Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Glaubensbegründung

"Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt"

(1 Petr 3,15 - Einheitsübersetzung)

"Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen."

(Mk 12, 34 - Einheitsübersetzung)

 

"Glaubensbegründung" ist erst einmal ein Wort, das man so eigentlich nur mit Einschränkungen verwenden kann, dann aber auch etwas, wozu jeder Christ und jede Christin gerufen ist.

Einschränkungen unter anderem deshalb, weil der Glaube an Gott nicht mit dem menschlichen Verstand begr?ndet werden kann. Schlie?lich ist Gott unser aller Fundament und Gr?ndung.

So gesehen ist der Glaube aber keineswegs unvern?nftig oder irrational, sondern im Gegenteil die Vernunft selbst.

Man kann also den Glauben in der Hinsicht begr?nden, dass er zum Glauben hin f?hrt, oder in der Art und Weise, dass man vom Wesen des Glaubens selbst ausgeht und den Beweis zu f?hren versucht, dass er in jeder Beziehung vern?nftig ist.

Wesentliche Teile des Glaubens sind hierbei sowohl die Transzendenz als auch die irdischen Zeichen des G?ttlichen.

 

Was hei?t denn das nun, Glaubensbegr?ndung? Was bedeutet das?

Glaubensbegr?ndung bekennt sich zum einen nat?rlich zu Gott. Darauf aufbauend will sie den Glauben auch vern?nftig erkl?ren und verst?ndlich machen. Hier ist auch ein enger Zusammenhang zur apologetik zu sehen, denn die Glaubensbegr?ndung hei?t ja nichts anderes, als dass man sich unter anderem auch Fragen hinsichtlich des Sinns, der Vernunft & der Wahrheit des Glaubens ausgesetzt sieht bzw. vielleicht sogar Angriffen. In der Glaubensbegr?ndung wird die enge Beziehung zwischen dem rechten Glauben und der rechten Vernunft deutlich. Wichtig auch, zu betonen, dass die Glaubensbegr?ndung nie vollst?ndig (im Sinne von abgeschlossen) ist, da uns der volle Inhalt des Glaubens wohl erst bewusst wird, wenn wir bei Jesus sind. Auch ist die Glaubensbegr?ndung immer von den jeweiligen zeitbedingten Umst?nden gepr?gt, muss also auch in diesem Zusammenhang gesehen werden.

 

Bereits im fr?hen Christentum, gleich nach den Aposteln, wurden Christen teils sehr heftig vom Judentum wie von heidnischen Gelehrten angegriffen und verwendeten unter anderem die Philosophie, um ihren Glauben mittels der Vernunft zu rechtfertigen, zu verteidigen und zu begr?nden. Dies waren die ersten Tage christlicher Aoplogetik, also des Bereiches der Theologie, wo der Glaube gerechtfertigt wird, indem seine Glaubw?rdigkeit dargelegt wird.

Der Glaube kann aber nicht begr?ndet werden, ohne dass man selbst glaubt - oder auch am Glauben vorbei. Auch kann durch Vernunft kein Glaube "erzwungen" werden, weder f?r den den Inhalt noch den Akt des Glaubens. Im Grunde gibt es keine andere "Begr?ndung" des Glaubens als die freie Antwort des Menschen auf den in Liebe erfolgten Ruf Gottes.

Glaubensbegr?ndung hei?t, dass der, der glaubt, sich seinen Glauben nachtr?glich rechtfertigen und gegen Angriffe anderer verteidigen oder deren Fragen beantworten kann. Rechter Glaube und rechte Vernunft sind also eng verbunden. Der Glaube braucht auch die Vernunft.

Nun kann man zwar mit keiner Glaubensbegr?ndung alle m?glichen Fragen beantworten, aber sie ist und bleibt ein wertvolles und notwendiges Mittel. Auch sollte man sich bewusst sein, dass Glaubensbegr?ndung nie abgeschlossen, sondern ein st?ndig fortw?hrender Prozess ist. Warum? Weil sie Bestandteil des Glaubens ist - und der wird sein Ziel erst in der Vollendung im Himmel finden.

(Fortsetzung folgt)

(Quelle: http://www.fernkurs-wuerzburg.de/)

 

Apologist Trent Horn gives Biblical evidence showing the compatibility of Faith and medicine http://www.catholic.com/blog/trent-horn/does-the-bible-promote-faith-healing

Posted by Catholic Answers on Montag, 6. April 2015

Dr. Scott Hahn

Was kann Glaubensbegründung erreichen?

Durch Glaubensbegründung kann man niemanden zum Glauben "zwingen". Man kann aber durchaus den Weg bereiten, der zum Glauben hinführt, Hindernisse auf diesem Weg beseitigen. Ebenso ann man sich selbst und anderen die Vernünftigkeit des eigenen Glaubens deutlich machen.

Gleichzeitig sollte man sich aber bewusst sein, dass sowohl der eigene Glaube wie auch der Glaube der Kirche als ganzer etwas nicht abgeschlossenes ist, etwas, das sich immer weiter entwickelt und verändert und erst bei Jesus in der einstigen Vollendung an sein Ziel kommen wird. Ebenso ist natürlich dann auch die Glaubensbegründung selbst nicht abgeschlossen, da sie ja vom Glauben abhängt.

(Quelle: http://www.fernkurs-wuerzburg.de/)

 

Glaube und Vernunft

Zeigen Sie auf, welche grundsaetzliche Bedeutung der Vernunft bei der Erkenntnis der Glaubenswahrheiten zukommt und wie die Rolle der Vernunft im Wandel der Geschichte jeweils gesehen wurde. Inwiefern ist die heutige Theologie bemueht, sowohl Notwendigkeit wie Grenzen eines von der Vernunft geleiteten Zugangs zum Glauben wahrzunehmen?

 

Gliederung


A. Glaube muss vernunftgemaess sein, da der Mensch ein mit Vernunft ausgestattetes Geschoepf ist


B. 1. Begriffserklaerungen

    1. Was bedeutet “Glaube”?

    2. Was versteht man unter “Vernunft”?

    3. Was ist “Theologie”?

  1. Die grundsaetzliche Bedeutung der Vernunft bei der Erkenntnis der Glaubenswahrheiten

  2. Die Rolle der Vernunft im Wandel der Geschichte

3.1 Mittelalter

    1. Aufklaerung

    2. Reaktionen der Kirche

    3. Erneuerungsbestrebungen

    4. Das II. Vatikanische Konzil

  1. Heutige Theologie

    1. Notwendigkeit eines von der Vernunft geleiteten Zugangs zum Glauben

      1. Glaubensbegruendung

4.1.1.2 Formen der Glaubensbegruendung

4.1.1.3 Kann man Glauben ueberhaupt begruenden?

4.1.1.4 Grundlagen und Bedingungen der Glaubensbegruendung

4.1.1.5 Wesensmerkmale der Glaubensbegruendung

4.1.1.6 Aeltere Religionskritik und Glaubensbegruendung

4.1.1.7 Gottesbeweise

4.1.1.8 Neuere Religionskritik und Glaubensbegruendung

4.1.1.9 Glaubensbegruendung als argumentative Bestreitung der Religionskritik durch erklaerende Auslegung des Atheismus

    1. Religionskritik als argumentative Bestreitung der Sinnhaftigkeit religioeser Aussagen

      1. Glaubensbegruendung als argumentative Bestreitung der Sinnhaftigkeit religionskritischer Aussagen

      2. Religionskritik und Glaubensbegruendung – eine Auseinandersetzung mit offenem Ausgang

4.3 Grenzen eines von der Vernunft geleiteten Zugangs zum Glauben


C. Neue Wege des vernunftgemaessen Zugangs zum Glauben – oder warum die Auseinandersetzung zwischen Religionskritik und Glaubensbegruendung weitergeht

 




 

A. Glaube muss vernunftgemaess sein, da der Mensch ein mit Vernunft ausgestattetes Geschoepf ist


Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen. Das biblische Menschenbild umfasst Soma (Koerper), Psyche und Pneuma (Geist). Christlicher Glaube muss also den Menschen als ganzen ansprechen. Als solcher muss er vernuenftig sein, da er sich auf Gott bezieht und Gott letztlich die Vernunft ueberhaupt, die letzte Vernunft sozusagen ist. Ein Glaube, der nicht vernuenftig ist, wird schnell zum Aberglauben oder gleitet in Fundamentalismus, Radikalitaet, Intoleranz und spirituellen Hochmut ab. Glaube muss erwachsen werden und kann nicht ewig der kindlich-naïve Glaube bleiben, der unabhaengig von Vernunftgruenden alles glaubt, was ihm vorgegeben wird. Diese Art von Glauben bereitet den Naehrboden fuer Sekten, Aberglauben und Goetzendienst, sicher aber nicht das Fundament fuer den erwachsenen Glauben eines Menschen, der aus seiner Freiheit heraus das Gnadengeschenk Gottes – den Glauben – annimmt und durch sein Lebens- und Glaubenszeugnis beantwortet. Glaube muss ebenso vernuenftig sein, um ihn sich selbst gegenueber zu begruenden, um anderen, die auf dem Weg zu Gott sind, Hindernisse zum Glauben aus dem Weg raeumen zu helfen und um den Glauben gegen Angriffe verteidigen zu koennen.


Manche haben nun Angst, der Aufweis, dass der christliche Glaube vernunftgemaess ist, wuerde ihn noch mehr zu etwas machen, das zu “intellektuell” oder zu “kopfgesteuert” ist. Das Gegenteil ist der Fall. Wer die Vernunftgemaessheit des Glaubens anerkennt, sieht den Glauben als etwas, das den Menschen als ganzen anspricht – sein Denken, Fuehlen und Empfinden – und eben nicht nur einen Teil davon.





B.

1.1 Was bedeutet “Glaube”?

 

“Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Ueberzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.” (Heb 11, 1)1


“Im Glauben vertraut sich ein jeder den von anderen Personen erworbenen Erkenntnissen an. Darin ist eine bedeutungsvolle Spannung erkennbar: einerseits erscheint die Erkenntnis durch Glauben als eine unvollkommene Erkenntnisform, die sich nach und nach durch die persoenlich gewonnene Einsicht vervollkommnen soll; andererseits erweist sich der Glaube oft als menschlich reicher im Vergleich zur blossen Einsichtigkeit, weil er eine Beziehung zwischen Personen einschliesst und nicht nur die persoenlichen Erkenntnisfaehigkeiten, sondern auch die tiefergehende Faehigkeit ins Spiel bringt, sich anderen Personen anzuvertrauen, indem man eine festere und innige Verbindung mit ihnen eingeht.”2


Ein wesentlicher Gesichtspunkt des Glaubens: man kann ihn sich nicht selbst ausdenken. Es bedarf jemandem, der einem sagt, was man glauben soll. Glaube hat als Fundament das Heilwort Jesu und ist damit auch der Tradition verpflichtet. Er entsteht nicht jeden Tag neu, sondern hat eine Geschichte.


Glaube kommt vom Hoeren des Wortes Gottes. Dementsprechend muss das Gehoerte auch wirklich Glaubensbotschaft sein. Eine Botschaft, die der kritischen Ueberpruefung der Theologie und des Lehramts bedarf. Schliesslich soll sichergestellt werden, dass nur die Offenbarung und nichts anderes geglaubt wird.


Der Glaube schafft Heil und ist damit fuer alle Menschen und zu allen Zeiten Glaube. Seine Vermittlung und Verkuendigung als Botschaft, die sich ueber alle Zeiten erstreckt, muss daher zeitgemaess sein. Wer glaubt, beschreitet einen Weg und antwortet auf die in Jesus Christus ergangene Selbstoffenbarung Gottes.


Der Verstand des Menschen kann ebenfalls eine Antwort auf die Frage nach den Urspruengen aller Dinge geben. Die Existenz eines Gottes, der alles erschaffen hat, kann aus dem Geschaffenen durch eben diese menschliche Vernunft erkannt werden, auch wenn man sich dabei oft irren kann. Um diesen Irrtum auszuschliessen, haben die Menschen den Glauben: “Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist.” (Hebr 11,3)” Wir glauben aber nicht etwa, weil uns die Offenbarung von unserern menschlichen Vernunft aus betrachtet so klar und verstaendlich erscheint, sondern aufgrund der Autoritaet Gottes, der werder sich noch andere taeuschen kann, wie das 1. Vatikanische Konzil schon festgestellt hat (DS 3008). Durch die Fuehrung des Heiligen Geistes koennen die aeusseren Beweise Seiner Offenbarung wahrgenommen und verstanden werden (DS 3009). Glaube und Vernunft bilden so eine Einheit. Glaube ist also nicht allein eine Herzensangelegenheit (DS 3009), sondern kann auch verstandesmaessig erfasst werden. Manchmal jedoch kann die menschliche Vernunft etwas gar nicht oder nur sehr schwach erkennen lassen. Hier sorgt der Glaube dafuer, dass wir klar sehen und verstehen. Wer jedoch glaubt, will das, woran er glaubt, auch verstehen koennen. Dieses bessere Verstaendnis wiederum verstaerkt auch wieder den eigenen Glauben. Der Glaube ist ein Gnadengeschenk Gottes. Er oeffnet “die Augen des Herzens” (Eph 1,18) fuer die goettliche Offenbarung. Der Glaube ist der Vernunft uebergeordnet, jedoch kann es keinen Widerspruch zwischen Glaube und Vernunft geben, da uns Gott sowohl das Geschenk des Glaubens gemacht hat wie uns auch mit Vernunft ausgestattet hat – und Gott kann sich nicht selbst widersprechen (vgl. 1. Vatik. Konzil, DS 3017).3


Erzbischof Reinhard Marx wies bei einer Tagung im April 2007 darauf hin, dass der christliche Glaube weder unvernuenftig noch banal sei. Ebenso wenig sei er eine Folkore oder ein subjektives Gefuehl oder auf bestimmte moralische Ueberzeugungen zu reduzieren. Er stelle vielmehr einen hohen Anspruch an das Denken und Handeln der Menschen und sei eine neue, umfassende Sicht des Lebens und des Denkens: Es geht um die Suche nach der Wahrheit.”4



1.2 Was versteht man unter “Vernunft”?


“Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Faehigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhaenge in der Welt zu schliessen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermoegen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschraenkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie.”5


Dies kennzeichnet die subjektive Vernunft von Menschen. Die objektive Vernunft hingegen waere die metaphysische oder kosmologische Vernunft als ein die Welt ordnendes Prinzip.


Zusaetzlich verwendet man den Begriff “Verstand”, wenn etwas abseits vom grossen Ganzen beleuchtet werden soll.


Vernunft kann verschiedene Bedeutungen annehmen. Sie ist die Basis fuer Erkenntnis, da sie Wissen ermoeglicht. Beim Verstand wiederum konzentrieren sich mehrere kognitive Denkmuster. Ein weiterer Bestandteil von Vernunft kommt im vernuenftigen Handeln als Fundament einer normgebenden Ethik zum Ausdruck. Aristoteles spricht hier vom rechten Mass, Kant vom kategorischen Imperativ. Im religioesen Bereich kennzeichnet Vernunft das “Denken Gottes”, als etwas, worauf der Mensch keinen Einfluss hat. Eine derartige Vernunft Gottes ist etwa in der Schoepfung zu erkennen.


Eine besondere Bedeutung erhielt die Vernunft in der Aufklaerung, wo sie gleichsam in den Status einer Religion erhoben wurde und die autoritaere christliche Religion ueberwinden und damit allen zur Freiheit verhelfen sollte.


Die Vernunft gebraucht den Verstand durch das logische, notwendige und Irrtuemer vermeidende Denken – durch Zweifeln, Behaupten usw. Vernunft ist also die Faehigkeit, nach den Regeln der Logik und Notwendigkeit kommunizieren zu koennen.


Der Mensch kann durch die Vernunft die Wirklichkeit erkennen. Durch die Suende allerdings ist der Blick des Menschen verdunkelt worden und ebenso seine Faehigkeit, die Welt nach Gottes Willen zu gestalten. So wurden die zehn Gebote dem Menschen auch geoffenbart, obwohl er sie prinzipiell bereits erkennen konnte.


1.3 Was ist “Theologie”?


“Naeherhin ergibt sich Theologie notwendig aus der Verschmelzung von biblischem Glauben und griechischer Rationalitaet, auf der schon im Neuen Testament selbst das geschichtliche Christentum beruht. Wenn das Johannesevangelium Christus als den Logos bezeichnet, kommt diese Verschmelzung sehr deutlich zum Vorschein: Der Text drueckt damit die Ueberzeugung aus, dass im christlichen Glauben das Vernuenftige, die Grundvernunft selbst, zum Vorschein kommt, ja, er will sagen, dass der Grund des Seins selbst Vernunft ist und dass die Vernunft nicht ein zufaelliges Nebenprodukt aus dem Ozean des Unvernuenftigen darstellt, aus dem eigentlich alles stammte.”6


Das Wort Theologie setzt sich aus den griechischen Woertern theos (Gott) und logos (Wort, Rede, Kunde, Wissenschaft) zusammen.7 Sie meint also zunaechst die Rede von Gott. Voraussetzung fuer Theologie ist, dass Gott zu Wort kommt, sich also offenbart und den Menschen etwas mitteilt, die diese Mitteilung wiederum im Glauben annehmen. Durch Offenbarung und Glaube ensteht somit die Kommunikation zwischen Gott und dem Menschen. Theologie bedenkt nun diese Kommunikation. Der Anteil des Menschen ist der Glaube, somit kann Theologie auch definiert werden als die Kunde vom Glauben an den sich offenbarenden Gott. Dies umfasst sowohl das Sich-Einlassen auf Gott wie den Inhalt des Glaubens selbst. Da Theologie auch eine Wissenschaft ist, erarbeitet und betrachtet sie den Glauben systematisch und methodisch.

Die Offenbarung Gottes wiederum kann auf verschiedene Art und Weise geschehen:

“Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vaetern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat”.8 Offenbarung bezieht sich demnach ueber einen laengeren Zeitraum und laeuft auf einen Hoehepunkt zu: die Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus.

Damit diese Offenbarung also verstandesmaessig erfasst werden kann, muss sie denkerisch betrachtet werden. Nur so kann sie wirklich angenommen werden.

Theologie macht nun diese Selbstoffenbarung Gottes in Jesus immer wieder neu zugaenglich, sodass sie von jeder Generation angenommen und verstanden werden kann. Wichtig ist dabei, dass allein Gottes Wort verkuendigt wird. Deshalb hat Theologie auch kritisch zu sein.

Christliche Theologie kann daher auch definiert werden als die Wissenschaft vom christlichen Glauben. Sie erfasst und beleuchtet mit den Mitteln der Vernunft sowohl Art wie Gehalt des Glaubens methodisch, getreu dem Worte des Heiligen Petrus: “Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfuellt.”9 Theologie verschafft den Menschen den Zugang zum Wort Gottes, indem sie dieses erklaert und verdeutlicht. Dies aber nicht abgehoben und fuer sich alleine, sondern im Rahmen der Kirche als Leib Christi und Gemeinschaft der Glaubenden. Eng verbunden ist die Theologie somit mit der Heiligen Schrift, der Glaubenstradition, dem Lehramt und der Glaubensgemeinschaft.


Die Theologie ist eine Wissenschaft. Als Funktion der Vernunft vermittelt sie zwischen dem Glaubensinhalt, also der Offenbarung, und dem Akt des Glaubens, somit dem Glaubensbekenntnis der Menschen. Sie steht somit zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Tradition und Fortschritt, was oft auch zu Konflikten innerhalb der Theologen sowie zwischen Theologie und Lehramt fuehrt. Wichtig hierbei: “alt” und “neu” sind noch keine Merkmale fuer “moralisch gut” oder “moralisch schlecht”. Altes ist nicht allein deshalb schon gut, weil es alt ist und neues nicht allein deshalb zu befuerworten, weil es neu ist.


Da der Glaube vom Hoeren auf das Wort Gottes kommt, hat die Theologie dieses Wort der Ueberlieferung zu bedenken. Die Ueberlieferung aber ist ein unabgeschlossener Prozess. Insofern ist auch Tradition nicht etwas Lebloses, das weitergegeben wird, sondern etwas Lebendiges, das vom lebendigen Wort auch am Leben erhalten wird.


Was weitergegeben wird, wird aber in menschlicher Sprache weitergegeben. Tatsaechlich aber zaehlt der Inhalt des Weitergegebenen.


Das Verhaeltnis von Glaube und Vernunft hat natuerlich auch der Geschichte sowie der Gegenwart Rechnung tragen. Theologie muss also einerseits der Tradition verpflichtet sein und andererseits im Heute leben und auf die Zukunft hin orientiert sein.


Theologie hat dem Glauben zu dienen. Sie hat zum einen das Fundament dafuer zu schaffen, dass die menschliche Vernunft den Glauben akzeptieren kann. Sie muss aber auch den Glauben selbst fuer den Glaubenden darstellen.


Theologie vermittelt also zwischen Glaube und Vernunft. Die zu vermittelnde Offenbarung ist aber vor langer Zeit ergangen. Sie soll aber zu jeder Zeit gehoert und angenommen werden. Dafuer muss sie verstaendlich und der Vernunft zugaenglich sein. Beim Verhaeltnis zwischen Vernunft und dem Wort Gottes sind aber einige wichtige Punkte zu beachten:


Die in Jesus Christus ergangene Selbstmitteilung Gottes, wie sie sich im Wort Gottes offenbart, entspringt nicht menschlichem Denken und ist deshalb letztlich mit menschlicher Vernunft nicht voellig zu erfassen. Das Wort Gottes laesst sich also weder aus Vernunftgruenden ableiten, noch laesst sich Gottes Wort mittels menschlicher Vernunft zwingend beweisen oder nachvollziehbar machen. Der Glaubende allein entscheidet in Freiheit und Liebe und kommt so zu der Erkenntnis, dass ihm das Wort Gottes Heil bringt.

Die Gefahr hierbei ist natuerlich, dass der Glaube irrational wird. Hier ist die Theologie als der Vernunft vermittelnde Wissenschaft gerufen. Die Theologie hat mit ihrem kritischen Denken Argumente gegen den Glauben vernuenftig zu widerlegen, sie ueberprueft, ob Glaubensdokumente im Widerspruch zur Vernunft stehen und deshalb auch nicht durch den Glauben angenommen werden koennen, sie zeigt unsere – wenn auch begrenzte – Moeglichkeiten, die Offenbarung zu verstehen, auf und sie zeigt auf, ob die Glaubensvorlage vielleicht eine positive Glaubensentscheidung fordert oder sinnvoll macht.


Der Glaube muss die Vernunft fordern, um selbst Glaube zu bleiben und nicht zum Aberglauben zu verkommen. Die Vernunft wiederum kann nur kritisch wirken und den Glauben weiterzugeben, wenn sie unabhaengig ist.


Die Theologische Vernunft filtert den Glauben. Der Glaube selbst bedarf keiner besonderen intellektuellen Faehigkeiten oder Wissenschaft. Theologie ist aber fuer das Verstaendnis des Glaubens und dessen, was man glaubt, unerlaesslich. Jeder Christ muss sich selbst und anderen gegenueber erklaeren koennen, was und warum er glaubt – und wird damit theologisch taetig.


Der Glaube orientiert sich an Jesus, weshalb die Theologie auch eine historische Funktion hat. Diese Funktion wird wahrgenommen von der biblischen Exegese und Theologie, der Kirchen- und Dogmengeschichte. Da aber der Glaube auch vernuenftig dargestellt werden soll, ist auch das Gehoerte zu untersuchen, was von der systematischen Theologie erledigt wird: die Fundamentaltheologie, die Dogmatik, die Moraltheologie und dem Kirchenrecht. Der Glaube muss aber auch “gegenwartstauglich” gemacht werden, was vor allem von der praktischen Theologie gemacht wird, der Liturgiewissenschaft, der Katechetik, der Pastoraltheologie und der Religionspaedagogik.


Die Theologie hat auch ihrem Ursprung treu zu bleiben, hat dafuer aber eine kritische Ueberpruefung der Tradition vorzunehmen und hat gleichzeitig auch die ungekuerzte Ueberlieferung wertend zu Wort kommen zu lassen und die historischen Dokumente in den richtigen Gesamtzusammenhang zu stellen. Die Glaubensvermittlung hat weiterhin zeitgemaess zu erfolgen – unter Beruecksichtigung der aktuellen Wirklichkeit in ihrer ganzen Breite, also auch unter Bezugnahme auf alle Wissenschaften, die sich mit dem Menschen beschaeftigen. Die Theologie muss aber auch das Gespraech mit den Gegnern des christlichen Glaubens suchen. Sie hat dafuer den Glauben zu begruenden, eine kritische Kommunikation zu fuehren, die christliche Botschaft anhand von zeitgenoessischen Erfahrungen erklaeren und den christlichen Glauben so zu vermitteln, dass die Menschen etwas damit in ihrem Alltag anfangen koennen. Diese Vermittlung betrifft aber nicht nur den Glaubensinhalt, sondern auch ein Vorausdenken im Hinblick auf die Glaubensvermittlung an kuenftige Generationen, denen durch die Hilfe der heutigen Theologie eine Einsicht in den christlichen Glauben ermoeglicht werden soll. Sie muss deshalb ergruenden, welche Themen den Menschen auf den Herzen brennen und welche Art von Interpretation die Glaubenseinsicht erleichtert. Hierfuer braucht die Theologie aber auch eine gewisse Freiheit – auch die Freiheit, sich einmal irren zu duerfen. Sie sollte aber auch am Dialog und Kompromiss interessiert sein und nicht autoritaer zu handeln versuchen.


Die Theologie hat auch eine bekehrende Funktion: Sie leitet die Vernunft zu dem einen Gott; dem Gott, der das Heil selbst ist.


Da das Ziel des Menschen letztlich die Liebe zu Gott ist und die Theologie die Offenbarung an die glaubensbereite Vernunft vermittelt, muss sie auch zur Liebe Gottes motivieren.


Bis zum Mittelalter gab es in der Theologie zwei Bereiche: Einerseits war die Theologie Wissenschaft (scientia) und vermittelte das Wort Gottes an die Vernunft, andererseits war sie Weisheit (sapientia), da sie die Vernunft auf Gott hin oeffnete. Durch die inhaltliche Erfassung des Glaubens fuehrte sie zur Erfassung seiner inneren Gestalt.


Von hier an beginnt aber das Mysterium Gottes. Die versenkende Meditation macht also dort weiter, wo die Theologie enden muss.



2. Die grundsaetzliche Bedeutung der Vernunft bei der Erkenntnis der Glaubenswahrheiten


“Ich glaube, um zu verstehen, und ich verstehe, um besser zu glauben.”10


Bereits im Schoepfungsglauben laesst sich die Vernuenftigkeit des Glaubens an Gott nachvollziehen. Menschen haben in der Regel eine tiefe Existenzangst, die sich nicht nur als etwas naturgegebenes erklaeren laesst. Diese Angst ist so grundlegend, dass es sich hier nur um die Angst handeln kann, Gott zu verlieren. Dies ist deshalb so dramatisch, da Gott grundlegend verschieden vom Menschen ist. Der Mensch kann von seiner Existenzangst also nur frei werden, wenn die Ursache seines Daseins in genau diesem personalen Schoepfergott zu finden ist. Waere Gott nur ein Geist, so etwas wie die Natur, die sich ihrer Vernuenftigkeit nicht bewusst ist, waere der Mensch mit seiner Existenzangst voellig auf sich alleine gestellt. Wer nicht glaubt, dass es Gott gibt, muss von der Interaktion von Natur und menschlicher Seele ausgehen. Dies schliesst aber menschliche Zuege wie Schuld, Vergebung oder Verantwortung aus, da eine klare Trennung zwischen Gott und dem Boesen in der Welt nicht mehr moeglich ist. Wer sich selbst sowohl als endliches als auch unendliches Wesen begreifen will, muss sich auch als Geschoepf Gottes verstehen. Wenn Menschsein gelingen will, muss es einen Bezug zu Gott haben. Eine Abwendung von Gott wuerde einen Verlust des eigenen Selbst bedeuten.


Wer sein Vertrauen und seinen Halt nicht mehr in Gott findet, sieht andere Menschen nur mehr als Konkurrenten im Ueberlebenskampf.


Der Glaube an Gott ist also unerlaesslich fuer ein gelingendes Leben – und fuer ein ewiges Leben. Welche Rolle spielt nun aber die Vernunft hierbei? Wieso muss christlicher Glaube ueberhaupt vernuenftig sein?



3. Die Rolle der Vernunft im Wandel der Geschichte

3.1 Mittelalter


Im Mittelalter sah sich die Christenheit noch als Einheit. Man hatte einen Glauben und war eine Kirche mit derselben Liturgie. Auch die Autoritaeten innerhalb der Kirche wurden voll und ganz akzeptiert und respektiert. Was das Verhaeltnis von Glaube und Vernunft anging, so war die Rollenverteilung hier klar: zwar sind beide voneinander abhaengig, doch galt folgendes: Fundament des Glaubens war Schrift, Tradition und kirchliches Lehramt. Diese Grundlage durfte der Glaube auch nicht verlassen, weswegen die Aufgabe der mittelalterlichen Theologie wesentlich in der Auslegung historischer Dokumente, meist auch durch kirchliche Autoritaeten aus der Vergangenheit, bestand.


Die Rolle der Vernunft war klar. In Beziehung zur irdischen Welt war sie selbstaendig, allerdings nicht ohne jegliche Grenzen. So war die Vernunft auch verwiesen auf Autoritaeten. Als etwas, das von Gott kommt, musste sich Vernunft Gottes Ordnung unterwerfen. Eine Ordnung, die sie letztlich allein zu bedenken hatte. Bestandteil dieser Ordnung war aber Offenbarung und dieser gegenueber war die Vernunft untergeordnet. Zwischen Glaube und Vernunft bestand also eine hierarchische Beziehung. Die Vernunft wurde als eine Art Vorzimmer des Glaubens gesehen. Sie bringt die Menschen bis zur Tuer des Glaubens hin, muss aber selbst draussen bleiben.


Die Theologie wurde als wesentliche Unterstuetzung fuer den Glauben gesehen. Bei den langsam aufkommenden Universitaeten galt sie als die Disziplin ueberhaupt. Sie stand auf derselben Stufe wie das weltliche Lehramt und die Staatsgewalt. Teilweise stand sie gar stellvertretend fuer das kirchliche Lehramt und erklaerte Glaubensaussagen fuer bindend.


