KAPITEL I
FÖRDERUNG DER WÜRDE DER EHE UND DER FAMILIE
47. Ehe und Familie in der heutigen Welt
Das Wohl der Person sowie der menschlichen und christlichen Gesellschaft ist zuinnerst mit einem Wohlergehen der Ehe- und Familiengemeinschaft verbunden. Darum begrüßen die Christen zusammen mit allen, welche diese Gemeinschaft hochschätzen, aufrichtig all die verschiedenen Hilfen, mittels derer man heute in der Förderung dieser Gemeinschaft der Liebe und im Schutz des Lebens vorwärtskommt und Gatten und Eltern bei ihrer großen Aufgabe unterstützt werden. Die Christen hoffen von daher auf noch bessere Resultate und suchen dazu beizutragen.
Jedoch nicht überall erscheint die Würde dieser Institution in gleicher Klarheit. Polygamie, um sich greifende Ehescheidung, sogenannte freie Liebe und andere Entartungen entstellen diese Würde. Darüber hinaus wird die eheliche Liebe öfters durch Egoismus, bloße Genußsucht und durch unerlaubte Praktiken gegen die Fruchtbarkeit der Ehe entweiht. Außerdem tragen die heutigen wirtschaftlichen, sozialpsychologischen und staatlichen Verhältnisse erhebliche Störungen in die Familie hinein. Schließlich werden in manchen Teilen der Welt die Probleme der Bevölkerungszunahme mit Besorgnis registriert. Durch all dies wird das Gewissen der Menschen beunruhigt. Andererseits zeigen sich Bedeutung und Stärke von Ehe und Familie als Institution gerade dadurch, daß sogar die tiefgreifenden Veränderungen der heutigen Gesellschaft trotz aller daraus entstehenden Schwierigkeiten sehr oft die wahre Eigenart dieser Institution in der verschiedensten Weise deutlich werden lassen.
Darum will das Konzil durch besondere Hervorhebung bestimmter Hauptpunkte der kirchlichen Lehre die Christen und alle jene Menschen belehren und bestärken, die die ursprüngliche Würde der Ehe und ihren hohen und heiligen Wert zu schützen und zu fördern suchen.
48. Die Heiligkeit von Ehe und Familie
Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe, vom Schöpfer begründet und mit eigenen Gesetzen geschützt, wird durch den Ehebund, d.h. durch ein unwiderrufliches personales Einverständnis, gestiftet. So entsteht durch den personal freien Akt, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen, eine nach göttlicher Ordnung feste Institution, und zwar auch gegenüber der Gesellschaft. Dieses heilige Band unterliegt im Hinblick auf das Wohl der Gatten und der Nachkommenschaft sowie auf das Wohl der Gesellschaft nicht mehr menschlicher Willkür. Gott selbst ist Urheber der Ehe, die mit verschiedenen Gütern und Zielen ausgestattet ist (1); sie alle sind von größter Bedeutung für den Fortbestand der Menschheit, für den persönlichen Fortschritt der einzelnen Familienmitglieder und ihr ewiges Heil; für die Würde, die Festigkeit, den Frieden und das Wohlergehen der Familie selbst und der ganzen menschlichen Gesellschaft.
Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institutionen der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung. Darum gewähren sich Mann und Frau, die im Ehebund nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch (Mt 19,6), in inniger Verbundenheit der Personen und ihres Tuns gegenseitige Hilfe und gegenseitigen Dienst und erfahren und vollziehen dadurch immer mehr und voller das eigentliche Wesen ihrer Einheit.
Diese innige Vereinigung als gegenseitiges Sichschenken zweier Personen wie auch das Wohl der Kinder verlangen die unbedingte Treue der Gatten und fordern ihre unauflösliche Einheit (2).
Christus der Herr hat diese Liebe, die letztlich aus der göttlichen Liebe hervorgeht und nach dem Vorbild seiner Einheit mit der Kirche gebildet ist, unter ihren vielen Hinsichten in reichem Maße gesegnet. Wie nämlich Gott einst durch den Bund der Liebe und Treue seinem Volk entgegenkam (3), so begegnet nun der Erlöser der Menschen und der Bräutigam (4) der Kirche durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt fernerhin bei ihnen, damit die Gatten sich in gegenseitiger Hingabe und ständiger Treue lieben, so wie er selbst die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat (5). Echte eheliche Liebe wird in die göttliche Liebe aufgenommen und durch die erlösende Kraft Christi und die Heilsvermittlung der Kirche gelenkt und bereichert, damit die Ehegatten wirksam zu Gott hingeführt werden und in ihrer hohen Aufgabe als Vater und Mutter unterstützt und gefestigt werden (6). So werden die christlichen Gatten in den Pflichten und der Würde ihres Standes durch ein eigenes Sakrament gestärkt und gleichsam geweiht (7). In der Kraft dieses Sakramentes erfüllen sie ihre Aufgabe in Ehe und Familie. Im Geist Christi, durch den ihr ganzes Leben mit Glaube, Hoffnung und Liebe durchdrungen wird, gelangen sie mehr und mehr zu ihrer eigenen Vervollkommnung, zur gegenseitigen Heiligung und so gemeinsam zur Verherrlichung Gottes.
Wenn somit die Eltern durch ihr Beispiel und ihr gemeinsames Gebet auf dem Weg vorausgehen, werden auch die Kinder und alle, die in der Familiengemeinschaft leben, leichter diesen Weg des echten Menschentums, des Heils und der Heiligkeit finden.
Die Gatten aber müssen in ihrer Würde und Aufgabe als Vater und Mutter die Pflicht der Erziehung, vornehmlich der religiösen, die ihnen in ganz besonderer Weise zukommt, sorgfältig erfüllen.
Die Kinder als lebendige Glieder der Familie tragen auf ihre Weise zur Heiligung der Eltern bei. In Dankbarkeit, Ehrfurcht und Vertrauen müssen sie das erwidern, was die Eltern ihnen Gutes tun, und ihnen, wie es Kindern ziemt, im Unglück und in der Einsamkeit des Alters beistehen. Ein Leben, das nach dem Tod des einen Gatten als Fortführung der bisherigen ehelichen Berufung tapfer bejaht wird, soll von allen geachtet werden (8). Von einem reichen geistlichen Leben soll die Familie auch anderen Familien in hochherziger Weise mitgeben. Daher soll die christliche Familie - entsteht sie doch aus der Ehe, die das Bild und die Teilhabe an dem Liebesbund Christi und der Kirche ist (9) - die lebendige Gegenwart des Erlösers in der Welt und die wahre Natur der Kirche allen kundmachen, sowohl durch die Liebe der Gatten, in hochherziger Fruchtbarkeit, in Einheit und Treue als auch in der bereitwilligen Zusammenarbeit aller ihrer Glieder.
