Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Jesus auf die Straßen bringen!

Welche eine wunderbare Gelegenheit Fronleichnam doch ist, der Herrn Jesus Christus selbst auf die Straßsen, direkt zu den Menschen zu bringen und unseren katholischen Glauben zu feiern!

Welch ungeahnte Möglichkeiten können sich da ergeben, wenn der Herr durch die Dörfer und die Straßen der Großstädte getragen wird und Menschen den Sohn Gottes leibhaftig begegnen können! Menschen, die vielleicht nie den Weg in eine Kirche finden oder eine Bibel aufschlagen würden!

Welch machtvolles Zeugnis, wenn die Prozession der Gläubigen hinter dem Allerheiligsten her durch die Straßen zieht - bei Wind und Wetter, bei Straßenverkehr und möglicherweise auch bei Unverständnis der Zuschauer!

Jesus Christus lebt!

Wie traurig dann wiederum, wenn man sich enscheidet, die Prozession in der Kirche stattfinden zu lassen, weil sich am Himmel ein paar Wolken zeigen. Welch Zeugnis für den eigenen Glauben man damit gibt! Ein "Schönwetterglaube", der sich bei den ersten Widrigkeiten vor den Menschen zurückzieht und in einer "geschlossenen Gesellschaft" gefeiert wird!

Mir ist wohl bewusst, dass den Verantwortlichen am Wohlergehen der Teilnehmer gelegen ist, aber nochmal: welches Zeugnis gibt man damit? Welches Signal sendet man so - gewollt oder ungewollt! - aus?

Wir müssen den lebendigen Jesus Christus zu den Menschen auf die Straßen bringen und nicht in der Kirche verstecken! Ja, auch in der Kirche soll Er angebetet werden, im Haus des Vaters unser Glaube gefeiert werden - aber bedeutet nicht der Auftrag, den Er selbst uns gegeben hat, hinaus zu den Menschen zu gehen?

Wie oft hat Jesus selbst die Synagogen verlassen und draussen zu den Menschen gepredigt! Ob nun ein Sturm auf hoher See war oder mit Widerstand seitens der Phaisäer oder Römer zu rechnen war - Jesus und die Apostel gingen hinaus und gaben Zeugnis vom einen Gott!

Und genau dazu fordere ich uns alle auf: Gehen wir hinaus und tragen wir Jesus mitten unter die Menschen!

Fronleichnam

Der Name und seine Bedeutung

Der Name Fronleichnam bedeutet wörtlich übersetzt: Leib des Herrn, als wörtliche Übersetzung des damals gebräuchlichen lateinischen Titels festum corporis Christi


Inhaltlicher Hintergrund


Inhaltlich ist Fronleichnam ein österliches Fest, das an den Gründonnerstag anknüpft. Die irdische Menschwerdung des Sohnes Gottes findet in der eucharistischen Gegenwart (zugleich mit den anderen Sakramenten) ihre Fortsetzung. Als Gabe der Liebe bietet Jesus seine eucharistische Gegenwart jedem an, der Hunger nach Gott hat.

Ursprünglich hatte die Verehrung der Eucharistie primär ihren Sitz in der Feier der Hl. Messe sowie beim Kommunionempfang. Außerhalb der Messfeier ist eine Eucharistieverehrung erst seit dem 13. Jahrhundert bezeugt. In dieser Zeit vertiefte sich das theologische Verständnis von der Realpräsenz Jesu Christi in den Gestalten des Brotes und Weines, Theologen formulierten die Lehre der Transsubstantiation. Die gotische Frömmigkeit verlangte nach geistiger und sinnlicher Schau ("Augenkommunion").
Geschichte des Fronleichnamsfestes

