Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Franziskus

 
"Selig der Mensch, der den Nächsten in seiner Unzulänglichkeit genauso erträgt, wie er ertragen werden möchte."
Franz von Assisi (1182 - 1226)


www.kathpedia.com: Franz von Assisi

Der hl. Franz von Assisi (Franziskus, * um 1181/1182 in Assisi, Italien, † 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle bei Assisi) ist einer der größten Heiligen der Katholischen Kirche.

Sein eigentlicher Name ist Giovanni Battista Bernardone. Er ist Gründer des Ordens der Minderen Brüder (Franziskaner OFM).

Patronat: der Franziskaner; von Italien, Assisi, Basel; der Katholischen Aktion in Italien; des Umweltschutzes; der Armen, Sozialarbeiter, Kaufleute.
Gedenktag: 4. Oktober.


Biografie


Giovanni Battista Bernardone wurde 1181 oder 1182 als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns in Assisi geboren. Sein Vater nannte ihn gewöhnlich nur Francesco (Franzose). Franziskus war ein lebensfroher Jüngling und ging grosszügig mit dem Reichtum seines Vaters um. Deshalb hatte er viele Freunde unter seinen Altersgenossen und er genoss es im Mittelpunkt zu stehen. Er strebte als Jugendlicher eine Karriere als Ritter an und zog als 20jähriger in den Krieg zwischen Assisi und Perugia. Die Folge des Krieges war für ihn eine Gefangenschaft verbunden mit einer schweren Krankheit, in der auch die Wende in seinem Denken eintrat, da er erkannte, dass Geld und Wohlstand noch nicht die Erfüllung sein konnten und das Leben mehr als diese Dinge bieten musste. Immer mehr erkannte er, dass er an der Wirklichkeit Gottes vorbeigelebt hatte.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Franziskus)

 

Bullierte Regel des Hl. Franziskus

Bullierte Regel 90 (BR)

Durch die Bulle "Solet annuere' bestätigte Papst Honorius III. am 29. November 1223 die endgültige Regel des heiligen Franziskus. Dabei nahm er den vollständigen Text dieser Regel in sein Bestätigungsschreiben hinein. Das Original dieses Schreibens wird im Sacro Convento zu Assisi als kostbare Reliquie aufbewahrt. Ein zweiter authentischer Text, der aber gegenüber dem Original einige Verschiedenheiten aufweist, 91 findet sich im entsprechenden Registerband des Vatikanischen Archivs.
Die bullierte Regel ist kein Gesetz-Werk, sondern vielmehr ein geistliches Dokument, ja eine Mahnrede des Heiligen an seine Brüder, damit sie dem Leben nach dem Evangelium, das sie fest versprochen haben, treu bleiben 92.

[Honorius 93, Bischof, Diener der Diener Gottes, den geliebten Söhnen, Bruder Franziskus und den anderen Brüdern vom Orden der Minderen Brüder, Heil und Apostolischen Segen.

Der Apostolische Stuhl pflegt sich frommen Begehren zu neigen und geziemenden Wünschen der Bittsteller wohlwollende Förderung zu erteilen. Daher, im Herrn geliebte Söhne, haben Wir Uns euren frommen Bitten geneigt und bestätigen euch kraft apostolischer Vollmacht die Regel eures Ordens, die von Papst Innozenz, Unserem Vorgänger seligen Angedenkens, gutgeheißen wurde und in vorliegendem Schreiben festgehalten ist, und bekräftigen sie durch den Schutz gegenwärtigen Schreibens. Sie lautet wie folgt:]


[l. Kapitel] 94
Im Namen des Herrn!

Es beginnt die Lebensweise der Minderen Brüder:
1 Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.
2 Bruder Franziskus verspricht Gehorsam und Ehrerbietung dem Herrn Papst Honorius und seinen rechtmäßigen Nachfolgern sowie der Römischen Kirche.
3 Und die anderen Brüder sollen verpflichtet sein, dem Bruder Franziskus und dessen Nachfolgern zu gehorchen.


[2. Kapitel]
Von denen, die dieses Leben annehmen wollen
und wie sie aufgenommen werden sollen

1 Die etwa dieses Leben annehmen wollen und zu unseren Brüdern kommen, sollen von ihnen zu ihren Provinzialministern geschickt werden; diesen allein und sonst niemand sei die Befugnis zugestanden, Brüder aufzunehmen.
2 Die Minister aber sollen sie sorgfältig über den katholischen Glauben und die Sakramente der Kirche prüfen.
3 Und wenn sie dies alles glauben und es treu bekennen und bis ans Ende unverbrüchlich daran festhalten wollen;
4 und wenn sie keine Ehefrauen haben oder ihre Frauen - falls sie eine haben - auch schon in ein Kloster eingetreten sind oder ihnen nach Ablegung des Gelübdes der Enthaltsamkeit mit Ermächtigung des Diözesanbischofs Erlaubnis gegeben haben; und wenn ihre Frauen solchen Alters sind, daß kein Argwohn über sie entstehen kann,
5 dann sollen sie [die Minister] ihnen das Wort des heiligen Evangeliums (vgl. Mt 19,21 par.) sagen, daß sie hingehen und all das Ihrige verkaufen und Sorge tragen, es unter die Armen zu verteilen.
6 Wenn sie das nicht tun können, genügt ihnen der gute Wille.
7 Und die Brüder und ihre Minister sollen sich hüten, sich um deren zeitliche Habe zu kümmern, damit sie unbehindert mit ihrer Habe tun können, was der Herr ihnen eingeben mag.
8 Wenn jedoch um Rat ersucht wird, soll es den Ministern erlaubt sein, sie an gottesfürchtige Leute zu verweisen, nach deren Rat ihre Güter an die Armen verteilt werden mögen.
9 Hernach sollen sie ihnen die Kleidung für die Probezeit gewähren, nämlich zwei Habite ohne Kapuze und einen Gürtelstrick und Hosen und einen Kaparon 95 bis zum Gürtel,
10 falls nicht den erwähnten Ministern einmal etwas anderes vor Gott entsprechend scheinen sollte.
11 Ist aber das Probejahr beendet, sollen sie zum Gehorsam angenommen werden, indem sie versprechen, dieses Leben und diese Regel immer zu befolgen.
12 Und gemäß der Anordnung des Herrn Papstes 96 soll ihnen unter keinen Umständen erlaubt sein, aus diesem Orden auszutreten,
13 weil nach dem heiligen Evangelium "niemand, der die Hand an den Pflug legt und rückwärts schaut, zum Reiche Gottes tauglich ist" (Lk 9,62).
14 Und jene, die den Gehorsam schon versprochen haben, sollen einen Habit mit Kapuze und, falls sie ihn haben wollen, einen anderen ohne Kapuze haben.
15 Und die durch Not gezwungen sind, können Schuhwerk tragen.
16 Und alle Brüder sollen geringwertige Kleidung tragen und sollen sie mit grobem Tuch und anderen Tuchstücken verstärken 97 können mit Gottes Segen.
17 Ich warne und ermahne sie, jene Leute nicht zu verachten, noch zu verurteilen, die sie weiche und farbenfrohe Kleider tragen (vgl. Mt 11,8) und sich auserlesener Speisen und Getränke bedienen sehen, sondern vielmehr soll jeder sich selbst verurteilen und verachten.