49. Die eheliche Liebe
Mehrfach fordert Gottes Wort Braut- und Eheleute auf, in keuscher Liebe ihre Brautzeit zu gestalten und in ungeteilter Liebe ihre Ehe durchzuhalten und zu entfalten (10). Auch in unserer Zeit hat die wahre Liebe zwischen Mann und Frau in der Ehe, wie sie sich in verschiedener Weise je nach Volk und Zeit geziemend äußert, als hoher Wert Geltung. Diese eigentümlich menschliche Liebe geht in frei bejahter Neigung von Person zu Person, umgreift das Wohl der ganzen Person, vermag so den leib-seelischen Ausdrucksmöglichkeiten eine eigene Würde zu verleihen und sie als Elemente und besondere Zeichen der ehelichen Freundschaft zu adeln.
Diese Liebe hat der Herr durch eine besondere Gabe seiner Gnade und Liebe geheilt, vollendet und erhöht. Eine solche Liebe, die Menschliches und Göttliches in sich eint, führt die Gatten zur freien gegenseitigen Übereignung ihrer selbst, die sich in zarter Zuneigung und in der Tat bewährt, und durchdringt ihr ganzes Leben (11); ja gerade durch ihre Selbstlosigkeit in Leben und Tun verwirklicht sie sich und wächst. Sie ist viel mehr als bloß eine erotische Anziehung, die, egoistisch gewollt, nur zu schnell wieder erbärmlich vergeht.
Diese Liebe wird durch den eigentlichen Vollzug der Ehe in besonderer Weise ausgedrückt und verwirklicht. Jene Akte also, durch die die Eheleute innigst und lauter eins werden, sind von sittlicher Würde; sie bringen, wenn sie human vollzogen werden, jenes gegenseitige Übereignetsein zum Ausdruck und vertiefen es, durch das sich die Gatten gegenseitig in Freude und Dankbarkeit reich machen. Diese Liebe, die auf gegenseitige Treue gegründet und in besonderer Weise durch Christi Sakrament geheiligt ist, bedeutet unlösliche Treue, die in Glück und Unglück Leib und Seele umfaßt und darum unvereinbar ist mit jedem Ehebruch und jeder Ehescheidung. Wenn wirklich durch die gegenseitige und bedingungslose Liebe die gleiche personale Würde sowohl der Frau wie des Mannes anerkannt wird, wird auch die vom Herrn bestätigte Einheit der Ehe deutlich.
Um die Pflichten dieser christlichen Berufung beständig zu erfüllen, ist ungewöhnliche Tugend erforderlich. Von daher müssen die Gatten, durch die Gnade zu heiligem Leben gestärkt, Festigkeit in der Liebe, Seelengröße und Opfergeist pflegen und im Gebet erbitten. Die echte eheliche Liebe wird höher geschätzt werden, und es wird sich eine sachgerechte öffentliche Meinung über sie bilden, wenn die christlichen Gatten durch das Zeugnis der Treue und Harmonie in dieser Liebe und durch Sorge für die Kindererziehung sich hervortun und ihre Pflicht erfüllen bei einer notwendigen kulturellen, psychologischen und sozialen Erneuerung zugunsten von Ehe und Familie.
Jugendliche sollen über die Würde, die Aufgaben und den Vollzug der ehelichen Liebe am besten im Kreis der Familie selbst rechtzeitig in geeigneter Weise unterrichtet werden, damit sie, an keusche Zucht gewöhnt, im entsprechenden Alter nach einer sauberen Brautzeit in die Ehe eintreten können.
50. Die Fruchtbarkeit der Ehe
Ehe und eheliche Liebe sind ihrem Wesen nach auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft ausgerichtet. Kinder sind gewiß die vorzüglichste Gabe für die Ehe und tragen zum Wohl der Eltern selbst sehr viel bei. Derselbe Gott, der gesagt hat: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei" (Gen 2,28), und der "den Menschen von Anfang an als Mann und Frau schuf" (Mt 19,14), wollte ihm eine besondere Teilnahme an seinem schöpferischen Wirken verleihen, segnete darum Mann und Frau und sprach: "Wachset und mehret euch" (Gen 1,28). Ohne Hintansetzung der übrigen Eheziele sind deshalb die echte Gestaltung der ehelichen Liebe und die ganze sich daraus ergebende Natur des Familienlebens dahin ausgerichtet, daß die Gatten von sich aus entschlossen bereit sind zur Mitwirkung mit der Liebe des Schöpfers und Erlösers, der durch sie seine eigene Familie immer mehr vergrößert und bereichert.
In ihrer Aufgabe, menschliches Leben weiterzugeben und zu erziehen, die als die nur ihnen zukommende Sendung zu betrachten ist, wissen sich die Eheleute als mitwirkend mit der Liebe Gottes des Schöpfers und gleichsam als Interpreten dieser Liebe.
Daher müssen sie in menschlicher und christlicher Verantwortlichkeit ihre Aufgabe erfüllen und in einer auf Gott hinhörenden Ehrfurcht durch gemeinsame Überlegung versuchen, sich ein sachgerechtes Urteil zu bilden. Hierbei müssen sie auf ihr eigenes Wohl wie auf das ihrer Kinder - der schon geborenen oder zu erwartenden - achten; sie müssen die materiellen und geistigen Verhältnisse der Zeit und ihres Lebens zu erkennen suchen und schließlich auch das Wohl der Gesamtfamilie, der weltlichen Gesellschaft und der Kirche berücksichtigen. Dieses Urteil müssen im Angesicht Gottes die Eheleute letztlich selbst fällen. In ihrem ganzen Verhalten seien sich die christlichen Gatten bewußt, daß sie nicht nach eigener Willkür vorgehen können; sie müssen sich vielmehr leiten lassen von einem Gewissen, das sich auszurichten hat am göttlichen Gesetz; sie müssen hören auf das Lehramt der Kirche, das dieses göttliche Gesetz im Licht des Evangeliums authentisch auslegt.
Dieses göttliche Gesetz zeigt die ganze Bedeutung der ehelichen Liebe, schützt sie und drängt zu ihrer wahrhaft menschlichen Vollendung.