In der mittelalterlichen Vorstellung umgab Gottes Wirklichkeit alles. Sie wurde als unendlich gesehen. Menschliche Vernunft ermoeglichte nun das Erkennen der weltlichen Ordnung, eben weil sie von Gott stammte. Als Vorstufe des Glaubens war es der Vernunft gar moeglich, bis an die Grenzen dieser weltlichen Ordnung zu gelangen. Hier aber trifft sie auf die goettliche Offenbarung und damit an ihre Grenzen. Erst durch diese Offenbarung gelangt der Mensch zur wahren Erkenntnis. Eine Erkenntnis, die die Vernunft mittels der Theologie nun methodisch analysieren, strukturieren und darstellen kann.



3.2 Aufklaerung


Bereits in der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) wurde an diesem Weltbild geruettelt. Neue Gedanken machten sich breit und erreichten im 17. und 18. Jh. enorme Bedeutung. Im 19. Jh. wurden sie schliesslich extremer. Diese neuen Gedanken wurden schliesslich als Aufklaerung bekannt.


In den letzten Jahrhunderten machte der Mensch ungeheuere Fortschritte auf dem Gebiet der Wissenschaft sowie viele neue Entdeckungen – inklusiv das Entdecken neuer Laender. Man hielt die menschlichen Faehigkeiten daher fuer unendlich.


Auch das Christentum hatte seinen Anteil an dieser Entwicklung. Die Reformation des 16. Jh. zerbrach die Einheit der Kirche und die Einheit der Theologie. Was frueher eine Kirche war, bestand nun in einer wachsenden Anzahl unterschiedlichster Konfessionen, die einander noch dazu bekaempften. Wie sollte aber eine zerbrochene Kirche ein geschlossenes Weltbild liefern? Und so machten sich die Menschen auf, mittels der Vernunft ihr eigenes Weltbild zu schaffen.


Es schien, als ob die Welt offen stand – und mit ihr ungeahnte Moeglichkeiten. Man musste nur den Mut aufbringen, den Fortschritt zu wagen. Die Grenzen, die seinerzeit die Vernunft gesetzt hatte, galten nicht mehr. Die mittelalterliche Vorstellung, dass Gott alles mit Seiner Wirklichkeit umgab, wurde verworfen. An ihre Stelle trat die Auffassung, dass die Welt alleine alles war. Dies markierte den Beginn der Saekularisierung.


Was bisher als verboten galt, wurde nun zur Tugend. Was bisher als unerforschbar galt, stand nun offen fuer menschliche Kuehnheit. Grundgedanke der Aufklaerung war, den Menschen aus seiner Unmuendigkeit zu befreien. Eine Unmuendigkeit, die darauf zurueckzufuehren war, dass die Menschen nicht ihren eigenen Verstand ohne die Fuehrung durch Autoritaeten gebrauchten. Eine Unmuendigkeit, die als selbstverschuldet galt, wenn ihre Ursache nicht der mangelnde Verstand, sondern der mangelnde Mut war, die Angst vor der eigenen Kuehnheit, sich frei und ohne Fuehrung seines eigenen Verstandes zu bedienen. Sapere aude! Hiess es seinerzeit – habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen! Feigheit und Faulheit wurden als Hauptursachen der eigenen Unmuendigkeit gesehen.


War die Vernunft im Mittelalter noch im Vorzimmer des Glaubens angesiedelt, wird sie nun zur Ueber-Instanz fuer alles – einschliesslich des Glaubens. Wo bisher die goettliche Offenbarung als Gegenstand religioesen Glaubens galt, zaehlt nunmehr nur das, was die Vernunft als glaubenswert betrachtete. Fuer eine Offenbarung, sollte es sie denn ueberhaupt jemals gegeben haben, war jetzt kein Platz mehr. Nur das, was sich vernuenftig rechtfertigen und begruenden liess, zaehlte von nun an. Ueberlieferte Uerzeugungen galten im Vergleich hierzu als minderwertig.


Man ging hierbei von der reinen Vernunft aus, die im Gegensatz zur praktischen Vernunft, die sich auf menschliches Handeln konzentriert, die Wirklichkeit der Welt erkennen will. Hier kommt ein Gott nicht vor, wie Immanuel Kant es ausdrueckte.


Somit wurde der Glaube auf die Vernunft verkuerzt – eine Entwicklung, die an der Theologie nicht spurlos vorueber ging. Zu Beginn der Aufklaerung war die christliche Vergangenheit noch zu lebendig, als dass die Vordenker dieser neuen Richtung Gott geleugnet haetten. Man sah Ihn aber nicht mehr als etwas von dieser Welt jenseitiges, sondern als etwas diese Welt bedingendes.


Im 19. Jh. schliesslich erklaerte man Gott als ueberfluessig. Der Mensch allein sollte das Denken bestimmen und Prinzip von Welt sein. Theologie, wie man sie bisher kannte, hatte hier keinen Platz mehr. Theologie galt als menschliches Wunschbild, das auf etwas von dieser Welt jenseitiges projieziert wurde. Der erste Vertreter dieser Auffassung war der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 – 1872).


Die Aufklaerung sah die Vernunft als Taetigkeit des Verstandes an. Der Verstand arbeitete mit wissenschaftlichen Methoden und die Ergebnisse seiner Forschungen wurden als fuer immer und ewig gueltig betrachtet. Diese Theorie wurde aber von einigen Philosophen stark angezweifelt. Hierzu zaehlten Johann Gottlieb Fichte (1762 – 1814), Friedrich Wilhelm von Schelling (1775 – 1854), Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 – 1831). Ihnen wurde klar, dass man Vernunft von der freien menschlichen Selbstverwirklichung nicht trennen konnte. Diese Selbstverwirklichung muss aber immer in ihrem geschichtlichen Zusammenhang gesehen werden. Diese Haltung brachte dem Christentum auch den Vorwurf ein, ein gestoertes Verhaeltnis zur Geschichte zu haben. Ludwig Feuerbach und Karl Marx etwa gaben dem Offenbarungsglauben die Schuld dafuer, dass der Mensch sich selber entfremdet wurde. Die Vertroestung auf das Jenseits wuerde ihn daran hindern, das Paradies schon hier auf Erden zu verwirklichen. Der Mensch muesse sein Augenmerk also wieder der Welt und ihrer Geschichte zuwenden, um seine Entfremdung zu ueberwinden.



Die neuen Ideen der Aufklaerung hatten natuerlich auch Auswirkungen auf die Gesellschaft.


Durch das Zerstoeren des alten Weltbildes gab es zwar zunaechst eine grosse Unsicherheit, diese wich jedoch schnell neuen schoepferischen Kraeften. Der mittelalterliche Mensch, der immer wusste, wohin er gehoerte und in einer beschaulichen kleinen Welt lebte sowie seinem Schicksal ausgeliefert war, war auf einmal auf sich alleine gestellt. Kreative Kraefte wie das Forschen, die Suche nach der Wahrheit sowie Kraefte sozialer Art wurden so freigesetzt. Dies kann zunaechst einmal als etwas durchaus Positives gesehen werden. Allerdings gab und gibt es bei dieser Entwicklung auch Schattenseiten wie etwa eine alles dominierende Technik, die keinerlei moralischen Standards mehr unterworfen ist. Die allseits propagierte Selbststaendigkeit und Selbstverantwortlichkeit brachte auch einen enormen Entscheidungsdruck mit sich. Ueberzeugungen und Weltanschauungen wurden nicht mehr von Generation zu Generation weitergegeben – etwa durch die Gesellschaft, die Kirche, durch Erziehung oder die Umwelt, sondern jeder kann sich seine Weltanschauung auf dem Markt der verschiedensten Ideen selbst zusammen suchen. Ein Einfluss der Religion auf die eigene Weltanschauung wurde geleugnet. Der Mensch war fuer sich selbst veranwortlich. Religion wurde buchstaeblich als sinnlos angesehen.


Laut dem amerikanischen Soziologen Peter L. Berger gibt es verschiedene Moeglichkeiten, wie Religionen mit einer solchen Situation umgehen koennen.


Zum einen kann man einfach am Althergebrachten festhalten und saemtliche Neuerungen ablehnen, um so allgemein und immer geltende Standards zu sichern.


Eine andere Alternative waere das andere Extrem: die voellige Anpassung an den Zeitgeist, was aber das Ende einer Religion bedeuten koennte, die sich dann gleichsam “in Luft aufloest”.


Schliesslich kann man sich fuer den Mittelweg entscheiden und eine ausgewogene Mischung aus moderner und traditioneller Erfahrung.


Fuer eine dieser drei Optionen muss sich die Kirche aber entscheiden, und genau das war das Problem zu Beginn der Neuzeit.



3.3 Reaktionen der Kirche


Die Reformation des 16. Jh. bedeutete einen ungeheuren Einschnitt fuer die Katholische Kirche. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie auf dem Konzil von Trient versuchte, ihre Position zu sichern und zu verteidigen. Waehrend des Barock kam es dann auch zu starken gegenreformatorischen Tendenzen. Dass sich das Denken in der Gesellschaft wesentlich veraenderte, wurde nur sehr langsam realisiert. Warum auch? Noch war das Bollwerk Kirche ungefaehrdet und widerstand allen Angriffen.


Dann kam es im 18. Jh. zur Franzoesischen Revolution, die alles veraenderte. Staat und Kirche wurden getrennt, und die Kirche stand zum ersten Mal alleine da und musste sehen, wie sie zurecht kam.


Die Saekularisierung griff schnell um sich. Die Kirche wehrte sich zunaechst mit allem, was ihr zur Verfuegung stand. Die erste von Bergers Optionen wurde schnell ergriffen. Das kirchliche Lehramt wollte nicht auf die Veraenderungen eingehen; man wollte eine Mauer zwischen sich und allem Neuen errichten.


Dieser Abschottung im Denken entsprach eine Verfestigung der kirchlichen Institutionen. Ihren Ausdruck fand diese Entwicklung dann im 1. Vatikanischen Konzil im Dogma der paepstlichen Unfehlbarkeit und die zentrale Rolle des Papstes, die sich im universalen Jurisdiktionsprimat zeigte, also in der Tatsache, dass er unmittelbar und direkt regierte.


Die Theologie war dem Lehramt untergeordnet und hatte gehorsam zu sein. Ihre Aufgabe war die Apologetik: die Verteidigung des Glaubens und das Verstaendlichmachen kirchlicher Dokumente. Ihre Aufgabe war es nicht, eigenmaechtig zu forschen.


Die Theologie der damaligen Zeit hatte sich eher an den “hohen” theologischen Schulen der Scholastik im Mittelalter zu orientieren. Zumindest war dies die Theorie. Tatsaechlich aber war nicht mehr der hl. Thomas Orientierungspunkt christlicher Theologie, sondern dessen Nachfolger, die ein eigenes System entwickelten. Dementsprechend redete man im 19. Jh. von der “Neuscholastik”. Hier ging man von den Glaubenssaetzen aus und kam zu immer neuen Schluessen. So entstand ein sehr komplexes Denkgebaeude, das zwar eine innere Logik aufwies, aber hinsichtlich gesellschaftlicher Veraenderungen hoechst unflexibel war. Die Antworten dieser Neuscholastik waren zwar richtig, die dahinterliegenden Fragen interessierten aber niemanden. Aktuelle Fragen wurden mit den Mitteln der Apologetik, der Glaubensverteidigung beantwortet.


Wenn man die Urspruenge christlicher Theologie betrachtet, stellt man fest, dass es das Bestreben war, Glaube und Vernunft in eine fruchtbare Verbindung zu bringen, das sie praegte und den Erfolg in der weltweiten Mission bescherte. Dieses Bestreben wurde nun zunichte gemacht. Statt der Auseinandersetzung mit den Ideen der Aufklaerung zog man sich zurueck und verteidigte die eigene Position. Von aussen betrachtet, sah es nun so aus, als ob fuer die Kirche Offenbarung und Vernunft zwei verschiedende Paar Schuhe waren. Anstatt zwischen Glaube und Vernunft sah man die Gegensaetze zwischen Tradition und Fortschritt, wobei der Tradition der Vorzug gewaehrt wurde. Aus der Kirche drohte ein Getto zu werden.



3.4 Erneuerungsbestrebungen


Manche Theologen wollten sich nun nicht auf diese Polarisierung von Tradition und Fortschritt einlassen. Tradition und Vergangenheit sind nicht allein deshalb schon zu bevorzugen, weil sie alt sind; ebenso wenig ist Neues nicht per se schon gut, weil es neu ist. Die Frage, die sie bewegte, war die nach den heute geltenden Werten. Fuer die Loesung dieser Frage aber wollte man sowohl die Tradition wie die Moderne gleichwertig zu Rate ziehen. Die Gefahr hierbei war aber, sich dennoch wieder auf einen der beiden Pole zu konzentrieren. Dies geschah etwa beim Modernismus. Seine Hauptvertreter: Alfred Loisy (1857 – 1940) und Georges Tyrell (1861 – 1909).


Modernisten hatten nun die Tendenz, zu vergessen, dass der Glaube ein Gnadengeschenk Gottes war und dass Dogma und Kirche ebenso uebernatuerlichen Ursprungs waren und neigten dazu, sich zu sehr auf die Gotteserfahrung zu konzentrieren, die allen Menschen zugaenglich war. Man ging zwar nicht so weit wie in der Aufklaerung, die die kritische Vernunft uebermaessig betonte, sprach aber durchaus von einer Art inneren Erfahrung, die der Mensch praktisch schon von Natur aus hatte. Eine Vermittlungstaetigkeit durch die Kirche sowie eine Polaritaet von Gott und Mensch war in dieser Denkweise kaum mehr vorstellbar.


Dieser Modernismus auf der einen Seite sowie eher traditionell eingestellte katholische Theologen auf der anderen verlangsamten die theologische wie die kirchliche Erneuerung.


Tatsache aber war auch, dass die christliche Tradition reichere Schatze barg, als die Neuscholastik wahrnehmen wollte.


Bereits am Beispiel des Hl. Thomas zeigt sich, dass der spaeter aufkommende Thomismus grundsaetzliche Unterschiede zum Denken seines Patrons aufwies. Der Neuthomismus und seine wichtigsten Vertretern, der Jesuit Joseph Marechal (1878 – 1944) und Pierre Rousselot (1878 – 1915) schliesslich wollten wieder eine Verbindung zwischen dem Denken des Hl. Thomas und der modernen Theologie herstellen.


Gleichzeitig aber erinnerte man sich auch an andere Stroemungen des Mittelalters wie die Moenchsorden, die die Traditionen der Kirchenvaeter bewahrt hatten. Theologen wie Romano Guardini (1885 – 1968) oder Vertreter der “Theologie Nouvelle” wiesen auf die enge Verbindung des heutigen Glaubens zum Denken der Kirchenvaeter hin. Deshalb koennen Glaubenswahrheiten erst richtig verstanden werden, wenn man zum Ursprung zurueck geht. Dieses Denken umfasste somit das gesamte christliche Erbe.


Diese Theologen wollten es aber nicht bei einer reinen Rueckschau belassen. Auch neuere Entwicklungen sollten beruecksichtigt werden. Eine fruchtbringende Verkuendigung des Glaubens erforderte auch ein Sorgen um die Menschen von heute.


Es kam nun zu etwas, was man mit der “anthropologischen Wende der Theologie” bezeichnete, eine Reform- und Erneuerungsbewegung, die sich auf den modernen Menschen konzentrierte. Die Philosophie wie die Theologie wandten sich der Realitaet des Glaubens zu und nahmen auch geschichtliche Erfahrungen der Zeitgenossen in ihr Denken auf.


Auch die Dogmatik naeherte sich der Gegenwart an und entwickelte Kriterien, wie die Menschen Wesen, Funktion und Werden der Glaubenssaetze verstehen konnten. In diesem Zusammenhang gewann auch die Hermeneutik, also die Auslegung von Texten, an Bedeutung.


Um diese Zeit begann auch der Oekumenismus Wurzeln zu fassen, was angesichts der in viele unterschiedliche Konfessionen in der Christenheit nicht verwunderlich war.


Auch die Art und Weise, wie man Kirche sah, aenderte sich. Was bisher als rein hierarchisches Gebilde wahrgenommen wurde, erkannte man nun als Gemeinschaft, die von Christus zusammengehalten wurde, ein gemeinsames Ziel hatte und sich dem Heil der Welt verpflichtet fuehlte – wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise.


Ein weiteres wichtiges Thema nun: die Christologie – das Konzentrieren auf den Mensch gewordenen Christus.


Franzoesischsprachige Laender begannen eine “Theologie der irdischen Wirklichkeiten” (G. Thils) auszuarbeiten.


Ein weiters Novum: man begann den Laien wahrzunehmen.


Schliesslich setzte man sich endlich auch mit dem immer weiter um sich greifenden Atheismus auseinander.


Auch neben der Theologie gab es noch weitere Stroemungen: die Bibelbewegung etwa oder die liturgische Bewegung und die oekumenische Bewegung.


Eine weitere Entwicklung, die etwa Ende des 19. Jh. mit dem Philosophen Wilhelm Dilthey (1833 – 1911) begann, war die Unterscheidung in Natur- und Geisteswissenschaften. Hintergrund war die Vorstellung der Aufklaerung, dass nur das Bedeutung hatte, was zaehl-, wieg- und messbar war. Dies wurde zwar mittlerweile als falsch erkannt, die Frage war nun aber, wie man Wirklichkeiten bewerten sollte, die nicht dergestalt erfasst werden konnten, also etwa die Geschichte. Dilthey und andere gaben nun an, dass Naturwissenschaften die Gesetzmaessigkeit der Wirklichkeit erfassten, Geisteswissenschaften hingegen die inneren Zusammenhaenge der Geschichte erklaeren wollten. Hierfuer waren etwa Texte aus den jeweiligen Epochen und deren Analyse mittels der Hermeneutik, der Auslegungskunst, von Bedeutung. Aehnliches gilt fuer die Theologie, da ja auch die Offenbarung ein geschichtliches Zeugnis ist: die Heilige Schrift, die Dokumente von Paepsten, Konzilen, Kirchenvaetern und –lehrern usw. Bei ihrer Interpretation ist also auf den Zusammenhang und auf ihren inneren Zusammenhalt zu achten. Interpretation umfasst dabei nicht nur die Erkenntnis ueber den Inhalt eines Textes und dessen Autor, sondern fuehrte auch zur Selbsterkenntnis. Durch das Verstaendnis von anderen Zusammenhaengen beginnt man auch, sich selbst besser zu verstehen – ein Ziel von Gottes Wort. Die Hermeneutik wurde so ein wichtiger Bestandteil des theologischen Instrumentariums.


Ein weiterer Aspekt: Die Aufklaerung hatte enorme Auswirkungen auf die Theologie, die in der Folgezeit erst einmal zu reiner Apologetik erstarrte. Selbst nach der Neuscholastik reagierte die Theologie mehr als sie agierte. Man wurde sich deshalb schon bald der Notwendigkeit bewusst, die christliche Verkuendigung dem menschlichen Verstehensvermoegen anzupassen. Bald schon entwarf man erste Konzepte hierzu. Sowohl Humanwissenschaften wie gesellschaftliche Konzepte wurden hierbei beruecksichtigt. Johann B. Metz (geb. 1928) begruendete die “Politische Theologie” und betonte die wechselseitige Beeinflussung von Theologie und Gesellschaft.


Andere Theologien konzentrierten sich mehr auf gesellschaftliche Probleme, so etwa die “Theologie der Befreiung”.


Da aber all diese Theologien zeitgenoessisches Denken anzusprechen versuchten, stiessen sie teils auf heftigen Widerstand innerhalb der Kirche.



3.5 Das II. Vatikanische Konzil


Bisher fanden Kirchenversammlungen immer dann statt, wenn Irrlehren die Einheit der Kirche gefaehrdeten oder der Zeitgeist die Glaubensgemeinschaft angriff.


Das II. Vatikanische Konzil wurde u.a. von dogmatischen Fragen ueber die Offenbarung gepraegt, die ja in der Aufklaerung sehr in Frage gestellt wurde. Nun musste man sich damit auseinandersetzen, ob man bei den traditionellen Positionen bleiben oder auf die Fragen der Aufklaerung eingehen wollte.


Ein neuer Kurs wurde zum einen von der Entscheidung des Papstes fuer eine Zeitgemaessheit des Glaubens (Aggiornamento) wie von der Konzilserfahrung der Bischoefe bestimmt, die die Kirche als wahrhaft “katholisch” (universal) erfahren durften, als eine weltumspannende Kirche.


Das Konzil ging zum einen zu den Quellen zurueck, zum anderen ging man sowohl auf die moderne Forschung wie auf die moderne Theologie ein. Wesentlich war auch das Eingehen auf die Probleme und Fragen des heutigen Menschen (inklusiv der Anerkennung der Religionsfreiheit sowie der Bedeutung der Laien in der Kirche) sowie die Oekumene – hier vor allem das Verhaeltnis zu anderen christlichen Konfessionen, von denen einige Vertreter als Gaeste geladen waren.

Zusammengefasst laesst sich sagen, dass das II. Vatikanische Konzil Glauben und Vernunft bzw. Glauben und modernes Denken einander naeher bringen wollte. Ob dies tatsaechlich gelungen ist oder nicht eher zu Auswuechsen gefuehrt hat, die kaum im Sinne der Konzilsteilnehmer gewesen sein duerften, darueber scheiden sich heute die Geister.


Was bisher etwa eine einheitliche Interpretation der Bibel war, wurde nun zu einem Pluralismus verschiedener Interpretationen, die teilweise auch mit der Tradition brachen. Bedeutete das nun, dass die biblische Wahrheit relativiert wurde oder das die eine Wahrheit nur vielschichtig betrachtet wurde?


Bedeutete die anthropologische Wende nun, dass der Glaube saekularisiert und humanisisert wurde und das Christliche verlorenging oder war dies ein wesentlicher Schritt fuer die Mission?


Gab man mit den oekumenischen Bestrebungen die katholische Identitaet auf und verwaesserte den eigenen Glauben oder war dieser Dialog und der Kontakt zu anderen christlichen Konfessionen Ausdruck des katholischen Glaubens?


Hiess die Betonung des Gemeinschaftscharakters der Kirche nun, dass man aus der auf Christus hin geordneten und seit apostolischen Zeiten hierarchisch aufgebauten Kirche eine nach menschlichen Grundsaetzen und Denkmustern organisierten Demokratie machen wollte oder wurde so nicht eher herausgestellt, dass die Kirche das Volk Gottes ist?


Es gab also neue Pole: Traditionsverbundenheit auf der einen Seite und Hinwendung zur Welt auf der anderen. Auch wollte man lieber mit der heutigen Welt kommunizieren als einfach nur neue Dogmen aufzustellen.


Wie sich jedoch in nachkonziliarer Zeit zeigte, hielt diese lockere Atmosphaere zwischen Theologie und Lehramt nicht lange an und es gab und gibt immer wieder Spannungen.



4. Heutige Theologie


Gemeinsam ist heutigen Theologen die Bereitschaft, die Offenbarung den Menschen in der Kirche zu vermitteln, die hierfuer offen sind. Diese Vermittlung sowohl von Glaube wie von Offenbarung geschieht durch die Heilige Schrift, die Ueberlieferung, das Lehramt und den Glaubenssinn der Glaeubigen.


Viele Theologen nehmen den bei Kant uebriggebliebenen Ansatz fuer die Frage nach Gott wieder auf, um von hier aus auf die Bedeutung und Notwendigkeit des Gottesglaubens hinzuweisen. Diese Vorgehenseise ist rein anthropologisch, geht also vom Menschen aus und will aufzeigen, dass dieser Mensch von seinem innersten Wesen aus schon immer auf Gott hin orientiert ist und auch dieses Gottes bedarf. Man spricht hier von der “transzendentalen Theologie”.


Andere stimmen Kant zu: Ja, Gott steht jenseits von Vernunft, er befindet sich sozusagen ueber jeder Vernunft – oder ist die absolute Vernunft ueberhaupt. Dies aber nicht, weil Er unter vernuenftigen Gesichtspunkten nicht bestehen koennte, sondern weil die Vernunft nicht vor Ihm bestehen kann. Gott kann als der ganz Andere immer nur durch sich selbst ausgelegt werden. Diese Theologie wird auch “dialektische Theologie” genannt, da sie die goettliche Offenbarung als eine Verbindung von Gegensaetzen betrachtet, als eine Vereinigung von Gott und Mensch.


Wieder andere Theologen waehlen einen dritten Weg: Kant sprach im Zusammenhang mit der Aufklaerung von empirischen Erfahrungen, also Erfahrungen, die naturwissenschaftlicher Art sind. Der neue Ansatz ist nun, zu diesen Erfahrungen auch die inneren Erfahrungen der Menschen zu zaehlen, die neben der menschlichen Vernunft auch die Intuition gelten lassen. Diese Theologie wird aufgrund der ueber die rationale Welt hinaus gehenden Erfahrungen bzw. Erscheinungen “phaenomenologische Theologie” genannt. Sie sieht in der Offenbarung die Liebe des dreifaltigen Gottes. Ihre wichtigsten Vertreter sind Romano Guardini (1885 – 1968) und Urs von Balthasar.


Urs von Balthasar ist wohl eher dem Bereich “Offenbarung” zuzurechnen. Er ist wohl der einzige Theologe, der nicht die neue anthropologische Theologie mit ihrer Hinwendung zum Menschen vertreten hat, sondern sich vielmehr der meditativen Betrachtung der Tradition verschrieben hat. Wesentlicher Punkt bei ihm war die Herrlichkeit Gottes. Er konzentrierte sich auch nicht auf ein von der Vernunft getragenes Verstaendnis des Menschen, sondern auf die Offenbarung Gottes in Jesus Christus und deren Hoehepunkt in Jesu Kreuzestod.


Der Neuthomist Josef Marechal (1878 – 1944) ging auf ein auf ein anderes Thema ein: In der Scholastik gab es ja teilweise eine so starke Betonung der Eigenstaendigkeit von Gnade und Natur, dass man sich fragen musste, wofuer eine selbstaendige Natur eigentlich noch einer reinen Natur, also der Offenbarung, bedurfte. Marechal zeigte nun auf, dass der Mensch schon immer von der Natur her auf Gott hingeordnet ist. Somit entstand eine Einheit von Natur und Gnade, Glaube und Erfahrung, Offenbarung und Geschichte, Theologie und Philosophie.


Karl Rahner trat spaeter in Marechals Fussstapfen. Bei ihm kommen Offenbarung und menschliches Denken in eine Verbindung zueinander. Auch er betont die Bezogenenheit des Menschen auf Gott, ohne den er aufhoeren wuerde, Mensch zu sein.


Hans Kueng (geb. 1928) steht fuer eine Christologie von unten. Wer die Bibel verstehen wolle, muesse seiner Meinung nach auf das schauen, was Jesus selbst gesagt hat, also auf das Evangelium. Fuer ihn sind christlicher Glaube und Theologie Hilfen zum wahren Menschsein.

Die Theologie der Befreiung wiederum konzentrierte sich auf das Verhaeltnis von Theologie und gesellschaftlichem Handeln. Wenn die gesellschaftliche Lage dem Willen Gottes widerspricht, seien die Menschen zum Handeln verpflichtet. Gefordert war hier eine soziale Erneuerung mit christlichen Gesichtspunkten, getragen vom Evangelium.




4.1 Notwendigkeit eines von der Vernunft geleiteten Zugangs zum Glauben


“Der Glaube fuerchtet den Fortschritt der Wissenschaft nicht, wenn ihre Errungenschaften auf den Menschen, sein Wohlergehen und den Fortschritt der ganzen Menschheit ausgerichtet sind. (…) Sie [die Kirche] “wolle die Kraft der Vernunft und ihre Faehigkeit verteidigen, die Wahrheit zu erreichen.” Dabei habe sie erneut den Glauben als besondere Erkenntnisform vorgestellt, durch die man sich der Wahrheit der Offenbarung oeffne. Benedikt XVI. zitierte jene Stelle der Enzyklika, wo es heisst: “Es ist der Glaube, der die Vernunft dazu herausfordert, aus jedweder Isolation herauszutreten und fuer alles, was schoen, gut und wahr ist, etwas zu riskieren. So wird der Glaube zum ueberzeugten und ueberzeugenden Anwalt der Vernunft” (56) Und er fuegte hinzu, dass die Suche nach der Wahrheit vor allem dann Fruechte trage, wenn sie von der Liebe zur Wahrheit getragen sei. (…) Des Weiteren sei die Wissenschaft nicht in der Lage, ethische Prinzipien zu erarbeiten. Philosophie und Theologie seien somit unverzichtbare und notwendige Hilfen, um zu vermeiden, dass die Wissenschaft alleine auf einem gewundenem Weg voranschreite; auf einem Weg, der voller Gefahren sei und auf dem viel Unvorhergesehenes lauere. (…) Diesbezueglich erinnerte der Papst an die Lehre des heiligen Augustinus ueber den rechten Gebrauch der Vernunft. Er muesse auf die Wahrheit ausgerichtet sein, deren Verstaendlichkeit in der Schoepfung zu finden sei. (…) Die Vernunft entdecke auf diesem Weg, dass es eine Wahrheit gibt, die niemals aus sich selbst heraus entdeckt, sondern nur als Geschenk empfangen werden kann, so Benedikt XVI. Und es sei nicht so, dass sich die “Wahrheit der Offenbarung” gewissermassen ueber jene Wahrheit lege, die die Vernunft erreicht habe. Sie reinige vielmehr die Vernunft, erhebe sie und gestatte es ihr, ihren Raum zu erweitern, um sich in ein Forschungsfeld einzugliedern, das so unergruendlich ist wie das Geheimnis selbst. Die Wahrheit Christi uebertreffe jede andere Wahrheit, die die Vernunft finden koenne.”11



Die Offenbarung betrifft den ganzen Menschen und muss von ihm als ganze befuerwortet werden. Da der Mensch aber ein “vernunftbegabtes Wesen ist, muss die Offenbarung ihn auch als solches ansprechen. Umgekehrt muss sie auch mit und durch die Vernunft betrachtet werden koennen. Da die menschliche Vernunft aber eine geschichtliche ist, hat die Vermittlung der Offenbarung durch die Theologie genau darauf einzugehen. Die Frage hierbei ist aber, wie man das Verhaeltnis zwischen Offenbarung und geschichtlicher Wirklichkeit sieht. Lehnt man die geschichtliche Wirklichkeit voellig ab (wie in der Neuscholastik) oder waehlt man die voellige Anpassung des Offenbarungsglaubens an die gegenwaertige Realitaet. Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei all dem gerade fuer die Theologie in Europa ist die Lage nach der Aufklaerung.


