besser zu verstehen: „Angesichts der obengenannten Prinzipien wird auch klar, wie unangemessen es ist, den Verbindungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen eine ,eheliche’ Realität zuzuschreiben. Dem steht in erster Linie die objektive Unmöglichkeit entgegen, eine solche Verbindung durch die Weitergabe des Lebens Frucht bringen zu lassen-gemäß dem von Gott in die Struktur des Menschen eingeschriebenen Plan. Ein Hindernis sind die mangelnden Voraussetzungen für jene interpersonale Komplementarität, die der Schöpfer für Mann und Frau gewollt hat und zwar sowohl auf physisch-biologischer als auch auf besonders psychologischer Ebene“.[39] Die Ehe darf nicht mit einer homosexuellen Beziehung auf eine Ebene gestellt werden; das widerspräche dem gesunden Menschenverstand.[40] Die moralischen und rechtlichen Folgen des Anspruchs, homosexuelle Paare als faktische Lebensgemeinschaften zu betrachten, sind besonders verheerend.[41] „Die faktische Lebensgemeinschaft von Homosexuellen ist einerseits eine bedauernswerte Entstellung dessen, was eine Liebes- und Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau in der gegenseitigen, für das Leben offenen Hingabe, sein sollte“.[42] Noch schlimmer aber ist der Anspruch, diese Gemeinschaften der „Zivilehe“ gleichzustellen, wie ihn einige neuere Initiativen erheben.[43] Obendrein streben diese Initiativen die gesetzliche Erlaubnis für homosexuelle Paare an, Kinder zu adoptieren, und schaffen somit einen ernsthaften Risikofaktor.[44] „Die Verbindung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen kann keine wahre Familie darstellen, und noch weniger kann man einem solchen Bund das Recht zugestehen, elternlose Kinder zu adoptieren“.[45] An die soziale Transzendenz der Wahrheit über die eheliche Liebe erinnern und demzufolge betonen, daß die Anerkennung oder-schlimmer noch-die Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe ein schwerer Fehler wäre, ist keine Diskriminierung dieser Menschen. Das Gemeinwohl der Gesellschaft verlangt, daß die eheliche Gemeinschaft als Fundament der Familie gesetzlich anerkannt, gefördert und geschützt wird.[46]

 

IV- Die Gerechtigkeit und die Familieals Gut der Gesellschaft

Die Familie als rechtlich zu schützendes Gutder Gesellschaft 

24. Ehe und Familie sind ein Gut der Gesellschaft erster Ordnung: „Die Familie bringt immer eine neue Dimension des Wohls für die Menschen zum Ausdruck und bringt deshalb eine neue Verantwortung mit sich. Es handelt sich um die Verantwortung für jenes einzigartige gemeinsame Gut, in das das Wohl des Menschen eingeschlossen ist: jedes Mitgliedes der Familiengemeinschaft; ein sicherlich ,schwieriges’ (bonum arduum), aber faszinierendes Gut“.[47] Zwar entwickeln alle Ehepaare und Familien nicht das gesamte persönliche und sozial mögliche Gut.[48] Aber dann soll die Gesellschaft eingreifen und die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, um zur Entwicklung der ihnen eigentümlichen Werte beizutragen. Denn „es muß jede Anstrengung unternommen werden, damit sie als anfängliche Gesellschaft und in gewissem Sinn als ,souverän’ anerkannt wird! Ihre ,Souveränität’ ist für das Wohl der Gesellschaft unerläßlich“.[49]

Zu fördernde soziale objektive Werte 

25. So gesehen sind Ehe und Familie für die Gesellschaft ein Gut, weil sie ein für die Ehegatten selbst kostbares Gut schützen. Denn „die Familie, eine natürliche Gemeinschaft, besteht vor dem Staat und jeder anderen Gemeinschaft und besitzt aus sich heraus Rechte, die unveräußerlich sind“.[50] Einerseits impliziert die soziale Dimension des Ehegatte-Seins ein Prinzip rechtlicher Sicherheit: Da das Ehemann- oder Ehefrau-Werden im Sein-und nicht nur im Handeln-begründet ist, muß die Würde dieses neuen Zeichens der persönlichen Identität öffentlich anerkannt und das Gut, das sie für die Gesellschaft darstellt, in seinem richtigen Wert geschätzt werden.[51] Es tritt klar zutage, daß die richtige Gesellschaftsordnung dann gefördert wird, wenn Ehe und Familie als das erscheinen, was sie tatsächlich sind, nämlich als feste Wirklichkeit.[52] Außerdem bringen die Ganzheitlichkeit der gegenseitigen Hingabe von Mann und Frau, die Vaterschaft und Mutterschaft potentiell einschließt, und die daraus entstehende-ebenfalls ausschließliche und dauerhafte-Verbindung zwischen Eltern und Kindern ein unbedingtes Vertrauen zum Ausdruck, das für alle Kraft und Bereicherung ist.[53]

26. Die Würde der menschlichen Person verlangt, das diese aus in der Ehe verbundenen Eltern, aus einer intimen, ganzheitlichen, gegenseitigen und dauerhaften-rechtlich verpflichtenden-Verbindung geboren wird, die sich aus dem Ehegatten-Sein ableitet. Sie ist demzufolge ein Gut für die Kinder. Nur durch diesen Ursprung kann die Identität des Kindes wirklich gewahrt werden, und zwar nicht nur in genetischer und biologischer, sondern auch in biographischer und historischer Hinsicht.[54] Außerdem ist die Ehe das angemessenste menschliche und vermenschlichende Umfeld für die Annahme des Kindes: das geeignetste Milieu, wo affektive Geborgenheit, Einheit und Fortschritt im sozialen und pädagogischen Integrationsprozeß am besten gewährleistet sind. „Die Verbindung zwischen Mutter und Kind und die unersetzliche Rolle des Vaters erfordern die Aufnahme des Kindes in einer Familie, die ihm soweit als möglich die Anwesenheit beider Elternteile garantiert. Der besondere Beitrag, den sie der Familie leisten und damit der Gesellschaft, ist der höchsten Anerkennung würdig“.[55] Schließlich erspart die ununterbrochene Kontinuität zwischen Ehe, Mutterschaft/Vaterschaft und Verwandtschaft (Kindschaft, Geschwisterlichkeit, usw.) der Gesellschaft viele und auch ernste Probleme, die dann aufkommen, wenn sich diese verschiedenen, miteinander verketteten Elemente trennen und jedes unabhängig von den anderen handelt.[56]

27. Auch für die anderen Familienangehörigen ist die eheliche Gemeinschaft als soziale Wirklichkeit ein Gut. Denn in der durch das Eheband begründeten Familie werden nicht nur die neuen Generationen aufgenommen und lernen an den gemeinsamen Pflichten teilzuhaben, sondern auch die älteren Generationen (Großeltern) haben die Möglichkeit, zur gemeinsamen Bereicherung beizutragen: Sie geben ihre Erfahrungen weiter; sie spüren noch einmal, daß ihr Dienst gebraucht wird; sie fühlen sich in ihrer vollen Würde als Personen bestätigt, da sie um ihrer selbst willen geschätzt und geliebt werden, wenn sie sich am oft fruchtbaren Dialog zwischen den Generationen beteiligen. Denn „die Familie ist der Ort, wo verschiedene Generationen zusammenkommen und einander helfen, an menschlicher Weisheit zuzunehmen und die Rechte des einzelnen mit den anderen Forderungen des sozialen Lebens zu verbinden“[57]. Gleichzeitig können die alten Menschen mit Zuversicht und Gewißheit in die Zukunft blicken, wohl wissend, daß ihnen die zur Seite stehen werden, für die sie über lange Jahre hinweg gesorgt haben. Wenn die Familie also in diesem Sinne ihre Aufgabe wirklich erfüllt, dann wird den alten Menschen eine so große Aufmerksamkeit entgegengebracht, wie es in ihrem Umfeld fremden Einrichtungen, auch wenn diese mit hervorragend und mit der technisch fortschrittlichsten Ausstattung versehen sind-zumindest in gewisser Hinsicht-nicht möglich wäre.[58]

28. So können wir auch die anderen positiven Aspekte für die ganze Gesellschaft bedenken, die sich aus der ehelichen Gemeinschaft als Fundament der Ehe und Ursprung der Familie ergeben. Um nur einige Beispiele zu nennen: das Prinzip der Identifikation des Bürgers; das Prinzip der Einheit der Verwandtschaft-als Grundlage der Beziehungen des Lebens in der Gesellschaft-und ihrer Beständigkeit; das Prinzip der Weitergabe der kulturellen Güter und Werte; das Subsidiaritätsprinzip: das Verschwinden der Familie würde den Staat in der Tat zwingen, Funktionen wahrzunehmen, die von Natur aus eigentlich der Familie zukommen; das Prinzip der Wirtschaftlichkeit – auch in Fragen des Vorgehens: Zerbricht nämlich die Familie, muß der Staat häufiger und verstärkter eingreifen, um die Probleme direkt zu lösen, die eigentlich in der Privatsphäre verbleiben und dort gelöst werden sollten-das würde sowohl auf finanzieller wie psychologischer Ebene höhere Kosten auslösen. Es empfiehlt sich außerdem, daran zu erinnern, daß „die Familie, die viel mehr ist als eine bloße juridische, soziale und ökonomische Einheit, eine Gemeinschaft der Liebe und der Solidarität bildet, die in einzigartiger Weise geeignet ist, kulturelle, ethische, soziale, geistige und religiöse Werte zu lehren und zu übermitteln, wie sie wesentlich sind für die Entwicklung und das Wohlergehen ihrer eigenen Mitglieder und der ganzen Gesellschaft“[59]. Die Zerstückelung der Familie führt keineswegs zu einer größeren Freiheit des einzelnen, sondern macht sie verwundbarer und ohnmächtig gegenüber der Macht des Staates, der seinerseits eine immer komplexere Rechtsprechung nötig hat, die nur Geld kostet.

Die Pflicht von Gesellschaft und Staat, die in der Ehe begründete Familie zu schützen und zu fördern 

29. Kurzum, die menschliche, soziale und materielle Förderung der in der Ehe begründeten Familie und der rechtliche Schutz der Elemente, aus denen sie in ihrem Einheitscharakter zusammengesetzt ist, ist nicht nur für jeden einzelnen Familienangehörigen unersetzlich, sondern auch für das allgemeine gute Gelingen zwischenmenschlicher Beziehungen, das Machtgleichgewicht, die Garantie der Freiheiten, die pädagogischen Interessen, die Identität des Bürgers und die Aufgabenverteilung zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Einrichtungen: „Darum ist die Rolle der Familie beim Aufbau der Kultur des Lebens entscheidend und unersetzlich“.[60] Wenn die Krise der Familie – und das darf man nicht vergessen – unter gewissen Umständen und Aspekten eine der Ursachen für den steigenden Interventionismus des Staates in ihren Bereichen war, so ist genauso richtig, daß die Initiativen der Gesetzgeber bei verschiedenen anderen Anlässen und unter anderen Aspekten wiederholt Schwierigkeiten und manchmal sogar das Scheitern einer Vielzahl von Ehen und Familien gefördert oder herbeigeführt haben. „Die Erfahrung verschiedener Kulturen im Laufe der Geschichte hat gezeigt, daß die Gesellschaft die Institution der Familie anerkennen und verteidigen muß; daß die Gesellschaft und insbesondere der Staat und internationale Organisationen die Familie durch politische, ökonomische, soziale und juristische Maßnahmen schützen müssen, die dahin zielen, die Einheit und Festigkeit der Familie zu stärken, damit sie ihre besondere Funktion erfüllen kann“.[61]

Es ist heute-für die Familie und die Gesellschaft-notwendiger denn je, den Problemen größte Aufmerksamkeit zu schenken, mit denen die Ehe und die Familie derzeit fertig werden müssen-und zwar unter absoluter Wahrung ihrer Freiheit. Dazu bedarf es einer Gesetzgebung, welche die Wesenselemente von Ehe und Familie schützt, ohne deren Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Dies gilt insbesondere für die Berufstätigkeit der Frau, wenn sie mit deren Status als Ehefrau und Mutter unvereinbar ist[62], die Kultur des „Erfolgs“, wenn sich demzufolge berufliche Verpflichtungen und Familienleben nicht vereinbaren lassen[63], die Entscheidung, Kinder anzunehmen, welche die Eheleute nach ihrem Gewissen treffen müssen[64], der Schutz der unauflöslichen Einheit, welche die verheirateten Eheleute zu Recht anstreben[65], die Religionsfreiheit und die Würde und Gleichheit der Rechte[66], die Prinzipien und Entscheidungen bezüglich der gewünschten Kindererziehung[67], die steuerliche Behandlung und die anderen Vermögensbestimmungen (Nachlaß, Wohnraum, usw.), der Umgang mit der berechtigten Autonomie der Familie und schließlich die Achtung und Unterstützung ihrer Initiativen in der Politik, insbesondere in den Bereichen, die mit dem Umfeld der Familie zu tun haben[68]. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auf gesellschaftlicher Ebene zwischen Phänomenen unterschiedlicher Natur, zwischen ihren rechtlichen Aspekten und ihrem Beitrag zum Gemeinwohl zu unterscheiden und sie dementsprechend zu behandeln. „Der Wert der Ehe als Institution soll von den staatlichen Autoritäten hochgehalten werden; die Situation nichtverheirateter Paare darf nicht mit einer gültig geschlossenen Ehe gleichgesetzt werden“.[69]

 

V – Christliche Ehe und faktische Lebensgemeinschaft 

Christliche Ehe und gesellschaftlicher Pluralismus 

30. Die Kirche besteht seit einigen Jahren immer wieder auf dem Vertrauen, das der menschlichen Person, ihrer Freiheit und ihren Werten gebührt, sowie auf der Hoffnung auf das Heilswirken Gottes in der Welt, das hilft alle Schwachheit zu überwinden. Gleichzeitig äußert sie ihre tiefe Sorge über die zahlreichen Angriffe auf die menschliche Person und ihre Würde und verwahrt sich gegen gewisse ideologische Voraussetzungen der sogenannten „postmodernen“ Kultur. Denn sie verdunkeln die Werte, die sich aus der Wahrheit über das Menschsein ergeben, und erschweren es, nach ihnen zu leben. „Es handelt sich nicht mehr um begrenzte und gelegentliche Einwände, sondern um eine globale und systematische Infragestellung der sittlichen Lehrüberlieferung aufgrund bestimmter anthropologischer und ethischer Auffassungen. Diese haben ihre Wurzel in dem mehr oder weniger verborgenen Einfluß von Denkströmungen, die schließlich die menschliche Freiheit der Verwurzelung in dem ihr wesentlichen und für sie bestimmenden Bezug zur Wahrheit beraubt“.[70]

Wenn die Freiheit von der Wahrheit getrennt wird, „schwindet jeder Bezug zu gemeinsamen Werten und zu einer für alle geltenden absoluten Wahrheit: das gesellschaftliche Leben läuft Gefahr, in einen vollkommenen Relativismus abzudriften. Dann läßt sich alles vereinbaren, über alles verhandeln: auch über das erste Grundrecht, das Recht auf Leben“.[71] Diese Warnung gilt gewiß auch für die Ehe und die Familie, der einzigen und vollkommen menschlichen Quelle und Ursache der Verwirklichung dieses Urrechts. Dies ist dann der Fall, wenn man „eine Zersetzung von Begriff und Erfahrung der Freiheit“ zuläßt, „die nicht als die Fähigkeit aufgefaßt wird, den Plan Gottes für Ehe und Familie zu verwirklichen, sondern vielmehr als autonome Kraft der Selbstbehauptung-für das eigene, egoistisch verstandene Wohlergehen und nicht selten gegen die Mitmenschen“[72].

31. Die christliche Gemeinschaft hat von diesem Prinzip ausgehend die christliche Ehe als konkretes Zeichen der Verbindung Christi mit seiner Kirche gelebt. Jesus Christus hat die Ehe zu einem Heilsereignis in der neuen Ordnung erhoben, die mit der Heilsökonomie verbunden ist. Anders gesagt: Die Ehe ist ein Sakrament des Neuen Bundes.[73] Es handelt sich hier um einen wesentlichen Punkt für das Verständnis von Inhalt und Tragweite des Ehebundes zwischen zwei Getauften. Das Lehramt der Kirche hat seinerseits erklärt, daß „das Sakrament der Ehe vor den anderen diese Besonderheit hat: Es umfaßt als Sakrament eine Wirklichkeit, die bereits in der Schöpfungsordnung vorliegt; es ist derselbe Ehebund, den der Schöpfer ,am Anfang’ begründet hat“[74].

In einer in weiten Teilen säkularisierten Gesellschaft, die sich zunehmend von den Werten der Wahrheit über die menschliche Person entfernt, ist es heute notwendig, auf dem Inhalt dieses Ehebundes, „durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf das Wohl der Ehegatten und auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist“[75], so wie Gott ihn „von Anfang an“[76] in der natürlichen Ordnung der Schöpfung gewollt hat, zu beharren. Dies macht eine nüchterne Reflexion erforderlich: nicht nur von den praktizierenden Gläubigen, sondern auch von denen, die ihre religiöse Praxis aufgegeben haben, von Ungläubigen und Gläubigen anderer Anschauungen, das heißt von allen Menschen, Männern und Frauen, als Glieder einer zivilen Gemeinschaft und für das Gemeinwohl Verantwortliche. In Erinnerung gerufen werden muß die Natur der in der Ehe begründeten Familie, deren Charakter nicht nur historisch und konjunkturell, sondern ontologisch, das heißt unabhängig ist von allen epochalen, lokalen und kulturellen Wandlungen. Das gleiche gilt für den sich daraus ergebenden Rechtscharakter.  

Der Prozeß der Säkularisierung der Familie im Westen 

32. Zumindest in den westlichen Ländern mit katholischer Tradition richtete sich der Prozeß der Säkularisierung der Ehe als Institution zunächst in erster Linie und fast ausschließlich auf die Hochzeitsfeier, das heißt auf die Modalitäten der Feier der Ehe. Trotz allem bestanden die Grundprinzipien der Ehe wie der kostbare Wert der Unauflöslichkeit der Ehe, insbesondere der absoluten Unauflöslichkeit der sakramentalen, zwischen zwei Getauften geschlossenen und vollzogenen Ehe, sowohl im Volksbewußtsein als auch im säkularisierten Rechtssystem fort.[77] Der allgemeine Einbruch der „Scheidungsmentalität“, wie das II. Vatikanische Konzil es nennt, in die verschiedenen Rechtssysteme führte im Laufe der Jahrhunderte zu einer allmählichen Verdunkelung des Wertes dieser großen Errungenschaft im Bewußtsein der Gesellschaft. Die Urkirche versuchte nicht, das römische Eheverständnis zu heiligen oder zu christianisieren, sondern begnügte sich damit, dieser Institution nach dem Willen Jesu Christi ihre ursprüngliche Bedeutung in der Schöpfungsordnung wiederzugeben. Ohne Zweifel hat bereits die Urkirche klar erkannt, daß der Schöpfer den natürlichen Charakter der Ehe von Anfang an als Zeichen der Liebe Gottes zu seinem Volk und, nachdem die Fülle der Zeit gekommen war, als Zeichen der Liebe Christi zu seiner Kirche gewollt hat. Denn das erste, was sie im Sinne des Evangeliums und der ausdrücklichen Lehre Christi, ihres Herrn, tat, war die Wiederherstellung der Prinzipien der Ehe. Sie war sich bewußt, daß Gott selbst der „Urheber der Ehe“ ist, „die mit verschiedenen Gütern und Zielen ausgestattet ist“.[78] Andererseits erkannte sie die Tatsache, daß diese natürliche Institution „von größter Bedeutung“ ist „für den Fortbestand der Menschheit, für den persönlichen Fortschritt der einzelnen Familienmitglieder und ihr ewiges Heil; für die Würde, die Festigkeit, den Frieden und das Wohlergehen der Familie selbst und der ganzen menschlichen Gesellschaft“.[79] Wer nach den (von der Kirche oder vom Staat festgelegten) festgelegten Modalitäten heiratet, kann und will wirklich eine Ehe schließen. Die Neigung zur ehelichen Verbindung ist der menschlichen Person wesenseigen, und aus dieser Entscheidung leiten sich die rechtliche Seite des Ehevertrags und die Entstehung des wahren Ehebands ab.  

Die Ehe als Institution der ehelichen Liebe und andere Formen der Lebensgemeinschaft  

33. Das Kirchenrecht[80] befaßt sich auch mit der natürlichen Wirklichkeit der Ehe. Das kanonische Recht beschreibt im wesentlichen den Status der Ehe zwischen zwei Getauften sowohl in fieri-im Augenblick der Eheschließung-als auch als bleibender Stand, in dem sich die Ehe- und Familienbeziehungen vollziehen. In dieser Hinsicht ist die kirchliche Jurisdiktion in Ehefragen entscheidend und stellt einen echten Schutz der Werte der Familie dar. Aber die Grundprinzipien des Ehestands hinsichtlich der ehelichen Liebe und seiner sakramentalen Natur werden nicht immer voll verstanden und geachtet.

34. Was den ersten Punkt betrifft, so sagt man oft, die Liebe sei das Fundament der Ehe, und diese sei eine Lebens- und Liebesgemeinschaft. Man macht aber nicht immer hinreichend geltend, daß sie die Bedingung für die Ehe als Institution ist und vernachlässigt so die rechtliche Dimension des Konsenses. Die Ehe ist eine Institution. Verkennt man dies, kommt es oft zu einer großen Verwirrung, was die Frage der christlichen Ehe und der faktischen Lebensgemeinschaften betrifft: Die durch eine faktische Lebensgemeinschaft gebundenen Partner können zwar behaupten, ihre Beziehung sei in der „Liebe“ begründet (doch es handelt sich dann um eine Liebe, die das II. Vatikanische Konzil als sic dicto libero bezeichnet) und sie bildeten eine Lebens- und Liebesgemeinschaft (doch diese Gemeinschaft unterscheidet sich wesentlich von der communitas vitae et amoris coniugalis, die sich Ehe nennt[81]).

35. Was die Grundprinzipien hinsichtlich der sakramentalen Natur der Ehe angeht, so ist die Frage komplexer. Die Hirten der Kirche müssen in der Tat dem ungeheuren Reichtum der Gnade Rechnung tragen, der aus der sakramentalen Natur der christlichen Ehe hervorgeht, sowie dem Einfluß, den sie auf die in der Ehe begründeten Beziehungen in der Familie ausübt. Gott wollte, daß der ursprüngliche Ehebund, die Ehe der Schöpfung, ein permanentes Zeichen der Verbindung Christi mit der Kirche sei und so zu einem wahren Sakrament des Neuen Bundes würde. Das Problem besteht darin, das richtig zu verstehen: Dieser sakramentale Charakter ist weder ein Zusatz noch etwas der Natur der Ehe Äußerliches. Im Gegenteil: Die Ehe, die der Schöpfer unauflöslich wollte, wurde durch Christi Werk der Erlösung zu einem Sakrament erhoben, ohne daß dies auch nur die geringste „Entstellung“ ihrer Wirklichkeit mit sich brächte. Verkennt man die Besonderheit dieses Sakraments im Vergleich zu den anderen, dann entstehen oft Mißverständnisse, und der Begriff der sakramentalen Ehe wird verdunkelt. Dieser Begriff gewinnt bei der Ehevorbereitung eine besondere Bedeutung: die verdienstvollen Bemühungen zur Vorbereitung der Brautpaare auf die Feier des Sakraments wären unnütz, wenn diese die absolut unauflösliche Natur der Ehe, die sie zu schließen beabsichtigen, nicht richtig verstünden. Die Getauften bitten die Kirche nicht um die Feier eines Festes nach speziellen Riten, sondern um die Eheschließung für ein ganzes Leben, um das Sakrament des Neuen Bundes. Durch dieses Sakrament haben sie am Geheimnis der Verbindung Christi mit seiner Kirche teil und bringen ihre innige und unauflösliche Verbindung zum Ausdruck.[82]

 

VI – Christliche Orientierungsrichtlinien 

Formulierung des Grundproblems: „Am Anfang war es nicht so“ 

36. Die christliche Gemeinschaft fühlt sich durch die Phänomene der faktischen Lebensgemeinschaften angesprochen. Diese Gemeinschaften ohne jede-zivile und religiöse-rechtlichen und institutionellen Bande sind ein immer häufigeres Phänomen, dem die Kirche in der Pastoral ihre Aufmerksamkeit schenken muß.[83] Wenn sich der Gläubige nicht nur auf die Vernunft stützt, sondern auch und vor allem auf den „Glanz der Wahrheit“, der ihm vom Glauben her kommt, ist er in der Lage, die Dinge beim Namen zu nennen: das Gute als gut und das Schlechte als schlecht. Im heutigen, vom Relativismus geprägten und zur Verwässerung aller-sogar der wesentlichen-Unterschiede zwischen Ehe und faktischen Lebensgemeinschaften führenden Kontext, muß man eine große Weisheit und mutige Freiheit an den Tag legen, um sich nicht für Zweideutigkeiten oder Kompromissen herzugeben, wohl wissend, daß „die gefährlichste Krise[...], die den Menschen überhaupt heimsuchen kann: die Verwirrung in bezug auf Gut und Böse, was den Aufbau und die Bewahrung der sittlichen Ordnung der einzelnen und der Gemeinschaften unmöglich macht“[84] ist. Im Hinblick auf eine im wahrsten Sinne des Wortes christliche Reflexion über die Zeichen der Zeit und angesichts der offenkundigen Verdunklung der tiefen Wahrheit der menschlichen Liebe im Herzen vieler unserer Zeitgenossen, empfiehlt es sich, zu den reinen Wassern des Evangeliums zurückzukehren.

37. „Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Frage stellen wollten, und fragten. ,Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? ’ Er antwortete: ,Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und daß er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. ’ Da sagten sie zu ihm: ,Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, daß man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muß, wenn man sich trennen will? ’ Er antwortete: ,Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch’“ (Mt 19,3-9). Diese Worte des Herrn sind wohl ebenso bekannt wie die Reaktion seiner Jünger: „Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten“ (Mt 19,10). Diese Reaktion entspricht eindeutig dem in der damaligen Epoche herrschenden Denken, das dem ursprünglichen Plan des Schöpfers den Rücken zugekehrt hatte.[85] Das von Mose gewährte Zugeständnis spiegelt die Gegenwart der Sünde wider, welche die Form der duritia cordis angenommen hat. Heute muß zweifellos mehr als zu anderen Zeiten der Beeinträchtigung des Verstandes, der Lähmung des Willens, der Bestimmung durch Leidenschaften, der verborgenen Wurzel der meisten Schwächefaktoren, die zur aktuellen Verbreitung der faktischen Lebensgemeinschaften beigetragen haben, Rechnung tragen.  

Faktische Lebensgemeinschaften, Schwächefaktoren und Sakramentsgnade 

38. Dank der Kirche und der christlichen Ehe hat die Gesellschaft im Laufe der Jahrhunderte die Ehe in ihrer ursprünglichen Verfassung, wie sie Christus in seiner Antwort aufgezeigt hat, anerkannt.[86] Die ursprüngliche Verfassung der Ehe ist auch heute noch genauso aktuell wie-propter duritiam cordis-die Schwierigkeit, sie als vertraute, in der tiefsten Tiefe des Seins verborgene Wahrheit anzuerkennen und zu leben. Die Ehe ist eine natürliche Institution deren Wesensmerkmale unabhängig von allen Kulturen mit dem Verstand erkannt werden können.[87] Diese Erkenntnis der Wahrheit über die Ehe hat auch etwas mit der moralischen Ordnung zu tun.[88] Man darf aber nicht vergessen, daß die von der Sünde angeschlagene und von Christus erlöste menschliche Natur nicht immer zur klaren Erkenntnis der Wahrheiten gelangt, die Gott in ihr Herz eingeschrieben hat. Auch die Botschaft der Kirche und ihres Lehramts muß in dieser Hinsicht eine lebendige Lehre und ein lebendiges Zeugnis in der Welt sein.[89] Es empfiehlt sich daher, die Bedeutung der Gnade hervorzuheben, insofern sie dem Eheleben seine wahre Fülle verleiht.[90] In der pastoralen Beurteilung der Frage der faktischen Lebensgemeinschaften gilt es auch die menschliche Schwäche und die Bedeutung einer wirklichen Erfahrung von Kirche und der Katechese zu berücksichtigen, die zum Gnadenleben, zum Gebet und zu den Sakramenten, insbesondere zur Beichte, hinführen.

39. Die faktischen Lebensgemeinschaften sind von der sogenannten „freien Liebe geprägt, die das der ehelichen Liebe eigentümliche und für sie charakteristische Band ausschließt oder ablehnt. Für die Entstehung solcher Gemeinschaften sind Schwächefaktoren verantwortlich, deren verschiedene Elemente es zu unterscheiden gilt. Wie wir gesehen haben, ist außerdem zu unterscheiden zwischen faktischen Lebensgemeinschaften, zu denen einige aufgrund schwieriger Situationen gezwungen sind, und faktischen Lebensgemeinschaften, die freiwillig gewählt wurden in „einer Haltung der Verachtung, des Protestes oder der Ablehnung gegenüber der Gesellschaft, der Familie als Institution, der gesellschaftlich-politischen Ordnung oder einer Haltung, die nur auf Lebensgenuß ausgeht“.[91] Weiterhin ist der Fall derjenigen zu betrachten, die „durch äußerste Unwissenheit und Armut, infolge wirklich ungerechter Verhältnisse oder auch durch eine gewisse seelische Unreife, die sie mit Unsicherheit und Furcht vor einer dauerhaften und endgültigen Bindung erfüllt“[92], in eine faktische Lebensgemeinschaft getrieben werden.

Die ethische Beurteilung, die Pastoral und das christliche Engagement in der Politik müssen deshalb der Vielfalt der Situationen Rechnung tragen, die wie oben ausgeführt[93] alle mit dem allgemeinen Begriff „faktische Lebensgemeinschaft“ bezeichnet werden. Was auch immer die Ursachen sein mögen, diese Lebensgemeinschaften stellen „die Kirche vor schwierige pastorale Probleme, und zwar wegen der ernsten Folgen, die sich daraus ergeben sowohl in religiös-sittlicher Hinsicht (Verlust der religiösen Bedeutung der Ehe im Licht des Bundes Gottes mit seinem Volk, Fehlen der Sakramentsgnade, schweres Ärgernis) als auch in sozialer Hinsicht (Zerstörung des Familienbegriffs, Schwächung des Sinnes für Treue auch gegenüber der Gesellschaft, mögliche seelische Schäden bei den Kindern, zunehmender Egoismus)“.[94] Deshalb und in Anbetracht der sittlichen und pastoralen Dimension beobachtet die Kirche die Verbreitung des Phänomens der unehelichen Lebensgemeinschaften.  

Das Zeugnis der christlichen Ehe 

40. Die in verschiedenen Ländern mit christlicher Tradition gestarteten Initiativen zur Änderung der Gesetzgebung zugunsten der faktischen Lebensgemeinschaften bereiten Hirten und Gläubigen große Sorgen. Oft hat es den Anschein, daß sie nicht wissen, wie sie diesem Phänomen begegnen sollen, und daß sie nur passiv reagieren. Damit erwecken sie jedoch den Eindruck, die Kirche wolle einfach nur den Status quo bewahren, als ob die in der Ehe begründete Familie (ein „herkömmliches“ Modell) das Kulturmodell der Kirche wäre, das man trotz der großen Veränderungen in unserer Epoche bewahren will.

Zur Auseinandersetzung mit dieser Situation empfiehlt es sich, die positiven Aspekte der ehelichen Liebe zu vertiefen, um auch hier die Wahrheit des Evangeliums im Stile der Christen der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung inkulturieren zu können. Diese Neuevangelisierung der Familie richtet sich vor allem an die christlichen Familien, die als Adressaten der Evangelisierung selbst die ersten Evangelisierer sind und die „gute Nachricht“ von der „geschwisterlichen Liebe“[95] nicht nur in Worten, sondern auch und vor allem durch ihr persönliches Zeugnis verkünden. Der Wert dieses sozialen Wunderwerks, das die eheliche Liebe ist, muß dringend wieder erkannt werden, denn das Phänomen der faktischen Lebensgemeinschaften hängt mit ideologischen Faktoren zusammen, die es verdunkeln und die von einem irrigen Verständnis der menschlichen Sexualität und der Mann-Frau-Beziehung herrühren. Von daher erklärt sich die ursprüngliche Bedeutung des Gnadenlebens der christlichen Ehen in Christus: „Auch die christliche Familie gehört zur Kirche, zum priesterlichen Volk. Durch das Ehesakrament, in dem sie gründet und aus dem sie ihre Kraft schöpft, wird sie dauernd von Jesus, dem Herrn, belebt und zum Dialog mit Gott berufen und verpflichtet, zum Dialog durch das sakramentale Leben, durch den Einsatz der eigenen Existenz und durch das Gebet. Das ist die priesterliche Aufgabe, welche die christliche Familie in tiefster Verbundenheit mit der ganzen Kirche durch den Alltag des Ehe- und Familienlebens verwirklichen kann und muß; so ist sie berufen, sich selbst sowie die kirchliche Gemeinschaft und die Welt zu heiligen“.[96]

41. Dadurch, daß die christlichen Ehen in den verschiedenen gesellschaftlichen Milieus vertreten sind, stellen sie ein bevorzugtes Mittel dar, um dem Menschen von heute (der in seiner Subjektivität zum Teil zerrüttet und nach einer Reihe von bruchstückhaften Erfahrungen auf der vergeblichen Suche nach einer „freien“, der wahren ehelichen Liebe widersprechenden Liebe erschöpft ist) konkret zu zeigen, daß es möglich ist, sein Menschsein wiederzufinden, wenn sie ihm helfen, die Wirklichkeit einer in der Ehe in Jesus Christus vollkommen verwirklichten Subjektivität zu begreifen. Diese Art Konfrontation mit der Wirklichkeit ist die einzig mögliche Art und Weise, im Herzen die Sehnsucht nach einer Heimat zu wecken, von der die ganze Person eine unauslöschliche Erinnerung hat. Den enttäuschten Männern und Frauen, die sich zynisch fragen: „Kann denn aus dem Herzen des Menschen etwas Gutes kommen?“, muß man entgegen können: „Kommt und seht unsere Ehe und unsere Familie“. Das wirkliche Zeugnis, durch das die christliche Gemeinschaft mit der Gnade Gottes zum Zeichen der Barmherzigkeit Gottes mit den Menschen wird, kann ein entscheidender Ausgangspunkt sein. Außerdem ist in allen Milieus festzustellen, wie wirksam und positiv der Einfluß gläubiger Christen sein kann. Durch ihre bewußten Glaubens- und Lebensentscheidungen sind sie mitten unter ihren Zeitgenossen wie der Sauerteig im Teig, wie das Licht, das in der Finsternis leuchtet. Die Aufmerksamkeit der Pastoral bei der Vorbereitung auf die Ehe und Familie und bei der Begleitung im Ehe- und Familienleben ist also für das Leben der Kirche und der Welt wesentlich.[97]  

Eine angemessene Ehevorbereitung 

42. Das Lehramt der Kirche hat mehrere Male, vor allem seit dem II. Vatikanischen Konzil, die Bedeutung und den unersetzlichen Charakter der Ehevorbereitung in der gewöhnlichen Pastoral hervorgehoben. Diese Vorbereitung darf sich nicht auf eine einfache Information über das beschränken, was die Ehe für die Kirche ist, sondern sie muß ein wirklicher Weg der Formation der Personen sein, deren Grundlage die Erziehung im Glauben und in den Tugenden bildet. Der Päpstliche Rat für die Familie hat diesen wichtigen Aspekt der Pastoral der Kirche in den Dokumenten Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung vom 8. Dezember 1995, und Die Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe vom 13. Mai 1996 behandelt und dabei den Schwerpunkt auf den fundamentalen Charakter der Ehevorbereitung und auf den Inhalt dieser Vorbereitung gelegt.

43. „Die Vorbereitung auf die Ehe, auf das Ehe- und Familienleben, ist für das Wohl der Kirche von besonderer Bedeutung, da das Sakrament der Ehe für die ganze christliche Gemeinschaft einen großen Wert darstellt. Dies gilt an erster Stelle für die Gatten, deren Entscheidung derart ist, daß sie weder unvorbereitet noch überhastet getroffen werden darf. In anderen Epochen konnte diese Vorbereitung auf die Unterstützung der Gesellschaft zählen, welche die Werte und Güter der Ehe anerkannte. Die Kirche verteidigte ohne Bedenken und vorbehaltlos die Heiligkeit der Ehe und war sich der Tatsache bewußt, daß das Sakrament der Ehe als Lebenszelle des Volkes Gottes für die Kirche selbst eine Garantie darstellt. Im Innern der Kirche, zumindest in den wirklich evangelisierten Gemeinschaften, war die Unterstützung für die Ehe entschlossen, einheitlich und geschlossen. Getrennte und gescheiterte Ehen waren selten, und die Ehescheidung wurde als gesellschaftliches ,Übel’ betrachtet (vgl. Gaudium et spes, Nr. 47). Heute steht man dagegen in nicht wenigen Fällen vor einem einschneidenden Verfall der Familie und vor einer gewissen Zersetzung der Werte der Ehe. In vielen Nationen, vor allem in den Industrieländern, ist die Zahl der Eheschließungen zurückgegangen. Man verschiebt die Eheschließung heute gewöhnlich auf einen späteren Zeitpunkt, und die Zahl der Ehescheidungen und Trennungen-dazu kommt es oft schon in den ersten Jahren des Ehelebens-steigt. Aufgrund dieser Umstände nehmen die Sorgen in der Pastoral zu, und immer wieder stellt man sich die Frage: Ist derjenige, der heute den Bund der Ehe eingeht, wirklich darauf vorbereitet? Die Frage der Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe und auf das dann folgende gemeinsame Leben erscheint wie eine große pastorale Notwendigkeit-zwar in erster Linie zum Wohl der Gatten, aber auch zum Wohl der ganzen christlichen Gemeinschaft und der Gesellschaft. Deshalb nehmen das Interesse und die Initiativen überall zu, um auf die mit der Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe verbundenen Fragen entsprechende und angemessene Antworten zu geben“.[98]

44. In unseren Tagen ist das Problem-im Gegensatz zu anderen Epochen-nicht in erster Linie, daß die jungen Menschen mit einer unzureichenden Vorbereitung das Ehesakrament empfangen. Unter dem Einfluß eines pessimistischen, anthropologischen, entstrukturalisierenden Verständnisses, das die Subjektivität aufhebt, zweifeln viele daran, daß es in der Ehe eine wahre Hingabe geben kann, die eine treue, fruchtbare und unauflösliche Verbindung schafft. Folge dieser Sicht ist in einigen Fälle die Ablehnung der Ehe als Institution. Sie wird als illusorische Wirklichkeit betrachtet, die nur für Menschen mit einer ganz besonderen Vorbereitung da ist. Von daher erklärt sich die Bedeutung der christlichen Erziehung zu einem richtigen und realistischen Freiheitsbegriff hinsichtlich der Ehe als Fähigkeit, das Gut der ehelichen Hingabe zu entdecken und sich darauf auszurichten. 

Die Familienkatechese 

45. In diesem Sinne ist die Vorbeugung durch Familienkatechese grundlegend. Ebenso unersetzlich ist das Zeugnis der Familien vor ihren eigenen Kindern und in der Gesellschaft, in der sie leben. Die Hirten dürfen nicht die einzigen sein, welche die Familie verteidigen: Die Familien selbst müssen die Achtung ihrer Rechte und ihrer Identität einfordern. Heute nehmen die Familienkatechesen in der Familienpastoral einen besonderen Platz ein. Sie setzen sich umfassend, vollständig und systematisch mit den Wirklichkeiten der Familie auseinander, und zwar nach dem Kriterium des Glaubens und im Licht des Wortes Gottes, das in der Treue zum Lehramt der Kirche von den rechtmäßigen und zuständigen Hirten kirchlich ausgelegt wird. So tragen sie in diesem katechetischen Prozeß wirklich zur Vertiefung der Heilswahrheit über den Menschen bei. Man soll sich bemühen, die Rationalität und Glaubwürdigkeit des Evangeliums hinsichtlich Ehe und Familie zu zeigen, und das Bildungssystem der Kirche entsprechend ändern.[99] Die Erklärung der Ehe und der Familie auf der Grundlage einer richtigen anthropologischen Sicht ruft sogar unter Christen Staunen hervor. Sie erkennen, daß es sich nicht nur um eine Glaubensfrage handelt, und sehen darin eine Bestätigung im Glauben und Gründe zum Handeln, so daß sie ihr persönliches Lebenszeugnis geben und eine auf den Laien zugeschnittene apostolische Sendung erfüllen. 

Die Kommunikationsmittel 

46. Die Krise der Werte der Familie und des Familienbegriffs in den Staatsordnungen und in den Mitteln zur Weitergabe der Kultur-Presse, Fernsehen, Internet, Kino, usw.-macht eine erneute Bemühung erforderlich, um die Werte der Familie in die Kommunikationsmittel einzubringen. Man denke beispielsweise nur an den starken Einfluß der Massenmedien, der in der Gesellschaft zum Verlust der Sensibilität für Zustände wie Ehebruch, Scheidung oder faktische Lebensgemeinschaften geführt hat, oder an die schädliche Verzerrung der „Werte“ (oder besser der „Anti-Werte“), die manchmal sogar als normale Lebensentwürfe dargeboten werden. Trotz des verdienstvollen Beitrags engagierter Christen, die im Bereich der Kommunikationsmittel tätig sind, gilt es zu bedenken, daß einige Fernsehprogramme und Fernsehserien zum Beispiel nicht nur nicht zur religiösen Bildung beitragen, sondern die Desinformation und die Verbreitung religiöser Ignoranz fördern. Auch wenn diese Faktoren keine Grundelemente für die Gestaltung der Kultur darstellen, ist ihr Einfluß nicht zu leugnen. Sie sind deshalb zu den soziologischen Faktoren zu rechnen, die eine Pastoral mit realistischen Kriterien zu berücksichtigen sind. 

Das soziale Engagement 

47. Für viele unserer Zeitgenossen, deren Subjektivität durch die Ideologien in gewisser Weise „zerstört“ wurde, ist die Ehe nahezu undenkbar; die eheliche Wirklichkeit hat für sie keine Bedeutung. Wie kann die Pastoral der Kirche auch für sie zu einem Heilsereignis werden? In dieser Hinsicht ist das Engagement von Katholiken in Politik und Gesetzgebung entscheidend, da sie in diesem Bereich Verantwortlichkeiten besitzen. Die Gesetzgebungen bilden in weitem Maße das Ethos eines Volkes. In dieser Hinsicht ist es besonders wichtig, zur Überwindung der Versuchung zur Gleichgültigkeit im Bereich von Politik und Gesetzgebung zu mahnen, und auf der Notwendigkeit zu bestehen, für die Würde der Person öffentlich Zeugnis zu geben. Die Gleichstellung der faktischen Lebensgemeinschaften mit der Familie führt, wie wir gesehen haben, zu einer Verdrehung der auf das Gemeinwohl der Gesellschaft zielenden Ordnung und bringt eine Entwertung der in der Ehe begründeten Familie als Institution mit sich. Die Gleichstellung ist daher ein Übel für die Menschen, die Familien und die Gesellschaften. Das „politisch Mögliche“ und seine Entfaltung in der Zeit kann nicht von den Grundprinzipien der Wahrheit über die menschliche Person absehen, welche die Einstellung, die konkreten Initiativen und Zukunftsprogramme bestimmen müssen.[100] Es wäre ebenso nützlich, die „Dogmen“ von der unauflöslichen Verbindung zwischen Demokratie und ethischem Relativismus in Frage zu stellen, in dem eine Großzahl der Gesetzesinitiativen zugunsten der Gleichstellung der faktischen Lebensgemeinschaften mit der Familie begründet sind.

48. Die Frage der faktischen Lebensgemeinschaften ist für die Christen eine große Herausforderung. Sie müssen in der Lage sein, den rationalen Aspekt des Glaubens, die tiefe Rationalität des Evangeliums von der Ehe und der Familie aufzuzeigen. Wenn die Verkündigung dieses Evangeliums nicht in der Lage ist, auf diese Herausforderung zur Rationalität (die als enge Entsprechung von desiderium naturale des Menschen und von der Kirche verkündetem Evangelium zu verstehen ist) zu antworten, bleibt sie unfruchtbar. Deshalb ist es heute mehr denn je notwendig, die innere Glaubwürdigkeit der Wahrheit über den Menschen aufzeigen, bildet sie doch die Grundlage für die Institution der ehelichen Liebe. Im Unterschied zu den anderen Sakramenten gehört die Ehe auch zur Schöpfungsökonomie, da sie in die natürliche Dynamik des Menschengeschlechts eingeschrieben ist. Zweitens ist es notwendig, sich um eine Reflexion über die fundamentalen Grundlagen, über die wesentlichen Prinzipien zu bemühen, welche die Bildung in den verschiedenen Bereichen und Institutionen bestimmen. Wie lautet heute die Philosophie der Bildungseinrichtungen der Kirche und wie sollen diese Prinzipien in eine angemessene Erziehung zur Ehe und zur Familie als grundlegende und notwendige Strukturen der Gesellschaft umgesetzt werden? 

Pastorale Aufmerksamkeit und Ansätze 

49. Eine verständnisvolle Haltung gegenüber der existentiellen Problematik und der Entscheidungen von Menschen, die in einer faktischen Lebensgemeinschaft leben, ist berechtigt und unter gewissen Umständen sogar eine Pflicht. Die Achtung vor der Würde der Person wird nicht in Frage gestellt. Aber das Verständnis für die Situation und der Respekt vor der Person bedeuten noch keine Rechtfertigung. In solchen Fällen empfiehlt es sich eher, zu betonen, daß die Wahrheit für sich gesehen ein wesentliches Gut und ein Faktor wahrer Freiheit ist. Macht man die Wahrheit geltend, ist dies kein Angriff, sondern vielmehr eine Form der Nächstenliebe. „Die Heilslehre Christi in keiner Weise schmälern“ ist „eine erhabene Form der Liebe zu den Seelen“[101], vorausgesetzt, daß damit „die Geduld und Güte“ einhergeht, „deren Beispiel der Herr selbst im Umgang mit den Menschen gegeben hat“.[102] Auch die Christen müssen versuchen, die individuellen, sozialen, kulturellen und ideologischen Ursachen für die Verbreitung der faktischen Lebensgemeinschaften zu verstehen. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß eine verständige und feinfühlige Pastoral in bestimmten Fällen zur „institutionellen“ Rehabilitierung dieser Gemeinschaften beitragen kann. Die Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden, sollen im Rahmen der gewöhnlichen Pastoral der kirchlichen Gemeinschaft Fall für Fall und mit der gebührenden Umsicht betrachtet werden. Man soll ihnen mit Verständnis für ihre Probleme und für die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten begegnen, geduldig mit ihnen sprechen, ihnen konkret helfen, insbesondere, wenn Kinder vorhanden sind. Auch in dieser Hinsicht ist die Vorbeugung eine vorrangige Absicht. 

Schluß 

50. Die Weisheit der Nationen hat in den vergangenen Jahrhunderten trotz einiger Beschränkungen hier und da die Existenz und fundamentale und unersetzliche Sendung der in der Ehe begründeten Familie anerkannt. Die Familie ist ein für die ganze Gesellschaft notwendiges und unersetzliches Gut. Sie muß von der ganzen Gesellschaft rechtlich anerkannt, geschützt und gefördert werden. Denn es schadet der ganzen Gesellschaft, wenn man dieses für die Gesellschaft wertvolle und notwendige Gut irgendwie gefährdet. Gegenüber dem Phänomen faktischer Lebensgemeinschaften und der damit verbundenen Zurücksetzung der ehelichen Liebe darf die Gesellschaft nicht gleichgültig bleiben. Die Anerkennung der faktischen Lebensgemeinschaften ist die falsche Lösung und stellt bloß eine einfache Unterdrückung des Problems dar. Damit werden sie nur öffentlich mit den in der Ehe begründeten Familien auf eine Stufe gestellt oder ihnen gleich gestellt. Das ist nicht nur vergleichsweise eine Benachteiligung der Ehe (und nicht zuletzt ein Angriff auf die Familie, auf jene natürliche und notwendige Institution, die heute vielmehr wahrer familienpolitischer Maßnahmen bedürfte). Es läßt vielmehr auf eine tiefe Fehlkenntnis der anthropologischen Wahrheit der menschlichen Liebe von Mann und Frau und des damit untrennbar verbundenen Aspekts einer festen und für das Leben offenen Gemeinschaft schließen. Diese Fehlkenntnis ist um so schwerwiegender, wenn man den wesentlichen und tiefen Unterschied zwischen der der Ehe als Institution entspringenden ehelichen Liebe und homosexuellen Beziehungen ignoriert. Die „Gleichgültigkeit“ der öffentlichen Behörden in diesem Punkt ähnelt der Apathie gegenüber dem Leben oder dem Tod der Gesellschaft, gegenüber ihre Projektion auf die Zukunft hin oder ihren Verfall. Werden keine angemessenen Maßnahmen ergriffen, droht diese „Neutralität“ zu einer Beschädigung des sozialen Netzes und der Pädagogik der zukünftigen Generationen zu führen.

Die unzureichende Wertschätzung der ehelichen Liebe und ihrer naturgemäßen Offenheit für das Leben mit der daraus folgenden Unbeständigkeit im Familienleben ist ein gesellschaftliches Phänomen, das eine angemessene Beurteilung von seiten aller erforderlich macht, denen es um das Wohl der Familie geht. Dies gilt insbesondere für die Christen. Es geht vor allem um die Erkenntnis der eigentlichen (ideologischen und finanziellen) Gründe einer solchen Lage der Dinge und nicht um die Erfüllung demagogischer Forderungen von Pressure-groups, die nicht dem Gemeinwohl der Gesellschaft Rechnung tragen. Für die katholische Kirche sind die Familie und die eheliche Liebe in der Nachfolge Christi ein Geschenk der Gemeinschaft des Gottes der Barmherzigkeit mit der Menschheit, ein wertvoller Schatz der Heiligkeit und der Gnade, die in der Welt aufleuchtet. Deshalb lädt sie alle ein, die für die Sache des Menschen kämpfen, sich ihren Bemühungen zur Förderung der Familie und ihrer innigsten Lebensquelle, welche die Ehegemeinschaft ist, anzuschließen.

 
ANMERKUNGEN

[1]II. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 47.

[2]II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Nr. 11, Dekret Apostolicam actuositatem, Nr. 11.

[3]Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2331-2400; Päpstlicher Rat für die Familie, Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung, 8.12.1995.

[4]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 80.

[5]In diesen Gebieten richtet sich die humanisierende und pastorale Tätigkeit der Kirche in ihrer vorzüglichen Option für die Armen in der Regel auf die „Regulierung“ dieser Lebensgemeinschaften durch die Feier der Ehe (oder je nach Fall durch die Gültigerklärung oder Regulierung) nach Maßgabe der Einstellung und dem Einsatz der Kirche für die Heiligung der christlichen Hausgemeinschaften.

[6]Verschiedene konstruktivistische Theorien vertreten heute unterschiedliche Konzeptionen, wie sich die Gesellschaft (das behaupten sie zumindest) entwickeln und sich an die verschiedenen „Geschlechter“ anpassen müßte (zum Beispiel in der Erziehung und im Gesundheitswesen, usw.). Manche sprechen von drei Geschlechtern, andere von fünf, wieder andere von sieben oder von einer Zahl, die je nach Betrachtungsweise variieren kann.