So verherrlichen christliche Eheleute in Vertrauen auf die göttliche Vorsehung und Opfergesinnung (12) den Schöpfer und streben zur Vollkommenheit in Christus, indem sie in hochherziger menschlicher und christlicher Verantwortlichkeit Kindern das Leben schenken.
Unter den Eheleuten, die diese ihnen von Gott aufgetragene Aufgabe erfüllen, sind besonders jene zu erwähnen, die in gemeinsamer kluger Beratung eine größere Zahl von Kindern, wenn diese entsprechend erzogen werden können, hochherzig auf sich nehmen (13).
Die Ehe ist aber nicht nur zur Zeugung von Kindern eingesetzt, sondern die Eigenart des unauflöslichen personalen Bundes und das Wohl der Kinder fordern, daß auch die gegenseitige Liebe der Ehegatten ihren gebührenden Platz behalte, wachse und reife. Wenn deshalb das - oft so erwünschte - Kind fehlt, bleibt die Ehe dennoch als volle Lebensgemeinschaft bestehen und behält ihren Wert sowie ihre Unauflöslichkeit.
51. Die eheliche Liebe und der Fortbestand des menschlichen Lebens
Das Konzil weiß, daß die Gatten in ihrem Bemühen, das Eheleben harmonisch zu gestalten, oft durch mancherlei Lebensbedingungen der heutigen Zeit eingeengt sind und sich in einer Lage befinden, in der die Zahl der Kinder - mindestens zeitweise - nicht vermehrt werden kann und der Vollzug treuer Liebe und die volle Lebensgemeinschaft nur schwer gewahrt werden können. Wo nämlich das intime eheliche Leben unterlassen wird, kann nicht selten die Treue als Ehegut in Gefahr geraten und das Kind als Ehegut in Mitleidenschaft gezogen werden; denn dann werden die Erziehung der Kinder und auch die tapfere Bereitschaft zu weiteren Kindern gefährdet.
Manche wagen es, für diese Schwierigkeiten unsittliche Lösungen anzubieten, ja sie scheuen selbst vor Tötung nicht zurück. Die Kirche aber erinnert daran, daß es keinen wahren Widerspruch geben kann zwischen den göttlichen Gesetzen hinsichtlich der Übermittlung des Lebens und dem, was echter ehelicher Liebe dient.
Gott, der Herr des Lebens, hat nämlich den Menschen die hohe Aufgabe der Erhaltung des Lebens übertragen, die auf eine menschenwürdige Weise erfüllt werden muß. Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuenswürdige Verbrechen. Die geschlechtliche Anlage des Menschen und seine menschliche Zeugungsfähigkeit überragen in wunderbarer Weise all das, was es Entsprechendes auf niedrigeren Stufen des Lebens gibt. Deshalb sind auch die dem ehelichen Leben eigenen Akte, die entsprechend der wahren menschlichen Würde gestaltet sind, zu achten und zu ehren. Wo es sich um den Ausgleich zwischen ehelicher Liebe und verantwortlicher Weitergabe des Lebens handelt, hängt die sittliche Qualität der Handlungsweise nicht allein von der guten Absicht und Bewertung der Motive ab, sondern auch von objektiven Kriterien, die sich aus dem Wesen der menschlichen Person und ihrer Akte ergeben und die sowohl den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe wahren. Das ist nicht möglich ohne aufrichtigen Willen zur Übung der Tugend ehelicher Keuschheit. Von diesen Prinzipien her ist es den Kindern der Kirche nicht erlaubt, in der Geburtenregelung Wege zu beschreiten, die das Lehramt in Auslegung des göttlichen Gesetzes verwirft (14). Mögen alle daran denken: Das menschliche Leben und die Aufgabe, es weiterzuvermitteln, haben nicht nur eine Bedeutung für diese Zeit und können deshalb auch nicht von daher allein bemessen und verstanden werden, sondern haben immer eine Beziehung zu der ewigen Bestimmung des Menschen.
52. Die Sorge aller um die Förderung von Ehe und Familie
Die Familie ist eine Art Schule reich entfalteter Humanität. Damit sie aber ihr Leben und ihre Sendung vollkommen verwirklichen kann, sind herzliche Seelengemeinschaft, gemeinsame Beratung der Gatten und sorgfältige Zusammenarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder erforderlich. Zu ihrer Erziehung trägt die anteilnehmende Gegenwart des Vaters viel bei. Aber auch die häusliche Sorge der Mutter, deren besonders die jüngeren Kinder bedürfen, ist zu sichern, ohne daß eine berechtigte gesellschaftliche Hebung der Frau dadurch irgendwie beeinträchtigt wird. Die Kinder sollen so erzogen werden, daß sie erwachsen in vollem Verständnis für ihre Verantwortung ihrer Berufung, auch einer geistlichen, folgen und einen Lebensstand wählen können, in dem sie, wenn sie heiraten, eine eigene Familie gründen können, und dies unter günstigen sittlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorraussetzungen. Es ist Aufgabe der Eltern oder Erzieher, die jungen Menschen bei der Gründung einer Familie mit klugem Rat, den sie gern hören sollen, anzuleiten. Doch sollen sie sich dabei hüten, sie mit direktem oder indirektem Zwang zum Eingehen einer Ehe oder zur Wahl des Partners zu bestimmen.
So ist die Familie, in der verschiedene Generationen zusammenleben und sich gegenseitig helfen, um zu größerer Weisheit zu gelangen und die Rechte der einzelnen Personen mit den anderen Notwendigkeiten des gesellschaftlichen Lebens zu vereinbaren, das Fundament der Gesellschaft. Deshalb müssen alle, die einen Einfluß auf Gemeinden und gesellschaftliche Gruppen haben, zur Förderung von Ehe und Familie wirksam beitragen. Die staatliche Gewalt möge es als ihre heilige Aufgabe betrachten, die wahre Eigenart von Ehe und Familie anzuerkennen, zu hüten und zu fördern, die öffentliche Sittlichkeit zu schützen und den häuslichen Wohlstand zu begünstigen. Das Recht der Eltern auf Zeugung der Nachkommenschaft und auf Erziehung in der Familie ist zu sichern. Durch umsichtige Gesetzgebung und andere Maßnahmen soll auch für diejenigen Sorge getragen und entsprechende Hilfe gegeben werden, die das Gut der Familie leider entbehren müssen.