[3. Kapitel]
Vom Göttlichen Offizium und vom Fasten und
wie die Brüder durch die Welt ziehen sollen

1 Die Kleriker 98 sollen das Göttliche Offizium 99 nach der Anordnung der heiligen Kirche von Rom verrichten, den Psalter ausgenommen;
2 darum dürfen sie Breviere haben. /
3 Die Laien aber sollen vierundzwanzig Vaterunser beten für die Matutin, für die Laudes fünf, für Prim, Terz, Sext, Non, für jede dieser Horen sieben, für die Vesper aber zwölf, für die Komplet sieben;
4 und sie sollen für die Verstorbenen beten.
5 Und sie sollen fasten vom Feste Allerheiligen bis zur Geburt des Herrn.
6 Die heilige vierzigtägige Fastenzeit aber, die von Epiphanie an ohne Unterbrechung 100 vierzig Tage dauert und die der Herr durch sein heiliges Fasten geweiht hat (vgl. Mt 4,2), die sie freiwillig fasten, sollen vom Herrn gesegnet sein; und die nicht wollen, sollen nicht verpflichtet sein.
7 Die andere Fastenzeit aber bis zur Auferstehung des Herrn sollen sie halten.
8 Zu anderen Zeiten aber sollen sie nicht zum Fasten gehalten sein, außer am Freitag.
9 Jedoch zur Zeit offensichtlicher Not sollen die Brüder zu leiblichem Fasten nicht gehalten sein.
10 Ich rate aber meinen Brüdern, warne und ermahne sie im Herrn Jesus Christus, sie sollen, wenn sie durch die Welt gehen, nicht streiten, noch sich in Wortgezänk einlassen (vgl. 2 Tim 2, 14), noch andere richten.
11 Vielmehr sollen sie milde, friedfertig und bescheiden, sanftmütig und demütig sein und anständig reden mit allen, wie es sich gehört.
12 Und sie dürfen nicht reiten, falls sie nicht durch offenbare Not oder Schwäche 101 gezwungen werden.
13 Kommen sie in ein Haus, sollen sie zuerst sagen: "Friede diesem Hause" (vgl. Lk 10,5).
14 Und nach dem heiligen Evangelium soll es erlaubt sein, von allen Speisen zu essen, die ihnen vorgesetzt werden (vgl. Lk 10, 8).


[4. Kapitel]
Daß die Brüder kein Geld annehmen sollen

1 Ich gebiete allen Brüdern streng, auf keine Weise Münzen 102 oder Geld anzunehmen, weder selbst noch durch eine Mittelsperson.
2 Doch für die Bedürfnisse der Kranken und die Bekleidung der anderen Brüder sollen einzig die Minister und Kustoden mit Hilfe geistlicher Freunde gewissenhaft Sorge tragen nach Maßgabe der Orte und Zeiten und kalten Gegenden, wie sie sehen werden, daß es der Not abhelfe;
3 immer aber mit dem Vorbehalt, daß sie, wie gesagt, nicht Münzen oder Geld annehmen.


[5. Kapitel]
Von der Art zu arbeiten

1 Jene Brüder, denen der Herr die Gnade zu arbeiten gegeben hat, sollen in Treue und Hingabe arbeiten, /
2 so zwar, daß sie den Müßiggang, welcher der Seele feind ist, ausschließen, aber den Geist des heiligen Gebetes und der Hingabe nicht auslöschen, dem das übrige Zeitliche dienen muß.
3 Was aber den Lohn der Arbeit angeht, so mögen sie für sich und ihre Brüder das Nötige zum leiblichen Unterhalt annehmen, außer Münzen oder Geld;
4 und das demütig, wie es Knechten Gottes und Anhängern der heiligsten Armut geziemt.


[6. Kapitel]
Daß die Brüder nichts als ihr Eigentum erwerben dürfen,
sowie vom Bitten um Almosen und von den kranken Brüdern

1 Die Brüder sollen sich nichts aneignen, weder Haus noch Ort noch irgendeine Sache.
2 Und gleichwie Pilger und Fremdlinge (vgl. 1 Petr 2,11) in dieser Welt, die dem Herrn in Armut und Demut dienen, mögen sie voll Vertrauen um Almosen gehen-,
3 und sie dürfen sich nicht schämen, weil der Herr sich für uns in dieser Welt arm gemacht hat (vgl. 2 Kor 8,9).
4 Dies ist jene Erhabenheit der höchsten Armut, die euch, meine geliebtesten Brüder, zu Erben und Königen des Himmelreiches eingesetzt, an Hab und Gut arm gemacht, durch Tugenden geadelt hat (vgl. Jak 2,5).
5 Diese soll euer Anteil sein, der hinfährt in das Land der Lebenden (vgl.Ps 141,6).
6 Dieser hanget, geliebteste Brüder, ganz und gar an und trachtet um des Namens unseres Herrn Jesu Christi willen auf immer unter dem Himmel nichts anderes zu haben.
7 Und wo immer die Brüder sind und sich treffen, sollen sie sich einander als Hausgenossen erzeigen.
8 Und vertrauensvoll soll einer dem anderen seine Not offenbaren; denn wenn schon eine Mutter ihren leiblichen Sohn nährt und liebt (vgl. 1 Thess 2,7), um wieviel sorgfältiger muß einer seinen geistlichen Bruder lieben und nähren?
9 Und wenn einer von ihnen schwer krank werden sollte 103, dann müssen die anderen Brüder ihm so dienen, wie sie selbst bedient sein wollten (vgl. Mt 7,12).


[7. Kapitel]
Von der Buße, die sündigen Brüdern auferlegt werden soll

1 Wenn Brüder auf Anreiz des bösen Feindes tödlich sündigen und es sich um solche Sünden handelt, für die unter den Brüdern verordnet sein wird, daß man sich allein an die Provinzialminister wende, sollen diese Brüder sich an sie wenden, sobald sie können, ohne Verzug.
2 Die Minister selbst aber, wenn sie Priester sind, sollen ihnen mit Erbarmen eine Buße auferlegen; wenn sie aber nicht Priester sind, sollen sie die Buße durch andere Priester des Ordens auferlegen lassen, wie es ihnen vor Gott am besten scheinen wird.
3 Und sie müssen sich hüten, wegen der Sünde, die jemand begangen hat, zornig und verwirrt zu werden; denn Zorn und Verwirrung verhindern in ihnen selbst und in den anderen die Liebe.