Ebenso ist die Geschichte durch die Brille der heutigen Philosophie zu betrachten. Schliesslich hat die Theologie bei der Beantwortung all dieser Fragen auch andere Wissenschaften zu Hilfe zu ziehen. Der einzelne Mensch ist hierbei sowohl als Individuum wie als jemand, der in einen geschichtlichen Zusammehang eingebunden ist, zu betrachten.


Wie haben Theologen der juengeren Geschichte die Frage nach einer Verbindung von christlicher Offenbarung und menschlicher Vernunft zu loesen versucht?


Einen Versuch einer Verbindung zwischen beiden machte etwa der protestantische Theologe Paul Tillich (1886 – 1965) mit seiner “Methode der Korrelation”. Er vertrat die Ansicht, dass die Vernunft erst mittels der Offenbarung zu sich selber sowie den Sinn der Geschichte findet. Erst vom Blickwinkel des Kreuzes Christi aus koenne die erloeste Vernunft die Geschichte neu betrachten.


Andere Theologen wiederum vertreten eine “personalistische Theologie”. Hier geht man davon aus, dass ein wesentlicher Bestandteil menschlicher Geschichte die Begegnung mit einer anderen Person ist. Entsprechend sei die Offenbarung anzusehen: Gott trifft in der Geschichte auf den Menschen.


Ein weiterer Gedankengang ist die Vorstellung einer Universalgeschichte, die sich sinnvoll entwickelt, so wie etwa Hegel dies beschreibt. Dementsprechend ermoeglicht die Offenbarungsbotschaft erst eine sinnvolle Deutung der Geschichte. Gemaess dieser Ansicht ist alles, was geschieht, Teil eines Ganzen, Teil einer Geschichte, deren Ausgang dem Menschen nicht zugaenglich ist. Umgekehrt ist aber nur von diesem Ausgang aus der einzelne Mensch wirklich zu erkennen. Diesen Ausgang kennt jedoch nur Gott und somit kann nur Er aus der Geschichte ein sinnvolles Ganzes machen. Somit kann nur Gott allein der Geschichte Sinn geben.


Tertullian, einer der Kirchenvaeter, hat einst darauf hingewiesen, dass unter allen Lebewesen allein der Mensch von Gott ein Gesetz erhalten hat. Er hat die Gabe zu verstehen und zu unterscheiden und in Freiheit vernunftgemaesse Entscheidungen zu treffen, dabei aber daran denken, dass er sich in all dem seinem Schoepfer unterzuordnen hat.12

“Glaube und Vernunft (Fides et ratio) sind wie die beiden Fluegel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt. Das Streben, die Wahrheit zu erkennen und letztlich ihn selbst zu erkennen, hat Gott dem Menschen ins Herz gesenkt, damit er dadurch, dass er Ihn erkennt und liebt, auch zur vollen Wahrheit ueber sich selbst gelangen koenne (vgl. Ex 33, 18; Ps 27 [26], 8-9; Ps 63 [62], 2-3; Joh 14, 8; 1 Joh 3, 2).”13


Johannes Paul II betonte in “Fides et ratio”, dass die Suche nach der Wahrheit zum Wesen des Menschen gehoert. Seine Vernunft bringt ihn dazu, nach der Ursache aller Dinge und nach ihrem Ziel zu fragen. Hier hat die Philosophie, die “Liebe zur Wahrheit” besondere Bedeutung gewonnen.


Die Vernunft sei dort angebracht, wo sie dazu beitraegt, das Leben der Menschen zu erleichtern und wuerdiger zu gestalten. Jedoch habe das Streben des Menschen nach der letzten Wahrheit trotz vieler positiver Ergebnisse in Bereichen wie der Anthropologie, der Logik, der Naturwissenschaften, der Geschichte und Sprache doch vergessen, dass es eine Wahrheit gibt, die den Menschen uebersteigt. Anhand des vielen Wissens sei es aber immer schwierieger gewirden, nach oben zu blicken, um zur Wahrheit des Seins zu gelangen. Auch die Philosophie habe sich zu sehr auf den Menschen selbst konzentriert. Dies fuehrte zu Richtungen wie den Agnostizismus und den Relativismus. Das Suchen nach der Wahrheit verlor sich in einem allgemeinem Skeptizismus. Anstatt einer gerechtfertigten Pluralitaet verschiedener Denkrichtungen gab es nun einen indifferenten Pluralismus, der davon ausgeht, dass alle Denkrichtungen gleich viel wert seien. Hier geht es nur mehr um verschiedene Meinungen. Antworten auf den letzten Sinn des Lebens konnte die Philosophie bisher nicht geben, was zu einer gewissen Skepsis gegenueber der Erkenntnisfaehigkeit der Menschen gefuehrt hat.


Bereits das I. Vatikanische Konzil hat gelehrt, dass es ausser der menschlichen Vernunft und der daraus erwachsenene Erkenntnis auch eine Erkenntnis gibt, die aus dem Glauben kommt und die die in Gott verborgenen und in der Offenbarung mitgeteilten Geheimnisse zugaenglich macht.


Durch den Glauben stimmt der Mensch der goettlichen Offenbarung zu, wie das II. Vatikanische Konzil lehrt, und diese Zustimmung bedarf der ganzen Person, also des Willen und des Verstandes.


Diese Offenbarung fuehrt in die menschliche Geschichte eine letzte Wahrheit ein, die den menschlichen Verstand fortwaehrend antreibt und ermutigt, sein Wissen zu erweitern.


Sie laesst ihn eine Wahrheit erkennen, die nicht einem auf die menschliche Vernunft zurueckzufuehrendem Denken entspringt, sondern bringt dieses Denken vielmehr hervor und will als Zeichen der Liebe angenommen werden.


Das Verhaeltnis von Glaube und Vernunft zeigt sich in der Heiligen Schrift vor allem in den Weisheitsbuechern. Hier ist nicht nur der Glaube Israels zu finden, sondern auch ein reiches Wissen untergegangener Kulturen. So liest man etwa in Sir 14,20-27: “Wohl dem Menschen, der nachsinnt ueber die Weisheit, der sich bemueht um Einsicht, der seinen Sinn richtet auf ihre Wege und auf ihre Pfade achtet, der ihr nachgeht wie ein Spaeher und an ihren Eingaengen lauert, der durch ihre Fenster schaut und an ihren Tueren horcht, der sich bei ihrem Haus niederlaesst und seine Zeltstricke an ihrer Mauer befestigt, der neben ihr sein Zelt aufstellt und so eine gute Wohnung hat, der sein Nest in ihr Laub baut und in ihren Zweigen die Nacht verbringt, der sich in ihrem Schatten vor der Hitze verbirgt und im Schutze ihres Hauses wohnt.”


Der sehnliche Wunsch nach Erkenntnis ist hier ein Wesensmerkmal, das alle Menschen vereint. Alle Menschen, ob sie nun glauben oder nicht, koennen “schoepfen im tiefen Wasser” (vgl. Spr 20,5).


Gemaess den biblischen Aussagen gibt es zwischen der Vernunfterkenntnis und der Glaubenserkenntnis eine tiefe Einheit, die sich auch nicht trennen laesst. Man kann alles in der Welt mit den Mitteln der Vernunft erforschen und analysieren, was aber keinesfalls heisst, dass der Glaube aussen vor bleiben muss. Er beschraenkt die Vernunft aber nicht, sondern zeigt dem Menschen auf, dass sie Gott in all dem, was sie hier erforschen und analysieren, erkennen koennen. Weder die Welt noch ihre Geschichte kann erkannt werden, ohne gleichzeitig an den zu glauben, der in all dem zu erkennen ist: Gott.


“Des Menschen Herz plant seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt” heisst es in Spr 16,9. Der Mensch kann mit seiner Vernunft also den Weg erkennen, zuegig und ohne Schwierigkeiten zu Ende gehen kann er ihn aber nur im Glauben an Gott. Wer Vernunft und Glaube trennt, riskiert daher, weder sich selbst, die Welt oder Gott erkennen zu koennen.


Vernunft und Glaube konkurrieren nicht miteinander. “Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verhuellen, des Koenigs Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.” (Spr 25,2). In Gott findet alles seinen Ursprung, der Mensch forscht mit seiner Vernunft nach der Wahrheit. “Wie schwierig sind fuer mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl! Wollte ich sie zaehlen, es waeren mehr als der Sand. Kaeme ich bis zum Ende, waere ich noch immer bei dir.” heisst es in Ps 139,17-18.


Israel konnte in der Offenbarung all das ergruenden, was es mit der menschlichen Vernunft nicht erkennen konnte. Gleichzeitig hat das auserwaehlte Volk begriffen, dass es einige Regeln in Zusammenhang mit dieser Vernunft gibt, um deren Natur ausdruecken zu koennen. Zum einen kennt das menschliche Erkennen kein Stehenbleiben, ferner darf der eigene Hochmut nicht zu dem Irrglauben fuehren, das bisher Erreichte sei ein Produkt persoenlicher Anstrengung, schliesslich muss die Vernunft begreifen, dass der transzendente Gott souveraen ist, also ueber den Dingen steht und diese Welt mit Seiner unendlichen Liebe fuehrt und leitet.


Missachtet der Mensch diese Regeln, kann er scheitern, was lebensbedrohliche Folgen haben kann. Der Mensch ist dann wie ein Tor und denkt, er wisse viel, kann aber das Wesentliche in all dem nicht erkennen und ebensowenig Ordnung in seinen Verstand bringen (vgl. Spr 1,7). Behauptet er dann schliesslich “Es gibt keinen Gott” (Ps 14,1), zeigt er damit nur, wie unzulaenglich das vermeintliche Wissen doch ist und wieviel ihn doch von der vollen Wahrheit trennt. Der Wahrheit ueber die Dinge, ihren Ursprung und ihre Bestimmung.


Im 13. Kapitel des Buches der Weisheit ist die Rede davon, dass sich Gott auch durch die Natur erkennen laesst. So wurde in der Antike das Studium der Naturwissenschaften meist auch mit dem philosophischen Wissen verbunden. Zunaechst heisst es hier, dass der Mensch mittels seines Verstandes in der Lage ist, “den Aufbau der Welt und das Wirken der elemente, … den Kreislauf der Jahre und die Stellung der Sterne, die Natur der Tiere und die Wildheit der Raubtiere” zu verstehen (Weish 7, 17. 19-20), also Philosophie zu betreiben. Dann gibt es im Text aber eine Wende und der Verfasser weist darauf hin, dass man sehr wohl auch den Schoepfergott durch das vernuenftige Nachdenken ueber die Natur erkennen koenne: “Denn von der Groesse und Schoenheit der Geschoepfe laesst sich auf ihren Schoepfer schliessen” (Weish 13,5). Das heisst nichts anderes, als dass die erste Stufe der Offenbarung sozusagen die Natur selbst ist. Selbst aus und in ihr kann der Mensch den Schoepfer erkennen.


Nun erhaelt die Vernunft hier zwar eine bestimmte Wuerdigung, aber es werden auch Grenzen klar. Ihr zuviel Wert beizumessen, waere unangebracht. Wahre Bedeutung erhaelt sie erst durch den Glauben: “Der Herr lenkt die Schritte eines jeden. Wie koennte der Mensch seinen Weg verstehen?” (Spr 20,24). Der Glaube befreit die Vernunft, weil sie durch ihn den Gegenstand ihrer Erkenntnis konsequent erreichen und in den goettlichen “Gottesfurcht ist der Anfang der Erkenntnis” (Spr 1, 7; vgl. Sir 1, 14). “Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht” (Spr 4, 5) [21-23].


Das Alte Testament offenbart, dass der Mensch nicht nur erkennt, weil er sorgfaeltig beobachtet, sondern weil er glaubt und eine enge Beziehung zu den Inhalten der Offenbarung hat.


Diese Offenbarung erlaubt wahre Erkenntnis, da sie der Vernunft den Zugang zur Unendlichkeit ermoeglicht und ihm neue Horizonte eroeffnet, auch wenn dies fuer den beschaenkten menschlichen Verstand oft mit grosser Anstrengung verbunden ist (vgl. Spr. 30, 1-6). Der Glaubende jedoch schreitet weiter fort auf seinem Weg zur Wahrheit, denn dazu hat ihn Gott berufen (vgl. Koh 1, 13).


Auch der hl. Paulus geht auf dieses Thema ein. Die “Augen des Verstandes” koennen durch die Schoepfung Gott erkennen (vgl. Roem 1, 20). Offensichtlich kann die menschliche Vernunft ueber ihre natuerlichen Grenzen hinaus gehen.


Die Leichtigkeit jedoch, mit der der Mensch Gottes Schoepfung zufolge die sinnliche Welt uebersteigen und zum Schoepfer selbst gelangen sollte, ging durch den Suendenfall verloren. Im Garten Eden stand “der Baum der Erkenntnis von Gut und Boese” (Gen 2, 17). Von sich aus konnte der Mensch also nicht zwischen Gut und Boese unterscheiden. Er brauchte hierfuer etwas Hoeheres. Aufgrund von Taeuschung und Ueberheblichkeit dachten Adam und Eva, sie wuerden die Erkenntnis, die von Gott stammt, nicht mehr brauchen, da sie ja unabhaengig seien. Durch ihren Ungehorsam wurden all ihre Nachkommen daran gehindert, den Weg zur vollen Wahrheit zu erkennen. Wegen der Suende wurde das Denken der Menschen “nichtig” und entstellt (vgl. Roem 1, 21-22). Die Klarheit des Verstandes wurde getruebt. Jesu Menschwerdung jedoch befreite die Vernunft von den Fesseln, die sie sich selbst angelegt hatte.


In den Briefen des hl. Paulus zeigt sich ein Gegensatz zwischen “Weisheit dieser Welt” und der Weisheit Gottes, die ihre Offenbarung in Jesus Christus fand. Am Beispiel Jesu zeit sich, wie nutzlos alle Versuche menschlicher Vernunft sind, den Sinn des Lebens erklaeren zu wollen. Jesu Tod am Kreuz machte jeden Versuch, den Heilsplan Gottes durch menschliche Logik erklaeren zu wollen, unsinnig. “Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortfuehrer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt?” (1 Kor 1, 20). Der hl. Paulus betont das, was menschliche Weisheit nicht akzeptieren will: “Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark” (2 Kor 12, 10). Mit einem Paradoxon drueckt Paulus den Hoehepunkt seiner Lehre aus: “Gott hat in der Welt das, was nichts ist, erwaehlt, um das, was etwas ist, zu vernichten” (1 Kor 1, 28). Er verdeutlicht, dass sich am Kreuz die ungeschuldete Liebe Jesu geoffenbart hat. Das Kreuz kann die Antwort geben, nach der die Vernunft sucht. Das Kreuz fordert auf, sich der Universalitaet der Wahrheit zu oeffnen.


Als Paulus nach Athen, der Stadt der Philosophen kam, sah er einen Altar und erkannte darin eine gemeinsame Grundlage, auf der aufbauend er mit der Verkuendigung des Glaubens beginnen konnte: “Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. Denn als ich umherging und mir eure Heiligtuemer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: Einem unbekannten Gott. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkuende ich euch” (Apg 17, 22-23). Er faehrt fort, von Gott zu erzaehlen – dem Gott, der alles erschaffen hat und allem Leben gibt. “Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat fuer sie bestimme Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgelegt. Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden koennten; denn keinem von uns ist er fern” (Apg 17, 26-27).


Tief im Herz des Menschen findet sich die Sehnsucht nach Gott. Um es mit den Worten der Karfreitagsliturgie zu sagen: “Allmaechtiger, ewiger Gott, du hast eine so tiefe Sehnsucht nach dir ins Herz des Menschen gesenkt, dass sie erst Frieden haben, wenn sie dich finden”.14 Der Mensch kann demnach einen Weg gehen, der mit der Vernunft beginnt und ueber die reine Zufaelligkeit dem Unendlichen zustrebt.


Bereits Aristoteles hat festgestellt, dass alle Menschen nach Wissen streben. Wahrheit ist dabei das Schluesselwort.


Der Mensch besitzt Wissen – und im Gegensatz zur gesamten uebrigen Schoepfung ist er sich dieses Wissens auch bewusst. Genau deshalb ist er auf der Suche nach der Wahrheit. Um es mit den Worten des hl Augustinus zu sagen: “Ich habe manchen gefunden, der andere taeuschen wollte, aber keinen, der getaeuscht werden wollte”.15 So wird auch die Faehigkeit, zwischen wahr und unwahr zu entscheiden, als Kriterium fuer das Erwachsensein gesehen.


Nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis ist bei diesem Wissensdrang von Bedeutung. Sittliches Handeln ist ein Mittel zur Vollkommenheit. Auch hier ist Wahrheit das Schluesselwort.


Eine der Formen, in der der Mensch nach der Wahrheit sucht ist etwa die Frage nach dem Sinn des Lebens. Zunaechst erscheint dieses Leben vielleicht als sinnlos und absurd. So zweifelt auch Ijob am Sinn des Lebens. Angesichts des unvermeidlichen Todes verstaerkt sich dieses Zweifeln am Sinn des Lebens noch. Die Suche nach der Wahrheit ueber das Leben und das Ende – und was danach kommt - wird zu einer zentralen Frage menschlichen Denkens.


Bei der Antwort hierauf stellt sich eine neue Frage: kann es eine absolute Wahrheit geben? Einen absoluten Sinn? Eine letzte Ursache aller Dinge? Bewusst oder unbewusst sehnen sich alle Menschen nach dieser letzten Wahrheit, dem absoluten Sinn und der letzten Ursache – nach etwas Stabilen, das keine Zweifel mehr zulaesst.


Da die Vernunft des Menschen begrenzt ist und sein Herz unbestaendig sowie widerspruechliche Interessen mit der Wahrheitssuche konkurrieren, sind aber seiner Wahrheitssuche Grenzen gesetzt. Und kaum hat man einen kurzen Blick auf diese Wahrheit erhascht, laeuft man vor den Konsequenzen, die sie mit sich bringen koennte, davon.


Die Suche nach der Wahrheit ist also tief im Menschen verwurzelt. Eine derart tiefe Verwurzelung laesst es jedoch als undenkbar erscheinen, dass diese Suche nutzlos bzw. umsonst sei. Dies ist aber bereits der Beginn einer Antwort: der Mensch wuerde nicht suchen, was er nicht finden koennte oder von dem er gar nichts wuesste. Allein die Hoffnung, tatsaechlich eine Antwort zu bekommen, laesst ihn mit der Suche beginnen.


Aehnliches gilt fuer die Suche nach den letzten Dingen.


Der Mensch sucht nach einer jenseitigen Wahrheit, die ihm den Sinn des Lebens verdeutlichen kann. Gleichzeitig hat er die ihm innewohnenden Faehigkeiten, diese Wahrheit zu erkennen, wenn sie ihm begegnet. Dies erreicht er aber nicht allein durch seine Vernunft, sondern indem er sein Vertrauen in andere Menschen setzt.


Die Vernunft bedarf des Dialogs und der aufrichtigen Freundschaft. Die Wahrheit, die diese menschliche Vernunft im Rahmen etwa der Philosophie sucht, steht keineswegs im Widerspruch zur geoffenbarten Wahrheit. Der Gott, der die Welt erschaffen hat, ist auch der Gott der Heilsgeschichte. Die Einheit der natuerlichen und der geoffenbarten Wahrheit zeigt sich in Jesus Christus. “Die Wahrheit ist in Christus” (vgl. Eph 4, 21; Kol 1, 15-20). Jesus ist sowohl das ewige wie das fleischgewordene Wort. Er offenbart d19en Vater (vgl. Joh 1, 14.18).16 Die menschliche Vernunft sucht etwas, “ohne es zu kennen” (Apg 17, 23). Sie kann diese Wahrheit nur durch Christus finden. In Jesus Christus offenbart sich die “volle Wahrheit” (vgl. Joh 1, 14-16). Jedes Wesen findet in Ihm seine Vollendung (vgl. Kol 1, 17).


Die christliche Verkuendigung musste sich von Anfang an mit philosophischen Stroemungen auseinandersetzen. In Apg 17, 18 liest man etwa, dass der hl. Paulus mit “einigen epikureischen und stoischen Philosophen” diskutierte. Es war unerlaesslich, wollte man denn von den Heiden verstanden werden, dass man es bei Hinweisen auf “Moses und die Propheten” beliess, sondern sich auf das moralische Gewissen der Menschen stuetzte (vgl. Roem 1, 19-21; 2, 14-15; Apg 14, 14-16). Diese natuerliche Erkenntnis verkam aber bei den Heiden zum Goetzendienst (vgl. Roem 1, 21-32). Deshalb ging der hl. Paulus auf das philosophische Denken ein.


Diese Philosophie hatte sehr viel mit der Praxis zu tun und war eine Art Lebensschule. Leicht wurde sie verwechselt mit einer Art hoeherer, esoterischer Erkenntnis, die nur fuer wenige bestimmt war. So warnt der hl. Paulus die Kolosser: “Gebt acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verfuehrt, die sich nur auf menschliche Ueberlieferung stuetzen und sich auf die Elementarmaechte der Welt, nicht auf Christus berufen” (2, 8).


So wandten sich auch Kirchenvaeter wie der hl. Irenaeus und Tertullian gegen Versuche, die Wahrheit der Offenbarung der menschlichen Philosophie unterzuordnen.


Das Christentum zeichnete sich dadurch aus, dass es Trennungen aufgrund von Rasse, sozialen Stand und Rasse beseitigte. So war auch die Wahrheitssuche nicht mehr etwas, das nur fuer einen elitaeren Zirkel vorbehalten war. Die Wahrheit ermoeglicht es, zu Gott zu gelangen. Dementsprechend muessen auch alle Menschen diesen Weg gehen koennen.


Die ersten Annaeherungen zur Philosophie machte der hl. Justin, gefolgt von Clemens Alexandrinus, der das Evangelium die “wahre Philosophie” nannte, eine Art Vorstufe zum christlichen Glauben und zum Evangelium. Er sah die Hauptaufgabe der Philosophie in der Verteidigung des Glaubens: “In sich vollendet und keiner Ergaenzung beduerftig ist die Lehre im Sinne des Erloesers, da sie goettliche Kraft und Weisheit ist. Wenn aber die griechische Weisheit hinzukommt, so macht sie die Wahrheit zwar nicht wirksamer, aber weil sie die sophistischen Angriffe gegen die Wahrheit abwehrt, ist sie mit Recht Zaun und Mauer des Weinbergs genannt worden”.17


Origines war einer der ersten christlichen Denker, der das philosophische Denken in kritischer Art und Weise uebernommen hat. Er verwendete das platonische Denken und entwickelte zum ersten Mal so etwas wie eine christliche Theologie. Theologie in der christlichen Lehre bezeichnete fortan das Nachdenken, das der Glaeubige vollzog, um zur wahren Lehre ueber Gott zu kommen.


Erwaehnt werden sollten an dieser Stelle auch Dionysios, Areopagita und besonders der hl. Augustinus. Er, der zum Bischof von Hippo wurde, verband zum ersten Mal philosophisches und theologisches Denken und darin eingeschlossen griechisches und lateinisches Denken.


“Eine Frage, die Augustinus zeit seines Lebens sehr beschaeftigt hat, war die des Verheltnisses zwischen Glaube und Vernunft. Er betonte, dass der Glaube der Vernunft niemals entbehren duerfe, aber auch umgekehrt die Vernunft den Glauben braucht. Der Einklang zwischen Glaube und Vernunft ist noetig, um in der Erkenntnis Gottes voranzuschreiten und das Ziel des ewigen Heils zu erreichen. Die innere Wechselbeziehung von Glaube und Vernunft laesst uns bewusst werden, dass Gott im Innersten unseres Ichs erkannt und gefunden werden kann”. 18


Die Kirchenvaeter erkannten, dass die Vernunft fuer das Absolute offen war und verbanden sie mit dem Reichtum der Offenbarung. Diese Verbindung geschah nicht nur auf kultureller Ebene, sondern ebenso in den Koepfen und Herzen der Menschen. Die Vernunft ueberschritt ihre naturgegebenen Grenzen und konnte in der Person Jesu zur hoechsten Wahrheit gelangen. Die Kirchenvaeter zeigten aber nicht nur Gemeinsamkeiten auf, sondern wiesen auch auf Verschiedenheiten hinsichtlich der Offenbarung hin.


Anselm von Canterbury sorgte schliesslich dafuer, dass in der scholastischen Theologie durch den Anstoss der Interpretation des intellectus fidei die Bedeutung der philosophisch geschulten Vernunft wuchs. Er war der Ansicht, dass der Glaube nicht mit der Wahrheitssuche der Vernunft konkurrierte. Es sei ja nicht Aufgabe der Vernunft, Glaubensinhalte zu bewerten, sondern einen Sinn zu finden und ein Verstaendnis fuer Glaubensinhalte zu erleichtern. Der Verstand muesse das suchen, was er liebt. Diese Liebe treibe ihn auch danach, sich nach der Erkenntnis zu sehnen.


Ebenso zu erwaehnen sei an dieser Stelle der hl. Thomas von Aquin. Er betonte die Harmonie zwischen Glaube und Vernunft aufgrund der Tatsache, dass beide von Gott kommen. Die Natur, ihrerseits Gegenstand der Philosophie, koenne zum Verstehen der goettlichen Offenbarung beitragen. Der Glaube kann also durchaus auf die Vernunft vertrauen. Er setzt die Vernunft voraus und vollendet sie. Wenn die Vernunft Glaubensinhalten zustimmt, erniedrigt sie sich dadurch keineswegs, sondern sie entscheidet sich aus freiem Willen zu diesem Schritt.


Deshalb galt der hl Thomas seit jeher als der Lehrmeister des Glaubens.


Der hl. Thomas erkannte auch die Rolle des Heiligen Geistes bei der Reifung des menschlichen Wissens hin zur Weisheit. Die Weisheit erkennt, weil sie von Natur aus verwandt ist (Konnaturalitaet). Voraussetzung hierfuer ist der Glaube. Ihr Urteil trifft sie von der Wahrheit des Glaubens her. “Die Weisheit, die zu den Gaben des Heiligen Geistes zaehlt, unterscheidet sich von jener (Klugheit), den zu den Tugenden des Verstandes gehoert. Diese letztere naemlich erwirbt man sich durch das Studium: jene hingegen “kommt von oben”, wie es der heilige Jakobus ausdrueckt. So ist sie auch verschieden vom Glauben. Denn der Glaube nimmt die goettliche Wahrheit so an, wie sie ist: Eigenart der Gabe der Weisheit ist es hingegen, genaess der goettlichen Wahrheit zu urteilen”.19


Thomas anerkannte das Vorhandensein zweier Weisheitsformen, die einander ergaenzen: die philosophische Weisheit, die mit dem menschlichen Verstand innerhalb der Grenzen der Wirklichkeit forscht und die theologische Weisheit, die ihren Ursprung in der Offenbarung hat und die durch das Ueberpruefen von Glaubensinhalten zu Gott vordringt.


Als die ersten Universitaeten entstanden, musste sich die Theologie wohl oder uebel mit dem Forschen und dem wissenschaftlichen Wissen auseinandersetzen. So waren auch der hl. Albertus Magnus und der hl. Thomas die ersten die anerkannten, dass die Philosophie und die neuen Wissenschaften autonom waren – obwohl sie weiterhin die Bedeutung der Verbindung von Glaube und Vernunft betonten. Im spaeten Mittelalter kam es dann zu einer unseligen Trennung von Glaube und Vernunft. Extrem rationalistische Auffassungen kamen auf, was schliesslich dazu fuehrt, dass die Philosophie voellig autonom von den Glaubensinhalten wurde. Auf der anderen Seite wuchs das Misstrauen gegenueber der Vernunft.


Letztlich kam die Philosophie an einen Punkt an dem sie in Gegensatz zur christlichen Offenbarung stand. Diese Bewegung erreichte im 19. Jh. ihren Hoehepunkt. So gab es sogar Versuche, den christlichen Glauben sowie den Tod und die Auferstehung Christi dialektisch zu strukturieren. Auf der anderen Seite gab es Formen des atheistischen Humanismus, der den Glauben als schaedlich und entfremdend fuer die Vernunft hielt. Sie erhoben sich sogar in den Status von neuen Religionen, was auf gesellschaftpolitischer Ebene zu totalitaeren Systemen fuehrte.


In der Wissenschaft griff der Positivismus um sich, der sich streng von christlichen Weltanschauungen, Metaphysik und Moral distanzierte. Schnell laeuft man so Gefahr, nicht mehr den Menschen im Mittelpunkt des Forschens zu sehen. Manche Forscher sahen sich bzw. die Wissenschaft gar als ueber der Natur und dem Menschen stehend an


Aus der Krise des Rationalismus entstand dann der Nihilismus, die Philosophie vom Nichts. Sie vertraten die Ansicht, dass die Suche bereits alles sei und es keine Aussicht und keine Hoffnung gebe, jemals die Wahrheit zu finden. Im Dasein sollen allein fluechtige Eindruecke und Erfahrungen gesammelt werden. Niemand muss mehr wirkliche Verantwortung uebernemen, da ja sowieso alles vergaenglich und damit vorlaeufig ist.


Allerdings hat sich auch die Rolle der Philosophie veraendert – vom universalen Wissen hin zu einer unter vielen Wissensgebieten. Teils wurde sie angesichts anderer Formen von Vernuenftigkeit sogar zur Nebensache. Vernunft diente nicht mehr der Suche nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens, sondern dem Genuss und der Macht.


Man suchte nicht mehr die Wahrheit an sich, sondern subjektive Gewissheit und praktische Nuetzlichkeit.


Die Vernunft, die sich von der Offenbarung getrennt hat, ist unselige und gefaehrliche Wege gegangen und dabei riskiert, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Der Glaube jedoch, der die Vernunft hinter sich laesst, betont nur Emotionen und Erfahrungen und riskiert damit, kein universals Angebot mehr zu sein. Nur weil die Vernunft schwaecher ist, wird der Glaube deshalb noch lange nicht staerker und ueberzeugender, sondern verkommt so schnell zum Mythos oder Aberglauben.


So hat Johannes Paul II. auch gefordert, dass der parresia (Freimuetigkeit) des Glaubens die Kuehnheit der Vernunft entsprechen muss.


Das Lehramt hat hierbei die Aufgabe, einzugreifen, wenn philosophische Ueberzeugungen dazu fuehren, dass die Offenbarung nicht mehr richtig verstanden wird und irrige Theorien verkuendet werden und die Reinheit des Glaubens verwirren.


Es muss deshalb klar darauf hinweisen, welche philosophischen Auffassungen nicht mit der Offenbarung uebereinstimmen und die Forderungen herauszustellen, die die Philosophie unter Gesichtspunkten des Glaubens unterliegt.