Im Augustinerkloster der Bischofsstadt Lüttich, einem Zentrum der eucharistischen Lehre und Verehrung, erhielt die Ordensfrau Juliana (+ 1258) seit dem Jahre 1209 Visionen, die ihr nach langem Gebet als Wunsch des Himmels nach einer liturgischen Feier zur Einsetzung der Eucharistie gedeutet wurden. Die Art, wie sie auf den Gedanken des neuen Festes kam, beschreibt ihr Biograph als Vision folgendermaßen: Als sich Juliane in ihrer Jugend dem Gebete hingab, erschien ihr ein großes und wunderbares Zeichen. Sie sah den Mond in seinem Glanze, aber auf seiner Scheibe war ein kleiner Bruch. Lange schaute sie hin und wußte gar nicht, was das bedeuten sollte. So bat sie inständig den Herrn, ihr die Bedeutung zu offenbaren. Er eröffnete ihr, in dem Mond sei die Kirche dargestellt, die dunkle Stelle aber in der Scheibe deute an, dass noch ein Fest fehle, das er von den Gläubigen gefeiert sehen wolle. Es sei sein Wille, dass zur Mehrung des Glaubens, der jetzt am Ende der Welt so abnehme, und zum gnadenvollen Fortschritt der Auserwählten die Einsetzung seines heiligsten Sakramentes eigens gefeiert werde und zwar mehr als am Kardonnerstag, wo ja die Kirche nur mit der Fußwaschung und dem Gedächtnis seines Leidens beschäftigt sei. An diesem Tage solle das ergänzt werden, was an den gewöhnlichen Tagen durch zu wenig Andacht und durch Nachlässigkeit unterlassen werde. Als Christus dies der Jungfrau geoffenbart hatte, trug er ihr auf, selbst mit dieser Feier zu beginnen und der Welt seinen Befehl zu verkünden.

Juliana erzählte schließlich ihre Vision ihrem Beichtvater Jakob Pantaleon, dem späteren Papst Urban IV. Im Jahre 1247 ordnete der Bischof von Lüttich ein Eucharistiefest für seine Diözese an; Urban IV. schrieb es 1264, bestärkt durch das Hostienwunder von Bolsena, für die Gesamtkirche vor.

Zuvor hatte Papst Urban IV. Thomas von Aquin mit der Abfassung der liturgischen Texte des Fronleichnamsoffiziums betraut. Erst seit dem 14. Jahrhundert wird dieses Fest allgemein begangen.

Die bischöfliche Urkunde von der Einführung des Festes in Lüttich ist die älteste Urkunde über das Fronleichnamsfest. Es gibt als Begründung die Widerlegung der Ketzer an und dass durch diese Feier wieder gutgemacht werden soll, was täglich an Verehrung versäumt und durch Nachlässigkeit gesündigt wird. Die Einführungsbulle Transiturus de hoc mundo Papst Urbans IV. bekundet seine innige Liebe zum Sakrament. In der Einführungsbulle läßt sich aber deutlich erkennen, dass Urban als Einführungsgrund den siegreichen Triumph über die Ketzerei favorisiert, weshalb das Fest in erster Linie ein Fest der Freude und des Jubels sein solle. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine kleine Auffälligkeit: Urban IV. hatte in der Einführungsbulle Wert darauf gelegt, dass die Gläubigen nicht nur an diesem Tage sondern auch am Sonntag, der ihm vorangeht, die Eucharistie empfangen sollten, was insofern überrascht, da es das einzige Mal ist, dass ein Papst des Mittelalters öffentlich zu einer Kommunion außerhalb der Osterzeit aufgefordert hat.

Klemens V. und das Konzil von Vienne haben die Bulle 1311/12 wiederholt und ihre Ausführung streng befohlen. So wurde das Dekret auch in die Gesetzessammlung aufgenommen, die Klemens veranlaßt und Johannes XXII. im Jahre 1317 offiziell veröffentlicht hat.