[8. Kapitel]
Von der Wahl des Generalministers dieser Brüderschaft
und vom Pfingstkapitel

1 Alle Brüder sollen gehalten sein, immer einen von den Brüdern dieses Ordens als Generalminister und Diener der gesamten Brüderschaft zu haben, und sollen streng gehalten sein, ihm zu gehorchen.
2 Tritt er ab, so geschehe die Wahl des Nachfolgers von den Provinzialministern und Kustoden auf dem Pfingstkapitel, zu dem die Provinzialminister gehalten sein sollen, stets zusammenzukommen, wo immer der Generalminister wird festgelegt haben;
3 und das einmal in drei Jahren oder zu einem anderen, späteren oder früheren Zeitpunkt, so wie es der genannte Minister wird verordnet haben.
4 Und sollte jemals der Gesamtheit der Provinzialminister und Kustoden offenbar werden, der erwähnte Minister sei zum Dienst und gemeinsamen Wohl der Brüder unzureichend, sollen die genannten Brüder, denen die Wahl zusteht, gehalten sein, sich im Namen des Herrn einen anderen zum Oberen zu wählen.
5 Nach dem Pfingstkapitel aber können die einzelnen Minister und Kustoden, wenn wie wollen und es für nützlich erachten, noch im gleichen Jahre ihre Brüder in ihren Kustodien einmal zum Kapitel zusammenrufen.


[9. Kapitel]
Von den Predigern

1 Die Brüder sollen im Bistum eines Bischofs nicht predigen, wenn es ihnen von diesem untersagt worden ist.
2 Und auf keine Weise getraue sich irgendein Bruder, dem Volke zu predigen, er sei denn vom Generalminister dieser Brüderschaft geprüft und bestätigt und es sei ihm von diesem das Predigtamt gestattet worden.
3 Ich warne auch und ermahne diese Brüder, daß sie in der Predigt, die sie halten, wohlbedacht und lauter reden sollen (vgl. Ps 11,7, 17,31) zum Nutzen und zur Erbauung des Volkes, /
4 indem sie zu ihnen sprechen von den Lastern und Tugenden 104, von der Strafe und Herrlichkeit mit Kürze der Rede, weil der Herr auf Erden sein Wort kurz gefaßt hat (vgl. Röm 9,28).


[10. Kapitel]
Von der Ermahnung und Zurechtweisung der Brüder

1 Die Brüder, die Minister und Diener der anderen Brüder sind, sollen ihre Brüder aufsuchen und ermahnen und sie in Demut und Liebe zurechtweisen, ohne ihnen etwas zu befehlen, was gegen ihre Seele und unsere Regel wäre.
2 Die Brüder aber, die Untergebene sind, sollen beherzigen, daß sie um Gottes willen dem eigenen Willen entsagt haben.
3 Daher gebiete ich ihnen streng, daß sie ihren Ministern in allem gehorchen, was sie zu halten dem Herrn versprochen haben und was nicht ihrer Seele und unserer Regel zuwider ist.
4 Und wo immer Brüder sind, die wüßten und erkannten, daß sie die Regel nicht geistlich beobachten können 105, sollen und können sie zu ihren Ministern Zuflucht nehmen.
5 Die Minister aber sollen sie liebevoll und gütig aufnehmen und ihnen mit so großer Herzlichkeit 106 begegnen, daß sie mit ihnen reden und tun können wie Herren mit ihren Knechten.
6 Denn so soll es sein, daß die Minister die Knechte aller Brüder sind.
7 Ich warne aber und ermahne im Herrn Jesus Christus, daß die Brüder sich hüten mögen vor allem Stolz, eitler Ruhmsucht, Neid, Habsucht (vgl. Lk 12,15), der Sorge und dem geschäftigen Treiben dieser Welt (vgl. Mt 13, 22), vor Ehrabschneiden und Murren; und die von den Wissenschaften keine Kenntnis haben, sollen nicht danach trachten, Wissenschaften zu erlernen.
8 Sie sollen vielmehr darauf achten, daß sie über alles verlangen müssen, zu haben den Geist des Herrn und sein heiliges Wirken, /
9 immer zu Gott zu beten mit reinem Herzen, Demut zu haben, Geduld in Verfolgung und Schwäche 107 und jene zu lieben, die uns verfolgen und tadeln und beschuldigen, /
10 denn der Herr sagt: "Liebet eure Feinde und betet für jene, welche euch verfolgen und verleumden" (vgl. Mt 5,44). "Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich" (Mt 5, 10).
11 "Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden" (Mt 10, 22).


[11. Kapitel]
Daß die Brüder die Klöster der Nonnen nicht betreten sollen

1 Ich befehle streng allen Brüdern, keine Verdacht erregenden Beziehungen oder Beratungen mit Frauen zu haben und die Klöster der Nonnen nicht zu betreten,
2 jene Brüder ausgenommen, denen vom Apostolischen Stuhl eine besondere Erlaubnis erteilt worden ist.
3 Weder sollen sie eine Patenstelle bei Männern oder Frauen übernehmen, noch entstehe bei solcher Gelegenheit unter den Brüdern oder durch die Brüder ein Ärgernis.


[12. Kapitel]
Von denen, die unter die Sarazenen
und andere Ungläubige gehen

1 Alle Brüder, die auf göttliche Eingebung hin unter die Sarazenen oder andere Ungläubige gehen wollen, sollen dazu von ihren Provinzialministern die Erlaubnis erbitten.
2 Die Minister aber sollen nur denen die Erlaubnis zu gehen erteilen, die sie tauglich finden, geschickt zu werden.
3 Außerdem befehle ich den Ministern im Gehorsam, vom Herrn Papst einen aus den Kardinälen der heiligen Römischen Kirche zu erbitten, der diese Brüderschaft lenke, in Schutz und in Zucht nehme, /
4 auf daß wir, allezeit den Füßen dieser heiligen Kirche untertan und unterworfen, feststehend im katholischen Glauben (vgl. Kol 1,23), die Armut und Demut und das heilige Evangelium unseres Herrn Jesus Christus beobachten, was wir fest versprochen haben 108.

[Keinem Menschen soll es nun gestattet sein, dieses Unser Bestätigungsschreiben anzufechten oder mit leichtfertigem Unterfangen dagegen anzukämpfen. Sollte aber jemand sich herausnehmen, dies zu versuchen, so wisse er, daß der sich die Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner heiligen Apostel Petrus und Paulus zuziehen wird. Gegeben im Lateran am 29. November im 8. Jahre Unseres Pontifikates 109.]

(Quelle: http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/regbul.htm)

 

Franziskus: Sonnengesang

Sonnengesang 182 (Sonn)

Dieses Loblied entstand in jenen Tagen, als Franziskus im Herbst 1225 krank bei San Damiano daniederlag. Ob das Lied in einem Zug entstand, oder ob die Strophen 1-9 (und 14?) zuerst verfaßt wurden, danach die Friedensstrophe angefügt wurde und Franziskus im Angesicht des Todes die Strophe über den Tod verfaßt hat, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Der Sonnengesang ist in altitalienischer Sprache verfaßt. Seinem Charakter wird man nur gerecht, wenn man ihn als Gebet sieht.

1 Erhabenster, allmächtiger, guter Herr, dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und die Ehre und jegliche Benedeiung.


2 Dir allein, Erhabenster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.


3 Gepriesen seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, zumal der Herrin, Schwester 183 Sonne, denn sie ist der Tag und spendet das Licht uns durch sich.