Die Philosophie hat somit die recta ratio zu beachten, d.h. ueber die Wahrheit in rechter Weise nachzudenken.


Das Lehramt will die Philosophie aber nicht einschraenken, sondern es sogar ermutigen.


Ebenso gab es immer wieder die Tendenz, dass Katholiken den modernen Denkstroemungen ihre eigene Philosophie entgegensetzten und so manchmal ebenfalls irrige Wege einschlugen. Auch hier gab und gibt es die Verpflichtung des Lehramtes, einzugreifen. Zensuren ergingen etwa gegen den Fideismus, den radikalen Traditionalismus – beide deshalb, weil sie der menschlichen Vernunft zu sehr misstrauten; gegen den Rationalismus und den Ontologismus, weil sie der menschlichen Vernunft etwas zutrauten, was nur im Lichte des Glaubens erkannt werden kann. Diese Debatte wurde auf dem I. Vatikanischen Konzil in der Konstitution Dei Filius festgehalten, wo zum ersten Mal in die Beziehung von Vernunft und Glaube eingegriffen wurde.


Bischof Gerhard Ludwig Mueller erklaerte in einer Vorlesung in Regensburg im Mai 2008, dass eine Verneinung der Transzendenz gefaehrlich sei, was sich unschwer aus der Geschichte dokumentieren liesse: Eine Vergoetzung des Menschen fuehrt zu totalitaeren Systemen. Das Recht des Staerkeren vernichte das christliche Menschenbild. Ein Relativismus in Bezug auf die Wahrheit sei nicht nur eine philosophische Denkrichtung, sondern fuehre zur Intoleranz gegenueber Gott. Religioese Aussagen wuerden dann nur mehr als Auffassungen einer religioesen Subkultur angesehen. Gott werde zum “Ideal” zur Erbauung und Paedagogisierung und Jesus zum “Fall” mit Vorbildfunktion. Die Kirche sei dann eine Art Verein, ein freier Zusammenschluss mit Menschen, die die gleichen subjektiven religioesen Anschauungen haetten. Eine Vernunft der Aufklaerung erklaere sich selbst zum Gott und vertritt die Meinung, dass der Mensch sich selbst genug sei. Wir sind jedoch vernunftbegate Wesen und muessen Gott nicht vor der Vernunft verstecken. Gott, das allumgreifende LOGOS habe sie schliesslich geschaffen und kann uns ueberhaupt erst zu Erfahrung und Erkenntnis bringen. Eine Vernunft ohne Bezug zu Gott koenne nicht einmal selbst denken. Pluralismus und Saekularismus wuerden den Menschen bedienen, der ohne Gott leben will, damit er keinen Regeln unterliegt. Die Welt brauche aber eine Vernunft, die dem Goettlichen gegenueber nicht gleichgueltig sei. Der Glaube habe vielmehr von der Vernunft und die Vernunft vom Glauben zu lernen, wie bereits Papst Benedikt XVI feststellte. Die Vernunft koenne auch eine ordnende und reinigende Funktion haben. Sie sei jedoch nicht der Religion zur Seite gestellt, sondern habe ihren Ursprung in Gott.20


So ist es etwa Aufgabe der Fundamentaltheologie, Rechenschaft ueber den Glauben und seine Beziehung zur Philosophie abzuliefern. Manche Wahrheiten sind auf dem natuerlichen Weg erkennbar – un damit auch auf dem philosophischen. So kann der Gaube der Vernunft den Weg weisen.



4.1.1 Glaubensbegruendung21


“Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfuellt” (1 Pet 3, 15)22


Es ist nicht genug, dass Glaeubige sich irgendwie hoffnungsvoll fuehlen und hoffen, dass dieses Gefuehl ansteckend wirkt. Der hl. Petrus will, dass Christen Rechenschaft ueber ihren Glauben ablegen und diesen auch verteidigen. Dass sie aufweisen, dass seine Fundamente unerschuetterlich sind, da sie sich auf die ultimative Wirklichkeit gruenden.23 Bereits der hl. Paulus hat in diesem Zusammenhang in Roem 1, 16 darauf hingewiesen, dass er sich des Evangeliums nicht schaeme, da es eine Kraft Gottes sei, die jeden rette, der glaubt.


Glaube und Vernunft sind zwei verschiedene – jedoch sich ergaenzende - Arten, ueber die Wahrheit nachzudenken. Aehnlich einem Vogel, der zu Boden faellt, wenn er nur einen Fluegel benuetzt, fallen auch Menschen, wenn sie nur eine der beiden Arten verwenden. Eine ohne die andere funktioniert nicht: sowohl die alleinige Betonung des Glaubens (Fideismus) wie die alleinige Betonung der Vernunft (Rationalismus) wurden und werden von der Katholischen Kirche verurteilt.


Selbst wenn sie jedoch wollten, koennten etwa Wissenschaftler nicht voellig objektiv und ohne jeglichen Glauben sein. Sie haben ihre eigene Geschichte, kommen aus einem bestimmten kulturellen Hintergrund und haben auch eine Art von “Glauben”, denn auch der Atheismus glaubt in gewisser Weise etwas. Auch Wissenschaftler gehen von Annahmen und einem Vertrauen in ihre Kollegen und in bestimmte Gesetzmaessigkeiten aus.


Menschen, die sich nur auf die Vernunft verlassen, gehen davon aus, dass die menschliche Logik ein allgemein anerkanntes Prinzip ist. Ist sie aber nicht. Viele Menschen heute leugnen die unbedingte Gueltigkeit der Logik. Sie sagen, dass deren Macht nur eingebildet sei und ausserdem kulturell bedingt. Logik ist vielmehr nur eine Art und Weise, wie das Gehirn seine Gedanken strukturiert. Logik ist ein Instrument der Vernunft, eine Art Regelwerk.


Die “natuerliche Theologie” erforscht Gottes Existenz und Wesen mit den Mitteln der Vernunft – ohne sich auf die Bibel, Tradition oder Kirche zu verlassen. Bereits der hl. Paulus schrieb in Roem 1, 20-21: “Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schoepfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverstaendiges Herz wurde verfinstert”.24 Mit der Erkenntnis Gottes aus der Natur ging also auch eine Verpflichtung zum Lobpreis einher, was die Menschen aber nicht taten. So verfiel ihr Denken der Nichtigkeit. Sie hielten sich fuer Weise und waren doch Narren. Dies fuehrte zu einer Art Kettenreaktion. Die Suende verfinsterte ihrerseits das Denken und machte es den Menschen nicht mehr moeglich, wie bisher Gottes Wesen in der Natur zu erkennen. Da Menschen aber von Natur aus religioes sind, beteten sie das an, was sie am meisten liebten, also weltliche Dinge (vgl. Roem 1, 23). Wenn die Menschen aber etwas anderes als Gott anbeten – und selbst wenn es etwas aus Seiner eigenen Schoepfung ist – entwerten sie sich selbst. Und so, wie die Menschen Anbetung feierten, war dann auch ihr Leben: sie folgten tierischen Instinkten, anstatt der wahrhaft menschlichen Moral. Gott nimmt diese Entscheidung an und lieferte sie der Unreinheit aus, sowie entehrenden Leidenschaften (vgl. Roem 1, 24 ff).


Fuer Paulus ist der Atheismus kein intellektuelles Problem – wenngleich er viele intellektuelle Symptome aufweist -, sondern eine Angelegenheit des Willen und des Herzen.


Die natuerliche Theologie kann auch dabei behilflich sei, sich mit Agnostikern und Atheisten auf einer gemeinsamen Ebene zu treffen.


Auch das I. Vatikanische Konzil hat bekraeftigt, dass Gott aus der Betrachtung der Schoepfung erkannt werden kann, durch die natuerliche Kraft der menschlichen Vernunft.


Schliesslich wurde ja auch der Mensch als Gottes Ebenbild erschaffen.


Auch der hl. Paulus aeusserte sich ueber das natuerliche Gesetz: “Wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur aus das tun, was im Gesetz gefordert ist, so sind die, die das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie zeigen damit, dass ihnen die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist; ihr Gewissen legt Zeugnis davon ab, ihre Gedanken klagen sich gegenseitig an und verteidigen sich”. (Roem 2, 14-15)25. Zusammen mit der natuerlichen Theologie ist das natuerliche Gesetz jedermann als eine Art “natuerlicher Religion” zugaenglich. Zusammen mit der uebernatuerlichen Offenbarung, dem goettlichen Gesetz also, bildet die menschliche Vernunft (das Naturgesetz, das sich als Ordnung der Vernunft auf den Menschen als Einheit von Seele und Leib bezieht, nachdem dieser sein Leben auszurichten hat) das ewige Gesetz. Was das natuerliche Sittengesetz angeht, bedeutet es nichts anderes, als dass das Gute zu tun und das Boese zu meiden ist. Nicht alle Menschen erkennen aber die Gebote des natuerlichen Gesetzes, sodass sie der Gnade und Offenbarung beduerfen.26


Die Offenbarung korrigiert und perfektioniert nun, was wir mit der menschlichen Vernunft erkannt haben.




Nicht immer brauchen Menschen eine Begruendung fuer ihren Glauben. Ein Bekehrungserlebnis etwa kann so intensiv sein, dass der Glaube so hell und klar – und selbstverstaendlich - ist, dass eine Begruendung unnoetig wird. Auch ein Aufwachsen in einer glaeubiger Familie kann den Glauben zur Selbstverstaendlichkeit werden lassen.


Dann wiederum gibt es Momente, die eine Glaubensbegruendung notwendig erscheinen lassenst: in der Pubertaet etwa, oder auch als Erwachsener inmitten einer glaubensfeindlichen Umgebung. Sei es, dass man sich anti-katholischen Angriffen ausgesetzt sieht oder einfach nur in einer Welt lebt, in der alles nur mit der modernen Wissenschaft erklaert wird und auch moeglich und machbar scheint. Hier wird der christliche Glaube schon fast zwangsweise in Frage gestellt.


Ein weiterer Aspekt: Angesichts weltweiter fundamentalistischer und radikaler, fanatischer und intoleranter religioeser Stroemungen ist die Selbstreflexion und Begruendung des Glaubens unerlaesslich geworden.


4.1.1.2 Es gibt heute verschiedene Formen der Glaubensbegruendung:


An irgend etwas glaubt fast jeder. Ohne den Bezug zur Transzendenz, ohne das Absolute, ist unser endliches Leben mit all seinen leidvollen Erfahrungen kaum zu ertragen. Noch viel weniger aber der Tod.


Ein gesellschaftpolitischer Grundkonsens laesst sich nur erreichen, wenn ein gemeinsames religioeses Fundament vorhanden ist. Ansonsten haengt jegliche Moral in der Luft. Ein reiner Pluralismus erhaelt eine Gesellschaft nicht am Leben, da die Gegensaetze innerhalb der Gesellschaft zu gross wuerden.


Auch fuer die Entwicklung der eigenen Identitaet ist der christliche Glaube unabdingbar, der er die Grundvoraussetzung einer gesunden Reifung in sich traegt: das Urvertrauen.


Was den Glaubenden selbst angeht, so wird sein Glaube staendig mit der Welt um ihn herum konfrontiert.


Ohne einen Gott waere alles rein zufaellig. Es wuerde auch das Gute nicht geben und ebensowenig das Boese, das dann im uebrigen unerklaerlich waere. Wahrheit und Unwahrheit wuerden sich auf einer Ebene befinden.


Ohne einen Gott muesste der Mensch alles was in ihm ist – seine Aggressivitaet und all seine sonstigen Eigenschaften – zwangsweise vergoettlichen, da er sie rein biologisch oder psychologisch nicht erklaeren kann.


Ohne einen Gott gaebe es keine Hoffnung auf Erloesung. Die Beziehung zwischen Menschen waere von Konkurrenz gepraegt.


Ohne Gott wird menschliche Liebe zerstoererisch. Ohne Gott gibt es keine Hoffnung fuer Verlierer, fuer Menschen, die gequaelt und unterdrueckt – oder gar ermordet werden.


4.1.1.3 Kann man diesen Glauben aber ueberhaupt begruenden?


Verfehlt man denn nicht den Glauben, wenn man dafuer Gruende ins Feld fuehrt? Christlicher Glaube ist ein Gnadengeschenk Gottes und drueckt sich in bedingungsloser Liebe aus – ist eine Begruendung hierfuer nicht voellig fehl am Platz? Reicht fuer den Glauben nicht Vertrauen und Dankbarkeit?


Wovon ist also die Rede, wenn es um “Glaubensbegruendung geht?


In gewisser Weise kann der Glaube natuerlich nicht mit menschlichen Mitteln begruendet werden. Sein Fundament ist Gottes Treue und vaeterliche Liebe, der Weg Jesu Christi und das Erfuelltsein vom Heiligen Geist. Dieses Fundament widerspricht aber nicht jeglicher Vernunft, sondern ist die Vernunft selbst – und kann damit durchaus begruendet werden. Da der Mensch als ganzer vor Gott steht, bedarf der Glaube sogar des Bedenkens und der Begruendung, ist der Akt des Glaubens doch nicht zuletzt ein Akt, der von diesem Menschen als ganzen vollzogen wird und damit auch ein Akt der Vernunft, da der Mensch ein vernunftbegabtes Wesen ist. Glaubensbegruendung kann deshalb zum Glauben hinfuehren, indem sie Hindernisse aus dem Weg raeumt, die dem Glauben im Weg stehen, wie auch den Glauben sich selbst und anderen gegenueber begruenden.


Rationale Glaubensbegruendung bedeutet jedoch nicht einfach nur, dass man die Frage, ob es Gott gibt, philosophisch bedenkt. Bei ihr geht es auch darum, wie denn dieser christliche Gottesglaube konkret aussieht.



Allein die Tatsache, dass man die Frage nach der Existenz Gottes philosophisch betrachtet, beinhaltet schon einen Akt des Glaubens (“Philosophie” bedeutet ja auch nichts anderes als “Liebe zur Wesiheit”). Wenngleich bestimmte Glaubensinhalte (Leben, Tod und Auferstehung Jesu) philosophisch nicht entdeckt werden koennen, bedeutet dies nicht, dass christlicher Glaube nicht vernuenftig bedacht werden kann. Christlicher Glaube sagt ja, dass sich in seiner konkreten Gestalt die eine Wahrheit Gottes zeigt. Eine Wahrheit, die die Einheit von Glaube und Vernunft ist.


Diese eine Wahrheit hat den Hoehepunkt ihrer Offenbarung in Jesus Christus erreicht. Sie beinhaltet die Wahrheit von Welt und Mensch. Wenn christlicher Glaube also vernunftgemaess sein will, muss er dies an der Vernuenftigkeit des Welt- und Selbstverstaendnisses messen lassen, das sich in Gottes Offenbarung in Jesus Christus zeigt.


Ein Beispiel fuer diesen Vernuenftigkeitsanspruch christlichen Glaubens ist das trinitarische Gottesbild, also die Dreifaltigkeit. Diese Dreifaltigkeit steht in deutlichem Gegensatz etwa zu weltlichen Herrschern. Gott ist nicht das Vorbild oder Urbild fuer die Herrscher dieser Welt, sondern Vater des gekreuzigten Jesus Christus, der die Allmacht Seiner Liebe dadurch bewiesen hat, dass Er Seinen einzigen Sohn fuer uns hingab. Seine Glorie zeigt sich also in den Herrschern dieser Welt, sondern auf dem Antlitz Seines gekreuzigten Sohnes und mit ihm aller Leidenden, Unterdrueckten und Verlorenen sowie in Seiner Kirche.


Die Einheit des dreifaltigen Gottes zeigt sich also in einer Gemeinschaft, in der es nicht um Macht und Ruhm, sondern um demuetige, selbstlose Liebe zueinander geht. Die Einheit der Dreifaltigkeit als Einheit in Liebe spiegelt sich in der Kirche wieder, in der sich dieser Bund der christlichen Familie mit Gott als Vater und den Glaeubigen als Schwestern und Bruedern ebenfalls als Einheit in Liebe zeigt.


Der neuzeitliche Mensch wird seiner Umwelt und seinen Mitmenschen gegenueber entfremdet, indem er seine Selbstverwirklichung und sein Glueck auf eigene Faust zu verwirklichen suchte und so nicht die Einheit mit seinen Mitmenschen zu finden konnte.


Das trinitarische Bekenntnis jedoch bringt zum Ausdruck, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist und die Last wie die Entfremdung des Menschen auf sich genommen hat. Christen muessen sich also nicht mehr selbst behaupten oder selbst produzieren sondern sind frei, sich in der Liturgie und Diakonie ganz dem Dienst an Gott hinzugeben und durch sein Leben ein Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu geben.




4.1.1.4 Welche Grundlagen hat nun die Glaubensbegruendung und welcher Bedingungen bedarf sie?


In der christlichen Theologie gibt es hier die verschiedensten Ansaetze. Zum einen gab es die ersten Ansaetze von Glaubenbegruendung bereits in nachapostolischer Zeit, als sowohl das Judentum, die heidnische Intelligenz und die Gesellschaft an sich den christlichen Glauben angriffen. Die Christen bedienten sich unter anderem der Philosophie, um ihren Glauben vernuenftig zu begruenden und fuer andere verstaendlich zu machen. Manchmal nannten sie ihn sogar die “wahre Philosophie”. Damals wurde die christliche Apologetik begruendet, deren Ziel und Aufgabe es ist, den Glauben sowohl zu begruenden und gegen Angriffe von aussen durch die Darlegung seiner Glaubwuerdigkeit zu verteidigen, wie auch sich selbst gegenueber mit den Mitteln dern Vernunft verstaendlich zu machen.


Ein besonderes Vertrauen in die Vernunftgemaessheit des Glaubens findet sich im Mittelalter. Anselm von Canterbury etwa stuetzte seine Begruendung nicht auf die Heilige Schrift, sondern auf Wunsch seiner Mitbrueder allein auf die Vernunft. Diese Vernunftgemaessheit des Glaubens ist letztlich auf den Schoepfungsglauben zurueck zu fuehren, dern den Glauben zunaechst als Einsicht in die Geheimnisse der Schoepfung sieht. Der Mensch ist Ebenbild Gottes und als solches vernunftbegabt.


Ebenso findet sich aber in der Geschichte eine Kritik der Vernunft und der Philosophie. Diese Vernunftkritik ist auf den Erloesungsglauben zurueck zu fuehren, der den Glauben als freie Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes sieht.


Letztlich aber kann die Freiheit des Menschen, sein Erkenntnis, Wissen und Fuehlen ihre Vollendung erst durch den Heiligen Geist im Vollendungsbekenntnis.


Die Dreifaltigkeit unterscheidet den christlichen Glauben von anderen Religionen. Diese Dreifaltigkeit fuehrt zu einer Gotteserfahrung, die sowohl einheitlich wie verschieden ist.


Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift wird Gott zuerst als der Schoepfergott gesehen. Da unsere Welt von diesem einen Gott geschaffen wurde, kann es auch nur eine Wahrheit geben. In dieser einen Wahrheit muessen sich deshalb die Erfahrung der Glaubenden und das Denken treffen. Da aber alle Menschen letztlich Gott als Ursprung haben, kann es auch nur eine Vernunft geben.


Ob man nun vom Schoepfungsglauben, vom Erloesungs- oder Vollendungsglauben ausgeht, jede der drei Formen hat eine eigene Sicht der Wirklichkeit und eine eigene Erfahrung Gottes sowie der Welt und des Menschen. Dass diese Einheit in Verschiedenheit auf Gott zurueck zu fuehren ist, zeigt das trinitarische Glaubensbekenntnis.


So ist der Glaube sich immer auch seiner unterschiedlichen Pole bewusst: das Goettliche, dessen Wahrheit, Heil und Leben einerseits und menschliche Erfahrungen in einer gefallenen und voll Schuld beladenen Welt andererseits. So wendet sich religioeser Glaube gegen alle Bestrebungen, irgendetwas Weltliches zu vergoettlichen – ob das nun Vernunft, Philosophie oder Geld, Macht oder Sex sind. Allerdings sind sowohl religioeses Bewusstsein wie religioese Institutionen ebenfalls Teil dieser Welt und deshalb nur als unzulaenglich und vorlaeufig anzusehen. Irdische Erscheinungsweisen goettlichen Handelns.

Ein echter religioeser Glaube ist daher immer dialektisch – er hat zwei Pole, die einander gegenueber stehen, aber doch zusammen gehoeren.



Die Frage, was denn nun am Glauben begruendet werden soll, haengt, was, wie und warum er eigentlich in Frage gestellt wird. Ebenso sind hier der geschichtliche Hintergrund der Infragestellung und die dahinter stehenden Grundannahmen zu beruecksichtigen. Ein systematischer Atheismus, eine systematische Christentums- und Kirchenkritik etwa gibt es erst seit Mitte des 2. Jahrtausends. Eine systematische Kirchenkritik setzt bestimmte gesellschaftliche Bedingungen voraus, um ueberhaupt Erfolg zu haben und als Alternative zum Christentum erscheinen zu lassen. Derartige Umstaende boten etwa die Aufklaerung, die neuen technischen Entdeckungen, die Industrialisierung und der Kapitalismus.


Die Glaubensbegruendung muss Bezug nehmen auf die Aeusserungen des Glaubens selbst: die Heilige Schrift, das Glaubensbekenntnis, die Liturgie, das Dogma, das kirchliche Lehramt – kurz: die muendliche und schriftliche Ueberlieferung. Schliesslich muss die Theologie wissen, welcher Glaube eigentlich begruendet werden soll. Keinesfalls darf der Glaube den Vorstellungen der Glaubenskritik angepasst werden.


Glaubensbegruendung muss vernuenftig – also rational – sein. Sie hat auf einer Ebene mit der vernuenftigen Glaubenskritik anzusetzen, aber auch, um zu vermeiden, “abzuheben”. Wer staendig nur die Differenz zur Vernunft betont, wird schnell elitaer und selbstgenuegsam. Er erklaert alles im Zusammenhang mit dem Glauben als vernuenftig und verfaellt so leicht dem Fanatismus und Dogmatismus oder bedient sich einer “doppelten Wahrheit”, wenn er an anderen Wahrheiten nicht vorbei kommt. Glaube hat nicht blind, sondern verstaendlich zu sein. Deshalb muss wissenschaftliche Glaubensbegruendung rational und philosophisch stichhaltig sein.


Philosophie und Wissenschaft koennen eine grosse Hilfe fuer den Glauben sein – wenn sie der Erkenntnis der Wahrheit gegenueber offen sind und dazu beitragen. Dann sind sie auch ein Zeugnis rechter Vernunft. In gewisser Art und Weise ist die Vernunft also selbstaendig vom Glauben, was auf den Unterschied von Schoepfungs- und Erloesungsbekenntnis zurueckzufuehren ist. Beide zeugen vom dreifaltigen Gott, sind aber nicht einfach dasselbe. Da es aber sowohl in der Philosophie wie in der Wissenschaft eine Vielfalt verschiedener Meinungen und auch Erkenntnisstufen gibt, kann sich auch die Glaubensbegruendung immer nur auf den momentanen Stand der Diskussion beziehen, ist damit also ein fortlaufender Prozess.

Christliche Glaubensbegruendung setzt nicht auf Konfrontation, sondern auf Gespraech. Ihre Grundhaltung ist gepraegt von Demut, Gelassenheit, Freundlichkeit und Weisheit. Sie will sich nicht selbst durchsetzen, sondern von der Liebe Gottes zu kuenden.


Gottes Heilsoffenbarung, so wie sie sich in der Geschichte erweist, ist letztlich die absolute Vernunft, die Vernunft selbst – im Gegensatz zur in sich selbst verfangenen menschlichen Vernunft. Diese befreiende Vernunft Gottes kann sich gerade dann zeigen, wenn Christen mit anderen Menschen kommunizieren.


Gleichzeitig sollte dabei aber immer bedacht werden, dass sich Unglaube durch christliche Glaubensbegruendung und Apologetik nicht beseitigen laesst. Glaube ist und bleibt ein Gnadengeschenk Gottes, das vom Menschen in freier Entscheidung angenommen und beantwortet wird.


Glaube, so wie er sich heute zeigt und ausdrueckt, ist immer auch gepraegt von menschlicher Unzulaenglichkeit. Gerade deshalb ist er laufend auf Reinigung und Erneuerung angewiesen. Kritik am christlichen Glauben kann also durchaus auch als Anregung gesehen werden, den Glauben zu erneuern.



4.1.1.5 Welche Wesensmerkmale hat die Glaubensbegruendung?


Glaubensbegruendung kann nicht ohne Glauben oder am Glauben vorbei geschehen. Ebenso wenig kann sie vernuenftige Erkenntis erwecken, die zum Glauben zwingt, weder zum Inhalt noch zum Akt des Glaubens. Hier kann es nur die freie Antwort des Menschen auf den freien Anruf der Liebe Gottes geben. Letztlich ist es die ultimative Vernuenftigkeit, Gott zu vertrauen und Ihm wider alle menschlichen Stimmen zu gehorchen, so wie es etwa Abraham oder Maria taten.


Glaube ist fuer Christen nur als Glaube an und durch das Kreuz Christi moeglich, das gleichzeitig fuer die bedingungslose Liebe des Vaters und die Hingabe des Sohnes steht, die den Tod fuer immer ueberwunden hat. Dieser Glaube ermoeglicht erst Erkennen und Verstehen.


In der Glaubensbegruendung bekennt sich der Mensch zum Schoepfergott und macht sich selbst gegenueber nachtraeglich den Glauben verstaendlich und sinnvoll – und verteidigt diesen Glauben auch bzw. erklaert ihn und macht ihn verstaendlich bei Angriffen gegen dessen Vernuenftigkeit, Wahrheit und Sinnhaftigkeit. Glaube kann ja nur das als wahr erkennen, dass auch die Vernunft als wahr erkennen kann, weswegen rechter Glaube und rechte Vernunft hier als identisch gesehen werden koennen. Der Glaube bedarf also der Vernunft.


Glaubensbegruendung wird allerdings nie alle auftauchenden Fragen endgueltig beantworten koennen, sondern ist ein unabgeschlossenen, immer fortwaehrender Prozess. Ein Prozess, der als solcher auch von der Geschichte und der Gesellschaft als Rahmengedingungen abhaengt.




4.1.1.6 Aeltere Religionskritik und Glaubensbegruendung


Die Tatsache, dass Menschen mit denkerischen Mitteln, also mit ihrer eigenen Vernunft, den christlichen Glauben begruenden und verstaendlich machen wollten, war unter den vorhandenen heidnischen Religionen eine absolute Neuigkeit. Ein derartiges Nachdenken ueber den Glauben fand sich allein in der antiken Philosophie. Zunaechst wurden derartige Gedankengaenge allerdings misstrauisch beaeugt. So heisst es bereits in Kol 2, 8: “Gebt Acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verfuehrt, die sich nur auf menschliche Ueberlieferung stuetzen und sich auf die Elementarmaechte der Welt, nicht auf Christus berufen.”27 Auch Petrus wies darauf hin, dass in den Schriften des hl. Paulus manches schwer verstaendlich sei (vgl. 2 Petr 3, 16). Der Glaube orientierte sich zunaechst an den einfachen Aposteln, die ohne jegliche Bildung das Neue Testament verfassten (mit Ausnahme von Paulus).28


Die wichtigste Aufgabe der alteuropaeischen Gesellschaft und Kultur (ca. 800 v. Chr. – 1.500 n.Chr.), die den Rahmen der Entwicklung christlicher Theologie liefert, ist es, goettliche Urgruende in der Wirklichkeit zu erkennen (Metaphysik).


Die zunehmende gesellschaftliche Differenzierung im Mittelalter hatte im Mittelalter dann erste Konsequenzen: Waehrend des ersten Streites zwischen dem Papst und dem Kaiser kam es zur ersten Saekularisierung der politischen Instanzen. Auch im Denken der Menschen kam es zur Unterscheidung von der profanen Welt, in der wir leben, und dem heiligen Jenseits. Und ebenso, wie alles Sakrale aus der Welt genommen wurde, wuchs die Autonomie menschlichen Denkens und menschlicher Vernunft. Aus dieser Konfrontation mit dem christlichen Glauben entstand die abendlaendische Philosophie.


Aeltere Formen der Religionskritik bestreiten argumentativ religioese Aussagen. Sie suchen sich bestimmte religioese Inhalte und fuehren gegen sie Vernunftgruende ins Feld.


Diese Gruende koennen logischer Natur sein oder auf Erfahrungen zurueck gehen. Epikur etwa hat folgendes Argument verwendet: Wenn es einen allmaechtigen und guetigen Gott gibt, wie kann es dann angehen, dass gleichzeitig so viel Uebel und Boeses in der Welt zu finden sind?


Andere bedienten sich der Psychologie. Fuer Demokrit etwa ist der Glaube an Gott auf die Furcht der Menschen vor ungewoehnlichen Naturerscheinungen zurueckzufuehren.


Aristophanes (445 – 385 v. Chr.) machte sich in seiner Komoedie “Wolken” ueber religioes-mythologische Erklaerungen fuer Ereignisse am Himmel lustig und sah darin einen Ausdruck primitiven und unvernuenftigen Bewusstseins.


Der Staatsmann Kritias (Ende 5. Jh.) war der Ansicht, die Gottesfurcht waere aus sozialen Absichten kuenstlich geschaffen worden.


Euhemeros hingegen (ca. 300 v. Chr.) vertrat die These, mythologische Goetter und Helden waeren ganz einfach nur wichtige und herausragende Menschen der Vergangenheit, die nach ihrem Tod besonders geehrt werden sollten.


Da die gesellschaftliche Bedeutung dieser Art von Religionskritik gering war, begnuegte sich die Glaubensbegruendung damit, die Vernuenftigkeit des Glaubens nachzuweisen.





4.1.1.7 Gottesbeweise


Prof. Dr. Scott Hahn erzaehlt in “Reasons to Believe” von einer Begebenheit mit einem seiner Schueler. Dieser sagte ihm, wenn Gott nicht existierte, wuerden die Menschen Ihn trotzdem erfinden. Und genau das haetten sie getan.