Die christlichen Laien, die die Gegenwart auszukaufen (15) und das Ewige von den wandelbaren Formen zu unterscheiden haben, mögen die Werte der Ehe und Familie durch das Zeugnis ihres eigenen Lebens wie durch Zusammenarbeit mit den anderen Menschen guten Willens eifrig fördern, und so werden sie trotz aller Schwierigkeiten für die Familie das erreichen, was sie braucht, und auch das, was die moderne Zeit an Vorteilen bietet. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die christliche Gesinnung der Gläubigen, das richtige sittliche Gewissen der Menschen und eine weise Erfahrung theologischer Fachleute von großem Nutzen.
Die Fachleute in den Wissenschaften, besonders in Biologie, Medizin, Sozialwissenschaften und Psychologie, können dem Wohl von Ehe und Familie und dem Frieden des Gewissens sehr dienen, wenn sie durch ihre gemeinsame wissenschaftliche Arbeit die Voraussetzungen für eine sittlich einwandfreie Geburtenregelung genauer zu klären suchen.
Die Seelsorger haben die Aufgabe, unter Voraussetzung einer genügenden Kenntnis des Familienproblems, mittels der verschiedenen pastoralen Hilfen, durch die Verkündigung des Wortes Gottes, durch die Feier der Liturgie und durch anderen geistlichen Beistand, die Berufung der Gatten in ihrem Ehe- und Familienleben zu fördern, sie menschlich und geduldig in Schwierigkeiten zu stützen und sie in der Liebe zu stärken, damit Familien von großer Ausstrahlungskraft entstehen.
Mancherlei Einrichtungen, besonders Familienvereinigungen, mögen den Jugendlichen und den Eheleuten selbst, besonders den Jungverheirateten, durch Rat und Tat beistehen und helfen, sie zu einem Familienleben hinzuführen, das seiner gesellschaftlichen und apostolischen Aufgabe gerecht wird.
Die Ehegatten selber aber sollen, nach dem Bild des lebendigen Gottes geschaffen, in eine wahre personale Ordnung gestellt, eines Strebens, gleichen Sinnes und in gegenseitiger Heiligung vereint (16) sein, damit sie, Christus, dem Ursprung des Lebens (17), folgend, in den Freuden und Opfern ihrer Berufung durch ihre treue Liebe Zeugen jenes Liebesgeheimnisses werden, das der Herr durch seinen Tod und seine Auferstehung der Welt geoffenbart hat (18).
(2. Vatikanisches Konzil: Gaudium et Spes, http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html)
Die Bibel sagt doch nie etwas über eine monogame, lebenslange Ehe an sich. Das ist entweder eine katholische oder eine weltlich-kulturell geprägte Erfindung! Und die Tatsache, dass Ehebruch verboten war, war doch nur deshalb, weil die Frau als Eigentum des Mannes angesehen wurde.
Hier wird in einem Rundumschlag das gesamte Zeugnis der Bibel über den Haufen geworfen.
Die Ehe - ebenso wie der Alte und Neue Bund - ist ein "Bund", ein "Eid", bei dem - im Gegensatz zu einem Vertrag, bei dem nur Eigentum ausgetauscht wird - sich Personen einander schenken. Der Mann schenkt sich der Frau - und umgekehrt. Gott hat den Menschen gegenüber einen Eid geschworen, Er ist einen Bund mit uns eingegangen und Jesus hat sich selbst für uns hingegeben.Ebenso sollten wir uns ganz an Ihn hingeben!
Gerade dieser Jesus wiederholtden Standard von Genesis (ein Mann verlässt Vater und Mutter, um sich an eine Frau zu binden. Auch hier also wieder der "Bund"). Er erwähnt ausdrücklich, dass eine Scheidung - etwa wegen Eheburch - ursprünglich nicht vorkam und nur wegen unserer Hartherzigkeit erlaubt wurde. Grundsätzlich gilt aber: was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen! Diese Botschaft finden wir von Genesis bis zum Neuen Testament - an keiner Stelle aber eine andere Botschaft, die etwa zeitlich begrenzte "Lebenspartnerschaften" von Mann und Frau oder Mann und Mann / Frau und Frau - oder gar noch mehr untereinander.
Bei der Vermählung geben sich ein Mann und eine Frau vor Gott das Jawort und binden sich ein Leben lang aneinander, so wie sich Gott in Jesus an uns gebunden hat - mit einem "Jawort", das - entprechend eines Eides - nicht gebrochen werden kann und für alle Zeiten gilt! Diese Treue Gottes spiegelt sich auch in der Treue der Ehepartner untereinander wieder. Und genausowenig, wie Gott sein Jawort, dassich in der Auferstehung Jesu bekräftigt hat, zurücknimmt, sollten Verheiratete ihr Jawort zurück nehmen. Das Jawort Gottes in Jesus wirkt unter den Menschen weiter. Mutter und Vater sollen ihre Kinder annehmen, Menschen einander - und der Ehemann die Ehefrau. In der Ehe kommt diese Annahme in einer Art und Weise zum Ausdruck, die wir sonst nirgendwo in dieser Intensität finden. Ehe ist ein Sakrament - ein Eid! - indem wir mit unserem Jawort das Jawort nachvollziehen, mit dem Gott in Jesus die Menschen angenommen und geliebt hat. Für immer und ewig. Und so wirkt auch diese Liebe unseres Erlösers Jesus Christus im Jawort - und damit in der Ehe selbst - weiter!
(Quellen: Prof. Dr. Scott Hahn und http://www.fernkurswuerzburg.de/)
Hiermit sind wir wieder beim alten Thema - dem Trugschluss, dass alles, was nicht ausdrücklich verboten wird, damit auch erlaubt ist. Hinzu kommt, dass die Bibel EINDEUTIG den Standard vorgibt: eine monogame, heterosexuelle, lebenslange Ehe zwischen Mann und Frau. Ehebruch wird durch das gesamte Zeugnis der Bibel als sündhaft hingestellt. Die Ehe als Spiegelbild des Bundes, den Gott in Jesus mit Seiner Kirche - und jedem Einzelnen - eingeht, ist ihrerseits ebenfalls ein Bund und ein Eid, den die Eheleute miteinander eingehen. Und nur im Rahmen dieses Bundes wird Sexualität für gut befunden - an keiner anderen Stelle der Bibel findet sich eine Stelle, die außerehelichen Sex befürwortet!