4 Und sie ist schön und strahlend in großem Glanz. Dein Sinnbild trägt sie, Erhabenster.


5 Gepriesen seist du, mein Herr, durch 184 Bruder Mond und die Sterne, am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön.


6 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch welches du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.


7 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.


8 Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest; und es ist schön und liebenswürdig und kraftvoll und stark.


9 Gepriesen seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.


10 Gepriesen seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Schwachheit ertragen und Drangsal.


11 Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Erhabenster, werden sie gekrönt.


12 Gepriesen seist du, mein Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.


13 Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben. Selig jene, die sich in deinem alleinige Willen finden, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leides tun.


14 Lobet und preiset meinen Herrn und erweiset ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

(Quelle: http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/songesa.htm)

 

Der Hl. Franz von Assisi

Franz von Assisi starb 1226. Doch er ist auch heute noch genauso lebendig wie zu seinen Lebzeiten. Heute würde man sagen, er war ein Revolutionär. Und das war er ganz sicher. In vielen Dingen radikal, wenn es um die Nachfolge Christi ging, aber immer friedlich. Der Hl. Franziskus ist ein großes Vorbild das uns Gott geschenkt hat. Nicht nur, aber auch wegen seiner Liebe zur Schöpfung in einer Zeit, in der Tiere zum Essen und Arbeiten da waren und die Schöpfung zu Diensten sein mußte. Aber ist das nicht auch heute noch so? Vielleicht durch die Industrialisierung mehr denn je? In einer Zeit, in der es sich der Klerus mehr als nur gut gehen lies und in Saus und Braus lebte, und Kirchen auf dem Rücken von Ablässen und der Angst vor der Hölle errichtet wurden? Von Menschen die selbst nicht mal das Nötigste zum Leben hatten? Und der Klerus herrschte wie die Fürsten und Könige, die ihre Untertanen knechteten während sie sich rund und dick aßen und immer feudalere Bauwerke schufen.

Lebensdaten vom Hl. Franz v. Assisi im Überblick:

1181/82 Geboren in Assisi (im Winter 1181/82)
1202/03 Gefangenschaft während des Krieges Perugia-Assisi
1204 Krankheit
1204/05 Teilnahme am Kriegszug nach Süditalien,
Rückkehr von Spoleto nach Assisi
Erfahrungen und Begegnungen:
- Vision auf dem Zug nach Süditalien
- Begegnung mit dem Aussätzigen
- Anrede durch den Gekreuzigten in San Damiano
1206 Verzicht auf das väterliche Erbe
1207/08 Wiederherstellen der 3 Kapellen:
S. Damiano, S. Pietro, S. Maria Degli Angeli
1209 Wort des Evangeliums als Lebensweisung
1210 Anerkennung der Lebensform nach dem
Evangalium durch Innozenz III.
1212 Klara schließt sich der Bewegung an
1223 Krippenfeier in Greccio
1224 Empfang der Wundmale in La Verna
1225 Krankheit in San Damiano, Sonnengesang
1226 Testament von Siena
1226 Todestag, 3. Oktober in Assisi
1226 Beisetzung in S. Giorgio, 4. Oktober
1228 Heiligsprechung am 16. Juli in Assisi
1230 25. Mai, Beisetzung in der Basilika S. Francesco


Aber zunächst einmal zu Franz von Assisi selbst.

Franz von Assisi wurde 1181 oder 1182 in Assisi in Umbrien/Italien als Giovanni Battista Bernardone geboren. Sein Vater Pietro Bernardone war Großkaufmann und war sehr wohlhabend. Der junge Franz von Assisi gab das Geld sehr verschwenderisch aus, veranstaltete Gelage und Feste und war deshalb sehr beliebt bei den jungen Leuten von Assisi. Sein Vater reiste oft geschäftlich nach Frankreich und nannte seinen Sohn deshalb Francesco, was kleiner Franzose bedeutet. Francesco zog mit den anderen jungen Leuten oft durch Assisi und sie feierten ausgiebige Feste. Alles in Allem führte er ein wirklich verschwenderisches Leben und gehörte zur zeitgenössischen Oberschicht in Assisi. Seine Jugendzeit verbrachte er in Saus und Braus.

Dann meldete sich Franziskus  für den Krieg zwischen Perugia, einer Nachbarstadt Assisi´s und Assisi und geriet in Gefangenschaft. Ein Jahr lang von 1202-1203 lebte er in Gefangenschaft und starrte wohl düstere graue Gefängnismauern an. Er erkrankte schwer und man entließ ihn. Danach war Franziskus ein kranker Mann. Langsam erholte er sich von der Gefangenschaft und den Strapazen.

Als er genesen war, versuchte er 1206  noch einmal in den Krieg zu ziehen, nach Apulien, wo er sich im Heer des Papstes beim Kampf gegen die Staufer den Ritterschlag erwerben wollte. Auf dem Weg nach Apulien erschien ihm der Herr und fragte ihn: ” Wer kann dir Besseres geben? Der Herr oder der Knecht?” Franziskus antwortete: ” Der Herr.” Da sprach der Herr zu ihm: “Warum suchst du dann den Knecht und nicht den Herrn?” Er kehrte um nach Assisi und zog nicht in den Krieg. Es gab ein weiteres Schlüsselerlebnis als er wieder zurück in Assisi war. Bei einem Ausritt begegnete ihm ein Aussätziger. Franz ekelte sich vor Aussätzigen und machte stets einen großen Bogen um sie. Er konnte noch nicht einmal ihren Anblick ertragen.   Doch der Aussätzige kam auf ihn zu. Da wollte Franz schon umkehren, als er dieses mit Geschwüren bedeckte und um Almosen bettelnde Schreckensbild sah. Er wollte schon sein Pferd wenden und davonreiten,  doch dann hielt er sein Pferd an, überwand all seine Abscheu, stieg vom Pferd und küßte den Aussätzigen auf die Stirn und gab ihm ein Almosen. Ein Wandlung hatte in Franziskus begonnen. Später sagte Franziskus: ” Gott hat mich so meine Buße beginnen lassen. Als ich noch in der Sünde lebte, da fiel es mir sehr schwer, die Aussätzigen nur zu sehen. Aber Gott selbst führte mich zu ihnen, und ich begann sie zu pflegen, und das, was mir schwerfiel, wurde leicht und machte mich froh.” Franziskus ging danach oft in das von den Menschen der damaligen Zeit ängstlich gemiedene Siechenhaus, in dem die Aussätzigen ihr Leben fristeteten.