[7]Sowohl der Marxismus als auch der Strukturalismus haben in unterschiedlichem Maß zur Gender-Ideologie beigetragen. Maßgeblich beeinflußt wurde sie von W. Reichs (1897-1957) Postulaten über die „sexuelle Revolution“ oder von Herbert Marcuses (1898-1979) Postulaten. Reich rief zur sexuellen Freizügigkeit auf und Marcuse zum „Ausprobieren“ aller sexuellen Möglichkeiten (die auf der Grundlage eines sexuellen Polymorphismus von unterschiedslos „heterosexueller“ – das heißt natürlicher sexueller – oder „homosexueller“ Ausrichtung, losgelöst von der Familie und von jedem natürlichen Finalismus der geschlechtlichen Differenzierung sowie von jedweder Hemmung durch eine verantwortliche Elternschaft, zu verstehen ist). Der radikale und extremistische Feminismus, wie ihn bekanntlich Margaret Sanger (1879-1966) und Simone de Beauvoir (1908-1986) vertraten, ist keinesfalls als eine Randerscheinung dieses historischen Prozesses der Verfestigung einer Ideologie zu betrachten. Danach wären „Heterosexualität und Monogamie nur mögliche Formen sexueller Praxis.

[8]Vgl. Päpstlicher Rat für die Familie, Famille et Droits humains (Familie und Menschenrechte), 1999, Nr. 16: Die meisten wichtigen internationalen Einrichtung begrüßen leider eine solche Einstellung, und sie wird durch die Entstellung des Familienbegriffs, dessen Grundlage ganz eindeutig die Familie ist, umgesetzt. Zu diesen Einrichtungen gehören bestimmte Organe der Organisation der Vereinten Nationen. Sie stimmten offenbar unlängst einigen dieser Theorien zu und ignorierten damit die wahre Bedeutung von Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, worin die Familie als „natürliches und grundlegendes Element der Gesellschaft“ bezeichnet wird.

[9]Vgl. Aristoteles, Politik: Schriften zur Staatstheorie, I, 9-10 (Bk 1253a).

[10]Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2207.

[11]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 18.

[12]Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz am 1.12.1999.

[13]II. Vatikanisches Konzil,Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 47.

[14]Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, Nr. 4: „[...] abgesehen von den einzelnen Denkrichtungen gibt es eine Gesamtheit von Erkenntnissen, in der man so etwas wie ein geistiges Erbe der Menschheit erkennen kann; gleichsam als befänden wir uns im Angesicht einer impliziten Philosophie, auf Grund der sich ein jeder bewußt ist, diese Prinzipien, wenngleich in undeutlicher, unreflektierter Form zu besitzen. Diese Erkenntnisse sollten, eben weil sie in irgendeiner Weise von allen geteilt werden, eine Art Bezugspunkt der verschiedenen philosophischen Schulen darstellen. Wenn es der Vernunft gelingt, die ersten und allgemeinen Prinzipien des Seins zu erfassen und zu formulieren und daraus in rechter Weise konsequente Schlußfolgerungen von logischer und deontologischer Bedeutung zu entwickeln, dann kann sie sich als eine richtige Vernunft oder, wie die antiken Denker sie nannten, als orthòs logos, recta ratio ausgeben“.

[15]Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dei Verbum, Nr. 10.

[16]Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, Nr. 23: „Das Verhältnis von Glaube und Philosophie trifft in der Verkündigung vom gekreuzigten und auferstandenen Christus auf die Felsenklippe, an der es Schiffbruch erleiden kann. Doch jenseits dieser Klippe kann es in das unendliche Meer der Wahrheit einmünden. Hier zeigt sich deutlich die Grenze zwischen Vernunft und Glaube, es wird aber auch der Raum klar erkennbar, in dem sich beide begegnen können“; Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, Nr. 101: „Das Evangelium vom Leben ist nicht ausschließlich für die Gläubigen da: es ist für alle da. Die Frage des Lebens und seiner Verteidigung und Förderung ist nicht alleiniges Vorrecht der Christen“.

[17]Johannes Paul II., Ansprache vor dem Forum der katholischen Verbände Italiens, 27.6.1998.

[18]Päpstlicher Rat für die Familie, Erklärung zur Resolution des Europäischen Parlaments, welche die faktischen Lebensgemeinschaften, einschließlich homosexueller Verbindungen, mit der Familie auf eine Ebene stellen, 17.3.2000.

[19]Augustinus, De libero arbitrio, I, 5,11.

[20]„Das Gesellschaftsleben und sein Rechtssystem setzen ein letztes Fundament voraus. Wenn es kein anderes Gesetz über dem bürgerlichen Gesetz gibt, dann müssen wir zugeben, daß jedweder Wert, sogar diejenigen, für die Menschen gekämpft und die als Meilensteine auf dem langwierigen Weg zur Freiheit gegolten haben, durch eine einfache Stimmenmehrheit aus der Welt geschafft werden können. Wer das Naturgesetz kritisiert, muß die Augen vor dieser Möglichkeit verschließen. Und wenn er Gesetze fördert, die dem Gemeinwohl und seinen Grundforderungen widersprechen, muß er sich aller Folgen seines Handelns bewußt sein, denn er droht, die Gesellschaft in eine gefährlichen Richtung zu lenken.“; Kardinal Angelo Sodano, Vortrag beim 2. vom Päpstlichen Rat für die Familie veranstalteten Treffen von europäischen Politikern und Gesetzgebern, 22.-24-Oktober 1998:

[21]In Europa beispielsweise heißt es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ (Art. 6); in der irischen Verfassung lesen wir: „Der Staat anerkennt die Familie als ursprüngliche und grundlegende Gruppe der Gesellschaft und als eine moralische Institution; sie ist mit unveräußerlichen und unantastbaren Rechten ausgestattet, die vor jedem positiven Gesetz kommen. Demzufolge verpflichtet sich der Staat, den Bestand und die Autorität der Familie als notwendiges Fundament der Gesellschaftsordnung und unerläßliches Element für den Wohlstand der Nation und des Staates zu schützen“ (Art. 41); in der spanischen: „Die öffentliche Hand gewährleistet den sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Schutz der Familie“ (Art. 39); in der italienischen: „Die Republik anerkennt die Rechte der Familie als natürliche, auf der Ehe gegründete Gesellschaft“ (Art. 29); in der polnischen: „Der Ehe, das heißt der Verbindung von einem Mann und einer Frau, sowie der Familie, der Vaterschaft und Mutterschaft, müssen der Schutz und die Sorge in der Republik Polen zugute kommen“ (Art.18); in der portugiesischen: „Die Familie als Grundelement der Gesellschaft hat das Recht auf Schutz durch Gesellschaft und Staat und auf die Schaffung jener Bedingungen, welche die persönliche Verwirklichung ihrer Mitglieder ermöglichen“ (Art.67).

Ähnliches ist in den Verfassungen der übrigen Welt zu lesen: In der argentinischen heißt es: „Das Gesetz soll den vollständigen Schutz der Familie begründen“ (Art. 14); in der brasilianischen: „Die Familie als Fundament der Gesellschaft, ist Gegenstand eines besonderen Schutzes durch den Staat“ (Art. 226); in der chilenischen: „Die Familie ist die Grundzelle der Gesellschaft. [...] Es ist die Pflicht des Staates, den Schutz der Bevölkerung und der Familie zu gewährleisten“ (Art. 1); in der chinesischen: „Der Staat schützt die Ehe, die Familie, die Mutterschaft und Kindheit“ (Art. 49); in der kolumbianischen: „Der Staat anerkennt ohne jede Diskriminierung den Vorrang der unveräußerlichen Rechte der Person und schützt die Familie als Grundinstitution der Gesellschaft“ (Art. 5); in der südkoreanischen: „Die Ehe und das Familienleben sind in der Würde des einzelnen und in der Gleichheit der Geschlechter begründet; der Staat setzt alle verfügbaren Mittel ein, um dieses Ziel zu verwirklichen“ (Art. 36); in der philippinischen: „Der Staat anerkennt die philippinische Familie als Fundament der Nation. Deshalb ist die Ehe eine unverletzliche gesellschaftliche Institution; sie ist die Grundlage der Familie und muß vom Staat geschützt werden“ (Art. 15); in der mexikanischen: „[...] das Gesetz schützt die Gestaltung und Entwicklung der Familie“ (Art. 4); in der peruanischen: „Die Gemeinschaft und der Staat [...] schützen auch die Familie und fördern die Ehe; sie anerkennen sie als natürliche und fundamentale Institutionen der Gesellschaft“ (Art. 4); in der ruandischen: „Die Familie als natürliche Grundlage des ruandischen Volkes soll vom Staat geschützt werden“ (Art. 24).

[22]Thomas von Aquin, Summa theologiae, I-II, q. 95, a. 2: „Jedes von Menschen gemachte Gesetz ist insofern rechtskräftig, als es aus dem Naturgesetz hervorgeht. Umgekehrt ist, was dem Naturgesetz widerspricht, kein Gesetz, sondern eine Verdrehung des Gesetzes“.

[23]Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer am Europakongreß des Päpstlichen Rates für die Familie, 23. Oktober 1998, Nr. 3.

[24]Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus annus, Nr. 46.

[25]Schlußerklärung des 2. Kongresses der europäischen Politiker und Gesetzgeber über die Menschenrechte und die Familie, in L’Osservatore Romano, 26.2.1999: „Als Politiker und Gesetzgeber, die der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 treu verbunden bleiben wollen, verpflichten wir uns, die Rechte der in der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau begründeten Familie zu verteidigen und zu fördern. Und zwar auf allen Ebenen: auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Nur so können wir uns sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene wirklich in den Dienst des am Gemeinwohls stellen“.

[26]Erklärung des 3. Kongresses der Politiker und Gesetzgeber von Amerika, Buenos Aires, 3.-5. August 1999: „Die Familie ist der zentrale Kern der Gesellschaft. Sie spielt offenkundig eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, die nicht zu vernachlässigen ist, ist die Familie doch das größte Humankapital. Sie erfüllt aber auch andere Aufgaben. Sie ist vor allem eine natürliche Lebensgemeinschaft, eine Gemeinschaft, die in der Ehe begründet ist und deshalb einen viel größeren Zusammenhalt bietet als jede andere soziale Gemeinschaft“.

[27]Vgl. Charta der Familienrechte, Präambel.

[28]Johannes Paul II.,Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 6.

[29]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2333; Johannes Paul II.,Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 8.

[30]II. Vatikanisches Konzil,Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 49.

[31]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2332; Johannes Paul II., Ansprache zur Eröffnung des Gerichtsjahres der Römischen Rota, 21.01.1999.

[32]Johannes Paul II., Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 7-8.

[33]Johannes Paul II., Ansprache zur Eröffnung des Gerichtsjahres der Römischen Rota, 21.01.1999, Nr. 3.

[34]Ebd. Nr. 4.

[35]Ebd.

[36]Ebd.

[37]„Die Ehe stellt den rechtlichen Rahmen dar, welcher die Beständigkeit der Familie fördert. Sie ermöglicht die Verjüngung der Generationen. Sie ist kein bloßer Vertrag oder Privatangelegenheit, sondern stellt eine der Grundstrukturen der Gesellschaft dar.“ Erklärung des ständigen Rats der Französischen Bischofskonferenz zum Gesetzentwurf über den „bürgerlichen Solidaritätspakt“, 17.9.1998.

[38]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 19.

[39]Johannes Paul II., Ansprache zur Eröffnung des Gerichtsjahres der Römischen Rota, 21.01.1999, Nr. 5.

[40]„Die Beziehung zwischen zwei Personen gleichen Geschlechts und die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau sind nicht gleichwertig. Nur letztere sind als Paar zu bezeichnen, weil der Begriff die geschlechtliche Differenzierung, die eheliche Dimension, die Fähigkeit zur Vaterschaft und Mutterschaft voraussetzt. Die Homosexualität kann offensichtlich nicht dieses symbolische Ganze darstellen.“ Erklärung des ständigen Rats der Französischen Bischofskonferenz zum Gesetzentwurf zum „bürgerlichen Solidaritätspakt“, 17.9.1998.

[41]Zur ernsten inneren moralischen Ungeordnetheit der homosexuellen Handlungen im Widerspruch zum Naturgesetz vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2357-2359; Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Persona humana, 29.12.1975; Päpstlicher Rat für die Familie, Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung, 8.12.1995, Nr. 104.

[42]Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer der 14. Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Familie; vgl. Johannes Paul II., Ansprache beim Angelus am 19.6.1994.

[43]Päpstlicher Rat für die Familie, Erklärung zur Resolution des Europäischen Parlaments über die Gleichstellung der „faktischen Lebensgemeinschaften, einschließlich der homosexuellen, mit der Familie, 17.3.2000.

[44]Erklärung des Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz nach der Verabschiedung des „bürgerlichen Solidaritätspakts“, 13.10.1999: „Wir dürfen nicht verkennen, daß eine solche Gesetzgebung den ersten Schritt beispielsweise zur Adoption von Kindern durch Menschen darstellt, die in einer homosexuellen Beziehung leben. Wir fürchten um die Zukunft und bedauern, was in der Vergangenheit geschehen ist“.

[45]Johannes Paul II., Ansprache beim Angelus, 20.02.1994.

[46]Vgl. Erklärung der ständigen Kommission der Spanischen Bischofskonferenz zur Resolution des Europäischen Parlaments über die Gleichheit der Rechte von homosexuellen Männern und Frauen, 24.6.1994.

[47]Johannes Paul II., Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 11.

[48]Vgl. ebd., Nr. 14.

[49]Ebd., Nr. 17.

[50]Charta der Familienrechte, Präambel D.

[51]Vgl. ebd., Präambel D und Art. 6.

[52]Vgl. ebd., Präambel B und I.

[53]Vgl. ebd., Präambel C und G.

[54]Vgl. Johannes Paul II.,Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 9-11.

[55]Johannes Paul II.,Ansprache beim Angelus, 26.12.1999, Nr. 2.

[56]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 21; vgl. Johannes Paul II., Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 13-15.

[57]Charta der Familienrechte, Präambel F; vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 21.

[58]Vgl.Johannes Paul II.,Enzyklika Evangelium vitae, Nr. 91 und 94.

[59]Charta der Familienrechte, Präambel E.

[60]Johannes Paul II.,Enzyklika Evangelium vitae, Nr. 92.

[61]Charta der Familienrechte, Präambel H-I.

[62]Vgl.Johannes Paul II.,Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 23-24.

[63]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 25.

[64]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 28-35; Charta der Familienrechte, Art. 3.

[65]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 20; Charta der Familienrechte, Art. 6.

[66]Charta der Familienrechte, Art. 2b und c; Art. 7.

[67]Vgl. Johannes Paul II.,Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 36-41; Charta der Familienrechte, Art. 5; vgl. Johannes Paul II., Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 16.

[68]Vgl. Johannes Paul II.,Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 42-48; Charta der Familienrechte, Art. 8-12.

[69]Charta der Familienrechte, Art. 1c.

[70]Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 4.

[71]Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae, Nr. 20; vgl. ebd. Nr. 19.

[72]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 6; vgl. Johannes Paul II., Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 13.

[73]Vgl. Konzil von Trient, Sessio VII und XXIV.

[74]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 68.

[75]Codex des kanonischen Rechtes, can. 1055 § 1; Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1601.

[76]II. Vatikanisches Konzil,Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 48.

[77]Vgl. Johannes Paul II., Ansprache zur Eröffnung des Gerichtsjahres der Römischen Rota, 21.01.2000.

[78]II. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 48.

[79]Ebd.

[80]Vgl. Codex des kanonischen Rechtes (1983) und Codex des kanonischen Rechts der Orientalischen Kirche (1990).

[81]Vgl. II. Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 49.

[82]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 68.

[83]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 81.

[84]Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 93.

[85]Vgl. Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz am 5.9.1979. Mit dieser Ansprache begann der Katechesenzyklus, der unter dem Namen „Katechese über die menschliche Liebe“ bekannt ist.

[86]Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz am 5.9.1979: „Christus begibt sich nicht auf die Diskussionsebene, auf die seine Gesprächspartner ihn bringen wollen. Mit einem Wort, er billigt nicht, wie sie das Problem angehen. Er läßt sich nicht auf juristische oder kasuistische Kontroversen ein, sondern bezieht sich zweimal auf den ,Anfang’“.

[87]Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 53: „Es ist nicht zu leugnen, daß sich der Mensch immer und in einer bestimmten Kultur befindet, aber ebenso wenig läßt sich bestreiten, daß sich der Mensch in dieser jeweiligen Kultur auch nicht erschöpft. Im übrigen beweist die Kulturentwicklung selbst, daß es im Menschen etwas gibt, das alle Kulturen transzendiert. Dieses ,Etwas’ ist eben die Natur des Menschen: Sie gerade ist das Maß der Kultur und die Voraussetzung dafür, daß der Mensch nicht zum Gefangenen irgendeiner seiner Kulturen wird, sondern seine Würde als Person dadurch behauptet, daß er in Übereinstimmung mit der tiefen Wahrheit seines Wesens lebt“.

[88]Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 35-53; Thomas von Aquin,Summa theologiae I-II q. 93, a. 3, ad 2um: Das Naturgesetz „ist nichts anderes als das Licht des Verstandes, das Gott in uns entzündet hat. Dank diesem Licht erkennen wir, was wir tun und was wir meiden müssen. Gott hat dieses Licht und dieses Gesetz bei der Schöpfung gegeben“.

[89]Vgl. Johannes Paul II.,Enzyklika Veritatis splendor, Nr. 62-64.

[90]II. Vatikanisches Konzil,Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Nr. 11: Durch die Gnade der Ehe „fördern sie [die Eheleute] sich gegenseitig zur Heiligung durch das eheliche Leben sowie in der Annahme und Erziehung der Kinder“; vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1641-1642.

[91]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 81.

[92]Ebd.

[93]Vgl. Nr. 4-8.

[94]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 81.

[95]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Gratissimam sane (Brief an die Familien), Nr. 20.

[96]Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 55.

[97]Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, Nr. 66.

[98]Päpstlicher Rat für die Familie, Die Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe, Nr. 1.

[99]Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio, Nr. 47.

[100]Vgl. Johannes Paul II.,Enzyklika Evangelium vitae, Nr. 73.

[101]Paul VI.,Enzyklika Humanae vitae, Nr. 29.

[102]Ebd.


(Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/family/documents/rc_pc_family_doc_20001109_de-facto-unions_ge.html)



Siehe auch:

Katechismus der Katholischen Kirche: Berufung zur Keuschheit

ESV Audio Widget

Ecclesiastes 11:9

Kann man sich gegen eine homosexuelle und fuer eine heterosexuelle Identität entscheiden?

 

Kommt darauf an, was man unter “Identität” versteht. Wenn man hiermit die Art und Weise bezeichnet, wie jemand sich selbst sieht oder definiert, so kann man sich natürlich anders entscheiden. Diese Entscheidung an sich hat jedoch noch keinerlei Einfluss auf die eigenen Empfindungen. Ein Beispiel: Ein Mann mit gleichgeschlechtlichen Neigungen mag sich in der Zeit, in der er diese ausgelebt hat, als “homosexuell” bezeichnet haben. Nach seiner Entscheidung, dieses Leben zu verlassen und nach einem langen Weg, den er vielleicht gemeinsam mit aehnlich empfindenden Menschen, Freunden, Gemeindegliedern, Familienangehörigen, Seelsorgern etc. gegangen ist, ist er möglicherweise an einen Punkt gekommen, wo er sich nicht mehr mit “Homosexuellen” identifiziert, sondern sich als heterosexuellen Mann mit gleichgeschlechtlichen Neigungen sieht. Fuer manche ein lächerliches Wortspiel, für ihn eine völlig neue Art und Weise, sich selbst und die Welt um sich herum zu sehen.


Will man damit sagen, man kann sich fuer eine andere Persönlichkeit entscheiden, so ist dies sehr mit Vorsicht zu genießen. Ich bin kein Psychiater oder Psychotherapeut, das muss man aber auch nicht sein, um sich vorstellen zu koennen, dass die Tiefenstruktur eines Menschen nicht einfach so verändert werden kann (zumindest nicht, ohne radikale Methoden anzuwenden oder radikale – möglicherweise negative – Konsequenzen zu erzeugen). Entsprechend kann man sich auch nicht einfach fuer eine neue Persönlichkeit “entscheiden”. Man kann – und muss! – sehr wohl an seiner Persönlichkeit arbeiten, kann diese wachsen und reifen lassen und bestimmte Aspekte dieser Persönlichkeit bestimmt auch verändern (dazu kann man sich insofern auch “entscheiden”), man kann sich aber nicht von heute auf morgen für eine neue Persönlicheit “entscheiden”.

Wenn man damit aber ausdrücken will, dass jemand, der bisher vorwiegend und über einen längeren Zeitraum gleichgeschlechtlich empfunden hat (sowohl in sexueller als auch in emotionaler Hinsicht), sich nun dafür “entscheidet”, rein heterosexuell zu empfinden, so ist dies nicht nur falsch, sondern durchaus gefährlich. Niemand “entscheidet” sich dafür, so oder anders zu empfinden. Bedenkt man die verschiedensten Faktoren, die bei der Prägung menschlicher Sexualität eine Rolle spielen, so wird schnell klar, dass zumindest einige davon menschlicher Entscheidungskraft ganz oder teilweise entzogen waren und/oder sind. Die Gefahr bei solchen Statements: man erklärt den Betroffenen damit – bewusst oder unbewusst und bestimmt mit den besten Absichten -, dass ein Wechsel ihrer sexuellen und emotionalen Empfindungen allen von ihrer persönlichen Entscheidung abhängt. Da dies jedoch nicht so ist, werden die Betroffenen, die dies glauben, sehr schnell frustriert, deprimiert oder gar verzweifelt – schieben sie doch den ausbleibenden “Erfolg” auf ihr eigenes “Verschulden”, auf ihre eigene mangelnde Entschlossenheit, Willens- und Entscheidungskraft (oder gar auf mangelnden Glauben oder mangelndes Beten!).

Was man machen kann, ist – wie bereits erwähnt – zusammen mit anderen einen Weg zu gehen. Den einen mag dieser Weg zu einem zölibatären, aber gleichwohl erfüllten Leben führen, auch wenn er/sie weiterhin gleichgeschlechtlich empfindet (unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich meiner Erfahrung nach diese Empfindungen aber oft hinsichtlich ihrer Intensität und Häufigkeit reduzieren).

Ein anderer mag heiraten und eine Familie gründen – selbst wenn er/sie noch gleichgeschlechtlich empfindet. Hiermit verleugnet er/sie keineswegs sein ‘wahres Ich”, sondern er entscheidet sich bewusst für ein Familienleben (dies sollte aber von Anfang an dem Ehepartner/der Ehepartnerin vermittelt werden). Ich selbst durfte viele verheiratete Familienväter und –großväter mit gleichgeschlechtlichen Neigungen kennenlernen. Kein Einziger hatte es je bereut geheiratet zu haben. Ja, manch einer hat ein Leben lang mit seinen glechgeschlechtlichen Neigungen gekämpft, aber – und das hat mir jeder einzelne glaubhaft vermittelt – wenn sie ihre Familien ansahen, ihre Frau, Kinder und Enkelkinder, würden sie wissen, warum sie es getan haben - und immer wieder tun würden.

Da in vielen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen oft auch heterosexuelle Empfindungen vorhanden sind, kann man diese durchaus ver- und bestärken, sofern der/die Betroffene dies wünscht. Dies muss nicht zwangsweise etwas mit Therapie zu tun haben (und schon gar nicht mit “Umpolen”), sondern ist nichts anderes, was jeder Vater und jede Mutter bei der Erziehung ihrer Kinder macht. Man nimmt sozusagen den Betroffenen bei der Hand und hilft ihm/ihr, den von ihm/ihr gewählten Weg zu gehen.

Die in meinen Augen wesentlichste Kraft und Quelle der Energie und des Lebens bei all dem ist und bleibt meiner Meinung nach der christliche Glaube und das Gebet. Das heißt nicht, dass ich nicht selbst aktiv werden und mir auch Unterstützung suchen und diese annehmen muss, sondern verweist auf den letzten Ursprung jeder Veränderung: Gott. Ohne Seine Gnade ist alles nichts.

Glauben, beten, hoffen, immer sein Bestes geben, sich nicht sorgen oder ängstigen – und den Rest Gott überlassen.

Robert
JASON Ministries

 

Dürfen Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen Priester werden?

Kurz gesagt: Kommt darauf an. Grundsätzlich aber ja.

Der betroffene Mann sollte keine "tiefgehenden" gleichgeschlechtlichen Neigungen haben und wenigstens drei Jahre vor seiner Entscheidung keusch gelebt haben.

Ebenso sollte er natürlich den schwulen Lebensstil nicht befürworten oder der Schwulenbewegung angehören oder ähnliches.

Wer aber z.B. hart an sich selbst gearbeitet hat (und etwa die Hilfe von Einrichtungen wie JASON in Anspruch genommen hat), anhand seines Lebenswandels, seiner Einstellung und seines Glaubenszeugnisses nachweisen kann, dass er oben genannte Voraussetzungen erfüllt, kann durchaus Priester werden!

 

Aber Jesus hat doch nie etwas über Homosexualität gesagt! Wenn es so wichtig gewesen wäre, hätte Er es doch ausdrücklich verboten!

Als Jesus gefragt wurde, ob Ehescheidung unter bestimmten Umständen erlaubt sei, antwortete Er nicht einfach nur mit "Ja" oder "Nein", sondern zitierte den bekannten Standard aus Genesis: die heterosexuelle, monogame und lebenslange Ehe. Ein Mann und eine Frau, die zusammen eins werden. Ein Bund, der Gottes Bund mit den Menschen widerspiegelt. Es reicht vollkommen aus, dass Jesus diesen Standard bekräftigt - muss Er da wirklich noch eine Liste verschiedenster Sex-Praktiken anhängen, die damit logischerweise verboten sind, da sie dem widersprechen? Wohl kaum.

Außerdem war das Verbot homosexueller Aktivitäten unter den Juden damals eine Selbstverständlichkeit, die niemand angezweifelt hätte. Ein zusätzliches Verbot war hier also überhaupt nicht nötig. Hier muss eher anders herum gefragt werden: nachdem ein Verbot homosexueller Aktivitäten derart offensichtlich war, hätte Jesus es da nicht ausdrücklich sagen müssen, wenn Er davon abweichen und derartiges erlauben wollte?

Hätte Er. Hat Er aber nicht.

 

Warum um alles in der Welt sollte jemand seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht ausleben wollen?

Artikel von JASON:

Stanton L. Jones und Mark A. Yarhouse geben in ihrem Buch "Ex-Gays? A Longitudinal Study of Religiously Mediated Change in Sexual Orientation (InterVarsity Press, Downers Grove, Illinois) folgende Gründe an (nach Häufigkeit bei den Befragungen geordnet):

  1. Persönliches Gewissen
  2. Die biblische Lehre
  3. Das Gefühl, Homosexualität sei unnatürlich
  4. Das Gefühl, als Homosexueller sehr unglücklich zu sein
  5. Gleichrangig: Der Wunsch nach Ehe und Kindern / Unglücklichsein mit dem schwulen Lebensstil
  6. Sonstiges
  7. Missbilligung durch die Kirche
  8. Missbilligung durch die Menschen, mit denen man in sozialem Kontakt ist
  9. Furcht vor AIDS
  10. Besorgnis über gesellschaftliche Missbilligung
  11. Diskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz

Manch einer mag nun anführen, es sei ja die Ablehnung durch Kirche und Gesellschaft oder die Diskriminierung bzw. ein veraltetes Bild von Ehe, Familie, Sexualität und Geschlechterrolen, die hinter dem Wunsch stehe, seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen nicht ausleben zu wollen bzw. sogar ein heterosexuelles Leben anzustreben.

Diese Einstellung ist an sich aber schon eine "Diskriminierung" der Betroffenen. Man kann eigene Einstellungen, sein eigenes Denken und Handeln nicht einfach auf andere zurückführen. Als erwachsene Menschen haben wir das Recht und die Pflicht, Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Etwas derartig Tiefgründiges wie Entscheidungen und Ansichten über die eigene Identität sowie das Privatleben einfach so auf andere abzuschieben, würde uns zu willenlosen Kreaturen machen. Und das sind wir nicht. Wir können andere nicht für unsere Empfindungen und Entscheidungen verantwortlich machen, sondern haben Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen.

Wie wir obiger Liste entnehmen können, sind es gerade die eigenen Wertvorstellungen, Empfindungen und Erfahrungen, die Menschen dazu bewegen, das homosexuelle Leben zu verlassen oder erst gar nicht dorthin gelangen zu wollen. Wer nun einfach den Betroffenen sagt, er solle seine Wertvorstellungen ändern, handelt unverantwortlich, da er

  1. sich anmaßt, jemandem seine eigenen Wertvorstellungen als die "besseren" überstülpen zu müssen
  2. sich wie jemand benimmt, der in eine Galerie voller Bilder geht, von denen eines schief hängt und nun - anstatt das eine gerade zu rücken - alle anderen Bilder ebenfalls schief hängt.

Was gibt uns das Recht, Menschen zu sagen, es sei nicht in Ordnung, wenn sie für sich entscheiden, sie möchten ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben, weil diese nicht ihren moralischen und religiösen Wertvorstellungen entsprechen?

Was die Furcht vor AIDS angeht, würden schwule Aktivisten nun anführen, man solle dann eben "Safer Sex" praktizieren. Wenn dem so einfach wäre, darf man nachfragen, wieso die beim Robert-Koch-Institut veröffentlichten enorm hohen Anteilen besonders von Männern, die Sex mit anderen Männern haben an der Gesamtzahl von ansteckenden Geschlechtskrankheiten wie AIDS überhaupt zustande kommen. Offensichtlich sieht das durchschnittliche Sexualleben eines Mannes, der seine gleichgeschlechtlichen Neigungen auslebt, anders aus als das vergleichsweise durchschnittliche Sexualleben eines heterosexuellen Mannes oder eines Mannes, der seine gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht auslebt. Das Problem ist, wenn man einmal soweit ist, dass man ein Kondom überziehen müsste, schon "am Ende der Fahnenstange" angelangt ist und im sexuell erregtem Zustand (oft noch unter Alkoholeinfluss) nicht selten das Kondom weglässt. Ganz abgesehen davon schützt ein Kondom nicht vor allen ansteckenden Krankheiten. Von eventuellen emotionalen oder moralischen Konsequenzen hinsichtliche eigener Gewissensentscheidungen ganz zu schweigen.

Was negative Erfahrungen angeht, so sei auf die schwulen Szenen in Großstädten verwiesen - wobei sich die Szenen hier international ähneln. Jemand, der mit der Vorstellung, seine "große Liebe" zu finden, in die Szene kommt, wird von der dortigen Fleischbeschau und den dortigen Sexualpraktiken sowie dem schnellen Partnerwechsel und promisken Lebensstil schnell ernüchtert. Selbstverständlich ist nicht JEDE homosexuelle Beziehung so - aber aus christlicher Sicht wären auch gleichgeschlechtliche Beziehungen, die monogam sind und "Blümchensex" praktizieren, abzulehnen, da sie nicht dem biblischen Modell einer gottgewollten Partnerschaft entsprechen.

Traurig ist ferner, dass die "Toleranz", die man jahrzehntelang für die eigene Freiheit der Gewissensentscheidung eingefordert hat, nun Menschen, die für sich entscheiden, ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben zu wollen, nicht zugestanden wird und dass diese oft noch lächerlich gemacht würden. Oder es wird alternativ vor den schrecklichen psychischen Konsequenzen einer solchen Entscheidung gewarnt (wobei niemand aus eigener Erfahrung Beispiele solch schrecklicher Konsequenzen anführen kann und die Betroffenen selbst dies ganz anders sehen. Derartige Horrorszenarien werden zumeist von Leuten angeführt, die wieder zurück ins schwule Leben gegangen sind und nun diesen Wechsel vor sich selbst und vor anderen rechtfertigen müssen oder wollen).

Was die Missbilligung durch die Kirche betrifft, wird oft und gerne gefordert, diese solle ihre altmodische und prüde Einstellung ändern. Wir dürfen an obiges Beispiel vom schiefen Bild verweisen. Eine Kirche, die ihre Glaubensgrundsätze verleugnet und dem Zeitgeist nachjagt, hätte ihre eigene Existenzberechtigung verloren.

Auch die Missbilligung von anderen Menschen im eigenen sozialen Umfeld oder gar gesamtgesellschaftlich ist so eine Sache: heutzutage hört man ja "offiziell" nur mehr Statements wie "Wenn sie so sind, sollen sie es halt ausleben. Ist doch nicht so schlimm!", "Leben und Leben lassen!", "Die tun doch keinem weh damit!", "Die sind doch so nett - was ist daran schon schlimm?".

Die Probleme hierbei:

  1. Wenn es um die eigenen Kinder geht, sagen die Menschen, die solche Statements abgeben, dann meist doch etwas anderes. Bei anderen stört sie das nicht so, aber in der eigenen Familie wissen sie instinktiv, dass es eben doch nicht so ganz in Ordnung für sie ist...
  2. Spricht man mit solchen Menschen und erklärt ihnen, dass man selbst eine andere Einstellung hierzu hat und warum man eine andere Einstellung dazu hat, kommt oft eine verschämte Antwort wie: "Eigentlich denke ich genauso, aber ich traue mir das nicht offen zu sagen. Da heisst es dann gleich, ich würde Schwule kritisieren!".
  3. Womit wir beim letzten Punkt sind: Gedankenkontrolle. Menschen dürfen nicht mehr ihre eigene Meinung sagen, ohne gleich mit dem "Diskriminierungsvorwurf" konfrontiert zu werden (wobei man selbst mit Andersdenkenden nicht so zimperlich umgeht!). Auch maßt man sich an, eigene Wertvorstellungen hinsichtlich der Geschlechterrollen und der Vorstellung von Ehe, Familie und Sexualität bereits Kindern im Kindergarten und der Schule sowie Erwachsenen in Politik, Gesellschaft und der Arbeitwelt als die einzig richtige aufzuzwingen - und sie in eine radikale Ecke abzustempeln, wenn sie sich diesem Druck nicht beugen!

 

Disriminierung von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen am Arbeitsplatz ist sicherlich eine schlimme Sache, kommt aber heutzutage kaum mehr vor - im Gegensatz zur Diskriminierung von Menschen, die hinsichtlich Homosexualität eine andere als die politisch korrekte Auffassung haben. Kommt sie trotzdem vor, ist sie selbstverständlich abzulehnen und zu bekämpfen - wie jede andere Form der Diskriminierung auch, da man hierbei nicht in Gruppen unterteilen darf! Den "Diskriminierungsvorwurf" aber als Mittel gegen alles und jeden zu verwenden, ist unehrenhaft. Nicht überraschend deshalb, dass in dieser Studie dieser Punkt von den Betroffenen als letzter angeführt wird!

Gehen wir es einmal anders an: Viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben in ihrer Pubertät, als sie diese zum ersten Mal in Form von sexueller Anziehung empfunden haben, diese Gefühle radikal zu verdrängen versucht. Und daran ist NICHT die Gesellschaft, die Politik oder die Kirche schuld. Wir wollten einfach nicht so sein - nicht um alles in der Welt! Und es hätte uns damals auch nicht geholfen, wenn uns jemand gesagt hätte, wie toll, normal und natürlich es sei und das wir diese Empfindungen ruhig ausleben können. Dann wären wir wohl noch viel früher in die Szene gegangen - mit ungeahnten Konsequenzen. Am inneren Konflikt hätte das aber nichts geändert - es hätte diesen vielleicht sogar verschlimmert. Denn viele von uns haben innerlich gemerkt, dass sie nicht so sein WOLLEN. Dass es nicht das ist, was ihren Vorstellungen von Mann und Frau entspricht und dass ein Wechsel dieser Vorstellungen ihnen kein Stück weiterhilft, da dieses Gefühl so tief in uns verankert ist, dass man es nicht so einfach los wird!

Sicher, irgenwann haben wir den inneren Kampf aufgegeben und uns voll ins schwule Leben geworfen. Dabei empfindet man zumeist die "große Befreiung". Anfangs wenigstens. Bei den meisten jedoch ist diese Begeisterung schnell einer Ernüchterung gewichen. Nein, unser Entschluss, das schwule Leben aufzugeben oder uns erst gar nicht in die Szene zu begeben, ist nicht darauf zurück zu führen, dass wir nicht die "große schwule Liebe" gefunden haben. Ganz so einfach gestrickt sind wir dann doch nicht, wie uns manche Hobby-Psychologen unterstellen wollen. Uns wurde nur sehr bald klar, dass es für uns nicht der richtige Weg und auch nicht das Ziel ist, dem Ganzen einfach freien Lauf zu lassen. Dass wir damit schnell zum willenlosen Spielball unserer immer grenzenloser werdeneden Lust werden - die Bedürfnisse aber, die hinter unserer Lust und unserer gleichgeschlechtlichen sexuellen und emotionalen Anziehung stecken, immer noch da sind. Wahrscheinlich sogar mehr als zuvor.

Es hilft uns auch nicht, wenn uns jemand erzählt, wir sollen die traditionellen Vorstellungen von Mann und Frau vergessen, da es sowas wie einen "Mann" oder eine "Frau" nicht gibt und alles nur eine persönliche Ansichtssache ist.

Nein, wir sind Männer und wir sind Frauen und wir wollen als solche endlich unsere wahre - gottgegebene! - Identität und Rolle als solche (wieder-)entdecken! Wir wollen wissen, was es heisst, ein Mann oder eine Frau zu sein! Wir haben begriffen, dass wir in jeder Hinsicht anders sind als das andere Geschlecht und auch andere Aufgaben und Rollen haben - und das ist gut so!

Ja, unsere Entscheidung, unsere gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht ausleben und unsere eigene Identität entdecken zu wollen ist uns nicht leicht gefallen. Der Weg zur Freiheit ist ein langer und steiniger - aber vielleicht gerade deshalb so wichtig und wertvoll, da wir auf diesem Weg vieles gelernt haben, dass wir sonst nie erfahren hätten. Wir sind oft verlacht und verspottet worden deshalb, haben aber tortzdem an unseren Vorstellungen und unserem christlichen Glauben festgehalten - im wissen, dass Jesus uns nie alleine lässt und jeden Schritt mit uns geht.

Wir sind glücklich, dort angelangt zu sein, wo wir jetzt sind - und können andere nur dazu ermuntern, dasselbe zu tun. Wir bieten ihnen jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung an. Wir wollen euch nicht "umpolen" und wir betreiben keine Gehirnwäsche. Was wir tun ist einfach nur unserer Berufung als Christinnen und Christen zu folgen und unserem Glauben treu zu bleiben. Es ist dabei für uns zunächst zweitrangig, ob gleichgeschlechtliche Empfindungen "angeboren" sind, mit unserer Erziehung, unserem Verhältnis zum gleichgeschlechtlichen Elternteil oder mit allem zusammen zu tun haben. Es ist für uns zunächst auch zweitrangig, ob wir sie irgenwann völlig "verlieren", sie weniger werden - oder weiterhin vorhanden sind. Wir sind keine Sklaven unseres Gencodes oder unserer Empfindungen oder sexuellen Lust. Wir sind Kinder Gottes und als solche zu einem Leben in der Nachfolge Jesu Christi gerufen. 

Das mag manchen zwar komisch erscheinen, für uns aber ist es die Antwort auf Gottes Liebe.

 

Der Plan der schwulen Aktivisten


Auch heute noch würden viele Schwule und Lesben nur lachen, wenn jemand behaupten würde, hinter der Strategie der Schwulenbewegung würde eine von langer Hand geplante Strategie stehen. Man würde das wohl als Verschwörungstheorie abtun. Wenn man aber überlegt, dass die Schwulenbewegung vor nicht allzu langer Zeit noch eine Randgruppe, eine extreme Minderheit war und dies mit dem enormen Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft, Kirche und Politik, den sie heute hat, vergleicht, ist es doch naiv, anzunehmen, dies sei einfach nur spontan so entstanden. Auch sprechen die Fakten eine eigene Sprache.

Unter anderem hat dies auch die Art und Weise verändert, wie man heute Homosexualität sieht. War sie einst noch ein Akt (den man auch verbieten kann), wurde sie im 19. Jahrhundert zu einem Zustand (dem gegenüber man Sympathie zeigt) und schließlich zu einer Identität (womit jegliche kritische Aussage als „Diskriminierung“ oder „Homophobie“ abgetan wurde). Der Kolumnist Mark Steyn hat dies in der Chicago Sun Times hervorragend herausgearbeitet.

Rabbi Samuel H. Dresner hat hervorgehoben, dass die Schwulenbewegung in den USA wohl die erfolgreichste Öffentlichkeits-Kampagne in der Geschichte dieser Nation ins Leben rief – innerhalb weniger Jahre sind sie von Aussätzigen zu Helden geworden. In dieser Zeit haben Amerikaner Homosexualität nicht nur als etwas Unvermeidbares angenommen, sondern als einen gleichwertigen „Lebensstil“, der vollständige Toleranz verdient.

Paul E. Rondeau hat in „Selling Homosexuality to America“ (Regent U. Law Review, 2002) festgestellt, dass irgendwann ein Entschluss zur Legitimation von Homosexualität gefällt werden würde, ohne dass die Gesellschaft sich überhaupt darüber im Klaren sein würde, dass sie mit voller Absicht daraufhin konditioniert wurde, eine Entscheidung in dieser Richtung zu fällen. Eine Entscheidung, von der sie noch dazu denkt, dass es die eigene war.

Geboren wurde diese brillante Strategie von zwei ebenso brillanten Sozialwissenschaftlern, ausgebildet an der Harvard Universität: Marshall Kirk und Hunter Madsen.

Filme wie „Philadelphia“ haben außerdem dafür gesorgt, dass Homosexuelle als Opfer in der Gesellschaft dargestellt werden und ihrer Sache gegenüber enorme Sympathie entgegengebracht wird.

Auch Kirk und Madsen raten dazu, dass sich Homosexuelle als Opfer von Umständen darstellen, die genauso wenig ihre sexuelle Orientierung gewählt haben wie sie etwa ihre Hautfarbe.

In diesem Zusammenhang ist auch die Theorie des „schwulen Gens“ zu erwähnen, die Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen praktisch von vorneherein als „homosexuell“ bestimmt – ohne dass es hierfür auch nur einen einzigen zweifelsfreien wissenschaftlichen Beweis gibt. Die beiden waren sich wohl bewusst, dass menschliche Sexualität von einer Vielzahl von Faktoren – sowohl genetischer Art als auch durch die Umwelt, besonders in der frühkindlichen Phase bestimmt. Trotzdem empfahlen sie, an der Theorie vom „Schwul-Geborenwerden“ festzuhalten.

Gehen wir kurz auf diese Theorie ein:

Diese – wissenschaftlich nicht bewiesene – Theorie war für die Schwulenbewegung sehr nützlich, trug sie doch wesentlich dazu bei, wie die Öffentlichkeit sexuelle Identität wahrnahm. In Verbindung mit der Forderung nach grundlegenden Rechten für Schwule und Lesben trug dies zu einem Klima bei, das die Medien dazu brachte, sich auf wissenschaftliche Versuche zu stürzen, biologische Ursachen für Sexualität zu finden. Diese wissenschaftlichen Tätigkeiten wurden dann in sehr vereinfachten Begriffen geschildert, die die Vorstellung vom schwulen Gen noch weiter nährten - eine Vorstellung, die von den Wissenschaftlern keineswegs als Ergebnis ihrer Forschung gesehen wurde.
Bis zum heutigen Tage wurde noch keinerlei Hinweis dafür gefunden, dass es irgendein Gen gibt, das Homosexuelle von Heterosexuellen unterscheidet.

Eine weitere Taktik: Gib potentiellen Unterstützern der schwulen Sache etwas, zu dem sie eine Beziehung herstellen können. „Anti-Diskriminierung“ etwa. Bitte sie nicht, Homosexualität an sich zu unterstützen – damit könnten sie nichts anfangen.

Dies ist ebenso im Zusammenhang mit der Taktik zu sehen, Homosexuelle als Opfer darzustellen und so von homosexuellen Praktiken und nicht unbedingt attraktiven Seiten des schwulen Lebens abzulenken. Die Gegner der Schwulenbewegung sollen so schlecht dargestellt werden, dass kein Mensch mit ihnen in Verbindung gebracht werden will oder sich auch nur deren Argumente anhören möchte.

So bringt man dann Forderungen vor wie „grundlegende Freiheiten, verfassungsmäßige Rechte, gleichen Schutz durch das Gesetz, faire Behandlung“. Wer hätte schon etwas gegen solche Forderungen?

Da stellt man sich auch gerne in eine Reihe mit der schwarzen Buergerrechtsbewegung (wobei hier gefragt werden darf, wie körperliche Merkmale wie die Hautfarbe und sexuelle Vorlieben in eine Kategorie gesteckt werden können und wie Farbige dies beurteilen. Ist die schwarze Buergerrechtsbewegung wirklich auf die Strasse gegangen, um in einem Atemzug mit Menschen mit bestimmten sexuellen Neigungen genannt zu werden?).

Ebenso wurde Schritt für Schritt ein weiterer Plan umgesetzt: Wissenschaftler auf die eigene Seite zu ziehen – und sei es, indem man den politischen und gesellschaftlichen Druck etwa auf psychiatrische Vereinigungen und Organisationen soweit erhöht, bis sie schließlich Homosexualität von der List der psychischen Störungen nehmen – obgleich sich aus wissenschaftlicher Sicht keine neuen Erkenntnisse ergeben haben.

„Menschenrechte“ – mit diesem Schlagwort, mit dieser Forderung, die für die Schwulenbewegung vereinnahmt wurde, sollte jeglicher Widerspruch und jegliche abweichende Meinung von Anfang an zunichte gemacht werden.

Wer denkt denn da noch daran, dass die Frage der Menschrechte nichts damit zu tun haben, ob Homosexualität normal ist oder nicht. Auch Menschen, die sich außerhalb der Norm befinden, dürfen nicht diskriminiert werden. Jeder Mensch hat ein Recht auf die gleiche Behandlung vor dem Gesetz. Hinzu kommt, dass man sich für oder gegen das Gesetz entscheiden kann. Man kann also sagen, ich halte die Gesetze – oder ich tue etwas, dass gegen sie verstößt. Ebenso kann ich mich für oder gegen moralische Handlungen entscheiden. Hautfarbe aber, oder auch körperliche oder geistige Behinderungen – oder schlichtweg etwas, das man sich nicht ausgesucht hat - fallen nicht unter diese Klassifizierung. Insofern ist es verständlich, wieso die Schwulenbewegung so sehr das Argument verbreitet, Homosexualität sei „angeboren“ – und damit auf einer Ebene zu sehen wie die Hautfarbe.


Kommen wir zu einer anderen Strategie der Schwulenbewegung: Homosexuelle sollen also gute Menschen sowie in der Art eines Otto Normalverbrauchers dargestellt werden.

Zuerst sollen Homosexuelle als Opfer und damit so sympathisch wie möglich dargestellt werden. Das erhöht den Kontrast zwischen „Unterdrücker“ und „Unterdrücktem“. Homosexuelle Männer und Frauen sollten als „Vorzeigemodelle“, als wahre Säulen der Gesellschaft dargestellt werden. Dazu gehörte auch, über bekannte homosexuelle Menschen vergangener Zeiten zu reden (plus einiger hypothetischer Fälle), die sich als Menschen für die Gesellschaft bewährt haben und somit auch ein positives Licht auf Homosexuelle an sich abwerfen sollen, aber auch über bekannte homosexuelle Zeitgenossen (etwa Medienstars, Politiker usw.). Warum? Nun, der durchschnittliche Heterosexuelle, der erfährt, dass etwa ein Schauspieler, den er mag, schwul ist, soll sich etwa folgendes sagen: Ich mag Herrn X. Nun habe ich erfahren, Herr X ist schwul. Ich muss also entweder aufhören, ihn zu mögen, oder es ist in Ordnung, dass ich Schwule respektiere. Hier geht es keineswegs nur um den Respekt, den man grundsätzlich jedem Menschen entgegenbringen sollte. Bei Strategien wie diesen wird mit allen Mitteln versucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Wer sich solche Taktiken wie die von Kirk und Madsen ansieht, kann schwerlich leugnen, dass hinter all dem ein Plan steckt. Ein Plan, auf den Medien, Politik, Gesellschaft – aber auch Teile der Kirche hereingefallen sind und den sie kritiklos und offenbar ohne allzu viel nachzudenken als richtig und gerechtfertigt akzeptiert haben.

Sehen wir uns noch einige weitere Taktiken an:

Ebenso wie Schwule als gut und normal dargestellt werden sollen, ist es der Plan, Menschen, die zum Thema Homosexualität eine andere Meinung haben, als schlecht und als jemanden darzustellen, der andere zu Opfern macht. Das Ziel hierbei ist, dass sich die Normalbevölkerung von solchen Menschen distanzieren soll. Kirk und Madsen waren offenbar der Meinung, dass man durch eine positive Kampagne nur bis zu einem bestimmten Punkt gelangen kann. Ab diesem Moment dreht sich das Ganze zum Negativen – die Gegner der Schwulenbewegung werden angegriffen und schlecht gemacht. Jeder, der nicht die eigene Meinung teilt, macht Homosexuelle demnach zu „Opfern“. „Homophobie“ wird zum Schlagwort gegen Andersdenkende: wer andere Wertvorstellungen als die eigenen hat, ist „homophob“. Es kommt gar zu absurden Wortschöpfungen, etwa „internalisierte Homophobie“ (also etwa Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die angeblich eine Homophobie verinnerlicht haben). Sogar  (oder gerade) Ex-Gay Ministries geraten in die Schusslinie der „Homophobie“. Wie kann aber jemand, der selbst gleichgeschlechtliche Neigungen hat, eine phobische Reaktion gegen sich selbst haben? Das ist nicht nur absurd, bei derartigen Unterstellungen und Verdrehungen kann man durchaus davon ausgehen, dass sie bewusst geplant und geäussert werden.

Eine Taktik, die in diesem Zusammenhang zu nennen ist: Man stellt Bilder von „Schwulenhassern“ (also etwa einen klischeehaft dargestellten Prediger, der im Gottesdienst gegen Homosexualität als ein Gräuel vor Gott spricht) Bildern von körperlich übel misshandelten Homosexuellen gegenüber. In bösartigen Händen ist diese Technik jedoch besonders gefährlich.


Schließlich soll die Strategie der Schwulenbewegung auch noch in die Schulen gebracht werden.

Entgegen weitläufiger Meinung ist nicht jeder Homosexuelle auch hinter Minderjährigen her. Homosexualität und Pädophilie sind nicht dasselbe. Gleichwohl gibt es weltweit viele schwule Aktivisten, die das Alter für sexuelle Kontakte senken wollen. Viele derartige Gruppen halten ihre Meinung hierzu auch keineswegs verborgen. Ein Beispiel hierfür wäre die niederländische Schwulenorganisation COC, die irgendwelche Altersgrenzen für die Zustimmung zum Sex gleich ganz abschaffen will. Sie spricht auch von einer Verwandtschaft von Homosexualität und Pädophilie und will es homosexuellen Erwachsenen erleichtern, „sensibel“ für die erotischen Sehnsüchte ihrer jüngeren Geschlechtsgenossen zu werden und hiermit die schwule Identität zu „erweitern“. Auch scheinen weitaus mehr Homosexuelle mit Minderjährigen Sex zu haben als manche vermuten möchten.
In den USA hat bereits 1972 die „Nationale Vereinigung Schwuler Organisationen“ in ihrer „Schwulenrechtsplattform“ die Forderung aufgenommen, alle Gesetze abzuschaffen, die in irgendeiner Form das Alter der Zustimmung zu sexuellen Kontakten reglementieren.