Im Alten Testament wird der Geschlechtsverkehr als ein Bund gesehen - als etwas, das Partner aneinander bindet.
Im Neuen Testament ist die Norm für Geschlechtsverkehr ebenfalls die Ehe. Im 1. Korintherbrief etwa lesen wir, dass es "besser" sei, "zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren" (1 Kor 7,9). Paulus ist offensichtlich der Ansicht, dass es nur in der Ehe in Ordnung ist, Geschlechtsverkehr zu haben. Auch im Streitgespräch Jesu mit den Pharisäern zum Thema Ehescheidung zitiert Jesus den Standard aus Genesis: "Die beiden werden ein Fleisch sein. Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen" (Mk 10,9 f.). Hier wird zwar nicht direkt verboten, Sex vor der Ehe zu haben, aber indirekt lässt sich hier sehr wohl erkennen, dass durch das Einswerden von Mann und Frau eine dauerhafte Verbindung entsteht.
(Quelle: u.a. http://www.fernkurswuerzburg.de/)
Womit wir beim Problem moderner Theologie sind: Passt uns etwas nicht an biblischen Vorgaben, sind diese eben "im Licht der damaligen Zeit und Kultur" zu sehen - heute sei ja alles ganz anders. Und so etwas wie ewige Wahrheiten und Standards gäbe es ja überhaupt nicht.
Ich will moderne Theologie nicht an sich schlecht machen. Es gibt auch heute herausragende Theologen (wie etwa Prof. Dr. Scott Hahn). Aber hier sehe ich eine große Gefahr moderner Theologie - eine Entwicklung, die durchaus in eine Irrlehre führen und andere mit sich reissen kann. Was gibt uns eigentlich das Recht, eigenmächtig biblische Wahrheiten im Licht der heutigen Zeit und gemäß "neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen" umzuinterpretieren? Hier scheint der moralische Relativismus zu regieren: jeder kann und soll für sich selbst entscheiden, was moralisch richtig ist. Wenn es aber in einer Gesellschaft keinen Konsens mehr über das Wahre, Gute und Richtige gibt, ist dies der Anfang vom Ende.
Selbstverständlich gibt es so etwas wie ewige Wahrheiten und biblische Standards! Jesus selbst hat diese - Tausende von Jahren nach ihrer Festlegung! - wiederholt, indem Er Genesis zitierte! Er hat sich auch nicht auf veränderte Verhältnisse usw. berufen! Der Wert und Sinn der Ehe liegt nicht in kulturell geprägten Gegebenheiten, sondern in ihrem Bund als einem Spiegelbund des Bundes, den Gott in Jesus Christus mit uns eingegangen ist. Nur im Rahmen dieses Bundes, in dem wir uns einander selbst schenken, erfüllt Sexualität ihren Sinn und Zweck.
Natürlich verstehe ich das Bedüfnis, die Emotionen und die Not, die oft hinter dem Wunsch stehen, davon abzuweichen - aber es ist uns einfach nicht gestattet, eigenmächtig gegen klare Vorgaben zu handeln! Jesus hat uns aufgetragen, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz auf uns zu nehmen und Ihm nachzufolgen. Er hat nie gesagt, dass es leicht werden würde - aber Er hat uns versrpochen, dass es sich lohnen würde! Allerdings hat Er uns auch darauf hingewiesen, dass das Tor zum Himmel klein und der Weg dorthin beschwerlich ist und nur wenige ihn gehen. Die meisten gehen zum anderen Tor, dessen Weg dorthin breit und leicht zu gehen ist. Auch wurden wir im Neuen Testament vor Irrlehren gewarnt. All dies sollten wir im Kopf behalten, wenn wir uns mit unserer menschlichen "Weisheit" an der Bibel zu schaffen machen.
Ehelicher Sex ist nicht nur irgendeine "Ausdrucksform menschlichen Verhaltens", die zu anderen Zeiten auch ganz anders aussehen kann, sondern Spiegelbild des göttlichen Bundes und damit heilig! Und Gott, der die Bibel inspiriert und das gesamte Universum geschaffen hat, soll keine Ahnung von unseren Verhältnissen heute gehabt haben, als Er die damaligen Schreiber inspirierte? Er, der das Schicksal der Menschen bis ans Ende aller Tage kennt?
Ja, er hat sich einfacher Menschen bedient - mit all ihrer Beschränktheit und all ihren Fehlern - um Sein Wort weiterzugeben und aufzuschreiben. Aber in dem Moment, wo das Wort niedergeschrieben oder mündlich überliefert wurde, war nicht der beschränkte Mensch, sondern der Heilige Geist selbst am Werk!
Wie kann also eine "andere Verhaltensweise" (außerehelicher Sex oder gar gleichgeschlechtlicher Sex oder ausgefallene "Sexspiele" usw.) diesen göttlichen Vorgaben entsprechen, zumal Sexualität nicht nur irgendeine andere "Verhaltensweise", also eine reine Handlung ist, die als solche auch austauschbare wäre, sondern dem innersten Wesen des Menschen als Geschöpf mit Körper, Geist und Seele entspricht und mittels derer er einen Bund mit seiner Frau eingeht, der dem Bund Gottes mit den Menschen entspricht?
Heute wird ja manchmal argumentiert, Sexualität sei nicht nur als etwas Göttliches zu sehen, sondern zuerst als menschliche Verhaltensweise. Angesichts des biblischen Hintergrundes und des wahren Wesens von Sexualität kann vor solchen Auffassungen nur gewarnt werden. Wenn wir menschliche Sexualität nur mehr als Verhaltensweise oder Ausdruckmittel sehen, das sich zeitlich und kulturell bedingt auch ändern kann, rütteln wir an den Grundwerten der Bibel und des christlichens Menschenbildes - mit unabsehbaren möglichen Konsequenzen.
(Quelle: u.a. http://www.fernkurswuerzburg.de/)
Das Apostolische Schreiben Johannes Pauls II "Familiaris consortio" (1981) sagt: "Die Kirche bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht."
(Quelle: http://www.fernkurswuerzburg.de/)
Lesen wir Mt 19,4-6: "Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen." (Einheitsübersetzung).