Auch ein Erlebnis in dem kleinen Kirchlein von San Damiano war für Franziskus ein Schlüsselerlebnis. Er ging in die kleine Kirche um dort zu beten, da sprach der Gekreuzigte zu ihm: “Franziskus, siehst du denn nicht, wie mein Haus verfällt? Geh und baue es wieder auf!” Franziskus dachte zunächst, ER meine die kleine Kirche in San Damiano. So bettelte er um Steine für das Kirchlein, tauschte teure Tücher aus dem Laden seines Vaters gegen Baumaterial für das Kirchlein, was seinem Vater alles andere als gefiel. Als sein Vater von einer Geschäftsreise zurückkam und bemerkte, was sein Sohn tat, sperrte er ihn zu Hause ein, damit er wieder zur Vernunft kommen würde, denn er sollte das Geschäft seines Vaters übernehmen und sein Vater hatte große Pläne mit seinem Sohn. Doch als er wieder auf Geschäftsreise mußte, hatte seine Mutter Mitleid mit ihrem Sohn und ließ ihn frei. Franziskus wußte aber nicht, daß der Gekreuzigte der zu ihm sprach, Jesus, nicht nur das kleine Kirchlein in San Damiano meinte. Franziskus wurde inzwischen zum Gespött ganz Assisi´s und sein Vater wurde immer zorniger über seinen widerspenstigen Sohn. So verklagte er ihn beim Bischof und es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Viele Neugierige wohnten dieser Verhandlung bei. Als der Vater seine Anklage gegen den Sohn vorgebracht hatte, er würde die teuren und teuersten Tücher aus seinem Laden verschwenden und verkaufen, um das Geld den Armen zu geben, zog Franz seine Kleider aus. Nun stand er nackt vor dem Bischof, dem Volk und dem Vater und sagte zu seinem Vater: ” Bis jetzt nannte ich Pietro Bernardone meinen Vater. Ab jetzt will ich nur noch sagen:`Vater unser, der du bist im Himmel.`” Entsetzt legte ihm der Bischof seinen Mantel um, denn Franz stand nackt vor aller Leute da. Das fand im Jahr 1206 oder 1207 statt. Er lebte von nun an in dem kleinen Kirchlein von San Damiano.

Er vermählte sich mit seiner geliebten Braut Armut, lief von nun an in Sacktuch durch die Straßen Assisi´s. Die Leute spotteten über ihn und bewarfen ihn mit Unrat. Doch nichts konnte Franziskus davon abbringen, seinem Herrn zu dienen und ihn zu lieben.

Ungefähr im Jahre 1209 am 24. Februar, hörte Franziskus das Evangelium der Aussendung der Jünger während der  Meßfeier in der Portiunkulakapelle. Er selbst sagte über seine Erkenntnis: “Niemand zeigte mir, was ich zu tun hätte, sondern der Allerhöchste selbst offenbarte mir, daß ich nach der Weise des Heiligen Evangeliums leben sollte.”

Es sammelten sich Gleichgesinnte um Franziskus. Er selbst sagte dazu: “Gott hat mir Brüder geschenkt.”

Franziskus wollte von seinen Brüdern, daß sie das Arme Leben Christi verkörpern und leben. Zu der Zeit Franziskus war Geld ein Prestigeobjekt, das lediglich den Reichen vorbehalten war, weshalb Franziskus jeglichen Kontakt mit Geld, nicht einmal über Vermittler oder Verwalter, verbot. Das einfache Volk tauschte zur damaligen Zeit ihr Weniges was sie hatten gegen anderes aus was sie brauchten.

Die erste Regel der Brüder entstand, indem sie gemeinsam beteten, die Bibel aufschlugen, und folgende Bibelworte standen dort:

    „Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!“Mt 19,21)

    „Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd.“(Lk 9,3)

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“(Lk 9,23)

Die Minderbrüder waren entstanden. Sie trugen eine einfache Kutte mit einem Strick um die Hüften, in den die drei Knoten geschlungen waren. Eigentlich wollte Franziskus nie eine Regel schreiben. Aber als die Brüder immer mehr wurden, rang er sich doch dazu durch, eine Regel zu schreiben nach der die Brüder leben sollten. Die ursprüngliche Regel bestand nur aus wenigen Absätzen die das Nötigste für das Leben der Brüder regelte. 1210 bestätigte Papst Honorius III mündlich ihre Lebensform. Die Brüder machten sich gemeinsam auf den Weg nach Rom um ihre erste Regel vom Papst bestätigen zu lassen. In Rom wollte sie jedoch niemand zum Papst vor lassen. Doch war dort zur selben Zeit der Bischof von Assisi der Franz sehr schätzte, und der half, daß die Brüder zum Papst vorgelassen wurden.

“Und weil jegliche Kreatur aus Gottes Schöpferhand hervorgegangen ist, gehören auch Tiere und alles geschaffene Wesen zur großen Familie Gottes” Deshalb sind sie für Franziskus Schwestern und Brüder. Voller Bewunderung steht er vor dem Werk der Schöpfung, in dem Gott sich kundtut, sich offenbart. Denn in der Schöpfung ist der Schöpfer selbst zu erkennen. Wer also die Schöpfung nicht ehrt und liebt, der liebt und ehrt auch den Schöpfer nicht. Denn: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.  Schöner und tiefer läßt sich die Auffassung des Heiligen Franziskus von Schöpfung kaum widergeben, als mit den Worten Thomas von Celano´s über Franziskus: ” In jedem Kunstwerk lobte er den Künstler: was er in der geschafffenen Welt fand, führte er zurück auf den Schöpfer. Er frohlockte in allen Werken der Hände des Herrn und durch das, was sich in seinem Auge an Lieblichem bot, schaute er hindurch auf den lebenspendenden Urgrund der Dinge. Er erkannte im Schönen den Schönsten selbst: alles Gute rief ihm zu:`Der uns geschaffen hat, ist der Beste´Auf den Spuren, die den Dingen eingeprägt sind, folgte er überall dem Geliebten nach und machte alles zu einer Leiter, um auf ihr zu seinem Thron zu gelangen. Mit unerhörter Hingebung und Liebe umfaßte er alle Dinge, redete zu ihnen vom Herrn und forderte sie auf zu seinem Lob.”

Berühmt wurde seine Vogelpredigt und die Geschichte, in der er einen Wolf, der eine Stadt in Angst und Schrecken versetzte, zuredete, und der Wolf und die Menschen ein einsehen miteinander hatten. Worauf die Menschen dem hungrigen Wolf zu essen brachten und fortan friedlich nebeneinander lebten.  Oder er kaufte einem Vogelhändler der Turteltauben zum Markt bringen wollte alle Tauben ab, ließ ihnen von den Brüdern eine Behausung bauen in der sie leben konnten. Es gibt wohl viele solcher Ereignisse, auch solche  in denen Franziskus Tiere gesund pflegte z.B. einen verletzten Hasen. Es wird erzählt, dass das Tier nicht gehen wollte als er wieder gesund war. Er sprang immer wieder zurück auf Franziskus´ Schoß.  Franziskus verbot z.B. seinen Mitbrüdern das Reiten, außer es sei aufgrund gesundheitlicher Probleme unumgänglich. Franziskus verbot auch die Haltung von Tieren, denn zu Franziskus´ Zeiten gab es nur zwei Gründe Tiere zu halten:  als Nutztiere oder zum Essen. Franziskus wollte nicht, daß Tiere aus menschlich eigennützigen Zwecken gehalten wurden. Hunde wurden und werden als Wach- oder noch schlimmer Kettenhunde gehalten um Grundstücke zu bewachen. Hühner werden nur zur Eierproduktion gehalten. Die Liste wäre ellenlang. Aber so geht man nicht mit seinen Brüdern und Schwestern um! Franziskus wollte daß man liebevoll mit den Brüdern und Schwestern umgeht. Sie nicht zu eigennützigen Zwecken mißbraucht oder quält. Und heute ist es nicht anders! Wir sollten uns darüber alle Gedanken machen. Franziskus hat erkannt: Alle Lebewesen haben eine Seele und sind unsere Brüder und Schwestern und dürfen nicht gering geachtet werden. Franziskus ist heute wie damals ein Vorbild, wie wir es kaum noch einmal finden. Und wir können uns von diesem Vorbild alle eine dicke Scheibe abschneiden.