Mit diesem Hintergrund mag auch das Engagement homosexueller Gruppen an Schulen kritisch betrachtet werden: hier geht es nicht darum, Schülerinnen und Schüler objektiv über das Thema Homosexualität zu informieren (Ex-Gay Gruppierungen werden etwa regelmäßig ausgeschlossen) und ihnen so dabei behilflich zu sein, intelligente und verantwortungsvolle Entscheidungen hinsichtlich ihrer erwachsenden Sexualität zu treffen, sondern es wurde im Lauf der letzten Jahre weltweit eine Indoktrination angegangen, die ihresgleichen sucht. Manchmal waren und sind sich Eltern gar nicht bewusst, was ihren Kindern da in der Schule so beigebracht wird – was teilweise auch bewusst so geplant ist (etwa indem Kindern geraten wird, derartiges Material nicht mit nach Hause zu nehmen). So gibt es inzwischen in vielen Ländern Programme zur sexuellen Erziehung von Kindern – beginnend schon im Kindergarten. Mit „Erziehung“ hat das aber wohl weniger zu tun. Es ist vielmehr in Zusammenhang mit der Strategie der Schwulenbewegung zu sehen, traditionelle christliche Familienwerte zu zerstören und die Kinder neu zu „programmieren“, damit sie einen schwulen oder lesbischen Lebensstil als „alternative Lebensweise“ akzeptieren. Ein Lebensstil, der für jeden da ist und den jeder auch ausprobieren kann. Das „Erziehungsmaterial“ ist oft sehr eindeutig und lässt auch, was die Bilder betrifft, nichts der Vorstellung offen. Kinder sollen so schon früh an die „Normalität“ verschiedenster homosexueller Sexpraktiken gewohnt und ihre mögliche Abneigung beim Anblick solcher Bilder systematisch desensibilisiert werden – etwa indem man die anfängliche Abneigung beim Anblick solcher Praktiken mit der Abneigung beim ersten Anblick eines Geburtsvorgangs vergleicht. Oder es wird den Jugendlichen erzählt, dass ihnen homosexuelle Kontakte in ihrer Jugend auch beim späteren heterosexuellen Leben nützlich sein können.

Hier geht man eindeutig viel zu weit, was ein schrittweises, klinisches und verantwortungsvolles Heranführen an die eigene Sexualität angeht. Hier werden Minderjährige oft auch ermuntert, zu masturbieren, pornographische Bilder anzusehen oder gleichgeschlechtlichen Sex auszuprobieren. Eltern, die dies aus religiösen Gründen nicht akzeptieren wollen, werden manchmal als radikale und rückständige sowie homophobe Fundamentalisten bezeichnet oder es werden juristische Schritte eingeleitet bzw. angedacht.

Es wird zwar oft „Safer Sex“ propagiert und die Benützung von Kondomen erklärt, die tatsächliche Tragweite und Bedeutung sexuell ansteckender Krankheiten (von denen sich bei weitem nicht alle durch Kondome verhindern lassen!), deren Risiko durch erhöhte sexuelle Kontakt erhöht ist, oft nicht ausreichend beleuchtet. Ganz zu schweigen davon, Sex als etwas Heiliges zu propagieren, das man nicht wie ein Gebrauchsgut verheizen darf. Wer Enthaltsamkeit bis zur Ehe lehrt und dies auch mit guten Argumenten belegt, wird bestenfalls belächelt. Als „Safer Sex“ nennen manche gar das gegenseitige bzw. gemeinsame Masturbieren. Erstens ist auch hier das Risiko der Ansteckung durch bestimmte Krankheiten keineswegs ausgeschlossen (sofern es zu körperlichen Kontakten kommt, was man ja kaum ausschließen kann), zweitens kann es kaum als verantwortungsvoll gelten, Minderjährigen bereits frühzeitig das zügellose sexuelle Experimentieren beizubringen und somit Sex zur Konsumware ohne jeden besonderen Wert oder gar transzendenten (also über sich selbst auf etwas Größeres hinausweisenden) und lebensschenkenden Sinn verkommen zu lassen.

Kondome werden als Allheilmittel gegen sexuell ansteckende Krankheiten propagiert – sexuelle Enthaltsamkeit ist noch nicht einmal eine mögliche Option. Hier wird das Pferd aber gleichsam von hinten aufgezäumt: anstatt von Anfang an zu beginnen und Sexualität als etwas ganz besonderes und bedeutungsvolles zu lehren, das wohl überlegt angegangen sein will, lehrt man eine Politik des „Probier’s doch aus!“, aber Bitteschön mit Kondom. Aus eigener Erfahrung als Männer können viele von uns sagen: wenn du einmal sexuell sehr erregt und möglicherweise noch dazu alkoholisiert bist, ist dir oft alles andere egal. Viele von uns waren auch in Schwulensaunas und haben dort praktisch nie einen Kondomgebrauch wahrgenommen. Dasselbe gilt für Sex auf Toiletten, in Bars usw. Selbst ausgelegte Kondome werden nur sehr spärlich verwendet. Viele von uns hatten auch die Einstellung: Was soll’s – selbst wenn ich HIV bekomme, gibt es ja mittlerweile gute Medikamente. Von allen anderen Krankheiten war bei uns nie die Rede.

Gegen Herpes, Syphilis, Chlamydien und viele andere Krankheiten bieten Kondome aber keinen ausreichenden Schutz, was diese Kampagnen auch verantwortungslos erscheinen lässt. Selbst bei einer Kondombenutzung ist und bleibt Analverkehr außerdem auch hoch riskant, da Kondome hierbei leicht reißen können. Selbst bei heterosexuellem Verkehr kann es in der Vagina zu Rissen im Kondom oder zum Abrutschen desselben kommen.

Wenn diese ganze schwule Propaganda außerdem so gut und richtig ist, wie kommt es dann, dass eine so kleine Minderheit in der Bevölkerung einen so erheblichen Anteil an sexuell übertragbaren Krankheiten hat? Kann es nicht sein, dass das an der Sache an sich und nicht alleine an der Art und Weise der „Ausführung“ liegt?

Der (a)moralische Relativismus greift um sich – jeder entscheidet für sich selber, was gut, wahr, richtig und moralisch akzeptabel ist. Einen gesellschaftlichen Konsens hierzu gibt es nicht mehr.
Sex auf die Ehe zu beschränken, wird nicht als universeller Wert geschätzt, sondern als religiöse Engstirnigkeit abgelehnt. Man will ja heute „neutral“ sein und nicht irgendwie religiös eingefärbt.

Das Ganze geschieht oft unter dem – wenngleich auch gutgemeinten – Deckmantel der Verhinderung von „Homophobie“ oder von Selbstmorden unter homosexuellen Jugendlichen. Mit diesen Schlagworten soll jegliche Gegenmeinung von vorneherein ausgeschlossen oder in eine radikale Ecke gedrängt werden.

Auch ist zu beobachten, dass nicht mehr nur Schulen für ältere Schüler im Visier der schwulen Aktivisten sind, sondern bereits Schularten weit darunter – bis hin zu Kindergärten.

Natürlich sind bei all dem nur positive Diskussionen um die Homosexualität zulässig.

Manche Materialien, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen verwendet werden, liefern falsche Informationen, weil die Autoren selbst falsch informiert sind. Andere Autoren scheinen bewusst Fakten wegzulassen, die dem widersprechen, was sie aussagen und vermitteln wollen – oder auch ihre Aussagen herausfordern bzw. sie Lügen strafen.

Gleichwohl macht man sich nicht die Mühe, mehrere Positionen zu Wort kommen zu lassen. Schwule Aktivisten werden zwar gerne eingeladen, um vor Schülern zu sprechen – Männer und Frauen jedoch, die dieses Leben hinter sich gelassen und einen anderen Weg gefunden haben („Ex-Gays“), wird dies nicht gestattet. Im Gegensatz zu vielen schwul-/lesbischen Gruppierungen werden Ex-Gays auch nicht von öffentlicher Seite subventioniert. Sie existieren sozusagen gar nicht. Sind wir unseren Kindern nicht etwas mehr Offenheit schuldig? Wir wissen nicht so recht, mit diesem Thema und den Betroffenen umzugehen und noch viel weniger haben wir tatsächliche Antworten – wissenschaftlicher wie moralischer oder religiöser Art – und so sagen wir ihnen, sie sollen es eben tun. Das ist eine armselige Pädagogik und eine noch armseligere Theologie, sollte sie denn diesem Weg folgen.

Und so scheinen sich auch Psychologen, Psychiater und Ärzte nicht für Ex-Gays zu interessieren. Homosexualität wird nicht als Krankheit gesehen und so gibt es auch keinen Grund, sich in irgendeiner Form mit ihr oder den Betroffenen, die ein Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Neigungen für sich selbst nicht akzeptieren können, abzugeben. Ex-Gays existieren entweder nicht – oder sie belügen sich selbst. Wo liegt das Problem? Warum nicht einfach ein homosexuelles Leben führen?

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nur insoweit angenommen, wie sie politisch korrekt sind – ein Drama, das sich nicht nur auf dem Gebiet der Sexualität abspielt.

Die schwule Propaganda scheint auf ganzer Linie gesiegt zu haben. Wo von Respekt gegenüber homosexuellen Menschen die Rede ist, wird unterschwellig die uneingeschränkte Akzeptanz von Homosexualität an sich sowie die Zerstörung der traditionellen christlichen heterosexuellen Familie zugunsten allen möglichen Formen des Zusammenlebens vermittelt und gefordert. Menschen, die das anders sehen, müssen mundtot gemacht werden.

Mit Mitteln der Manipulation und Indoktrination wird der Plan schwuler Aktivisten in alle Bereiche gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen und kirchlichen Lebens getragen und verwirklicht.

Und doch gibt es immer wieder Menschen, die sich dem widersetzen und einen anderen Weg gefunden haben. Menschen, die nicht der Ansicht sind, dass gleichgeschlechtlicher Sex dasselbe ist wie das lebensschenkende, heilige und dem Wohl der Ehepartner dienende Geschenk innerhalb einer heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Ehe.

Auch viele Facetten homosexuellen Lebens werden in all den Hochglanzbroschüren der schwulen Propaganda ausgeklammert. Etwa die hohe Selbstmordrate homosexuell lebender Menschen. Dies kann man keineswegs einfach nur auf die „homophobe“ Gesellschaft schieben, zumal sich heute – gerade in Großstädten – relativ problemlos ein offen schwules Leben führen lässt. Diese hohe Selbstmordrate lässt sich nur mit der besonderen Verfassung gleichgeschlechtlich empfindender Menschen sowie einem ausufernden homosexuellen Leben erklären.

Auch mit der Treue zum eigenen Partner – wenn es denn einen gibt – nehmen es viele homosexuell lebenden Menschen nicht so genau. Dies wird auch offen zugegeben und als positiv bewertet. Ganz abgesehen von moralischen Aspekten dieses Tuns und den sich daraus ergebenden emotionalen und spirituellen Konsequenzen steigt hierdurch auch das Risiko der Ansteckung durch sexuell übertragbare Krankheiten. Hier muss allerdings auch angeführt haben, dass viele Heterosexuelle in dieser Hinsicht enorm aufgeholt haben und es mit traditionell christlichen Familienwerten ebenso wenig genau nehmen.

Manch homosexueller Aktivist führt nun an, die Statistiken, die auf eine kürzere Lebenserwartung homosexuell lebender Menschen aufgrund vieler „Begleiterscheinungen“ dieses Lebens hinweisen (Sex mit vielen verschiedenen Partnern und damit erhöhtes Risiko der Ansteckung durch sexuell übertragbare Krankheiten, Alkohol- und Nikotinkonsum, sogar Übergewicht, emotionale Instabilität bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen usw.) die Folge einer „verinnerlichten Homophobie“ bzw. Homophobie und Unterdrückung von außen sind. Zum einen ist hierbei bemerkenswert, dass diese Untersuchungen und Statistiken keineswegs angezweifelt werden. Das Argument, das hier jedoch vorgebracht wird, ist haarsträubend.

Ein Beispiel: Juden wurden über Jahrtausende verfolgt. Gleichwohl hatte dies keinerlei Auswirkungen auf ihre körperliche und emotionale bzw. psychische Gesundheit.

2001 gab es in den Niederlanden, wo die gleichgeschlechtliche Ehe legal und ein homosexuelles Leben akzeptiert ist, eine Studie unter 6.000 (!!) Männern und Frauen, die in den letzten 12 Monaten gleichgeschlechtlichen Sex welcher Art auch immer hatten. In fast jeder der untersuchten Kategorien zeigten diese Männer und Frauen eine weitaus höhere Rate an psychischen und psychiatrischen Störungen (etwa Depressionen, Verhaltensstörungen, Angsterkrankungen, Suizidgefährdung etc.) als der Rest der Bevölkerung. Als Faktoren, die zu diesen Störungen beitragen, führten die Autoren Einsamkeit, Treulosigkeit in homosexuellen Beziehungen und häufig wechselnde Sexpartner an.

Mit Schlagwörtern wie „Multikulturelle Gesellschaft“, „Verschiedenheit“, „Toleranz“ usw. soll uns ein homosexuelles Leben aber immer noch als gleichwertig mit einem heterosexuellen Familienleben schmackhaft gemacht werden.

Viele von uns waren selbst lange in der schwulen Szene. Nun liegt es uns fern, homosexuelles Leben generell als ausufernd und in schrecklichen Szenarien zu malen. Allerdings kann man durchaus sagen, dass homosexuell lebende Menschen in der Regel eine weitaus höhere Anzahl an Sexpartnern haben sowie weitaus extremere Sexpraktiken anwenden als ihre heterosexuell empfindenden Mitmenschen. Auch sehr extreme Spielarten sind in der Szene akzeptiert und werden von vielen praktiziert: Sado-/Maso-Sex, Sex in schwulen Saunas, Bars, Parks oder Toiletten, Sexpraktiken, die körperliche Ausscheidungen beinhalten, Gruppensex, Sex mit extremen „Spielzeugen“ oder Verkleidungen (Gummianzüge, Leder- oder Armeekleidung, Uniformen, Crossdressing usw.), Pornographie in allen möglichen Formen – auch allgemein zugänglich und gemeinsam konsumiert -, Sex unter Einfluss von Drogen etc. All das wird als „Verschiedenheit“ gefeiert. Sehen wir so wirklich die Zukunft unserer Kinder? Wollen wir sie zu einem solchen Leben ermutigen?

Viele von uns haben all das hinter uns. Natürlich praktiziert nicht jedes schwule Paar all dies. Fakt aber ist und bleibt, dass es Konsequenzen spiritueller, emotioneller, psychischer und körperlicher Art haben kann, ein homosexuelles Leben zu führen. Drücken wir es einmal so aus: man sucht nach Liebe an den falschen Orten, mit den falschen Mitteln und den falschen Partnern. Man versucht, Feuer mit Benzin zu löschen. Die dahinter steckende Sehnsucht wird dadurch noch weitaus größer und mit ihr die innere Leere – auch wenn sie mancher als „persönliches Glück“ empfinden mag. Die Bedürfnisse, die man damit zu befriedigen sucht, werden eher betäubt als befriedigt und die Art und Weise, wie man sich selbst und andere sieht, verzerrt. Man beginnt, eine Lüge über sich selbst als Wahrheit anzunehmen und in anderen nur mehr potentielle Sexpartner zu sehen. Entsprechend verändert sich die Art und Weise zu reden und denken, sich zu kleiden, die Mimik und Gestik, der Freundeskreis, die Freizeitaktivitäten, die Sichtweise des eigenen Ichs und des eigenen Körpers, das Verhältnis zur Sexualität, manchmal auch das berufliche Leben – und vor allem das Verhältnis zu Familie, Kirche und Gott.

Zumindest haben viele von uns diese Erfahrungen gemacht.

Eines können wir euch nach all dem sagen: ein homosexuelles Leben mag sehr vieles sein, eines aber ganz bestimmt nicht:

„gay“.

(Quelle: u.a. Arthur Goldberg: Light in the Closet. Torah, Homosexuality and the Power to Change. Red Heifer Press. ISBN: 978-09631478-9-9. GO AND GET IT NOW!!)

Quelle: Jason (www.freewebs.com/jason-online)


ESV Audio Widget

Psalm 40:1-6

Ursachen für männliche Sexualität

David Pickup, M.A. identifiziert zwei wesentliche Faktoren:

Zum einen eine aus einer Störung der Geschlechtsidentität ("Wer bin ich?") rührende Scham. Ein Mann schämt sich für das, was er ist. Er denkt, er sei nicht Mann genug und fühlt sich anderen Männern unterlegen.

Zweitens unbefriedigte männliche Bedürfnisse. Hierunter fallen zum einen die Anerkennung des Sohnes durch den Vater oder die Bestätigung der männlichen Identität. Weiterhin fallen hierunter die männliche körperliche Zuneigung - von Vater zum Sohn, zwischen Gleichaltrigen oder zwischen Männern im Allgemeinen.

Letztlich gibt es auch noch das, was man im weitesten Sinn als genetisch veranlagt bezeichnen kann. Das heisst nun nicht zwangsweise, dass es ein "schwules Gen" gibt (dieses wurde bisher nicht gefunden. Selbst wenn es so etwas aber geben sollte, ist das noch kein Kriterium für "moralisch akzeptabel", "normal" oder auch "gut" oder "schlecht", "natürlich" oder was auch immer. Auch würde dies keineswegs bedeuten, dass man zwangsweise so leben muss oder dass Gott einen so gemacht hat und man somit keine Wahl mehr hätte. Hat man sehr wohl). Genetisch veranlagt kann z.B. bedeuten, dass man bestimmte Charakterzüge oder Eigenschaften hat, die es einem erleichtern, unter bestimmten zusätzlichen gesellschaftlichen und/oder familiären Bedingungen gleichgeschlechtliche Neigungen zu entwickeln und/oder sie auszuleben. Ein Vergleich zur Verdeutlichung: Ein erfolgreicher Fussballer wird vielleicht mit bestimmten genetischen Voraussetzungen geboren, die es ihm ermöglichen, schnelle und geschickte Spielzüge zu machen. Das heisst aber nicht, dass es ein "Fußballgen" gibt!

(siehe auch: http://www.saintjoe.com/)

Deutsche Bischofskonferenz: AIDS

Pastoral-Kommission
Die Immunschwäche AIDS - Eine pastorale Aufgabe der Kirche
23. September 1997

/ herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstr. 163, 53113 Bonn

/erschienen in der Reihe: Die deutschen Bischöfe : Kommissionen Nr. 18

-------------------------------------------------------------------------------------

Geleitwort

Immer häufiger wird in der letzten Zeit im Zusammenhang mit der Immunschwäche AIDS über erfolgversprechende Forschungs- und Behandlungsergebnisse berichtet. Da erscheint es auf den ersten Blick überraschend, daß die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz gerade jetzt die Bitte äußert, sich mit der Krankheit intensiver zu beschäftigen, besonders aber sich den HIV-Infizierten und AIDS-Kranken zuzuwenden.

Aus mehreren Gründen ist es nach Auffassung der Pastoralkommission erforderlich, sich auch zukünftig mit dieser Krankheit und ihren Folgen auseinanderzusetzen: Der Wissenszuwachs über die Entstehung und Ausbreitung von HIV und AIDS hat zwar enorme Fortschritte gemacht, damit verbunden aber ist die Gefahr eines nachlassenden Präventionsbewußtseins. Zudem tritt die Krankheit nicht mehr allein in sog. Risikogruppen auf, sondern immer weitere Bevölkerungsschichten sind von ihr betroffen. Die erfreulichen Ergebnisse bei der Behandlung von AIDS-Kranken können nicht darüber hinwegtäuschen, daß wohl noch über einen langen Zeitraum hinaus Menschen sich mit dem HI-Virus infizieren und an AIDS erkranken. Verändert haben sich auch die Orte, an denen HIV-Infizierte und AIDS-Kranke leben. Es sind nicht mehr vorrangig die städtischen Ballungsgebiete, sondern in allen Teilen Deutschlands leben Menschen mit dieser Krankheit.
Von Anfang an hat die katholische Kirche auf die Herausforderungen durch die Immunschwäche AIDS mit vielfältigen caritativen und pastoralen Aktivitäten reagiert, z.B. durch den Aufbau von Beratungs- und Hilfeeinrichtungen oder durch die Bereitstellung von eigenen Seelsorgern. Daß die Kirche aus ihrer Verantwortung heraus für den umfassenden Schutz des menschlichen Lebens auch die Frage nach einem ethisch gebotenen Verhalten des Einzelnen gestellt hat, ist auf manche Kritik gestoßen, hat aber auch zu mehr Nachdenklichkeit geführt. In der derzeitigen Situation gewinnt aus den oben genannten Gründen sowohl die Information und Prävention in allen Teilen der Bevölkerung an Bedeutung als auch die Frage der Integration der von HIV und AIDS Betroffenen und deren Angehörigen. Die vorliegende Erklärung will dazu ermutigen, unbegründete Ängste abzubauen und die von der Immunschwäche AIDS Betroffenen sowie deren Angehörige in unsere Gemeinden und Einrichtungen aufzunehmen.

Freiburg, im September 1997

Erzbischof Dr. Oskar Saier
Vorsitzender der Pastoralkommission

-------------------------------------------------------------------------------------

Inhalt

1 Warum meldet sich die Kirche zu Wort?

2 AIDS - Medizinische und psychologische Aspekte

2.1 Medizinische Aspekte
- Was ist AIDS?
- Krankheitsverlauf
- Übertragungswege für das HI-Virus
- Behandlungsmöglichkeiten
- Zahlenmäßige Entwicklung von AIDS in Deutschland

2.2 Psychologische Aspekte
- AIDS - eine besondere Krankheit
- Die Angst vor der Immunschwäche AIDS
- Psychische Bewältigung von AIDS

3 AIDS als Aufgabe der Kirche
- Integration statt Isolation
- Integration durch Vertrauen
- Integration durch Information
- AIDS als Thema in Liturgie und Verkündigung
- Die Nähe Gottes spürbar machen

4 Kirchliche Beratungsstellen und Einrichtungen für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke
4.1 Kirchliche Beratungsstellen
4.2 Stationäre Einrichtungen

5 Glossar

-------------------------------------------------------------------------------------

1 Warum meldet sich die Kirche zu Wort?

Keine andere Krankheit hat in diesem Jahrhundert zu so viel Aufmerksamkeit und Angst, aber auch zu so intensiver medizinischer Forschung geführt, wie die Immunschwäche AIDS. Waren die Begriffe HIV und AIDS vor 15 Jahren noch weitgehend unbekannt, so wissen die meisten Menschen heute, daß diese Worte für eine bislang nicht heilbare Krankheit stehen.
Im Rückblick zeigt sich, daß sich die gesellschaftlichen und individuellen Wahrnehmungen, von HIV und AIDS bedroht zu sein, unterschiedlich entwickelt haben. Die ersten Jahre der AIDS-Epidemie waren von einer
hohen Unsicherheit hinsichtlich der epidemiologischen Entwicklung und der Infektionswege geprägt. Dies führte zu vielen unbegründeten Ängsten. Die gesellschaftliche Betroffenheit wurde noch dadurch verstärkt, daß das HI-Virus hauptsächlich durch Blut bzw. Sexualkontakte übertragen wird. Damit wurden ethische Fragen nach dem persönlichen Verhalten des Einzelnen laut, die die Wahrnehmung und die Auseinandersetzung mit der Krankheit schwierig gestalteten. Innerhalb der katholischen Kirche wurde differenziert auf die Konsequenzen, die sich aus HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen ergaben, reagiert. Neben Appellen an das sittlich-verantwortliche Handeln des Einzelnen gab es viele caritative und pastorale Aktivitäten: Diözesen veröffentlichten eigene Orientierungsrahmen für die Seelsorge (z.B. Trier 1987); in Großstädten, wo die Krankheit verstärkt auftrat, wurden eigene Beratungs- und Hilfeeinrichtungen aufgebaut und Seelsorger für die Betroffenen und ihre Angehörigen freigestellt.
Seit Beginn der 90er Jahre hat sich die Wahrnehmung für HIV und AIDS deutlich gewandelt. Die anfängliche Sorge, daß bald große Teile der Bevölkerung infiziert sein werden, hat sich in den Industrienationen nicht bestätigt. Auch die Infektionswege sind inzwischen bekannt. Dies hat zwar einerseits zu einem Rückgang der Ängste, gleichzeitig aber auch zu einem nachlassenden Präventionsbewußtsein geführt. Die Krankheit tritt nicht nur in sogenannten Risikogruppen auf, sondern Menschen aller Bevölkerungsgruppen können sich infizieren. Da die Krankheit trotz beachtlicher Behandlungserfolge immer noch nicht heilbar ist, muß davon ausgegangen werden, daß auch in Zukunft Menschen, denen wir in unseren Gemeinden und in unserem Alltag begegnen, an AIDS erkranken und sterben werden.
Als Christen sind wir dem Beispiel Jesu verpflichtet, uns jedem Kranken zuzuwenden und ihm zu helfen. Jeder Mensch ist uns Schwester oder Bruder. Diskriminierung oder Ausgrenzung entspricht nicht dem Verhalten Jesu. Aus unserer Verantwortung für jeden Menschen in Not sowie aus dem Wissen heraus, daß die Immunschwäche AIDS uns auch in Zukunft noch herausfordern wird, soll die folgende Aussage dazu ermutigen, unbegründete Ängste vor HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten abzubauen. Sie will einen Beitrag zur Prävention wie auch zur Integration von Betroffenen sowie deren Angehörigen in unseren Gemeinden, Diensten und Einrichtungen leisten.


2 AIDS - Medizinische und psychologische Aspekte
2.1 Medizinische Aspekte

Was ist AIDS?

AIDS ist die Abkürzung von Acquired Immune Deficiency Syndrome
(= Erworbenes Immunmangelsyndrom). Die gebräuchliche deutsche Bezeichnung ist "Erworbene Abwehrschwäche".
Das Krankheitsbild wurde erstmals 1981 von amerikanischen Medizinern beobachtet. Nach intensiven Untersuchungen in Amerika und Europa gelang es 1994 Luc Montagnier vom "Institut Pasteur" in Paris und Robert Gallo von den "National Institutes of Health" in Bethesda im US-Staat Maryland, den Human Immunodeficiency Virus (HIV; dt: Menschliches Immundefektvirus) als Krankheitsursache zu isolieren. Das Virus1 wird nur durch Körperflüssigkeiten von Person zu Person übertragen.
Viren können sich nicht ohne fremde Hilfe vermehren und sind deshalb auf geeignete Wirtszellen angewiesen. Das AIDS Virus befällt und zerstört hauptsächlich die T4-Helferzellen des Immunsystems und nimmt dem Körper damit ganz allmählich die Fähigkeit, andere Erreger und Krankheiten zu bekämpfen. In der Folge entwickeln sich lebensbedrohliche Erkrankungen wie beispielsweise Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und Krebs, die schließlich zum Tode führen.

Krankheitsverlauf

Unmittelbar nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kommt es bei den Betroffenen zu einem vorübergehenden Abfall der T4-Helferzellen und zu einem starken Anstieg der Virusmenge im Blut. Diese Phase wird von Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Unwohlsein und masernartigen Hautausschlägen begleitet, und sie ist mit einem hohen Übertragungsrisiko verbunden. Dann folgt eine unterschiedlich lange, symptomfreie Zeit, in der der Infizierte durch keinerlei Krankheitsanzeichen oder Beschwerden gewarnt ist. Während dieser Zeit nimmt die Zahl der T 4-Helferzellen im Blut kontinuierlich ab. Wenn die Zahl dann sehr gering ist, kommt es zum Zusammenbruch des Immunsystems und zum Ausbruch der Immunschwäche AIDS. Auch während der symptomfreien Zeit, die in der Regel sechs bis acht Jahre beträgt, kann der HIV-Infizierte das Virus auf andere Personen übertragen.
Es war lange Zeit nichts über den Verbleib des HI-Virus während der beschwerdefreien Zeit bekannt. Heute weiß man, daß ein erbitterter Kampf zwischen dem Virus und dem Immunsystems geführt wird. Tag für Tag werden rund eine Milliarde Viren neu gebildet und zerstört. Dabei verliert der Körper ungefähr zwei Milliarden Immunzellen, die er aber wieder ersetzen kann. Der Infizierte merkt von diesen Vorgängen in seinem Körper nichts. Auf lange Sicht gewinnt das HI-Virus den Abwehrkampf, denn jedesmal, wenn es sein Erbmaterial vervielfältigt, nimmt es kleine Veränderungen vor und läßt neue Varianten entstehen. Irgendwann kann das Immunsystem keine Gegenwehr mehr leisten und bricht zusammen.

Übertragungswege für das HI-Virus

Hauptträger des HI-Virus im Körper sind Blut, Sperma und Vaginalsekret. Das Virus dringt über die Schleimhäute oder die Blutbahn in den Körper ein. Die häufigste Infektionsursache ist homo- und heterosexueller Geschlechtsverkehr. Weitere Infektionsursachen sind gemeinsam benutzte Spritzen bei Drogenabhängigen, die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft und die Übertragung durch Blut und Blutprodukte. Das HI-Virus wird nicht durch alltagsübliche, zwischenmenschliche Kontakte wie zum Beispiel Händeschütteln, Umarmen oder Küssen übertragen. Es wird ebenfalls nicht durch Weinen, Husten oder Niesen oder im Schwimmbad, in der Sauna oder in der Badewanne weitergegeben. Auch von gemeinsam benutzten Bettlaken, Handtüchern, Gläsern, Toiletten, Türgriffen und Haushaltsgegenständen geht keine Gefahr aus.
Die Gefahr einer Ansteckung über Blut und Blutprodukte ist in der Bundesrepublik weitgehend gebannt, da seit dem 1. Oktober 1985 sowohl Blutspender als auch Blutkonserven auf HI-Viren untersucht werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die meisten Arzneimittel greifen das HI-Virus dort an, wo es sich nicht wesentlich verändern darf, bei den chemischen Werkzeugen, die es für seine Vervielfältigung braucht. Zu dieser Gruppe gehört auch das bekannte Präparat AZT (Azidothymidin) und die verschiedenen Hemmstoffe der Virus-Protease, die erst seit einiger Zeit auf dem Markt sind. Allerdings haben die vergangenen Jahre gezeigt, daß ein Wirkstoff alleine nicht genügt, um die Virusmenge zu unterdrücken. Deshalb versucht man mit einer Kombination aus zwei oder drei Medikamenten das AIDS-Virus in Schach zu halten, was offensichtlich auch sehr gut gelingt. Bei den Patienten, die mit einer solchen Kombinationstherapie behandelt werden, ist das Virus nach einigen Wochen kaum noch nachweisbar. Auch bei der symptomatischen Behandlung der Begleiterkrankungen, wie beispielsweise der Lungenentzündung, sind sehr gute Fortschritte erzielt worden. Diese Ergebnisse lassen eine mögliche Heilung zum ersten Mal wahrscheinlich werden, und die nächsten Jahre müssen zeigen, ob es tatsächlich gelingen wird, alle Viren, die sich in den entlegenen Teilen des Körpers versteckt halten, mit der Kombinationstherapie zu beseitigen. Die Aussichten sind jedenfalls gut.
Ganz ausgerottet sein wird die Immunschwäche AIDS allerdings erst dann, wenn es eine Schutzimpfung gibt und die Kombinationstherapie auch in den Entwicklungsländern bezahlbar ist.

Zahlenmäßige Entwicklung von AIDS in Deutschland

Über die Zahl der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, die mit dem HI-Virus infiziert, aber noch nicht an AIDS erkrankt sind, gibt es nur Schätzwerte. Man weiß aufgrund von positiven Testergebnissen, daß sich seit dem Beginn der Epidemie 78.085 Menschen in Deutschland mit dem HI-Virus angesteckt haben. Die genaue Zahl der Infizierten ist nicht bekannt. Pro Jahr werden 2.000 bis 3.000 Neuinfektionen angegeben, wobei die Ansteckung über heterosexuelle Kontakte in der Zukunft wahrscheinlich weiter zunehmen wird.
Neben den HIV-Infektionen sind insgesamt 16.138 AIDS-Fälle gemeldet. Davon sind 10.419 Personen bereits verstorben. Nach dem Geschlecht verteilt sind 89% der Betroffenen Männer und 11% Frauen. Insgesamt sind 110 Kinder unter 13 Jahren an AIDS erkrankt. Die Zahl der Neuerkrankungen wird mit rund 1.800 pro Jahr angegeben. Von den Patienten, die 1996 an AIDS erkrankt sind, haben sich 52% der Betroffenen durch homosexuelle Kontakte unter Männern infiziert, 15% durch intravenösen Drogenkonsum, 11% bei heterosexuellen Kontakten und 3% durch Blut und Blutprodukte. 6% der Patienten kommen aus Afrika oder Asien und haben sich dort angesteckt, und 13% der Patienten wollten keine Angabe machen, wie sie sich angesteckt haben.
54% aller Erkrankten leben in den Großstädten Frankfurt/Main, München, (West-)Berlin, Köln, Düsseldorf und Hamburg. 44% der Erkrankten leben außerhalb der genannten Großstädte in den alten Bundesländern. Aus den neuen Bundesländern sind bisher nur 271 AIDS-Erkrankungen gemeldet. Das entspricht etwa 2%. Viele AIDS-Patienten leben nicht mehr dort, wo sie sich angesteckt haben, sondern ziehen sich in die vertraute Umgebung des Heimatortes zurück. Damit werden sie eine Anfrage an das Verhalten unserer Gemeinden.
Durch die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten nimmt gegenwärtig die Zahl derjenigen, die an AIDS sterben, ab. Gleichzeitig verlängern sie auch den Zeitraum von der Ansteckung mit dem HI-Virus bis zum Ausbruch der AIDS-Erkrankung. Dadurch wird es in Zukunft immer mehr Menschen geben, die mit dieser Krankheit leben.


2.2 Psychologische Aspekte

AIDS - Eine besondere Krankheit

AIDS ist eine schwere, körperliche Erkrankung, bei der bislang davon ausgegangen werden muß, daß sie tödlich endet. Darin unterscheidet sich die Immunschwäche noch nicht von anderen Erkrankungen, wie z.B. von bestimmten Formen von Krebs. Dennoch nimmt AIDS im Bewußtsein vieler Menschen eine Sonderstellung ein. Die Krankheit ruft angstvolle Bilder und Phantasien hervor, und man hat anfänglich die Immunschwäche mit den großen Seuchen früherer Jahrhunderte verglichen. Auch heute noch reagieren viele Menschen mit Angst, Panik, Diskriminierung, Flucht und Schuldzuweisung, wenn sie von einer HIV-Infektion hören oder Kontakt mit einem AIDS-Kranken haben. Wie kaum eine andere Krankheit beeinflußt AIDS das soziale Verhalten und das Bewußtsein.
Viele HIV-Infizierte und deren Angehörige fürchten das Bekanntwerden der Infektion. Deshalb wird die Krankheit von den meisten nur im Vorborgenen gelebt und durchlitten. Nur wenige gehen mit ihrer Krankheit offen um. Damit wird eine Isolation der HIV-Infizierten und AIDS-Kranken gefördert.

Die Angst vor der Immunschwäche AIDS

Obwohl in zahlreichen Kampagnen offen und umfassend über die Übertragungswege des HI-Virus aufgeklärt worden ist, ist in weiten Teilen der Bevölkerung die Angst, sich durch den bloßen Kontakt mit einem HIV-Infizierten oder AIDS-Kranken anzustecken, ungebrochen groß. Wie die täglichen Anrufe in den kirchlichen Beratungsstellen zeigen, gibt es viele unbegründete Ängste vor der vermeintlichen Infektion bis hin zu sogenannten "AIDS-Phobien". Das bedeutet, daß entweder doch noch zu wenig Wissen über die Infektionswege vorhanden ist oder daß wider besseres Wissen Panikreaktionen auftreten, wenn es zu einer Begegnung mit einem HIV-Infizierten oder AIDS-Kranken kommt. Diese Reaktionen lassen die Vermutung zu, daß sich in dem Wort AIDS die jedem Menschen innewohnende Urangst vor dem Tod in besonderer Weise manifestiert.

Psychische Bewältigung von AIDS

Da Menschen an AIDS leiden und sich viele Menschen von der Immunschwäche bedroht fühlen, ist ein weit gefächertes Angebot psychologischer Hilfen notwendig:

• Menschen, die aus begründetem Verdacht einen HIV-Antikörpertest vornehmen lassen, sollten unbedingt vor dem Test psychologisch fundiert beraten werden, sowohl zur Vorbereitung auf ein möglicherweise positives Ergebnis als auch bei negativem Resultat zur Vermeidung künftiger Risiken.
• Auch wenn inzwischen die Therapiechancen deutlich gestiegen sind, muß weiterhin damit gerechnet werden, daß Menschen an der Immunschwäche erkranken und sterben. Hier kann eine psychologische Begleitung helfen, die Mitteilung der Diagnose zu verarbeiten und Krisen zu bewältigen.
• Während der langen Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit kann eine Beratung dem Infizierten und seinem sozialen Umfeld helfen, Wege zu finden, mit der Infektion zu leben.
• Und schließlich können die kirchlichen Beratungsdienste mit ihrem breitgefächerten Angebot in den unterschiedlichsten Lebenskrisen, in der Krankheits- und Sterbephase begleitende Zuversicht geben.


3 AIDS als Aufgabe der Kirche

Integration statt Isolation

Die Krankheit AIDS erinnert - wie alle lebensbedrohenden Krankheiten - daran, daß das Leben des Menschen begrenzt ist, daß Krankheit und Sterben zum Leben gehören. In einer Zeit, in der Sterben und Tod verdrängt werden, ist AIDS eine Anfrage an jeden einzelnen Christen, welche Einstellung er zum Leben und zur Welt hat, wie er sein eigenes Sterben, aber auch das Sterben anderer sieht.

Als Christen glauben wir, daß der Tod nicht das Ende ist, sondern daß in Jesus Christus, in seinem Leben, Sterben und Auferstehen, Gottes neue Welt angebrochen ist, die jedem Menschen eine Zukunft über den Tod hinaus gibt. Aus dieser Hoffnung heraus gewinnen wir die Kraft, jeden Menschen, besonders den Kranken und Leidenden, mitzutragen und zu trösten.
Es ist Ausdruck unseres Glaubens, wenn wir uns gemäß dem Beispiel Jesu Christi besonders den Menschen am Rand, den Außenseitern, den Leidenden, den Menschen ohne Hoffnung zuwenden. Jeder ist "unser Nächster", wie dies eindrucksvoll im Gleichnis vom barmherzigen Samariter dargestellt ist (vgl. Lk 10,25-37). Jesus Christus hat sich mit den Kranken und Schwachen identifiziert: "Ich war krank und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht" (vgl. Mt 25,31f.).
Christen setzen Zeichen der Hoffnung und der Erlösung, wenn sie den Kranken und den Angehörigen durch praktische Hilfen beistehen. HIV-Infizierte und AIDS-Kranke brauchen Menschen, die ihnen zur Seite stehen und sie in ihrer Not begleiten und unterstützen. So kann die Isolation der Betroffenen durch solidarisches Verhalten in der Kirche überwunden werden. Dies beinhaltet auch die Integration in das Leben der Gemeinde. Dies schließt weiter ein, daß kirchliche Sozialstationen AIDS-Kranke pflegen und daß in den kirchlichen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen, Jugend- und Erholungsheimen, HIV-Infizierte und AIDS-Kranke Aufnahme finden. Das Anliegen der Hospizbewegung, ein Sterben in Würde zu ermöglichen, kann Orientierung bei der Begleitung der Kranken in der letzten Lebensphase geben.

Integration durch Vertrauen

Die von der Immunschwäche AIDS Betroffenen erwarten ein Klima des Vertrauens, der Offenheit und der Akzeptanz, auch hinsichtlich ihrer individuellen Lebensgestaltung. Der Sonderstatus ihrer Krankheit macht die Betroffenen besonders sensibel für Kränkungen und Zurückweisungen. Gerade in der Beurteilung ihrer Lebenssituation ist deshalb Zurückhaltung zu üben, denn nur so können sie unbedingtes Angenommensein spüren und erfahren. HIV-Infizierte und AIDS-Kranke befinden sich stärker als andere Menschen in einem psychischen und gesellschaftlichen Sonderstatus. In einer solchen Situation steht es mit der christlichen Botschaft im Einklang, ethische Beurteilungen nicht in den Vordergrund zu stellen. Zwar wird bei einer HIV-Infektion bzw. einer AIDS-Erkrankung sehr oft die Frage nach der Schuld der Betroffenen gestellt, doch darf diese Frage nicht Bedingung für die Nächstenliebe in der Nachfolge Christi sein. Im übrigen ist es nicht gerechtfertigt, der Schuldfrage hier einen anderen Stellenwert einzuräumen als sonst. Es kommt vielmehr darauf an, den AIDS-Kranken zu helfen, ihr Leben verantwortlich zu gestalten und in Gemeinschaft mit der Kirche Wege der Versöhnung zu finden.
HIV-Infizierte, AIDS-Kranke und deren Angehörige sind über lange Zeit ständig mit dem Tod konfrontiert. Dabei erleben sie nicht selten den sozialen Tod vor dem physischen Tod. Im Licht des Evangeliums ist es deshalb geboten, sich im Umgang mit ihnen am Leitbild einer barmherzigen, solidarischen und dienenden Kirche zu orientieren. Ein vom Glauben getragener, würdevoller Umgang mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken entspricht dem Reden und Handeln Jesu Christi. Wenn Menschen diesen im Evangelium wurzelnden Liebesdienst erleben, ist Glaubenserfahrung möglich.

Integration durch Information

Angesichts der bestehenden Ängste vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus, ist eine umfassende und präzise Information notwendig, um Betroffene zu integrieren und die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Durch eine enge Zusammenarbeit von Ärzten, Selbsthilfegruppen und den kirchlichen Beratungsdiensten und Einrichtungen können emotionale Überreaktionen und negative Pauschalurteile im Rahmen der Jugend- und Erwachsenenarbeit überwunden werden.
Die Immunschwäche wird vor allem auf sexuellem Wege übertragen, deshalb kann die Frage nach der verantwortlichen Gestaltung der Sexualität nicht ausgeklammert werden. Es muß vermittelt werden, daß der Geschlechtsverkehr seinen legitimen Ort in dem durch Treue und Vertrauen geschützten Raum einer festen Partnerbindung hat. Nach katholischem Verständnis ist dies die Ehe. Diese Überzeugung darf aber nicht zur Verurteilung von Menschen führen. Jesus Christus hat jeden Menschen in seiner persönlichen Lebensgeschichte angenommen, ihn jedoch immer auch zur Umkehr aufgerufen. Angesichts der tatsächlichen Lebensbedrohung, die von der Immunschwäche AIDS ausgeht, ist alles zu tun, um eine Infektion zu vermeiden. Prävention hat deutlich Vorrang und muß verantwortungsvoll gestaltet werden. Dabei sind die Grundsätze katholischer Ethik mitzubedenken. Nur wenn die medizinischen, psychologischen, sozialen und ethischen Aspekte der AIDS-Prävention angesprochen werden, kann das Problembewußtsein für die Übertragungswege und Infektionsrisiken wachsen. Generell gilt, daß die Aufklärung zwar umfassend und wahrheitsgetreu, aber auch maßvoll gestaltet sein soll. Sie darf nicht als verdeckte Werbung für sexuelle Freizügigkeit benutzt werden.

AIDS als Thema in Liturgie und Verkündigung

Die Immunschwäche AIDS betrifft nicht nur das caritative Handeln der Gemeinde, sondern sollte auch in Liturgie und Verkündigung thematisiert werden, z.B. am Welt-AIDS-Tag. Wenn die Thematisierung der Immunschwäche AIDS beim Begräbnis eines verstorbenen AIDS-Kranken erforderlich scheint oder gewünscht wird, sollte dies aus Rücksicht auf die Familienangehörigen mit großer Sensibilität und Verantwortlichkeit erfolgen. In der Predigt und in den Fürbitten ist darauf zu achten, daß im Geist des Evangeliums würde- und liebevoll die Barmherzigkeit Gottes, der Freund jeden Lebens in seiner ganzen Vielfalt ist, erfahrbar wird.

Die Nähe Gottes spürbar machen

Viele Menschen verbinden mit dem Wort AIDS Hoffnungslosigkeit. Als Christen aber wissen wir, daß Jesus und sein Evangelium, seine Worte und Taten Hoffnung bedeuten. Er selbst hat sich berühren lassen und hat selber berührt. Er nahm jeden Menschen an, den Aussätzigen, den Blinden, den Kranken. HIV-Infizierte und AIDS-Kranke sowie deren Angehörige können durch unsere Zuwendung spüren, daß Gott ihnen nahe ist und sie nicht alleine läßt. Wir alle leben unter der Verheißung Gottes.


4 Kirchliche Beratungsstellen und Einrichtungen für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke4
4.1 Kirchliche Beratungsstellen

AIDS-Beratungsstelle des Caritasverbandes für das Bistum Essen
Bahnhofstr. 37
58762 Altena
Tel. 02352-1737

Hospiz-Dienst Tauwerk e. V.
Wollankstr. 19
13187 Berlin
Tel. 030/4883069

Beratungs- und Betreuungsstelle für AIDS-Infizierte
Bismarckstr. 6
52351 Düren
Tel. 02421-10001

AIDS-Beratungsstelle des Caritasverbandes für das Bistum Essen
Alfredstr. 297
45133 Essen
Tel. 0201-42924

Drogen- und AIDS-Beratung
Kalkstr. 41
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202/54071

AIDS-Prävention des Caritasverbandes Bonn
Fritz-Tillmann-Str. 8-12
53113 Bonn
Tel. 0228-108245

Psychosoziale HIV- und AIDS-Beratung
Caritasverband für die Stadt Düsseldorf
Klosterstr. 88
40211 Düsseldorf
Tel. 0211-1602-302

Cafe Nachtfalter
Segerothstr.
47127 Essen

Psychosoziale Betreuung zu Hause für HIV-positive und an AIDS erkrankte Frauen, Familien und Alleinstehende
Mainkai 40
60311 Frankfurt
Tel. 069-2982-162

Sozialdienst Kath. Frauen e. V.
Psychosoziale Beratungsstelle für HIV-infizierte Frauen und Kinder
Kaiser-Joseph-Str. 244
79098 Freiburg
Tel. 0761-280031

Diözesan-Caritasverband
Referat Gefährdetenhilfe
Georgstr. 7
50676 Köln
Tel. 0221-2010-0

Sozialdienst katholischer Frauen
AIDS-Beratung
Hansaring 20
50670 Köln
Tel. 0221/120421

Region Mönchengladbach des Bistums Aachen
AIDS-Prävention
Bettrather Str. 22
41061 Mönchengladbach
Tel. 02161-9806-0

Caritas
Psychosoziale AIDS-Beratungsstelle
Schrenkstr. 3
80339 München
Tel. 089-5021101

Caritasverband Koblenz
Psychosoziale AIDS-Beratung
Rizzastr. 14
56068 Koblenz
Tel. 0261-14991

Sozialdienst Kath. Männer e. V.
Beratungs- und Betreuungsstelle für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke
Gleueler Str. 179
50931 Köln
Tel. 0221-4060581

Caritasverband f. d. Stadt Magdeburg u. d. Dekanate Magdeburg und Burg e.V.
AIDS-Beratung
Max-Josef-Metzger-Str. 3
39104 Magdeburg
Tel. 0391-5961-208

AIDS-Informations- und Beratungsstelle
Bahnhof 16 b
94032 Passau
Tel. 0851-71065


AIDS-Beratung beim Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e. V.
Kantstr. 14
66111 Saarbrücken
Tel. 0681-309060

Caritasverband für die Diözese Würzburg
Psychosoziale Beratungsstelle für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke
Friedrich-Spee-Haus
Röntgenring 3
97070 Würzburg
Tel. 0931-32226-0


4.2 Stationäre Einrichtungen

Eschenbachhaus
Betreute Wohngemeinschaft für HIV-infizierte Drogenabhängige
Eschenbachstr. 29
60596 Frankfurt
Tel. 069/6313020

Franziskushaus
Beratungs- und Betreuungsstelle für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke
Sandweg 57
60316 Frankfurt
Tel. 069-944368-0

Haus Maria Frieden
Auf der Hub 1
77784 Oberharmersbach
Tel. 07837-92960

Haus Horizont
Betreute Wohneinrichtung für HIV-infizierte und AIDS-kranke Menschen
Rheinhöhenweg 3
56112 Lahnstein
Tel. 02621-40504

Caritasverband für die Diözese Würzburg
Wohngemeinschaft für HIV-Positive/AIDS-Kranke
c/o Friedrich-Spee-Haus
Röntgenring 3
97070 Würzburg
Tel. 0931-32226-0


5 Glossar

Chemische Werkzeuge
Eiweiße, die für die Virusvermehrung notwendig sind, und die durch die geringste Abwandlung funktionsuntüchtig werden.

Immunzellen
Alle Zellen, die an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt sind. Es gibt Zellen, die Eindringlinge und Fremdstoffe erkennen, und Zellen, die sie dann vernichten.

Infektion
Befall des Körpers mit Krankheitserregern. Es kann sich bei den Erregern um Viren oder Bakterien handeln.

T4-Helferzellen
Untergruppe der Immunzellen, die eine wichtige Rolle bei der Erkennung der körperfremden Stoffe übernehmen.

Viren
Erreger von Infektionskrankheiten bei Menschen, Pflanzen und Tieren.

Virus-Protease
Eiweiß, das vom Virus gebildet wird und die anderen Virusbausteine so verändert, daß sie funktionstüchtig werden.

Wirtszelle
Zelle, die mit ihren Lebensfunktionen die Vermehrung eines Virus unterstützt.

Zelle
kleinste Einheit des lebenden Organismus, die alle Eigenschaften des Lebens besitzt.

-------------------------------------------------------------------------------------

In der Bundesrepublik gibt das Robert-Koch-Institut Auskunft über die AIDS-Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten sowie über neueste epidemiologische Daten.
Robert-Koch-Institut
AIDS-Zentrum
Reichpietschufer 74-76
10783 Berlin
Tel.: 030/4547-3425
Fax.: 030/4547-3566

-------------------------------------------------------------------------------------

1 Erläuterung der Fachbegriffe im Glossar, S. 22
2 Stand: Juli 1997
3 Die Angaben beruhen auf dem Quartalbericht I/97 des AIDS-Zentrum im Robert-Koch-Institut in Berlin
4 In den hier nicht genannten Städten können sich Ratsuchende an die allgemeinen kirchlichen psychosozialen Beratungsstellen etc. wenden. Die Adressen sind in den verschiedenen Diözesan- oder Ortscaritasverbänden zu erfragen (bzw. über das Referat "Besondere Lebenslagen", Karlstr. 40, 79104 Freiburg, Tel.: 0761/200368). Dort bzw. in den Seelsorgeämtern in den Diözesen sind auch die Adressen der in manchen Bistümern beauftragten AIDS-Seelsorger zu erfahren.
5 Die hier genannten Einrichtungen kümmern sich schwerpunktmäßig um HIV-Infizierte und AIDS-Kranke. Eine Begleitung und Betreuung erfolgt aber auch in vielen anderen Hospizen und kirchlichen Einrichtungen, wie z.B. Krankenhäusern und Sozialstationen.


(Quelle: www.dbk.de)

Haben wir den Auftrag Jesu vergessen?