Das Sakrament der Ehe ist kein Vertrag, den man so einfach kündigen kann wenn es einmal stressig wird, wenn wir schwere Zeiten durchmachen oder uns halt gerade danach fühlen. Gott vereint uns im Bund der Ehe. In einem Vertrag tauschen wir materielle Dinge aus. In einem Bund tauschen wir Menschen aus - wir geben uns selbst hin. Ich gebe mich ganz an dich und du gibst dich ganz an mich hin. Gott bezeugt und besiegelt diesen Bund zwischen den beiden. Das darf men keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Hier handelt es sich um einen lebenslangen Bund. Wir entscheiden uns dazu, unseren Gatten oder unsere Gattin zu lieben - auch wenn es einmal schwer wird.
1 Kor 7,10-11: "Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen - wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann - und der Mann darf die Frau nicht verstoßen." (Einheitsübersetzung).
Wenn in einer Ehe Probleme auftreten, kann das Paar vielleicht einmal getrennt leben, die Ehe selbst kann aber nie gebrochen werden, da sie ein von Gott geschaffener Bund ist. Gerichte, Rechtsanwälte und Richter haben keine Autorität über die Bunde, die Gott eingeht oder schafft. In unserer Gesellschaft aber wird die Ehe oft als ein Vertrag angesehen, denn man auch wieder brechen kann. Gott ist aber der, der diese Verbindung geschaffen hat und Er ist auch der einzige, der Autorität darüber hat. Scheidung ist keine Wahlmöglichkeit für einen wahren Christen. Das Wort "entlassen" in Mt 5,32 bezieht sich mehr auf eine Annulierung.
1 Kor 7,13-14: "Auch eine Frau soll ihren ungläubigen Mann nicht verstoßen, wenn er einwilligt, weiter mit ihr zusammenzuleben. Denn der ungläubige Mann ist durch die Frau geheiligt und die ungläubige Frau ist durch ihren gläubigen Mann geheiligt. Sonst wären eure Kinder unrein; sie sind aber heilig." (Einheitsübersetzung).
Der getaufte Christ wurde geheiligt (1 Kor 6,11); der Körper eines Christen ist ein Glied Jesu (1 Kor 6,15). Die ungläubige Gattin, die ein Fleisch mit dem Christen in der ehelichen Verbindung wird, nimmt deshalb an dieser Heiligung teil. Dieses Teilnehmen an der Heiligung der Taufe ist ein weiterer Hinweis auf die Unauflöslichkeit der Ehe.
1 Kor 7,39: "Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will; nur geschehe es im Herrn." (Einheitsübersetzung).
Eine Ehe hat das Siegel Gottes auf sich und kann deshalb nicht gebrochen werden. Man kann sich trennen, wenn man aber getrennt ist, darf man nicht wieder heiraten, bis der Gatte, mit dem die Frau in der Ehe verbunden wurde, gestorben ist. Wenn man nach einer Scheidung wieder heiratet, begeht man Ehebruch und bringt auch seinen Partner dazu, Ehebruch zu begehen. Die Ehe ist ein Bund, den Gott selbst eingerichtet hat und den der Mensch nicht einfach für null und nichtig erklären kann. Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen.
Eph 5,25-28: "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst." (Einheitsübersetzung).
Wir Männer sind gerufen, unsere Frauen so zu lieben, dass wir sogar unser Leben hingeben würden, um sie zu beschützen - so wie Jesus Sein Leben für uns hingegeben hat. Die offensichtliche Ausnahme in Mt 5,32 erlaubt keine Scheidung. Das griechsiche Wort für "Unzucht", das sich in Mt 5,32 findet, bezieht sich auf die Fälle, wo das Paar blutsverwandt war - und das war nach dem Gesetz Mose verboten (siehe Lev 18,6-16). Somit war die Ehe niemals wirklich gültig und wird deshalb als null und nichtig betrachtet.
(Quelle: www.saintjoe.com)
Kann man sich nicht wegen Ehebruchs scheiden lassen und erneut heiraten?
Lesen wir 1 Tim 5,8: „Wer aber fuer seine Verwandten, besonders fuer die eigenen Hausgenossen, nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein Unglaeubiger.“ (Einheitsuebersetzung)
So wie Jesus fuer unsere Seelen sorgt, sollen wir uns auch um unsere Familienmitglieder kuemmern. In 2 Thess 3, 10 etwa lesen wir auch: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ (Einheitsuebersetzung). Wer gesund und kraeftig ist, kann sich nicht zurueck lehnen und erwarten, dass Gott fuer einen sorgt. Gott wird fuer uns nur bis zu einem bestimmten Punkt sorgen. Wenn wir nicht selbst versuchen, fuer uns und fuer unsere Familien zu sorgen, wie koennen wir dann erwarten, dass Gott das fuer uns tut? Wenn wir einmal geheiratet und eine Familie gegruendet haben, sind wir auch fuer immer in deren Verantwortung und haben fuer sie zu sorgen. Das wuerde einer Scheidung und Wiederheirat im Wege stehen.
(Quelle: www.saintjoe.com)
Ein Sakrament ist ein von Christus für seine Kirche und für immer eingesetztes, mit den Sinnen erfahrbares, besonderes und wirksames Zeichen einer unsichtbaren Gnadenwirkung.
Das Sakrament ist kein bloßer Symbolismus. In ihm drückt sich durch Worte und Handlungen der Priester (oder sonstigen, legitimen Spender) Jesus Christus selber aus, der das bewirkt, was die Sakramente bezeichnen. In dem Gläubigen, der die Sakramente mit der erforderlichen inneren Haltung empfängt, bringen sie Frucht.
Der Katechismus der Katholischen Kirche schreibt dazu bei der Nummer 774: "Die sieben Sakramente sind die Zeichen und Werkzeuge, durch die der Heilige Geist die Gnade Christi, der das Haupt ist, der Kirche, die sein Leib ist, verbreitet." In diesem Sinne der Verwaltung der Sakramente wird auch die Kirche als ganze als Sakrament bezeichnet, in der Christus das Zeichen und Werkzeug der Einheit zwischen Gott und den Menschen ist.
Die Sakramente sind die heilswirksamen Zeichen des Neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen, da Gott sich den Menschen, in seiner unendlichen Liebe, immer wieder neu schenken will. Sie eint die Kirche immer wieder neu.
In der Theologie (Dogmatik) werden die Sakramente in der Sakramentenlehre behandelt. Die wichtigsten Sakramente sind die Taufe und deren Aktualisierung in der Eucharistie. Die anderen Sakramente sind diesen zugeordnet.