Mitte September 1224 empfing Franziskus die Wundmale. Franziskus litt in seinen letzten Lebensjahren an einem schweren Magenleiden und Augenleiden. Außerdem hatten übermäßige Werke der Buße und Abtötung seines Körpers, den er “Bruder Esel” nannte, seinen Körper sehr geschwächt.

Am 3. Oktober 1226, einem Samstag, gegen Sonnenuntergang, ging Franziskus in der Portiunkula Kapelle, unterhalb Assisi, heim zum Herrn. Thomas von Celano berichtet: ” Von jener so schweren Krankheit, die allem Siechtum ein Ende machte, ganz aufgerieben, ließ er sich nackt auf den nackten Boden legen, um in jener letzten Stunde, in der der Feind immer noch in Zorn geraten konnte, nackt mit dem Nackten zu ringen. So auf der Erde liegend, seines rauhen Gewandes entblößt, erhob er sein Antlitz zum Himmel. Ganz in Erwartung der kommenden Herrlichkeit sprach er zu seinen Brüdern: ´Ich habe das Meine getan; was euer ist, möge euch Christus lehren!´ Da erhob sich eilends ein Guardian, der den Wunsch des Heiligen auf göttliche Eingebung hin deutlich erkannt hatte, nahm einen Habit, eine Hose und ein Käppchen aus grobem Tuch und sprach zum Vater: ´Diesen Habit, diese Hose samt dem Käppchen leihe ich dir kraft des heiligen Gehorsams, das sollst du wissen! Aber damit du weißt, daß dir diese Dinge in keiner Weise gehören, entziehe ich dir jegliche Vollmacht, sie jemandem zu schenken.´” Da freute sich Franziskus, weil er in fremdem Kleide stecken durfte und so der Herrin Armut die Treue halten konnte bis zum Ende.

(Quelle: Franziskaner Eremiten. http://franziskanereremiten.wordpress.com/franz-von-assisi/. 06.10.2012)
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Die Regel des Hl. Franziskus

Bullierte Regel 90 (BR)

Durch die Bulle "Solet annuere' bestätigte Papst Honorius III. am 29. November 1223 die endgültige Regel des heiligen Franziskus. Dabei nahm er den vollständigen Text dieser Regel in sein Bestätigungsschreiben hinein. Das Original dieses Schreibens wird im Sacro Convento zu Assisi als kostbare Reliquie aufbewahrt. Ein zweiter authentischer Text, der aber gegenüber dem Original einige Verschiedenheiten aufweist, 91 findet sich im entsprechenden Registerband des Vatikanischen Archivs.
Die bullierte Regel ist kein Gesetz-Werk, sondern vielmehr ein geistliches Dokument, ja eine Mahnrede des Heiligen an seine Brüder, damit sie dem Leben nach dem Evangelium, das sie fest versprochen haben, treu bleiben 92.

[Honorius 93, Bischof, Diener der Diener Gottes, den geliebten Söhnen, Bruder Franziskus und den anderen Brüdern vom Orden der Minderen Brüder, Heil und Apostolischen Segen.

Der Apostolische Stuhl pflegt sich frommen Begehren zu neigen und geziemenden Wünschen der Bittsteller wohlwollende Förderung zu erteilen. Daher, im Herrn geliebte Söhne, haben Wir Uns euren frommen Bitten geneigt und bestätigen euch kraft apostolischer Vollmacht die Regel eures Ordens, die von Papst Innozenz, Unserem Vorgänger seligen Angedenkens, gutgeheißen wurde und in vorliegendem Schreiben festgehalten ist, und bekräftigen sie durch den Schutz gegenwärtigen Schreibens. Sie lautet wie folgt:]


[l. Kapitel] 94
Im Namen des Herrn!

Es beginnt die Lebensweise der Minderen Brüder:
1 Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.
2 Bruder Franziskus verspricht Gehorsam und Ehrerbietung dem Herrn Papst Honorius und seinen rechtmäßigen Nachfolgern sowie der Römischen Kirche.
3 Und die anderen Brüder sollen verpflichtet sein, dem Bruder Franziskus und dessen Nachfolgern zu gehorchen.


[2. Kapitel]
Von denen, die dieses Leben annehmen wollen
und wie sie aufgenommen werden sollen

1 Die etwa dieses Leben annehmen wollen und zu unseren Brüdern kommen, sollen von ihnen zu ihren Provinzialministern geschickt werden; diesen allein und sonst niemand sei die Befugnis zugestanden, Brüder aufzunehmen.
2 Die Minister aber sollen sie sorgfältig über den katholischen Glauben und die Sakramente der Kirche prüfen.
3 Und wenn sie dies alles glauben und es treu bekennen und bis ans Ende unverbrüchlich daran festhalten wollen;
4 und wenn sie keine Ehefrauen haben oder ihre Frauen - falls sie eine haben - auch schon in ein Kloster eingetreten sind oder ihnen nach Ablegung des Gelübdes der Enthaltsamkeit mit Ermächtigung des Diözesanbischofs Erlaubnis gegeben haben; und wenn ihre Frauen solchen Alters sind, daß kein Argwohn über sie entstehen kann,
5 dann sollen sie [die Minister] ihnen das Wort des heiligen Evangeliums (vgl. Mt 19,21 par.) sagen, daß sie hingehen und all das Ihrige verkaufen und Sorge tragen, es unter die Armen zu verteilen.
6 Wenn sie das nicht tun können, genügt ihnen der gute Wille.
7 Und die Brüder und ihre Minister sollen sich hüten, sich um deren zeitliche Habe zu kümmern, damit sie unbehindert mit ihrer Habe tun können, was der Herr ihnen eingeben mag.
8 Wenn jedoch um Rat ersucht wird, soll es den Ministern erlaubt sein, sie an gottesfürchtige Leute zu verweisen, nach deren Rat ihre Güter an die Armen verteilt werden mögen.
9 Hernach sollen sie ihnen die Kleidung für die Probezeit gewähren, nämlich zwei Habite ohne Kapuze und einen Gürtelstrick und Hosen und einen Kaparon 95 bis zum Gürtel,
10 falls nicht den erwähnten Ministern einmal etwas anderes vor Gott entsprechend scheinen sollte.
11 Ist aber das Probejahr beendet, sollen sie zum Gehorsam angenommen werden, indem sie versprechen, dieses Leben und diese Regel immer zu befolgen.
12 Und gemäß der Anordnung des Herrn Papstes 96 soll ihnen unter keinen Umständen erlaubt sein, aus diesem Orden auszutreten,
13 weil nach dem heiligen Evangelium "niemand, der die Hand an den Pflug legt und rückwärts schaut, zum Reiche Gottes tauglich ist" (Lk 9,62).
14 Und jene, die den Gehorsam schon versprochen haben, sollen einen Habit mit Kapuze und, falls sie ihn haben wollen, einen anderen ohne Kapuze haben.
15 Und die durch Not gezwungen sind, können Schuhwerk tragen.
16 Und alle Brüder sollen geringwertige Kleidung tragen und sollen sie mit grobem Tuch und anderen Tuchstücken verstärken 97 können mit Gottes Segen.
17 Ich warne und ermahne sie, jene Leute nicht zu verachten, noch zu verurteilen, die sie weiche und farbenfrohe Kleider tragen (vgl. Mt 11,8) und sich auserlesener Speisen und Getränke bedienen sehen, sondern vielmehr soll jeder sich selbst verurteilen und verachten.