Liest man so manchen Pfarrbrief, kann man sich bestenfalls nur wundern - oder man ist schlichtweg geschockt.

Trotzdem es in den meisten Pfarreien noch GemeindereferentInnen, PastoralreferentInnen, Diakone, Ehrenamtliche etc. gibt, ist das dort angebotene Programm bezeichnend.

So werden in der Regel - durchaus sinnvolle und nötige! - Aktivitäten für Mütter mit Kindern, Senioren, Arbeitslose usw. angeboten. Soweit, so gut. Das ist einer der Aufträge für die Kirche und für jeden einzelnen Christen.

Aber sonst?

Möglicherweise gibt es noch einige ökumenische Angebote, aber dann war es das meist.

Katechese bzw. eine Unterweisung im katholischen Glauben, findet in der Regel nur anlässlich bevorstehender Sakramente (Erstkommunion, Heirat, Firmung etc.) statt - und selbst da mangels Personal nur im Schnelldurchgang.

Glaubenskurse für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, am Glauben Interessierte, Bibelstunden, Aktivitäten in Richtung Evangelisation usw. finden - wenn überhaupt - nur sehr spärlich statt. Und so braucht es einen nicht wundern, dass viele Katholiken kaum wissen, was die Katholische Kirche lehrt und warum sie es lehrt - und dann sehr schnell einknicken, wenn ihnen evangelikale Gruppen Bibelverse zitieren, um sie davon zu überzeugen, dass die Katholische Kirche "unbiblisch" ist. Auch beginnt langsam, ein "Auswahlchristentum" um sich zu greifen, ein moralischer Relativismus, der dazu führt, dass sich Gläubige vom katholischen Glauben das heraussuchen, das ihnen zusagt. Der Rest wird mit persönlichen Überzeugungen, Glaubensüberzeugungen anderer christlicher Konfessionen oder einfach nach Belieben aufgefüllt.

Auf Anfrage hin werden klare katholische Grundsätzte und eine klare katholische Lehre schwammig geredet, es werden Hintertürchen angeboten oder das Ganze der persönlichen Gewissensentscheidung überlassen (ohne hierbei hinzuzufügen, dass wir auch in der Pflicht stehen, unser Gewissen weiterzubilden!).

Ein Beispiel:

Obwohl der Katechismus absolut klar zum Thema Homosexualität, Sexualität allgemein sowie Ehe und Familie Stellung nimmt, hört man immer wieder, wie Priester etwa Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen anderslautende Auskünfte geben. Etwa dass heute die Wissenschaft viel weiter sei, dass die Aussagen von Paulus hierzu im Licht der damaligen Zeit zu sehen und nicht auf die heutige Zeit anzuwenden sind usw.

Die betroffenen Gläubigen denken somit, es sei in Ordnung, als Katholik ein homosexuelles Leben zu führen.

Dies ist nicht nur falsch, hier versagen Priester (bzw. kirchliche Angestellte oder auch grundsätzlich Laien) völlig und überzeugen ihre Brüder und Schwestern im Glauben sogar noch, dass es in Ordnung sei, gegen Gottes Gebot zu verstoßen!

Ein anderes Thema: Evangelisation.

Dies hat man offenbar völlig evangelikalen Gruppen überlassen, obwohl es doch einen eindeutigen Auftrag Jesu für jeden Gläubigen (!!) hierfür gibt. Jeder von uns ist gerufen, den christlichen Glauben zu verbreiten und ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu führen - und das nicht nur an Weihnachten!

Es ist und bleibt die persönliche Verantwortung und Entscheidung derer, die die Katholische Kirche verlassen. Allerdings wird es ihnen oft zumindest leichter gemacht, dies zu tun.

Wie Jesus uns schon gesagt hat: Das Tor zum Himmel ist eng und der Weg dorthin beschwerlich und nur wenige gehen ihn. Die überwiegende Mehrzahl geht den bequemen Weg zum breiten Tor - das allerdings ins Verderben führt.

Wichtige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes


Der Europäische Gerichtshof hat laut Meldung der Nachrichtenagentur dpa ein Machtwort mit weitreichenden Konsequenzen gesprochen: Die Beschwerde eines gleichgeschlechtlichen Paares aus Österreich wurde nun zurückgewiesen. Die Stadtverwaltung Wien hatte sich seinerzeit geweigert, ihnen eine Heiratsgenehmigung zu erteilen, da eine Ehe schließlich nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden könne. Der Europäische Gerichtshof hat jetzt klargemacht, dass entgegen anderslautender Meinung die Staaten der Europäischen Gemeinschaft keineswegs gezwungen oder verpflichtet sind, die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen.

Jason beglückwünscht die Richter des Europäischen Gerichtshofes zu dieser mutigen und klaren Entscheidung.

Robert Gollwitzer
Jason München, Deutschland
29.06.2010

ESV Audio Widget

James 1:1-6

Diverses


Ein Argument von schwulen Aktivisten: Homosexuelle seien nicht geschlechts-fixiert - im Sinne von: sie würden sich nicht auf ein Geschlecht festlegen. Die Gesellschaft allerdings würde polarisieren und müsse sich deshalb ändern.

Allerdings muss man hier nachfragen: wenn Homosexuellen das Geschlecht wirklich so egal ist, warum sind sie dann nicht bisexuell?
Warum wird etwa "Männlichkeit" bei schwulen Männern so idealisiert? Liest man schwule Kontaktanzeigen, werden da immer "hetero-Typen" gesucht ("männlich", "behaart", "muskulös", "keine Tunten"). Und warum finden wir auf der Suche nach Männlichkeit ein derart zwanghaftes und gefährliches sexuelles Verhalten?
Ist es nicht vielmehr so, dass Homosexuelle dem Geschlecht nicht gleichgültig gegenüberstehen, sondern hier ein Defizit haben? Ein auf einem Defizit basierendes Verhalten, verursacht durch eine erhöhte Sensibilität hinsichtlich dem, was einem selbst fehlt und durch einen zwanghaften Drang charakterisiert ist (der Betroffene verfolgt das Verhalten trotz sozialer Nachteile und gesundheitlicher Risiken). Verhaltensweisen, die auf einem Defizit basieren, haben auch die Tendenz zur Karikatur (zu finden etwa in "Leder-Bars", wo sich Männer wie Soldaten und Polizisten anziehen und diverse einschlägige Utensilien bei sich tragen. Das dahinter steckende Defizit:

Männlichkeit.

________________________________________

Einsamkeit

Eine der groessten Befuerchtungen, die Maenner mit gleichgeschlechtlichen Neigungen haben, die am Anfang ihres neuen Weges hin zu einem befreiten Leben stehen, ist die Angst vor Einsamkeit. Umso mehr, wenn sie viele Jahre in der schwulen Szene verbracht haben und bisher ausschliesslich oder ueberwiegend gleichgeschlechtliche Partner hatten – moeglicherweise auch viele wechselnde Partner und extreme Sexpraktiken ausuebten. Nun haben sie mit all dem abgeschlossen – zumindest was den aeusseren Teil (Sexualkontakte) angeht und haben nun Angst, sie wuerden den Rest ihres Lebens allein bleiben. Mit anderen Maennern duerfen oder wollen sie keine Sexualkontakte mehr haben und mit Frauen koennen sie sich das zum gegenwaertigen Zeitpunkt nicht vorstellen. Auch ist ihnen klar, dass die Art und Weise, wie sie sich bisher gesehen haben, nicht ihrem wirklichen Wesen als Mann entspricht. Wie diese neue Maennlichkeit nun aussieht, davon haben sie auch noch keine Vorstellung. Im Augenblick sind sie nur sehr verunsichert. Hinzu kommt, dass all das, was man bisher getan hat, um inneren Schmerz zu betaeuben, nun mangels dieser “Schmerzmittel“ (Sex, manchmal auch Drogen und Alkohol, vielleicht ein ausschweifendes Leben usw.) offen und ungeschuetzt daliegt. Die besten Voraussetzungen also, um sich auf einer emotionalen Achterbahn zu befinden.

Ist dem so? Werden sie wirklich ihr Leben lang alleine bleiben? Das laesst sich so einfach nicht beantworten. Manche werden vielleicht tatsaechlich Familienvaeter (dies ist durchaus auch dann moeglich, wenn man bis zu einem bestimmten Grad immer noch gleichgeschlechtlich empfindet!), andere werden tatsaechlich „allein“ bleiben, also ein zoelibataeres Leben fuehren. Der Weg dorthin wird fuer beide Varianten moeglicherweise lang und hart sein, daran sollte man nichts beschoenigen. Es ist aber nicht nur das Ziel, das hierbei zaehlt, sondern vor allem der Weg dorthin. Diese Maenner werden sich auf den Weg machen, um eine Maennlichkeit zu entdecken, die ihnen bisher unbekannt war. Sie werden lernen, alleine zu leben ohne dabei einsam zu sein. Sie werden lernen, ihre gottgegebenen Gaben zu erkennen und sie zu Seinem Ruhm einzusetzen. Sie werden eine Definition von Maennlichkeit erlernen und wissen, was ihre ganz besondere Rolle in Familie, Gesellschaft, Politik und Kirche ist. Sie werden sich mit engen Freunden, Mentoren, moeglicherweise auch Therapeuten und geistlichen Begleitern umgeben und sie an ihrer Entscheidungsfindung teilhaben lassen. Sie werden erkennen, dass ein Mann nur im Austausch mit anderen Maennern zum Mann wird. Sie werden ein erfuelltes Leben finden, auch wenn sie alleine leben.

Manch einer wird ihnen vorwerfen, sie wuerden sich ja nur verleugnen. Sie moegen zwar noch gleichgeschlechtlich empfinden, was an sich aber noch kein Grund ist, sich weniger als Mann zu sehen. Auch stellen diese Neigungen an sich noch keine Suende im christlichen Sinn dar. Es gibt also keine Notwendigkeit, irgendetwas zu leugnen. Ausserdem hat Jesus selbst uns aufgefordert, uns zu verleugnen, taeglich unser Kreuz auf uns zu nehmen und Ihm nachzufolgen.

Selbst und gerade mit diesen Neigungen werden diese Maenner aber lernen, ein anderes und neues Leben zu fuehren. Gleichwohl sollte ihnen von Anfang an klar sein, dass sie jeden Tag ihres Lebens ihre spirituelle Ruestung anziehen muessen, um im geistlichen Kampf gewappnet zu sein. Sie moegen etwa nie sexuelle und emotionale Gefuehle fuer Frauen empfinden, so wie ein Mann fuer eine Frau fuehlt. Es wird Zeiten geben, wo sie sich nichts mehr wuenschen, als mit einem Mann zu sein. Mit ihm zu leben und ihn zu lieben, wie ein Mann eine Frau liebt. Gerade in diesen Zeiten ist intensives taegliches Gebet, Bibelstudium und regelmaessiger Gottesdienst sowie der Austausch und die Unterstuetzung durch enge Freunde und Begleiter sowie Geschwister ihrer Gemeinde und Familienangehoerige wichtig. Letztlich brauchen sie gerade in solch schweren Zeiten eine Leidenschaft, die groesser ist als alles andere: eine brennende Liebe zu Jesus Christus unserem Herrn. Eine Liebe, die alles ertraegt und zu allem faehig ist. Eine bedingungslose Liebe, die an Gott festhaelt, gleich wie die Konsequenzen und die Schmerzen hierfuer auch sein moegen. Wissend, dass Er mit uns leidet und die Macht jeglicher Versuchung und Suende gebrochen hat.




Warum hat Gott mich so geschaffen?

Wie oft haben wir uns das gefragt: Warum hat Gott mich so geschaffen, wenn ich es nicht ausleben darf Das ist doch eine lebenslange Qual und ein lebenslanges Verleugnen!

Ich will hier bewusst nicht auf den wissenschaftlichen Hintergrund dieser Aussage eingehen. Sexuelles und emotionales Empfinden, also ob wir uns in sexueller und gefuehlsmaessiger Weise zu jemanden hingezogen fuehlen wird von einem ganzen Buendel von Faktoren beeinflusst. Weder das ganze Buendel an sich noch einzelne Faktoren zwingen uns jedoch zu einem bestimmten Verhalten. Es ist und bleibt Freiheit menschlicher Entscheidung und liegt somit in unserem eigenen Verantwortungsbereich, wie wir uns verhalten und wie wir unser Leben fuehren. Wir sind weder Sklaven genetischer oder hormoneller koerperlicher Gegebenheiten noch koennen wir unsere Verantwortung so einfach von uns weisen.

Ich will euch die Antwort auf diese Frage an einem Beispiel aus meinem eigenen Leben erlaeutern:

Im Laufe der Jahre nach meinem Entschluss, die schwule Szene zu verlassen, hatte ich mit einem Mann zu tun, der schliesslich zu einem meiner besten Freunde wurde. Gleichzeitig fuehlte ich mich aber auch zu ihm hingezogen- sowohl sexuell als auch emotional. Ich hatte nicht vor, diese Empfindungen auszuleben, ich war mir ihrer aber sehr wohl bewusst und sie waren die Ursache fuer staendige Versuchungen und einen staendigen inneren Kampf. Dies umso mehr, als wir beide glaeubige Christen waren und Sex unsere Freundschaft zerstoert oder ihr zumindest einen schweren Schaden zugefuegt haette, von den spirituellen Konsequenzen ganz zu schweigen.

Ich merkte, wie sehr mich dieser innere Kampf aufwuehlte und betete taeglich, las in der Bibel und suchte mir Rat bei einem anderen meiner besten Freunde. Ja, auch ich fragte mich, warum mir Gott diesen Mann in mein Leben geschickt hat, wohl wissend, dass ich nie mit ihm zusammen sein koennte. Was in mir vorging, schien mich fast zu zerreissen. Nie jedoch hoerte ich auf zu beten. Je haerter der Kampf wurde, desto haerter betete ich auch. Ebenso las ich in der Bibel, um mir Kraft und Weisheit zu holen. Trotzdem war die Situation irgendwann kaum mehr zu ertragen. Warum? Was war der Plan hinter all dem? Was war meine Berufung im Leben? Weshalb hatte ich diese Emofindungen? Weshalb war ich so schwach?

Sollte ich nicht doch einfach aufgeben? Auch ich hatte Beduerfnisse!

Dieser Mann, der sich sonst, was seine eigenen Gefuehle anging, sehr bedeckt hielt, erzaehlte mir ploetzlich und ohne Vorwarnung von dem, was in seiner Kindheit und bis heute geschehen ist. Ich will dies hier nicht wiedergeben, aber ich kann mich nicht erinnern, je etwas gehoert zu haben, was mich mehr beruehrt hat. Was musste er mitgemacht haben, welch grausamem Leiden musste er ausgesetzt gewesen sein! Ein ganzes Leben ohne jegliche menschliche Liebe, ohne eine Umarmung, ohne Freunde, aber mit schlimmen Erfahrungen – was musste in ihm vorgehen? Nach seiner Aussage ging er auch davon aus, dass er fuer den Rest seines Lebens (er war mittlerweile Ende 50) ohne Liebe leben musste.

Ploetzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war, als ob Gott den Vorhang wegzog und mir einen Blick aus Seiner Perspektive erlaubte. Er hatte offenbar die Erde gescannt, um zwei Maenner zu finden, die perfekt zueinander passen, die einander stuetzen und unterstuetzen. Die sich gegenseitig helfen und lieben, wie Jonathan David liebte. Offenbar sandte Er mich, um diesen Mann zu zeigen, dass es wahre und reine Liebe auch in diesem Lieben gibt. Um ihm dadurch auch einen Vorgeschmack auf die Liebe zu geben, auf die jegliche menschliche Lieben letzten Endes verweist. Um fuer ihn zu sorgen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist und Gott ihn liebt. Zwar haette es hierfuer viele Maenner gegeben, die besser geeignet gewesen waeren als ich. Aber es ging auch nicht um mich. Ich war nur ein Botschafter, der Traeger einer Botschaft und derjenige, den Gott verwendete, um Seine Gnade und Liebe auszuschuetten. Ich selbst haette weder die Weisheit noch die Kraft, aber Gott kann auch und gerade durch jemand wie mich zeigen, wie gross Er ist. Gerade meine gleichgeschlechtlichen Neigungen und mein Anders-sein waren hier nicht einfach nur eine Art „Fluch“, sondern erlaubten mir, den Zugang zum Herzen dieses Mannes zu finden. Hierfuer also hatte mich Gott gerufen und bestimmt! Er gab mir diese Neigungen nicht, um Lust- und unangemessene Liebesgefuehle diesem Mann gegenueber zu empfinden, sondern zu seinem Herzen vorzustossen und ihm von der groesseren Liebe Gottes durch mein eigenes Beispiel Zeugnis zu geben! Diese Erfahrung war lebensveraendernd fuer mich. Nun begann ich den groesseren Plan hinter all meinen Empfindungen und Neigungen zu sehen und zu verstehen und sah sie nicht nur als etwas Negatives, das meinem Glauben im Weg stand! Gleichzeitig musste ich lernen, mich dabei voll auf Gottes Gnade zu verlassen, da nur Er zu all dem im Stande war.
Frueher betrachtete ich die Erzaehlung von David und Jonathan sehr misstrauisch. Wenn es da hiess, dass die Liebe zueinander als bedeutsamer als die Liebe zu Frauen betrachtet wurde, wenn erzaehlt wurde, wie David weinte, als sich die beiden trennten, so machte mir das einen sehr „schwulen“ Eindruck. Erst als ich selbst diese Art von wahrer, reiner und maennlicher Liebe erfahren durfte, war mir klar, was sie wirklich bedeutete. Auch das Verhaeltnis von Johannes zu Jesus und dessen Ruhen an Christi Brust sah ich auf einmal mit voellig anderen Augen.

Letztlich endet es immer an der Frage des Glaubens. Bereiche wie Psychologie, Medizin usw. sind gut und wichtig, ohne den Glauben jedoch ist alles nichts und keine Motivation wird auf die Dauer tragfaehig genug sein, wenn sie nicht den Glauben an den einen Gott als Basis hat.

Robert

Jason

Warum hat Gott mich so gemacht? Warum empfinde ich so, wenn ich es doch nie ausleben darf?



Das sind in der Tat Fragen, die so manchen Christen und so manche Christin plagen. Wenn es denn so falsch ist, seine gleichgeschlechtlichen Neigungen auszuleben, warum empfindet man dann so? Warum zieht es einen emotional und sexuell zum eigenen Geschlecht hin? Darf man denn nicht auch glücklich sein? Ist man dazu verdammt, ewig allein und unglücklich zu sein, wenn man Christ oder Christin ist und gleichgeschlechtlich empfindet?

Ich will hier bewusst nicht auf die wissenschaftliche Frage eingehen, ob man denn “schwul geboren” ist oder nicht. Gene allein zwingen uns nicht zu einem Verhalten, da wir nicht Sklaven eines Gencodes sind. Gene sind ausserdem auch kein Kriterium für moralisch akzeptables oder nicht akzeptables Verhalten und Denken. Abgesehen davon wird unser sexuelles und emotionales Empfinden von einem ganzen Bündel vn verschiedensten Faktoren beeinflusst, sodass einfache und plakative Erklärungen hier nicht weiterhelfen.

Ich selbst habe lange mit diesem Problem gerungen und will deshalb aus meiner eigenen Erfahrung berichten.

Nachdem ich das schwule Leben hinter mich gelassen hatte, begann eine unglaubliche Entwicklung in allen Bereichen meines Lebens. Auch sah ich mich selbst, meine Vergangenheit und meine Beziehungen zu anderen Menschen in völlig anderem Licht. Vor allem aber habe ich zurück zu Jesus Christus gefunden, was mir mehr bedeutet als alles andere.

Nach einiger Zeit hatte ich in einer christlichen Online-Gruppe einen Kanadier kennen gelernt. Wir wurden bald Freunde und unsere Freundschaft wuchs und wurde enger und enger im Laufe der Jahre. Er hat mir gezeigt, was die Freundschaft, die David und Jonathan in der Bibel hatten, wirklich ausmachte und welch unglaublicher Schatz dahinter steckte.

Trotzdem fiel es mir schwerer und schwerer, innerlich gesunde Grenzen zu ziehen. Ich fühlte, dass ich mich mehr zu ihm hingezogen fühlte, als mir lieb war – emotional wie sexuell. Es ist keineswegs ein Zeichen mangelnder Veränderung, dies zuzugeben – ganz im Gegenteil. Ich bin hiermit völlig offen umgegangen und habe dies auch mit meinen engsten Freunden und Seelsorgern besprochen – und natürlich auch mit ihm selbst. Wir waren uns beide einig, dass Jesus immer das Zentrum unserer Freundschaft sein sollte und wir nie etwas anderes über die Liebe zu Jesus stellen dürften, da dies dann nicht nur unsere Freundschaft, sondern auch unser Verhältnis zum Herrn zerstören wuerde. Trotzdem hatte ich genau diesen inneren Kampf: Warum empfinde ich so stark, wenn ich es doch nie ausleben darf? Warum mir diesen Mann als Freund schenken, wenn er doch eine ständige Versuchung fuer mich bedeutete? Da er mir jedoch in jeder Hinsicht sehr, sehr viel bedeutete, setzte ich alles daran, hier Klarheit zu schaffen.

Ich betete und betete, damit Gott mir zeigte, was all dies zu bedeuten hatte. Warum hatte Er uns zusammengebracht? Was war Sein Plan? Ich sah keinen Sinn darin und hatte enorm damit zu kämpfen – auch und gerade in spiritueller Hinsicht. Sollte so wirklich mein Leben aussehen – ein ewiger innerer Kampf zwischen dem, was sein soll und dem, nach dem man sich innerlich so sehr sehnt, was aber nicht sein darf?

Es gab Zeiten, da wurde dieser innere Kampf beinahe unerträglich. Oh ja, ich betete weiterhin täglich, ich ging wöchentlich in den Gottesdienst, arbeitete hart, engagierte mich in diversen Bereichen – aber durch diesen inneren Kampf machte ich das fast nur mehr mechanisch. Ich funktionierte nur mehr, hatte aber nicht mehr das Gefühl, zu leben (nicht, dass ich das jemals wirklich gehabt hatte).

Ich erzählte dem Kanadier in einem Email von diesem inneren Kampf. Nach aussen war ich wohl immer noch der, als den mich andere sahen. Ich versuchte, gute Laune zu verbreiten, anderen zu helfen, ich gab immer noch Bibelstunden – soweit, so gut. Wenn ich aber alleine war, hatte ich manchmal Tränen in den Augen. Nicht aus Selbstmitleid, sondern eher aus Sehnsucht und aus Schmerz.

Ohne jede Vorwarnung mailte er mir etwas zurück, das mir das Blut gefrieren liess. Ich will hier verständlicherweise nicht ins Detail gehen, aber er erzählte aus seiner Kindheit und wie grausam er damals – und teilweise bis heute – behandelt wurde. Gleichzeitig liess er mich wissen, dass er darüber nicht reden wollte.

Es war mir unbegreiflich, wie jemand so etwas überleben konnte. Ein ganzes Leben ohne jede Liebe und Zuneigung, aber mit sehr viel Schlimmem und Unaussprechlichem. Trotzdem ist so ein wunderbarer Mensch aus ihm geworden – wenngleich er aber innerlich auch oft noch litt.

Dann dämmerte es mir plötzlich. Es war, als ob Gott für kurze Zeit den Vorhang wegzog und mir das ganze Bild sehen ließ. Als ob man jahrelang einen Zentimeter vor einem unglaublichen Gemälde stand und nur den dunklen Fleck dieses einen Zentimeters wahrnahm – und sich über die Dunkelheit beklagte, ohne sich bewusst zu sein, dass dieser Fleck nur unsere begrenzte Wahrnehmung eines unglaublichenen Ganzen war. Etwas, das so viel größer war als alles, was wir uns vorstellen konnten.

Mir war klar, dass Gott dies nur einmal tat. Er wollte mir einmal zeigen, wie die Dinge aus Seiner Perspektive aussahen. Gleichzeitig ließ Er mich wissen, dass ich Ihm von nun an trauen sollte, wenn es etwas in meinem Leben gab, das ich nicht verstand oder wenn ich das Licht am Ende des Tunnels nicht sah. Er wollte, dass ich Ihm von nun an ganz und bedingungslos vertraute.

Was den Kanadier anging, so wurde mir bewusst, was meine Rolle in seinem und für mein Leben war: ihm zu zeigen, dass es so etwas wie aufrichtige und bedingungslose Liebe gab. Eine Liebe, zu der uns Jesus gerufen hat. Offenbar hat Gott seine Gebete und innere Trauer gehört und ihm einen Menschen gesandt – wenn mir auch immer noch nicht klar war, warum ausgerechnet ich. Auch war es von nun an meine Aufgabe, für ihn zu sorgen – in jeder Hinsicht. Mir war bewusst, dass hier noch mehr Aufgaben für mich enthüllt wuerden, wenn die Zeit reif dafür wäre. Ich fühlte mich dadurch mehr als gesegnet – es war beinahe, als ob mein Leben von nun an einen Sinn hatte.

Trotzdem kämpfte ich innerlich immer noch. Warum hatte ich dann diese Empfindungen, wenn ich doch eine derart noble Aufgabe hatte? Widersprach sich das denn nicht völlig? Schloss das eine nicht das andere aus?

Es war auf dem Weg zu einer Beichte und im Gebet in der Kirche dort selbst sowie in den Tagen darauf, als mir der Rest offenbart wurde: In gewissem Maße gab mir Gott diese Neigungen als besonderes Talent, als eine Art Berufung. Er gab sie mir nicht, dass ich sexuelle Fantasien hinsichtlich dieses Mannes entwickelte oder gar Sex mit ihm hatte. Er gab sie mir auch nicht, damit ich ihn liebte, wie ein Mann eine Frau lieben soll. Er gab sie mir, weil sie der Schlüssel zu seinem Herzen waren. Sie erlaubten es mir, auf einer Ebene und in einer Intensität zu seinem Herzen vorzudringen, die ich sonst nie erreichen wuerde. Diese Neigungen ermöglichten es uns, ein Band der Freundschaft mit Jesus als Zentrum zu entwickeln, das sonst wohl kaum moeglich gewesen waere – und daraus Kraft fuer unsere Berufung im Leben zu finden.

Auch für den Kanadier selbst sah ich nun klarer: auch er hatte seine gleichgeschlechtlichen Neigungen als Gabe und Aufgabe geschenkt bekommen, wenn mir deren genaue Natur auch noch nicht klar war. Er fühlte sich wohl von jüngeren Maennern angezogen. Konnte es sein, dass Gott ihm diese Empfindungen bewusst gegeben hatte – nicht damit er im sexuellen Sinn Fantasien oder gar Beziehungen aufbaute, sondern damit er zu ihren Herzen durchdringen konnte. War es vielleicht seine Berufung, junge Männern mit extrem schwierigen Hintergrund beizustehen – Männer, die von der Gesellschaft und von sich selbst aufgegeben wurden und zu denen sonst niemand Zugang hatte? Wuerden es ihm diese Neigungen vielleicht erlauben, ihr Herz aufzuschliessen fuer Jesus Christus?

Ich denke, ich bin hier noch ziemlich am Beginn einer völlig neuen Betrachtung dieser gleichgeschlechtlichen Neigungen – weg von rein psychologischen oder gar körperlichen Erklärungsmodellen, die zwar sinnvoll sein mögen aber eigentlich doch nichts erklären und schon gar kein Werte- und Glaubenssystem begründen – und hin zur persönlichen Berufung aufgrund ganz persönlicher und besonderer Gaben?

Kann es sein, dass das, was wir bisher eher als eine Art “Fluch” oder als Folge negativer Entwicklungen gesehen haben, doch etwas ganz anderes ist und uns möglicherweise gar bewusst geschenkt wurde?

Ich überlasse Gott die Antwort.

Robert


Seelsorge

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

 

SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE
ÜBER DIE SEELSORGE FÜR HOMOSEXUELLE PERSONEN

 

1. Das Problem der Homosexualität und der moralischen Beurteilung homosexueller Handlungen ist in zunehmendem Maße zu einem Thema der öffentlichen Debatte geworden, auch in katholischen Kreisen. Daß in dieser Diskussion oft Argumente vorgebracht und Positionen bezogen werden, die der Lehre der katholischen Kirche nicht entsprechen, hat die berechtigte Sorge all derer wachgerufen, die in der Seelsorge tätig sind. Diese Kongregation ist daher zu dem Urteil gekommen, daß das Gewicht und die Verbreitung des Problems es rechtfertigen, dieses Schreiben über die Seelsorge für homosexuelle Personen an alle Bischöfe der katholischen Kirche zu richten.

2. Eine erschöpfende Behandlung dieses komplexen Themas kann selbstverständlich an dieser Stelle nicht unternommen werden; vielmehr wird sich die Aufmerksamkeit eher auf den besonderen Zusammenhang der Sichtweise katholischer Moral konzentrieren. Diese hat durch die gesicherten Ergebnisse der Humanwissenschaften Bestätigung und Bereicherung erfahren, welche ihr eigenes Forschungsgebiet und ihre eigene Methode haben, die sich berechtigter Autonomie erfreuen.

Der Standpunkt der katholischen Moral fußt auf der menschlichen Vernunft, die durch den Glauben erleuchtet und von der bewußten Absicht geleitet ist, den Willen Gottes, unseres Vaters, zu erfüllen. Auf diese Weise befindet sich die Kirche zum einen in der Lage, von den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen lernen zu können, zum anderen aber auch, deren Gesichtskreis zu übersteigen. Sie ist sich dessen sicher, daß ihre umfassendere Sicht die komplexe Wirklichkeit der menschlichen Person achtet, die in ihren geistigen wie körperlichen Dimensionen von Gott geschaffen und dank seiner Gnade zum ewigen Leben berufen ist.

Nur innerhalb dieses Zusammenhangs läßt sich klar erkennen, in welchem Sinn das Phänomen der Homosexualität, so vielschichtig und folgenreich es für Gesellschaft und kirchliches Leben auch ist, ein Problem darstellt, das die pastorale Sorge der Kirche im eigentlichen Sinne betrifft. Das macht seitens der Seelsorger ein sorgfältiges Studium sowie einen konkreten Einsatz und eine redliche Reflexion erforderlich, die theologisch wohl abgewogen sein sollten.

3. Schon in der »Erklärung zu einigen Fragen der Sexualethik« vom 29. Dezember 1975 hat die Kongregation für die Glaubenslehre dieses Problem ausführlich behandelt. Dieses Dokument unterstrich die Aufgabe, ein Verstehen der homosexuellen Veranlagung zu suchen, und bemerkte, die Schuldhaftigkeit homosexueller Handlungen müsse mit Klugheit beurteilt werden. Gleichzeitig trug diese Kongregation der gemeinhin vorgenommenen Unterscheidung zwischen homosexueller Veranlagung bzw. Neigung und homosexuellen Handlungen selbst Rechnung. Letztere wurden als »ihrer wesentlichen und unerläßlichen Zielbestimmtheit beraubt« beschrieben, als »in sich nicht in Ordnung«, und von der Art, daß sie »keinesfalls in irgendeiner Weise gutgeheißen werden können« (vgl. Nr. 8, Abschnitt 4).

In der Diskussion, die auf die Veröffentlichung der Erklärung folgte, erfuhr die homosexuelle Veranlagung jedoch eine über die Maßen wohlwollende Auslegung; manch einer ging dabei so weit, sie als indifferent oder sogar als gut hinzustellen. Demgegenüber muß folgende Präzisierung vorgenommen werden: Die spezifische Neigung der homosexuellen Person ist zwar in sich nicht sündhaft, begründet aber eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist. Aus diesem Grunde muß die Neigung selbst als objektiv ungeordnet angesehen werden.

Deshalb muß man sich mit besonderem seelsorglichen Eifer der so veranlagten Menschen annehmen, damit sie nicht zu der Meinung verleitet werden, die Aktuierung einer solchen Neigung in homosexuellen Beziehungen sei eine moralisch annehmbare Entscheidung.

4. Eine wesentliche Dimension echter Seelsorge ist es, die Ursachen der Verwirrung bezüglich der Lehre der Kirche auszumachen. Eine dieser Ursachen besteht in einer neuen Auslegung der Heiligen Schrift, wonach die Bibel überhaupt nichts über die Homosexualität sage oder sie irgendwie stillschweigend billige; oder wonach sie schließlich moralische Weisungen biete, die so sehr Ausdruck einer bestimmten Kultur und Geschichte sind, daß diese auf das Leben von heute nicht mehr anwendbar seien. Solche Ansichten, die zutiefst irrig und abwegig sind, erfordern daher besondere Wachsamkeit.

5. Es stimmt, daß die biblische Literatur den verschiedenen Epochen, in denen sie geschrieben wurde, einen guten Teil ihrer unterschiedlichen Denk- und Ausdrucksmuster verdankt (vgl. Dei Verbum, Nr. 12). Sicherlich verkündigt die Kirche heute das Evangelium an eine Welt, die sich von der früheren sehr unterscheidet. Andererseits war die Welt, in der das Neue Testament geschrieben wurde, bereits beträchtlich von der Situation verschieden, in der beispielsweise die Heiligen Schriften der Israeliten abgefaßt oder redigiert worden sind.

Folgendes ist dennoch festzuhalten: Im Rahmen solch bemerkenswerter Verschiedenheit existiert in den Schriften selbst eine klare innere Einheit hinsichtlich der Frage des homosexuellen Verhaltens. Deshalb gründet sich die Lehre der Kirche in diesem Punkt nicht auf aus dem Zusammenhang gerissene Sätze, aus denen man fragwürdige theologische Argumente ableiten kann; vielmehr fußt sie auf dem soliden Fundament eines beständigen biblischen Zeugnisses. Die heutige Glaubensgemeinschaft, die in ungebrochener Kontinuität mit den jüdischen und christlichen Gemeinschaften steht, innerhalb derer die alten Schriften verfaßt wurden, wird weiter von den gleichen Schriften und vom Geist der Wahrheit genährt, dessen Wort sie sind. Es ist gleicherweise wesentlich anzuerkennen, daß die Heiligen Schriften nicht in ihrem eigentlichen Sinne verstanden werden, wenn sie in einer der lebendigen Tradition der Kirche widersprechenden Weise ausgelegt werden. Die Interpretation der Schrift muß, wenn sie korrekt sein will, mit dieser Tradition in wirklicher Übereinstimmung stehen. Das II. Vatikanische Konzil hat es so ausgedrückt: »Es zeigt sich also, daß die Heilige Überlieferung, die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem weisen Ratschluß Gottes so miteinander verknüpft und einander zugesellt sind, daß keines ohne die anderen besteht und daß alle zusammen, jedes auf seine Art, durch das Tun des einen Heiligen Geistes wirksam dem Heil der Seelen dienen« (Dei Verbum, Nr. 10). Im Licht dieser Aussagen wird nun die diesbezügliche Lehre der Bibel in kurzer Form dargestellt.

6. Die Schöpfungstheologie, wie sie im Buch Genesis vorliegt, bietet für das angemessene Verstehen der durch die Homosexualität aufgeworfenen Probleme den grundlegenden Gesichtspunkt. In seiner unendlichen Weisheit und in seiner allmächtigen Liebe ruft Gott alles ins Dasein, als Ausdruck seiner Güte. Er erschafft den Menschen als Mann und Frau nach seinem Abbild und Gleichnis. Deshalb sind die Menschen Gottes Geschöpfe und dazu berufen, in ihrer geschlechtlichen Bezogenheit aufeinander die innere Einheit des Schöpfers widerzuspiegeln. Sie tun dies in einzigartiger Weise in ihrer Mitwirkung mit ihm bei der Weitergabe des Lebens, und zwar im Akt des gegenseitigen Sich-Schenkens in der Ehe.

Das dritte Kapitel der Genesis zeigt, wie diese Wahrheit über die menschliche Person, die Gottes Abbild ist, durch die Erbsünde verdunkelt worden ist. Hieraus folgt unausweichlich ein Verlust an Bewußtsein des Bundescharakters der Gemeinschaft, die diese Personen mit Gott und untereinander besaßen. Der menschliche Leib behält zwar seine »bräutliche Bedeutung«, die aber nun durch die Sünde verdunkelt ist. So setzt sich die der Sünde zuzuschreibende Entartung fort in der Geschichte von den Männern von Sodom (vgl. Gen 19, 1-11). Das moralische Urteil, das hier gegen homosexuelle Beziehungen gefällt wird, kann keinem Zweifel unterliegen. In Lev 18, 22 und 20, 13 schließt der Verfasser bei Beschreibung der notwendigen  Voraussetzungen, um zum auserwählten Volk Israel zu gehören, diejenigen aus dem Volk Gottes aus, die sich homosexuell verhalten.

Auf dem Hintergrund dieses theokratischen Gesetzes entfaltet der heilige Paulus eine eschatologische Perspektive, innerhalb derer er die gleiche Lehre wiederaufnimmt und auch jene, die sich homosexuell verhalten, unter die Menschen einreiht, die das Reich Gottes nicht erben werden (vgl. 1 Kor 6, 9). In einem anderen Abschnitt seiner Briefsammlung stellt er — fußend auf den Moralüberlieferungen der Vorfahren, die er aber in den neuen Zusammenhang der Auseinandersetzung zwischen Christentum und damaliger heidnischer Gesellschaft einbringt — das homosexuelle Verhalten als ein Beispiel für die Blindheit hin, welche die Menschheit übermächtigt  hat. An die Stelle der ursprünglichen Harmonie zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen ist die tiefe Verkehrung in den Götzendienst hinein getreten, die zu allen möglichen Formen von Ausschweifungen auf moralischem Gebiet geführt hat. Der heilige Paulus findet das klarste Beispiel für diese Disharmonie gerade in den gleichgeschlechtlichen Beziehungen (vgl. Röm 1, 18-32). In vollständiger Kontinuität mit dieser biblischen Überlieferungslinie werden schließlich beim Aufzählen derjenigen, welche gegen die gesunde Lehre verstoßen, ausdrücklich jene als Sünder bezeichnet, die homosexuelle Akte begehen (vgl. 1 Tim 1, 10).

7. Die Kirche, die ihrem Herrn gehorsam ist, der sie gegründet und ihr das sakramentale Leben eingestiftet hat, feiert den göttlichen Plan der Liebe und der Leben schenkenden Vereinigung von Mann und Frau im Sakrament der Ehe. Einzig und allein in der Ehe kann der Gebrauch der Geschlechtskraft moralisch gut sein. Deshalb handelt eine Person, die sich homosexuell verhält, unmoralisch.

Sich einen Partner gleichen Geschlechts für das sexuelle Tun auswählen, heißt, die reiche Symbolik verungültigen, die Bedeutung, um nicht von den Zielen zu sprechen, des Plans des Schöpfers bezüglich der Geschlechtlichkeit des Menschen. Homosexuelles Tun führt ja nicht zu einer komplementären Vereinigung, die in der Lage wäre, das Leben weiterzugeben und widerspricht darum dem Ruf nach einem Leben solcher Selbsthingabe, von der das Evangelium sagt, daß darin das Wesen christlicher Liebe bestehe. Dies will nicht heißen, homosexuelle Personen seien nicht oft großzügig und würden sich nicht selbstlos verhalten; wenn sie sich jedoch auf homosexuelles Tun einlassen, bestärken sie in sich selbst eine ungeordnete sexuelle Neigung, die von Selbstgefälligkeit geprägt ist.

Wie es bei jeder moralischen Unordnung der Fall ist, so verhindert homosexuelles Tun die eigene Erfüllung und das eigene Glück, weil es der schöpferischen Weisheit Gottes entgegensteht. Wenn die Kirche irrige Meinungen bezüglich der Homosexualität zurückweist, verteidigt sie eher die — realistisch und authentisch verstandene — Freiheit und Würde des Menschen, als daß sie diese einengen würde.

8. Die Unterweisung der Kirche heute steht demgemäß in organischem Zusammenhang mit der Sichtweise der Heiligen Schrift und der beständigen Überlieferung. Obwohl die Welt von heute sich in vielerlei Hinsicht wirklich verändert hat, spürt die Christenheit die tiefen und dauerhaften Bande, die uns mit den Generationen verbinden, die uns vorangegangen sind, »bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens«.

Nichtsdestoweniger übt heute eine wachsende Zahl von Menschen, auch innerhalb der Kirche, einen enormen Druck aus, damit sie die homosexuelle Veranlagung akzeptiere, als ob sie nicht ungeordnet wäre, und damit sie die homosexuellen Akte legitimiere. Diejenigen, die innerhalb der Kirche das Problem in dieser Richtung vorantreiben, unterhalten oft enge Beziehungen zu denen, die außerhalb der Kirche ähnlich handeln. Die zuletzt genannten Gruppen sind von einer Auffassung geleitet, die jener Wahrheit über die menschliche Person zuwiderläuft, die uns im Geheimnis Christi vollends offenbart worden ist. Selbst wenn es ihnen nicht voll bewußt ist, bekunden sie eine materialistische Ideologie, welche die transzendente Natur der menschlichen Existenz leugnet, wie auch die übernatürliche Berufung jedes einzelnen.

Die kirchlichen Amtsträger müssen sicherstellen, daß homosexuelle Personen, die ihrer Sorge anvertraut sind, durch diese Meinungen nicht irregeleitet werden, welche der Lehre der Kirche zutiefst widersprechen. Die Gefahr ist jedoch groß, und es gibt viele, die bezüglich der kirchlichen Position Verwirrung zu stiften trachten, um dann die entstandene Verwirrung zu ihren eigenen Zwecken auszunutzen.

9. Auch innerhalb der Kirche hat sich eine Tendenz entwickelt, die, von Pressionsgruppen mit unterschiedlichen Namen und verschiedenem Umfang gebildet, den Eindruck zu erwecken sucht, als ob sie sämtliche homosexuelle Personen, die katholisch sind, vertreten würde. Tatsächlich sind jedoch ihre Anhänger zumeist auf jene Personen begrenzt, die entweder die Lehre der Kirche nicht kennen oder sie irgendwie zu untergraben suchen. Man versucht, auch solche homosexuelle Personen unter dem Schild des Katholischen zu sammeln, die keinerlei Absicht haben, ihr homosexuelles Verhalten aufzugeben. Eine der dabei verwendeten Taktiken besteht darin, im Ton des Protestes zu erklären, daß jede Art von Kritik oder Vorbehalt gegenüber homosexuellen Personen, ihrem Verhalten und ihrem Lebensstil, lediglich Formen ungerechter Diskriminierung seien.

Daher ist in einigen Ländern ein regelrechter Versuch einer Manipulation der Kirche in der Art im Gang, daß man die häufig gutgläubig gegebene Unterstützung ihrer Hirten für die Änderung staatlicher Regelungen und Gesetze zu gewinnen versucht. Die Absicht solcher Aktionen ist es, die Gesetzgebung der Konzeption jener Pressionsgruppen anzugleichen, nach deren Auffassung Homosexualität zumindest eine völlig harmlose, wenn nicht sogar eine ganz und gar gute Sache ist. Obgleich die Praxis der Homosexualität Leben und Wohlfahrt einer großen Zahl von Menschen ernsthaft bedroht, lassen die Verteidiger dieser Tendenz von ihrem Tun nicht ab und weigern sich, das Ausmaß des eingeschlossenen Risikos in Betracht zu ziehen.

Die Kirche kann demgegenüber nicht ohne Sorge sein; deshalb hält sie an ihrer klaren Position diesbezüglich fest, die weder durch den Druck staatlicher Gesetzgebung noch durch den gegenwärtigen Trend geändert werden kann. Sie bemüht sich aufrichtig um die vielen Menschen, die sich von den Bewegungen zugunsten der Homosexualität nicht vertreten fühlen, und zugleich um diejenigen, die versucht sein könnten, an deren trügerische Propaganda zu glauben. Sie ist sich bewußt, daß die Ansicht, homosexuelles Tun sei dem geschlechtlichen Ausdruck ehelicher Liebe gleichwertig oder zumindest in gleicher Weise annehmbar, sich direkt auf die Auffassung auswirkt, welche die Gesellschaft von Natur und Rechten der Familie hat, und diese ernsthaft in Gefahr bringt.

10. Es ist nachdrücklich zu bedauern, daß homosexuelle Personen Objekt übler Nachrede und gewalttätiger Aktionen waren und weiterhin noch sind. Solche Verhaltensweisen verdienen, von den Hirten der Kirche verurteilt zu werden, wo immer sie geschehen. Sie bekunden einen Mangel an Achtung gegenüber anderen Menschen, der die elementaren Grundsätze verletzt, auf denen ein gesundes staatliches Zusammenleben fußt. Die jeder Person eigene Würde muß nämlich immer respektiert werden, und zwar in Wort und Tat und Gesetzgebung.

Dennoch sollte die gebotene Antwort auf die Ungerechtigkeiten an homosexuellen Personen in keiner Weise zu der Behauptung führen, die homosexuelle Veranlagung sei nicht ungeordnet. Wenn eine solche Behauptung aufgestellt und homosexuelles Tun folglich als gut akzeptiert wird oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen.

11. Einige vertreten die Ansicht, homosexuelle Neigung sei in bestimmten Fällen nicht das Ergebnis einer freien Entscheidung; die homosexuellen Personen hätten keine andere Wahl, sondern müßten sich homosexuell verhalten. Daher handle eine solche Person, selbst wenn sie sich auf homosexuelles Tun einlasse, wegen fehlender Freiheit nicht schuldhaft.

Hier ist es nötig, sich an die Weisheit der moralischen Überlieferung der Kirche zu halten, die vor Verallgemeinerungen im Urteil aller Einzelfälle warnt. In der Tat können in einem bestimmten Fall Umstände auftreten oder in der Vergangenheit aufgetreten sein, welche die Schuldhaftigkeit des einzelnen vermindern oder geradezu aufheben, während andere Umstände sie wiederum vermehren können. Was auf jeden Fall vermieden werden muß, ist die ebenso unbegründete wie demütigende Annahme, das geschlechtliche Verhalten homosexueller Partner sei immer und vollständig dem Zwang unterworfen und daher frei von Schuld. In Wirklichkeit muß auch bei den Personen mit homosexueller Neigung jene grundlegende Freiheit anerkannt werden, welche die menschliche Person als solche charakterisiert und ihr eine besondere Würde verleiht. Wie bei jeder Umkehr vom Bösen kann, dank dieser Freiheit, das von der göttlichen Gnade erleuchtete und gestärkte Mühen es jenen Personen gestatten, homosexuelles Tun zu unterlassen.

12. Was sollen demnach homosexuelle Personen tun, die dem Herrn folgen wollen? Grundsätzlich sind sie dazu aufgerufen, den Willen Gottes in ihrem Leben zu verwirklichen, indem sie alle Leiden und Schwierigkeiten, die sie aufgrund ihrer Lage zu tragen haben, mit dem Kreuzesopfer Christi vereinigen. Für den Glaubenden ist das Kreuz ein segenbringendes Opfer, weil aus jenem Tod Leben und Erlösung erstehen. Auch wenn jeder Aufruf, das Kreuz zu tragen oder das Leiden eines Christen in dieser Weise zu verstehen, voraussichtlich von einigen belächelt werden wird, sei daran erinnert, daß dies der Weg zur Erlösung für all jene ist, die Christus nachfolgen.

In Wirklichkeit ist dies nichts anderes als die Unterweisung, die der Apostel Paulus den Galatern vorlegt, wenn er sagt, daß der Geist im Leben der Gläubigen »Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung« hervorbringt, und dann fortfährt: »Ihr könnt nicht zu Christus gehören, wenn ihr nicht das Fleisch mit seinen Leidenschaften und Begierden gekreuzigt habt« (Gal 5, 22. 24).

Dieser Aufruf wird jedoch leicht mißverstanden, wenn er als ein doch zweckloses Bemühen um Selbstverleugnung angesehen wird. Das Kreuz ist gewiß ein Ausdruck der Selbstverleugnung, die aber im Dienst des Willens Gottes steht, der aus dem Tod Leben erstehen läßt und der jene, die ihm vertrauen, befähigt, den Weg der Tugend anstelle den des Lasters zu gehen.

Man feiert das Paschamysterium wirklich nur dann, wenn man das Gewebe des täglichen Lebens von ihm durchdringen läßt. Wer sich weigert, seinen eigenen Willen in Gehorsam dem Willen Gottes zu unterwerfen, stellt in Wirklichkeit der Erlösung ein Hindernis in den Weg. Wie das Kreuz zentraler Ausdruck der erlösenden Liebe Gottes zu uns in Jesus Christus ist, so begründet die sich selbst verleugnende Gleichförmigkeit homosexueller Männer und Frauen mit dem Opfer des Herrn für sie eine Quelle der Selbsthingabe, die sie vor einem Leben bewahrt, das sie fortwährend zu zerstören droht.

Homosexuelle Personen sind, wie die Christen insgesamt, dazu aufgerufen, ein keusches Leben zu führen. Wenn sie in ihrem Leben die Natur des persönlichen Rufes Gottes an sie zu verstehen suchen, werden sie das Sakrament der Buße mit größerer Treue feiern und die hier so freigebig angebotene Gnade des Herrn empfangen können, um sich vollkommener zu seiner Nachfolge bekehren zu können.

13. Andererseits ist offenkundig, daß eine klare und wirksame Verkündigung der kirchlichen Lehre an alle Gläubigen und an die Gesellschaft als ganze in weitem Maße von der korrekten Unterweisung und Gläubigkeit ihrer Seelsorger abhängt. Den Bischöfen kommt die besonders schwere Verantwortung zu, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Mitarbeiter, allen voran die Priester, in rechter Weise informiert und persönlich dazu ausgerüstet sind, die Lehre der Kirche einem jeden vollständig zu verkündigen.

Der besondere Eifer und der gute Wille, den viele Priester und Ordensleute bei ihrer Seelsorge für homosexuelle Personen unter Beweis stellen, ist bewundernswert; diese Kongregation hofft, daß beides nicht erlahmt. Solche eifrigen Seelsorger sollen darauf vertrauen, daß sie den göttlichen Willen treu befolgen, wenn sie homosexuelle Personen ermutigen, ein keusches Leben zu führen, und wenn sie diese an ihre unvergleichliche Würde erinnern, die Gott auch jenen Personen geschenkt hat.

14. Das Gesagte vor Augen, möchte diese Kongregation die Bischöfe bitten, allen Programmen gegenüber besonders wachsam zu sein, welche die Kirche zu bedrängen suchen, ihre Lehre zu ändern, auch wenn sie mit Worten vorgeben, daß dem nicht so sei. Ein sorgfältiges Studium ihrer öffentlichen Erklärungen sowie der Aktivitäten, die sie fördern, offenbart eine gezielte Zweideutigkeit, wodurch sie Hirten und Gläubige irrezuleiten suchen. Sie legen beispielsweise die Unterweisung des Lehramtes bisweilen so dar, als wolle es das je einzelne Gewissen bloß fakultativ bilden. Seine einzigartige Autorität wird jedoch nicht anerkannt. Einige Gruppen benutzen sogar das Wort »katholisch« für ihre Organisationen oder für die Personen, an die sie sich wenden wollen; in Wirklichkeit aber verteidigen und fördern sie die Verkündigung des Lehramtes nicht, ja, sie greifen es mitunter sogar offen an. Während ihre Anhänger den Anspruch erheben, ihr Leben mit der Lehre Jesu gleichförmig zu gestalten, geben sie in Wirklichkeit die Lehre seiner Kirche auf. Dieses widersprüchliche Verhalten sollte keinesfalls die Unterstützung der Oberhirten finden.