Die ursprüngliche Festbezeichnung lautete Festum sanctissimi corporis Domini nostri Jesu Christi. Diese Bezeichnung wurde auch in das Meßbuch von 1570 übernommen, wo es mit dem Titel In festo corporis Christi versehen war. Dies blieb in den modernen Sprachen bestehen, wie die Bezeichnung Corpus Domini bzw. Christi als Festbezeichnung in Italien und England zeigte. Auch bildete der Begriff sich volkssprachlich um, so im deutschen Fronleichnam als Herrenleib, während das Fest im Französischen einfach Fête-Dieu oder im Niederländischen Sacramentsdag heißt. Die erwähnte Bezeichnung des Meßbuches von 1570 zeugt von der eingeschränkten Eucharistiefrömmigkeit, die ganz auf die anschaubare Brotsgestalt konzentriert ist, während der eucharistische Wein, wie eben bei der Entwicklung zur alleinigen Brotkommunion gänzlich vernachlässigt wurde. Die eine Eucharistie unter beiderlei Gestalt nennt die Bezeichnung des Fronleichnamsfestes im Meßbuch von 1970: Sanctissimi Corporis et sanguinis Christi sollemnitas.


Anfänglich wurde das Fronleichnamsfest ohne Prozession gefeiert, Die erste sichere Bezeugung der Festprozession stammt aus der St. Gereonskirche in Köln, wo das Kapitel sie zwischen 1264 und 1279 zugleich mit dem Feste annahm. Dabei wurde der Leib Christi an der Spitze des Zuges in einer Pyxis mitgetragen. Andere Zeugnisse aus Deutschland sind aus der Zeit vor 1317 nur aus Aschaffenburg (1307) und Hildesheim erhalten. Aber es war die Sehnsucht des Volkes, die unverhüllte Hostie zu sehen. Diesem Druck des Volkes wurde bald nachgegeben. Die Monstranz, die im 16. Jh. ihre allmähliche Verbreitung fand, war als offenes Gefäß für die Prozession bestens geeignet.

Diese ursprüngliche Form, der ununterbrochene Umgang mit sakramentalem Segen zum Schluß, verband sich im 15. Jh. besonders im deutschsprachigen Gebiet mit den Prozessionstypen der Flurumgänge, wo man an vier Stationsaltären Halt machte, die Initien der vier Evangelien sang, Fürbitten sprach und den sakramentalen Segen in alle 4 Himmelsrichtungen spendete, gefolgt von einem fünften Segen zum Abschluß. Für das Hochstift Paderborn sind mancherorts 5 Stationsaltäre belegt, wobei bei der 5. Station ein Segen gegen die Hessen (Hessen war protestantisch) gespendet wurde. Offizielle Aufnahme fand die Fronleichnamsprozession erst im Caeremoniale Episcoporum von 1600 und im Rituale Romanum von 1614.
Fronleichanmsprozession zu Wasser
Fronleichanmsprozession zu Wasser

Die Haupttage für die Prozessionen waren neben dem eigentlichem Festtag der Freitag, der Sonntag und der Oktavtag. Diese Prozessionen an einem der Oktavtage waren hauptsächlich in den nordischen Ländern, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblich. Sie kamen gegen 1350 auf und fanden bis ins 15. Jh. weite Verbreitung. In den romanischen Ländern war fast nur die Prozession am Fest selbst bekannt.

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil hat vieles an volkstümlichem Brauchtum, das sich rund um dieses Fest angesammelt hatte, an Bedeutung verloren. Man sollte jedoch in Dankbarkeit auf die Frömmigkeit vergangener Generationen schauen, auch wenn wir zu manchen Formen heute schwer Zugang finden.