[3. Kapitel]
Vom Göttlichen Offizium und vom Fasten und
wie die Brüder durch die Welt ziehen sollen

1 Die Kleriker 98 sollen das Göttliche Offizium 99 nach der Anordnung der heiligen Kirche von Rom verrichten, den Psalter ausgenommen;
2 darum dürfen sie Breviere haben. /
3 Die Laien aber sollen vierundzwanzig Vaterunser beten für die Matutin, für die Laudes fünf, für Prim, Terz, Sext, Non, für jede dieser Horen sieben, für die Vesper aber zwölf, für die Komplet sieben;
4 und sie sollen für die Verstorbenen beten.
5 Und sie sollen fasten vom Feste Allerheiligen bis zur Geburt des Herrn.
6 Die heilige vierzigtägige Fastenzeit aber, die von Epiphanie an ohne Unterbrechung 100 vierzig Tage dauert und die der Herr durch sein heiliges Fasten geweiht hat (vgl. Mt 4,2), die sie freiwillig fasten, sollen vom Herrn gesegnet sein; und die nicht wollen, sollen nicht verpflichtet sein.
7 Die andere Fastenzeit aber bis zur Auferstehung des Herrn sollen sie halten.
8 Zu anderen Zeiten aber sollen sie nicht zum Fasten gehalten sein, außer am Freitag.
9 Jedoch zur Zeit offensichtlicher Not sollen die Brüder zu leiblichem Fasten nicht gehalten sein.
10 Ich rate aber meinen Brüdern, warne und ermahne sie im Herrn Jesus Christus, sie sollen, wenn sie durch die Welt gehen, nicht streiten, noch sich in Wortgezänk einlassen (vgl. 2 Tim 2, 14), noch andere richten.
11 Vielmehr sollen sie milde, friedfertig und bescheiden, sanftmütig und demütig sein und anständig reden mit allen, wie es sich gehört.
12 Und sie dürfen nicht reiten, falls sie nicht durch offenbare Not oder Schwäche 101 gezwungen werden.
13 Kommen sie in ein Haus, sollen sie zuerst sagen: "Friede diesem Hause" (vgl. Lk 10,5).
14 Und nach dem heiligen Evangelium soll es erlaubt sein, von allen Speisen zu essen, die ihnen vorgesetzt werden (vgl. Lk 10, 8).


[4. Kapitel]
Daß die Brüder kein Geld annehmen sollen

1 Ich gebiete allen Brüdern streng, auf keine Weise Münzen 102 oder Geld anzunehmen, weder selbst noch durch eine Mittelsperson.
2 Doch für die Bedürfnisse der Kranken und die Bekleidung der anderen Brüder sollen einzig die Minister und Kustoden mit Hilfe geistlicher Freunde gewissenhaft Sorge tragen nach Maßgabe der Orte und Zeiten und kalten Gegenden, wie sie sehen werden, daß es der Not abhelfe;
3 immer aber mit dem Vorbehalt, daß sie, wie gesagt, nicht Münzen oder Geld annehmen.


[5. Kapitel]
Von der Art zu arbeiten

1 Jene Brüder, denen der Herr die Gnade zu arbeiten gegeben hat, sollen in Treue und Hingabe arbeiten, /
2 so zwar, daß sie den Müßiggang, welcher der Seele feind ist, ausschließen, aber den Geist des heiligen Gebetes und der Hingabe nicht auslöschen, dem das übrige Zeitliche dienen muß.
3 Was aber den Lohn der Arbeit angeht, so mögen sie für sich und ihre Brüder das Nötige zum leiblichen Unterhalt annehmen, außer Münzen oder Geld;
4 und das demütig, wie es Knechten Gottes und Anhängern der heiligsten Armut geziemt.


[6. Kapitel]
Daß die Brüder nichts als ihr Eigentum erwerben dürfen,
sowie vom Bitten um Almosen und von den kranken Brüdern

1 Die Brüder sollen sich nichts aneignen, weder Haus noch Ort noch irgendeine Sache.
2 Und gleichwie Pilger und Fremdlinge (vgl. 1 Petr 2,11) in dieser Welt, die dem Herrn in Armut und Demut dienen, mögen sie voll Vertrauen um Almosen gehen-,
3 und sie dürfen sich nicht schämen, weil der Herr sich für uns in dieser Welt arm gemacht hat (vgl. 2 Kor 8,9).
4 Dies ist jene Erhabenheit der höchsten Armut, die euch, meine geliebtesten Brüder, zu Erben und Königen des Himmelreiches eingesetzt, an Hab und Gut arm gemacht, durch Tugenden geadelt hat (vgl. Jak 2,5).
5 Diese soll euer Anteil sein, der hinfährt in das Land der Lebenden (vgl.Ps 141,6).
6 Dieser hanget, geliebteste Brüder, ganz und gar an und trachtet um des Namens unseres Herrn Jesu Christi willen auf immer unter dem Himmel nichts anderes zu haben.
7 Und wo immer die Brüder sind und sich treffen, sollen sie sich einander als Hausgenossen erzeigen.
8 Und vertrauensvoll soll einer dem anderen seine Not offenbaren; denn wenn schon eine Mutter ihren leiblichen Sohn nährt und liebt (vgl. 1 Thess 2,7), um wieviel sorgfältiger muß einer seinen geistlichen Bruder lieben und nähren?
9 Und wenn einer von ihnen schwer krank werden sollte 103, dann müssen die anderen Brüder ihm so dienen, wie sie selbst bedient sein wollten (vgl. Mt 7,12).


[7. Kapitel]
Von der Buße, die sündigen Brüdern auferlegt werden soll

1 Wenn Brüder auf Anreiz des bösen Feindes tödlich sündigen und es sich um solche Sünden handelt, für die unter den Brüdern verordnet sein wird, daß man sich allein an die Provinzialminister wende, sollen diese Brüder sich an sie wenden, sobald sie können, ohne Verzug.
2 Die Minister selbst aber, wenn sie Priester sind, sollen ihnen mit Erbarmen eine Buße auferlegen; wenn sie aber nicht Priester sind, sollen sie die Buße durch andere Priester des Ordens auferlegen lassen, wie es ihnen vor Gott am besten scheinen wird.
3 Und sie müssen sich hüten, wegen der Sünde, die jemand begangen hat, zornig und verwirrt zu werden; denn Zorn und Verwirrung verhindern in ihnen selbst und in den anderen die Liebe.