Prof. Dr. Scott Hahn antwortete ihm, wenn es Gott gaebe, wuerden die Menschen den Atheismus trotzdem erfinden. Und genau das haetten sie getan. Gott, der ja unendlich und weise ist, wuesste alles ueber den Menschen Scott Hahn. Gott sei gut, gerecht und in perfekter Art und Weise heilig – und das wuerde Er auch von Scott Hahn verlangen: heilig zu sein. Als Allwissender wuesste Gott aber auch, wenn Scott Hahn nicht heilig sei und urteile ihn dementsprechend ueber ihn. Gott sei immer derselbe und wuerde immer nach den selben Grundsaetzen urteilen. Eine Art von Gott also, von dem man sagen koenne, dass er eine “Bedrohung” fuer den eigenen Lebensstil darstelle. Wenn Scott Hahn also einen Gott erfinden wuerde, dann waere das wohl eher einer, der mehr seinem persoenlichen Geschmack und Vorstellungen entspraeche. Selbst wenn Scott Hahn Gott aber zunaechst nicht so erfunden haette, haette er doch einen Gott erfunden, der zumindest Seine Meinung aendern koennte.29




“Gottesbeweise” sind Glaubensbegruendungen als argumentative Verteidigung religioeser Aussagen.


Die Argumente, die die antike Religionskritik ins Feld gefuehrt hatte, gewannen erst im Umfeld der Neuzeit an Bedeutung. Die Theologie musste sich also wohl oder uebel mit ihnen befassen.


Waehrend der glaubende Mensch von der Existenz Gottes ausgeht und eher daran interessiert ist, wie sich Gott uns erweist und wie sich unser Glaube auf unser taegliches Leben auswirkt, fragt ein Philosoph, der ohne Glauben zu denken versucht, ob es ueberhaupt einen Gott gibt. Und wenn dem so ist, was kann ueber diesen Gott gesagt werden – ohne dabei die Offenbarung zu Hilfe zu nehmen? So definiert der Philosoph das Wesen Gottes – etwa als den Urgrund allen Seins. Ein Glaeubiger hingegen fragt nach dem Namen Gottes. Wo der Philosoph Argumente sucht, erkennt der Glaubende Offenbarungen und Erscheinungen als Inhalte von Erfahrungen.


Man kann diesen Unterschied zwischen Glauben und Vernunft in etwa auch mit dem Unterschied zwischen dem juedischen und dem griechisch-hellenistischen Denken vergleichen.


Zumindest bis ins 16. Jh. hinein bezogen sich aber die Theologie wie die Philosophie auf denselben Gegenstand: selbst die Philisophie hat bis dahin Existenz und Wesen Gottes bejaht und als das Sein schlechthin akzeptiert und damit als das oberste transzendente Prinzip.


Diese Art philosphischen Denkens hatte Gemeinsamkeiten mit den monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam. Diese Gemeinsamkeiten betrafen vor allem die Frage nach der Verbindung von der Transzendenz und Immanenz Gottes (also die Tatsache, dass Er sowohl jenseits dieser Welt als auch in ihr ist), nach Seinem Wesen, das anders ist als alles Sein, nach Seiner Naehe und Ferne. So entstand im Umfeld dieser monotheistischen Religionen eine Onto-Theologie, also eine philosophische Theologie, in der die philosophische Rede vom Sein und die Theologie eine enge Verbindung eingehen. Diese philosophische Theologie lieferte eine philosophische Begruendung der Religion gegenueber ersten atheistischen Stroemungen. Sie fuehrte alles Seiende auf das “Sein selbst” zurueck – und dieses “Sein selbst” erklaerte sie als Gott (Gottesbeweise).


Hier wurde aber auch eine Unterscheidung von Glaube und Wissen notwendig. Die klassische Position war, dass Gottes Heilratsschluesse nicht durch philosophische Argumente erkannt werden koennen, sondern nur von Gott offenbart und vom Menschen in freier Glaubensentscheidung angenommen werden. Das philosophische Denken von Gott jedoch wurde nur als eine Art “Vorbau” des Glaubens gesehen, so notwendig es angesichts des Anspruchs der Theologie, vernuenftig zu sein, auch war. Und so war der Sinn der Gottesbeweise auch nicht, den Glauben zu beweisen, sondern nur, vorbereitende Arbeit zu leisten, damit der Glaube sich ausbreiten und entwickeln konnte.


Anselm von Canterbury entwickelte um 1077/1078 in seinem Werk “Proslogion” (“Anrede”) den ontologischen Gottesbeweis, also den Beweis, der das Seinsverstaendnis betraf. Anselm wollte ein Argument finden, das fuer sich allein genug war, um Gottes Existenz zu beweisen. Er setzt hierfuer das christliche Gottesverstaendnis voraus und will es durch vernuenftige Argumente erklaeren und verdeutlichen.


Zunaechst bestimmte er Gott als “etwas, worueber hinaus nichts Groesseres gedacht werden kann” (aliquid quo maius nihil cogitari potest). Gott ist also das hoechste Wesen, und nicht einmal gedanklich kann man sich ein hoeheres vorstellen.


Als naechstes stellte Anselm fest, dass dieser Gott zumindest gedanklich existierte.


Schliesslich folgert Anselm von Canterbury, dass man sich zwangsweise widerspricht, wenn man nicht akzeptierte, dass es Gott gibt. Warum? Nun, etwas, dass es sowohl im Verstand wie in der Wirklichkeit gibt, ist groesser als etwas, das es nur im Verstand gibt. Wer also sagt, dass es “das, worueber hinaus nichts groesseres gedacht werden kann” nicht in der Wirklichkeit gibt, sagt damit gleichzeitig, dass “das, worueber hinaus nichts groesseres gedacht werden kann” nicht das ist, “worueber hinaus nichts groesseres gedacht werden kann”. Diese Aussage widerspricht sich und kann deshalb nicht sein. Folglich muss es “das, worueber hinaus nichts groesseres gedacht werden kann” sowohl im Denken wie in der Wirklichkeit geben.


Anselm ging sogar noch weiter: “Das, worueber hinaus nichts groesseres gedacht werden kann” kann noch nicht einmal theoretisch als nicht existierend gedacht werden. Wenn etwas naemlich tatsaechlich – also in der Wirklichkeit – existiert, ist es groesser, als wenn es nur mit Einschraenkungen existiert.


Gott existiert also – und das ohne Einschraenkungen und notwendigerweise.


Nun wurde dieser Gottesbeweis bis heute immer wieder kritisiert, aber auch immer wieder befuerwortet und verteidigt.


Zunaechst brachte man dagegen vor, dass hier ein logischer Gedankengang einfach so in die Wirklichkeit uebertragen wurde. Anders ausgedrueckt: nur, weil man sich etwas ausdenkt, heisst das noch lange nicht, dass es das Gedachte auch tatsaechlich gibt.


Das raeumten die Befuerworter des ontologischen Gottesbeweises auch durchaus ein, brachten aber gleichzeitig vor, dass Gott die einzige Ausnahme hiervon sei, da Er nicht auf derselben Stufe wie alles andere Seiende stehe und sich als das absolute Sein voellig von allem unterscheide. Genau aus dieser Tatsache heraus, dass naemlich Gott sich mit nichts und niemandem vergleichen lasse, folgere auch die Tatsache, dass Gott existiere, ja existieren muss.


Seine Grundlage hat der ontologische Gottesbeweis im platonischen Denken. Dementsprechend kann die Welt in die Welt der Urbilder, der Ideen, des Seins und der Wahrheit einerseits und der Abbilder, des Werdens und der Veraenderung andererseits unterteilt werden, wobei die menschliche Seele zwischen beiden steht. Eine Seele, die zwar in der vergaenglichen und veraenderlichen Welt lebt, aber zu der Welt der Urbilder, der Ideen und des Seins gehoert. Eine Seele, die aber auch die Verbindung zwischen beiden schaffen kann, da sie beim Anblick der “Abbilder” an die “Urbilder” erinnert wird, genauso wie die Wahrheit bereits in der Wirklichkeit zu finden ist.


Diese Ansichten erforderten ein bestimmtes Weltverstaendnis. Wer dies nicht teilte, konnte auch mit dem ontologischen Gottesbeweis nichts anfangen. Dies war spaetestens mit dem Aufkommen des Aristotelismus im 12. Jh. der Fall. Hier wurde der Annahme widersprochen, dass die Ideen der Ausgangspunkt unserer Erkenntnis seien, vielmehr vertrat man die Ansicht, dass das Erkennen beim sinnlichen Wahrnehmen des Einzelnen beginner. Das Erfassen des unwandelbaren Wesens in einem konkreten Gegenstand sei somit die Erkenntnis. Von hier aus koenne man nach dem absoluten Sein weiterfragen. Da dieses aber nicht mit unseren Sinnen wahrgenommen werden kann, sah man es als einen notwendigen Grenzbegriff an.


Vor allem Thomas von Aquin, der Hauptvertreter des Aristotelismus, lehnte den ontologischen Gottesbeweis ab. Da wir ihm zufolge nicht wissen, wer Gott ist, muessen wir Ihn ueber die sichtbare Welt, die unserem Erkennen zugaenglich ist, erschliessen.


Der ontologische Gottesbeweis beweist also nicht unbedingt und zweifellos, dass es Gott gibt, sondern geht von bestimmten Grundannahmen ueber die Wirklichkeit aus..


Weitaus bekannter als dieser wurde jedoch der kosmologische Gottesbeweis, also der Gottesbeweis, der das Seinsverstaendnis der Welt und des Kosmos betrifft. Er beginnt bei der Erfahrung der Welt und geht von hier aus weiter bis zu einer letzten Ursache goettlichen Ursprungs. Es gibt ihn in verschiedenen Formen. Am beruehmtesten duerfte wohl die Version von Thomas von Aquin in seiner “Summa theologica" sein, wo er “fuenf Wege, die Existenz Gottes zu erweisen” aufzeigt.

Thomas von Aquin spricht dabei von Begriffen wie “Potenz” (Moeglichkeit), “Akt” (Wirklichkeit) und “Bewegung” – die Grundstrukturen alles Seienden. Wenn also in der Welt Veraenderungen – welcher Art auch immer – geschehen, wird etwas Wirklichkeit (Akt), was vorher nur eine Moeglichkeit (Potenz) war und sein musste (da nur wirklich werden kann, was auch moeglich ist). Genau diesen Prozess, der eine Moeglichkeit in eine Wirklichkeit ueberfuehrt, nennt Thomas Bewegung (was demnach ueber die rein physikalische Bewegung hinaus geht). Wenn jedoch etwas mittels dieser Bewegung in einen anderen Zustand versetzt wird, kann es nicht gleichzeitig diese Bewegung verursacht haben, also selbst Beweger sein.


Der erste Gottesbeweis


Einiges in der Welt ist in Bewegung. Was sich aber bewegt, wird von etwas oder jemand anderem bewegt. Um aber etwas zu bewegen, muss man erst selbst bewegt worden sein. Das kann nun aber nicht ewig so weiter gehen. Es muss demnach die Ursache aller Bewegungen geben – etwas, das am Anfang dieser Kette steht und nicht selbst bewegt wurde. Und darunter versteht man Gott.


Vergleichbar ist der zweite Weg, der von der Verursachung ausgeht, sowie der dritte Weg, der sich auf die Kontingenz (die Bedingtheit alles Seienden, das nicht notwendig existiert) bezieht. Was kontingent ist, ist zwar moeglich, aber nicht notwendig, also Dinge, die entstehen und vergehen. Da aber etwas, das entsteht, nur durch etwas beginnt, das bereits existiert, bedarf es fuer kontingente Dinge das Vorhandensein von etwas voraus, das notwendigerweise existieren muss. Auch hier kann die Kette nicht ewig weitergehen. Irgendwann muss es notwendigerweise etwas geben, das den Grund seiner Existenz und Notwendigkeit in sich selbst hat.


Der kosmologische Gottesbeweis wurde dort zurueckgewiesen, wo man von anderen Grundvoraussetzungen ausging, etwa bei Kant und im Materialismus. Wer den Gottesbeweis von Thomas von Aquin annimmt, stuetzt sich damit auch auf die Ontologie von Aristoteles. Waehrend Thomas im ersten Schritt noch in der irdischen Wirklichkeit bleibt (Bewegung ist auch fuer jeden nachvolziehbar), begibt er sich bereits im zweiten Schritt auf die philosophische Ebene. Wer diese Ontologie aber nicht nachvollziehen kann, kann auch mit den Gottesbeweisen von Thomas von Aquin nichts anfangen.


Es gibt aber auch in der Neuzeit Gottesbeweise, die sich auf die aeltere Form der Glaubensbegruendung stuetzen und die Wahrheit religoeser Aussagen verteidigen wollen. Pascals beruehmte Wette gehoert etwa hierher.


Pascal wollte aufzeigen, dass die christliche Religion eben nicht im Widerspruch zur Vernunft steht. Die Fragmente dieses Versuchs wurden nach seinem Tod unter dem Titel “Pensees sur la religion et sur quelques autres sujets” (“Pensees”) veroeffentlicht.


In dieser Wette geht es um eine Art Spiel. Gibt es Gott oder gibt es Ihn nicht? Man muss sich entscheiden. Worauf also setzen?

Wobei wagt man am wenigsten? Laut Pascal kann man zwei Dinge gewinnen: die Wahrheit und das hoechste Gut. Einbringen kann man seine Vernunft und seinen Willen, sein Wissen und seine Seligkeit. Zu vermeiden ist dabei der Irrtum und das Elend. Da man sich aber notwendigerweise entscheiden muss, ist die Vernunft nicht mehr betroffen. Wie sieht es mit der Seligkeit aus? Angenommen, man setzt auf Gott. Gewinnt man, gewinnt man alles. Verliert man, verliert man nichts (ausgenommen vielleicht irdisches Glueck ohne jede religioese Bindung, was aber im Vergleich zum zu erwartenden Gewinn zu vernachlaessigen ist). Setzt man aber darauf, dass es Gott nicht gibt, so ist es mit der ewigen Seligkeit vorbei. Gibt es Gott nicht, hat man einfach nichts gewonnen.


Es ist also vernuenftig, die Wahl zu treffen, die am besten den eigenen Interessen dient. Und aus Vernunftgruenden ist es ratsam, auf Gott zu setzen, selbst wenn man Seine Existenz weder beweisen noch widerlegen kann.


Auch hier gilt: Pascals Wette kann nur der akzeptieren, der die Grundannahmen und die Voraussetzungen hierfuer teilt: die Unterscheidung zwischen praktischer und theoretischer Vernunft und ein bestimmtes Gottesbild, das genau diese Alternativen zulaesst. Seine Wette ist ganz einfach der praktische Beweis dafuer, dass christliches Leben sinnhaft ist.


All diese Gottesbeweise haben aber auch etwas gemeinsam: sie sind durchaus rational und argumentativ. Sie setzen gewisse Grundannahmen voraus, die rational sind und damit auch vermittelt werden koennen.


Ein Gottesbeweis ist aber auch ein Akt des Glaubens, der aber nicht blind oder willkuerlich, sondern vielmehr vernuenftig ist.



4.1.1.8 Neuere Religionskritik und Glaubensbegruendung



Im 17. und 18. Jh. kam es zu einem erheblichen gesellschaftlichen und geistigen Wandel. Der Mensch konnte seinen neuen Erfahrungen nicht mehr mit den herkoemmlichen Mustern beantworten. Das Verhaeltnis des Menschen zur Natur wie untereinander wird versachlicht. Als sich nach den Glaubenskaempfen des 17. Jh. der moderne Staat bildet, verschwinden Glaube, Moral und Gewissen aus dem oeffentlichen Leben und werden so zur Privatsache. Man wollte hiermit das ausschalten, was man fuer die Ursache des politischen Unfriedens hielt. Religion, Glaube und Kirche verlieren so erheblich an Einfluss.


Auch geistig vollzog sich eine Wende: Wo noch im Mittelalter sich alles auf den Willen Gottes als etwas jenseits jeglicher Vernunft konzentrierte, gingen die neuzeitlichen Menschen nun ins andere Extrem: sie verabsolutierten die Selbstaendigkeit menschlicher Vernunft. Eine Vernunft, die sich ihre eigene Welt schafft.


Menschen wie Antoine Concorcet (1743 – 94), der mit seinen Ideen grossen Einfluss auf die franzoesische Revolution hatte, sagte 1794, er sehe eine Zeit heraufbrechen, wo die Menschen nichts als die Vernunft anerkennen wuerden. Durch die Perfektionierung von Industrie, Landwirtschaft und Wohlfahrt wuerden sich die Beduerfnisse der Menschen befriedigen lassen, und durch medizinische Fortschritte und eine gerechte Verteilung der Gueter wuerde die Lebensqualitaet und –dauer der Menschen verlaengert werden.


Derartige Ideen trugen zur Entwicklung eines neuen Bewusstseins bei, in dem der einfache religioese Glaube nichts mehr zu suchen hatte. So ist der Glaube des neuzeitlichen Buergers drauf und dran, sich in Luft aufzuloesen.


Die Religionskritik der Neuzeit unterscheidet sich von den vorhergehenden Formen der Kritik, genauso wie sich die Lebensbedingungen der Menschen grundlegend geaendert haben. Trotzdem blieb aber ein Restbezug zur aelteren Form der Religionskritik bestehen. Eine Frage blieb den Religionskritikern, die nun dachten, auf ganzer Linie gesiegt zu haben, noch offen: wenn es wirklich keinen Gott gibt und der gesamte christliche Glaube nur Unsinn ist, wie kommt es dann, dass er eine derart weite Verbreitung gefunden hat? Die neue Aufgabe war also zu zeigen, warum Religion existiert, wie sie entstanden ist und warum sie sich derart ausgebreitet hat.


Dabei war man sich durchaus bewusst, dass glaeubige Menschen durchaus an etwas glauben, das einen wahren Kern hat. Dieses Richtige und Wahre haben sie aber grundlegend falsch verstanden und ausgelegt. Wenn der Glaeubige von Gott spreche, spreche er doch in Wahrheit nur von sich selbst.


Feuerbach war einer der wichtigsten Vertreter diesen neuen Form der Religionskritik. In “Das Wesen des Christentums” etwa schreibt er, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier das Selbstbewusstsein des Menschen sei. Der Mensch sei sich bewusst, dass er ein unendliches Wesen habe. Dies sei auch die innere Wahrheit der Religion. Wo sie nach Feuerbach falsch liegt, ist die Theologie dieses innere unendliche Wesen des Menschen nach aussen projieziert hat und es nun Gott nennt. Diese Projiekton fuehre zur Entfremdung des Menschen. Die Unendlichkeit des Menschen bestehe hingegen in der Gattung Mensch selbst, seine Geschichte und Zukunft.


Religion gehoert fuer Feuerbach zum kindlichen Stadium der Menschheit. Nun nehme die Philosophie die Stelle der Religion ein und der Atheismus werde zum wahren Humanismus. Religion steht fuer Feuerbach fuer Intoleranz und Leibverachtung und ist der Wissenschaft und dem Fortschritt nur im Weg.


1845 erscheint sein Werk “Das Wesen der Religion”, in dem er die Bedeutung der Natur als Grundvoraussetzung des Menschen betont. Der Mensch sei von der Natur abhaengig, die seine Lebensgrundlage ist, ihn aber gleichzeitig begrenze. Dies fuehre dazu, dass der Mensch selbstaendig und frei von der Natur sein will. Dieser Wunsch nach Freiheit werde dann in der Gedankenwelt des Menschen zu Gott, der voellig von der Natur unabhaengig existiert. Der Mensch habe ein Beduerfnis nach Glueckseligkeit und Gott befriedige dieses Beduerfnis. Der Mythos um Gott muesse also zerstoert und durch ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis von Bildung und Wissenschaft ersetzt werden.


Karl Marx ist hier nicht weit von Feuerbach entfernt. Er ist der Ansicht, dass sich in der Religion die verkehrten Verhaeltnisse der Welt zeigen. Somit habe also Religion einen wahren Kern. Falsch werde es dort, wo dieser wahre Kern zu einer eigenstaendigen Wirklichkeit, also zu Gott, werde. Ebenso wie Feuerbach denkt Marx, dass der Mensch, wenn er von Gott redet, eigentlich ueber sich selbst spricht. Aufgabe der Religionskritik sei es nun, den wahren Kern der Religion aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, dass es hier eigentlich um den Menschen und nicht um Gott gehe.



4.1.1.9 Glaubensbegruendung als argumentative Bestreitung der Religionskritik durch erklaerende Auslegung des Atheismus



Juengere Religionskritik konnte nicht mehr laenger nur davon ausgehen, dass glaubende Menschen dumm, faul und boeswillig waren – ebensowenig konnte neuzeitliche Tehologie dies von Religionskritikern behaupten, wenngleich derartiges trotzdem auf beiden Seiten immer wieder vorgebracht wurde. Auch die Theologie hatte im uebrigen ein aehnliches Problem wie der Atheismus: wie konnte es ueberhaupt zu einem Phaenomen wie dem Atheismus kommen, wenn die eigenen Argumente doch so schluessig und die des Atheismus so fehlgeleitet schienen? Der Atheismus musste also erklaert und erlaeutert werden. Und so machte sich die Glaubensbegruendung daran, verstehen zu suchen, was der Atheist denn “eigentlich meint”, wenn er Gott leugnet. Sie kommt letztlich zum umgekehrten Schluss wie der Atheismus: wenn der Atheist vom Menschen redet, meine er doch eigentlich Gott.


In diesem Zusammenhang ist auch Karl Rahner zu erwaehnen. Sein Ansatzpunkt ist die menschliche Erfahrung: der Mensch macht zunaechst ganz bestimmt Erfahrungen, damit aber auch die Erfahrung des Ganzen der Wirklichkeit. Nur wer sich auf das Ganze bezieht, kann auch das Einzelne erfahren. Ohne Gott kann es also gar keine Erfahrung des Gegenstandes geben.


Rahner weist auch auf sprachliche Zusammenhaenge hin: Wenn ein Atheist ueber Gott redet, verwendet er immer das Wort “ist” (“Gott ist nicht”, “Gott ist nicht allmaechtig” usw.) und redet damit jedes Mal vom Sein. Wenn der Atheist aber behauptet, dass das, was er sagt, wahr, vernuenftig und wahrhaftig sei, beinhaltet dies aber auch das absolute Sein, die absolute Wahrheit und die absolute Vernunft – also Gott -, die die Voraussetzung hierfuer sind. Gott ermoeglicht es ueberhaupt erst, wahr und vernuenftig zu reden. Wer also sagt, dass er wahr und vernuenftig redet, geht damit zwangsweise auch von der Existenz Gottes aus.


Jungere Religionskritik ebenso wie juengere Glaubensbegruendung versuchen im Gegensatz zur Vergangenheit nicht mehr, die Aussagen der Gegenseite als unwahr hinzustellen, sondern sie gehen jeweils von einem Selbstmissverstaendnis aus. Was bei den Atheisten die menschliche Hoffnung ist, ist bei den Christen die Rede von Gott – und beide Seiten gehen davon aus, dass sich die jeweils andere Seite nicht bewusst ist, wovon sie tatsaechlich spricht, wenn sie von Gott bzw. der menschlichen Hoffnung redet.


Das gesellschaftliche und politische Umfeld hat einen grossen Einfluss auf die Grundannahmen von Menschen. Technik, Wissenschaft und Buerokratisierung schreiten voran, der Einzelne steht also immer mehr unter dem Einfluss von Staat und Gesellschaft. Oekonomische Interessen bestimmen das heutige Leben. Der Glaube sowie Wertvorstellungen werden in den Bereich des Privaten abgeschoben. Wenn es aber um die Zusammenstellung der eigenen Glaubens- und Wertvorstellungen geht, kann sich jeder wie von einem grossen Buffet die Bestandteile fuer seine ganz persoenliche Moral und seinen ganz persoenlichen Glauben zusammenstellen.


Angesichts des gesellschaftlichen Umfelds aber besteht ein tiefes Beduerfnis nach Glaubensvorstellungen. Der moderne Mensch weiss nicht mehr, wer er ist, woher er kommt, wohin er geht und wo er zuhause ist. Er ist sich selbst entfremdet und steckt in einer tiefen Identitaetskrise. Heute gibt es aber auch viele irrige, voellig vernunftlose Glaubensueberzeugungen und so steigt gleichzeitig die Skepsis der modernen Menschen solcher Vorstellungen gegenueber, selbst wenn sie diese noetiger als je zuvor benoetigen.



4.2 Religionskritik als argumentative Bestreitung der Sinnhaftigkeit religioeser Aussagen


Die neueste Art der Religionskritik wird “analytische Religionskritik” genannt, die jedoch immer noch in Verbindung mit der vorhergehenden Form von Glaubensbegruendung und Religionskritik steht. Diese Religionskritik sagt nun, wenn der Glaubende sich laufend gegen argumentative Vernunftgruende und Aussagen der Religionskritik wende und behaupte, das Vorgebrachte meine er gar nicht, muesse er sich die Frage stellen lassen, was denn dann noch zu meinen uebrig bleibe und ob der eigene Glaube denn dann nicht jeglichen Inhalts entbehre.


Aussagen religioeser Art seien somit sinnlos und bedeutungslos, deshalb lohne es sich gar nicht mehr, ueberhaupt ueber sie zu diskutieren.


Hierzu gehoert etwa der englische Philosoph Antony Flew. Seine 1950 geschriebene Parabel vom Gaertner, den es nicht gibt, wurde weltberuehmt. Ein Gaertner, den man nicht sieht, nicht hoert, von dem es keinerlei Spuren gibt – was bleibt da noch von der urspruenglichen Idee eines Gaertners uebrig, so Flews Gedankengang.



4.2.1 Glaubensbegruendung als argumentative Bestreitung der Sinnhaftigkeit religionskritischer Aussagen


Der Vorwurf der Religionskritik, religioeser Glaube sei sinnlos, wird nun an diese zurueck gegeben. Die Leugnung der Existenz Gottes mache die Aussagen der Religionskritik sinnlos. Die Tatsache, dass Gott existiert, sei Bedingung fuer jede andere Aussage, mache es jemandem unmoeglich, wahre Aussagen ueber die Wirklichkeit zu treffen, der Gott leugnet.


Richard Schaeffler (geb. 1926) ist ein Vertreter dieser Art von Glaubensbegruendung. Er fragt danach, wie denn Erkenntnis oder Erfahrung ueberhaupt moeglich sind.


Diese Faehigkeit naemlich, Erfahrungen zu machen, sei dem Menschen nicht einfach so von Natur aus gegeben bzw. verfuegbar.


Eine Erfahrung sei eine geistig verarbeitete Wahrnehmung oder Information. Die Wahrnehmungen, die wir machen, verarbeiten wir durch das Muster unseres Denkens und unserer Begriffe und bringen sie in den Gesamtzusammenhang unserer bisherigen Erfahrungen, Wissens und Anschauungen. Dafuer aber muss die Welt der Erfahrungen eine Einheit fuer uns bilden und unser heutiges Ich muss dem frueheren entsprechen.


Aus solchen Wahrnehmungen aber werden nicht immer auch Erfahrungen. Unser Wahrnehmungmuster kann etwa zu starr sein, um unterschiedliche Wahrnehmungen zu begreifen. Eine Wahrnehmung kann ausserdem so paradox und absord sein, dass sie unsere gewohnte Welt voellig durcheinander bringt und uns in Verzweiflung stuerzt. Unser heutiges Ich kann auch vom frueheren abweichen oder die Erfahrungen keine zusammenhaengende Einheit bilden.


Die Moeglichkeit, Erfahrungen zu machen, kann also nicht vom Menschen selbst kommen. Aber auch die Gegenstaende sinnlicher Wahrnehmung koennen nicht die Ursache dafuer sein, dass diese Erfahrung auch gelingt.


Was diese Erfahrungen moeglich macht, darf demnach nicht zu dieser Welt der sinnlichen Erfahrungsgegenstaende gehoeren, es muss den Menschen aus seiner Selbstverfangenheit befreien koennen, es muss die Moeglichkeit schaffen, dass der Mensch angesichts paradoxer oder absurder Erfahrungen nicht hoffnungslos ins Unheil gestuerzt wird, sondern ihm gleichsam ein “Licht” aufgehen lassen. All dies ermoeglicht nach Schaeffler allein Gott und ist der menschlichen Verfuegung entzogen. Der Mensch kann diese Moeglichkeit jedoch in freier Entscheidung annehmen.

Schaeffler geht von der Bedingtheit menschlicher Transzendentalitaet aus, also unserer beschraenkten Faehigkeit, uns durch Erfahrungen zu “ueberschreiten” und kommt von hier zu Gott, der die letzte Bedingung der Moeglichkeit von Erfahrung darstellt. Insofern stellt dies einen “Gottesbeweis” dar, wenngleich auch dieser nicht die Wahrheit des Glaubens an Gott beweist.



Glaubensbegruendung zeigt also auf, dass Gott gar nicht Bestandteil der Erfahrungen ist und sein kann, die wir fuer gewoehnlich in der empirischen Welt (also alles, was wissenschaftlich erforscht und mit unseren fuenf Sinnen wahrgenommen werden kann) machen. Das heisst aber nun keineswegs, dass jegliche Rede von Gott sinnlos sei, sondern stellt sogar die Grundlage fuer die Sinnhaftigkeit religioeser Rede von Gott dar.





4.3 Grenzen des von der Vernunft geleiteten Zugangs zum Glauben


Gott kann nicht mit menschlicher Vernunft erkannt werden. Er ist frei und souveraen und teilt sich den Menschen mit. Er ist der Gott der Heiligen Schrift. Gottes Offenbarung kann aber auch oder gerade deswegen erkannt, beschrieben und vermittelt werden, entzieht sich jedoch voellig menschlicher Verfuegung. Insofern kann sie sehr wohl ausgelegt, keinesfalls aber korrigiert, erweitert oder verkuerzt werden. Es liegt am Menschen, den Anruf des sich offenbarenden Gottes im Glauben und durch seine Werke zu beantworten oder dies zu lassen. Wie auch immer er sich entscheidet – diese Entscheidung entzieht sich auf jeden Fall wissenschaftlichem Denken.


Anzumerken sei hier, dass die Offenbarung Gottes ihren Hoehepunkt in Jesus Christus gefunden hat. Sie ist also nicht eine reine Philosophie oder Idiologie, sondern dient dem Heil und der Versoehnung und wird vom Menschen durch den Glauben angenommen.

Auch hinsichtlich der Glaubensbegruendung und Apologetik gibt es Grenzen, naemlich da, wo diese um ihrer selbst willen geschehen, das Ziel also nicht ist, den christlichen Glauben zu vermitteln und zu verteidigen, sondern um jeden Preis und in aggressiver Art und Weise eine Debatte zu gewinnen und den “Gegner” zu besiegen und sich selbst “immun" gegenueber Angriffen zu machen. Hierbei geht es wohl mehr um Stolz, Geltungssucht und spirituellen Hochmut sowie um Fanatismus und Selbstgerechtigkeit als um die Offenbarung.