Wer handelt im Sakrament
Im Sakrament handelt Jesus Christus. Er schenkt uns Menschen durch die Sakramente seine Gnaden, also das göttliche Leben. Jedes Sakrament ist dabei von den anderen zu unterscheiden und hat eigene Besonderheiten, auch hinsichtlich des Spenders, der Form wie der Materie des Sakraments und der nötigen Intentionen (siehe: Gültigkeit).
Christi Gegenwart
Christus ist in den Sakramenten ganz gegenwärtig; in besonderer Weise in den eucharistischen Gaben. Er ist gegenwärtig in der Person des Ausspenders, denn Christus selbst bringt das Opfer durch den Dienst insbesondere des Priesters dar. Wie er sich am Kreuz dem Vater dargebracht hat, so teilt sich Christus der Kirche, seiner Braut, durch alle Zeiten mit. Spender der Firmung soll, Spender der Weihe kann nur der Bischof sein. Eheleute spenden einander das Sakrament gegenseitig.
Die Taufe kann notfalls jeder spenden, sogar in äußerster Not ein Ungetaufter, falls er nur, etwa auf Bitten des Taufbewerbers, tun will, was die Kirche tut.
Sieben Sakramente
Die 7 Sakramente sind: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte (Buße), Ehe, Weihe und Krankensalbung. Diese sprechen alle wichtigen Phasen eines Lebensweges an. Es sind sozusagen entsprechend den Stufen des natürlichen Lebens die Stufen des geistlichen Lebens.
"Die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte erkannt, dass es unter ihren liturgischen Feiern sieben Sakramente gibt." (KKK Nr. 1117)
Jedes Sakrament nimmt einen wichtigen Platz ein. Die Eucharistie ist dabei das "Sakrament aller Sakramente", wie der Heilige Thomas von Aquin schreibt, da sie das Erlösungsgeheimnis der Taufe, die Einheit in Christus, realpräsent aktualisiert.
Gruppierungen
- Die Sakramente der Initation (Einweisung) sind: Taufe, Firmung und Eucharistie (in der Osternacht in dieser Reihenfolge). Sie führen ins christliche Leben ein und bilden eine "Startzündung".
- Die Sakramente der Heilung sind: Beichte und Krankensalbung.
- Die Sakramente des Dienstes an der Gemeinschaft: Ehe und Weihe.
- Zum Heil notwendige Sakramente: Die Taufe ist regelmäßig heilsnotwendig, bzw. die Sakramente als solche. Wer erkannt hat, dass Christus der Erlöser ist, ist dazu gerufen, seiner Kirche beizutreten und ihr treu anzuhängen; vgl. Lumen gentium, Nr. 14. (Die Taufe von Kleinkindern ist jedoch aufzuschieben, wenn sicher vorherzusehen ist, dass keine christliche Initiation folgt. Mit Erreichen des Unterscheidungalters gilt normalerweise die Pflicht zur Erwachsenentaufe.)
Ursprung der Sakramente
Die Sakramente wurden von Jesus Christus eingesetzt; (vgl. Konzil von Trient, Dekret über die Sakramente, Kan. 1). Die Mysterien des Lebens Jesu sind die Grundlage für die Spendung der Sakramente durch die Amtsträger. Die Sakramentalität der Kirche Christi ist zugleich eine der wesentlichen Aussagen der Heiligen Schrift insgesamt.
Die gänzliche Enfaltung der Sakramente erhalten sie aus dem Herzen Jesu als ihrer Mitte: Dies beschreibt die Präfation des Heiligsten Herzens vortrefflich: "In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Allmächtiger Vater zu danken und Dich mit der gannzen Schöpfung zu loben durch unsern Herrn Jesus Christus. Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht weit offen für alle, damit sie freudig daraus schöpfen aus den Quellen des Heiles. Durch ihn rühmen Dich Deine Erlösten und singen mit den Chören der Engel das Lob Deiner Herrlichkeit. Heilig, Heilig, Heilig ...
Wirkung der Sakramente
KKK Nr. 1152: "Die Sakramente der Kirche schaffen den ganzen Reichtum der Zeichen und Symbole des Kosmos und des gesellschaftlichen Lebens nicht ab, sondern läutern und integrieren sie." Sie wollen den Menschen heilen und heiligen. Insofern bereiten die Sakramente uns vor auf das Leben im Himmel. "Die Frucht des sakramentalen Lebens besteht darin, dass der Geist der Gotteskindschaft den Gläubigen Anteil an der göttlichen Natur schenkt, indem er sie mit dem einzigen Sohn, dem Erlöser, lebendig vereint." (KKK Nr. 1128)
Die Sakramente wirken "ex opere operato" (aus sich heraus, bzw. Kraft der vollzogenen Handlung durch Christus). Während die Wirkweise aufgrund des Vollzugs feststeht, gibt es unter den theologischen Schulen eine Kontroverse über die genaue Wirkweise der Sakramente. Nahmen v.a. die Jesuitentheologen an, dass diese Wirkweise rein moralisch zu verstehen ist, vertritt die thomistische Schule eine physische Wirksamkeit der Sakramente. Die zweitere Ansicht dürfte dem Dogma von Trient gerechter werden. Die sakramentalen Wirkungen auf bestimmte Mindestdispositionen von Spender oder Empfänger einzuschränken, das hieße, zu engherzig von der Liebe Gottes zu denken. Die Auswirkung der Teilhabe am sakramentalen Leben der Kirche (auf den moralischen Erfolg im Leben der Christen) ist jedoch abhängig davon, ob der Glaube auch gute Werke hervorbringt, also vom Fortschritt des christlichen Bemühens.
Ziel der Sakramente
Der jüdische siebenarmige Leuchter, erhält durch Christus seine volle BedeutungDie Sakramente sind somit auf die Heiligung des Menschen, den Aufbau des Leibes Christi (Kirche) und auf die Gott geschuldete Verehrung hingeordnet. Sie wollen uns auch lehren in einem geistigen Sinne. Die Sakramente haben insbesondere das Ziel, das Leben der Kirche aus der Eucharistie zu beleben und zu ihr zu führen. In ihr kann der Christ täglich Ostern feiern.
Gültigkeit
Die Gültigkeit der Spendung eines Sakramentes ist an drei Bedingungen gebunden: Form, Materie und Intention.
Die Form ist zum Beispiel bei der Taufe die Taufformel. Wenn zur sakramentalen Handlung (=Materie) ein stoffliches Element (z.B. Wasser bei der Taufe) verwendet wird, nennt man dieses entfernte Materie, das Tun damit (bei der Taufe= Waschung mit Wasser) nähere Materie.