[8. Kapitel]
Von der Wahl des Generalministers dieser Brüderschaft
und vom Pfingstkapitel

1 Alle Brüder sollen gehalten sein, immer einen von den Brüdern dieses Ordens als Generalminister und Diener der gesamten Brüderschaft zu haben, und sollen streng gehalten sein, ihm zu gehorchen.
2 Tritt er ab, so geschehe die Wahl des Nachfolgers von den Provinzialministern und Kustoden auf dem Pfingstkapitel, zu dem die Provinzialminister gehalten sein sollen, stets zusammenzukommen, wo immer der Generalminister wird festgelegt haben;
3 und das einmal in drei Jahren oder zu einem anderen, späteren oder früheren Zeitpunkt, so wie es der genannte Minister wird verordnet haben.
4 Und sollte jemals der Gesamtheit der Provinzialminister und Kustoden offenbar werden, der erwähnte Minister sei zum Dienst und gemeinsamen Wohl der Brüder unzureichend, sollen die genannten Brüder, denen die Wahl zusteht, gehalten sein, sich im Namen des Herrn einen anderen zum Oberen zu wählen.
5 Nach dem Pfingstkapitel aber können die einzelnen Minister und Kustoden, wenn wie wollen und es für nützlich erachten, noch im gleichen Jahre ihre Brüder in ihren Kustodien einmal zum Kapitel zusammenrufen.


[9. Kapitel]
Von den Predigern

1 Die Brüder sollen im Bistum eines Bischofs nicht predigen, wenn es ihnen von diesem untersagt worden ist.
2 Und auf keine Weise getraue sich irgendein Bruder, dem Volke zu predigen, er sei denn vom Generalminister dieser Brüderschaft geprüft und bestätigt und es sei ihm von diesem das Predigtamt gestattet worden.
3 Ich warne auch und ermahne diese Brüder, daß sie in der Predigt, die sie halten, wohlbedacht und lauter reden sollen (vgl. Ps 11,7, 17,31) zum Nutzen und zur Erbauung des Volkes, /
4 indem sie zu ihnen sprechen von den Lastern und Tugenden 104, von der Strafe und Herrlichkeit mit Kürze der Rede, weil der Herr auf Erden sein Wort kurz gefaßt hat (vgl. Röm 9,28).


[10. Kapitel]
Von der Ermahnung und Zurechtweisung der Brüder

1 Die Brüder, die Minister und Diener der anderen Brüder sind, sollen ihre Brüder aufsuchen und ermahnen und sie in Demut und Liebe zurechtweisen, ohne ihnen etwas zu befehlen, was gegen ihre Seele und unsere Regel wäre.
2 Die Brüder aber, die Untergebene sind, sollen beherzigen, daß sie um Gottes willen dem eigenen Willen entsagt haben.
3 Daher gebiete ich ihnen streng, daß sie ihren Ministern in allem gehorchen, was sie zu halten dem Herrn versprochen haben und was nicht ihrer Seele und unserer Regel zuwider ist.
4 Und wo immer Brüder sind, die wüßten und erkannten, daß sie die Regel nicht geistlich beobachten können 105, sollen und können sie zu ihren Ministern Zuflucht nehmen.
5 Die Minister aber sollen sie liebevoll und gütig aufnehmen und ihnen mit so großer Herzlichkeit 106 begegnen, daß sie mit ihnen reden und tun können wie Herren mit ihren Knechten.
6 Denn so soll es sein, daß die Minister die Knechte aller Brüder sind.
7 Ich warne aber und ermahne im Herrn Jesus Christus, daß die Brüder sich hüten mögen vor allem Stolz, eitler Ruhmsucht, Neid, Habsucht (vgl. Lk 12,15), der Sorge und dem geschäftigen Treiben dieser Welt (vgl. Mt 13, 22), vor Ehrabschneiden und Murren; und die von den Wissenschaften keine Kenntnis haben, sollen nicht danach trachten, Wissenschaften zu erlernen.
8 Sie sollen vielmehr darauf achten, daß sie über alles verlangen müssen, zu haben den Geist des Herrn und sein heiliges Wirken, /
9 immer zu Gott zu beten mit reinem Herzen, Demut zu haben, Geduld in Verfolgung und Schwäche 107 und jene zu lieben, die uns verfolgen und tadeln und beschuldigen, /
10 denn der Herr sagt: "Liebet eure Feinde und betet für jene, welche euch verfolgen und verleumden" (vgl. Mt 5,44). "Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich" (Mt 5, 10).
11 "Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden" (Mt 10, 22).


[11. Kapitel]
Daß die Brüder die Klöster der Nonnen nicht betreten sollen

1 Ich befehle streng allen Brüdern, keine Verdacht erregenden Beziehungen oder Beratungen mit Frauen zu haben und die Klöster der Nonnen nicht zu betreten,
2 jene Brüder ausgenommen, denen vom Apostolischen Stuhl eine besondere Erlaubnis erteilt worden ist.
3 Weder sollen sie eine Patenstelle bei Männern oder Frauen übernehmen, noch entstehe bei solcher Gelegenheit unter den Brüdern oder durch die Brüder ein Ärgernis.


[12. Kapitel]
Von denen, die unter die Sarazenen
und andere Ungläubige gehen

1 Alle Brüder, die auf göttliche Eingebung hin unter die Sarazenen oder andere Ungläubige gehen wollen, sollen dazu von ihren Provinzialministern die Erlaubnis erbitten.
2 Die Minister aber sollen nur denen die Erlaubnis zu gehen erteilen, die sie tauglich finden, geschickt zu werden.
3 Außerdem befehle ich den Ministern im Gehorsam, vom Herrn Papst einen aus den Kardinälen der heiligen Römischen Kirche zu erbitten, der diese Brüderschaft lenke, in Schutz und in Zucht nehme, /
4 auf daß wir, allezeit den Füßen dieser heiligen Kirche untertan und unterworfen, feststehend im katholischen Glauben (vgl. Kol 1,23), die Armut und Demut und das heilige Evangelium unseres Herrn Jesus Christus beobachten, was wir fest versprochen haben 108.

[Keinem Menschen soll es nun gestattet sein, dieses Unser Bestätigungsschreiben anzufechten oder mit leichtfertigem Unterfangen dagegen anzukämpfen. Sollte aber jemand sich herausnehmen, dies zu versuchen, so wisse er, daß der sich die Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner heiligen Apostel Petrus und Paulus zuziehen wird. Gegeben im Lateran am 29. November im 8. Jahre Unseres Pontifikates 109.]
 
(Quelle: http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/regbul.htm)

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Gloria TV / BR: Kloster zum Mitleben

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