Im Christentum bilden Schoepfungs- und Erloesungsglaube eine Einheit. Deshalb gibt es keinen Widerspruch zwischen Glaube und Vernunft. Wir muessen also nicht zwanghaft auf Konfrontation setzen, sondern koennen auf die Wahrheit, Liebe und Fuehrung Gottes vertrauen.


Wer allerdings Apologetik um jeden Preis betreibt, widerspricht damit den christlichen Glauben: er versucht, mit unchristlichen Mitteln etwas christliches zu erreichen. Ein Ausdruck demuetiger, selbstloser Liebe ist sie damit bestimmt nicht.



C. Neue Wege des vernunftgemaessen Zugangs zum Glauben – oder warum die Auseinandersetzung zwischen Religionskritik und Glaubensbegruendung weitergeht


“Fuer die, die an Gott glauben, ist keine Erklaerung notwendig. Fuer die, die nicht an Gott glauben, ist keine Erklaerung moeglich.”30


Warum kann es in der Auseinandersetzung zwischen Religionskritik und Glaubensbegruendung keinen Gewinner oder Verlierer geben? Warum kann keine Glaubensbegruendung so zwingend sein, dass jeder Mensch mit Verstand glauben muss? Warum ist es der Religionskritik noch nicht gelungen, den Glauben an Gott zwingend zu widerlegen?


Nun, wer mit vernuenftigen Mitteln den Glauben begruenden oder ihn bestreiten will, setzt jeweils bestimmte Grundannahmen voraus, Grundentscheidungen fuer das eigene Leben. Wer diese Grundannahmen und Grundentscheidungen nicht teilt, kann mit einer Argumentation, die sich darauf stuetzt, nichts anfangen. Der Mensch ist frei, Grundannahmen und Grundentscheidungen zu treffen. Diese Freiheit ist nichts anderes als ein Ausdruck und wird fuer einen Glaeubigen durch eine religioese Erfahrung erst ermoeglicht.


Religioese Erfahrung wird vermittelt – durch heilige Erzaehlungen, Zeichenhandlungen im Gottesdienst, das Zeugnis der Welt und der Menschen. Voraussetzung fuer diese Erfahrung ist die Moeglichkeit, das Wort Gottes zu hoeren, heilige Zeichen zu erkennen und verstehen und die Gegenwart der Heiligen wahrzunehmen. Menschen nehmen also die Naehe Gottes durch Zeichen und Bilder wahr, muessen sich dabei jedoch bewusst sein, dass diese Zeichen und Bilder die Groesse Gottes sowohl enthuellen als auch verhuellen. Ein unverhuellter Anblick Gottes waere fuer den Menschen sowohl erschreckend wie gefaehrlich.31 Genau in dieser verhuellten Naehe Gottes aber ermoeglicht sowohl die Naehe wie die Verborgenheit Gottes die Freiheit und Eigenstaendigkeit des Menschen, Grundentscheidungen zu treffen.


Kann man der Auseinandersetzung von Religionskritik und Glaubensbegruendung etwas abgewinnen?


Ein Glaubender kann selbstverstaendlich von der Glaubensbegruendung insofern profitieren, als sie ihm selbst gegenueber gute Gruende aufweist, dass sein Glaube vernuenftig ist. Weiterhin kann sie Menschen, die sich des Glaubens noch nicht so sicher oder auf dem Weg zum Glauben sind, helfen, Hindernisse aus dem Weg zu raeumen. Schliesslich kann sie helfen, den Glauben zu verteidigen.


Aber auch die Religionskritik kann fuer einen Glaubenden durchaus von Nutzen sein. Sein Glaube beinhaltet ja, die Welt sowohl als Zeichen als auch als Zeugnis Gottes zu verstehen und sich der Differenz zwischen Gott und den irdischen, vorlaeufigen Zeichen bewusst zu sein. Die Religionskritik macht durch ihr Bestreiten des Glaubens an Gott genau diese Differenz deutlich und bewahrt so den Glaubenden davor, sich selbst mit der Wahrheit Gottes gleichzustellen anstatt sie nur zu bezeugen.


Die Infragestellung des Glaubens durch die Religionskritik kann dem Glaubendem auch bei seiner Wahrheitssuche helfen.



Der Soziologe Peter L. Berger fuehrt in seinem Buch “Auf den Spuren der Engel” an, dass religioese Vorstellungen (aehnlich aller anderen Vorstellungen) eine Projektion menschlicher Sehnsuechte sind. Insofern stimmt er Feuerbach und anderen Religionskritikern zu. Er teilt aber nicht die Meinung, dass diese Aussage eine Grundlage fuer religionskritische Behauptungen sein kann. Wenn naemlich alle Vorstellungen der Wirklichkeit nur menschliche Projektionen sind, gilt dies auch fuer die Religionskritik. Berger gibt damit also den Vorwurf der Fragwuerdigkeit zurueck an die Religionskritik.


Selbst wenn religioese Vorstellungen aber nur menschliche Projektionen sind, heisst das jedoch keineswegs, dass sie keine Widerspiegelung der goettlichen Wirklichkeit sein koennen, dass es also eine Wirklichkeit jenseits der irdischen gibt. Vergleichbar ist dies etwa den Gesetzen der Mathematik. Nun kann man hier mit gutem Recht anfuehren, Mathematik sei eine rein menschliche “Erfindung”, also allein dem menschlichen Denken entsprungen. Umso ueberraschender ist es aber, dass diese mathematischen Gesetze im gesamten Universum gelten und anzutreffen sind!


Auch Berger beansprucht im uebrigen keineswegs, die Existenz Gottes “beweisen” zu koennen oder wollen. Ja, es gibt Spuren seiner Wirklichkeit in der irdischen Welt, aber um von diesen Spuren den Rueckschluss zu einer goettlichen Wirklichkeit zu machen, bedarf es eines Glaubensaktes. Berger hat aber schluessig aufgewiesen, dass selbst der Projektionsvorwurf der Religionskritik nur auf der Basis eines bestimmten “Glaubens”, also einer bestimmten Vorstellung und Deutung der Welkt funktionieren kann. Warum? Nun, dieser Projektionsvorwurf ist ja selbst eine Projektion und will doch wahr sein, waehrend er dem Christentum bzw. glaubenden Menschen die Gueltigkeit dieser Projektion abspricht. Damit erklaert die Religionskritik die Welt fuer absurd und sinnlos – ohne jeglichen ueber diese Welt hinausgehenden Sinn.




Literaturverzeichnis



AK LB 2 “Glaubensbegruendung”. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Wuerzburg, Auflage 2004


AK LB 3 “Theologie und Glaube”. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Wuerzburg, Auflage 2004


Apostolisches Schreiben Lumern Ecclesiae (20. November 1974), II, II, 45, 2.


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Bekenntnisse, X, 23, 33: CCL 27, 173.


Papst Benedikt XVI. am 16.10.2008 zun Teilnehmern eines Internationalen Kongresses, den die Paepstliche Lateran-Universitaet in Zusammenarbeit mit der Paepstlichen Akademie fuer die Wissenschaften und der Weltkonferenz der universitaeren Einrichtungen anlaesslich des zehnten Jahrestages der Veroeffentlichung der Enzyklika Fides et ratio organisiert hatte. Quelle: www.triff-den-papst.de, 18.10.2008


Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980


Deutsche Bischofskonferenz, Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Zweiter Band. Bonn (Herder) 1995



Michael Fiedrowicz, Theologie der Kirchenvaeter. Freiburg (Herder) 2007


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Katechismus der Katholischen Kirche. Muenchen (R. Oldenburg Verlag) 1993, 286, 156 ff.


http://www.kath.net/detail.php?id=18899, 13.08.2008


http://www.kath.net/detail.php?id=16466&&print=yes, 24.08.2008


Missale Romanum


Aus: Joseph Ratzinger, Theologie und Kirchenpolitik, in: Internationale katholische Zeitschrift “Communio” 9 (1980); wieder abgedruckt in: L.S. Schulz (Hg.), Wem nuetzt die Wissenschaft. Dtv 1981, und: Joseph Kardinal Ratzinger, Kirche, Oekumene und Politik. Neue Versuche der Ekklesiologie, Einsiedeln 1987, S. 142.

Stromata, I, 20, 100, 1: SC 30, 124.


Tertullian, Marc. 2-4


II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution ueber die goettliche Offenbarung Dei Verbum, 4.


Franz Werfels, Das Lied von Bernadette. DVD. Frankfurt am Main (Twentieth Century Fox Fil Corporation), 1943 (Neuauflage 2006)


Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Vernunft, 22.09.2008



http://www.zenit.org/phprint.php



 

Fußnoten:



1 Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

2 Johannes Paul II, Fides et Ratio, www.vatican.va, 06.08.08

3 vgl. Katechismus der Katholischen Kirche. Muenchen (R. Oldenburg Verlag) 1993, 286, 156 ff.

4 http://www.kath.net/detail.php?id=16466&&print=yes, 24.08.2008

5 Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Vernunft, 22.09.2008

6 Aus: Joseph Ratzinger, Theologie und Kirchenpolitik, in: Internationale katholische Zeitschrift “Communio” 9 (1980); wieder abgedruckt in: L.S. Schulz (Hg.), Wem nuetzt die Wissenschaft. Dtv 1981, und: Joseph Kardinal Ratzinger, Kirche, Oekumene und Politik. Neue Versuche der Ekklesiologie, Einsiedeln 1987, S. 142.

7 vgl. AK LB 3 “Theologie und Glaube”. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Wuerzburg, Auflage 2004

8 Hebr 1,1-2. Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

9 1 Petr 3,15. Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

10 Hl. Augustinus, serm. 43,7,9

11 Papst Benedikt XVI. am 16.10.2008 zun Teilnehmern eines Internationalen Kongresses, den die Paepstliche Lateran-Universitaet in Zusammenarbeit mit der Paepstlichen Akademie fuer die Wissenschaften und der Weltkonferenz der universitaeren Einrichtungen anlaesslich des zehnten Jahrestages der Veroeffentlichung der Enzyklika Fides et ratio organisiert hatte. Quelle: www.triff-den-papst.de, 18.10.2008

12 vgl. Tertullian, Marc. 2-4

13 Johannes Paul II, Fides et Ratio, www.vatican.va, 06.08.08

14 “Ut te simper desiderando quaererent et inviendo quiescerent”: Missale Romanum

15 Bekenntnisse, X, 23, 33: CCL 27, 173.

16 Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution ueber die goettliche Offenbarung Dei Verbum, 4.

17 Stromata, I, 20, 100, 1: SC 30, 124.

18 http://www.kath.net/detail.php?id=18899, 13.08.2008

19 Apostolisches Schreiben Lumern Ecclesiae (20. November 1974), II, II, 45, 2.

20 http://www.zenit.org/phprint.php

21 vgl. AK LB 2 “Glaubensbegruendung”. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Wuerzburg, Auflage 2004


22 Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

23 vgl. Scott Hahn, Reasons to Believe. New York (Doubleday), 1. Auflage 2007

24 Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

25 Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

26 vgl. Deutsche Bischofskonferenz, Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Zweiter Band. Bonn (Herder) 1995

27 Die Bibel. Einheitsuebersetzung. Altes und Neues Testament. Stuttgart (Katholische Bibelanstalt GmbH) 1980

28 vgl. Michael Fiedrowicz, Theologie der Kirchenvaeter. Freiburg (Herder) 2007

29 vgl. Scott Hahn, Reasons to Believe. New York (Doubleday), 1. Auflage 2007

30 Franz Werfels, Das Lied von Bernadette. DVD. Frankfurt am Main (Twentieth Century Fox Fil Corporation), 1943 (Neuauflage 2006)

31 vgl. Ex 33,22

 

Believe

God made Himself quite visible and as real as you and me when He was on the earth in the form of a real human body Jesus Christ. He manifested all the attributes of God and His own did not recognize nor want to believe that He was God. He could have done nothing more to make them believe. They asked for miracles and miracles indeed He did do.  He spoke words that could not have come from none other than God. One Pharisee said as much when Jesus told him you must be born again. It is not for us to question the why's of what He does or does not say, but to simply believe. If we have a problem with that, then we are disobedient. The wind goes to and fro, we do not see it but we believe. He did far more to make Himself known, not only when He was with us in human form, but in His creation. It is only a fool who sees the creation who questions that God is not when we simply have creation to look at. Read the book of Job who like you questioned God. God said where were you Job when I......... We are not given the answers to all things for in our simple minds we as He said could not understand all He could tell us. He said as much when another spoke with Him and He said something to the effect that how can you understand things from heaven when you cannot understand the things of the earth. Perhaps you should be searching yourself and come to a conclusion whether you really believe there is a God. For if you cannot believe there really is a God, how can you trust Him to help you in recovery. I would pray and hope that you truly do believe and stop looking for questions that matter not to our human understanding but instead search for Him in your heart and allow Him to do what He wants to do for you and that is to make you whole and complete and bring you to a completing into His eternity some day soon.
 
Andre

Where Is Your God?

The Holy See

Introduction

I. New Forms of Unbelief and Religiosity

1. A Cultural Phenomenon

2. New and Old Causes of Unbelief

2.1. The All-encompassing Presumptions of Modern Science

2.2. The Absolutisation of Man as the Centre of the Universe

2.3. The Problem of Evil

2.4. The Historical Limits of Christians and the Church in the World

2.5. New Factors

A Rupture in the Process of Handing on the Faith

The Globalisation of Behaviour

The Mass Media

The New Age, New Religious Movements and the Elite

3. Secularisation of Belief

4. New Religiosity

4.1. A Faceless God

4.2. The Religion of the Self

4.3. Quid est Veritas?

4.4. Outside History

4.5. New Contrasts

II. Concrete Proposals

1. Dialogue with Non-believers

1.1 Prayer for Non-believers

1.2 The Centrality of the Human Person

1.3 Content and Manner of the Dialogue with Non-believers

2. Evangelisation of the Culture of Unbelief and Indifference

2.1. The Presence of the Church in the Public Forum

2.2. In the Family

2.3. Christian Initiation and Religious Education

Christian Initiation, Catechesis and the Catechumenate

Educational Institutions

2.4. The Pathway of Beauty and of Cultural Heritage

2.5. A New Language to Spread the Gospel: Reason and Feeling

2.6. Catholic Cultural Centres

2.7. Religious Tourism

3. The Way of Love

4. In Synthesis

Conclusion: "At your word Lord, I will cast the nets" (Lk 5:4)

CONCLUDING Document OF THE PLENARY ASSEMBLY

Where is Your God?

Responding to the Challenge of Unbelief and Religious Indifference Today

Introduction

1. The Christian Faith at the dawn of the new millennium is faced with the challenge of unbelief and religious indifference. The Second Vatican Council, already forty years ago, delivered this observation: "Many of our contemporaries have never recognised the intimate and vital link with God, or have even explicitly rejected it. Atheism must therefore be counted among the most serious problems of our time and must be submitted to closer examination" (Gaudium et Spes, n.19).

To this end Pope Paul VI created in 1965 the Secretariat for Non-believers and entrusted it to the direction of Cardinal Franz König. In 1980 Pope John Paul II called on me to succeed Cardinal König and also asked me to create the Pontifical Council for Culture, which he would unite to the Secretariat in 1993, after it had become the Pontifical Council for Dialogue with Non-believers. His motivation, given in the Apostolic Letter motu proprio, Inde a Pontificatus, is clear: "to promote the meeting of the saving message of the Gospel with the cultures of our times, often marked by unbelief and religious indifference" (art. 1) and to promote at the same time "the study of the problem of unbelief and of religious indifference found in various forms in different cultural milieus, enquiring into the causes and the consequences for the Christian Faith" (art. 2).

To carry out this mission, the Pontifical Council for Culture gathered information from competent authorities across the globe in broad ranging enquiry. More than 300 replies came from five continents and the results were put before the members of the Pontifical Council for Culture during its Plenary Assembly of March 2004, along two main axes: how to welcome the "joys and hopes, griefs and anxieties" of the people of our times, which he have called the "anchor points for the handing on of the faith"; and which are the best pathways to follow in bringing the good news of the Gospel of Christ to non-believers, to misbelievers and the indifferent of our times, how to raise their interest, how to make them question themselves on the meaning of their existence, and how to help the Church transmit to them her message of faith and love at the heart of cultures, novo millennio ineunte.

To do this, it is necessary to respond to these questions: Who are the non-believers? What is their culture? What are they saying to us? What can we say to them? What dialogue can we establish with them? What can we do to shake up their interest, stir up their questions, nourish their reflections, and hand on the faith to new generations, often victims of the religious indifference mobilised by the dominant culture?

Such questions are dear to the pastors of the Church and express one of the most worrying challenges of "our both momentous and fascinating times" (Redemptoris Missio, n. 38) : the challenge of a culture of unbelief and of religious indifference that, from the West in prey to secularisation, spreads across the megalopolises of all the continents.

In fact, in the vast cultural areas where the majority do belong to the Church, there is a rupture in the handing on the faith, intimately linked to the process of abandonment of a popular culture long attached to and impregnated by Christianity. It is important to take into consideration the factors that condition this process of distancing, of weakening, and of obscuring the faith in the transforming cultural milieus where Christians dwell, in order to present some concrete pastoral propositions to respond to the challenges of the new evangelisation. For the cultural habitat, where one lives, influences one's ways of thinking and of behaving, one's values and criteria of judgement, and it also raises questions at once difficult and decisive.

Since the fall of the atheist regimes, secularism, tied to the phenomenon of globalisation, has spread as a post-Christian cultural model. "When secularisation transforms itself into secularism (Evangelii Nuntiandi, n. 55), there is a serious cultural and spiritual crisis, one sign of which is the loss of respect for the person and the spread of a kind of anthropological nihilism which reduces human beings to their instincts and tendencies" (Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 23)[1].

For many, the waning of the dominant ideologies gave way to a lack of hope. The dreams of a better future for humanity, characteristics of scientism, of the enlightenment, of Marxism, and of the social revolutions of the 1960s have disappeared and their place has been taken by a pragmatic and disenchanted world. The end of the cold war and the risk of total destruction of the planet has given way to other threats and perils for humanity : world-wide terrorism, new hot spots for war, pollution of the planet, reduction of hydro resources, climate change provoked by egoistic behaviour, experimentation on the embryo, legal recognition of abortion and euthanasia, cloning, etc.. Many people's hopes of a better future have disappeared and they have fallen into disenchantment in the seemingly sombre present, fearing an even more uncertain future. The speed and the depth of the cultural transformations which have occurred over the last few decades are the backdrop for the enormous upheaval of many of the cultures of our times. Such is the cultural context for the Church's enormous challenge of unbelief and religious indifference: how to open up new ways for dialogue with so many people who, at first sight, are hardly interested, much less see the necessity for it, even though the thirst for God can never be completely extinguished in the heart of man, where the religious dimension is deeply anchored.

The aggressive attitude towards the Church, without completely disappearing, has given way, sometimes, to derision and resentment in certain quarters and, often, to a widespread stance of relativism, practical atheism and indifference. It is the time of what I would call - after homo faber, homo sapiens and homo religiosus - homo indifferens, even among the believers, who are in the prey of secularisation. The individual and egoistic search for well-being, as well as the pressure of a culture without spiritual anchorage, eclipse the sense of that which is truly good for man, and reduce his desire for the transcendent to a vague search for spirituality which satisfies itself in a new religiosity without reference to the personal God, without adherence to a body of doctrine, and without belonging to a community of faith nourished by the celebration of the revealed mysteries.

2. The Spiritual drama that the Second Vatican Council considered as one of the most serious problems of our times (Gaudium et Spes, n. 19), sees a silent distancing of entire populations from religious practice and even from any reference to the faith. The Church today is confronted more by indifference and practical unbelief than with atheism. Atheism is in recline throughout the world, but indifference and unbelief develop in cultural milieus marked by secularism. It is no longer a question of a public affirmation of atheism, with the exception of a few countries, but of a diffuse presence, almost omnipresent, in the culture. Less visible, it is more perilous, for the dominant culture spreads it in a subtle manner in the subconscious of believers, from Western to Eastern Europe, but also in the megalopolises of Africa, America and Asia. It is a veritable sickness of the soul which induces to live "as though God did not exist", a neo-paganism that idolises material goods, the achievements of work, and the fruits of power.

At the same time, we witness what some people call the "return of the sacred". It is actually the rise of a new religiosity. Rather than a return to traditional religious practices, it is a search for new ways of living and expressing the religious dimension inherent in paganism. This "spiritual awakening" is marked by the complete refusal to belong, and the search for an experience which is entirely individual, autonomous and guided by one's own subjectivity. This instinctive religiosity is more emotive than doctrinal and expresses itself without any reference to a personal God. The "God Yes, Church No" of the 1960s has become "religion yes, God no" or even, "the religiosity yes, God no" of this beginning of the millennium : believers yes, but without adhering to the message handed on by the Church! At the very heart of that which we call religious indifference, spiritual desire is again making itself felt. This resurgence, far from coinciding with a return to faith or religious practice, is a veritable challenge for Christianity.

In fact, the new forms of unbelief and the diffusion of this "new religiosity" are intimately linked. Unbelief and bad-belief often come as a pair. In their deepest roots, they show at the same time both the symptom and the erroneous response of a crisis in values and in the dominant culture. The desire for autonomy, incapable of suppressing the thirst for the fullness and eternity which God wrote into the heart of man, seeks palliatives in the gargantuan supermarkets where all sorts of gurus offer recipes for an illusory happiness. Nevertheless, in this spiritual thirst an anchor point can be found for the proclamation of the Gospel, through the "evangelisation of desire"[2].

Sociological studies based on censuses, opinion polls, and inquests have multiplied in the last years offering interesting but often differing statistics. Some are based on attendance at Sunday mass, others on the number of baptisms, others on religious preference, still others on the contents of the faith. The results, complex as they are, should not be interpreted out of context, as the great diversity of terms employed to express the important variety of possible attitudes towards the faith shows : there are atheists, non-believers, unbelievers, misbelievers or bad-believers, agnostics, non-practising, indifferent, without religion, etc.. Indeed, some of those who attend Sunday mass do not feel as though they are in tune with the Catholic Church's doctrine and morals, and among those who claim not to belong to any religion or religious confession, the search for God and an inquisitiveness after the eternal life are not totally absent, nor indeed, sometimes some sort of prayer.

To understand these phenomena, their causes and consequences, to discern methods to resolve them with the grace of God, is doubtless one of the most important tasks for the Church today. This publication of the Pontifical Council for Culture would like to offer its specific contribution by presenting this new study of unbelief, of religious indifference, and of the new forms of religiosity that emerge and spread presenting themselves as alternatives to the traditional religions.

3. The responses that the Pontifical Council for Culture received to its inquiry paint a picture that is complex, changing and in continuous evolution, with diversified characteristics. Nevertheless some meaningful things can be drawn out:

1. Globally, unbelief is not increasing in the world. It is a phenomenon seen primarily in the Western world. The cultural model it inspires spreads through globalisation, and exerts an influence on the different cultures of the world, and erodes popular religiosity from them.

2. Militant atheism recedes and no longer has a determining influence on public life, except in those regimes where an atheistic political system is still in power. Contrarily, a certain cultural hostility is being spread against religions, especially Christianity and Catholicism in particular, notably through the means of social communication, and is promoted by Masonic sources active in different organisations.

3. Atheism and unbelief, phenomena that once seemed to have something rather masculine and urban about them and that were found particularly among those with an above-average culture, have changed their profile. Today the phenomena seem to be connected more to lifestyle, and the distinction between men and women is no longer significant. In fact, unbelief increases among women who work outside the home, and even reaches more or less the same level of that among men.

4. Religious indifference or practical atheism is growing rapidly. And agnosticism remains. A large part of secularised societies lives with no reference to religious authority or values. For homo indifferens, "Perhaps God does not exist, it doesn't matter, anyway we don't miss him". Well-being and the culture of secularisation provoke in consciences an eclipse of need and desire for all that is not immediate. They reduce aspiration towards the transcendent to a simple subjective need for spirituality, and happiness to material well-being and the gratification of sexual impulses.

5. A dwindling number of regular church-goers can be seen in those societies marked by secularisation. But this undeniably worrying fact does not, however, mean that unbelief is on the increase. Rather, it points to a degraded form of believing: believing without belonging. It is a phenomenon of "deconfessionalisation" of homo religiosus, who, refusing to belong to any binding confession, jumps into and out of an endless confusion of heterogeneous movements. A number of those who declare they belong to no religion or religious confession, nevertheless declare themselves to be religious. The silent exodus of many Catholics heads for the sects and new religious movements[3], especially in Latin America and subsaharan Africa.

6. In the West, where science and modern technology have neither suppressed religious meaning nor satisfied it, a new quest that is more spiritual than religious is developing, but it is not a return to traditional religious practices. It is the search for new ways of living and expressing the need for religiosity inherent in the heart of man. Often, this spiritual awakening develops in an autonomous fashion and without any links to the contents of faith and morals handed on by the church.

7. Finally, at the dawn of the new millennium, a disaffection is occurring both in terms of militant atheism and in terms of traditional faith. It is a disaffection in secularised western cultures prey to the refusal or simple abandonment of traditional beliefs, and affects both religious practice and adherence to the doctrinal and moral contents of the faith. But the man whom we call homo indifferens never ceases to be a homo religiosus; he is just seeking a new and ever-changing religiosity. The analysis of this phenomenon reveals a kaleidoscopic situation where anything and its opposite can occur : on the one hand, those who believe without belonging, and on the other, those who belong without believing in the entire content of the faith and who, above all, do not feel obliged to respect the ethical dimension of the faith. In truth, only God knows what is at the bottom of our hearts, where His Grace works secretly. And the Church never ceases to walk new pathways to share with all the message of Love of which She is guardian.

This document has two main parts. The first presents a summary analysis of unbelief and religious indifference, their causes, and a presentation of the new forms of religiosity in comparison with the faith. The second offers a series of concrete proposals for the dialogue with non-believers and for the evangelisation of cultures marked by unbelief and indifference. In doing this, the Pontifical Council for Culture does not pretend to propose miraculous recipes, for it knows that faith is always a Grace, a mysterious meeting between God and the freedom of man. It desires merely to suggest some privileged ways for the new evangelisation, to which we have been called by John Paul II, new in its expression, its methods and its ardour, to meet the non-believers and the misbelievers and above all to reach the indifferent: how to meet them in the depth of themselves, beyond the shell that imprisons them. This route is part of the "new stage of the Church's journey" that Pope John Paul II invites all the Church to travel "to take up her evangelising mission with fresh enthusiasm", "stressing that it is not a case of imposing on non-believers a vision based on faith", "with the respect due to the different paths of different people and with sensitivity to the diversity of cultures in which the Christian message must be planted" (Novo Millennio Ineunte, n. 1, 2, 51 and 40).

I. New Forms of Unbelief and Religiosity

1. A Cultural Phenomenon

In traditionally Christian countries, a relatively widespread culture gives unbelief, on its platform of religious indifference, a practical and no longer theoretical aspect. It has become a cultural phenomenon, in the sense that often one becomes a non-believer not through choice at the end of a long inner struggle, but it just happens de facto, because "that's what everybody else does" - «così fan tutti». This is the result of the lack of effective evangelisation, the growing levels of ignorance of religious tradition and Christian culture, and the lack of offers of formative spiritual experiences capable of raising marvel and determining belonging. This is how the Holy Father describes it: "Often knowledge of Christianity is taken for granted, whereas in truth the bible is rarely read and scarcely studied, catechesis is often shallow, and the sacraments hardly received. Therefore, instead of an authentic faith a vague religious sentiment is spread, which easily turns into agnosticism and practical atheism"[4].

2. New and Old Causes of Unbelief

It would be naïve to blame the spread of unbelief and the new forms of religiosity on a single cause, all the more so since this cultural phenomenon is more tied to group behaviour than individual choice. Some affirm that the problem of unbelief is more a question of negligence than malice. Others are firmly convinced that, behind this phenomenon, there are organised movements, associations, and deliberately orchestrated campaigns.

In any event, it is good to examine, as requested by the Second Vatican Council, the causes which incite people to distance themselves from the faith. The Church "strives to detect in the atheistic mind the hidden causes for the denial of God. Conscious of how weighty are the questions which atheism raises, and motivated by love for all men, she believes these questions ought to be examined seriously and more profoundly" (Gaudium et Spes, n. 21). Why do some people not believe in God? Why do they distance themselves from the Church? What can we make of their reasoning? What can we do in response?

The same constitution, Gaudium et Spes (nn. 19-21), identifies some causes of contemporary atheism. The diagnosis made then remains accurate today and is at the core of the following analysis of the new causes of unbelief and of the religious indifference of our times.

2.1. The All-encompassing Presumptions of Modern Science

Among the causes of atheism, the Council mentions scientism. This vision of the world without any reference to God, pretends to reject His existence on the basis of scientific principles, and has become widespread and commonplace, thanks to its widespread diffusion in the Mass Media. Some recent cosmological and evolutionary theories, abundantly repeated by publications and popular television programmes, and the development of neuroscience, contribute to the rejection of a transcendent personal being, retained as a "useless hypothesis", as they pretend that "there is only the unknown and not the unknowable".

While it remains a problematic, today the faith-science relationship has changed significantly. A certain defiance vis à vis science, a fall in prestige and the reappraisal of its role contribute to a greater openness to the religious dimension of the human situation and are accompanied by the return of a somewhat irrational and esoteric religiosity. Programmes and courses teaching the complementary relationship of science and religion help to remedy this aspect.

2.2. The Absolutisation of Man as the Centre of the Universe

Even if they neither said so nor named them, the Council Fathers had in mind the Marxist-Leninist atheist regimes and their attempts to construct a society without God. Today in Europe these regimes have fallen, but the underlying anthropological model has not disappeared, indeed it has become stronger taking on the philosophical inherited from the enlightenment. Speaking of the European situation, but with a clarity that can be applied to all of the western world, the Holy Father affirms that there is underway an "attempt to promote a vision of man apart from God and apart from Christ". This sort of thinking has led to man being considered as "the absolute centre of reality, a view which makes him occupy – falsely – the place of God and which forgets that it is not man who creates God, but rather God who creates man. Forgetfulness of God led to the abandonment of man". It is therefore "no wonder that in this context a vast field has opened for the unrestrained development of nihilism in philosophy, of relativism in values and morality, and of pragmatism – and even a cynical hedonism – in daily life" (Ecclesia in Europa, n. 9).

Perhaps the most characteristic element of the dominant culture of the secularised West is the diffusion of a form of subjectivism. A type of "profession of faith" in the absolute subjectivity of the individual, disguised as humanism, it is actually self-centred, egoistic, narcissistic, whose only centre is the individual.