Nur wenigen ist bekannt, was die römische Ritenkongregation bereits 1959 erklärt hat. Danach ist die Fronleichnamsprozession nicht als Liturgie römischen Rechtes zu betrachten, sondern sie fällt als "pium exercitium" (fromme Übung) in die Zuständigkeit der Bischöfe.
Brauchtum rund um die Feier von Fronleichnam

Im Brixental (Tirol) gibt es am Fronleichnamstag den Brauch des Antlaßrittes. An die hundert Reiter aus den Gemeinden Kirchberg, Brixen und Westendorf reiten mit geschmückten Pferden von Brixen im Thale bis zur Kapelle von Klausen bei Kirchberg. Dort wird nach einer kurzen Andacht und Jause kehrt gemacht. Obwohl die Prozession viele Schaulustige anlockt, hat sie auch heute noch einen primär religiösen Sinn: Der Priester reitet mit dem Allerheiligsten mit, die Reiter beten teilweise laut den Rosenkranz.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Fronleichnam)

God In The Streets of New York City

kathpedia.com: Lauda Sion Salvatorem

Lauda Sion Salvatorem (Lobe, Zion, den Erlöser) ist einer der drei großen Hymnen, die der hl. Thomas von Aquin 1263/64 in päpstlichem Auftrag für das damals neu eingeführte Fronleichnamsfest schrieb.

In diesem Text fasst er einprägsam die Lehre der Kirche über die Eucharistie zusammen, wie sie auf dem 4. Laterankonzil abschließend definiert worden war.

Vielleicht mehr als durch seine großen theologischen Schriften übt Thomas bis heute durch diese viel übersetzten und verbreiteten Strophen Einfluss auf das Glaubenswissen katholischer Christen aus.

Eine teilweise Übertragung von Maria Luise Thurmair (1972) findet sich im gemeinsamen Teil des Gotteslob (Nr. 545). Volkstümlicher ist jedoch die Übertragung von Franz Xaver Riedel (1773) Deinem Heiland, deinem Lehrer, die in verschiedenen Textfassungen in den meisten Diözesananhängen steht und fester Bestandteil vieler Fronleichnamsfeiern ist.
Text

    1. Lauda Sion Salvatorem,
    Lauda ducem et pastorem
    In hymnis et canticis.
    Quantum potes, tantum aude,
    Quia maior omni laude,
    Nec laudare sufficis.

    2. Laudis thema specialis
    Panis vivus et vitalis
    Hodie proponitur.
    Quem in sacrae mensa coenae
    Turbae fratrum duodenae
    Datum non ambigitur.

    3. Sit laus plena, sit sonora;
    Sit iucunda, sit decora
    Mentis iubilatio,
    Dies enim solemnis agitur
    In qua mensae prima recolitur
    Huius institutio.

    4. In hac mensa novi Regis
    Novum Pascha novae legis
    Phase vetus terminat.
    Vetustatem novitas,
    Umbram fugat veritas,
    Noctem lux eliminat.

    5. Quod in coena Christus gessit,
    Faciendum hoc expressit
    In sui memoriam:
    Docti sacris institutis
    Panem, vinum in salutis
    Consecramus hostiam.

    6. Dogma datur Christianis,
    Quod in carnem transit panis
    Et vinum in sanguinem.
    Quod non capis, quod non vides,
    Animosa firmat fides
    Praeter rerum ordinem.

    7. Sub diversis speciebus,
    Signis tantum et non rebus,
    Latent res eximiae:
    Caro cibus, sanguis potus,
    Manet tamen Christus totus
    Sub utraque specie.

    8. A sumente non concisus,
    Non confractus, non divisus
    Integer accipitur.
    Sumit unus, sumunt mille,
    Quantum isti, tantum ille,
    Nec sumptus consumitur.

    9. Sumunt boni, sumunt mali,
    Sorte tamen inaequali,
    Vitae vel interitus.
    Mors est malis, vita bonis,
    Vide paris sumptionis
    Quam sit dispar exitus.

    10. Fracto demum sacramento,
    Ne vacilles, sed memento
    Tantum esse sub fragmento,
    Quantum toto tegitur.
    Nulla rei fit scissura,
    Signi tantum fit fractura,
    Qua nec status nec statura
    Signati minuitur.