15. Diese Kongregation ermutigt daher die Bischöfe, für die homosexuellen Personen in ihren Bistümern eine Pastoral zu fördern, die in voller Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche steht. Kein authentisches pastorales Programm darf Organisationen einschließen, in denen sich homosexuelle Personen zusammenschließen, ohne daß zweifelsfrei daran festgehalten wird, daß homosexuelles Tun unmoralisch ist. Eine wahrhaft pastorale Haltung wird die Notwendigkeit betonen, daß homosexuelle Personen die nächste Gelegenheit zur Sünde zu meiden haben.

Ermutigung sollen jene Programme finden, in denen die genannten Gefahren vermieden werden. Es muß jedoch Klarheit darüber bestehen, daß ein Abweichen von der Lehre der Kirche oder ein Schweigen über sie, das auf diesem Weg pastorale Fürsorge anbieten möchte, weder Ausdruck echter Sorge noch gültige Pastoral ist. Nur das Wahre kann letzten Endes auch pastoral sein. Jeder aber, der die Position der Kirche mißachtet, verhindert, daß homosexuelle Männer und Frauen jene Sorge erfahren, derer sie bedürfen und auf die sie ein Recht haben.

Ein echtes pastorales Programm wird homosexuelle Personen auf allen Ebenen ihres geistlichen Lebens fördern: durch die Sakramente, insbesondere durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang des Buß-Sakramentes, durch das Gebet, durch das Zeugnis, durch Beratung und individuelle Mitsorge. Auf solche Weise kann die ganze christliche Gemeinschaft ihre eigene Berufung erkennen, indem sie nämlich diesen ihren Brüdern und Schwestern beisteht, ohne sie zu enttäuschen oder sie in die Isolation zu treiben.

16. Von diesem reich gefächerten Ansatz aus lassen sich zahlreiche Vorteile gewinnen, nicht zuletzt die Feststellung, daß eine homosexuelle Person, wie jedes menschliche Wesen, dringend notwendig auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig gefördert werden muß.

Die menschliche Person, die nach dem Abbild und Gleichnis Gottes geschaffen ist, kann nicht adäquat beschrieben werden, wenn man sie auf ihre geschlechtliche Ausrichtung eingrenzt. Jeder Mensch auf dieser Erde hat persönliche Probleme und Schwierigkeiten, aber auch Möglichkeiten zu wachsen, Fähigkeiten, Talente und eigene Gaben. Die Kirche bietet den gerade heute empfundenen dringend nötigen Zusammenhang für die Sorge um die Person des Menschen an, wenn sie sich weigert, eine Person ausschließlich als »heterosexuell« oder »homosexuell« einzustufen, und darauf besteht, daß jeder Person dieselbe fundamentale Identität zukommt: Geschöpf zu sein und durch die Gnade Kind Gottes, Erbe des ewigen Lebens.

17. Wenn diese Kongregation den Bischöfen diese Klarstellungen und pastoralen Orientierungen anbietet, möchte sie deren Bemühungen unterstützen, die darauf abzielen, daß die Lehre des Herrn und seiner Kirche über dieses wichtige Thema allen Gläubigen vollständig vermittelt wird.

Die Ortsbischöfe sind eingeladen, im Licht des hier Dargelegten die Notwendigkeit besonderer Eingriffe im Rahmen ihrer Kompetenz abzuwägen. Außerdem können sie, wenn sie es für nützlich halten, eine weiterreichende Aktion in Angriff nehmen, die auf der Ebene ihrer nationalen Bischofskonferenz koordiniert ist.

Insbesondere sollen die Bischöfe vordringlich die Entwicklung angemessener Seelsorgsformen für homosexuelle Personen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen. Dies kann die Mitarbeit der psychologischen, soziologischen und medizinischen Wissenschaften einschließen, wobei immer die volle Treue zur Lehre der Kirche festgehalten werden muß.

Vor allem sollen es die Oberhirten nicht daran fehlen lassen, die Mitarbeit aller katholischen Theologen heranzuziehen. Wenn diese das lehren, was die Kirche lehrt, und wenn sie mit ihren Überlegungen ein vertieftes Verständnis der wahren Bedeutung der menschlichen Geschlechtlichkeit, der christlichen Ehe gemäß dem Plane Gottes sowie der mit ihr verbundenen Tugendhaltungen fördern, werden sie eine brauchbare Hilfe auf diesem spezifischen Gebiet der Seelsorge anbieten können.

Eine besondere Aufmerksamkeit müssen die Bischöfe sodann auf die Auswahl derjenigen Seelsorger legen, die mit dieser heiklen Aufgabe betraut werden, damit diese aufgrund ihrer Treue zum Lehramt und durch ihren hohen Grad an geistlicher und psychologischer Reife den homosexuellen Personen eine wirkliche Hilfe zum Erreichen ihrer ganzheitlichen Erfüllung bieten können. Solche Seelsorger werden theologische Meinungen zurückweisen, die der Lehre der Kirche widersprechen und die daher nicht als Leitlinien der Pastoral dienen können.

Weiterhin wird es angemessen sein, geeignete katechetische Programme zu fördern, die auf der Wahrheit über die menschliche Geschlechtlichkeit in ihrer Beziehung zum Familienleben fußen, so wie die Kirche sie lehrt. Solche Programme liefern in der Tat einen guten Kontext, innerhalb dessen auch die Frage der Homosexualität behandelt werden kann.

Diese Katechese wird auch den Familien, in denen sich homosexuelle Personen befinden, eine Hilfe sein können, wenn sie sich mit diesem sie so tief bewegenden Problem auseinandersetzen.

Jedwede Unterstützung muß jenen Organisationen entzogen werden, welche die Lehre der Kirche zu untergraben suchen, sei es, daß sie diesbezüglich zweideutig sind oder sie gänzlich mißachten. Eine solche Unterstützung, ja, bereits der Anschein, kann Quelle einer ernsten Mißdeutung werden. Besondere Beachtung sollte der Planung religiöser Feiern und der Benutzung kirchlicher Gebäude, einschließlich der Bereitstellung katholischer  Schulen und Kollegien für solche Gruppen geschenkt werden. Für manche mag die Erlaubnis, von kirchlichem Eigentum Gebrauch zu machen, lediglich als ein Ausdruck von Gerechtigkeit und Liebe erscheinen; in Wirklichkeit aber steht sie in Widerspruch zu den Zielen, für die diese Einrichtungen gegründet worden sind. Sie kann zur Quelle von Mißdeutung und Ärgernis werden.

Bei eventuellen Vorschlägen für die zivile Gesetzgebung wird man sich in erster Linie darum bemühen müssen, das Familienleben zu schützen und zu fördern.

18. Jesus Christus hat gesagt: »Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen« (Joh 8, 32). Die Schrift fordert uns auf, die Wahrheit in Liebe zu tun (vgl. Eph 4, 15). Gott, der Wahrheit und Liebe in einem ist, ruft die Kirche auf, jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind mit dem pastoralen Eifer unseres barmherzigen Herrn zu dienen. In diesem Geist hat die Kongregation für die Glaubenslehre dieses Schreiben an euch, Bischöfe der Kirche, gerichtet, in der Hoffnung, daß es für diejenigen eine Hilfe sein möge, deren Leiden durch irrige Lehren verschlimmert, durch das Wort der Wahrheit aber gelindert werden können.

 

Papst Johannes Paul II. hat im Verlauf einer dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz das vorliegende Schreiben, das in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden ist, gebilligt sowie dessen Veröffentlichung angeordnet.

 

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, den 1. Oktober 1986.

 

Joseph Kardinal Ratzinger
Präfekt

 

+Alberto Bovone
Titularerzbischof von Cäsarea in Numidien
Sekretär

(Quelle: http://www.doctrinafidei.va/documents/rc_con_cfaith_doc_19861001_homosexual-persons_ge.html)

Kleineres Übel?

Moraltheologisch kann man doch auch vom "kleineren Übel" reden. Wenn jemand es absolut nicht schafft, ohne eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu leben, kann man doch auch akzeptieren, dass das Paar zumindest in einer monogamen, lebenslangen Beziehung zusammenlebt - das ist immer noch besser als ein wildes Szene-Leben!

Was für eine Theologie ist das denn? Es sei anerkannt, dass die Motivation hinter solchen Argumenten eine hilfsbereite und lösungsorientierte ist. Gleichwohl kann es doch nicht angehen, dass man Gläubigen sagt, eigentlich würde die Bibel und Kirche gleichgeschlechtliche Beziehungen unter keinen Umständen akzeptieren - wenn es aber gar nicht anders geht, dann geben wir uns auch mit weniger zufrieden. Nach dem Motto: 50% falsch ist besser als 100% falsch!

Damit helfen wir weder den Betroffenen noch der Kirche selbst. Die Betroffenen sollten jegliche Unterstützung und Liebe von der Kirche - also von uns allen! - bekommen, haben sich aber genauso an Gottes Gebote zu halten wie der Rest der Gläubigen auch. Wenn man diese Tür einmal öffnet und den Betroffenen "Hintertürchen" anbietet, versündigt man sich selbst. Als Christen sind wir angehalten, die Wahrheit zu bezeugen. Wenn wir einmal anfangen, den Standard niedriger zu setzen - wo hört das dann auf? Der nächste schafft auch dieses niedriegere Niveau nicht - setzen wir es dann noch niedrieger? Wenn die Kirche wie die Welt wird und beginnt, Kompromisse in wesentlichen Glaubensfrage zu schließen - was unterscheidet sie dann noch von der Welt? Dann hat sie schlichtweg Ihre Existenzberechtigung verloren.

Ganz abgesehen davon ist es wohl gutgemeint, aber doch etwas naiv, anzunehemn, dass in der Regel gleichgeschlechtliche Beziehungen wirklich monogam bleiben und ein Leben lang halten (nicht, dass dies irgendetwas an der Tatsache ändern würde, aber das ist schlichtweg nur selten der Fall!).

Man mag uns als "Fundamentalisten" beschimpfen - oder als sonst etwas. Wir werden uns aber auch weiterhin an die Lehren der Bibel halten und Gottes Gebote befolgen - wohl wissend, dass Gott uns liebt und uns Gebote nicht aufträgt, weil Er uns gerne herumkommandiert, sondern weil Er weiß, wohin es führt, wenn wir sie missachten!

Wir werden die "Homo-Ehe" auch weiterhin ablehnen. Wir sehen Ehe als etwas Heiliges an, das den Bund Gottes mit den Menschen wiederspiegelt und gemäß der Schöpfungsordnung nur zwischen Mann und Frau zustande kommen kann - auf einer monogamen und lebenslangen Basis. Eine gleichgeschlechtliche "Ehe" würde den Begriff der Ehe völlig auflösen und in unseren Augen und aus christlicher Sicht entwerten. Sie würde unsere Kindern das bild vermitteln, dass es unwichtig ist, ob man Mann oder Frau ist, dass es so etwas wie Geschlechterrollen eigentlich gar nicht gibt und dass jeder heiraten kann, der will - egal für wie lange. Abgesehen davon: Wenn man diese Tür einmal öffnet, kann man sie wohl kaum mehr schließen. Was ist, wenn morgen zwei Männer und eine Frau kommen und mit genau denselben Argumenten "heiraten" wollen? Warum nicht? Wenn man es den einen gestattet, warum nicht den anderen?

Wir sind der Ansicht, dass sich rechtlich auch andere Vertragsformen finden lassen, die eine gleichgeschlechtliche Beziehung rechtlich absichern, wenn man dies denn unbedingt möchte. Man muss dafür nicht in Jahrtausenden gewachsene christliche Familienwerte zerstören!

Die christliche Ehe ist in unseren Augen für alle Beteiligten (also dem Ehepaar wie den Kindern) die beste und aus christliche Sicht alleinig akzeptable Form des Zusammenlebens.

Wie könnt ihr sagen, ein homosexuelles Leben sei falsch, wenn man dabei glücklich ist?

Wir bestreiten keineswegs, dass manche Menschen eine Form des "Glücklichseins" im Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Empfindungen finden können - wenngleich dies keineswegs die Regel ist, wie so manche meinen mögen.

Für einen Christen ist "Glücklichsein" aber kein Kriterium von "moralisch akzeptabel" oder "moralisch inakzeptabel" - und man darf bezweifeln, dass dies ein Kriterium für irgendjemand sein kann.

Dies führt schnell zu einem "moralischen Relativismus": jeder bestimmt für sich alleine, was gut, wahr, richtig, moralisch und sittlich akzeptabel ist. Dies ist aber auch der Untergang jeder Gesellschaft - unabhängig vom religiösen Hintergrund.

Aus eigener Erfahrung können wir nur sagen, dass viele von uns das "Glück", das sie im Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Empfindungen gesucht hatten, dort nicht gefunden haben. Ganz im Gegenteil - manch einer hat Feuer mit Benzin gelöscht und nach Liebe an den falschen Orten gesucht.

Wir laden jeden ein, doch dieses "Argument" einmal weiter zu führen und auf andere Bereiche auszudehnen. Wenn man von der Gültigkeit dieser Aussage ausgeht, warum sollte sie dann nicht für jeden Menschen gelten? Dies führt jedoch schnell zu unhaltbaren und absolut unakzeptablen Zuständen.

Als Christen stellen wir ein persönliches "Glücksgefühl" nicht über die Liebe zum Herrn. Auch ein verheirateter Familienvater kann mit einer anderen Frau durchbrennen und bis ans Ende seiner Tage mit ihr "glücklich" sein. Würde das seinen Ehebruch akzeptabler machen?

Wir denken nicht.


Jason

 

Dr. David Bergers scheinheiliges “Enthüllungs”-Buch “Der heilige Schein”

Veröffentlicht: 13. Dezember 2012 | Autor: Felizitas Küble

Vor über 2 Jahren, am 29. November 2010, haben wir auf einigen Internetportalen unsere ausführliche Auseinandersetzung mit dem Buch “Der heilige Schein” von Dr. David Berger veröffentlicht, das in diesem Jahr auch als Paperback bzw. Taschenbuch herauskam.

David Berger bezeichnet sich im Untertitel seiner Abrechnung als “schwuler Theologe”, wobei es ihm darum geht, den “heiligen Schein”, den er in der katholischen Kirche vorzufinden glaubt, gleichsam zu entlarven.

In den letzten Monaten ist der ehem. Religionslehrer erneut ins Gerede gekommen, diesmal als Wortführer der Kampagne “Stoppt kreuz.net”, die er gemeinsam mit dem Porno-Verleger Gmünder medienwirksam durchzieht.

Bei aller berechtigten Kritik am Schmuddelportal “kreuz.net”, die wir seit  vielen Jahren selbst öffentlich geäußert haben,  ist es äußerst unfair, wenn diese Aktion von interessierter Seite für eine antikirchliche Schlammschlacht mißbraucht wird.

Zugleich dient die Kampagne gegen “kreuz.net” als Vorwand, um unliebsame Persönlichkeiten anzuprangern und zu verunglimpfen, nur weil sie konservative Ansichten vertreten, obgleich sie mit “kreuz.net” nichts zu tun haben (wie zB. der Bayreuther Politikwissenschaftler Prof. Dr. Konrad Löw).

Es erscheint uns daher durchaus sinnvoll, unsere damalige Besprechung des Berger-Buches hier im vollen Wortlaut zu dokumentieren:

Ein unseriöser Angriff auf Wahrheit, Fairneß, Glaube und Sitte

Das „Enthüllungs“-Buch des Theologen und Religionspädagogen Dr. David Berger fängt schlecht an, enthält doch bereits die entscheidende Behauptung im ersten Abschnitt seines Vorworts eine faustdicke Lüge:

„Die heuchlerische, bigotte Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität brachte mich dazu, mich öffentlich zu outen und gleichzeitig als Herausgeber und Chefredakteur der konservativen Zeitschrift „Theologisches“ zurückzutreten.“

In Wirklichkeit trat der schwule Religionslehrer im April 2010 bereits vor seinem Outing zurück, nachdem der Vorsitzende der „Fördergemeinschaft Theologisches“, Dogmatik-Professor Dr. Manfred Hauke, dem homosexuellen Bekenntniseifer Bergers in „Facebook“ auf die Spur gekommen war.

Um seiner wahrscheinlichen Entlassung als Chefredakteur der populärwissenschaftlichen Zeitschrift „Theologisches“ zuvorzukommen, trat Berger die Flucht nach vorne an und gab öffentlich den Rücktritt von seinem ehrenamtlichen Posten bekannt.

Doch damit nicht genug: Auf die Vorhaltungen Haukes, er sei mit einem „homosexuellen Milieu“ verknüpft, reagierte der Entlarvte in einer auf „Kath.net“ veröffentlichten Stellungnahme zunächst mit hartnäckigem Leugnen. Zugleich warf er Professor Hauke nichts weniger als „Verleumdung“ vor.

Einige Zeit später erklärte Berger sodann das glatte Gegenteil, als er sich in der linksgerichteten „Frankfurter Rundschau“ als schwul outete, wobei er seine Erklärung mit massiven Angriffen auf die kirchliche Haltung zur Homosexualität garnierte.

Über diesen tatsächlichen Verlauf der Geschehnisse, die Berger in seinen Buch zu vertuschen versucht, berichtete eine Pressemeldung unseres Christoferuswerks bereits im April 2010:  http://www.pressinfocom.com/1/David-Berger-outet-sich-als-Schwuler_525685.html


Blick zurück im Zorn

„Der heilige Schein“ – so lautet der Buchtitel des einst konservativ agierenden Theologen, der mit seinem „Blick zurück im Zorn“ vor allem eine geharnischte Abrechnung mit der katholischen Kirche vorlegt, besonders mit dem konservativen bis traditionellen Spektrum.

Dabei trifft dieser ironische Titel vom „heiligen Schein“ vor allem auf Bergers eigene Autobiographie zu, hat er doch Freunde, Bekannte und Mitstreiter jahrzehntelang getäuscht und seinen homosexuellen „Partner“ als Cousin vorgestellt, wie er selber einräumt.

Gleichwohl überreicht er den „Schwarzen Peter“ nicht etwa sich selbst; vielmehr dreht er den Spieß um und attackiert die katholische Kirche aufs Schärfste, vor allem frühere „Freunde“ und konservative Weggefährten, besonders jene, die ihm in bester Absicht zu einer erstaunlich schnellen Karriere in der katholischen Kirche verholfen hatten, darunter der von Berger häufig unfair und infam angegriffene Dogmatiker Manfred Hauke.

Die nächste Unwahrheit präsentiert Berger bereits auf der zweiten Seite seines Vorworts. Dort wirft er Bischof Overbeck vor, dieser habe öffentlich behauptet, „daß homosexuell zu sein eine Sünde, weil wider die Natur sei“.

Richtig ist hingegen, daß der Oberhirte von Essen allgemein zur Homosexualität erklärte, diese sei “eine Sünde“: er sprach nicht abwertend über schwule Menschen als solche; er erwähnte auch nicht die homosexuelle „Neigung“. Der Bischof bezog sich auf praktizierte Homosexualität, wie sich aus dem Zusammenhang seiner Äußerungen und seiner weiteren Klarstellungen ergibt.

Das unseriöse Vorgehen Bergers zeugt von Charakterdefiziten und einer miserablen Streitkultur, die einem Geisteswissenschaftler schlecht ansteht.


Theologische Fehlleistungen und Irrtümer im Theologen-Buch

Darüber hinaus enthält das Buch des „Thomisten“ Berger eine Reihe peinlicher theologischer und religionshistorischer Plattheiten, Fehlleistungen und Irrtümer, die aus dem Munde eines angeblich so exzellenten Kenners des hl. Thomas von Aquin doppelt merkwürdig anmuten.

Dabei mag offen bleiben, ob tatsächliche Unwissenheit vorherrscht oder nicht vielmehr das Bestreben erkennbar wird, die kirchliche Lehre mitunter als Zerrbild zu präsentieren, um sodann auf diesen Popanz umso heftiger draufschlagen zu können. Seriös ist eine solche Vorgehensweise jedenfalls nicht, von wissenschaftlichem Ethos ganz zu schweigen.

Hier seien einige Beispiele erwähnt:

1. Auf S. 25 schreibt der Autor, die überlieferte Meßform („lateinische, tridentinische Liturgie“) sei „bis in die 1950 Jahre weltweit vorgeschrieben“ gewesen. Erstens war sie dies nicht weltweit (z.B. nicht für die griechisch-katholische Ostkirche und andere unierte Teilkirchen mit eigenem Ritus).

Zweitens ist die Datumsangabe „bis in die 1950er Jahre“ völlig unsinnig, denn die klassische Form der hl. Messe wurde in Wirklichkeit erst 20 Jahre später (Anfang 1970) nach der sog. „Liturgiereform“ verbindlich abgelöst durch den „Novus Ordo“, also die heute übliche Meßform (auch „gewöhnlicher Usus“ genannt).

Man fragt sich doch, wie es möglich sein kann, daß ein thomistisch geprägter Theologe, der sich mehr als ein Jahrzehnt führend in speziell traditionsorientierten Kreisen bewegte, offenbar über einfachste Sachverhalte nicht korrekt informiert ist.

2. Noch absonderlicher gestalten sich Bergers Ausflüge in die Sphären der Dogmatik und Sakramententheologie  –  dies sind offenbar Dimensionen, die den Akademiker Berger sichtlich überfordern. So schreibt er zum Beispiel auf S. 30 Folgendes:

„Die vieldiskutierte päpstliche Unfehlbarkeit, die jeden Katholiken zu absolutem Gehorsam verpflichtet, ist die Krönung der amtsautoritären Struktur der katholischen Kirche.“

In Wirklichkeit beinhaltet das Unfehlbarkeitsdogma gerade nicht die „Krönung“, sondern vielmehr eine „Begrenzung“ (!) päpstlicher „Amtsautorität“, denn dieses Dogma legt fest, daß sich die „Unfehlbarkeit“ des Papstes allein auf die definitive Verkündigung von Dogmen über Glaube und Sitte bezieht, nicht jedoch seine Person betrifft, auch nicht seine allgemeinen Äußerungen im Rahmen seiner Amtsausübung.

Auch hier baut Berger zunächst ein Zerrbild der kirchlichen Lehre auf, um diese dann umso stärker der Lächerlichkeit preiszugeben („absoluter Gehorsam“).

Dieselbe wissenschaftlich unehrliche Taktik wendet er beim gleichen Thema auf S. 58 erneut an, indem er von Papst Pius IX. behauptet, dieser habe „sich selbst und alle seine Nachfolger gegen größte Widerstände in der Kirche für unfehlbar erklärt“.  – Auch diese Äußerung erweckt den irreführenden Eindruck, als ob sich das Unfehlbarkeitsdogma auf das persönliche Leben oder das allgemeine Wirken des Papstes beziehen würde, was bekanntlich nicht zutrifft.


Falsche Aussagen über die kirchliche Ehe-Lehre

3. Auf S. 285 f. baut der Autor erneut ein Zerrbild auf, diesmal von der katholischen Lehre über das Sakrament der Ehe:

„Hauptaufgabe der Laien ist es demzufolge, eine christliche Ehe zu führen, in der möglichst viele Kinder gezeugt und katholisch erzogen werden. Allein dieses hehre, von der Kirche mit dem Ehesakrament abgesegnete Ziel berechtigt sie, so etwas Furchterregendes wie die Sexualität überhaupt zu praktizieren.“

Abgesehen von der unpassenden Ironie im Sprachstil ist auch dieser Seitenhieb Bergers unzutreffend. Tatsache ist nämlich, daß die Weitergabe des Lebens nicht das einzig wesentliche Ziel der christlichen Ehe darstellt.

Ein ebenso wichtiger Sinngehalt ist die gegenseitige Heiligung und menschliche Hilfestellung der Ehepartner, vor allem ihr gemeinsames Bemühen, einander auf dem Weg zum ewigen Heil zu begleiten und zu unterstützen.

Eben deshalb sah die kath. Kirche niemals die geringste Schwierigkeit darin, Brautleute kirchlich zu trauen, die biologisch unfruchtbar sind oder sich in einem hohen Alter befinden, in dem die Weitergabe des Lebens unmöglich ist. Interessanterweise ist Unfruchtbarkeit durchaus kein Ehehindernis, Impotenz allerdings sehr wohl.

Offenbar sieht sich der Theologe Berger außerstande, die kirchliche Ehelehre korrekt darzustellen.

Mit der „Weitergabe des Lebens“ steht der „Enthüllungs“-Autor ohnehin auf Kriegsfuß, genauer: mit der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens.

Durch das ganze Buch hindurch zeigt sich seine Abwertung der Lebensrechtsbewegungen (zB. als „fanatisch“ auf  S.124) sowie sein Plädoyer für Abtreibung; er verwendet den verharmlosenden Begriff „Schwangerschaftsabbruch“, wobei er diese tödliche Willkür als „freie Entscheidung im christlichen Geist“ mißdeutet (S.108).

Ebenso unsinnig ist seine mehrfache Betonung eines angeblich „gesetzlich erlaubten Schwangerschaftsabbruchs“ (z.B. S. 211), den er gutheißt.

In Wirklichkeit hat das Bundesverfassungsgericht unmißverständlich festgehalten, daß die Vernichtung ungeborener Kinder im Rahmen der Fristenregelung zwar „straffrei“, aber gleichwohl „rechtswidrig“ ist, so daß der Ausdruck „gesetzlich erlaubt“ als mehrdeutig bis irreführend angesehen werden muß.

Als ähnlich menschenverachtend wird man Bergers Äußerung über die hl. Maria Goretti empfinden, wobei er eine brutale Vergewaltigung mit Todesfolge als „Annäherungsversuch“ schönredet:

„Die heilige Maria Goretti wehrte sich beim Annäherungsversuch eines etwas älteren Jungen so heftig, daß sie dabei ums Leben kam“ (S.112). – Mit anderen Worten: das Opfer war selber schuld!

Auch an anderen Stellen zeigt sich der „schwule Theologe“ von seiner sarkastischen Seite, etwa auf S. 243 f.:


Zynische Seitenhiebe gegen Prof. Dr. Manfred Hauke

Berger wünscht seinem Kontrahenten, dem theologisch konservativen Dogmatiker Manfred Hauke nichts weniger als ein Berufsverbot an den Hals. Seinem Haßobjekt wirft er zunächst „Frauenfeindlichkeit“ vor mit der Begründung, Hauke gelte als “bekanntester und eifrigster Gegner des Feminismus und des Frauenpriestertums”.

Besonders perfide ist überdies Bergers verleumderische Unterstellung, mit der er Hauke ohne jeden Beweis in Verbindung mit der “Homophobie” des unseriösen Radau-Portals „Kreuz.net“ bringt.

Nach diesen unfairen Attacken verfaßt Berger, der selbst als Religionslehrer an einem Gymnasium wirkt, folgende Breitseite über den Theologie-Professor Hauke, der einst sein Duzfreund war:

“Bei all dem darf man nicht vergessen: Hauke ventiliert solche Ansichten nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern hat in der katholischen Kirche Ämter inne, die es ihm erlauben, Einfluß auf junge Menschen auszuüben.

So ist er nicht nur Professor für Dogmatik an der theologischen Hochschule in Lugano, die eng mit der von Don Luigi G. – einem engen Freund Ratzingers – gegründeten und politisch einflußreichen Bewegung “Communione e liberazione” verbunden ist. Hauke betätigt sich auch als Studienpräfekt im Luganer Priesterseminar San Carlo, ist also für die wissenschaftliche und charakterliche Ausbildung zukünftiger Pfarrer verantwortlich.”

Mancher wird jetzt denken: „Na und?“ – Aber Berger, der in seinem Buch so gerne von „Toleranz“ und „Meinungsfreiheit“ schwadroniert, kommt nun knüppeldick zur Sache mit einer massiven verbalen Drohgebärde:

“Neben allem anderen wird man sich fragen müssen, inwieweit diese Tätigkeiten mit seinen öffentlich geäußerten Vorstellungen vereinbar sind, schließlich ist die Diskriminierung aufgrund von Lebensformen laut Artikel 8 der Schweizerischen Bundesverfassung verboten.”

Angesichts der Tatsache, daß es nicht zuletzt Professor Hauke war, der dem jungen Berger zur Karriere im konservativ-kirchlichen Spektrum verhalf, erscheint dieser unverhüllte Ruf nach einem Berufsverbot für den einstigen Mitstreiter als besonders infam. Hier kommt dem Leser wohl schnell das bekannte Sprichwort in Erinnerung: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“


Bergers Würdigung der Freimaurerei

Wenn es freilich nicht um Kritiker des ideologischen Feminismus geht, sondern um die vielverehrte Freimaurerei, verwandelt sich David Berger vom intoleranten Berufsverbots-Befürworter in einen pathetischen Hofsänger humanistischer Floskeln; er rühmt die Freimaurer wegen ihres „Einsatzes für Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Humanität“.

Zugleich erinnert er an die „Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit“, womit er freilich die kirchliche meint, nicht etwa die geschichtlichen „Leichen im Keller“ der Freimaurerei.

Angesichts dieses Verbrüderungsgesanges erstaunt es wenig, daß der Kölner Theologe den Artikel „Herbert Vorgrimler und die getrennten Brüder“ Ende 2009 aus dem online-Archiv des „Theologischen“ löschte bzw. dessen Löschung veranlaßte.

In der erwähnten Abhandlung, die im November 2003 im „Theologischen“ erschien, hatte ich mich kritisch mit der Freimaurerei auseinandergesetzt und die kirchliche Ablehnung dieser Ersatzreligion des Pseudo-Humanismus ausführlich begründet.

Sowohl die Veröffentlichung wie die Löschung des Artikels erfolgte zu einer Zeit, als Dr. Berger Chefredakteur des „Theologischen“ war. Auf meine schriftliche Anfrage, ob es sich um eine Löschung oder evtl. um ein technisches Versehen handelt, erhielt ich nie eine Antwort.

Was Berger munter selber praktizierte, kritisiert er heftig, wenn ihm von anderer Seite etwa ein halbes Jahr später Ähnliches geschieht. Auf S. 266 beschwert er sich wehleidig darüber, daß das katholische Nachrichtenportal „Kath.net“ seine dort veröffentlichten Beiträge löschte, nachdem er sich öffentlich als Homosexueller geoutet hatte.

Dies Vorgehen erinnert Berger sogleich an das in der Antike berühmt-berüchtigte Wort von der „damnatio memoriae“, wonach man bei einer verhaßten Person den Namen aus allen Aufzeichnungen tilgt. Zudem beanstandet Berger, daß Kath.net-Chef Noe seine „Anfragen“ wegen der gelöschten Artikel „unbeantwortet“ gelassen habe.

Man sieht: Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe! – Oder mit anderen Worten: Wer so kräftig austeilen kann, sollte auch etwas einstecken können, ohne gleich ins öffentliche Lamentieren zu verfallen.

Freilich ist genau dies ein durchgängiges Kennzeichen der Bergerschen Abrechnung mit Kirche und Konservativen: er klagt und wehklagt mit besonderer Inbrunst, was nur noch von seinem Bedürfnis nach ständiger Anklage in Richtung seiner Kontrahenten übertroffen wird.

Aus diesem Strickmuster von Klage, Wehklage und Anklage ergibt sich sein egozentrisch-selbstgefälliger Versuch, sich als gebeuteltes und diskriminiertes „Opfer“ zu präsentieren, die katholische Kirche hingegen auf die Anklagebank zu setzen und insgesamt durch diese Buchveröffentlichung an seiner eigenen Legende zu basteln.

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster

Eine präzise Stellungnahme der Zeitschrift “Theologisches” zum Berger-Buch gibt es hier:
http://www.theologisches.net


ESV Audio Widget

2 Thessalonians 2:11

Homosexual Recovery - Scientific Data

“The homosexual's real enemy is ... his ignorance of the possibility that he can be helped, plus his psychic masochism which leads him to shun treatment.” [ Edmund Bergler, Homosexuality: Disease or way of Life?

“The major challenge in treating homosexuality from the point of view of the patient’s resistance has, of course, been the misconception that the disorder is innate or inborn.” [Charles W. Socarides, “Homosexuality,” American Handbook of Psychiatry second edition, volume 3, edited by Silvano Arieti and Eugene B. Brody, (New York: Basic Books, Inc., 1974), p. 309].

“The homosexually inclined, even if they are in principle willing to change, initially have serious doubts whether there are realistic chances of a profound improvement. These are periodically returning doubts, notwithstanding clearly observable progress, and they only die away when the change in feelings has become much more obvious .... Hope and faith are excellent barriers to these harmful thoughts that are a drain on the person’s enthusiasm and energy.” [ Gerard van den Aardweg, Homosexuality and Hope: A psychologist Talks About Treatment and Change, (Ann Arbor, MI: Servant Books, 1986), p. 89].

Have our genes and hormones made us homosexual? Some of us have tried to maintain that, but there is little evidence to support such views.Thus after reviewing the scientific studies on genetics and homosexuality, Masters and Johnson concluded, “ ... The genetic theory of homosexuality has generally been discarded today.” [ William H. Masters, Virginia E. Johnson and Robert C. Kolodny, Human Sexuality second edition, (Boston: Little, Brown and Company, 1985), p.411,412]

“A number of clinicians have seen fit over the years to run their own experiments by administering testosterone both to effeminate and to ordinary homosexuals. The results have been consistent: When there were any behavioural changes at all, the subjects became more like themselves than ever. Their sex drives were usually increased and sometimes their effeminate mannerisms as well ( when they had any ), but there were never any directional changes in their sexual interests. From these experiments ... it has become abundantly clear that the sex hormones play a considerable role in powering human sexuality, but they do not control the direction of it.” [ C.A. Tripp, The Homosexual Matrix, (New York: McGraw-Hill Book Company, 1975), p.12]

“in the majority of intersex patients with known hormone abnormalities, the sexual orientation follows the sex of rearing. Consequently, we have to assume that prenatal hormone conditions by themselves do not rigidly determine sexual orientation.” [ A. A. Ehrhardt and H.F.L. Meyer-Bahlburg, “Effects of Prenatal Hormones on Gender-Related Behaviour,” Science, (March 20 1981), p. 1316] “The available data ... suggest that sexual orientation ... is based on social learning rather than hormones.” (idem.)

“With Respect to Orientation As Homosexual or Bisexual, There Is No Human Evidence That Prenatal hormonalization Alone, Independently of Postnatal History, Inexorably Preordains Either Orientation. Rather, Neonatal Antecedents May Facilitate a Homosexual or Bisexual Orientation, Provided the Postnatal Determinants in the Social and Communicational History Are Also Facilitative.” [John Money, “Sin, Sickness, or Status? Homosexual Gender Identity and Psychoneuroendocrinology,” American Psychologist 42, No. 4 (April 1987), P. 398]

“The idea that people are born into one type of sexual behaviour is entirely foolish.”, he says, “Isn’t the result of a of a scientific consensus, but a political consensus by those eager to label people gay or straight. Homosexuality, he says, is ` a behaviour, not a condition,’ and something that some people can and do change, just like they sometimes change other tastes and personality traits.” [Kim Painter, “A Biological Theory for Sexual Preference,” USA Today, (March 1, 1989), p. 4D]

“When dealing with problems of sexual preference, it is vital that all health-care professionals bear in mind that the homosexual man or woman is basically a man or woman by genetic determination and is homosexually orientated by learned preference.” [William H. Masters and Virginia E. Johnson, Homosexuality in Perspective, (Boston: Little, Brown and Company 1979, p.

“From my 25 years’ experience as a clinical psychologist, I firmly believe that homosexuality is a learned response to early painful experiences and that it can be unlearned. For those homosexuals who are unhappy with their life and find effective therapy, it is `curable.’ “ [Robert Kronemyer, Overcoming Homosexuality, (New York: Macmillan publishing Company, Inc., 1980), p. 7].

“that the homosexual ... whether man or woman ... has suffered from some deficit in the relationship with the parent of the same sex; and that there is a corresponding drive to make good this deficit .. through the medium of same-sex, or `homosexual,’ relationships.” Elizabeth Moberly, Homosexuality: A New Christian Ethic, (Greenwood, S.C.: Attic Press, 1983) p. 2].

“Homosexuality is the kind of problem that needs to be solved through relationships. The solution of same-sex deficits is to be sought through the medium of .. non-sexual relationships with members of the same sex. It is the provision of good same-sex relationships that helps meet unmet same-sex needs, heals defects in the relational capacity, and in this way forwards the healing process.” (Moberly, Homosexuality: A New Christian Ethic, op. cit., p. 42).

(Source: Homosexuals Anonymous, www.ha-fs.org)

The Christian Post

Feed design by pfalzonline.de

Article by Dr. Michael Brown

IS THERE A “CIVIL RIGHT” TO GAY “MARRIAGE”?
By
Michael L. Brown, Ph.D.,
Director,Coalition of Conscience, www.coalitionofconscience.org
November 15, 2008


--------------------------------------------------------------------------------


As gay protests to the passage of Proposition 8 take place in cities across the nation today, it is important that we know the facts. How do we respond truthfully to the statements that are being made?

"I have the right to marry the one I love!"

If that is the case, then shouldn’t Patrick and Susan S. be allowed to marry in Germany? He was adopted as a child and didn’t know he had a sister until she was 16 and he was 23. He has served a prison sentence because of his love for his sister. They have had four children together and do not want to be separated. Why should the government intervene? Patrick says, “We are like normal lovers. We want to have a family.” Susan states, “I just want to live with my family, and be left alone by the authorities and by the courts.” Their attorney argues that the law against a brother and sister marrying “is out of date and it breaches the couple’s civil rights.” Does this sound familiar? If gays should have the “civil right” to marry the ones they love, why not a blood brother and sister, separated as children and reunited later in life?
"It is an outright lie to claim that legalizing same-sex marriages will affect what children are taught in the schools."

U.S. District Court Judge Mark L. Wolf ruled against the Parkers and Wirthlins who had requested that their children be removed from elementary school classes when homosexuality and transgenderism were being promoted. Judge Wolf argued that teaching diversity in sexual orientation was "reasonably related to the goals of preparing students to become engaged and productive citizens in our democracy" and trumped both parental rights and their sincerely held religious beliefs. And, since same-sex marriage was legal in Massachusetts, where the Parkers and Wirthlins reside, on what basis could they ask for their children to be removed from class? Based on this ruling, the superintendent of schools in Lexington, MA, recently explained to a concerned parent that, "The court decided we are not required to inform parents in advance of teaching units that include same gender parents or required to release students when such topics are discussed."
"This is a civil rights issue no different than segregation. We are born this way and we cannot change."

Many black Americans are offended by this analogy and do not feel it is fair to compare the color of one’s skin with the sexual relations one chooses in private. Also, there is no such thing as “ex-black” whereas many people claim to be “ex-gay,” and recent scientific studies have confirmed that some homosexuals can, in fact, change, while other studies point to a large degree of sexual fluidity, especially among women. Even if you reject the possibility of change, however, and claim that homosexuality is inborn and immutable, how does that relate to civil rights? All of us reject pedophilia for many reasons, yet pedophiles claim that they were born that way, that they would never choose such a sexual orientation, and that they cannot change. Do we then grant them the “civil right” to their behavior because it is inborn and immutable? Or do we lower the age of consent to accommodate ephebophiles who are attracted only to young teenagers (and who also claim their orientation is inborn and immutable)? Why discriminate against them if our behavior and orientation can be justified based on being inborn and immutable?
"Children raised in same-sex households are no different than children raised in heterosexual households."

A meta-analytical study by pro-gay researchers Stacy and Biblarz indicated that children raised in same-sex households were more prone to promiscuity, crossing gender lines, and same-sex attraction. To cite one example, they found that lesbian mothers had a feminizing effect on their sons and a masculinizing effect on their daughters. They also reported that “the adolescent and young adult girls raised by lesbian mothers appear to have been more sexually adventurous and less chaste . . . in other words, once again, children (especially girls) raised by lesbians appear to depart from traditional gender-based norms, while children raised by heterosexual mothers appear to conform to them.” On a more personal note, Dawn Stefanowicz, raised by a gay father, wrote, “What makes it so hard for a girl to grow up with a gay father is that she never gets to see him loving, honoring, or protecting the women in his life.” Children do best with a mom and dad, but same-sex marriages guarantee that this possibility will never exist for children they raise.
"In the past, the Bible was used in America to promote slavery, segregation, and the suppression of women, just as it is now being used to suppress gays and lesbians."

It is true that the Bible was misused to promote slavery, segregation, and the suppression of women, but it was actually the proper use of the Scriptures that fueled the anti-slavery and anti-segregation movements, while there are numerous verses in the Bible that speak in glowing terms of the importance of women. In fact, anthropologist Rodney Stark pointed out that one reason that Christianity spread so rapidly in the ancient world was because it was so egalitarian and so liberating for women. In contrast, there is not a single verse in the Bible that extols homosexual behavior, to the point that even the gay-affirming biblical scholar Walter Wink noted that, “The Bible is negative toward same-sex behavior, and there is no getting around it. “ He also stated that "Paul wouldn’t accept [a nonexploitative homosexual] relationship for a minute."
"Giving us the right to marry would not affect the rights of those who differ with us, especially the rights of people of faith."

The Washington Blade (May 30, 2008) asked, “Apart from state- or federally funded religious programs, could the legalization of same-sex marriage in California prevent priests and ministers from preaching that homosexuality is biblically forbidden? Could churches in time risk their tax- exempt status by refusing to marry gays? That remains to be seen and will likely result in a steady stream of court battles” (my emphasis). Catholic Charities in Boston dropped out of the adoption business because they were required by the state to place children in same-sex households; Elaine Photography in New Mexico was found guilty of discrimination for refusing to photograph a same-sex commitment ceremony because of religious convictions; and a doctor in California was found guilty of refusing to artificially inseminate a lesbian woman so she and her partner could have a baby, again because of religious convictions, and despite the fact that this doctor personally referred the patient to another doctor. As predicted by lesbian legal scholar Chai Feldblum, when religious liberty and sexual liberty conflict, “I’m having a hard time coming up with any case in which religious liberty should win.” A just-released study by The Becket Fund for Religious Liberty has also found that over 350 separate state anti-discrimination laws would likely be affected by the legal recognition of same-sex "marriage."
"It is a lie of the religious right that legalizing same-sex marriage will open the door to legalizing polygamy and incestuous relationships."

Actually, polygamy involves a far less radical redefinition of marriage than does same-sex marriage, since marriage is fundamentally the union of a man and a woman more than it is the union of two people. Polygamy is also legal in much of the world and has been the accepted norm in many cultures throughout history, whereas same-sex marriage has never been the norm in any nation at any time in the past. Because same-sex marriage so radically redefines the nature of marriage, marriage certificates were changed in California after the Supreme Court’s decision in May to refer to “Partner A” and “Partner B” rather than bride and groom, while birth certificates in Spain now refer to “Progenitor A” and “Progenitor B” as opposed to Mother and Father. It should also be noted that pro-incest and pro-polygamy cases currently before courts in the USA and abroad are pointing to same-sex marriage rulings for support.
"There is a constitutional right to same-sex marriage."

The California Supreme Court, by a four-three vote, recently claimed to discover such a constitutional argument, claiming that everyone has a basic right “to establish a legally recognized family with the person of one’s choice,” yet there is not a single sentence in the Constitution that can be fairly construed to support this “right” for same-sex couples. Moreover, following the Court’s logic, there is no basis for refusing the “right” of two gay brothers to marry and “establish a legally recognized family,” and it is with good reason that justice Marvin Baxter wrote in his dissenting opinion, "I cannot join this exercise in legal jujitsu, by which the Legislature’s own weight is used against it to create a constitutional right from whole cloth, defeat the People’s will, and invalidate a statute otherwise immune from legislative interference."

--------------------------------------------------------------------------------

The bottom line is that this is not an issue of civil rights or constitutional rights; rather, it is an issue of right and wrong, and it is dangerously wrong to tamper with the historic and sacred institution of marriage, one that exists for the benefit of the family and the state, and one that forms the bedrock of human society. We do well not to tamper with our foundations! It is also a well-known fact that many gay activists have promoted same-sex marriage for years, knowing that it would be a major stepping stone for the complete normalization of homosexuality in society. The implications of this are enormous, and while we should have compassion for those who sincerely desire the “right” to same-sex marriage, we dare not alter the foundations of human society.

Finally, it is utterly hypocritical for gays and lesbians to call for tolerance, diversity, and inclusion and then to label as “hate-filled bigots” all sincere people of faith (or non-faith) who oppose same-sex marriage on religious or moral grounds. Where is the tolerance, diversity, and inclusion? Why is the democratic process not enough? Could it be that those who espouse “tolerance” have the potential of being the most intolerant? Could it be that those speaking against “hate” are actually engaging in it?

It is no surprise, then, that today, as I write these words, protesters at a rally in Sacramento, California are holding up signs with slogans such as: Prop 8=American Taliban; Ban Bigots; Majority Vote Doesn’t Matter; We Won’t Go Away; 52%=Nazi; Don’t Silence the Christians, Feed Them 2 the Lions, and lastly, Your Rights are Next. We have been forewarned!

Those of us who claim to be followers of Jesus should adhere to the biblical injunction to overcome hatred with love and to conquer evil with good, reaching out to those who oppose us, sharing with them the message of forgiveness and transformation through the gospel, and standing firmly on our convictions, knowing that God’s ways are best.

We shall not be moved!


Michael L. Brown, Ph.D. is the Director of the Coalition of Conscience, a network of Christian leaders and believers in the greater Charlotte area who are working together for moral and cultural change through the gospel.

 
(Taken from: http://www.coalitionofconscience.com/articles/CivilRightGayMarriage.aspx)

used with permission

 

kathTube.com: Benedikt XVI: Berufsklärung für Menschen mit homosexuellen Neigungen

 

Eure Leiber sind Glieder Christi

Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
   sondern für den Herrn,
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.

Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Wer sich an den Herrn bindet,
   ist e i n Geist mit ihm.

Hütet euch vor der Unzucht!
Jede andere Sünde, die der Mensch tut,
   bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
   versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Oder wisst ihr nicht,
   dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
   der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!

(1 Kor 6,13c-15a.17-20)

 

Grundgesetzänderung?

Die Bundesländer Berlin, Bremen und Hamburg möchten nun ein ausdrückliches Verbot der Diskriminierung von Homosexuellen im Grundgesetz verankern und reichten einen Gesetzentwurf im Bundesrat ein.

Hört sich ja auf den ersten Blick gut an. Wer will schon etwas dagegen sagen, wenn es darum geht, Schwule vor Diskriminierung zu schützen?

Darum geht es hier aber nicht. Beleidigung, Diskriminierung usw. sind schon durch bestehende Gesetze verboten. Warum nun extra für Homosexuelle eine Grundgesetzänderung?

Hier geht es um eine Änderung, deren "Nebenwirkungen" eigentlich wichtiger sind als der vorgegebene Zweck. Jeder, der nun etwas zum Thema Homosexualität sagt, dass nicht "politisch korrekt ist" und von dem sich jemand diskriminiert fühlt, läuft nun Gefahr, sich strafbar zu machen oder zumindest mit der Androhung von Strafverfolgung oder Anklage mundtot gemacht zu werden. Hier geht es nicht nur darum, Menschen vor Diskriminierung zu schützen, sondern die eigene Meinung anderen aufzuzwingen und diejenigen zu kriminalisieren, die sie nciht teilen. Das mag nicht von allen, die diesen Gesetzentwurf unterstützen, so gedacht sein, ist aber die unweigerliche Folge davon. Das, was man früher für sich selbst eingefordert hat ("Toleranz", "Leben und leben lassen", "Meinungsfreiheit") spricht man nun anderen ab - unter dem Deckmantel von Schlagwörtern, gegen die doch kein aufrichtiger Mensch etwas haben kann.

Wenn man aber diese Tür einmal geöffnet hat, dürfte es schwer bis unmöglich sein, sie wieder zu schließen.

Die Liste derer, die ähnliches für sich (bereits jetzt!) einfordern, wird wohl lang und länger werden.

Eines ist wohl richtig: Diskriminierung ist etwas Schändliches. Warum aber hier besondere Gruppen hervorheben? Warum dies nicht für alle Menschen (auch für "Ex-Gays"!!) gelten lassen? Die Frage ist auch, was den dann nun der Maßstab sein soll, nachdem "Diskriminierung" beurteilt wird. Reicht es da schon, wenn sich jemand nur diskriminiert "fühlt"?

Derartige Gesetzentwürfe erinnern an Instrumente totalitärer Staaten, die ihre Ideologie den Bürgern aufzwingen und mittels Gedankenpolizei jeden verfolgen, der sie nicht klar und deutlich annimmt und vertritt.

Nochmals sei klar hervor gestellt: Diskriminierung an sich ist in jeder Form und gegen jeden (!) abzulehnen. Auch gegen die, die nicht die eigene Meinung haben. Auch soll hier keineswegs jedem, der für solche Gesetzgebungen ist, unterstellt werden, er hätte damit im Sinn, anderen seine Meinung aufzuzwingen bzw. andere mundtot zu machen.

Allerdings soll hier durchaus auch bei den Befürwortern derartiger Gesetze zum konsequenten Nachdenken angeregt werden. Was will ich eigentlich damit erreichen und was motiviert mich dazu? Welche Rechte gestehe ich denen, die nicht meine Meinung teilen? Können andere meine gut gemeinten Absichten Missbrauchen und Menschen unter Androhung von rechtlichen Mitteln zum Schweigen bringen?

Denjenigen, die mit den besten Absichten derartige Gesetze vorantreiben, sei gesagt, dass sie wohl kaum Einfluss auf die haben, die tatsächlich Schlechtes im Sinn hat. Wer andere diskriminiert, wird sich von solchen Gesetzen nicht abhalten lassen. Sie bieten zwar einen gewissen "Schutz" (Androhung von Strafverfolgung), die bösen Absichten solcher Menschen werden sich dann aber andere Mittel und Wege suchen. Weit folgenschwerer sind anfangs genannte "Nebenwirkungen", deren letzte Konsequenzen heute noch niemand abschätzen kann (wenngleich sich einiges erahnen und teilweise bereits erfahren lässt). Nebenwirkungen, die von einigen Vertretern dieser Gesetze vielleicht sogar bewusst beabsichtigt werden, vom Großteil der Betroffenen aber wohl kaum überhaupt erkannt wrden.

Und eines sollte uns allen klar sein: Eine derartige Änderung des Grundgesetzes ist eine tiefgreifende, sehr ernste Maßnahme, die rechtlich eine ganz andere Qualität hat als alles bisher dagewesene. Eine Qualität mit Nebenwirkungen...

(22.10.2009)

Article Overcoming Temptation (A Response to an Email)


I really do admire the way you laid this out. It is very well orchestrated to say what you want to say and get your ideas around certain points that you are having problems to understand. I was careful as I usually do to read the whole thing through slowly and carefully. I must admit to being in wonderment at first until you said in effect; " wait, hear me out." I applause you for that. I now understand more clearly where you are coming from and where it is  you are struggling with , with my former reply.
 
Now, to clarify if I may : It is not sin when one has a desire for a sin. Though again I say it is wrong for us to contemplate a sin, because then, that becomes an avenue for the temptation to grow within us. It is like putting yeast within flour. The yeast will not become active if left in it's container, or even outside it's container away from the dough. But the yeast does become active when placed within the dough.  A temptation is a design to cause us to step over the border and to transgress a wrong that our heart desires.It becomes a sin though when we act upon that temptation and commit the act which God says is sin. Jesus as we know was also tempted of the devil. A temptation is not a sin. Jesus never sinned we know.
 
To lust however after one once you have looked upon someone, Jesus make it plain that it is a sin.The initial look was not a sin. We cannot help what we see walking by.However, when one transgresses from mere looking to desiring to have sex with another, then that is sin. From your description about the guy you worked with and your reaction, it would appear to me that you were indeed lusting after him, which Jesus says is a sin.
 