This exaltation of the individual as unique reference point and the concomitant crisis of authority mean that the Church is no longer accepted as a doctrinal and moral authority. Her "pretence" to guide the life of the people by moral doctrine is rejected as it is considered the denial of personal freedom. This phenomenon of the weakening of the power of institutions does not pertain only to the Church, but touches the traditional organs of State, the Courts, Parliament and Armed Forces, and all of hierarchically structured society.

The exaltation of the "self" leads to a relativism that extends across the spectres: from the political practice of voting in democracy, for example, derives a criteria according to which every individual opinion has the same value as the next, with the result that there is no objective truths or values of higher or lower worth, nor values or truths which are universally valid by reason of nature for every person in every culture at all times.

2.3. The Problem of Evil

The problem of evil and the suffering of innocents has always been used to justify unbelief and the rejection of a good and personal God. This rebellion comes from the non-acceptance of the sense of the freedom of man, who is capable of doing both good and evil. The mystery of evil has been and always will be a scandal for to intelligent man, and only the light of Christ crucified and glorified can fully reveal and express it. "In reality it is only in the mystery of the Word made flesh that the mystery of man truly becomes clear" (Gaudium et Spes, n. 22).

But if the scandal of evil has never ceased to motivate atheism and unbelief in individuals, today they have a new aspect in the diffusion, amplification and presentation of evil through the mass media, which causes evil to echo ever louder, be it manifest in war, accidents, natural catastrophes, conflicts among individuals or countries, economic or social injustices. Unbelief is more or less tied into this pervasive and subversive aspect of evil, and consequently the rejection and denial of God feed on the continual diffusion of this inhumane spectacle, daily beamed around the world.

2.4. The Historical Limits of Christians and the Church in the World

The vast majority of non-believers and the indifferent are not so for ideological or political reasons, but come from the pews of Christianity and describe themselves as deluded or unsatisfied. They express "debelief" or a disaffection towards belief and its practice and perceive it as meaningless, dull and irrelevant. The cause is often tied to a negative or unpleasant event experienced in the Church, often during adolescence; the protest or rebellion of a moment transforms itself over the course of time into a general rejection and finally indifference. This does not mean total closure, for often a desire to retain a good relationship with God remains. On this note, it is good to focus on the "restarters", i.e. those Christians who, after a period of distancing from the faith and religious practice, return to Church.

Among the causes internal to the life of the Church which push people away, what is most obvious is the apparent absence of a spiritual life in some priests and religious. Whenever some of these lead an immoral lifestyle, many people feel disturbed. Among the causes of scandal, by far the worst due to its objective moral gravity, is sexual abuse of minors. Also scandalous are the superficiality of spiritual life and the exaggerated search for material wellbeing and financial gain, especially in areas where the population is subject to extreme poverty. As many Christians identify the faith with its moral principles, it follows that, faced with certain scandalous behaviour - particularly those in which the protagonists are members of the clergy, many of the faithful suffer a deep crisis in their spiritual journey.

Deeds of this kind, orchestrated and amplified, are used by the mass media to damage the reputation of all the clergy of a country, and to confirm the suspicions exacerbated by the dominant culture.

2.5. New Factors

A Rupture in the Process of Handing on the Faith

One consequence of the process of secularisation is the growing difficulty faced in handing on the faith through catechesis, through the school, the family and the homily[5]. These traditional channels for the handing on of the faith struggle to fulfil their fundamental role.

The Family. There is a real problem in the handing on of the faith within traditionally Christian families, especially in the cities. The causes are manifold: the rhythm and pace of work, the fact that both parents often work long hours away from the home, the secularisation of the social fabric, the influence of television. The transformation of living and working conditions and the meagre size of apartments has led to separation of the nuclear family from grandparents, who are now often excluded from the important processes of handing on both faith and culture. Moreover, in many countries children spend little time in the family home as they spend long hours at school and in extra curricular activities such as sport, music, and various associations; at home they are often immersed in and isolated by the computer, by video-games, and by the television leaving little space for constructive dialogue with their parents. In traditionally Catholic countries, the growing instability of family life, the rise in the number of so-called "civil marriages" and the increasingly prevalent so-called "common law marriage" accelerate and amplify this process. This does not of course mean that parents have become non-believers, for often they ask for the baptism of their children and wish for them to make their first holy communion, but beyond these sacred rites of passage the faith does not seem to have any role in the family setting, hence the question: if the parents have no living faith, what will they hand over to their children in an environment that has become indifferent to the Gospel values and, as it were, deaf to the proclamation of the saving message?

In other countries, for example in Africa and parts of Latin America some of the content of the faith and a certain religious sentiment is handed on, but the lived-experience of the faith which requires a personal and living relationship with Jesus Christ is often faulty. Christian rites are followed, but are perceived only as cultural expressions.

Catholic Schools. In various countries some Catholic schools have had to close as a result of a lack of resources and personnel, while a weakening, or a rupture in the handing on of the faith in some schools and even Catholic universities, results from a growing number of teachers void of commitment and a solid formation. Too often teaching in these schools has little to do with the faith and Christian morality. The phenomenon of migration also destabilises schools when the large non-Christian presence is used as an excuse to justify abandoning an explicit teaching of the faith, rather than to seize on this opportunity to propose the faith, as has long been the tradition of Church's missionary activity.

The Globalisation of Behaviour

"Modern civilisation often complicates the approach to God, not for any essential reason, but because it is excessively engrossed in earthly affairs" (Gaudium et Spes, n. 19). Western materialism has projected a lifestyle characterised by success, money, unrestricted competition, individual pleasure, etc., creating many practical atheists and leaving neither time nor desire for something deeper than the immediate satisfaction of every craving. In many countries there are no theoretical factors in favour of unbelief, but rather purely practical ones marked by social patterns where little time is available for the human community and for space to experience the transcendent. It is the conceit of a full-up society. This religious atony is far more dangerous for the faith than the ideological materialism of the Marxist-Leninist atheistic countries. The improvement of the level of life and economic development necessarily imply a wholesale cultural transformation which often provokes a loss of faith if it is not matched by adequate pastoral activity.

The fires of indifference, practical materialism, moral and religious relativism are stoked by globalisation and the so-called opulent society. The ideals and models of life proposed by the mass media, through advertisements and by the protagonists of the public, political and cultural society are often vectors of a consumerism which is radically anti-evangelical. The culture of globalisation considers men and women an object to be evaluated according to exclusively material, economic and hedonistic criteria.

This domain provokes in many people, by way of compensation, an interest in things irrational. The need for spiritual experience, to live or return to living an inner dimension of life, as well as the psychological and relationship difficulties often caused by the frenetic and obsessive rhythms of life, push many self-confessed believers to seek other alternative experiences and head for "alternative religions" which offer a strong dose of "affective" and "emotional" participation, without any moral or social responsibility. Hence there are many "do-it-yourself religions" on offer, a sort of spiritual supermarket in which one is left free to pick and choose from day to day according to one's own transforming tastes and pleasures.

The Mass Media

The Mass Media, by nature ambivalent, can serve both good and bad alike. Unfortunately, often they amplify unbelief and favour indifference, by relativising the religious factor and sometimes ignoring or even deforming its proper nature. Even from countries where Christians are in the majority, certain parts of the Mass Media, newspapers, magazines, news and current affairs programmes, documentaries and films zoom around the world offering often flawed, distorted or partial visions of the Church. Only rarely are they met with a pertinent and convincing response. A negative perception of the Church results, impeding her credibility to transmit her message of faith. Alongside this lies the Internet, in which information claiming to offer truth about religious matters circulates. "Internet Infidels" are present alongside sites of satanic and explicitly anti-Christian nature, which lead aggressive campaigns against religion. The abundance of pornographic material on the internet is also to be condemned: it degrades the dignity of men and women and can only distance the human person away from the living faith. Hence a pastoral approach to the mass media is of prime importance[6].

The New Age, New Religious Movements and the Elite

"The proliferation of sects is also a reaction against secularised culture and a consequence of social and cultural upheavals which have uprooted traditional religion" (Towards a Pastoral Approach to culture, n. 24). While the movement known as the New Age is not a cause of unbelief, by its nature it contributes to the growth of religious confusion[7].

The opposition and harsh criticism from certain élites, new religious movements, and sects of Pentecostal persuasion contribute to the weakening of the life of faith. This is probably one of the greatest challenges to the Catholic Church, particularly in Latin America. The most serious objections and criticisms made by these sects against the Church are that she fails to face up to reality, that she portrays an image of herself which is far distant from the reality, and that her proposition of the faith is not incisive and is incapable of transforming daily life. These sectarian communities developing in America and Africa attract the youth in large numbers and lead them away from the traditional Churches, but do not manage to satisfy in the long term their religious needs. For many they are the exit-points from religion. Only exceptionally do they return.

3. Secularisation of Belief

The problem is not that of secularisation, understood as the legitimate autonomy of the temporal realm, but of secularism, "a concept of the world according to which the latter is self-explanatory, without any need for recourse to God, who thus becomes superfluous and an encumbrance" (Evangelii Nuntiandi, n. 55). Many who call themselves Catholic, and similarly those who belong to other religions, give in to a lifestyle in which God, or religion, is of little importance. The faith appears void of substance and no longer requiring personal engagement. There is incoherence between the faith-as-professed and the faith-as-lived. People no longer dare declare explicitly their belonging to a religion and the hierarchy is systematically criticised. Where there is little witness of Christian life, the abandonment of religious practice ensues. It is not simply a matter, as in times gone by, of a simple abandonment of sacramental practice, or of a scarce vitality in living out of the faith, but of something which strikes at its very roots.

The disciples of Christ live in the world and are often influenced and moulded by the surrounding culture which shows no need for God and no thought for God. In a context so uninvolved and unresponsive to the very idea of God, many believers, above all in the more secularised countries, are overcome by a hedonistic, consumerist and relativist mentality.

The observant critic of our societies sees the lack of clear references in the minds of those who make public opinion and who reject all moral judgement when important aspects of society are thrown into the spotlight by the media, leaving such to the individual appreciation of every individual under the guise of a "tolerance" which simply puts convictions apart and anaesthetises consciences.

Moreover laxism in lifestyle and morality, and the attached pansexualism, have negative effects for the life of the faith. Premarital and extramarital cohabitation have become the norm in many traditionally Catholic countries, especially Europe, even among those who later marry in Church. The manner of living out human sexuality has become a purely personal question. For many believers, divorce does not cause problems for the conscience. Abortion and euthanasia, denounced by the Council as "abominable crimes" (Gaudium et Spes, n. 27) are accepted on mundane criteria. There is too a levelling out of the fundamental dogmas of the Christian faith: the incarnation of Christ, his uniqueness as Saviour, the survival of the soul after death, the resurrection of the body, eternal life. The doctrine of reincarnation is quite widely held by those who identify themselves as believers and who frequent Church, alleging that it is easier to believe in than the immortality of the soul after death and the resurrection of the body, as it offers a new life within the material world itself.

The standard of Christian life in some countries seems quite mediocre, which underlines a difficulty to explain their own faith. It is a difficulty caused not only by the influx of the secularised culture, but also by a certain fear of taking decisions on the basis of faith, the consequence of a weak Christian formation which has not empowered people to trust in the power of the Gospel and has not recognised the importance of a meeting with Christ through prayer and the sacraments.

Hence a form of practical atheism is spreading even among those who consider themselves Christian.

4. New Religiosity

Alongside the spread of religious indifference in the more secularised countries, a new aspect clearly emerges from the inquiry on unbelief. It is often identified as the return of the sacred for those who find difficulty in opening themselves to the infinite, to go beyond the immediate, and to set out on and follow an itinerary of faith[8].

It is a romantic form of religion, a religion of the spirit and of the self which has its roots in the crisis of the subject who remains more and more narcissistic, and rejects all historical and objective elements. Hence it is a strongly subjective religion, almost an exclusive reserve for the spirit, in which one can take refuge and contemplate matters in an aesthetic research, where the individual is under no obligation to give an account of his reasons or behaviour.

4.1. A Faceless God

The new religiosity is an adherence to a God that often has no face nor personal characteristics. Questioned about God, both declared believers and declared non-believers affirm that they believe in the existence of a force or superior transcendent being, but who has no personal attributes, much less those of a Father. The fascination of oriental religions, transplanted into the West, resides in the depersonalisation of God. In scientific circles, the old atheistic materialism is giving way to the return of pantheism, where the universe itself is divine: Deus sive natura sive res.

The Christian proposal is based, however, on the revelation of the God-in-three-persons, in the image of Whom each person is called to live in communion. Faith in the tri-personal God is the basis of the whole Christian faith and also of the constitution of an authentically human society. Further awareness of the concept of person seems necessary in all fields: in prayer, in inter-personal dialogue, in inter-personal relationships in daily life, in the destiny of man after death.

4.2. The Religion of the Self

The constitutive element of the new religiosity is that it is centred on the self, on me. If the humanist atheism of the past was the religion of humanity, post-modern religiosity is the religion of the Self, based on personal success and the achievement of one's own goals. Sociologists speak of a "Biographical Do-It-Yourself Religion" in which each person creates a new image of God at different stages of their lives, starting from divers material as though it were some form of "Holy Patchwork".

This religion of "me" is a far cry from Christianity, the religion of "You" and of "Us", of relation which has its origins in the Trinity, in whom the divine Persons are substantial relations. The history of salvation is a process of loving dialogue between God and man, marked by successive covenants which feature this experience of relation as both personal and personalising. One constant feature of Christian spirituality is the call to interiority and to put at the heart of life, the mysteries of the cross and resurrection of Christ, the supreme sign of a relation which goes to the extent of gift of self for the other.

4.3. Quid est Veritas?

Another characteristic trait of this new religiosity is the lack of interest for the question of the truth. The teaching of John Paul II in his encyclicals Veritatis Splendor and Fides et Ratio, respected even by unbelieving intellectuals, does not seem to have been adequately received by the faithful even in the Catholic Universities, although there are exceptions. At a time in which "weak thought" (pensiero debole) is dominant, strong convictions meet with rejection: rather than believing, people think they believe, leaving room for a safety margin and a sort of "emergency exit". Hence the very questions on the truth of Christianity and the existence of God are put aside and considered irrelevant and meaningless. The question of Pilate, in reply to the explicit declaration of Christ is still relevant: What is truth? For many, truth has a negative connotation, associated with concepts such as "dogmatism", "intolerance", "imposition", and "inquisition", on the grounds of a few historical episodes in which the truth was exploited to impose choices of conscience, which had nothing to do with respect of the person and the search for the Truth.

In Christianity however, Truth is not merely a theoretically defined thought, an ethically valid judgement, or a scientific demonstration, but it is a Person whose name is Jesus Christ, Son of God and Son of the Most Holy Virgin Mary. Christ presented himself as the Truth (Jn 14:6). Tertullian observed that Christ said: "I am the Truth", and not "I am the Tradition". Today to speak of the truth of the Gospel is a task that requires facing up to the fact that Truth appears in the poverty of the impotent, of He who for love accepted to die on the cross. In this sense, truth and love are inseparable: "In our time, truth is often mistaken for the opinion of the majority. In addition, there is a widespread belief that one should use the truth even against love or vice versa. But truth and love need each other. St Teresa Benedicta is a witness to this. The “martyr for love”, who gave her life for her friends, let no one surpass her in love. At the same time, with her whole being she sought the truth […]. St Teresa Benedicta of the Cross says to us all: "Do not accept anything as the truth if it lacks love. And do not accept anything as love which lacks truth! One without the other becomes a destructive lie"[9]. So "only love is worthy of faith", love becomes the great sign of credibility of Christianity, because it is inseparable from the Truth.

4.4. Outside History

This new religiosity springs from the contemporary secularised, anthropocentric and self-centred culture, and pretends to do without objective historical reference points. What is important is the capacity to find ways of feeling well. In the past, religious criticism was often orientated at representative institutions, and was based more on the lack of coherence and of living witness of its members. Today, the very existence of an objective mediation between the divine and the subject is denied. The return of the spiritual seems then to deny the transcendent, with the consequent uselessness of religious institutions, and the refusal of the historical dimension of revelation and of the personal character of the divinity. Such denial is supported by some widespread publications and broadcasts which seek to destroy the historicity of biblical revelation, its main protagonists and its central events.

The Church however is tied to history. In the Creed there is even the reminder of the figure of Pontius Pilate, who anchors the faith to a particular moment of history. Hence adherence to the concrete realities is fundamental for our faith and responds to the needs of many who desire to find accordance between the truth of Christianity and biblical revelation and historical data. The Church is sacrament of Christ, it is the extension through history of the incarnation of the Word of God, 2000 years ago. Bossuet, l'aigle de Meaux said it in clear words: "The Church is Jesus Christ, spread and shared".

4.5. New Contrasts

To complete this brisk description, as a response to the appearance of this nameless and faceless multiform religiosity, there appear some new forms of the religious panorama of the contemporary culture.

– New religious movements are seeing the light of day within the Church, with clearly defined structures, a strong sense of aggregation and belonging. The existence and vitality of these movements, answers the new spiritual search, witnesses for a strong and non-narcissistic religiosity, and above all is rooted in the personal and ecclesial encounter with Christ, in the sacraments of the faith, in prayer, in the liturgy, lived and celebrated as Mystagogy, in the participation in the mystery of the living God, spring of life for each person.

– There is a surge of fundamentalism within Christianity as within Islam and Hinduism : in an age of uncertainty they seek security by fossilising religion in the past. This responds to the need for spiritual and cultural identity in a world in prey to deep changes. Fundamentalism is the negative aspect of the new religiosity.

– The search to elaborate a new civil religion, is also being felt in various countries, particularly in Europe and North America. This arises from the need to find common symbols and an ethic founded on democratic consent. The reawakening of values tied to nationality, the search for an ethical consent, through the creation of ad hoc committees, the symbolism of major sporting occasions such as the Olympic games and the Football World Cup now seem to show the need to rediscover transcendent values in the solid-shared basis of human society in a pluralist culture.

By integrating these phenomena in their positive and negative aspects, the Church's pastoral approach to culture seeks to respond to the challenges that the new religiosity presents to the announcement of the Good News of Christ.

II. Concrete Proposals

A challenge is not an obstacle. The challenges of today's cultures and of the new religiosity offer Christians the chance to deepen their faith and to seek ways of proclaiming the Good News of the love of Jesus Christ to reach those in the prey of unbelief and indifference. The Church's mission is not that of impeding cultural transformation but ensuring that faith in Christ is transmitted at the heart of cultures undergoing profound change.

Dialogue with non-believers and the pastoral approach to unbelief spring from the twofold mandate given to the Church to announce the Gospel to people and to cultures: "go out to all the world and preach the Gospel to every being" (Mk 16:15), and "go teach all nations" in (Mt 28:19). This missionary task belongs to the whole Church without exceptions. It can not be separated from the whole life of the Church, nor is it a specialised activity to be entrusted to a few experts. The mission is transversal and includes catechism and teaching, liturgy and ordinary pastoral activity in families and parishes, seminaries and universities.

Every pastoral initiative in the face of unbelief and indifference springs from the life of the Church, a community life grounded in the Gospel. Without the dynamism which springs from a lived-out faith, any pastoral proposal would remain void of apostolic value. Inviting us to make holiness the primary and indispensable part of every pastoral programme, the Holy Father reminds us of the importance of prayer, the Sunday Eucharist, the sacrament of reconciliation, the primacy of grace, listening to and proclaiming the Word[10].

In this presentation of concrete proposals, the dialogue with those who declare themselves explicitly non-believers is accompanied by the proclamation of the Gospel addressed to all, be they baptised, non-believers, misbelievers, the indifferent, etc., i.e. the evangelisation of the culture of unbelief and of religious indifference.

1. Dialogue with Non-believers

Rather than unbelief, we do well to remember we are addressing non-believers; each atheist and agnostic has his own story. Hence the most appropriate pathway is the dialogue which is personal, patient, respectful, loving, sustained by prayer, and which has at its heart the proposition of the truth in appropriate ways, at the just time, and in the firm belief that the truth is only imposed on its own terms[11], and moved by the desire "that all come to know you, Father and he whom you have sent, that is Jesus Christ" (Jn 17:3).

1.1 Prayer for Non-believers

Friendly dialogue must be accompanied by intercessory prayer. An exemplary initiative is seen in the group «Incroyance-prière», founded by P. Jean-Baptiste Rinaudo in the diocese of Montpellier, France, with the support of the Pontifical Council for Culture. It has 3000 members spread across 50 countries of the world. Sure of the power of intercessory prayer, they commit themselves to pray each day for those who are distant from God. The following formula can serve as a model for other initiatives:

I (…name…) commit myself to pray each day in all humility that God may lighten with His Holy Spirit a non-believer, as well as myself, in order that His immense love may be known to us and that we love Him as Father.

Dated and Signed[12].

Monasteries, places of pilgrimage, sanctuaries and centres of spirituality carry out an important role by their prayer, by offering spiritual guidance and direction, by listening and paying personalised attention to all those who seek spiritual help. Some monasteries have found «open-days» to be effective tools to create an aura of familiarity with these ecclesial institutions.

1.2 The Centrality of the Human Person

A fertile terrain for dialogue with non-believers can be found in an anthropological approach centred on the fullness of the human person and without instrumental fragmentation. We can not succumb to the temptation to stand by as though impotent and watch the "calm apostasy". On the contrary, we are called to reengage on our apostolic initiatives in faithfulness to the mandate of Christ (cf. Mt 28:19-20), taking into account the inextinguishable need, even if it is sometimes unconscious, for peace, reconciliation and forgiveness present in every person. Our mission is to meet this person, taking his hand if necessary, but without pretending to create an ideal according to our needs and desires, to then pretend to be the guides for a perfect humanity, i.e. a humanity which is made to measure our desires. Such an error would mean that we reply to questions never asked, and find ourselves as safe and sure guides, but with nobody to lead.

Suffering is an inevitable travelling companion for every person, shouldered in total syntony by the man of sorrows, and an anthropological meeting ground. Faced with sickness, suffering and death, pain provokes the loss of meaning and a kenosis, and makes space for the search for a word, a face, someone capable of offering a ray of light in the depths of darkness. The Gospel mission asks us to make our faith be believed through strong spiritual experiences, and it pushes us to become, not intransigent crusaders, but humble witnesses, true signs of contradiction at the heart of the cultures on the earth, in rejoining our brothers without constraining them or wiping them out, but in accepting to "lower" ourselves for their benefit. The anthropological category of interhumanity has a particular meaning for our mission. It evokes this globalised world where the person risks being reduced to an "anthropological slumber". It is with this person that we have been called to enter into dialogue, because, it is the person, who is in every culture, who is the way of the Church (cf. Redemptor Hominis, n. 14).

The challenge is ever present, particularly when the sacraments of Christian initiation are requested from within the families of non-believers or the indifferent. Indeed, through the meetings to prepare for the sacraments with those parents who do not believe or who are indifferent, sometimes it is possible to discern human and religious resources that are ever present, but often imprisoned. As believers, we cannot ignore this anthropological dimension : baptism, for example, is requested because it is a family tradition - the faith of the fathers - and desired to inscribe the child in the family genealogy. Meeting with these people gives us the chance to recognise that baptism represents something deeper, even beyond what the same parents might be prepared to admit. In fact, if their children are not baptised, in a sense there will be a hole in the history of the family. So we find ourselves in a seemingly paradoxical pastoral situation that brings us into contact with non-believers and the indifferent, but always grafted onto strong ancestral religious roots : such is the typical situation of post-modern culture. Hence, sincere and friendly human contact, prayer, a disposition marked by welcoming, listening, respecting, openness, courtesy, trust, friendship, politeness, graciousness, esteem and other such virtues are the basis on which it is possible to build in a personal rapport a pastoral approach in which each person feels respected and welcomed, for what he is, often without knowing it, a Being personally loved by God.

1.3 Content and Manner of the Dialogue with Non-believers

Constructive dialogue with non-believers, rooted in study and pertinent observation, can focus on some privileged themes:

– the big existential questions: the why and meaning of life and of responsibility; the ethical dimension of human life; the why and meaning of death in culture and in society; religious experience in its divers expressions, the inner freedom of the human person; human problems with religious consequences, and even the faith.

– the major themes of society: education of the young, poverty and solidarity, foundations for living side by side in multicultural societies, values and human rights, cultural and religious pluralism, religious liberty, work, the common good, beauty, aesthetics, ecology, biotechnology, peace and bioethics.

In some circumstances dialogue with non-believers takes on a more formal aspect and acquires a public nature, with discussion and debate with organisations that are explicitly atheist. While individual dialogue from person to person is the task of all the baptised, public dialogue with non-believers needs well-prepared agents. Hence the then Secretariat for Non-believers published the 1968 document Dialogue with Non-believers[13], containing useful suggestions. In France, the members of the service Incroyance et Foi often participate at debates, colloquia and round table meetings at cultural centres and educational institutes, be they Catholic or other. In Italy, the "Chair of Unbelief" run by the Archdiocese of Milan permits dialogue between belief and unbelief, in a sincere meeting of Catholics and others under the guide of the Archbishop[14]. In Lisbon, the Patriarch has engaged in specific dialogue with intellectual atheists through correspondence published in a major newspaper[15].

Within the context of dialogue with non-believers Fundamental Theology, as a renewed form of apologetics, has the tasks of giving an account of faith (1 Pt 3:15) and of justifying and expounding the relationship between faith and philosophical reflection through the study of Revelation in relation to the needs of today's cultures. It has its place in the Ratio Studiorum of seminaries, Faculties of theology and centres of formation for the laity in as much as it "should show how, in the light of the knowledge conferred by faith, there emerge certain truths which reason, from its own independent enquiry, already perceives" (Fides et Ratio, n. 67).

2. Evangelisation of the Culture of Unbelief and Indifference

The evangelisation of people does not exhaust the mandate entrusted by Christ to His Church. It is also necessary to evangelise the conscience of a people, its ethos, its culture (cf. Evangelii Nuntiandi, n. 18). If culture is that by which man becomes more man, the spiritual atmosphere within which he lives and carries out his activity, it is clear that the spiritual health of man hangs on the quality of the cultural air which he breathes. As unbelief is also a cultural phenomenon, the Church's response must wrestle with the cruxes of the culture of every society and every country.

The evangelisation of culture aims at letting the Gospel penetrate the actual situation of the lives of the people of a given society. "Pastoral practice must undertake the task of shaping a Christian mentality in ordinary life" (Ecclesia in Europa, n. 58). More than at convincing, such evangelisation aims at preparing the ground and at enabling listening, a type of pre-evangelisation. If the basic problem is indifference, the necessary task is to attract attention, to stir up the interest of the people. Identifying the footholds or points of anchorage for the proclamation of the Gospel, the proposals here outlined offer various guidelines –nova et vetera– for a pastoral approach to culture which will help the Church to proclaim the faith in response to the challenge of unbelief and religious indifference at the dawn of the new millennium.

2.1. The Presence of the Church in the Public Forum

"Until the end of times, between persecutions of the world and the consolations of God, the Church pursues her pilgrimage"[16] in the trust and certainty of being sustained by the Lord. The visible presence and tangible action of the Church, universal sacrament of salvation, in a pluralist society is today more necessary than ever to put the people of the world in contact with the message of the Truth revealed in Jesus Christ. It is a widespread and diversified presence, in the great debates, social events, and meeting places capable of raising the attention, interest and curiosity of the indifferent world, so as to present the person of Christ and His message in a manner capable of holding the attention and provoking reception of the dominant culture:

A public witness which involves the youth, such as the World Youth Days meets with and provokes surprise, marvel and attention up to the point of attracting the young people often devoid of reference points and religious motivation. To this end the commitment and work of various spiritual movements for youth is of great worth. The World Youth Days are particularly useful in overcoming the false impression that the Church is a merely oppressive, ageing and decadent institution.

New city missions that carry the Church out into the market place such as those that are currently being trailed across Vienna, Paris, Lisbon and Brussels. Also, over the last ten years apostolic marvel has been raised across the world by the pilgrimage of the relics of St. Therese of the Child Jesus[17]. Even the local ordinaries are sometimes astonished by the pious gatherings for these travelling relics, of thousands of people, many of whom are unaware of the route to their own parish church.

Christian movements and associations engaged in the public sphere, the mass media, and in governmental circles help to develop a culture which is different from the dominant one, not only at an intellectual level, but also at a practical one. To live fully the mystery of Christ and to propose by the witness of a lifestyle inspired by the Gospel according to the ideal of the Letter to Diognetus remains the privileged witness of Christians to the heart of the world.

The collaboration of the Church with organisations of non-believers to do things that are good in themselves, and to favour powerful moments of sharing and dialogue. The pastoral directives in John XXIII's encyclical Pacem in terris enlighten: "if to do some temporal good, believers collaborate with those who through error do not believe or lack the fullness of faith in Christ, such contacts may possibly provide the occasion or even the incentive to bring them to the truth" (n. 158). This is the case where Christians collaborate, for example, with the Agnostic pro-life league in the fight for life.

The promotion of public events on the great cultural themes fosters contact and dialogue at a personal level with those who work in the different domains of culture and are in themselves a way for the Church to be present in society.

The meetings or colloquia organised by the Pontifical Council for Culture together with the Italian Ente dello Spettacolo on spiritual cinema, and the congress or convivium organised together with the Lutheran Church in Oslo, Norway on Church and Cinema are examples of meetings which bring out the potential of the language of film to sustain and encourage spiritual values in today's cultures by the use of images. Another initiative under the auspices of the Pontifical Council for Culture lies in the Meeting on Religious Theatre. Such appointments make the most of the potential of the arts, offer opportunity for reflection, and help ensure a Christian cultural presence.

Each year the Holy Father assigns the Pontifical Academies' Prize, an event overseen by the Pontifical Council for Culture to encourage young academics and artists whose work and research offer notable contribution to the promotion of Christian humanism and its artistic expression. Intellectual Catholic Weeks and Social Weeks also give public visibility to the meeting between faith and culture and highlight the travails of Catholics in the social problems of our times.