    11. Ecce panis Angelorum,
    Factus cibus viatorum,
    Vere panis filiorum,
    Non mittendus canibus!
    In figuris praesignatur,
    Cum Isaac immolatur,
    Agnus Paschae deputatur,
    Datur manna patribus.

    12. Bone pastor, panis vere,
    Jesu, nostri miserere,
    Tu nos pasce, nos tuere,
    Tu nos bona fac videre
    In terra viventium.
    Tu qui cuncta scis et vales,
    Qui nos pascis hic mortales,
    Tuos ibi commensales,
    Cohaeredes et sodales
    Fac sanctorum civium.

Prosaübersetzung

    1. Lobe, Zion, den Erlöser,
    lobe den Füher und Hirten
    in Hymnen und Gesängen.
    Wieviel du kannst, soviel wage,
    denn er ist größer als alles Lob,
    und nicht genug kannst du ihn loben.

    2. Ein besonderes Thema des Lobes,
    das lebendige und lebenschaffende Brot
    wird heute vorgestellt,
    das am Tisch des heiligen Mahles
    der Zwölfschar der Brüder
    unzweifelhaft gegeben wurde.

    3. Das Lob sei volltönend, es sei klangvoll;
    angenehm sei und schön
    der Jubel des Herzens.
    Der festliche Tag nämlich wird begangen,
    an dem die erste Stiftung dieses Tisches
    verehrt wird.

    4. An diesem Tisch des neuen Königs
    beendet das neue Pascha des neuen Gesetzes
    den alten Zeitabschnitt.
    Neuheit vertreibt das Alte,
    Wahrheit den Schatten,
    Licht sperrt die Nacht aus.

    5. Was Christus beim Mahl tat,
    das zu tun trug er auf
    zu seinem Gedächtnis.
    Belehrt durch die heiligen Stiftungsworte
    weihen wir Brot und Wein
    zur Opferspeise der Erlösung.

    6. Das Dogma ist den Christen gegeben,
    dass das Brot in Fleisch übergeht
    und der Wein in Blut.
    Was du nicht begreifst, was du nicht siehst,
    bestätigt der beherzte Glaube
    jenseits der gewöhnlichen Ordnung der Dinge.

    7. Unter verschiedenen Gestalten -
    nur den Zeichen, nicht den Wirklichkeiten -
    sind außerordentliche Dinge verborgen:
    Die Speise ist Fleisch, der Trank ist Blut,
    doch Christus bleibt ganz
    unter beiden Gestalten.

    8. Vom Nehmenden nicht zerkaut,
    nicht zerbröckelt, nicht zerteilt,
    wird er als Ganzer empfangen.
    Einer nimmt, tausend nehmen -
    wieviel jene, soviel er:
    gegessen, wird er doch nicht verbraucht.

    9. Gute empfangen, Böse empfangen,
    doch ungleich im Los
    des Lebens oder des Untergangs.
    Tod wird den Bösen, Leben den Guten:
    Sieh des gleichen Verzehrens
    wie verschiedenen Ausgang!

    10. Schließlich, ist das Sakrament gebrochen,
    schwanke nicht, sondern bedenke,
    dass ebensoviel unter dem Bruchstück
    wie im Ganzen enthalten ist.
    Keine Spaltung der Sache geschieht,
    nur die Brechung des Zeichens geschieht,
    wodurch weder Stellung noch Größe
    des Bezeichneten verringert wird.

    11. Seht, das Brot der Engel,
    es ist Speise der Wanderer geworden,
    in Wahrheit das Brot der Söhne,
    nicht den Hunden vorzuwerfen!
    In Vorausbildungen ist es angedeutet,
    mit Isaak wird es geopfert,
    für das Paschalamm wird es gehalten,
    als Manna wird es den Vätern gegeben.