In Romans, yes it is true. Paul has written what appears to be in a sense as you say a spiral, a process leading into degenerate sins. Taking the whole chapter however into context, we see that especially beginning in verse 18 where this section of the chapter begins, we see that he writes that God is wrathful to people whom have turned from Him and have in turn begun to worship His creation, rather than the creator. Many would claim to be agnostic, unbelievers. But the truth is that natural man, if he abandons one truth, he will replace it with another. In this case he is exchanging the worship of God for His creation.
 
Paul goes through a logical progression, a lawyer type argument to prove that God has just reason to be angry with men who reject Him. They claim to say He does not exist to back their argument for His existence, but Paul shows us that God has revealed Himself through His creation etc. Verse 20.
And like you mentioned they soon begin to worship man made idols.
 
Now I do not believe that idol worship is necessarily the beginning of the downward spiral into sexual lusts in of itself. But, that, that it  would be a good beginning to all sins. For once you abandon the worship of God and deny His existence, then the natural man illogically reasons that if there is no God, then there is no law, no moral laws by which he must be accountable to. So he thens goes out and goes after whatever his sinful heart desires. It maybe after any number of sins, of which sexual immorality is just one. Not everyone who denies God is into sexual immorality or even unlawful sex outside of marriage.
 
And yes, as you say, if we turn our backs on Him, He will turn away from them who continue to turn their backs on Him and He allows Satan and his followers to work on the hearts and minds of those who do not wish to follow after God. The Holy Spirit is not with them who do no follow after the ways of God to convict them of their sins. I think perhaps there is a point of no return for some where God says, okay, that's it, let them go their own ways and let them do what they want to do as you said. Their own sins will be their own punishment, for when we sin there is always a consequence to that sin. We may not always see the consequence immediately, but it is there and or coming. It is hopeful, that at one point, they will realize the error of their ways and repent, but for the most part man runs after the ways of the world and not after the ways of God.
 
I do not think that Paul is repeating a pattern as you say, but is continuing on as I said from those who deny god with idolatry and as I say in turn are given to go after whatever their immoral desires are. He is simply as I see it listing the many sins which man goes after and is when one turns his back on God. Because one is an idolater does not necessarily mean he will be a liar, a hater etc as listed in verse 29, but this is a list of they way many go. Not all again are sexually immoral, or boasters, haters or whatever, even if they are idolaters or have turned their backs on God. But it is true  that those whom practice habitually at these sins will face God's wrath and eventually be sent to abode forever in hell.
 
Regardless of how you or I or any may interpret this passage of scripture, the truth still remains that any who practice these sins, will have their day of judgement. Sexual immorality is a sin as is lying, be proud, boasting etc. They are all sin. If you repent you will not be judged by Him
 
You may not as you say have been worshipping a man made idol, but anything at all that replaces God is an idol. If T.v. Takes so much of our time that we find no time for God, then that is our idol. If it is the computer, or motor bikes, or games etc. Anything that takes so much of our time, that we have no time for God is our idol.
 
Your draw to be attracted to men immorally has nothing at all necessarily with idol worship, but everything to do for whatever reason with something in the past in which was used to draw you into that particular sin. It may have been the lack of your father always being there for you, or him always being so hard on you. Many men when they have a bad father become sexually broken because they seek after a male figure to replace and give them the love that their true father never gave them. I am not saying this is necessarily true of you, I do not know. For other it could be a mother who treated their sons in effeminate ways. For other it could be for very many other reasons of which you can find from reading the likes of Joe Dallas's books and others. And yet for others it may not be at all because of any insecure past, or anything psychological at all, but that they tasted or saw images of a naked man and wanted to try, or heard about it and wanted to try to see what it was like.
 
One does not receive the curse of a sin, it is that one gives in to the desires of a sin by whatever temptation that they give in to. God it says tempts no man. James 1:13 "Let no man say when he is tempted, I am tempted of God: for God cannot be tempted with evil, neither tempteth he any man." (King James Version)
 
Your having been sexually assaulted as you say may have been the avenue by which the process towards the inclination to your attractions began. That is very common for those who have been assaulted at a young age. It could be that plus the accumulation of other things which lead you astray down the wrong path.
 
But whatever the reason where ever you are , be assured that change is possible. It is now time to let the past lay dormant and look not behind any longer, but to look to what God is doing in your life and begin to co-operate with Him by living the life He wants you to live. By obeying Him and His ways. By exchanging your sinful ways for His ways. But ceasing at lusting after man, and lust after Him to be like Him and not natural fallen man. If porn is one of the ways you sin, exchange that for reading scripture on the Internet or in your Bible. Turn off all possible ways in which you can be possibly motivated to sin. If you have a bottle of booze on the table and you are an alcoholic, then get rid of the bottle. If you trap is walking by an adult book store then stop walking by there. Take another route. Do you see what I am saying. Take dramatic, drastic steps to remove any possibility of any temptation coming before your eyes and your mind.What you are doing that is wrong, replace it with something that is righteous. Make no excuses for the lust of the flesh. As we are told in 1 Cor. 10:13 "There hath no temptation taken you but such as is common to man: but God is faithful, who will not suffer you to be tempted above that ye are able; but will with the temptation also make a way to escape, that ye may be able to bear it." (King James Version)
 
Temptations are not abnormal. They are normal and to be expected. They are common to man. God promises though to not allow us to be tried or tempted beyond what we are able to handle. He makes a way to escape a temptation. We do not need to fall into the preys of temptation, We more than not fall and sin, because our flesh desires the sin and we give in rather than using the resources God has given us to avoid falling. If, a river is washed out and a temporary bridge is made to by-pass the washout, then anyone who attempts to go through the washout is likely to fall in and perhaps drown. They drowned because they did not use the resource made for them to escape danger.  Likewise God has offered us the resource to avoided falling and drowning in our sins. We just have to use them.
 
I pray that this helps to clarify things for you.
 
God Bless
 
Andre

Why did God Give Me These Feelings? A New Approach on Same-Sex Attractions




If you experience same-sex attractions, have you ever asked yourself why this is the case?

For those who fully embrace the “gay live”, this question either does not even come up or will be answered by a “gay gene”, hormonal predispositions, the brain structure, society – or altogether. Either way those who live out their same-sex attractions might not even waste a thought on that or see it as something beautiful and lots of fun as well. Well, sort of – at least for a while. Also acting out upon them could help you cope with inner pain, loneliness, anxieties, feelings of not being the man you want to be and the like.

For many Christians, however, things are not so easy. They know what the Bible says and even though there are people these days who try to twist that and make a “yes” or a “maybe” out of a clear “no”, someone who is deeply rooted in the faith and in the Bible will have a hard time believing that. They know that we have a loving Father who does not tell us to do or not to do something because He loves to boss us around, but because He loves us and knows where this would lead us to if we do not follow His ways. They might have also read books about the psychological background of same-sex attractions, the broken relationship that boys had with their father, a dominant or over-protective mother and all the rest. You have heard it before I guess.

Not that there is anything wrong with that approach. Often men with same-sex attractions had a broken relationship with their father that needs to be addressed. Also to know about all the different factors that played a role in our sexual and emotional development is crucial if we want to understand who we are and why we are what we are.

Some might describe same-sex attractions as temptations or as a “gender identity disorder”, maybe also as a sort of misled way of dealing hurts or legitimate needs. Again: there is some truth in that – no doubt about it. Some people even think it is a mere choice to feel that way (which is incorrect to say the least).

Most Christian ex-gay ministries or purity organizations would explain same-sex attractions that way: a gender identity disorder based on a broken relationship with the Lord.

Now think about it. Think about how you describe other people and how you see yourself if you share that view, either based on your faith (temptations) or on psychology (disorder) or both.

You give people the impression they are sort of “disordered”, confused, fallen, broken, helpless. They did not manage to connect with their own gender in childhood and puberty. They are hurting on the inside and have unmet needs that they try to heal with sex and/or same-sex love.

Of course, in many cases, that’s how it is. Or is it not? Is there maybe more to it? Have we seen only a small spot of a much bigger and richer painting?

God did not make me this way!, many Christians might say. Depends on what you mean by “this way”. He sure did not make you “gay”. Other will say now that we are born this way. I do not want to focus on that discussion now. As of this day, there is no prove for this “born gay” theory, nor for any other theory (hormonal causes, different structure of the brain and the like) to explain same-sex attractions. They are probably caused by a whole range of different factors. Even a “gay gene” cannot force you to act upon your attractions nor is it a reason to believe that this would be morally acceptable. We cannot blame God for the way we act, talk and have sexual relations with others.

So what about it? What’s wrong with the way ex-gay groups and Christians deal with that subject? Well, there is nothing “wrong” with it. However, it might be seen from the wrong perspective and so show only a small part of a much bigger painting.

What if God gave us these attractions for a reason?

W-H-A-T???

For many, this seems unthinkable. God might have given us same-sex attractions for a reason?

Yet think about it. Take something like anger: anger can destroy like with an axe or it can correct. Most everything that is in us has both sides: the one that it is intended for and what we have made out of it in our fallen state.

What if this is not so much different with same-sex attractions? When we think of hem, we only see a negative side – either the causes thereof or the consequences if we act upon them. We try to change or want to let God change us – either altogether from “gay” to “straight” or at least as to the frequency and/or intensity of our feelings. We try to understand how our past distorted our identity and our relationship with God and seek to heal that. Nothing wrong with any of that. Except that this might only be part of a much bigger picture.

What reason could God possibly have to give us same-sex attractions?

Maybe those same-sex attractions allow us to communicate with people on a level and in a depth that other people do not have. Note that this has nothing to do with “better” or “worse” – just with being different. Maybe God wanted us to be “different”, because with our same-sex attractions we have the key to the hearts of those that nobody else can reach. Those who have been tremendously hurt, rejected and dumped like garbage for instance. Those society has given up on and that have given up on themselves as well. How about our same-sex attractions help reaching their hearts and unlock them so the love of others and of God Himself can pour in?

Maybe you are an elderly man who is attracted by younger men. You can “go for it”, have sex with them and/or fantasize about them in an inappropriate way. Or you can use your attractions to get through to them, love them as Christ would, guide and nurture them as Christ would. Maybe your same-sex attractions allow you to make true disciples out of them. And maybe God does not want you to change, but to use those attractions for His glory!

Think about the two radical approaches:

Instead of considering yourself a sick and disordered person, whose every thought is sinful and who is constantly struggling against what he or she wants and yearns for most in life, you can see your attractions as a God-given gift, something that might bless many other people and allow you to go new ways in all areas of your life. These attractions might be both a “curse” and a responsibility. God does not want you to use them to lust after your own sex or for your personal pleasure, but to reach out to those nobody else gets through.

What a completely different way of looking at the same subject this would and could be!

Think about Jesus and John. The Bible mentions every detail for a reason. Remember when John leaned against Jesus’ breast and also how John is called the apostle Jesus loved? No, they did not have a “gay relationship’ or anything like that. Also remember  how John is said to be the apostle Jesus loved? I am NOT saying any of them had same-sex attractions, but why is it mentioned there? I would say because it should point out some things to us. We see things sometimes in a very distorted and fallen way. God sees it His way and also can tell what a person really could be like if he walked the right path. So when the Bible talks about deep and strong relationships between two men (look also at David and Jonathan!), this has nothing to do wit something “gay”. The Lord made people with same-sex attractions very special and He wants them to bless many others.

Think about it.

Let’s go back to David and Jonathan: I never really knew what this is all about. Even as a Christian this sounded kind of strange to me – until the Lord brought men into my life that bonded with me the way David bonded with Jonathan. Only then I understood what this true love was all about. It is our fallen state that sometimes lets us see something homoerotic in it. However, David was a man who ran after the women like few others – and yet he managed to relate to Jonathan in a way that led him to say that this love was more important to him than the love of women!

I guess what I am trying to tell you is that we need to stop seeing same-sex attractions as only negative. If you do that, you might come to the conclusion that your every thought and desire is sinful, that you are only bad on the inside and that your inner struggle will go on till the day you die. As a Christian, you will have to fight against these temptations, but it also means that your life is a constant inner struggle which leads some to unhappiness, loneliness or worse.

Now there is some truth in the above. Of course, we are all fallen people and our lives definitely are long inner struggles against temptations. Jesus Himself told us to deny ourselves, take our cross upon ourselves daily and follow Him. Also a feeling of “happiness” is in no way a sure sign that we are on the right path. Yet if we only see ourselves as completely messed up, as sort of “sick” or “disordered”, we might completely miss God’s plan for us – and that could lead to emotional and spiritual pain and confusion.

If we see same-sex attractions only as some sort of a “curse” or at least as something gone wrong that we have to constantly fight against, try to change or at least put up with, then we only look at them from our perspective. We only see the sinful, disordered aspect of them that leads us to lust after people of our own sex or even start inappropriate relationships with them.

Maybe we need to see same-sex attractions the way God sees them and like that turn a “curse”, a temptation or pain into a blessing.

Think about the potential of this radically new approach! Think about the many good things that the Lord could then do with your life and the different way you might look at yourself then!

Yes, we always need to watch our heart, mind and flesh when we use those attractions for His glory, as satan will not miss his chance to tempt us. There is nothing worse than becoming the stumbling block for those we are responsible for, those who trust us, look up to us for guidance and rely on us. But with a daily spiritual and relational structure (like what we are doing in Homosexuals Anonymous or in JASON) that can be done!

I just returned from the local prison where I serve as a volunteer. None of the inmates that I have been allowed to take care of myself knows of my same-sex attractions. However, it looks like I can get through to them. They open up to me and we bond and connect on another level than maybe other volunteers might connect. This is not about “better” or “worse”, but about using your gifts for His glory.

Do I think that there is no need for “change” or that we all should stay the way we are? Not at all. Our sexual and emotional attractions are shaped by many different factors and so is our identity – the way we see ourselves. We need to address every one of those factors a different way. However, this approach will be much different if you do not simply follow set commonplaces or simple (however well-intentioned!) explanations, but let God show you your personal design and His call for your life. God has given each one of us different gifts and talents. Yes, some have become disordered in the course of time, but this does not take away from God’s original plan.

We are different, that’s for sure, but this does not have to be all bad! If we understand those parts of our gifts that have gone astray and ask the Holy Spirit to change our hearts in that, then we open ourselves for God’s vision for us and become all His. Then we can leave everything behind and give Him our all – and let our gifts bear rich fruit.

May the Lord lead us to a deeper understanding for how He shaped us and what He blessed us with – and how we can use those blessings to bless others in return.

I realize this is a completely different and radically new approach to same-sex attractions. However, I would ask everyone that feels that way to meditate and pray upon that.

Again:

THINK ABOUT THE POTENTIAL!


May the Lord continue to guide and bless us always,

Rob

A Different Approach to Same-Sex Attractions for Ex-Gay- and Purity Ministries



Seeing same-sex attractions not as all wrong in and of themselves, but also considering the blessings they can bring will necessarily need to a different approach in the everyday work and the visions of ex-gay ministries as well.

So far, at best all we could scratch together was something like “Same-sex attractions alone are not sinful – only acting upon them is.” There is one problem with that (well-intentioned) argumentation: it just does not work. If same-sex attractions are not altogether and just because they exist bad, then there obviously is also a potential positive side to them (there is no such thing as “neutral”). That is, they might also have good and valuable consequences! It is only what we make of them in our fallen state what makes them sinful.

Same with sexuality in general: we can go for the hookers or we can regard it as something holy and wanted by God, as something life- and love-giving where a man and a woman become so much one they will have to give that “one” a name nine months later.

Think about the resources we gave them and the help we offered them: We wrote books with lots of practical advices of how to control our sexual desires and how not to fall, action plans, we made sure they find out their triggers (persons or objects that sexually arouse them in an inappropriate way) and how they could avoid them or focus on Bible verses once they get exposed to them. We explained in great detail how a broken relationship with their same-sex parent, a dominant mother, a perceived unloving environment in childhood with self-pity as a sort of medication and substitute for love and against pain, a distorted view of one’s own identity led to their same-sex attractions. We showed them various psychological theories of how that could have happened and how they can deal with this now. We told them to pray when their temptations came up and run for Christ once it gets too strong and overwhelming.

Do not get me wrong: all of that is good and necessary. There is nothing wrong with any of that (aside possible flaws in some secular psychological explanations and theories maybe. Like any theory some might prove to be wrong or only apply to select individuals).

So what’s my point?

Well, we put people with same-sex attractions in a no-win situation. Yes, those resources where useful to some degree, but they fell short in many cases in the end. The problem is more the image we have of people with same-sex attractions that seems to be behind all of that: We saw them almost as ticking time-bombs that needed a constant daily structure not to explode. We told them how messed up they were psychologically, how broken their relationship with the Lord was, how insufficient their (healthy) bonds with other members of the same sex were, how one thing led to the other and put them into a situation that they need or want to get out from now. A change of perspective, behavior, attitude, identity issues, understanding of the past and of family matters, and the like was the goal in all of that. Again: a lot – if not all – of that is true and necessary – at least to some degree. It is necessary for every Christian.

What is not necessary, however, is to see people with same-sex attractions only as that and/or to generalize certain aspects (“one size fits all”). With much of what we have been doing so far, we almost put those we wanted to reach out to into a position where they almost felt like jerks, falling constantly short of what and where they should or wanted to be. Yes, that is the case for every Christian – we all fall short when it comes to being the men and women God designed us to be. Also there definitely have been changes in the lives of many individuals – in various areas of those lives, including the spiritual areas. So yes, a lot of our work was and is useful. The thing is, that if that is where it stops, then people who to some degree always struggle with same-sex attractions might see themselves almost as something like disordered, weak individuals with no self-discipline and/or constant inappropriate looks and/or thoughts/acts, even though they definitely make progress in many aspects of their lives and learn to satisfy their needs a better way than maybe before.

If we fail to help people with same-sex attractions see the positive side these attractions might have and the potential that may lie within them, we definitely have missed the mark big time.

I am not talking about a “feel-good” approach that says it’s okay to “be gay” in the sense that as long as you feel good about it something is morally acceptable and if not then we help you feel good anyway. All of us have to do our part in becoming the men and women God wants us to be.

So in that sense all the resources and means mentioned above certainly are useful in helping people leading a godly life and understanding why they are the way they are. Also there definitely is a need (for everyone!) to understand what a real man and a real woman is all about and what our individual masculinity and femininity is all about and how we get there. What our real needs are and who we really are.

Some might seek to strengthen those traits within us that are an expression of experiencing heterosexually as to sexual and emotional attractions.

Yet all of that will not be enough. No wonder some gave up, went back into the gay life or built a new theology around their not being able to do all what needed to be done to live a life they considered godly. Constantly struggling against what must not be and yet is.

What we need to do us help people find out what God’s plan for their lives is and how they can use whatever gifts He has given them for His glory – and that may include their same-sex attractions.

How can they begin to see themselves as God sees them and love themselves as God loves them – and from there reaching out, preaching the Good News and make disciples?

How can those same-sex attractions help them do just that and become a blessing for the world? How can they focus on what those attractions might have been intended for – and not on what our fallen state has made with them?

Being “attracted” to the same sex means a lot more that simply having a crush for someone or lusting after him/her. It also means to be able to bond with him/her on a much deeper level than a mere heterosexual attraction would allow. And that definitely is a gift – not just as to the same sex, but also as to the opposite one.

It also means that those people might have a much deeper understanding of what is going on inside of those of the same sex. That they have the missing keys to their hearts which allow them to open their hearts.

What we have taught them so far (and can still teach them) will help them watch their own hearts so they do not become a stumbling block for those they are responsible for.

How about we come to an understanding that it can be perfectly okay to have same-sex attractions. As every other Christian people with same-sex attractions are called to lead a godly life, but they also have other gifts and talents than other people. Gifts that can and should be cherished and used as a blessing and thus bear rich fruit. That help others see things from another perspective and reach out to those that others won’t reach.

What a blessing we as ex-gay- and purity ministries would be for people with same-sex attractions then and what a blessing they could become for themselves and for the rest of the world!

Robert Gollwitzer
JASON
Munich, Germany

Dear Dad

This is a letter from Paul to his dad. Paul is a member of Homosexuals Anonymous Online (www.ha-fs.org). He read this letter to his father, trying to tell him about his same-sex attractions. It is used with permission:

Mom & Dad,

Tomorrow is my birthday, and dad’s is coming up.  This year, I am going to give us both a present, the dad I have always wanted.

 

Mom, I am doing this for me, for my healing and benefit.  Right now, this is between me and Dad.  Mom, I ask that you stand back and stand by.  Support dad when he needs it.  And I ask you to be patient and wait.  Your turn will come, but right now, I need some space and time to be with my dad.

 


I then sat on the coffee table, facing my dad on the couch.
 


Dear Dad,

You are my father, and I love and honor you.  I moved to Maryland to be closer to you.

 

I know that as a child, I was often difficult to understand.  I know that as a child, I was difficult to reach, because I shut you out.  I am sorry for this, and ask your forgiveness.  You see, for some reason I decided when I was about 4 or 5 that you did not like me.  I then defensively decided that I didn’t like you first, and built up emotional walls to maintain a safe distance.  Safe, because my perception that you did not like me hurt me terribly and by stonewalling you, I could prevent myself from being hurt again.  I desperately needed your love and approval, but did not know how to ask for it.  As a hyper-sensitive child, I felt different from most boys.  I did not understand what this difference meant, and I did not understand how to incorporate this difference into my development into a man.

 

Dad, I love you and I don’t want to cause you pain or heartbreak.  Indeed, I really didn’t want to tell you this, but two people have influenced me to do so, my counselor, who says it would be very helpful to my healing, and a friend, who said that by not telling you, I would be denying you an opportunity to father me.  I have done that too often.  In my search for healing, I have heard some stories of absolutely horrific fathers, and I am blessed to have a loving, Godly man, whom I can admire, love and respect as my father.

 

I’m sure you know what I am going to tell you, I’m sure you knew 20 years ago when that crazy lady called the house late one night.  I struggle with same sex attraction, sometimes victoriously, sometimes in miserable failure.  Several friends warned me to be prepared for a negative or unsupportive response from you.  I told them that I had no doubt as to your response, that my father would love and support me in my search for healing in any way that he could, that my father would love and accept me.  I know I can be sure of God’s love and, Dad, I know I can be sure of your love.

 

Dad, I would like you to join me in talking with my counselor sometime.  He will be in Pittsburg the week of March 15th, and I intend to see him, I would like it very much if you could join me.  I’ve ordered a book that I ask you to read as well.

 

Dad, I love you so much, and I am so glad you are my father.  I want to be closer to you.  I want to spend time with you.  Maybe we would work at the stables together on Sunday mornings, followed by breakfast.

 
Your loving son,
 
After reading the letter, my dad took me in his arms, I cried a bit while he held me, he told me that his love was unconditional, and unconditional meant just that.  I stayed in his arms for several minutes, basking in his love and support and acceptance.  After that, I hugged my mom for awhile, and explained that I just needed to spend extra time alone with my dad right now, and she is okay with that.  Of course, she cried her eyes out to know that her son has carried this pain, and I told her not to worry, that the journey would be all downhill from here.  (I know that may not be exactly true, but who wants their mom to worry about them?)
 
Thank you, my friends, for your support and encouragement in my journey.  I feel more emotionally complete, whole and content than I can ever remember feeling, and your support has helped me achieve that.
 
In Christ's name,
Paul

International Healing Foundation

International Healing Foundation

Change Is Possible!

This week the American Psychological Association (APA) put out a public statement stating that people do not change from gay to straight.
 
They obviously did not hear from the thousands of men and women around the world who came out of homosexuality and are living their heterosexual dreams.

The APA believes they are helping "gay and lesbian" men and women by promoting strictly pro-gay ideology.
 
In fact, they are harming them because NO ONE IS ESSENTIALLY BORN WITH SAME-SEX ATTRACTION (SSA) which IS SCIENTIFICALLY DOCUMENTED. Homosexual feelings are the result of unhealed wounds and unmet needs for love.  
 
In fact, they are confusing a culture with false information. In 2008, the APA declared that people are not born with same-sex attraction.  Now they say people do not change. These statements cannot logically co-exist.
    
 
Here are their politically-motivated statements from the "Appropriate
Therapeutic Responses to Sexual Orientation" report,   together with the FACTS.
 
**********
APA: Six member task force (made up of exclusively gay/lesbian or pro-gay therapists) reviewed 83 studies on sexual reorientation conducted between 1960 - 2007, and determined these studies showed serious methodological problems, therefore changing one's sexual orientation does not work.

FACT: These strictly pro-gay therapists chose to ignore over 600 peer-reviewed scientific studies, written about in the NARTH Journal of Human Sexuality,* which documented that changing from a homosexual to heterosexual orientation is possible. They ignored the compelling stories of men and women who came out of homosexuality and now live heterosexual lives.
 
 
********
APA: These types of therapies may cause harm to the client, such as depression or suicidal ideation.

FACT: Again, the NARTH Journal cited 600 peer-reviewed scientific studies showing overwhelmingly that reorientation therapies helped clients experience a sense of self-worth and well-being. Those like Richard Cohen and so many others are fulfilling their heterosexual dreams.
 
********
 
APA: Homosexuality is not an emotional or mental disorder.

FACT: Same-sex attraction (SSA) is the result of many unresolved emotional wounds (temperamental, environmental, and familial) and unmet needs for love (lack of sufficient bonding with same-gender parent/peers). Furthermore, there is NO medical or DNA test that shows a person has homosexual tendencies. People are not born with SSA, therefore, change is possible!
 
 
********
APA: Gays and lesbians can live happy and productive lives.

FACT: Homosexual behavior is associated with a significantly higher risk for mental, emotional, and behavioral disorders than heterosexuality, documented in numerous scientific studies, largely ignored by the APA.
 
********

APA: Therapists helping religously motivated clients with unwanted SSA should: 1) tell them therapy to change one's sexual orientation does not work, 2) suggest they change churches that are gay-affirming, 3) help the client deflect the desires, or 4) help them live celibate lives.

FACT: It is irresponsible to tell a client that changing from a homosexual to heterosexual orientation is not possible. This is not scientifically accurate. It is irresponsible to tell a client to seek a "gay-affirming" church or synagogue; we need to help all clergy become more informed about the real facts about SSA. It is irresponsible and punishing to say that someone has to live a life of suffering without hope for change.
 
********

We at IHF promote the truth about SSA in love. We defend the client's right of self-determination and autonomy. We stand for all parents, family members, and friends of SSA loved ones to know the FACTS without prejudice.
 
GC, SP

 
The APA is succumbing to a one-sided hand clapping gay-affirming ideology to keep homosexual activists happy.

We at IHF, along with our colleagues (www.pathinfo.org), stand straight and proud to defend the rights of those who do not have a voice and need to be heard and protected.
 

Please stand with us to make a difference!
 

Please contribute $25 monthly to help us promote the truth about SSA and defend everyone who experiences SSA and their loved ones. We love the homosexual community more than they love themselves.
 
We know this APA decision will momentarily give them what they want, but NOT what they need. The truth will "come out" and lives will ultimately be set free!
 
Help us help others and defend those who have no voice.
 
We will stand up strong and straight for you!

 
IHF, P.O. Box 901
Bowie, MD 20718  
 
 
**Please Forward this Message
to your Friends and Colleagues**

*To Order the NARTH Journal, Visit www.narth.com.
 
International Healing Foundation
www.ChangeIsPossible.com
[email protected]

Article Overcoming Temptation - Another Response to an Email



Dear Friend;
 
As per your question. Yes God gives natural desires which are all good. Like in the article I  give the examples of eating, sleeping etc. And sex is also a natural desire which He has given us. But as I am sure you know He has drawn a boundary line around sex. Sex beyond marriage is forbidden. Sex with animals is forbidden. And of course sex with the same sex is also forbidden. It is not the way He designed us to behave. And besides that He in His Omnipotence also knows that having same sex is not healthy.
Sex in itself with a married spouse is of itself natural and good. It is a gift that God has give. He has made it to be pleasurable for a married couple.
 
So to answer your question, yes there is a lawful way to have the desire of your flesh met. But it is not with another man. The lawful way as I am sure you know is well spelled out throughout scripture. God created man and woman. He created Adam and Eve, not Adam and Steve to live a married life where sex is to be enjoyed together.
 
God created the natural order of things in the beginning, and He said it is good. Gen. 1:31 But when Satan entered the picture and Adam and Eve disobeyed God by eating of the tree He had told them not to, sin was ushered into the world. Since then, just as he did with Adam and Eve, he has been hard at work to change the natural order of what God has said is good and deceived the world to believe that what God says is not good, is good.And what God says is bad, Satan has deceived the world to believe what is bad is good.What was once good is bad, and what once was bad is now good. How he has twisted God's truth to deceive the world. And now we see the results big time of a fallen world. A world where every sinful imagination is practiced and coached to other to practice as normal and good. Romans 1 & 2 spells it well out.
 
So it is not God that has boxed you in, it is the sin within you that desires to go after unlawful flesh. And now because your desires are so strong you feel like there is no way around it. Your sinful flesh no longer seeks after the lawful ways, but the unlawful because you have allowed yourself to practice  same-sex attractions for so long.
 
But, again, please read my article in full again several times over slowly and carefully. That is not the end of it. You do not need to be entangled and captured in the chains of sin. God wants to help to set you free to become the man He created you to be. You need to stop practice what is unlawful, and begin to practice what is lawful. It not easy at first, I do not argue with that. But you need not stay in bondage to sin. Jesus came to set the captives free. And He is waiting for you to first of all admit to yourself and to Him that you have a problem and that you need help. Top accept and believe that of your own strength and power you are unable to break free. When you can accept that and come calling upon Him, then He will begin the work of helping you to be set free, to change your old ways and renew your ways, your mind to behave and become obedient and become more and more like Him every day.
 
But, again, just as the alcoholic will never become a non-alcoholic by hanging around the bottle, you also must take the step by start making right choices and start obeying Him and running away from your sinful desires just as Joseph did when Potiphar's wife tried to seduce him. Run and run to God.
 
God Bless and have a good and Godfull week walking not after the desires of the flesh, but seeking rather the will of God.
 
Andre

The Changeability of Adolescent Same-Sex Attraction

http://www.jonahweb.org/article.print.php?secId=294

 
Jonah Organization
  
The Changeability of Adolescent Same-Sex Attraction
 Written by Whitehead, Dr. Neil 
The Changeability of Adolescent Same-Sex Attraction
Written By: Dr. N.E. Whitehead, Lower Hutt, New Zealand

 


(Posted September 2010)

 


There is substantial literature that the sexual orientation of adolescents is notoriously unstable, and this has been known since at the least the time of Kinsey. It is one of the basic facts that most people in this field know.

 

Kinsey (Pomeroy, 1972) found about 2% of his sample although homosexual at one time had made a “satisfactory heterosexual adjustment”. The degree of change in this varied. This should be compared with modern estimates that 2-3% of the population is gay or bisexual, which is the standard estimate, based mainly on about 30 surveys from the ‘90s. This means a substantial fraction experience changes of various sorts. Kinsey found many of these changes were even as adults.

 

It was the standard psychological opinion even in the middle of the 20th century that adolescent sexuality was fluid, as shown by the following forthright comment from (Barnhouse, 1977)

 

"It is impossible for me to state strongly enough that to present this model to young people, or to allow them - as often happens in the contemporary climate of open discussion - to imagine that their transitory adolescent experiments are truly indicative of a settled homosexual disposition, is not only evidence of psychiatric ignorance, but is specifically wicked as well." (p153-154)

 

The work of  (Bell & Weinberg, 1978) showed very similarly to Kinsey that substantial numbers of  people made changes in orientation and approximately half of those initially thinking themselves homosexual declared themselves heterosexual as adult. There was also similar movement in the opposite direction, but only about 2% of those initially thinking themselves heterosexual changed to homosexual.

 

This essentially has become a rule of thumb in the field at least when considering adults. As given by Sandfort (Sandfort, 1997) and (Whitehead & Whitehead, 1999,2010) half of those initially thinking themselves homosexual become heterosexual when adult.

 

However work specifically on adolescent’s gives higher changeability.

 

The quoted work of Remafedi looked at 12 year-olds who would be expected to be even more unstable than adolescents. An estimate that 85% changed orientation, or perhaps more accurately attractions, is inherently reasonable.

 

The most detailed study to date is a very large longitudinal study by (Savin-Williams & Ream, 2007) who found changes in attraction so great even between ages 16 and 17 that they queried whether the concept of  sexual orientation had any meaning for those with same-sex attractions. In considerable contrast those with opposite sex attractions overwhelmingly retained them from year to year. From ages 17-21 those with some initial same sex attraction (this includes those with concurrent opposite-sex attraction) 75% changed to opposite sex attraction only. This is within error the same as the 85% figure which is the current object of debate.

 

The authors of the cited 85% calculation do not seem to have known of the existence of the 2007 study.

 

It can of course be queried whether adolescent attraction has any meaning at all, but the adolescents in these surveys certainly experienced them as real for them. But for the question “are they stable?” The conclusion from the above survey is that the answer is overwhelmingly yes for opposite sex attraction and overwhelmingly no for same sex attraction.

 

It is obviously a matter deserving serious consideration whether it makes sense to give permanent legal status to something so changeable. 

 

A survey of these and further related references is found in chapter 12 of My Genes Made Me Do It, which has been freely downloadable on the web () for many years. www.mygenes.co.nz

 

Reference List

 

1.    Barnhouse, R. T. (1977). Homosexuality: A Symbolic Confusion. New York: Seabury Press.

2.    Bell, A. P., & Weinberg, M. S. (1978). Homosexualities. A Study Of Diversity Among Men And Women. New York: Simon and Schuster.

3.    Pomeroy, W. B. (1972). Dr. Kinsey and the Institute for Sex Research. New York: Harper and Row.

4.    Sandfort, T. G. M. (1997). Sampling male homosexuality. J. Bancroft ((ed.)), Researching Sexual Behavior: Methodological Issues (pp. 261-275). Bloomington, Indiana.  Indiana University Press.

5.    Savin-Williams, R. C., & Ream, G. L. (2007). Prevalence and Stability of Sexual Orientation Components During Adolescence and Young Adulthood. Archives of Sexual Behavior, 36, 385-394.

6.    Whitehead, N. E., & Whitehead, B. K. (1999). My Genes Made Me Do It! Layfayette, Louisiana: Huntington House. 2nd edition (2010), available at .www.mygenes.co.nz 

Out of the Gay - Into the Light

Christliche Seelsorge an und mit Männern mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen


Abschlussarbeit für die BTS (www.bts-ips.de)


Robert Gollwitzer
Ridlerstr. 21
80339 München
Tel.: 089-78018960
Email: [email protected]


A. „Homosexualität“ – Was ist das?
1. Allgemeine Definition
2. Wie erleben Ratsuchende ihre Neigungen? Die Suche nach der eigenen Identität.

B. Was ist Veränderung und wie kann sie erfolgen?
1. Das ABPS-Veränderungsmodell mit Bezug auf gleichgeschlechtliche Neigungen.
2. Grenzen des Modells der ABPS und seiner Anwendungsmöglichkeiten.
3. Wie kann eine ganzheitliche christliche Seelsorge an Männern mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dann aussehen?

C. Beispiele aus der Praxis
1. Selbsthilfegruppen vor Ort
2. Online-Gruppen
3. Einzelberatung
4. Spezifische Fragen
5. Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins um dieses Themengebiet.

D. Schlusswort / Links



A. „Homosexualität“ – Was ist das?
1. Allgemeine Definition


Eine verbindliche Definition des Begriffes „Homosexualität“ aus christlicher Sicht zu haben ist unabdingbar in der Seelsorge an Männern mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, da diese bereits die Richtung der Seelsorge vorgibt.
Der Begriff an sich ist eine noch relativ junge Wortschöpfung und geht in der Regel von einer überwiegend und über einen längeren Zeitraum vorhandenen sexuellen Anziehung vom gleichen Geschlecht aus.
Diese Definition ist ungenügend im Rahmen einer christlichen Seelsorge. Zum einen fehlt hier ein grundlegender Bestandteil, ohne den ein Verstehen dieser Neigung nicht möglich ist: die Anziehung ist nicht nur sexueller, sondern auch emotionaler Art. Zum anderen ist der Begriff an sich ungenügend, da es aus christlicher Sicht so etwas wie „Homosexualität“ als eigenständige Form der Sexualität – neben der von Gott geschaffenen und geplanten Sexualität - nicht gibt. Es gibt heterosexuelle Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – gleichgeschlechtlich empfinden. Dieser Unterschied mag sich auf den ersten Blick als kleinlich darstellen, er bedeutet für die Betroffenen jedoch einen erheblichen und wesentlichen Unterschied in der Selbstwahrnehmung.
Die im Allgemeinen sonst noch verwendeten Begriffe wie „gay“ oder „schwul“ bzw. „lesbisch“ etc. werden hier vermieden und sind in der Regel (etwa beim Begriff „gay“) mit einem sehr offen gelebten Form der gleichgeschlechtlichen Anziehung sowie mit entsprechendem Engagement in der „Szene“ und/oder im politischen Aktivismus verbunden.
Wir sprechen also hier von überwiegend und längerfristig vorhandenen gleichgeschlechtlichen Anziehungen sexueller und emotionaler Art zwischen Männern und der christlichen Seelsorge an und mit diesen Männern.
Was die Ursachen dieser gleichgeschlechtlichen Neigungen angeht, so wurde und wird hier viel spekuliert. Man kann wohl mit Sicherheit sagen, dass die menschliche Sexualität – und damit auch gleichgeschlechtliche Neigungen – von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Hierzu dürften eine genetisch bedingte Veranlagung, Umwelteinflüsse, Erfahrungen in der Kindheit und vieles mehr sein. Es wird ja immer wieder – auch von Ratsuchenden – angeführt, man werde „schwul geboren“ (alternativ: Schwule hätten eine andere Gehirnstruktur oder der Hormonspiegel während der Schwangerschaft der Mutter hätte hier einen Einfluss gehabt) und damit sei dies doch normal und natürlich, könne jedenfalls nicht geändert werden. Hierzu ist zu sagen, dass es bisher keinen einzigen Beweis für diese These(n) gibt. Auch wird die menschliche Gehirnstruktur auch durch Verhaltens- und Denkmuster beeinflusst, was zumindest die Frage aufkommen lässt, was hier ursächlich für eine mögliche veränderte Gehirnstruktur ist: die Veranlagung oder das Verhalten.
Schließlich ist eine einfache Ursache-Wirkungskette wie bei der These des „schwulen Gens“ nicht statthaft, da ein Gen alleine nicht zwangsweise eine bestimmte sexuelle Orientierung zwangsweise hervorruft. Man kann es vielleicht mit einem Weltklasse-Fußballspieler vergleichen: Er hat möglicherweise genetische Grundvoraussetzung (Kraft, Schnelligkeit, eine gute Hirn-Fuß Koordination, die Fähigkeit zum schnellen Begreifen und Einschätzen von Situationen etc.), was in Verbindung mit jahrelangem Training zu hervorragenden Ergebnissen führt, man kann aber deshalb nicht von einem „Fußball-Gen“ sprechen.
Gehen wir aber der Diskussion willen davon aus, es gäbe solch ein „schwules Gen“ und der Ratsuchende führt dies auch als „Argument“ an. Hier darf man zunächst fragen, warum das dem Betreffenden denn so wichtig ist. Wie Joe Dallas einmal diesbezüglich geschrieben hat, hat er sich vor Jahren mit einer Frau getroffen (und sie später geheiratet), die italienisch aussieht (dunkle Haare, olivfarbener Teint etc.). Er findet solche Frauen attraktiv – und das ist auch in Ordnung so – für ihn selbst und vor Gott. Nie im Leben würde er darauf kommen, nachzudenken, ob dieses Angezogen-Werden von einem solchen Typ von Frauen „genetisch bedingt“ ist, da er es im tiefsten Inneren als völlig normal empfindet. Und selbst wenn eine genetische Veranlagung dahinter steht – na und? Warum also diese Penetranz, mit der sich viele Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen auf das „schwul geboren“-Argument berufen? Vielleicht damit sie sich selbst gegenüber beweisen können, dass sie ihre Orientierung nicht ändern können? Nehmen wir an, das wäre so. Was dann? Dann ist diese Orientierung und das damit einhergehende Verhalten doch „normal“ oder „natürlich“ mag der Ratsuchende einwenden. Hier soll bewusst nicht auf das medizinische oder gesellschaftlich geprägte Verständnis von „normal“ oder „natürlich“ eingegangen werden, sondern aus der Sichtweise christlicher Seelsorge. Der logische Fehler, der hier begangen wird ist, dass etwas, dessen Entstehung möglicherweise durch genetische Grundvoraussetzungen begünstigt wird, damit auch „normal“, „natürlich“ oder „moralisch akzeptabel“ ist – inklusive des Auslebens dieser Neigungen. Man muss kein Wissenschaftler sein, um die Absurdität eines solchen Arguments anhand vieler anderer Beispiele zu erkennen (wenn alles, das durch genetische Faktoren begünstigt wird, damit auch „normal“, „natürlich“ oder „moralisch akzeptabel“ ist, hätten wir ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Oder haben wir das bereits?). Als Seelsorger können wir dem Ratsuchenden eine moralische oder religiöse Einschätzung seiner Neigungen oder eines Auslebens dieser Neigungen nicht abnehmen. Wir können ihm aber durchaus alternative Sichtweisen deutlich machen. Ein Menschenbild, das jemanden zwingt, nach seinem Gen-code zu handeln wäre doch erbärmlich! Trotz Gene, Hormone und neuronale Verschaltungen im Gehirn sind wir doch frei in unseren Entscheidungen! Somit kann ein Wissen um die Faktoren, die zur Entstehung dieser Neigungen beigetragen haben mögen, dem Ratsuchenden durchaus helfen, eine nüchterne Einschätzung seiner Situation und seiner Identität vorzunehmen und von hier ausgehend auch zu entscheiden, wie er damit umgeht. Möglicherweise entscheidet er sich ja - im vollen Bewusstsein um seine Neigungen – lernen, damit ein erfülltes Leben zu führen, ohne diese auszuleben.


2. Wie erleben Ratsuchende ihre Neigungen? Die Suche nach der eigenen Identität.


Die Einstellung von Ratsuchenden bezüglich ihrer Neigung bzw. bezüglich ihrer Identität (also der Art und Weise, wie sie sich selbst sehen) ist sehr unterschiedlich. Gleichwohl ist es empfehlenswert, gleich zu Beginn der Seelsorgegespräche durch gezielte Fragen versuchen herauszufinden, an welchem Punkt sich der Betroffene befindet, da dies erheblichen Einfluss auf das weitere Vorgehen hat.
Eine mögliche Gesprächssituation: Der Ratsuchende sieht sich als „gay“ oder „schwul“ an. Hier lohnt es sich nachzuhaken, was er denn darunter versteht und seit wann er so empfindet. Möglicherweise erwähnt er, „schon sein ganzes Leben lang schwul gewesen zu sein“ und dies auch seit Jahren offen in der schwulen Szene auszuleben. Bereits hier kommen dem Betroffenen jedoch oft Zweifel, wenn man konkret nachfragt – etwa, ob er als kleiner Junge denn wirklich schon gleichgeschlechtliche Empfindungen hatte oder ob er irgendwann zu der Entscheidung kam, „schwul“ zu sein und ausgehend hiervon sein gesamtes rückwirkendes Leben neu definiert hatte. Auch lassen sich erste Hinweise auf die Entwicklung dieser Neigungen sowie auf die Art und Weise, wie man sich selbst wahrnimmt durch allgemeine Fragen hinsichtlich der Kindheit ermitteln (wie hat sich der Ratsuchende in der Kindheit und Jugend in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen gefühlt hatte, wie das Verhältnis zum Vater war, wie das Verhältnis zwischen den Eltern war und wie sein Vater von der Mutter behandelt bzw. ihm gegenüber dargestellt wurde usw.). Hintergrund ist, dass viele meinen, mit dem „Schwul-sein“ endlich eine eigene Identität gefunden zu haben – eine, die ihrem wahren Ich entspricht, sich selbst aber in der Regel nicht bewusst sind, dass diese Identität manchmal auf sehr wackligen Beinen steht , da sie möglicherweise unbewusst als eine Art „Hilfsmittel“ oder „Schmerzmittel“ im Umgang mit vergangenen Verletzungen verwendet wurde und wird, ebenso mit der nicht stattgefundenen Identifizierung mit der Welt der Männer oder auch der nicht stattgefundenen Auseinandersetzung mit den eigenen Neigungen und den Faktoren, die zu deren Entwicklung beigetragen haben mögen. Auch sollte gleich hier nachgefragt werden, was denjenigen denn dann dazu bewogen hat, Hilfe zu suchen, wenn er sich denn so wohl in seinem „Schwul-sein“ fühlt.
Andere definieren sich möglicherweise als „homosexuell“, haben aber mit der schwulen Szene nichts im Sinn und möchten – aus religiösen oder sonstigen Gründen – frei von diesen Empfindungen sein. Sie möchten möglicherweise nur mehr heterosexuell empfinden und lehnen ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen als nicht Teil ihres Selbst ab.

Schließlich gibt es noch diejenigen, die hinsichtlich einer Veränderung „schon alles ausprobiert haben, aber nichts hätte geholfen“. Hier (wie natürlich auch in allen anderen Fällen) lohnt sich nachzuhaken, wie sie sich denn „Veränderung“ vorstellen und wie dieses „Ausprobieren“ denn aussah. Hintergrund ist, herauszufinden, ob der grundlegende erste Schritt hinsichtlich jeglicher Veränderung denn überhaupt vollzogen wurde: anzuerkennen, dass man ein Problem hat, das außer Kontrolle geraten und aus eigener Kraft nicht mehr in den Griff zu bringen ist.
Letztlich wird es auch Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen geben, die kein Problem damit haben, „schwul“ zu sein, aber dennoch im Kontext ihres „schwulen“ Lebens Rat suchen. Hier muss der christliche Seelsorger nun selbst entscheiden, ob und in welcher Art und Weise er sich darauf einlassen will und kann.
Für diejenigen aber, die mit ihrem bisherigen Leben unzufrieden sind und/oder Probleme im Umgang mit ihren gleichgeschlechtlichen Neigungen haben und diese nicht so einfach ausleben möchten, wird ein wesentlicher Bestandteil ihres weiteren Weges das Arbeiten an und mit der eigenen Identität – oder in anderen Worten: ein (Wieder-)entdecken und Wachsen in der eigenen Männlichkeit sein.
Das Problem hierbei: In der Regel wird den Ratsuchenden mit der Zeit bewusst, dass das Bild, das sie bisher von sich hatten (vor allem, wenn sie längere Zeit in der „Szene“ verbracht haben) eine sehr verzerrte Wahrnehmung des eigenen Ichs und weit weg von dem „wahren Ich“ ist, nur haben sie keine Vorstellung davon, wie dieses „wahre Ich“ denn aussehen soll und in welche Richtung der nun eingeschlagene Weg geht. Dies führt oft zu großer Unsicherheit, was in der Beratung zu berücksichtigen ist. Auch sollte konsequent darauf geachtet werden, dass ein negatives Reden über sich selbst erkannt wird und durch eine positive Bewertung ersetzt wird. Schließlich ist gerade bei Männern mit gleichgeschlechtlichen Neigungen die Tendenz gegeben, sich mit anderen Männern zu vergleichen und sich aus diesem Vergleich als minderwertiger zu sehen (also zu denken, im Vergleich zu anderen Männern sei man nicht männlich genug). Hier ist darauf hinzuarbeiten, dass der Ratsuchende erkennt, dass sein Selbstwert nicht von der Meinung anderer abhängt und nicht aus dem Vergleich mit anderen bezogen werden kann (sondern dass sein Wert als Mensch von der Tatsache herrührt, dass er ein geliebtes Kind Gottes ist), wenngleich er als Mann selbstverständlich gerade durch die Interaktion mit anderen Männern wächst.

B. Was ist Veränderung und wie kann sie erfolgen?
1. Das ABPS-Veränderungsmodell mit Bezug auf gleichgeschlechtliche Neigungen.


In der Allgemeinen Beratung, Psychotherapie und Seelsorge auf christlicher Basis wird vom Menschen als einer Einheit von Körper, Psyche und Seele ausgegangen. Entsprechend ist auch bei der Diagnose sowie bei der Beratung vorzugehen: Zunächst eine genaue Differenzierung, in welchem der drei Gebiete die vorrangigen Probleme zu finden sind und schließlich die Entwicklung eines angemessenen Lern-und Veränderungsmodells zusammen mit dem Ratsuchenden.
Zunächst ist abzuklären, wie es um die körperliche und geistige Gesundheit bestellt ist: Gibt oder gab es Erkrankungen, werden regelmäßig Medikamente eingenommen, besteht der Verdacht auf Alkohol- oder sonstigen Drogenmissbrauch, liegt eine psychiatrische Erkrankung vor, gibt es genetisch bedingte körperliche oder psychische Erkrankungen im Familienkreis, wie sieht die Lebensführung aus (Ernährung, Sport, Entspannung) etc. Eine stabile körperliche Verfassung und gesunde Lebensführung ist wesentlich, wenn man schwierige emotionale Sachverhalte angeht und dadurch sowieso schon genug zu kämpfen hat.
Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers (siehe Identitätsfragen oben) ist abzuklären – wird der eigene männliche Körper als etwas Fremdes gesehen?
Psychische Voraussetzungen können etwa mit dem Persönlichkeitsstrukturtest (PST-R) ermittelt werden.
Wesentlich und grundlegend bei der christlichen Seelsorge an und mit Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ist aber der spirituelle Aspekt, da hier einer der wichtigsten (wenn nicht der wichtigste) Pfeiler der Motivation der Betroffenen, aber möglicherweise eine der Ursachen des Problems überhaupt zu finden ist.
Ein Bestandteil der Beratung ist es natürlich, in Absprache mit dem Ratsuchenden das sexuelle Verhalten zu ändern. Hier gilt es zunächst, „Triggers“ zu identifizieren, also alles, was den Betroffenen sexuell reizt (etwa bestimmte Lokale, einschlägige Zeitungen, Homepages etc.) und die nötigen Schritte einzuleiten, um diese Trigger zu vermeiden oder abzubauen (etwa Entsorgen der Zeitschriften, Installieren eines Internetfilters etc.). Diese Maßnahmen sind keineswegs reine Verhaltensänderungen oder Vermeidungstechniken, da schon bald festzustellen sein wird, dass dies Konsequenzen für viele andere Bereiche des Lebens hat. Eine Stabilisierung des erreichten Effektes kann etwa durch Rechenschaftspartner (Selbsthilfegruppen, Mentoren, enge Freunde usw.) erfolgen. Hier ist auch das Anlegen eines täglichen Journals empfehlenswert, in dem man die täglichen Aktivitäten und damit verbundenen Emotionen festhält. Hintergrund ist es, ein mögliches Muster hinter den sexuellen Aktivitäten sowie die dem zugrunde liegenden Emotionen zu entdecken (etwa: der Ratsuchende ist besonders gefährdet in Situationen, in denen er gestresst oder gelangweilt ist. Hier kann man dann etwa vorab wöchentliche Aktivitäten mit anderen oder Entspannungsmöglichkeiten einplanen, um es gar nicht so weit kommen zu lassen. Ebenso ist das Wissen um die zugrunde liegenden Emotionen wesentlich für ein angemessenes Emotions-Management).
Derartige Schritte sind aber nur im Rahmen eines Gesamtkonzeptes sinn- und wirkungsvoll, auf das später noch näher eingegangen wird. Es reicht nämlich nicht, nur vor etwas wegzulaufen (also das Verhalten zu ändern oder bestimmte „Trigger“ zu vermeiden), man muss auch auf etwas zulaufen.
Auch die Übung und Kontingenz (also die Tatsache, dass „alle am gleichen Seil und in die gleiche Richtung ziehen“, um zu Beratungsziel zu gelangen) von erfolgreichen Veränderungen wird in diesem Zusammenhang behandelt.