The fundamental role of the Mass Media must also be underlined. Image, word, gesture and presence are necessary elements for an evangelisation engaged in the cultures of the communities and peoples, even if it means being careful not to let image become more important than reality and the objective content of the faith. The enormous social and lifestyle transformations being witnessed and caused by the mass media necessitate an apt pastoral strategy: «Many young lay people have an inclination to work in the media. A pastoral approach to culture will ensure that they are prepared to be an active presence in the world of radio, television, books and magazines, the bearers of information which are also the daily reference-point for the majority of our contemporaries. Neutral, open and honest media offer well-prepared Christians a front-line missionary role: it is important that they should be well-trained and supported» (Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 34). The professional and qualified presence of Catholics with a clear sense of identity in the mass media, in news agencies, in press offices, in newspapers, journals, magazines, behind internet sites and in Television companies is important to ensure accurate and fair news about the Church and to help today's world understand what is so special about the mystery of the Church and avoid undue focus on the marginal, the unusual, and ideological simplifications. Prizes, such as the Catholic Prize for Cinema, the Robert Bresson Prize at the Venice Festival, scholarships, Christian Cinema Weeks, and the creation of Catholic professional networks and associations to encourage and show support for the hard-but-necessary work being carried out in this important field, but without falling into the trap of creating a Catholic ghetto.

As is well known, one person's speech does not always guarantee another's understanding. An enormous effort is asked of us to use the language of today's people in order to share their needs and to respond to them sincerely and in an accessible manner. Such an approach, for example, was behind the success of the Archbishop of Gdansk in presenting a Charter of Human Rights with notable public impact, and honoured the positive approach of the Council in its pastoral Constitution: "The joys and hopes, griefs and anxieties of the people of this age, especially those who are poor or in any way afflicted, these too are the joys and hopes, the griefs and anxieties of the followers of Christ. Indeed, nothing genuinely human fails to raise an echo in their hears. For theirs is a community composed of men and women, who, united in Christ, are led by the Holy Spirit in their journey to the kingdom of their Father and who have welcomed the news of salvation which is meant for all. That is why this community realises that it is truly and intimately linked with the human being and its history" (Gaudium et Spes, n. 1).

In conclusion, ensuring the presence of the Church in the public arena in dialogue with non-believers, means bridging the gap between the spiritual realm and daily life, to raise the questions and provoke the quest for the invisible in the heart of the visible. It means prodding up real questions before proposing convincing responses. Indeed, in the absence of the very question - and hence a personal interest - they will not captivate attention and will not be considered relevant. To employ an image: Christians must step out of the sanctuary and enter the market place, show off, without grotesque publicity, the joy of belief, and the importance of the faith for the reality of life. Engaging dialogue and credible witness can raise the desire to enter into the mystery of the faith. Such is the invitation to set out on the pathway of Jesus : "Come and See" (Jn 1:38).

2.2. In the Family

If for some, unbelief is an abstract theory, it becomes real for parents when they see their children abandon the faith and live as though God did not exist. This causes acute pain. There is a need to help parents hand on, together with their cultural heritage, the inheritance of the faith and experience of God. The assistance offered to couples during their period of engagement, in preparation to marriage and after it is more than ever necessary. The experience of the Équipes Notre-Dame is important, as Christian homes offer each other help as they grow in their faith lives, by sharing the daily difficulties and joys and by deepening together their faith. There where the Gospel is written on the hearts of the youth by their families and teachers, the problems of adolescence become surmountable. The family, first school of the Gospel, is a key place where a lived-out faith can be transmitted, and can take form in concrete expressions which become part of daily Christian experience: in the proper celebration of religious feasts, in family prayer in the evening, at bedtime and at mealtime, in the recitation of the rosary, in the visiting of churches, and in the setting aside time for lectio divina. Within the naturally enriching experience of family life, where trials, joys and tribulations nurture Christian virtues, by physically accompanying offspring to church-based liturgical activity and by being a family in prayer, parents and guardians are the first evangelisers of their children and build up solid roots on which to offer the special support needed at the time of preparation to receive the sacraments and to form a Christian conscience. Hereby they live a fuller version of family and ecclesial life. "Family chatechesis" are one example, where the parents themselves, and particularly the fathers, exercise their parental responsibility in the proclamation of the Gospel.

The family is a place of culture, of life and for life, where each member learns from the other the fundamental values of community living, in appreciating each other's diversity and riches. In order to install in Christian families the "criteria of judgement, determining values, points of interest, lines of thought, sources of inspiration and models of life" (Evangelii Nuntiandi, n. 19), i.e., a culture inspired by faith, it is important to dedicate more time to family life. In this way can be born a new way of seeing and of living, of understanding, of acting and of preparing the future, and of being promoters of a new culture. Moreover, in an image-driven culture, it is important to educate the children to control their use of the television, to watch it together with them, discuss its content and answer their questions with availability and love. Otherwise, television might steal the time necessary for interpersonal relationships that are so important for the handing on of the faith.

2.3. Christian Initiation and Religious Education

Ignorance, both religious and cultural, is one of the main causes of unbelief, bad belief and religious indifference. To confront ignorance it is necessary to reinforce existing forms of education and formation, especially the basics. The key role is in the hands of teachers, who before anything else must be witnesses. Teaching moments are omnipresent and of great importance, as Jesus himself showed, spending most of his public ministry teaching.

In this field there is a need to identify more clearly what is unique to Christianity both in terms of research and also in terms of preparing catechists, particularly in comparison with the New Age[18], sects, and New Religious Movements[19]. Superstition and magical tendencies are the result of a lack of education. Ignorance of the essential contents of the faith favour the growth of sects and the appearance of false prophets. The differences between eternal life and the spirit world, transcendental meditation and Christian contemplation, miracles and faith-healing, the liturgical year and the ecological cycle need to be clearly explained and clearly grasped.

Christian Initiation, Catechesis and the Catechumenate. The need to give greater care to Christian Initiation is widely felt and is accompanied by the desire for a more enriching and enduring sacramental catechism, conditio sine qua non for a continuous growth into the divine life and in the love of the Church. Many feel the need to introduce or reintroduce catechesis for adults, not just seek to fill the cognitive gaps, but to lead to a personal and ecclesial experience of faith. The catechumenate is proposed in various forms, among which the ecclesial movements are proven providers of formation and growth in the faith, such that in some countries the catechumenate is in continual progress and is giving life to a new generation of believers who find together the joy of believing in Jesus Christ and of sharing in the Church a fervour, a communicating enthusiasm and a living hope.

Bible study and reading in parishes are enabled by appropriate programmes. Various initiatives are underway to ensure each baptised person's right to receive a true doctrinal education, which goes hand in hand with the duty to continue reading and studying the contents of the faith and to hand them on from one generation to the next[20]. In this context activity specifically orientated to certain groups has been found useful: children, students, the newly-graduated, young adults, pensioners, and community leaders. Initiatives offering formation at various levels on matters biblical, moral, of the social doctrine of the Church, help to enable the participants to be more pro-active in the discernment, by the light of the Gospel, of the goings on of their societies.

Educational Institutions. The Church has at its disposition a substantial network of teaching centres, from primary and elementary schools through to Universities. Each day young people in their millions find themselves in contact with Catholic schools and teaching establishments. This situation has enormous potential, but care must be taken to ensure that formation is truly Catholic and that the faith become the unifying element for all activities of such institutes. Of significance also is the teaching of religion in state schools, wherethrough up to 90% of school age children can be exposed to the Catholic faith. Contact with the youth in school is fertile ground for a pastoral approach to culture.

Where religion lessons are not possible, it is important to maintain a religious presence at school. In some states of the USA, Catholic and Protestant parents and teachers, have united in campaign to ensure prayer space in state schools. An initiative not from on high, through decrees and parliament, but from grass-roots, with signature gathering and local campaigning. In the same way they have ensured that the importance of the determining role played by religion in culture is given in lessons such as history and art.

Of importance is the presence of the Church in the university[21], both in terms of academic teaching and in pastoral presence. Even where faculties of theology have not been established, the Church seeks to maintain a pastoral presence in the university, but this is not to be confused with pastoral care of the youth. It should focus primarily on the evangelisation of the intellect, on the creation of a synthesis between faith and culture, and be orientated to the staff to ensure the formation of Catholic intellectuals.

In the seminaries and faculties of theology, philosophy and fundamental theology are key disciplines for dialogue with modern culture. New courses and programmes in the field of dialogue between faith and science are considered appropriate. As an example stands Project STOQ (Science, Theology and the Ontological Quest)[22], which has sprung up in Rome from the combined forces of several Pontifical Universities under the patronage of the Pontifical Council for Culture with the purpose of forming competent personnel for the faith-science dialogue. It is an experience which is paradigmatic for other centres.

Other initiatives to be encouraged in terms of concrete proposals are: the creation of Academies for Life, Resource Centres - libraries, video-libraries and bookshops, and the encouragement of printing and publication of newspapers of Christian inspiration, and aimed at large diffusion.

Organisations specialising in the dialogue with non-believers and the culture of unbelief are also needed, and should work in conjunction with the Commissions for culture and for unbelief of the Episcopal Conferences. In the Faculties of Theology, departments and observatories on unbelief are useful, as can be seen in those that exist at Zagreb, Split, and at the Pontifical Urban University. Small study groups for informal purposes to continue these reflections are also useful. Chairs for the study of atheism can be adapted to promote the study of atheism, to reflect on the new forms of unbelief and thus be of greater assistance to the pastoral mission of the Church.

2.4. The Pathway of Beauty and of Cultural Heritage

Beauty is one of the privileged pathways to bring people nearer to God and to quench their spiritual thirst. Beauty "puts joy in hearts, is a precious fruit that resists the wear and tear of time, unites generations, and makes them share things in admiration"[23]. With its symbolic language, beauty is capable of uniting men and women from different cultures on common values. Through their roots in a common anthropological identity and in the original experience of their humanity, these common values permit man to keep his heart open before the enticement of mystery and of the absolute[24]. In this context the Church opens herself to new epiphanies of beauty, that is, she enters on a new via pulchritudinis that goes beyond the concept of beauty of ancient Greek philosophy. The Scriptures reveal the Messiah to us, "the most beautiful of the sons of men" who lowered himself for each one of us, presenting himself as "a man of sorrows" (Is 53:3). In a culture marked by globalisation where doing, creating and working occupy a fundamental place, the Church enriches the person by promoting being, praise and contemplation to reveal the dimension of the Beautiful One. The need for an adequate pastoral approach to artists and the arts, and also the appropriate use of cultural heritage can not be sufficiently stated.

The Fathers of Vatican Council II recognised the importance of dialogue with the cultivators of the arts and the value of a continual and benevolent presence of their works in the Church as a means of raising the human spirit to the Lord. It is good to open up and maintain dialogue with artistic institutions and societies to foster mutual relationships, capable of enriching both the Church and the same protagonists of artistic creativity. Indeed many artists have found in the heart of the Church a place of personal creativity, where the welcome has been accompanied by proposals, critical judgement and discernment. Evidently the formation of the laity and the clergy in cultural and artistic matters favours dialogue with all those "who are passionately dedicated to the search for new “epiphanies” of beauty so that through their creative work as artists they may offer these as gifts to the world"[25].

Cultural Weeks, Arts Festivals, Exhibitions, and Sacred Art Prizes, and Arts Programmes, promoted sometimes in collaboration with civil authority, assist in the pastoral approach to the pathway of beauty, as a privileged way for the inculturation of the faith. Such activity can be accompanied by other activities which aim at offering more people the experience of beauty so that the person of Christ and the mysteries of the faith continue to be a preferred source of inspiration for artists.

In the field of literature, the creation of literary circles, and meetings such as those organised by the Pontifical Council for Culture for poets, writers, thinkers and scholars of both Catholic and secular interest permit healthy exchange.

At the same time, the cultural heritage of the Church remains a means of evangelisation. Buildings of Christian inspiration constructed through centuries of faith are an authentic witness of a culture shaped by the Gospel of Christ, and sure guides for a good Christian education. The restoration of churches, particularly their façades, and other sacred places, perhaps with state assistance, incites a response to the invitation of Jesus: "Let your light shine in the sight of men, that they may see your good works" (cf. Mt 5:16).

The organisation and promotion of concerts of sacred music, exhibitions of sacred art and choreographed events of Christian inspiration help many people grow in their faith through the pathway of the experience of beauty, meeting the Saviour in an intimate manner through the contemplation of a work of art. Exhibitions such as London's Seeing Salvation, Spain's Las edades del hombre, and at Rome's Le Dieu caché, have attracted an enormous public and are typical examples of the capacity of art to reach the unsatisfied heart of modern man. Indeed many people today are discovering the impotence of rational and technical culture to fill the deeply-felt need for meaning which resides in every person, and they have difficulty understanding the complex situation of the world and of the human person, of his mystery, in the single affirmation of freedom and research for a well-being that is often artificial.

In some countries there is a growing need and desire for religious teaching at university level for students of the arts and humanities. Such students often lack the basic and elementary concepts essential to Christianity which leaves them incapable of understanding their own artistic, historical and cultural heritage. Specific courses on Christianity for students of the arts and history, through cultural heritage offers one opening to put them in touch with the Good News of Christ.

The pathway of beauty is of particular importance in the liturgy. When, in due accord with liturgical norms, the dimension of the sacred manifests itself through artistic presentations, the mystical celebrations can stir up the indifferent and entice the new forms of non-believers to ask the big questions. The via pulchritudinis also becomes the way of joy, manifest in the celebration of religious feasts as well as other occasions to rejoice in the faith.

2.5. A New Language to Spread the Gospel: Reason and Feeling

Cardinal Newman, in his Grammar of Assent wrote of the importance of a two-sided approach to evangelisation, heart and head, i.e. through feeling and reason. A growing importance is given to the emotional dimension of the person in our days, and many Christians re-find in this angle the pleasure of believing. They feel the need to strengthen their reasons for believing, by means of an appropriate formation, in cultures suffused by irrationalism, where the Church is the Good Samaritan for down-and-out reason.

The first problem is that of language. With which language can we share the Good News of Christ, unique saviour of the world? The culture of indifference and of relativism, borne of the secularised west does not favour communication based on objective discourse. In such conditions, dialogue and even communication are seriously compromised. If those who live in this culture have difficulty discovering the res significata, i.e. Christ himself, it is necessary to rethink the res significans, i.e. all that leads to Him and the mysteries of the faith, according to the culture of the addressees of the Gospel message, for a renewed evangelisation.

Being near to the young, seeking to understand their way of life and their culture, is a first step in finding a language capable of communicating the experience of God to them. Some television channels, such as MTV[26], base their success among the youth by combining anger and sympathy, sarcasm and tolerance, responsibility and unfretted egoism. Adopting to a certain extent this kind of strong emotive language, and of course purifying it, the Church's dialogue with the youth is facilitated, and through a direct and meaningful relationship established with the people, the aspects of their culture which are negative can be transformed from within, and those which are positive sustained. The mass media in particular are able to communicate a positive experience of conversion and of faith, as it is lived by real people with whom it is possible to identify.

Clearly, the Church can dip into her long-standing tradition to touch people by the allure of music, whether liturgical or popular. Indeed music has enormous potential to open people up to the religious dimension, and it has an appeal even outside ecclesiastical circles, as recent use of Gregorian chant has shown.

The culture of the meaningful relationship is indispensable if Christian witness is to involve "the other" in an itinerary of faith. The primacy of the person and of personal relationships is essential for evangelisation. Authentic missionary contact comes through dialogue and through the building up of interpersonal relationships. Such openness is realised by being "near" all those who struggle to develop good relationships whether within the family, or within the Christian community itself, and by providing wise and competent educators for the accompaniment of school children, adolescents and couples in their various activities. The elderly too need a specific pastoral care adequate for their own requirements. All this requires an effort by the Christian community to ensure that each person feels welcome, understood, loved and not just a component of an institution. Even in the present climate of the religious supermarket, in which feelings and an emotional and aesthetic approach to reality dominate, the Church can offer seekers, a safe and exhaustive embrace stemming from the truth and goodness of faith in Jesus Christ, Who alone provides in his life, death and resurrection the answer to all the interrogatives about the great mystery of life.

The New Age and the sects have often attracted people by playing on the emotions. To respond to this challenge, answering Blessed John XXIII's invitation to use the «medicine of mercy rather than that of severity"[27], the Church goes out to meet all those who are in search of the Truth, showing particular care for those who are passing through moments of fragility and anxiety, which leave them as easy prey for the sects. To these people we are called to present the mystery of the cross: in it, without falling into the traps of absurdity or sentimentalism, we can share the sufferings of injured people, and help them find the possibility of giving meaning to their distressing situations.

Personal relationships within the Church, above all in the larger parishes, are important. Smaller communities tied to ecclesial movements which take into consideration the particular anthropological, geographical, cultural and social strata specificities of the people, help renew and strengthen the life of communion. The joy of belonging to the family of God is the visible sign of the message of salvation, and the Church, family of families, appears as the veritable "place" of meeting between God and man.

The missionary stance towards those who have become distant from the Church, and whom we would call non-believers and indifferent, is always that of the Good Shepherd who goes in search of the lost sheep and draws them back into the fold. The same attentive and fraternal welcome is also fundamental for those who, in ever greater numbers, are only occasional visitors to the Church[28]. Dialogue with these people can be much easier than is often thought. Often just a little courage is needed to give them a personalised and warm invitation, or to give life to a sincere friendship, to gain trust and better understanding of the Church[29].

Inculturating the faith and evangelising cultures through interpersonal relationships permits people to feel at home in the Church. The missionaries who went from the West such as Matteo Ricci and De Nobili achieved success because the Asian people saw them immersed in their cultures, in their language, their customs, and with the respect and desire to learn from them in a reciprocal exchange. To evangelise today's cultures requires a loving and intelligent immersion into them, to understand them in depth and to be present therein in all its aspects and with true charity.

2.6. Catholic Cultural Centres[30]

"Catholic cultural centres offer to the Church the possibility of presence and action in the field of cultural change. They constitute in effect public forums which allow the Church to make widely known, in creative dialogue, Christian convictions about man, woman, family, work, economy, society, politics, international life, the environment" (Ecclesia in Africa, n. 103).

Catholic Cultural Centres, especially those structured as Cultural Laboratories, "are a rich and varied phenomenon, whether it is a question of names (Cultural centres or circles, academies, university institutions, houses of formation), of orientation (theological, ecumenical, scientific, educational, artistic etc...), of chosen themes (cultural trends, values, intercultural or inter-religious dialogue, science, art etc...), or of the activities undertaken (conferences, debates, courses, seminars, publications, libraries, artistic and cultural events, exhibitions etc...). The very concept of a «Catholic cultural centre» brings together the variety and the richness of the different situations in a country: there are institutions linked with an ecclesiastical body (parish, diocese, Bishops' Conference, religious order etc...) as well as initiatives on the part of Catholics which are private, but still in communion with the Church" (Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 32).

Catholic Cultural Centres are privileged places to develop the pastoral approach to cultures, where serious debate with the help of films or lectures can consider current cultural issues. The response to the questions posed by culture unfolds many of the obstacles to the faith, gift of God received through hearing (Rm 10:17).

2.7. Religious Tourism

In some parts of the world there are people with much free time on their hands, in others inhumane working conditions continue to enforce a form of slavery. The promotion of religious tourism, after the tradition of pilgrimages, remains important. Among the various initiatives apt to respond to the legitimate cultural needs of the indifferent and new non-believers, and uniting the fruition of religious heritage with the Christian duties of welcoming, handing on the faith, and charity, the following stand out:

– open an office for the co-ordination of ecclesial activities with the requirements of tourists, aiding them to understand the specificity of local Christian heritage, which is above all cultic;

– set-up activities, events, diocesan museums, cultural itineraries where local art, preserved for future generations, can become instruments of catechesis and education;

– help people to know popular piety through devotional itineraries, letting the people touch upon the richness, diversity and universality of the faith as it is lived in various peoples;

– create organisations of catholic guides for the various local monuments, capable of offering a service that is both cultural and marked by the witness of faith, thanks to a serious Christian and artistic education;

– use and create diocesan web-sites to publicise and advertise such activities.

3. The Way of Love

"What does most to reveal God's presence, however, is the brotherly charity of the faithful who are united in spirit as they work together for the faith of the gospel and who prove themselves a sign of unity" (Gaudium et Spes, n. 21). The witness of charity is the most convincing argument to prove the existence of God; it is the "better way" of which St. Paul wrote (1 Cor 13). In Christian art and the life of saints, shines the sparks of beauty and of God's love that incarnates himself in ever new ways in people's lives. In the end it is beauty that will save the world[31]: a morally upright life in the example of Christ attracts each and every individual person to the good. It is no coincidence that for the ancient Greeks the ideal of human life was the "kalokagathia", i.e. the possession of all physical and moral qualities, the beauty and the good. The philosopher Jacques Maritain has made beauty a transcendent at the same title as good and truth : esse est unum et bonum et verum et pulchrum convertuntur. This synthesis is manifest in the life of the Christian and above all in the Christian community : it is not a case of "showing off" at any cost, but of sharing the joy of the experience of faith in Christ, the good news for all people and their cultures. Thereby our contemporaries can be touched at the heart of their unbelief and their indifference. The great saints of our time, especially those who have offered their lives for the poor, united with the host of saints of the Church, make up the most eloquent argument to evoke in the hearts of men and women the questions about God and to offer an adequate response: it is Christ the Beautiful, "εγω ειμι ο ποιμην ο καλος" (Jn 10:11), who attracts hearts to the Father, with the grace of the Holy Spirit.

The witness of pardon and of fraternal love between Christians extends to all men and women and becomes an ardent prayer. It is a call to every Christian, as St. Augustine recommends: "Brothers, in all earnestness we invite you to this charity, not only to your companions in faith, but also to those outside, be they pagans who do not yet believe in Christ, or be they separated from us ... Brothers, let us feel pain for them as for our brothers … It is time that we show them a largesse of charity, an infinite mercy in supplicating God for them that he finally grant them ideas and sentiments of wisdom to mend their ways and to surrender to the fact that they have absolutely no argument with which to oppose the truth"[32].

4. In Synthesis

A synthetic vision of the indications, suggestions and proposals by people coming from different cultures, from five continents and from their various pastoral experiences, allows us to set out the following points which merit particular attention.

– The importance of witnessing the beauty of being a person loved by God.

– The need to renew Christian apology to give an account with gentleness and respect of the hope that animates us (1 Pet 3:15).

– Reach homo urbanus through a public presence in the debates of society and put the Gospel in contact with the forces that shape culture.

– The urgency of learning to think, from school to university, and to have the courage to react, faced with the tacit acceptation of a dominant culture often marked by unbelief and religious indifference, by a new and joyous proposal of Christian culture.

– Show to the non-believers, indifferent to the question of God but open to human values, that to be truly human, is to be religious, that man finds the fullness of his humanity in Christ, true God and true man, and that Christianity is a good news for all men and women in all cultures.

Conclusion: "At your word Lord, I will cast the nets" (Lk 5:4)

The Fathers of the Vatican Council II affirmed firmly : "One is entitled to think that the future is in the hands of those who will be able to offer coming generations reasons for living and hoping" (Gaudium et Spes, n. 31). For Christians, this is the hour of hope. This theological virtue is the theme of the Apostolic Exhortation Novo Millennio Ineunte; at the end of the Great Jubilee of the year 2000, it is the horizon of faith for the whole Church at this turning-point of history. Now, as yesterday, only Christ is able to offer reasons for living and hoping. The enigma of death and the mystery of suffering, above all that of the innocents, remain scandalous for many, today as ever, in all countries. But the desire for eternal life has not been extinguished in the heart of men. Only Jesus Christ, who has conquered death and has re-given life to men, can offer a decisive response to suffering and to death, He alone is the true bearer of the water of life that quenches the thirst of men. There is no other path than to contemplate His face, to experience the communion of faith, of hope and of love in the Church, and to give to the world the witness of charity and the primate of grace, of prayer and of holiness. Faced with the new challenges of unbelief and religious indifference, of the secularisation of believers and of the new religiosity of "me", such are the reasons for hope, based on the Word of God : "Your word is a lamp for my steps, a light on my path" (cf. Ps 119:105).

The combined phenomena of spiritual void and homelessness, of institutional defiance and of emotional sensitivity of the West, call for a new fervour and authentic Christian life, of courage and of apostolic creativity, of uprightness of life and doctrinal correctness to witness through renewed believing communities to beauty and truth, the greatness and incomparable force of the Gospel of Christ. The interrelated challenges of unbelief, religious indifference and the new religiosity are just as much calls to evangelise new cultures and the new religious desire appearing under a pagan and gnostic form at the dawn of the third millennium. This is the urgent pastoral mission for the whole Church in our days, at the heart of all cultures.

After a night of hard work with no result, Jesus invited Peter to return to the lake to cast the nets. It seemed futile work, but Peter, trusting in the Lord, replied without hesitation: "Lord, at your word, I will cast the nets" (Lk 5:4). The nets filled with so many fish that they almost broke. Again today, after nearly two thousand years of work in the boat of history, the Church is invited by the Lord to cast out into the deep, far from the riverbank and human safety and to cast again her nets. The time has come to reply with Peter: "Lord, at your word, I will cast the nets".

[1] The Document of the Pontifical Council for Culture Towards a Pastoral Approach to Culture, is published in English by the Libreria Editrice Vaticana 1999. It can also be found, along with all of the cited texts of the Magisterium on the Vatican's Internet site: http://www.vatican.va

[2] P. Poupard, What will give us Happiness? Veritas Dublin 1992.

[3] The expression "new religious movements" is not to be confused with "new ecclesial movements". The former is used to refer to "alternative religions" unless the context indicates otherwise. Note too the distinction between "spiritual" and "religious", for not every spiritual movement is in fact a religious movement.

[4] Angelus 27 July 2003, in L’Osservatore Romano, 28-29 July 2003.

[5] Handing on the Faith at the Heart of Cultures, «novo millennio ineunte», was the theme of the Plenary of the Pontifical Council for Culture in 2002, cf. Cultures and Faith X n. 2 Vatican City (2002).

[6] Cf. Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 9.

[7] On the New Age see the Provisional Document published jointly by the Pontifical Council for Culture and the Pontifical Council for Interreligious Dialogue, Jesus Christ, The Bearer of the Water of Life, Vatican City 2003.

[8] Cfr. Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 26.

[9] John Paul II, Homily for the canonisation of Edith Stein, in AAS 91 (1999) 249.

[10] John Paul II, Novo Millennio Ineunte – Apostolic letter, nn. 30-31, in AAS 93 (2001) 287-288; and in Supplement to the Osservatore Romano 8-9 January 2001, p. VII.

[11] Cf. Dignitatis Humanae – Declaration on Religious Liberty, n. 3, in AAS 58 (1966) 931.

[12] «Je soussigné(e)… prends l’engagement de prier chaque jour, en toute humilité, pour que Dieu éclaire par son Esprit un non-croyant –en même temps que moi même– afin de pouvoir le découvrir dans son immense amour et l’aimer comme un père. Fait à…Le… Signature». The address of Incroyance et prière is: 11 Impasse Flammarion, F-13001 Marseille, France.

[13] Secretariat for non-Believers, Dialogue with non-Believers, Rome 1968. Cfr. by the same secretariat the Nota circa studium atheismi et institutionem ad dialogum cum non credentibus habendum, Rome 1970.

[14] The Cattedra is structured as follows: each evening a theme is presented in an atmosphere of silence at the state University, with neither applause nor occasion for the public to speak. Each speaker is presented by the Cardinal and there are musical interludes. At the end of each evening the Cardinal invites the participants to write down their observation and objections. On the final evening, He seeks to respond to these written comments.

[15] Debates on the Faith, should be the title of the book collecting this correspondence.

[16] St Augustine, Oeuvres, t. II, The City of God, XVIII, 51, 2.

[17] Mgr Guy Gaucher, «Je voudrais parcourir la terre». Thérèse de Lisieux thaumaturge, docteur et missionnaire, Cerf, October 2003.

[18] Cf. Jesus Christ the Bearer of the Water of Life, cit.

[19] Cf. http://www.cesnur.org

[20] Code of Canon Law, Can. 229, 748 and Canon 226 § 2.

[21] Cf. Congregation for Catholic Education - Pontifical Council for the Laity - Pontifical Council for Culture, Presence of the Church in the University and in University Culture, Vatican City 1994. In EV 14, 1371-1375.

[22] Cf. http://www.stoqnet.org

[23] Vatican Council II, Message for Artists, in AAS 58 (1966), 13; EV 1, n. 497; Cf. John Paul II, Letter for Artists, n. 3, in AAS 91 (1999) 1155; EV 18 (412-413); Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 36.

[24] Cf. John Paul II, Novo millennio ineunte, 15 and 31.

[25] Thus the dedication of the Holy Father's Letter to Artists.

[26] Music TeleVision (MTV) is the international television channel at the centre of the popular music culture - the equivalent, from a cultural point of view of CNN whose 24 hour news programmes undergird the information culture.

[27] John XXIII, Discourse for the Opening of the Council, 11 October 1962.

[28] In this manner stands the pastor who welcomes the disconnected to the Christmas Mass, replacing the offensive "We'll see you this time next year" with the affectionate "We miss you, come back and stay with us!"

[29] Cf. a project undertaken by the Redemptionists in Edinburgh. Inserting an advertisement in the local newspaper under the slogan "Once a Catholic? Why not give it another try?", and offering a pamphlet they received about 2000 telephone calls.

[30] Cf. Pontificio Consiglio della Cultura - Servizio Nazionale per il Progetto Culturale della CEI, Centri Culturali Cattolici. Perché? Cos’é? Cosa fare? Dove?, Cinisello Balsamo (MI) 2003; Towards a Pastoral Approach to Culture, n. 32.

[31] F. Dostoyevski, The Idiot, p. III, ch. V; cfr. John Paul II, Letter to Artists, n. 16.

[32] St. Augustine, Commentary on the Psalms, Ps 32,29, in Corpus Christianorum series Latina 38, 272-273.

(Source: http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/cultr/documents/rc_pc_cultr_doc_20040313_where-is-your-god_en.html)

 

Links National

Links International

Vatikan: Fides et Ratio

Original Catholic Encyclopedia: Reason

New Advent: Reason

A Catholic Response: Reasons for Faith

Mexico: Grupo Internacional para la Paz

Reasons to Believe

Resources

kath.net: Vernunft wie sie Gott gefällt

Fr. Robert Spitzer: Finding God through Faith & Reason (DVD)

The Absurdity of Atheism (Atheism is for Dummies) (CDs) (Ken Hensley zeigt hier wunderbar, dass Evangelisation und Glaubensbegründung nicht nur ausgehend von der Tatsache, dass es einen Gott gibt, möglich sind, sondern auch, indem man die Absurdität des Atheismus aufweist!

Dave Armstrong: Top 10 Questions Catholics are Asked (Pamphlet)

Jesse Romero: Reasons for Faith (Videos)

Dr. Scott Hahn: Reasons to Believe (DVD)

Vision Video: Faith & Science - Set of Three DVD's

 



















"Holding on to Hope" Dr. Scott Hahn

EWTN Live: Dr. Scott Hahn - Signs of Life