Zudem muss der Spender die Intention haben, das Sakrament zu spenden. Er muss die Absicht haben das zu tun was Gott getan haben will und weil die Kirche sich an den Willen Christus/Gottes halten will, muss er die Absicht haben das zu tun was die Kirche tut.
Unterschied zu Sakramentalien
Sakramentalien sind Zeichen, die nicht "ex opere operato" wirken, sondern kraft der Fürbitte der Kirche. Sie wollen eine gewisse Nachahmung der Sakramente in der alltäglichen Frömmigkeit begünstigen.
(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Sakrament)
Roman Catholic Christians believe that marriage was instituted by God in the Hebrew Scriptures.
In the simplicity of his words, the author of Genesis described the institution of human society.
In the New Testament, Jesus reestablished the indissolubility and unity of marriage.
Jesus extolled the sanctity of marriage by his presence at the wedding feast at Cana and the occasion of his first public miracle.
Finally, it is Paul who writes of marriage as a true sacrament the sign of the conjugal union of Christ and his Bride, the Church.
The Fathers of the Church, from the evangelist John and Paul attest to the reinstitution and sanctification of matrimony by Christ and its elevation to a mystical signification.
The teaching Magisterium of the Church in Ecumenical Councils also affirms the sacramental state of matrimony.
The Roman Catholic Church professes the absolute indissolubility of marriage based on the Bible. The Church has also taken on herself to decide if and when marriage occurs. This process is called annulment.
There are, as human experience teaches, many obstacles to a valid marriage. For instance, if a young woman were forced into marriage under fear of death, she would be incapable of entering into a valid marriage. Or, a person may attempt marriage while already married to a third party. These reasons and others, if proven to have existed, invalidate marriage.
The Church in her wisdom, her history and the presence of the Holy Spirit takes it upon herself to judge the validity of marriages presented to her for judgment. If the presence of some obstacle--called an impediment--is judged to have been there at the time of a wedding ceremony, the Church issues an annulment. She judges that while there may have been a wedding ceremony there was no marriage in the eyes of God.
The parties are then free to contract a valid marriage.
(Quelle: http://romanticcatholic.com/apologetics.html - used with permission)
Katechismus: Das Sakrament der Ehe
Karl-Leisner-Jugend: Das Sakrament der Ehe
Glaubenslust: Ehe
Liebe und Verantwortung: Ehe und Familie bei Karol Wojtyla
Katholisch.de: Familienferien
kirchensite: Ehe
kirchensite: Scheidung
kirchensite: Eheprozess
kirchensite: Eheanullierung
Ehenichtigkeit - Eheannullierung. Scheidung und Wiederheirat? Eine Klärung bieten die OFFIZIALATE der katholischen deutschen Bistümer
KathTreff - Heiratsportal für Katholiken
kath.net: 'Humanae vitae' als Hohelied der ehelichen Liebe
kath.net: Gemeinsamer Kirchgang senkt das Scheidungsrisiko
Vatikan: Gravissimum Educationis - Über die christliche Erziehung
kath.net: Intakte Familien schützen vor Jugendkriminalität
Zenit: Christen & Muslime gemeinsam für die Familie
kath.net: Benedikt XVI: Ehekrisen sind eine Chance
Bibliothek der Kirchenväter: Über die einmalige Ehe
ZENIT: Papst Benedikt gibt Familien heilige Eheleute zum Vorbild
Homeschooling - Schule Zuhause
Päpstlicher Rat für die Familie
Institut für Ehe und Familie (Österreich)
Österreichische Bischofskonferenz: http://www.ehe-schuetzen.at/
For Your Marriage - An Initiative of the United States Conference of Catholic Bishops
Catechism: The Sacrament of Matrimony
Vatikan: Jubiläum der Familien
Vatikan: Die Familie und das Leben in Europa
Vatikan: Vademekum für Beichtvater in einigen Fragen der Ehemoral
Katechismus der Katholischen Kirche
Österreich: Familiennetzwerk
USA: Family Life Center International
Apostolate for Family Consecration
Retrouvaille - A Lifeline for Marriages
LifeSiteNews.com: Humanae Vitae
Coronum Catholic Apologetic Homepage: The Church Fathers on the Sacrament of Matrimony
StayCatholic.com: The Early Church Fathers on Divorce & Remarriage
CNA: The sacraments change our bodies and souls, Pope Benedict explains
Townhall.com: Girls Need a Dad and Boys Need a Mom by Janice Shaw Crouse
California Catholic Daily: “Not confused with other forms of coexistence”
Father At Night by Michael D. O’Brien
Homeschooling Legal Defense Association
"Becoming a Catholic Family" by Dr. Scott & Kimberley Hahn (CDs)
"The ABCs of Choosing a Good Husband" by Stephen Wood
"The ABCs of Choosing a Good Wife" by Stephen Wood
"Relationships 101 - A Seminar for Teens & Twenties" (CD) by Steve Wood & Stephanie Wood
"Courtship and Marriage - How to Prepare for Lifelong Love" by Fr. John A. O'Brien
"Raising the Standard - A Challenge to Married Men" (CD) by Steve Wood
"Building Your Marriage on THE ROCK" (CD) by Steve Wood
"Our Marriage Covenant & Our Coventant With God" (CD) by Steve Wood
"Help for Hurting Marriages" (CDs) by Steve Wood
"A Lasting Promise - A Christian Guide for Fighting for Your Marriage" by Scott Stanley
"Catholic Courtship - A Challenge to Teens & Twenties" by Steve Wood & others
Christopher West: Introduction to Theology of the Body
"Male And Female He made Them" by Mary Jo Anderson & Robin Bernhoft, M.D.
Dr. Marcellino D'Ambrosio: The Catholic Church on Sex, Marriage, Divorce & Annullment (CDs)
Saint Joseph Communications: In Defense of Marriage
Dr. Scott & Kimberley Hahn: Becoming a Catholic Family
Dr. Scott & Kimberley Hahn: Discover the Christian Meaning of Sex and Marriage (CD)Drei Linden Film: Kinder ohne Liebe (DVD)
Dr. Scott Hahn & Mike Aquilina: First Comes Love (DVDs)
Dr. Scott Hahn: Swear to God (DVD)
Steve Ray: Catholic Family: Living as Husband & Wife (CD)
Steve Ray: Catholic Family: Education Your Children (CD)
Sacrament Preparation Program: Matrimony