Das System – der gesellschaftliche Zusammenhang (inklusive Familie, Freunde, Gemeinde etc.) wird bei folgenden Situationen von Nutzen sein:


1) Sex wird oft – bewusst oder unbewusst - als „Schmerzmittel“ zur Betäubung vergangener und/oder gegenwärtiger Verletzungen, zur Bekämpfung der inneren Einsamkeit, zur Betäubung einer empfundenen Sinnlosigkeit des eigenen Lebens, zum Vergessen des Gefühls des Nicht-Geliebt-Werdens sowie als Ersatz für nicht stattfindende emotionale Bedürfnisbefriedigung verwendet. Fällt nun Sex als „Schmerzmittel“ weg, indem etwa das Verhalten geändert wird, liegen all die darunter liegenden Emotionen und Wunden offen da – was zu einer stark empfundenen inneren Unruhe, Unsicherheit, Angst und Traurigkeit führen kann. Hierbei ist das Eingebunden-Sein in eine Umgebung, in der sich der Betroffene geliebt und angenommen fühlt und die auch jederzeit erreichbar ist, unerlässlich.
2) Im Laufe des „schwulen“ Lebens wird es möglicherweise zu vielen Verletzungen gekommen sein – Verletzungen, die dem Ratsuchenden zugefügt wurden oder die er selbst Freunden, Familienangehörigen etc. zugefügt hat. Sofern möglich und sinnvoll, wird im Laufe der Therapie versucht, diese Bereiche anzugehen und die zerbrochenen Beziehungen wiederherzustellen. Auch hierfür wird das System von Nutzen sein.
3) Schließlich wird der Ratsuchende eine Identitätssuche durchmachen. Die wenigsten haben eine Vorstellung davon, was einen Mann überhaupt ausmacht und was Männlichkeit definiert und charakterisiert. Dies kann nur im Verbund mit anderen Männern angegangen werden (siehe auch Sprichwörter 27,17). Nicht zuletzt wird hierdurch auch das legitime Bedürfnis nach Annahme vom eigenen Geschlecht und nach gesunden Beziehungen zu anderen Männern befriedigt, das gleichgeschlechtlichen Neigungen zugrunde liegt. Je mehr sich der Ratsuchende selbst als Mann begreift, als Teil der Welt der Männer, desto weniger wird er auch von dem sexuell und emotional angezogen, was er als „anders“ wahrnimmt als er selbst (wenn etwa die Identifizierung mit der Welt der Männer in der Kindheit nicht stattgefunden hat und sich somit der Heranwachsende nicht als Teil dieser Welt begreift und diese ihm fremdartig erscheint).

2. Grenzen des Modells der ABPS und seiner Anwendungsmöglichkeiten.


Eine wesentliche Voraussetzung für die Beratung ist wie bereits erwähnt die Einsicht und Anerkenntnis der Tatsache, dass man ein Problem hat, das außer Kontrolle geraten ist und mit dem man selbst nicht mehr fertig wird – verbunden mit dem Willen, „frei“ zu sein, dem Willen zur Veränderung also. Dies ist aber nicht selbstverständlich. Der Ratsuchende mag zwar einsehen, dass „etwas in seinem Leben geschehen muss“, wie das aber aussieht, wie viel er von sich selbst preis geben will, was nun genau das Problem ist, wie die Veränderung aussehen und was das Ziel sein soll, ist in den wenigsten Fällen klar, was die Anwendung des Modells der ABPS schwierig und für sich alleine gesehen auch unzureichend macht.
Auch ist es gerade bei Männern mit ungewollten oder als belastend empfundenen gleichgeschlechtlichen Neigungen („ego-dystone Homosexualität“) unerlässlich, die Vergangenheit (Kindheit, Verhältnis zum Vater, Verhältnis zu anderen Jungs bzw. später Männern usw.) zu beleuchten, weitaus tiefer auf den spirituellen Aspekt einzugehen (sofern der Ratsuchende dafür offen ist), das Verhältnis zu Mitmenschen und vergangene Verletzungen sowie auch den wissenschaftlichen Hintergrund anzugehen usw., vor allem aber auch am Thema „Männlichkeit“ zu arbeiten, wofür andere Modelle und Programme besser geeignet sind.
Das Modell der ABPS ist ein wertvolles Werkzeug in diesem Zusammenhang, man sollte aber nicht den Anspruch der Ausschließlichkeit erheben und auch akzeptieren, dass manchmal andere Modelle möglicherweise ratsamer sind. So empfehle ich, das Modell der ABPS mit dem 14-Schritte Programm von Homosexuals Anonymous (www.ha-fs.org), dem Programm von Men’s Fraternity (www.mensfraternity.com) und dem Material von Joe Dallas (www.joedallas.com) zu ergänzen. Wo entsprechende Sprachkenntnisse nicht vorhanden sind sowie örtliche Kontakte erwünscht sind, kann Kontakt mit Jason aufgenommen werden (http://jason-online.webs.com/).


3. Wie kann eine ganzheitliche christliche Seelsorge an Männern mit gleichgeschlechtlichen Neigungen dann aussehen?

Ein grundlegender Baustein ist die tägliche Motivation, da wir hier etwas sehr Langfristiges und emotional Schwieriges angehen. Joe Dallas hat in seinen Werken hierfür Grundlegendes geleistet. Es macht Sinn, zusammen mit dem Ratsuchenden zu überlegen, welche negativen Konsequenzen sein bisheriges Leben hatte – in beruflicher, familiärer, gesundheitlicher, psychischer und spiritueller Hinsicht und wohin ihn dieses Leben in einigen Jahren führen würde, wenn er so weitermacht wie bisher (oder alternativ, wohin so ein Leben führen könnte, wenn er bisher noch keine einschlägigen Erfahrungen gemacht hat). Wenn dieses Bild für den Ratsuchenden nicht erstrebenswert ist, kann mit ihm zusammen ermittelt werden, welche Gründe er denn hat, ein Leben, in dem er seine Neigungen offen auslebt, zu verlassen (oder es erst gar nicht so weit kommen zu lassen). Die sich daraus ergebende Liste sollte schriftlich festgehalten werden – wenn der Ratsuchende sie nämlich in den nächsten Wochen täglich durchliest, wird er immer wieder daran erinnert, warum er diesen schweren Weg eigentlich einschlagen sollte.
Nach diesem Einführungsgespräch ist es dringend anzuraten, dass sich der Betreffende einer Selbsthilfegruppe anschließt, die mit dem 14-Schritte Programm von Homosexuals Anonymous arbeitet (alternativ gibt es auch eine englischsprachige Online-Gruppe. Mehr unter www.ha-fs.org).


Hier wird er im Verbund mit Männern, die so empfinden wie er selbst, Schritt für Schritt all die Aspekte angehen, die zur Entwicklung dieser Neigungen beigetragen haben mögen sowie alle damit zusammenhängenden Aspekte. Sehen wir uns hierfür die 14 Schritte von Homosexuals Anonymous an (jeweils in der Vergangenheit geschrieben, da hier Menschen von ihren Erfahrungen berichten.):


1. Wir haben zugegeben, dass wir machtlos hinsichtlich unserer Homosexualität sind und dass unser emotionales Leben außer Kontrolle geraten ist.
2. Wir haben angefangen, an die Liebe Gottes zu glauben, der uns vergeben und uns angenommen hat trotz allem, was wir sind und getan haben.
3. Wir haben gelernt, einen Sinn in unserem Leiden zu sehen, dass unsere Leben unter Gottes Kontrolle sind, der in der Lage ist, Gutes aus Unheil hervorzubringen.
4. Wir sind zu dem Glauben gekommen, dass Gott bereits die Macht der Homosexualität gebrochen hat und dass Er deshalb unsere wahre Persönlichkeit wiederherstellen konnte.
5. Wir haben wahrgenommen, dass wir eine Lüge über uns selbst angenommen haben, eine Illusion, die uns in einer falschen Identität gefangen gehalten hat.
6. Wir haben gelernt, unsere wahre Realität zu beanspruchen, dass wir als Menschen Teil von Gottes heterosexueller Schöpfung sind und dass Gott uns dazu ruft, diese Identität in Ihm durch Jesus Christus wiederzuentdecken, wie unser Glaube Ihn wahrnimmt.
7. Wir haben uns entschlossen, unsere Leben unserem liebenden Gott anzuvertrauen und durch den Glauben zu leben, wobei wir Ihn für unsere noch nicht sichtbare neue Identität preisen und darauf vertrauen, dass sie für uns sichtbar wird, wann Gott dies möchte.
8. Als Menschen, denen vergeben wurde und die frei von Verurteilung sind haben wir ein gründliches und furchtloses moralisches Bestandverzeichnis von uns selbst gemacht, entschlossen, Furcht, versteckte Feindseligkeit und Verachtung für die Welt auszumerzen.
9. Wir haben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber zugegeben, was genau in uns an Falschem ist und haben Gott demütig gebeten, unsere charakterlichen Defizite zu entfernen.
10. Wir haben bereitwillig Wiedergutmachung allen Menschen gegenüber geleistet, denen wir geschadet haben - wo dies weise und möglich war.
11. Wir haben uns entschlossen, nicht länger in Furcht vor der Welt zu leben, im Glauben darauf, dass Gottes siegreiche Kontrolle alles, was gegen uns ist zu unseren Gunsten wendet und Nutzen aus Sorgen und Ordnung aus Unheil bringt.
12. Wir haben uns entschlossen, in unseren Beziehungen zu Männern und Frauen zu reifen, wobei wir die Bedeutung einer Partnerschaft von Menschen, die gleich viel wert sind, gelernt haben und weder Dominanz über Menschen noch unterwürfige Abhängigkeit von ihnen suchen.
13. Wir haben durch vertrauensvolles Gebet und die Weisheit der Bibel nach einem ständigen Wachstum in unserer Beziehung zu Gott getrachtet und einer demütigen Annahme Seiner Führung für unser Leben.
14. Nachdem wir ein spirituelles Erwecken hatten, haben wir versucht, diese Botschaft homosexuellen Menschen zu überbringen – mit einer Liebe, die nichts fordert – und diese Schritte in allen Aktivitäten unseres Lebens zu praktizieren, soweit dies in uns liegt.
(eigene Übersetzung)

Für diejenigen, die keine Christen sind, finden sich trotzdem genügend Punkte, an denen angesetzt werden kann.

Hier noch der wöchentliche „Rechenschaftsbericht“ von Jason, das die Teilnehmer an wesentliche Aspekte der Veränderung erinnern soll und der bewusst im Verbund der Gruppe besprochen wird, wobei sich diese aktive mit Rat und Tat beteiligt (was ausdrücklich erwünscht ist):


1. In welcher besonderen Art und Weise hast du dich diese Woche in Verbindung mit Gott gefühlt?
2. An wie vielen Tagen in der Woche und wie lange jeweils hast du im Gebet oder mit dem Lesen von und Meditieren über Gottes Wort verbracht?
3. Was hast du aus der Zeit gelernt, die du in Verbindung mit Gott verbracht hast?
4. Bist du diese Woche in einen Gottesdienst gegangen, hast du dich in der Gemeinde, in sozialen Organisationen oder für Menschen in Not engagiert?
5. Welche Schritte hast du unternommen, um eine gesunde männliche Beziehung zu beginnen oder fortzusetzen?
6. Teile mit uns, welchen Fortschritt du im Hinblick auf deine Veränderung bezüglich deiner ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen gemacht hast.
7. Hast du deine gleichgeschlechtlichen Neigungen in irgendeiner Art und Weise ausgelebt? Dies beinhaltet Dinge wie Porno, unangemessene zweite Blicke, Masturbation, Fantasien und jede andere gleichgeschlechtliche sexuelle Aktivität. Kannst du uns darüber berichten? Eine Rechenschaft unter Gleichgesinnten kann einen heilenden Effekt haben.
8. Hättest du für deine Brüder Worte der Ermutigung und Unterstützung?
9. Erzähle uns von nützlichen Büchern, die du gelesen hast, Filme, die du angesehen hast oder Seminare oder Selbsthilfegruppen, die du besucht hast.
10. Welche positiven Dinge sind geschehen, für die du dankbar bist.
11. Wie sieht es mit Spaß und Erholung aus (Sport, Zeit mit Freunden verbringen, entspannen)?
12. Gibt es irgendein anderes Gefühl oder eine Erfahrung, die du mit der Gruppe teilen möchtest?
13. Möchtest du, dass deine Brüder für etwas Besonders beten?
(eigene Übersetzung)

Durch diesen Rechenschaftsbericht sollen sich alle Teilnehmer daran erinnern, wie es in der vergangenen Woche mit all diesen Punkten in ihrem Leben ausgesehen hat, was gut und was weniger gut gelaufen ist, woran es liegen könnte, dass etwas nicht so lief wie geplant und was in der folgenden Woche konkret unternommen werden könnte, um hier Fortschritte zu machen.
Die Bedeutung einiger Aspekte fällt erst auf den zweiten Blick auf: So ist ein charakteristisches Merkmal vieler Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen das „Selbstmitleid“ (siehe hierzu auch die Bücher von Gerard J. M. van den Aardweg). Hier ist nicht das im umgangssprachlichen Gebrauch gemeinte Selbstmitleid gemeint, sondern eine aus der Kindheit herrührende Entwicklung: Wenn ein Kleinkind das Gefühl hat, nicht geliebt zu werden, kann es sein, dass es anfängt, sich selbst zu „bemitleiden“. Es sieht sich sozusagen „von außen“ und beginnt, sich selbst zu trösten, um so die fehlende Liebe auszugleichen (es kommt nicht darauf an, ob es tatsächlich geliebt wird, sondern wie es das Kind wahrnimmt). Im Laufe des Lebens kann es nun sein, dass sich dieses „Selbstmitleid“ verselbständigt, ohne dass dies dem Betroffenen bewusst ist. Ein Mittel, um aus dem Klagen über das Leben und die eigene Situation herauszufinden ist es, sich wöchentlich daran zu erinnern, was denn eigentlich gut gelaufen ist und wofür man dankbar sein kann (ein anderes ist es, sich des oben genannten Mechanismus bewusst zu werden). In diesem Zusammenhang ist auch gemeindliches und/oder soziales ehrenamtliches Engagement zu sehen, da so zum einen die Gedanken auf etwas anderes als das eigene Ich gelenkt werden und zum anderen die mögliche Konfrontation mit dem Leid, der Not und den Problemen anderer Menschen die eigenen Probleme relativieren hilft.
Auch Sport, Spaß, Erholung usw. sind nicht so unwichtig, wie es zunächst erscheint. Zunächst ist es bei Menschen, die jahrelang durch schwule Bars, öffentliche Toiletten etc. gestreift sind, nicht ungewöhnlich, dass ein gesunder Lebensstil dabei vernachlässigt wurde. Eine Stärkung des Körpers und der Gesundheit soll hier weiterhelfen – auch im Hinblick auf die damit verbundenen psychosomatischen Effekte und ein neues Körperbewusstsein, das den männlichen Körper als Bestandteil des eigenen Selbst begreift. Auch braucht die angegangene Veränderung viel Energie, die aus diesen Aktivitäten bezogen werden kann. Am besten ist es, dies im Verbund mit anderen Männern zu machen.
Was uns zu einem anderen Punkt bringt: die „gesunden männlichen Beziehungen“. Diese sollen zum einen dazu beitragen, das legitime Bedürfnis nach Gemeinschaft mit und Angenommen-Werden von und durch andere Männer zu befriedigen, zum anderen dabei helfen, an der Entwicklung der eigenen Männlichkeit zu arbeiten, was nur zusammen mit anderen Männern erfolgen kann. Hier gilt es, konkrete Schritte zu unternehmen, um solche Freundschaften aufzubauen. Dies können Männer aus der Gemeinde, dem Arbeitsumfeld, dem Familienkreis oder auch andere „Ex-Gays“ (Männer, die das schwule Leben hinter sich gelassen haben. Diese Kontakte – im Verbund einer Selbsthilfegruppe - sind unerlässlich, da nur diese Männer wirklich nachvollziehen können, was momentan im Betroffenen vor sich geht) sein. Erneut sei in diesem Zusammenhang auf das Programm von Men’s Fraternity (www.mensfraternity.com) verwiesen, dass sich in diesem Zusammenhang als sehr nützlich erwiesen hat. Hier zeigen sich wieder Parallelen zum „Lernen durch Imitation“ der ABPS, wobei eine reine Imitation hier zu kurz gegriffen wäre. Die Ratsuchenden sollen ja gerade nicht andere Männer „kopieren“ oder „imitieren“, sondern zusammen mit ihnen zu ihrer eigenen Männlichkeit finden.


Zur Verdeutlichung hier die einzelnen Teile des Programms von Men’s Fraternity:


1) Die Suche nach wahrer Männlichkeit
1. Am Startblock: Fünf Versprechen für die Männlichkeit
2. Die vier Gesichter von Männlichkeit
3. Der erste Schritt zu wahrer Männlichkeit: Zurück blicken.
4. Der zweite Schritt zu wahrer Männlichkeit: "Öffnen".
5. Erinnerung an unseren Vater.
6. Der vom Vater verursachten Verletzung ins Gesicht sehen.
7. Die Verletzung, die entsteht, wenn man eine zu enge Bindung an die Mutter hatte.
8. Gesunde Grenzen mit der Mutter setzen.
9. Die durch Einsamkeit verursachte Verletzung.
10. Drei Hurras für Mentoren!
11. Das verletzte Herz.
12. Folgen eines verletzten Herzens.
13. Die gute Nachricht: es gibt eine Lösung für ein verletztes Herz!
14. "Aufsatteln" für die zweite Hälfte.
15. Genesis und Männlichkeit.
16. Genesis und Männlichkeit - Teil 2.
17. Eine biblische Definition von Männlichkeit.
18. Eine biblische Definition von Männlichkeit - Teil 2.
19. Ein Mann und seine Frau.
20. Ein Mann und seine Frau - Teil 2.
21. 25 praktische Art und Weisen, wie man ein Leiter sein kann, der gleichzeitig dient.
22. Väter und Söhne.
23. Väter und Töchter.
24. Ein Mann und sein Lebensweg.
2) In der Arbeit und Zuhause gewinnen
1. Ein Mann und seine Spiegel.
2. Was Männer über Frauen wissen sollten.
3. Erfolgreich um "deine Frau" werben.
4. Eine enge Beziehung mit der Frau, die du liebst, aufrecht erhalten.
5. Dein Sexleben verbessern.
6. Wie ein Mann sich erfolgreich um die finanziellen Verhältnisse seiner Familie kümmert.
7. Das "Gute Leben" und wo man es findet.
8. Was jeder Papa wissen sollte.
9. Papas Gebrauchsanleitung, um Söhne und Töchter zu erziehen.
10. Erfolgreiche Eltern.
11. Ein Mann und seine Arbeit.
12. Zwei Visionen von Arbeit.
13. "Zum Leben erwachen" bei der Arbeit.
14. Mache dir bei der Arbeit einen Namen!
15. Nimm' Gott mit in die Arbeit!
16. Eine lebenslange Glückssträhne starten.

3) Das große Abenteuer
1. Das Große Abenteuer beginnen.
2. Fragen, denen sich jeder Abenteurer stellen muss.
3. Pause machen, um weiter zu kommen.
4. Das "Verkabeln" eines Abenteurers.
5. Der "Heilige Eid" eines Abenteurers.
6. Das Große Abenteuer über diese Welt hinaus ausweiten.
7. Das Abenteuer jedes Mannes mit der Ewigkeit.
8. Das Abenteuer wieder zum Kernpunkt meines Lebens machen.
9. Rat von Abenteurern, die gescheitert sind - I
10. Rat von Abenteurern, die gescheitert sind - II
11. Große Abenteurer, hier einer der Größte in der Geschichte!
12. Dein einzigartiger Plan.
13. Nachweis deines einzigartigen Pans - I
14. Nachweis deines einzigartigen Plans - II
15. Dein „Servants by Design Profil“ ™ verstehen – Teil I
16. Dein „Servants by Design Profil“ ™ verstehen – Teil II
17. Dein persönliches Leitbild schreiben.
18. Ermutigungen für deinen Plan.
19. Wie man ein Großer Abenteurer wird.
20. Schlussgedanken.
Die einzelnen Teile werden in örtlichen Gruppen zusammen erarbeitet (inklusiv je einer DVD) und später wird zusammen anhand diverser Fragen nochmals intensiver auf den Inhalt eingegangen.

Besonders hervorgehoben sei hier ein Punkt: Mentoren. Diese können nicht nur für Männer mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, sondern für Männer allgemein von großem Nutzen sein. Mentoren sind ältere und erfahrene Männer, die ihr Wissen und ihre Erfahrung über einen zeitlich begrenzten Zeitraum an jüngere Männer weitergeben, diese anleiten und praktische Hilfestellung geben – eine Beziehung, die für beide Seiten Vorteile bietet. Solche Mentoren lassen sich etwa in der örtlichen Gemeinde finden – viele ältere Männer sind froh, wenn sie noch gebraucht werden und ein neues Ziel in ihrem Leben haben; jüngere Männer wiederum sind dankbar für diese wertvolle Unterstützung.

Eine christliche Seelsorge an und mit Männern mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen muss im Rahmen eines durchstrukturierten Gesamtplans (in Anlehnung an den „Struktur-Plan“ von Joe Dallas) erfolgen und folgende Bestandteile umfassen:

- Tägliches Gebet und Bibelstudium (vorausgesetzt, der Ratsuchende ist Christ).
- Wöchentliche Teilnahme an einem Gottesdienst.
- Teilnahme an einer lokalen Selbsthilfegruppe, die auf Basis des 14-Schritte Programms von Homosexuals Anonymous arbeitet (alternativ oder zusätzlich das Online-Programm von Jason, einer Einrichtung, die Homosexuals Anonymous angeschlossen ist) sowie praktische Umsetzung dieses Programms in allen Bereichen des Lebens.
- Ergänzende hierzu regelmäßige Einzel-Treffen mit dem christlicher Seelsorger.
- Mindestens einmal monatlich Treffen mit dem Pastor/Priester der eigenen Gemeinde.
- Soziales und/oder gemeindliches ehrenamtliches Engagement.
- Strukturierter Aufbau gesunder männlicher Beziehungen (idealerweise in einer örtlichen Men’s Fraternity Gruppe).
- Aufbau einer Mentoren-Beziehung.
- Konsequente Reduzierung von „Triggern“.
- Besuch von themenrelevanten Veranstaltungen und Seminaren.
- Lesen von themenrelevanter Literatur.
- Konsequentes Einplanen von Selbstfürsorge (Spaß, Zeit mit Freunden verbringen, Erholung).
- Strukturierter Aufbau einer körperlich und psychisch gesunden Lebensweise.
- Wöchentliche Rechenschaftsablegung (idealerweise im Rahmen einer Selbsthilfegruppe auf Basis des 14-Schritte Programms von Homosexuals Anonymous).
- Erstellen eines „Handlungsplanes“ für den Fall, dass es zu erneuten sexuellen Aktivitäten gekommen ist (Wen rufe ich an? Was mache ich dann?).
- Herausfinden der eigenen Stärken und Schwächen sowie im größeren Zusammenhang der eigenen Berufung, um trotz – oder gerade mit und wegen! – der gleichgeschlechtlichen Neigungen ein erfülltes Leben zu haben.

Welche Faktoren haben sich hierbei als erfolgversprechend erwiesen? In Anlehnung an Dr. Joseph Nicolosi dürften dies vor allem die Fähigkeit sein, sich ein Ziel zu setzen sowie der Aufbau einer hohen Stress- und Frustrationstoleranz (also dieses Ziel geduldig und hoch motiviert zu verfolgen, egal wie hart das sein wird und wie lange es dauern mag und ohne hierbei impulsiven Verhalten bzw. Drang nach unangemessener „Belohnung“ oder schnelle, aber ungesunder Bedürfnisbefriedigung nachzugeben). Dies im Verbund einer sicheren Umgebung – ob das nun die eigene Familie, die Gemeinde oder enge Freunde sind. Wesentlich hierfür ist auch die Fähigkeit und die Bereitschaft, über vergangene Verhaltens- und Denkmuster nachzudenken und daraus zu lernen.

Ein weiterer grundlegender Erfolgsfaktor ist eine positive Selbstwahrnehmung als heterosexueller Mann (der – aus welchen Gründen auch immer – gleichgeschlechtliche Neigungen haben mag).
Gehen wir etwas näher auf diese Selbstwahrnehmung und den möglichen Hintergrund hierfür ein:
Im Kleinkindalter kommt relativ früh die Phase, in der sich ein kleiner Junge von der Mutter lösen und eine Beziehung zum Vater aufbauen muss, der ihn letztlich in die Welt der Männer einführt. Bei vielen Männern mit gleichgeschlechtlichen Neigungen hat es bereits hier Probleme gegeben – etwa, weil der Vater emotional nicht zugänglich oder ganz und gar abwesend war. Der kleine Junge wird noch eine Zeitlang versuchen, zum Vater durchzudringen und ihn dazu zu bewegen, ihn anzunehmen und ihn in seine Welt aufzunehmen. Sollte dies jedoch nicht gelingen, wird der Junge den Zugang zur Welt der Männer nicht schaffen und sich zwangsweise in die Welt der Frauen einfügen (oder irgendwo dazwischen stecken bleiben). Er wird sich jedoch auch weiterhin nach dieser ihm nun unbekannten Welt sehnen (typisches Bild: er sitzt am Küchenfenster und sieht gleichaltrigen Jungs beim Herumtollen zu). Sein Verhalten gleicht sich möglicherweise eher seiner – nunmehr weiblichen – Umgebung an. Notwendige Körperkontakte mit dem Vater (Herumbalgen usw.) unterbleiben, sodass auch der männliche Körper für ihn zum Mysterium wird – zu etwas Fremden, zu dem er keinen Bezug hat. Kommt dieser Junge dann in die Pubertät, kommen sexuelle Empfindungen hinzu, die nun auf diese Grundlage von Veranlagungen, nicht stattgefundener Identifizierung mit der Welt der Männer und möglicherweise einer Identitätskrise treffen. Der Junge wird nun – wie alle anderen Jungen – von dem angezogen, was „anders“ ist als er selbst. Da dieses „andere“ jedoch die Welt der Männer ist, ist es nicht verwunderlich, dass er beginnt, diese sexuell und emotional anziehend zu finden bzw. irgendwann möglicherweise gar erste sexuelle Kontakte mit dem eigenen Geschlecht hat oder sich in einen Mann verliebt und so unbewusst auf eine beinahe tragische Art und Weise seine Männlichkeit zurück gewinnen will.
Dies setzt sich dann in seinem späteren Leben fort. Ein Beispiel: Nicht umsonst gibt es in der schwulen Szene so viele Männer, die durch ein überzeichnet „männliches“ Äußeres – oder was sie für männlich halten (kurz geschorene Haare, Bart, Muskeln und/oder Bauch, Uniform- oder Lederbekleidung usw.) auch „männlich“ wirken wollen (bis hin zu SM- Praktiken im Sexualverhalten) – oder das andere Extrem, wo auch äußerlich und im Verhalten, in der Mimik und Gestik sowie in der Wortwahl alles abgelegt wird, was einem als „männlich“ erscheint. All dies ist möglicherweise auf eine im Laufe der Jahre entstandene völlig verzerrte Sichtweise des eigenen Ich, also letztlich auf eine Identitätsstörung zurückzuführen (wird aber als das Gegenteil empfunden: der Betroffenen denkt, nun endlich „er selbst“ zu sein). Der eigene Körper wird im Fitnesscenter soweit trainiert, dass er muskulös – und somit männlich bzw. für andere Männer attraktiv (und damit die eigene Männlichkeit wieder-gewinnend) – erscheint. All dies ist aber eine Karikatur von Männlichkeit und hat mit wahrer Männlichkeit wenig bis gar nichts zu tun.


So schwankt dann auch die Art und Weise, wie man sich selbst und Seine Neigungen sieht zwischen einer möglicherweise völlig verzerrten Wahrnehmung des eigenen Ichs, die aber als Realität angenommen und für gut befunden wird – und dem anderen Extrem, wo der Betreffende sich selbst und seine Neigungen verachtet (was dann von schwulen Aktivisten damit beseitigt zu werden versucht wird, dass man diesem Mann sagt, er solle „es“ doch ausleben. Das mag zwar kurzfristig betäuben, löst aber mittel- bis langfristig sicher nicht die dahinter liegenden Probleme und befriedigt auch nicht die dem zugrunde liegenden Bedürfnisse). Das Aufzeigen einer Alternative ist also schon ein erster Schritt in der Beratung.
Auch während der „Zeit danach“ (die Zeit während der Beratungsphase also) sind die Ratsuchenden oft von einer positiven Selbstwahrnehmung weit entfernt. Diese positive Selbstwahrnehmung soll keineswegs heißen, dass man alles gut findet, was man da so vorfindet, sondern, dass man lernt, sich erst einmal so anzunehmen, wie man ist und von hier ausgehend ergründet, wie man zu dem geworden ist, wo man jetzt steht und wo man hin will (hinsichtlich der eigenen Identität, aber auch hinsichtlich aller anderen Bereiche des Lebens – inklusive des spirituellen Bereichs). Sich selbst seine gleichgeschlechtlichen Neigungen erst einmal einzugestehen und sie anzunehmen, ohne dies gleich negativ zu bewerten (schließlich hat man sich diese Neigungen ja nicht ausgesucht!) ist ein wichtiger erster Schritt. Auch wird im weiteren Verlauf der Beratung das Vorhandensein dieser Neigungen eher negativ bewertet, da nur deren potentielle „Gefahr“ gesehen wird (also als Konsequenz etwa unangemessen bewertetes sexuelles Verhalten). Als Alternative erscheint oft nur ein einsames Leben ohne Hoffnung darauf, jemals glücklich zu sein. Hier bietet sich bereits ein erster Ansatzpunkt, nämlich mit dem Ratsuchenden auch „die andere Seite der Medaille“ anzusehen, nämlich mögliche Chancen solcher Neigungen (die Tatsache, dass man „anders“ ist und viele Dinge anders sieht kann in vielen Bereichen des Lebens auch von Vorteil sein. Auch können diese Neigungen selbst auch positive Seiten haben, etwa dass sie dem Betroffenen einen Zugang zu anderen Männern oder zu Menschen allgemein auf einem Niveau und in einer Tiefe ermöglichen, das über das hinaus geht, was andere Menschen zu leisten in der Lage wären). Auch die im Laufe der Beratung möglicherweise stattfindende Stärkung bereits vorhandener heterosexueller Neigungen kann neue Optionen ermöglichen. Schließlich ist gerade auch das Zusammensein mit anderen Männern, denen es ebenso geht und die möglicherweise in ihrem Leben völlig neue Optionen entdeckt und diese verwirklicht haben, kann einen sehr positiven Effekt auf den Ratsuchenden haben.
Bei all dem ist es auch wichtig, dem Ratsuchenden zu vermitteln, dass es hier nicht alleine darum geht, ein Ziel zu erreichen, sondern dass der Weg dorthin bereits Teil des Zieles ist, da er wertvolle Erfahrungen beinhaltet, die das Ziel erst wertschätzen lernen.
Eine christliche Seelsorge an und mit Männern mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen soll und darf dem Ratsuchenden also keine fertigen Lebensentwürfe, Sichtweisen oder gar Identitätsmodelle vorlegen, sondern mit ihm zusammen einen Weg gehen. Jeder Mensch hat das Recht, sich eine Therapie bzw. Seelsorge seiner Wahl zu suchen und dies sollte auch nicht politisch oder ideologisch be- und verwertet werden. Die oft von schwulen Aktivisten angeführten Vorwürfe, „Umpolungsversuche“ führen zu Selbstmorden unter Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen entbehren jeder Grundlage, da bei einer christlichen Seelsorge weder jemand umgepolt wird noch ihm hinsichtlich seiner psychischen Gesundheit Schaden zugefügt wird (siehe hierzu www.narth.com).

C. Beispiele aus der Praxis
1. Selbsthilfegruppen vor Ort


Selbsthilfegruppen auf Basis des 14-Schritte-Programms von Homosexuals Anonymous sind ein wesentlicher Baustein der Beratung bzw. Veränderung. Die Interaktion mit Gleichgesinnten schafft die Basis, auf der sich auch schwere Zeiten ertragen lassen. Auch wird durch bewusst gewollte gegenseitige Ermutigung und/oder Ermahnung oder Kritik (Fremdwahrnehmung) ein anderer Blickwinkel auf den Einzelnen vermittelt, der alleine nicht erkennbar wäre. Schließlich ist es gerade für das Wachsen in der eigenen Männlichkeit unerlässlich, die Gemeinschaft von anderen Männern zu suchen.
In der Regel beginnen solche (wöchentlichen) Gruppentreffen mit einem Gebet, gefolgt vom Austausch von Neuigkeiten. Anschließend wird reihum der „Rechenschaftsbericht“ angegangen und gemeinsam diskutiert. Schließlich wird ein Teil des 14-Schritte Programms bearbeitet (inklusiv der Beantwortung hierzu gehörender Fragen und des Lesens von Bibelstellen sowie dem Austausch von Erfahrungen und persönlichen Ansichten zum Text). Oft wird dies noch ergänzt durch praktische Übungen, die von internationalen Therapeuten entwickelt wurden. Schließlich wird eine themenbezogene DVD angesehen (etwa aus dem Men’s Fraternity-Programm) und das Treffen abschließend mit einem Gebet beendet. Während des Treffens werden auch Getränke und Essen geteilt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. So entwickelt sich schon bald ein Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit. Ebenso bilden sich so schon bald enge Bindungen zwischen den Teilnehmern, die es erlauben, in einer Tiefe und Deutlichkeit zu arbeiten, die sonst nicht möglich wäre.

2. Online-Gruppen


Alternativ oder auch ergänzend hierzu gibt es wie bereits erwähnt eine englisch-sprachige internationale Online-Gruppe (mittlerweile geleitet von der internationalen Ex-Gay Ministry Jason). Diese sollte nicht unterbewertet werden. Die Bindung zwischen den Teilnehmern ist enger, als es zunächst den Eindruck haben mag. Auch haben sich einige schon persönlich kennen gelernt und/oder miteinander telefoniert. Für viele Teilnehmer ist diese Gruppe die einzige Möglichkeit, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Schließlich wird diese Gruppe 365 Tage im Jahr betreut und auch laufend mit aktuellen Informationen versorgt. Aus ihr haben sich bereits lokale Gruppen entwickelt.


3. Einzelberatung

Trotz des Eingebunden-seins in eine Online-Gruppe kann es angezeigt sein, den Ratsuchenden in regelmäßigen Abständen in einer Einzelberatung zu betreuen. Hier lässt sich noch intensiver auf aktuelle Probleme, aber auch Hintergrund-Thematiken eingehen. Auch lässt sich hier auf Basis von Persönlichkeit-Tests (etwa dem PST-R) konkreter auf den Einzelfall eingehen. Schließlich lassen sich auch Glaubensfragen, die speziell auf eine Denomination bezogen sind und somit nicht im Kontext einer überkonfessionellen Gruppe besprochen werden können, intensiver angehen. Der Schwerpunkt sollte aber immer auf der Gruppe liegen und der Ratsuchende sollte auch ermutigt werden, selbst schwierige Themen dort anzusprechen.

4. Spezifische Fragen


Nun zu spezifischen Fragen, die sich im Rahmen der Beratung ergeben können.


Ein Thema, das mit Sicherheit früher oder später aufkommen wird, ist Masturbation. Wie ist diese aus christlicher bzw. weltlicher Sicht zu bewerten?
Was die christliche Sichtweise angeht, so können wir als Seelsorger diese dem Ratsuchenden natürlich nicht vorschreiben, sondern auf Wunsch mit ihm zusammen erläutern. Hierfür ist eine Betrachtung der Sexualität in der Bibel als ganzer wesentlich. Sexualität ist dort immer auf eine(n) „Andere(n)“ gerichtet, nie nur für das private Vergnügen gedacht. Sie wird im Rahmen einer heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Ehe gesehen und auch für gut befunden. Diese Ehe reflektiert den Bund Jesu Christi mit Seiner Kirche – und wie Er sich der Kirche in lebens-spendender Art und Weise hingab, gibt sich ein Mann seiner Frau hin und die beiden werden so sehr eins, dass sie diesem einen neun Monate später einen Namen geben müssen. Somit liegt der Zweck menschlicher Sexualität aus biblischer Sicht in der Zeugung von Nachkommen und im Wohl der Ehepartner. Sexualität bewusst und auf Dauer von einem der beiden zu trennen würde dem biblischen Kontext klar widersprechen und demzufolge auch Konsequenzen nach sich ziehen.
Auch aus weltlicher Sicht ist Masturbation kritisch zu betrachten. Hier soll nicht auf den medizinischen Hintergrund eingegangen werden, sondern auf psychologische Zusammenhänge. Masturbation ist in der Regel mit sexuellen Fantasien verbunden (manche versuchen es zwar etwa aus religiösen Gründen ohne, jedoch würde auch dies wie bereits erwähnt nicht dem biblischen Bild von Sexualität entsprechend und zum anderen spielen sie damit immer mit dem „Feuer“ – Masturbation baut sexuelle Spannung nicht ab, sondern auf. Die Versuchung, einen Schritt weiter zu gehen, dürfte groß sein). Das Gehirn unterscheidet aber nicht zwischen tatsächlichem und eingebildetem Sex – Masturbation wird somit immer wieder eine bestimmte Reiz-Reaktionskette verstärken und es dem Betreffenden schwerer machen, zum sexuell angemessenen Verhalten zurück zu finden.
Auch ist die Gefahr vorhanden, die Fantasien (möglicherweise noch durch einschlägige Pornos geschürt) für Realität zu halten (etwa zu denken, dass die Männer oder Frauen in Pornos mit extremen Sexualpraktiken tatsächlich so etwas anziehend finden und sich im Alltag auch so verhalten) oder sie in die Tat umsetzen zu wollen. Dies kann im schlimmsten Fall bis hin zu Straftaten führen.
Jedoch wird Masturbation – wie bereits angesprochen – oft als eine Art Schmerzmittel verwendet, um mit Grundemotionen wie Angst, Verletzung, Einsamkeit, aber auch Langeweile oder Ärger und Frustration umzugehen bzw. diese zu betäuben. Dies mag zwar kurzfristig die Emotion in den Hintergrund drängen, langfristig wird es die Situation aber schlimmer machen, da der Ratsuchende so nicht lernen wird, sich diesen Emotionen zu stellen, damit in gesunder Art und Weise umzugehen und die dahinter liegenden legitimen Bedürfnisse angemessen zu befriedigen.
Eine andere Variante ist, dass Masturbation manchmal als eine Art „Ersatz“ verwendet wird. Man sehnt sich sehr nach einer Person, kann diese aber aus welchen Gründen auch immer nicht haben und versucht nun, dieser Sehnsucht – in missglückter Art und Weise – körperlich Ausdruck zu verleihen. Auch hier betäubt Masturbation die Sehnsucht kurzfristig, macht sie aber langfristig noch schlimmer, da sich der Betroffene seinen Emotionen und Bedürfnissen nicht stellt.
Gehen wir noch kurz auf die Kontingenz bei der Beratung ein: Hier ist es wichtig, dass – sofern ratsam und möglich – die Familie und das engere Umfeld (etwa Gemeindeleitung oder Pastor/Priester) in die Beratung mit einbezogen wird und in Absprache mit dem Ratsuchenden ein gemeinsames Vorgehen geplant und strukturiert wird, um zum gewünschten Erfolg zu gelangen. Auch sollte er sich überlegen, mit welchen Menschen er Umgang hat. Es macht etwa wenig Sinn, sich mit früheren Sexpartnern auch weiterhin zu treffen – auch wenn dies mit der besten Absicht geschieht, ja „nur“ einen Kaffee zusammen trinken zu wollen. Hier sollte der Ratsuchende den ehemaligen Bekannten eindeutig verständlich machen, welchen Weg er nun einschlagen möchte, dass es ihm leid tut, dass er seinen Beitrag an einem gemeinsamen sexuell nicht angemessenen Verhalten hatte und dass er nun aber dieses Leben hinter sich lassen möchte und daher vorerst nicht mit Menschen Umgang haben will, die für ihn eine konstante Versuchung darstellen und noch dazu diesen neuen Weg nicht gehen und/oder zumindest respektieren möchten. Er sollte auch vermitteln, dass er diese Menschen als solche auch weiterhin wertschätzt und für sie beten wird.
Dieses Umfeld, das die Kontingenz sicherstellen soll, wird auch wichtig, wenn es um die laufende Übung von neuen Denk- und Verhaltensmustern sowie um die Identitätsfindung geht. Auch kann dieses vertraute und vertrauenswürdige Umfeld dem Ratsuchenden auch beistehen, wenn er emotional überfordert ist und/oder einen Gesprächspartner braucht – oder einfach nur, um gemeinsam sinn- und wertvolle Zeit zu verbringen.
Dieses Umfeld kann somit auch im Bereich der klassischen Konditionierung (Stimuli – etwa wenn es um die Reduzierung von „Triggern“ geht ) als auch der operanten Konditionierung (Verstärkung des Beratungserfolges etwa durch Ermutigung, Schaffung von wertvollen Momenten, gemeinsamen Aktivitäten etc.) wertvolle Dienste leisten – so auch durch Ermutigung und/oder Ermahnung, um den Ratsuchenden zu verhelfen, auf dem Weg zu bleiben, zu dem er sich entschlossen hat.
Was eine gesunde Lebensführung angeht, so mag dieser Aspekt anfangs auf Verwunderung stoßen, ist aber doch eine sinnvolle Ergänzung, gerade bei der Arbeit mit Männern. Hier geht es zum einen um eine gesunde Ernährung, um Ruhe- und Erholungsphasen (vor allem auch in der Natur!), aber auch um körperliche Aktivitäten (ebenfalls vorzugsweise in der Natur) sowie Sport (in Gemeinschaft mit anderen Männern, die für den Beratungserfolg hilfreich sind).

Der wichtigste Pfeiler des Beratungserfolges ist aber die Spiritualität – der christliche Glaube. Aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass eine Motivation, die allein auf psychologischer Basis (oder auf anderen weltlichen Aspekten) gründet, auf die Dauer nur in seltenen Fällen ausreichen wird, um einen bedeutsamen und langfristig stabilen Erfolg zu erzielen.


5. Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins um dieses Themengebiet.


Dieser Punkt hat nur auf den ersten Blick wenig bis gar nichts mit der praktischen Seelsorge zu tun. Tatsächlich aber knüpft er zum einen an den 14. Schritt von Homosexuals Anonymous an, zum anderen schafft er Verständnis für dieses Thema in der Öffentlichkeit. Oft sehen sich Seelsorger, die mit Männern mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen arbeiten, Angriffen (etwa von schwulen Aktivisten) ausgesetzt. Wenn diese Seelsorger nun offen zu dem stehen, was sie da tun und dies auch begründen und gute Argumente hierfür ins Feld führen können, trägt das zu einem Klima bei, das ihre Arbeit erst möglich macht. Wir leben als christliche Seelsorger nicht in einem luftleeren, nicht politischen Raum, sondern haben immer auch einen Auftrag, der über den eigenen Tellerrand hinausgeht. So sollten wir auch den Kontakt zu Organisationen pflegen, die in dieser Richtung tätig sind (siehe die beigefügten Links), ebenso aber auch zu Schulen, Behörden, Gemeinden, politischen Organisationen, Ärzten, Therapeuten und anderen christlichen Seelsorgern. Um hierfür auch fachlich gerüstet zu sein, empfehle ich die Bücher von Joe Dallas vorab zu studieren.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist natürlich auch die persönliche Rechenschaft, ein stabiles Glaubens- und Gemeindeleben, Supervision sowie das Eingebunden-sein in Familie und einem engen Freundeskreis – in Verbindung mit gesunder Lebensführung und regelmäßiger und ausreichender Selbstfürsorge.

D. Schlusswort

Ich hoffe, diese Arbeit hilft christlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, aber auch Menschen allgemein im Umgang mit Männern mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen weiter und befähigt sie, zusammen mit diesen in Liebe und gegenseitiger Wertschätzung ein Stück des Lebensweges zu gehen. Dieses Unterfangen ist mit Sicherheit kein Leichtes, aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, es ist ein sehr Lohnenswertes und erfüllt mich auch nach all den Jahren noch mit Freude und Dankbarkeit. Die vielen Menschen, denen ich bisher begegnet bin, haben mein Leben ungemein bereichert und ich möchte keinen Moment dieser Zeit missen.

München, 18.10.2011

Robert Gollwitzer

Links:


Jason – International Christian Ex-Gay Ministry (affiliated to Homosexuals Anonymous): http://jason-online.webs.com/
Homosexuals Anonymous: http://www.ha-fs.org/
Joe Dallas: http://www.joedallas.com/
Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft: http://www.dijg.de/
Hilfe bei unerwünschter gleichgeschlechtlicher Anziehung: http://www.homosexualitaet-beratung-veraenderung.ch/
Eltern-Ratgeber Homosexualität: http://www.eltern-rat-homosexualitaet.de/
Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung: http://www.hv-cv.de/index.html
JONAH (Jews Offering New Alternatives to Homosexuals): http://www.jonahweb.org/index.php
NARTH – National Association for Research and Therapy of Homosexuality: http://narth.com/

 




CONGREGATION FOR CATHOLIC EDUCATION

Instruction

Concerning the Criteria for the Discernment of Vocations with regard to Persons with Homosexual Tendencies in view of their Admission to the Seminary and to Holy Orders

Introduction
 
In continuity with the teaching of the Second Vatican Council and, in particular, with the Decree Optatam Totius[1] on priestly formation, the Congregation for Catholic Education has published various Documents with the aim of promoting a suitable, integral formation of future priests, by offering guidelines and precise norms regarding its diverse aspects.[2] In the meantime, the 1990 Synod of Bishops also reflected on the formation of priests in the circumstances of the present day, with the intention of bringing to completion the doctrine of the Council on this theme and making it more explicit and effective in today's world. Following this Synod, Pope John Paul II published the Post-Synodal Apostolic Exhortation Pastores Dabo Vobis.[3]

In light of this abundant teaching, the present Instruction does not intend to dwell on all questions in the area of affectivity and sexuality that require an attentive discernment during the entire period of formation. Rather, it contains norms concerning a specific question, made more urgent by the current situation, and that is:  whether to admit to the seminary and to holy orders candidates who have deep-seated homosexual tendencies.

1. Affective Maturity and Spiritual Fatherhood

According to the constant Tradition of the Church, only a baptized person of the male sex[4] validly receives sacred Ordination. By means of the Sacrament of Orders, the Holy Spirit configures the candidate to Jesus Christ in a new and specific way:  the priest, in fact, sacramentally represents Christ, the head, shepherd and spouse of the Church[5]. Because of this configuration to Christ, the entire life of the sacred minister must be animated by the gift of his whole person to the Church and by an authentic pastoral charity[6].

The candidate to the ordained ministry, therefore, must reach affective maturity. Such maturity will allow him to relate correctly to both men and women, developing in him a true sense of spiritual fatherhood towards the Church community that will be entrusted to him[7].

2. Homosexuality and the Ordained Ministry

From the time of the Second Vatican Council until today, various Documents of the Magisterium, and especially the Catechism of the Catholic Church, have confirmed the teaching of the Church on homosexuality. The Catechism distinguishes between homosexual acts and homosexual tendencies.

Regarding acts, it teaches that Sacred Scripture presents them as grave sins. The Tradition has constantly considered them as intrinsically immoral and contrary to the natural law. Consequently, under no circumstance can they be approved.

Deep-seated homosexual tendencies, which are found in a number of men and women, are also objectively disordered and, for those same people, often constitute a trial. Such persons must be accepted with respect and sensitivity. Every sign of unjust discrimination in their regard should be avoided. They are called to fulfil God's will in their lives and to unite to the sacrifice of the Lord's Cross the difficulties they may encounter[8].

In the light of such teaching, this Dicastery, in accord with the Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments, believes it necessary to state clearly that the Church, while profoundly respecting the persons in question[9], cannot admit to the seminary or to holy orders those who practise homosexuality, present deep-seated homosexual tendencies or support the so-called "gay culture"[10].

Such persons, in fact, find themselves in a situation that gravely hinders them from relating correctly to men and women. One must in no way overlook the negative consequences that can derive from the ordination of persons with deep-seated homosexual tendencies.

Different, however, would be the case in which one were dealing with homosexual tendencies that were only the expression of a transitory problem - for example, that of an adolescence not yet superseded. Nevertheless, such tendencies must be clearly overcome at least three years before ordination to the diaconate.

3. Discernment by the Church Concerning the Suitability of Candidates

There are two inseparable elements in every priestly vocation:  the free gift of God and the responsible freedom of the man. A vocation is a gift of divine grace, received through the Church, in the Church and for the service of the Church. In responding to the call of God, the man offers himself freely to him in love[11]. The desire alone to become a priest is not sufficient, and there does not exist a right to receive sacred ordination. It belongs to the Church - in her responsibility to define the necessary requirements for receiving the sacraments instituted by Christ - to discern the suitability of him who desires to enter the seminary[12], to accompany him during his years of formation, and to call him to holy orders if he is judged to possess the necessary qualities[13].

The formation of the future priest must distinctly articulate, in an essentially complementary manner, the four dimensions of formation:  human, spiritual, intellectual and pastoral[14]. In this context, it is necessary to highlight the particular importance of human formation as the necessary foundation of all formation[15]. In order to admit a candidate to ordination to the diaconate, the Church must verify, among other things, that the candidate has reached affective maturity[16].

The call to orders is the personal responsibility of the Bishop[17] or the major superior. Bearing in mind the opinion of those to whom he has entrusted the responsibility of formation, the Bishop or major superior, before admitting the candidate to ordination, must arrive at a morally certain judgment on his qualities. In the case of a serious doubt in this regard, he must not admit him to ordination[18].

The discernment of a vocation and of the maturity of the candidate is also a serious duty of the rector and of the other persons entrusted with the work of formation in the seminary. Before every ordination, the rector must express his own judgment on whether the qualities required by the Church are present in the candidate[19].

In the discernment concerning the suitability for ordination, the spiritual director has an important task. Although he is bound to secrecy, he represents the Church in the internal forum. In his discussions with the candidate, the spiritual director must especially point out the demands of the Church concerning priestly chastity and the affective maturity that is characteristic of the priest, as well as help him to discern whether he has the necessary qualities[20]. The spiritual director has the obligation to evaluate all the qualities of the candidate's personality and to make sure that he does not present disturbances of a sexual nature, which are incompatible with the priesthood. If a candidate practises homosexuality or presents deep-seated homosexual tendencies, his spiritual director as well as his confessor have the duty to dissuade him in conscience from proceeding towards ordination.

It goes without saying that the candidate himself has the primary responsibility for his own formation[21]. He must offer himself trustingly to the discernment of the Church, of the Bishop who calls him to orders, of the rector of the seminary, of his spiritual director and of the other seminary educators to whom the Bishop or major superior has entrusted the task of forming future priests. It would be gravely dishonest for a candidate to hide his own homosexuality in order to proceed, despite everything, towards ordination. Such a deceitful attitude does not correspond to the spirit of truth, loyalty and openness that must characterize the personality of him who believes he is called to serve Christ and his Church in the ministerial priesthood.