    12. Guter Hirte, wahres Brot,
    Jesus, erbarme dich unser,
    weide du uns, schütze uns,
    lass du uns die Güter schauen
    im Land der Lebenden.
    Du, der du alles weißt und vermagst,
    der du uns Sterbliche hier weidest,
    mach uns dort zu deinen Tischgenossen,
    zu Miterben und Gefährten
    der heiligen Bürger.

Neue Versübertragung

    1. Zion, sing! Dein Fest ist heute.
    Sing dem Herrn, der dich befreite,
    dessen Heiligtum du bist!
    Kannst du auch mit tausend Liedern
    seine Liebe nicht erwidern,
    tu, soviel dir möglich ist.

    2. Christus macht sich uns zu Eigen.
    Heut erheben wir und zeigen
    Brot, das lebt und Leben wirkt,
    Brot, das er den Jüngern teilte,
    das von Schuld und Trauer heilte
    und den Himmel in sich birgt.

    3. Laut soll unser Lied ihn loben,
    jubelnd steige es nach oben,
    mache enge Herzen weit.
    Seht, das Gastmahl, sein Vermächtnis,
    hält sein Opfer im Gedächtnis,
    bis er kommt in Herrlichkeit.

    4. Erdenmacht und -ruhm vergehen.
    Wenn Gott straft – wer kann bestehen?
    Das Gesetz hat Fluch gebracht.
    Doch die Schatten sind zerronnen.
    Neues hat der Herr begonnen,
    und sein Licht vertreibt die Nacht.

    5. Was er tat beim Mahl des Scheidens,
    trägt die Heilkraft seines Leidens
    zu den Menschen jeder Zeit.
    So hat er es aufgetragen;
    und wenn wir sein Machtwort sagen,
    werden Brot und Wein geweiht.

    6. Unverbrüchlich ist die Lehre,
    Christi Willen gibt sie Ehre:
    Brot wird Fleisch und Wein wird Blut.
    Niemand sieht es, niemand schmeckt es,
    doch der Geist des Herrn entdeckt es,
    der in unsern Herzen ruht.

    7. Zweierlei sind die Gestalten,
    die das eine Heil enthalten,
    Christus Speise, Christus Trank.
    Er ist ganz in beiden Zeichen.
    Er, den Brot und Wein uns reichen,
    eint sein Volk in Lob und Dank.

    8. Wer herantritt mit Verlangen,
    wer getauft ist, darf empfangen,
    was er ist: den Leib des Herrn.
    Niemand kann die Gäste zählen;
    jedem will er sich vermählen,
    sättigt alle, nah und fern.

    9. Die mit leeren Händen kommen,
    werden freundlich aufgenommen,
    schaun den Herrn von Angesicht.
    Doch die Stolzen, Herzensharten,
    die statt Gnade Lohn erwarten,
    finden Zorn und Strafgericht.

    10. Muss die Brotsgestalt zerbrechen,
    um von Christi Tod zu sprechen,
    kann doch nichts den Glauben schwächen,
    der die Kraft des Herrn erfährt.
    Er ist ganz in allen Stücken,
    um die Seinen zu beglücken
    und zum Himmel zu entrücken –
    ganz, solang das Zeichen währt.

    11. Seht das Brot der Engelscharen,
    Brot der Wandrer in Gefahren –
    für die Kinder helft’s bewahren;
    werft es nicht den Hunden hin!
    Denn die Schuld der Welt bezahlt es,
    Isaak im Opfer malt es,
    Glanz des Paschalamms durchstrahlt es,
    und das Manna ist darin.

    12. Guter Hirte, Brot der Seelen,
    hab Erbarmen, wenn wir fehlen,
    hilf, wo Angst und Hunger quälen,
    lass uns deine Wege wählen
    bis zum Ziel in Gottes Reich.
    Du, der mit den Seinen leidet,
    sie auf grünen Auen weidet,
    von der Macht des Bösen scheidet
    und mit Festgewändern kleidet,
    mach uns den Verklärten gleich!

        Peter Gerloff

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Lauda_Sion_Salvatorem)