Conclusion

This Congregation reaffirms the need for Bishops, major superiors and all relevant authorities to carry out an attentive discernment concerning the suitability of candidates for holy orders, from the time of admission to the seminary until ordination. This discernment must be done in light of a conception of the ministerial priesthood that is in accordance with the teaching of the Church.
Let Bishops, episcopal conferences and major superiors look to see that the constant norms of this Instruction be faithfully observed for the good of the candidates themselves, and to guarantee that the Church always has suitable priests who are true shepherds according to the Heart of Christ.

The Supreme Pontiff Benedict XVI, on 31 August 2005, approved this present Instruction and ordered its publication.

Rome, 4 November 2005, Memorial of St Charles Borromeo, Patron of Seminaries

Cardinal Zenon Grocholewski
Prefect

 J. Michael Miller, C.S.B.
 Tit. Archbp. of Vertara
 Secretary

NOTES

[1] Second Vatican Ecumenical Council, Decree on priestly formation Optatam Totius (28 October 1965):  AAS 58 (1966), 713-727.

 [2]Cf. Congregation for Catholic Education, Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis (6 January 1970; second edition 19 March 1985); The Study of Philosophy in Seminaries (20 January 1972); A Guide to Formation in Priestly Celibacy (11 April 1974); On the Teaching of Canon Law to Those Preparing to be Priests (2 April 1975); The Theological Formation of Future Priests (22 February 1976); Epistula circularis de formatione vocationum adultarum (14 July 1976); Instruction on Liturgical Formation in Seminaries (3 June 1979); Circular Letter Concerning Some of the More Urgent Aspects of Spiritual Formation in Seminaries (6 January 1980); Educational Guidance in Human Love:  Outlines for Sex Education (1 November 1983); Pastoral Care of People on the Move in the Formation of Future Priests (25 January 1986); Guide to the Training of Future Priests Concerning the Instruments of Social Communication (19 March 1986); Circular Letter Concerning Studies of the Oriental Churches (6 January 1987); The Virgin Mary in Intellectual and Spiritual Formation (25 March 1988); Guidelines for the Study and Teaching of the Church's Social Doctrine in the Formation of Priests (30 December 1988); Instruction on the Study of the Fathers of the Church in the Formation of Priests (10 November 1989); Directives Concerning the Preparation of Seminary Educators (4 November 1993); Directives on the Formation of Seminarians Concerning Problems Related to Marriage and the Family (19 March 1995); Instruction to the Episcopal Conferences on the Admission to Seminary of Candidates Coming from Other Seminaries or Religious Families (9 October 1986 and 8 March 1996); The Propaedeutic Period (1 May 1998); Circular Letters Concerning the Canonical Norms relating to Irregularities and Impediments both ad Ordines recipiendos and ad Ordines exercendos (27 July 1992 and 2 February 1999).

[3] Pope John Paul II, Post-Synodal Apostolic Exhortation Pastores Dabo Vobis (25 March 1992):  AAS 84 (1992), 657-864.

[4] Cf. CIC, can. 1024 and CCEO, can. 754; Pope John Paul II, Apostolic Letter Ordinatio Sacerdotalis on reserving priestly ordination to men alone (22 May 1994):  AAS 86 (1994), 545-548.

 [5] Cf. Second Vatican Ecumenical Council, Decree on the ministry and life of priests Presbyterorum Ordinis (7 December 1965), n. 2:  AAS 58 (1966), 991-993; Pastores Dabo Vobis, n. 16:  AAS 84 (1992), 681-682. With regard to the priest's configuration to Christ, Bridegroom of the Church, Pastores Dabo Vobis states that "The priest is called to be the living image of Jesus Christ, the Spouse of the Church.... In his spiritual life, therefore, he is called to live out Christ's spousal love toward the Church, his bride. Therefore, the priest's life ought to radiate this spousal character, which demands that he be a witness to Christ's spousal love" (n. 22):  AAS 84 (1992), 691.

[6] Cf. Presbyterorum Ordinis, n. 14:  AAS 58 (1966), 1013-1014; Pastores Dabo Vobis, n. 23:  AAS 84 (1992), 691-694.

[7] Cf. Congregation for the Clergy, Directory on the Ministry and Life of Priests (31 March 1994), n. 58.

[8] Cf. Catechism of the Catholic Church (editio typica, 1997), nn. 2357-2358. Cf. also the various Documents of the Congregation for the Doctrine of the Faith:  Declaration Persona Humana on certain questions concerning sexual ethics (29 December 1975); Letter Homosexualitatis Problema to the Bishops of the Catholic Church on the pastoral care of homosexual persons (1 October 1986); Some Considerations Concerning the Response to Legislative Proposals on Non-discrimination of Homosexual Persons (23 July 1992); Considerations Regarding Proposals to Give Legal Recognition to Unions Between Homosexual Persons (3 June 2003). With regard to homosexual inclinations, the Letter Homosexualitatis Problema states that "Although the particular inclination of the homosexual person is not a sin, it is a more or less strong tendency ordered toward an intrinsic moral evil; and thus the inclination itself must be seen as an objective disorder" (n. 3).

[9] Cf. Catechism of the Catholic Church (editio typica, 1997), n. 2358; cf. also CIC, can. 208 and CCEO, can. 11.

[10] Cf. Congregation for Catholic Education, A memorandum to Bishops seeking advice in matters concerning homosexuality and candidates for admission to Seminary (9 July 1985); Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments, Letter (16 May 2002):  Notitiae 38 (2002), 586.

[11] Cf. Pastores Dabo Vobis, nn. 35-36:  AAS 84 (1992), 714-718.

[12] Cf. CIC, can. 241 1:  "A diocesan Bishop is to admit to a major seminary only those who are judged qualified to dedicate themselves permanently to the sacred ministries; he is to consider their human, moral, spiritual and intellectual qualities, their physical and psychic health, and their correct intention"; cf. CCEO, can. 342 1.

[13] Cf. Optatam Totius, n. 6:  AAS 58 (1966), 717. Cf. also CIC, can. 1029:  "Only those are to be promoted to orders who, in the prudent judgment of their own Bishop or of the competent major superior, all things considered, have integral faith, are moved by the right intention, have the requisite knowledge, possess a good reputation, and are endowed with integral morals and proven virtues and the other physical and psychic qualities in keeping with the order to be received"; cf. CCEO, can. 758. Not to call to orders those who do not have the necessary qualities is not an unjust discrimination:  cf. Congregation for the Doctrine of the Faith, Some Considerations Concerning the Response to Legislative Proposals on Non-discrimination of Homosexual Persons.

[14] Cf. Pastores Dabo Vobis, nn. 43-59:  AAS 84 (1992), 731-762.

[15] Cf. ibid., n. 43:  "The priest, who is called to be a "living image' of Jesus Christ, head and shepherd of the Church, should seek to reflect in himself, as far as possible, the human perfection which shines forth in the incarnate Son of God and which is reflected with particular liveliness in his attitudes toward others":  AAS 84 (1992), 732.

[16] Cf. ibid., nn. 44 and 50:  AAS 84 (1992), 733-736 and 746-748. Cf. also:  Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments, Circular Letter to the Most Reverend Diocesan Bishops and Other Ordinaries with Canonical Faculties to Admit to Sacred Orders Concerning:  Scrutinies regarding the Suitability of Candidates for Orders (10 November 1997):  Notitiae 33 (1997), 507-518, particularly Enclosure V.

[17] Cf. Congregation for Bishops, Directory for the Pastoral Ministry of Bishops Apostolorum Successores (22 February 2004), n. 88.

[18] Cf. CIC, can. 1052 3:  "If... the Bishop doubts for specific reasons whether a candidate is suitable to receive orders, he is not to promote him". Cf. also CCEO, can. 770.
 
[19] Cf. CIC, can. 1051:  "The following prescripts regarding the investigation about the qualities required in the one to be ordained are to be observed:  ...there is to be a testimonial of the rector of the seminary or house of formation about the qualities required to receive the order, that is, about the sound doctrine of the candidate, his genuine piety, good morals and aptitude to exercise the ministry, as well as, after a properly executed inquiry, about his state of physical and psychic health"
.
[20] Cf. Pastores Dabo Vobis, nn. 50 and 66:  AAS 84 (1992), 746-748 and 772-774. Cf. also Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis, n. 48.

[21] Cf. Pastores Dabo Vobis, n. 69:  AAS 84 (1992), 778.


(Source: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccatheduc/documents/rc_con_ccatheduc_doc_20051104_istruzione_en.html)

Statement of Rabbis

The Committee for the
Declaration on the Torah Approach to Homosexuality
www.TorahDec.org

December 26, 2011
For Immediate Release
[email protected]

Therapy to Help Homosexuals Change Orientation:
Hundreds of Rabbis Say It’s the Only Torah-Approved Way

A coalition of more than 150 Orthodox rabbis, community organizers and leaders, and respected mental-health professionals have released a statement declaring that, political correctness notwithstanding, the only Torah-approved course of action with regard to homosexuality is psychological therapy coupled with teshuva, or repentance.

The document, entitled “Declaration on the Torah Approach to Homosexuality,” seeks to clarify the theological understanding of the Biblically mandated prohibition. It also presents what the authors and signators see as a practical and achievable solution for those faced with same-sex attractions. Its position is that same-sex attractions can be modified and healed.

“The concept that G-d created a human being who is unable to find happiness in a loving relationship unless he violates a biblical prohibition is neither plausible nor acceptable,” says the Declaration, which views same-sex attractions as any other behavior that can be controlled and altered, such as addictions or weight control.

The signators represent the broad spectrum of the Torah-observant world, including Modern Orthodox rabbis, ultra-Orthodox roshei yeshivas as well as some from Yeshiva University, pulpit rabbis, yeshivish and chassidish rabbis, organizational rabbis, Sephardic rabbis, rebbetzins, community organizers, and mental-health professionals.

The timing of the Declaration to coincide with Chanukah, which celebrates the Jews’ resistance to forced Hellenization, was not coincidental. Homosexuality was one of the hallmarks of ancient Greek culture.

The timeless and immutable Torah-based conviction regarding the unacceptability of homosexual behavior motivated the authors and signators of the Declaration.

Dismissing the modern trend, even in some religious circles, to view homosexuality as a permanent, unchangeable characteristic or trait, the statement “emphatically rejects the notion that a homosexually inclined person cannot overcome his or her inclination and desire.”

“Behaviors are changeable. The Torah does not forbid something which is impossible to avoid,” says the statement.

The Declaration, which was written by a 25-member committee consisting of rabbis, parents, “strugglers” (those still undergoing therapy), and “success stories” (those who underwent therapy and today are living heterosexual lives, many with spouses and children), rejects efforts by secularists and some in the religious community to downplay or deny totally the possibility of change. Further, the Declaration recognizes that those who dismiss the possibility of change are forcing individuals with same-sex attractions to live their lives as either homosexuals or celibates.

 “Abandoning people to lifelong loneliness and despair by denying all hope of overcoming and healing their same-sex attraction is heartlessly cruel,” says the statement.

The treatment recommended in the statement is reparative or gender-affirming therapy, which the Declaration defines as “reinforcing the natural gender-identity of the individual by helping him or her understand and repair the emotional wounds that led to its disorientation and weakening, thus enabling the resumption and completion of the individual’s emotional development.”

Teshuva, which the statement sees as a necessary component, is the Torah-mandated “self-motivated process of turning away from any transgression or sin and returning to G-d and one’s spiritual essence.”

“These processes are typically facilitated and coordinated with the help of a specially trained counselor or therapist working in conjunction with a qualified spiritual teacher or guide. There is no other practical, Torah-sanctioned solution for this issue,” says the statement.

The statement goes out of its way to caution against castigation of the individual suffering from an unwanted same-sex attraction. “The key point to remember is that these individuals are primarily innocent victims of childhood emotional wounds. They deserve our full love, support, and encouragement in their striving towards healing,” says the Declaration.

Because so many of the committee’s members have either formerly dealt with the issue or are still undergoing therapy, the entire committee decided to keep its membership anonymous.

“Our identity isn’t important; our message is,” said one of the members.

According to the member, the purpose of the Torah Declaration is to help Jews who “have become confused on this issue and have become accepting of some false notions,” including the concept “that a person cannot control his ‘nature’ and, therefore, should accept his prohibited inclination as something natural and normal that does not need to be worked on and healed.”

The member said that many of the committee’s “success stories” are now married to women who are fully aware of their husbands’ backgrounds and are living family-oriented lives in the mainstream Orthodox community.

While the members of the committee have requested anonymity, the signators, many of them world-renowned, have gone public with the Declaration. Their names and affiliations, as well as the full Declaration on the Torah Approach to Homosexuality and other pertinent information, can be accessed at www.TorahDec.org.
For more information, members of the press can contact our press representative, who has agreed to field questions from the press, act as a liaison between members of the committee and the press, and, when possible, facilitate interviews with signators. Our press representative can be reached at [email protected]

(Source: http://www.torahdec.org/PR.aspx)

Homosexual "Marriage"

Okay, this week I’m going to take on the issue of homosexual marriage. A few months ago, someone sent me an article entitled: “An Ever-Changing Union” – which was basically an apologetic for homosexual marriage – and asked me to comment on it. So, that’s what I’m going to do here.

First I will give you the article in its entirety, then I will repeat the article with my comments interspersed throughout.

One thing to note here, is that a number of the objections I raise below to this article are common sense objections that can be applied in a lot of other situations like this. A lot of people write me week in and week out asking me to comment on this or that article they’ve read, or video that they’ve seen, that is challenging the Church’s doctrinal or moral teaching, and has caused them some consternation or has given them difficulty in coming up with a response. The arguments and logic I use below can often be used to respond to a lot of these type of articles and videos.
Challenge/Response/Strategy

An Ever–Changing Union (How marriage has changed over centuries.)
Critics of gay marriage see it as an affront to sacred, time–tested traditions. How has marriage been defined in the past?

From: The Week, June 1, 2012   
 
Has marriage always had the same definition?
Actually, the institution has been in a process of constant evolution. Pair–bonding began in the Stone Age as a way of organizing and controlling sexual conduct and providing a stable structure for child–rearing and the tasks of daily life. But that basic concept has taken many forms across different cultures and eras. “Whenever people talk about traditional marriage or traditional families, historians throw up their hands,” said Steven Mintz, a history professor at Columbia University. “We say, ‘When and where?’”

The ancie nt Hebrews, for instance, engaged in polygamy — according to the Bible, King Solomon had 700 wives and 300 concubines — and men have taken multiple wives in cultures throughout the world, including China, Africa, and among American Mormons in the 19th century. Polygamy is still common across much of the Muslim world. The idea of marriage as a sexually exclusive, romantic union between one man and one woman is a relatively recent development. Until two centuries ago, said Harvard historian Nancy Cott, “monogamous households were a tiny, tiny portion” of the world population, found in “just Western Europe and little settlements in North America.”

When did people start marrying?

The first recorded evidence of marriage contracts and ceremonies dates to 4,000 years ago, in Mesopotamia. In the ancient world, marriage served primarily as a means of preserving power, with kings and other members of the rulin g class marrying off daughters to forge alliances, acquire land, and produce legitimate heirs. Even in the lower classes, women had little say over whom they married. The purpose of marriage was the production of heirs, as implied by the Latin word matrimonium, which is derived from mater (mother).

When did the church get involved?

In ancient Rome, marriage was a civil affair governed by imperial law. But when the empire collapsed, in the 5th century, church courts took over and elevated marriage to a holy union. As the church’s power grew through the Middle Ages, so did its influence over marriage. In 1215, marriage was declared one of the church’s seven sacraments, alongside rites like baptism and penance. But it was only in the 16th century that the church decreed that weddings be performed in public, by a priest, and before witnesses.

What role did love play?

For most of human his tory, almost none at all. Marriage was considered too serious a matter to be based on such a fragile emotion. “If love could grow out of it, that was wonderful,” said Stephanie Coontz, author of Marriage, a History. “But that was gravy.” In fact, love and marriage were once widely regarded as incompatible with one another. A Roman politician was expelled from the Senate in the 2nd century B.C. for kissing his wife in public — behavior the essayist Plutarch condemned as “disgraceful.” In the 12th and 13th centuries, the European aristocracy viewed extramarital affairs as the highest form of romance, untainted by the gritty realities of daily life. And as late as the 18th century, the French philosopher Montesquieu wrote that any man who was in love with his wife was probably too dull to be loved by another woman.

When did romance enter the picture?

In the 17th and 18th centuries, when Enlightenm ent thinkers pioneered the idea that life was about the pursuit of happiness. They advocated marrying for love rather than wealth or status. This trend was augmented by the Industrial Revolution and the growth of the middle class in the 19th century, which enabled young men to select a spouse and pay for a wedding, regardless of parental approval. As people took more control of their love lives, they began to demand the right to end unhappy unions. Divorce became much more commonplace.

Did marriage change in the 20th century?

Dramatically. For thousands of years, law and custom enforced the subordination of wives to husbands. But as the women’s–rights movement gained strength in the late 19th and 20th centuries, wives slowly began to insist on being regarded as their husbands’ equals, rather than their property. “By 1970,” said Marilyn Yalom, author of A History of the Wife, “marriage law had become gender–neutral in Western democracy.” At the same time, the rise of effective contraception fundamentally transformed marriage: Couples could choose how many children to have, and even to have no children at all. If they were unhappy with each other, they could divorce — and nearly half of all couples did. Marriage had become primarily a personal contract between two equals seeking love, stability, and happiness. This new definition opened the door to gays and lesbians claiming a right to be married, too. “We now fit under the Western philosophy of marriage,” said E.J. Graff, a lesbian and the author of What Is Marriage For? In one very real sense, Coontz says, opponents of gay marriage are correct when they say traditional marriage has been undermined. “But, for better and for worse, traditional marriage has already been destroyed,” she says, “and the process began long before anyone even dreamed of legalizing same–sex m arriage.”

Gay ‘marriage’ in medieval Europe

Same–sex unions aren’t a recent invention. Until the 13th century, male–bonding ceremonies were common in churches across the Mediterranean. Apart from the couples’ gender, these events were almost indistinguishable from other marriages of the era. Twelfth–century liturgies for same–sex unions — also known as “spiritual brotherhoods” — included the recital of marriage prayers, the joining of hands at the altar, and a ceremonial kiss. Some historians believe these unions were merely a way to seal alliances and business deals. But Eric Berkowitz, author of Sex and Punishment, says it is “difficult to believe that these rituals did not contemplate erotic contact. In fact, it was the sex between the men involved that later caused same–sex unions to be banned.” That happened in 1306, when the Byzantine Emperor Andronicus II declared such ceremonies, along with sorcery and incest, to be unchristian.




An Ever–Changing Union (How marriage has changed over centuries.)
Critics of gay marriage see it as an affront to sacred, time–tested traditions. How has marriage been defined in the past?

From: The Week, June 1, 2012   

Has marriage always had the same definition?

Actually, the institution has been in a process of constant evolution. Pair–bonding began in the Stone Age as a way of organizing and controlling sexual conduct and providing a stable structure for child–rearing and the tasks of daily life. But that basic concept has taken many forms across different cultures and eras. “Whenever people talk about traditional marriage or traditional families, historians throw up their hands,” said Steven Mintz, a history professor at Columbia University. “We say, ‘When and where?’”

The ancient Hebrews, for instance, engaged in polygamy — according to the Bible, King Solomon had 700 wives and 300 concubines — and men have taken multiple wives in cultures throughout the world, including China, Africa, and among American Mormons in the 19t h century. Polygamy is still common across much of the Muslim world. The idea of marriage as a sexually exclusive, romantic union between one man and one woman is a relatively recent development. Until two centuries ago, said Harvard historian Nancy Cott, “monogamous households were a tiny, tiny portion” of the world population, found in “just Western Europe and little settlements in North America.” 

My Comments:

Okay, first thing to notice is that nowhere do we have any actual references to back up the claims made here.  Is any scholarly or even pseudo–scholarly work referenced?  No!  For example, the claim that: “Pair–bonding began in the Stone Age as a way of organizing and controlling sexual conduct and providing a stable structure for child–rearing and the tasks of daily life,” how does the author know that?  On what does he base his claim?  ; Is there some historical document that is at least 4000 years old that the author can point to that says men and women started “pair–bonding” in order to control sexual conduct?  No.  In other words, that’s just a guess.  Even if the author had referenced some archeologist, it would still just be a guess – pure speculation, in other words – on the part of that archeologist.  There is no proof to back such a claim.

So, the author starts off this tour of the history of marriage with nothing more than a wave of the hand and “Poof!” we have “pair–bonding” for controlling sexual conduct as the first form of marriage.  Notice a couple of elements of trickery here, though.  He didn’t call it “marriage,” rather it is referred to as “pair–bonding.”  Why?  Because he basically is saying, that the history of marriage begins with a union b etween one man and one woman.  Yet, he goes on to claim later in the article that what we now call “traditional” marriage – the union of one man and one woman –  is a relatively recent invention.  He is, in essence, contradicting himself.  So, he has to disguise the contradiction by using the term “pair–bonding” rather than the term “marriage.” 

Furthermore, the author goes on to say, “But that basic concept [union between one man and one woman] has taken many forms across different culture and eras.”  “Many forms?”  Really?  He names one other – polygamy.  And, he mentions the example of the many wives of King Solomon to claim, “The ancient Hebrews, for instance, engaged in polygamy – according to the Bible.”  Of course, he would never take the Bible as an authority on anything that might contradict his point of view.& #160; For instance, in the beginning, way before Solomon, we see talk of marriage – one man and one woman – in Genesis 2:24.  Cain is also mentioned as having one wife.  The first time we see someone mentioned as having two wives is in Gen 4:19, when it says that Lamech took two wives.  So, one may assume that none of his forebears did.  But Lamech seemed to be a pretty nasty dude (Gen 4:23–24), and he was of the line of Cain.  

We also see that Noah only had one wife, as did each of Noah’s sons.  Abraham only had one wife, and when she died, he took another wife.  So, he had two wives, but one at a time.  Lot only had one wife.  Isaac had only one wife.  Jacob had two wives, but he only wanted one – he was tricked into marrying one of them.  It seems that, from the beginning, the biblical norm is one man and one woman for marriage.  The exception to this rule is usually amon g the kings – David and Solomon, for example – and not among the normal folks.  But, of course, that would not be a good thing to point out when you are trying to make the case that “traditional” marriage really isn’t “traditional,” so the author avoids such inconvenient facts.  And, even in the polygamous unions, what do we see?  Husbands and wives.  Men and women.  Never men with men or women with women. 

Oh, and notice, the author throws in a quote from some historian at Columbia to give scholarly respectability to his claim.  But, again, no source is given that one could follow up on the quote to find out more about the context, or anything else.  And, who is this historian?  Is he an atheist?  Is he homosexual?  How do we know we can trust the accuracy of anything he has to say  We don’t. 

Then, there is this quote from a Harvard historian, “ ;The idea of marriage as a sexually exclusive, romantic union between one man and one woman is a relatively recent development.”  How can that be when I’ve just given a number of examples from the ancient world that say otherwise?  She then goes on to say that until 200 yrs. ago, monogamous households were a “tiny, tiny portion” of the world population.  Are you given any statistics?  Any citations?  Again, no.  If that’s true, then what happened 200 years ago that changed the entire world to all of a sudden believing in monogamous relationships?  Why do we have mostly monogamous relationships among the relatively areligious Chinese?  Why do we have monogamous relationships among the Hindus in India?  Amoong the Japanese?  Among the Africans?  What changed everything 200 years ago?  Sorry, but I just don’t buy it.  

What historians teach is quite often influenced by what historians believe, or don’t believe.  If they believe in homosexual “marriage,” then, lo and behold, history will help them make their case.  If they don’t believe in God, then they don’t believe Jesus was truly an historical figure.  Objectivity in the sciences is a rare thing these days.

All in all, this is a pretty weak – if not somewhat dishonest – foundation for the case the author is trying to make in this article. 

When did people start marrying?

The first recorded evidence of marriage contracts and ceremonies dates to 4,000 years ago, in Mesopotamia. In the ancient world, marriage served primarily as a means of preserving power, with kings and other members of the ruling class marrying off daughters to forge alliances, acquire land, and produce legitimate heirs. Even in the lower classes, women had little say over whom they married. The purpose of ma rriage was the production of heirs, as implied by the Latin word matrimonium, which is derived from mater (mother).

My Comments:

Multiple problems here.  “The first recorded evidence of marriage contracts and ceremonies dates to 4,000 years ago.”  First “recorded” evidence.  So, that is when they date the beginning of marriage.  Did they ever consider that., since reading and writing weren’t that big of a deal to most folks thousands of years ago, that there may have been marriage contracts and ceremonies for thousands of years beforehand but the records of such just didn’t carved in stone?  Of course not.  That’s why they used the term “pair–bondings,” because they have evidence of men and women living together during the Stone Age, but they don’t have written evidence of marriage contracts from the Stone Age, so the author used the term “pair–bondings” instead of marriage.  How disingenous is that?!

And, instead of “pair–bonding” for controlling sexual conduct, it’s now marriage for the preservation of power.  But, once again, the author fails to focus on the fact that it is the kings and rulers who married for that reason.  No mention of this being the “primary” reason for marriage in the lower classes.  And, the author points out that “women had little say over whom they married.”  No mention, however, of the fact that in arranged marriages, the men often didn’t have any say over who they married either.  Inconvenient fact.  And, the purpose of marriage is now for the production of heirs.  Evidence?  Just another claim thrown out there without anything to back it up.  Although, I would agree with the claim in part, although instead of using the term, “heirs,” I would use the term “children.”  Yes, one of the purposes of marriage, then and now, is to produce children.  That is what we call, “traditional” marriage.  Notice, though, how he makes it seem as if love played no role whatsoever in marriage.  I’ll address that momentarily.

When did the church get involved?

In ancient Rome, marriage was a civil affair governed by imperial law. But when the empire collapsed, in the 5th century, church courts took over and elevated marriage to a holy union. As the church’s power grew through the Middle Ages, so did its influence over marriage. In 1215, marriage was declared one of the church’s seven sacraments, alongside rites like baptism and penance. But it was only in the 16th century that the church decreed that weddings be performed in public, by a priest, and before witnesses.

My Comments:

Sorry, but there is plenty of evidence to show that the Church was involved with marriage from the very beginning of the Church. 

St. Augustine in his “Of the Good of Marriage,” chapter 24, says, “Among all people and all men the good that is secured by marriage consists in the offspring and in the chastity of married fidelity; but, in the case of God’s people [the Christians], it consists moreover in the holiness of the sacrament, by reason of which it is forbidden, even after a separation has taken place, to marry another as long as the first partner lives . . .”   This shows that the Church considered marriage a sacrament, and there is no way the Church would have allowed civil authorities to conduct a sacrament of the Church. 

Furthermore, do you think the Jews went to Roman civil authorities to be married?  Of course not.  Well, since the first Christians were Jews, do you think they went to the Roman civil authorities to be married?  Again, of course not.  Do you think the Christians of the first few centuries, who were often being persecuted by Rome, would have been regularly going to Roman civil authorities in order to get married?  Oh, no doubt, right? 

Then, he goes on to declare that marriage wasn’t declared a sacrament until 1215.  But, I just quoted St. Augustine, from 700+ years earlier, calling marriage a sacrament.  And there are a number of other Church Fathers who do the same, either directly or indirectly, such as Ambrose in the 4th century and Tertullian in the 2nd century.  This paragraph is completely without merit and really shows that the author is not at all credible, but is merely putting forth whatever is necessary to further his agenda.   

What role did love play?

For most of human history, almost none at all. Marriage was considered too seri ous a matter to be based on such a fragile emotion. “If love could grow out of it, that was wonderful,” said Stephanie Coontz, author of Marriage, a History. “But that was gravy.” In fact, love and marriage were once widely regarded as incompatible with one another. A Roman politician was expelled from the Senate in the 2nd century B.C. for kissing his wife in public — behavior the essayist Plutarch condemned as “disgraceful.” In the 12th and 13th centuries, the European aristocracy viewed extramarital affairs as the highest form of romance, untainted by the gritty realities of daily life. And as late as the 18th century, the French philosopher Montesquieu wrote that any man who was in love with his wife was probably too dull to be loved by another woman.

My Comments:

“For most of human history,” love played no role in marriage at all?  Again…really?!  ; Did they interview people from 4000 years ago?  2000 years ago?  1000 years ago?  300 years ago?  What a bunch of garbage.  Have they ever read the story of Isaac and Rebekah?  How Isaac worked for years for Rebekah’s dad so that he could marry her?  And it says in Gen 24:67, that Isaac “loved her.”  And, when reading about Abraham and Sarah, do you not get the sense that Abraham loved her?  And what about Adam and Eve?  When Adam first meets Eve, what he has to say sounds a bit like love to me?  What about Ephesians 5:25, “Husbands, love your wives.”  No, of course marriage had nothing to do with love, even though the Christian concept of marriage is that it is patterned on the love of Jesus for His Church. 

And look at the example from Rome that is given to show that “love and marriage were once widely regarded as incompatible with one another” – Plutarc h condemned a public display of affection as “disgraceful.”  Does that mean that Plutarch considered the man loving his wife as being disgraceful, or was it the public display of this affection that got him so worked up?  Also, Montesquieu is quoted to prove the author’s point, but nowhere is Shakespeare and all of his writing about love quoted.  Inconvenient facts.

When did romance enter the picture?
In the 17th and 18th centuries, when Enlightenment thinkers pioneered the idea that life was about the pursuit of happiness. They advocated marrying for love rather than wealth or status. This trend was augmented by the Industrial Revolution and the growth of the middle class in the 19th century, which enabled young men to select a spouse and pay for a wedding, regardless of parental approval. As people took more control of their love lives, they began to demand the right to end unhappy unions. Divo rce became much more commonplace.

My Comments:

More garbage.  I guess the author has never read the Song of Songs.  Also, I guess the author is unaware of the fact that divorce was apparently a fairly common phenomenon in the ancient Near East.  All you have to do is read Matthew 19 to find that out.  So his assertion that divorce really wasn’t common until the 19th century simply does not hold water.  But, all of that is pretty much irrelevant anyway.  So what if divorce was common or not?  That does nothing to change the underlying reality that marriage has been, for thousands of years, primarily the union of one man and one woman.  Whether the divorce rate is high or low, it doesn’t change the fact that marriage was between a man and a woman.  That did not change.  So, it is not an “ever–changing union” as the title of the article would like you to beli eve.

Did marriage change in the 20th century?

Dramatically. For thousands of years, law and custom enforced the subordination of wives to husbands. But as the women’s–rights movement gained strength in the late 19th and 20th centuries, wives slowly began to insist on being regarded as their husbands’ equals, rather than their property. “By 1970,” said Marilyn Yalom, author of A History of the Wife, “marriage law had become gender–neutral in Western democracy.” At the same time, the rise of effective contraception fundamentally transformed marriage: Couples could choose how many children to have, and even to have no children at all. If they were unhappy with each other, they could divorce — and nearly half of all couples did. Marriage had become primarily a personal contract between two equals seeking love, stability, and happiness. This new definition opened the door to g ays and lesbians claiming a right to be married, too. “We now fit under the Western philosophy of marriage,” said E.J. Graff, a lesbian and the author of What Is Marriage For? In one very real sense, Coontz says, opponents of gay marriage are correct when they say traditional marriage has been undermined. “But, for better and for worse, traditional marriage has already been destroyed,” she says, “and the process began long before anyone even dreamed of legalizing same–sex marriage.”

My Comments:

The fact that women gained more rights in the 20th century is not the same thing as saying that marriage changed in the 20th century.  Yes, the relationship between husband and wife evolved in the 20th century, but it was still the relationship between the husband and the wife – one man and one woman – that changed.  It was not marriage itself that changed.  That’ ;s like me saying since my daughter has changed between the age of 4 and the age of 12, she is no longer the same person.  She is the same person, she’s just different in how she looks, how she acts, etc.  A change in the particulars of marriage – the relationship between husband and wife, the divorce rate, marriage law, the view of society towards marriage, and so on – is simply not the same as a change in marriage. Such an assertion is the product of faulty reasoning.  “What a maroon,” my friend Bugs would say.  Marriage, throughout the 20th century, was always a union between one man and one woman, and that relationship can be traced all the way back, using the author’s own words, to the Stone Age.  

I love the two sentences, one right before the other: “Marriage had become primarily a personal contract between two equals seeking love, stability, and happiness,” is preceded by, “If t hey were unhappy with each other, they could divorce – and nearly half of all couples did.”  So much for love and stability and happiness.  The author is pretty much blind to the fact that so many of the problems we have with divorce and unhappiness in marriage, are because people have lost the true sense of what marriage is.  They expect it to be something that it is not.  Instead of viewing it as a lifelong sacramental union between one man and one woman which requires hard work and sacrifice and unselfishness to make work – they view it like my younger kids view their toys: they play with them for a little while, and then when they get bored with a particular toy, they just toss it aside.  If you think the primary purpose of marriage is for you to be happy, you’ve got a problem from the outset.  You can be truly happy in marriage, but that comes from sacrificing yourself for others, the way Jesus sacrificed Himself for the Church.  

Gay ‘marriage’ in medieval Europe

Same–sex unions aren’t a recent invention. Until the 13th century, male–bonding ceremonies were common in churches across the Mediterranean. Apart from the couples’ gender, these events were almost indistinguishable from other marriages of the era. Twelfth–century liturgies for same–sex unions — also known as “spiritual brotherhoods” — included the recital of marriage prayers, the joining of hands at the altar, and a ceremonial kiss. Some historians believe these unions were merely a way to seal alliances and business deals. But Eric Berkowitz, author of Sex and Punishment, says it is “difficult to believe that these rituals did not contemplate erotic contact. In fact, it was the sex between the men involved that later caused same–sex unions to be banned.” That happened in 1306, when the Byzantine Emperor Andronicus II declared such ceremonies, along with sorcery and incest, to be unchristian.

My Comments:

This makes me want to puke.  First of all, to quote the author of a book entitled, “Sex and Punishment,” on anything concerning marriage is problematic in the first place.  Here we have another example of unsubstantiated claims just being tossed out there like facts.  Medeival male bonding ceremonies are called “same–sex unions,” as if they were the same thing as homosexual marriages?!  Really?!  So if my buddies and I go to a particular sports bar every Saturday, at the same time, to watch college football – does that ritual mean that we have entered into a same–sex union?  “Male bonding rituals were common in churches across the Meditteranean.”  Evidence?  Citations?  Let’s say, for the sake of argument, that that was true.  What did these ceremonies consist of?  Were these single men, or possibly married men?  What was the intent – fraternity, comrades–in–arms?  Well, according to Eric Berkowitz, author of “Sex and Punishment,” it is “difficult to believe that these rituals did not contemplate erotic contact.”  Really?!  It’s not very difficult for me to believe that, but I guess if you have a perverted mind, it might not be that difficult to imagine. 

Finally, the claim that “traditional marriage has already been destroyed,” is a bit premature, I do believe.  I am in a traditional marriage.  Most people I know are in traditional marriages.  But, they have to make that claim so that no one can point a finger at same sex marriage as being problematic.  I do agree that same sex marriage is not the cause of why traditional marriage is in trouble, it is merel y a sympton.  A sympton of a sick society that has turned its back on God and on centuries old Judeo–Christian values – the values that made Western civilization flourish. 

Last thing, notice how the homosexual marriage advocates cite the rise of contraception as a major contributing factor to this movement.  I wish those priests who believe contraception is no big deal and, therefore, never say anything to their flocks about it, will open their eyes and see that even the folks on the other side recognize the truth spoken by the Church in this regard.

In Conclusion

Whenever you come across garbage like this article, first thing to notice is all of the unsubstantiated claims put out there as if they were stone cold facts. Secondly, look for the inconsistencies. This article tries to make it look like “traditional marriage” is a relatively recent phenomenon, but if you read closely, you realize that they are actually admitting traditional marriage can be traced back to the Stone Age. Notice, too, how some of the facts the author presents, are flat out wrong. In this article, the assertion of the Church not declaring marriage a sacrament until 1215 A.D. is a perfect example of this. Finally, pay attention to how the folks who do these things are very selective in their citations. They’ll cite something in the Bible, for example, that appears, at first glance, to support their argument, but they then ignore biblical examples that blow their argument out of the water. Or they cite some oddball in history who said something that supports their argument, while ignoring a whole bunch of other folks in history who said or did things that contradict their argument. Selective citation based on a pre-determined outcome.

(Source: The Bible Christian Society/John Martignoni. www.biblechristiansociety.com)

Used with permission.

The APA

Clarifying The Misinformation About Homosexuality
Attributed To The APA – American Psychiatric Association
And To The APA – American Psychological Association

According to the APA – American Psychological Association, as of Dec 2011 there are no scientific findings that a person is born homosexual. “No findings have emerged that permit scientists to conclude that sexual orientation is determined by any particular factor or factors.”
The 1973 APA – American Psychiatric Association’s decision to remove homosexuality from the list of mental illnesses (DSM) was not based on any new scientific or psychological findings regarding homosexuality. In addition the APA acknowledged that “a significant proportion of homosexuals” can “change their sexual orientation.”
A 2010 peer reviewed study published in The Journal of Men’s Studies found that men experiencing unwanted homosexual attractions seeking sexual orientation change experienced “a decrease in homosexual feelings and behavior, an increase in heterosexual feelings and behavior, and a positive change in psychological functioning.”
The political correctness of the APAs and their loss of scientific objectivity.
Past APA President, Dr. Nicholas Cummings, testifying how the “APA is politically based rather than scientifically based” as well as “confirming the research that reports that change is possible.”
Dr. Jeffrey Satinover M.D., Ph.D in his book titled: Homosexuality and the Politics of Truth, expands upon how the APA was “driven by politics, not science.”
APAs’ political bias on reparative or change therapy is blatant. They cite no scientific studies of harm. Rather, they use terms such as “expressed concerns” “no scientifically adequate research to show that therapy is safe or effective.” “it seems likely promotion of change therapies reinforces stereotypes.”
Dr. A. Dean Byrd, Ph.D., MBA, MPH reviews a book titled: Destructive Trends in Mental Health: The Well-Intentioned Path to Harm. (Edited by Rogers H. Wright and Nicolas A. Cummings, 2005.) The book exemplifies how “The APA has chosen ideology over science.”

Fact 1:

According to the APA – American Psychological Association, as of Dec 2011 there are no scientific findings that a person is born homosexual. “No findings have emerged that permit scientists to conclude that sexual orientation is determined by any particular factor or factors.”

Excerpt:

“There is no consensus among scientists about the exact reasons that an individual develops a heterosexual, bisexual, gay, or lesbian orientation. Although much research has examined the possible genetic, hormonal, developmental, social, and cultural influences on sexual orientation, no findings have emerged that permit scientists to conclude that sexual orientation is determined by any particular factor or factors.”

Fact 2:

The 1973 APA – American Psychiatric Association’s decision to remove homosexuality from the list of mental illnesses (DSM) was not based on any new scientific or psychological findings regarding homosexuality. In addition the APA acknowledged that “a significant proportion of homosexuals” can “change their sexual orientation.”

The following are excerpts from the official policy document on homosexuality approved by APA Assembly and Board of Trustees. “These are position statements that define APA official policy on specific subjects.”

Excerpts:

“Modern methods of treatment enable a significant proportion of homosexuals who wish to change their sexual orientation to do so.”

“…We acknowledge that by itself [homosexuality] does not meet the requirements for a psychiatric disorder. Similarly, by no longer listing it as a psychiatric disorder we are not saying that it is ‘normal’ or as valuable as heterosexuality.”

“…Psychiatrists… will continue to try to help homosexuals who suffer from what we can now refer to as Sexual orientation disturbance, helping the patient accept or live with his current sexual orientation, or if he desires, helping him to change it.”

“…No doubt, homosexual activist groups will claim that psychiatry has at last recognized that homosexuality is as ‘normal’ as heterosexuality. They will be wrong. In removing homosexuality per se from the nomenclature we are only recognizing that by itself homosexuality does not meet the criteria for being considered a psychiatric disorder. We will in no way be aligning ourselves with any particular viewpoint regarding the etiology or desirability of homosexual behavior.”

“…Therefore, this change should in no way interfere with or embarrass those dedicated psychiatrists and psychoanalysts who have devoted themselves to understanding and treating those homosexuals who have been unhappy with their lot. They, and others in our field, will continue to try to help homosexuals who suffer from what we can now refer to as Sexual orientation disturbance, helping the patient accept or live with his current sexual orientation, or if he desires, helping him to change it.”

Fact 3:

2010 peer reviewed study published in The Journal of Men’s Studies found that men experiencing unwanted homosexual attractions seeking sexual orientation change experienced “a decrease in homosexual feelings and behavior, an increase in heterosexual feelings and behavior, and a positive change in psychological functioning.”

NARTH Summary of a Newly Published Study on Sexual Orientation Change Efforts

Summary Written by Benjamin Erwin, Ph.D.

Karten, E. Y., & Wade, J. C. (2010). Sexual orientation change efforts in men: A client perspective. The Journal of Men’s Studies, 18, 84-102.

March 1st, 2010 - Dr. Elan Y. Karten and Dr. Jay C. Wade authored a study published in the Journal of Men’s Studies investigating the social and psychological characteristics of men experiencing unwanted homosexual attractions seeking sexual orientation change efforts (SOCE). This study was based on Dr. Karten’s doctoral dissertation at Fordham University, New York, under the direction of Dr. Jay Wade.

Karten and Wade make both timely and significant contributions to the body of evidence understanding SOCE. They investigated self-reported change, which factors were statistically associated with change, and which treatment interventions and techniques were perceived by clients to be most helpful. The authors specifically investigated whether male identity, sexual identity, high religiosity, psychological relatedness to other men, gender role conflict regarding affection between men, and marital status would be related to self-reported change in sexual and psychological functioning.

Karten & Wade found that overall clients experienced “a decrease in homosexual feelings and behavior, an increase in heterosexual feelings and behavior, and a positive change in psychological functioning.” The researchers discovered that the most significant factors correlating to successful SOCE were reduced conflict in expressing nonsexual affection with other men, being married, and feeling disconnected with men prior to treatment.

This study provides significant empirical evidence to factors related to SOCE. Although several meta-analysis reviews have shown the efficacy of SOCE (e.g. Byrd & Nicolosi, 2002; Jones & Yarhouse, 2000), Karten and Wade provide insight into which factors play a significant role in the change process. Such factors, like reduced conflict in expressing nonsexual affection with men, provide valuable empirical evidence that homosexual thoughts and feelings are greatly influenced by social and psychological factors. Such factors include one’s sense of gender identity and relatedness to other men. Daryl Bem’s theory, that the “Exotic Becomes Erotic,” is another way to summarize this social constructive viewpoint. This suggests that the absence/presence of healthy male relationships plays a critical role in the development/treatment of homosexuality.

For clinicians and clients currently involved with SOCE, this study highlights the importance of developing appropriate nonsexual male relationships. Participants perceived the most helpful interventions to be a men’s weekend/retreat, a psychologist, and a mentoring relationship. Considering the above findings regarding the significance of male identity and nonsexual affectionate relationships with other men, it is notable that at least two of these interventions involve healthy relationship development with men. In addition, participants perceived the two most helpful techniques to be understanding better the causes of one’s homosexuality and one’s emotional needs and issues and developing nonsexual relationships with other men.

Karten and Wade also found that SOCE actually helped psychological functioning. This is in direct contradiction to the APA’s executive summary from Appropriate Therapeutic Responses to Sexual Orientation that states “there was some evidence to indicate that individuals experienced harm from SOCE” (pg. 3). Any psychological intervention or technique has the risk to produce uncomfortable feelings and harm. Ethical guidelines dictate that informed consent statements disclose this fact to clients. However, it is a double standard to assume that SOCE produces any significantly different effects for clients than any other form of psychotherapy or counseling. Karten & Wade provide valuable evidence that SOCE is not contraindicated, but in fact helps psychological functioning.

This study reflects that mainstream literature is beginning to give voice to scientific research and empirical inquiry regarding SOCE. Although such research may not be considered politically correct, Karten and Wade should be praised for their courage to investigate such issues, and Fordham University should be lauded for sponsoring it. Karten and Wade have followed similar pioneers such as Dean Byrd who asserts “though such research into sexual reorientation may be viewed as politically incorrect, no longer can it be ignored. Sociopolitical concerns must not interfere with the scientist’s freedom to research any reasonable hypothesis, or to explore the efficacy of any reasonable treatment.”

While some would encourage practitioners to provide “affirmative” treatments but “not to aim to alter sexual orientation” (APA’s executive summary, pg. 6), SOCE seeks to honor client self-determination. It is ironic that as society promotes self determination and autonomy, efforts to restrict the research and practice of SOCE actually discriminate against the self determination and autonomy of those with unwanted homosexual attractions. The Journal of Men’s Studies should be commended for their integrity in publishing honest research regardless of popular political sentiment. Perhaps other journals and scholarly publications will follow suit.

Fact 4: The political correctness of the APAs and their loss of scientific objectivity.

Past APA President, Dr. Nicholas Cummings, testifying how the “APA is politically based rather than scientifically based” as well as “confirming the research that reports that change is possible.”

“In a rousing address, American Psychological Association Past-President Dr. Nicholas Cummings shared his experience from his 60-year career as a psychologist and clinician. Dr. Cummings said that he has always been a champion of gay rights, and during his many years of leadership within the American Psychological Association, he influenced the organization to support many causes, including gay issues.

However, as a scientist, he began to have serious concerns over the direction the APA eventually was taking in becoming more influenced by politics than by science. He began to write extensively on the ways that the APA is politically based rather than scientifically based, describing one of his recent books, “Eleven Blunders that Cripple Psychotherapy in America” (Routledge, 2008).

He described his own experience in treating homosexuals for various issues, including men and women who were troubled with unwanted homosexual attractions. Dr. Cummings says he personally worked with homosexual clients who went on to marry and live heterosexual lives, confirming the research that reports that change is possible.”

Dr. Jeffrey Satinover M.D., Ph.D in his book titled: Homosexuality and the Politics of Truth, expands upon how the APA was “driven by politics, not science.”

Excerpt from page 32:

“The APA (American Psychiatric Association) vote to normalize homosexuality was driven by politics, not science. Even sympathizers acknowledged this. Ronald Bayer was then a Fellow at the Hastings Institute in New York. He reported how in 1970 the leadership of a homosexual faction within the APA planned a “systematic effort to disrupt the annual meetings of the American Psychiatric Association.”(3) They defended this method of ‘influence’ on the grounds that the APA represented “psychiatry as a social institution” rather than a scientific body or professional guild.”

APAs’ political bias on reparative or change therapy is blatant. They cite no scientific studies of harm. Rather, they use terms such as “expressed concerns” “no scientifically adequate research to show that therapy is safe or effective.” “it seems likely promotion of change therapies reinforces stereotypes.”

Excerpt:

“All major national mental health organizations have officially expressed concerns about therapies promoted to modify sexual orientation. To date, there has been no scientifically adequate research to show that therapy aimed at changing sexual orientation (sometimes called reparative or conversion therapy) is safe or effective. Furthermore, it seems likely that the promotion of change therapies reinforces stereotypes and contributes to a negative climate for lesbian, gay, and bisexual persons.”

Dr. A. Dean Byrd, Ph.D., MBA, MPH reviews a book titled: Destructive Trends in Mental Health: The Well-Intentioned Path to Harm. (Edited by Rogers H. Wright and Nicolas A. Cummings, 2005.) The book exemplifies how “The APA has chosen ideology over science.”

Excerpt from the review:

“…The authors condemn the APA for providing forums only for their preferred worldviews. They particularly note how psychology is undermined when APA makes resolutions and public policy statements on issues for which there is little or inadequate science. Such prostitution of psychology by activist groups within APA is contributing, they say, to the profession’s demise as a scientific organization. “Psychology and mental health,” Cummings says, “have veered away from scientific integrity and open inquiry, as well as from compassionate practice in which the welfare of the patient is paramount” (p. xiii).

Cummings and Wright note that “psychology, psychiatry, and social work have been captured by an ultraliberal agenda” (p. xiii) with which they personally agree regarding quite a few aspects, as private citizens. However, they express alarm at the damage that such an agenda is wreaking on psychology as a science and a practice, and the damage that is being done to the credibility of psychologists as professionals.

They reference a principle enunciated by former APA president Leona Tyler, where the advocacy of APA as an organization should be based upon “scientific data and demonstrable professional experience,” (p. xiv) leaving individual psychologists or groups of psychologists to advocate as concerned, private citizens. But they decry the “agenda-driven ideologues” in APA who erode psychology as a science. As they note, “The APA has chosen ideology over science, and thus has diminished its influence on the decision-makers in our society” (p. xiv).

…Gay Activism in APA

The issue of homosexuality is illustrative of how political correctness and a narrow definition of “diversity” have dominated APA. Wright notes: In the current climate, it is inevitable that conflict arises among the various subgroups in the marketplace. For example, gay groups within the APA have repeatedly tried to persuade the association to adopt ethical standards that prohibit therapists from offering psychotherapeutic services designed to ameliorate ‘gayness,’ on the basis that such efforts are unsuccessful and harmful to the consumer. Psychologists who do not agree with this premise are termed homophobic.

Such efforts are especially troubling because they abrogate the patient’s right to choose the therapist and determine the therapeutic goals. They also deny the reality of data demonstrating that psychotherapy can be effective in changing sexual preferences in patients who have a desire to do so (pp. xxx).

…The author’s view of the 1973 and 1974 decisions reclassifying homosexuality is worthy of quoting here:

The Diagnostic and Statistical Manual of the American Psychiatric Association yielded suddenly and completely to political pressure when in 1973 it removed homosexuality as a treatable aberrant condition. A political firestorm had been created by gay activists within psychiatry, with intense opposition to normalizing homosexuality coming from a few outspoken psychiatrists who were demonized and even threatened, rather than scientifically refuted.

Psychiatry’s House of Delegates sidestepped the conflict by putting the matter to a vote of the membership, marking the first time in the history of healthcare that a diagnosis or lack of diagnosis was decided by popular vote rather than scientific evidence (p. 9).

The authors do not complain about what was done, but rather, how it was done. The co-author (Cummings) of the chapter not only agrees with the outcome, but in 1974 introduced the successful resolution declaring that homosexuality was not a psychiatric condition. However, the resolution carried with it a “proscription that appropriate and needed research would be conducted to substantiate these decisions.” Cummings “watched with dismay as there was no effort on the part of APA to promote or even encourage such required research” (p. 9).

Unfortunately, both the American Psychiatric Association and the American Psychological Association had established precedents “forever that medical and psychological diagnoses are subject to political fiat” (p. 9). As a result, the authors note, “Diagnosis today in psychology and psychiatry is cluttered with politically correct verbiage, which seemingly has taken precedence over sound professional experience and scientific validation” (p. 9).”

http://narth.com/docs/destructive.html

(Source: The Torah Declaration: http://www.torahdec.org/FatAPA.aspx. Used with permission)

 

ESV Audio Widget: Bible Verses

Genesis 19:1-29

Genesis 1:27-28

Genesis 2:18-24

Leviticus 18:22

Leviticus 20:13

Deuteronomy 22:5

Romans 1:24-27

1 Corinthians 6:9-11

1 Timothy 1:8-10

Free Downloads from Homosexuals Anonymous

GodTube.com

Kardinal Schönborn über Homo-Ehen

Stellungnahme der österreichischen Bischofskonferenz zur Homo-Ehe

Unterschriftenaktion gegen die Homo-Ehe

AirMaria.com: Conf #172: Courage2012-6 - The Varieties of Guilt

AirMaria.com: Conf #168: Courage2012-2 - The Straight Story