Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Teaching the Faith is #1 Priority

Was das Thema Berufe bzw. Berufungen in der Katholischen Kirche angeht, so sind hier radikale Änderungen längst überfällig.

Zum einen gibt es trotz aller Anstrengungen noch eine nicht nötige Trennung zwischen Menschen, die für die Kirche beruflich tätig sind und dem allgemeinen katholischen Fußvolk. Trennungen von beiden Seiten: Die Kirche ist gerufen, die ehrenamtlichen Laien (also den katholischen Otto Normalverbraucher) als solche wahrzunehmen und in ihrer Berufung und Wertschätzung zu fördern. Das bedeutet eine umfassende Ausbildung aller Gläubigen hinsichtlich dem, was die Kirche lehrt und warum sie es lehrt. Die Angbebote der Bildungshäuser sind in dieser Hinsicht leider oft mehr als dürftig. Jesus hat jedem von uns einen klaren Auftrag mitgegeben: Wir sollen hinaus gehen, Menschen taufen und sie zuSeinen Jüngern machen. Also nicht einen religiösen Club gründen, der für sich selbst und untereinander Veranstaltungen in Kirchengebäuden abhält (so wichtig diese auch sind!), sondern HINAUS geht. Die Laien sind hierbei gerufen, von ihrer katholischen Konsumentenhaltung wegzukommen und zu einem Verständnis davon zu gelangen, was wahre Jüngerschaft ist. Gott hat jedem von uns Gaben mitgegeben und eines Tages werden wir uns vor Ihm dafür verantworten müssen, was wir mit ihnen gemacht haben. Jüngerschaft ist kein Freizeitvergnügen, sondern ein Bund, in dem wir uns selbst hingeben.

Auch die Verantwortlichen in der Katholischen Kirche selbst sind zu radikalen Änderungen gerufen. Oft wird auf die Standards verwiesen, die durch die Ausbildungen zu Gemeindereferenten einzuhalten seien und von denen nicht abgewichen werden darf. So verständlich sich das erst einmal anhören mag, so unsinnig ist dies manchmal in der Praxis. Sehen wir uns doch einmal an, was mit all diesen nach einem Standard ausgebildeten Menschen geschieht: Sie leisten zumeist großartige Arbeit, nur was sie da leisten, bringt die Kirche als solche nicht weiter. Die katholische Durchschnitts-Gemeinde (v.a. in Großstädten) gleicht mehr einem gemeinnützigen Verein oder einem religiösem Club. Das meine ich keineswegs nur schlecht. Die Menschen treffen sich, organisieren Veranstaltungen, Gottesdienste, wohltätige Aktionen, Gemeindeleben usw. - und all dies mit einem christlichen "Touch". So weit so gut - für viele Angebote in heutigen Pfarreien brauche ich aber nicht unbedingt eine Kirche. Das kann jeder gemeinnützige Verein mit idealistischem Hintergrund (fast) genauso gut. Was hier fehlt? Nun, gehen wir auf das nötige Gleichgewicht dessen ein, was man in den USA als "grace" und "truth" beschreibt: Als Gleichgewicht zwischen Gnade und Wahrheit.
Gnade: Es ist gut und wichtig, Werke der Barmherzigkeit zu tun. Nur wie sieht das in den Gemeinden aus? Oft wird das auf die Caritas abgeschoben (nur zur Info: Ich unterstütze die Arbeit der Caritas!). Ich kann und darf aber nicht nur jemand anderen dafür bezahlen, dass er meinen Nächsten liebt. Das Problem ist nicht nur, dass wir nicht genug von dem teilen,was wir teilen können, sondern auch, dass wir keine Arme und sonstigen "Randgruppen" kennen, geschweige denn Gemeinschaft mit ihnen haben. Wir bringen unser Geld oder Sachspenden irgendwo hin, wo es die Bedürftigen abholen. Das ist nicht das, was Jesus im Sinn hatte. Ein Arbeitslosenfrühstück ist eine gute Sache. Hinausgehen dorthin, wo Arme leben und mit ihnen zusammen zu sein, ihr Leid und Leben teilen und mit ihnen gemeinsam Mahl zu halten sowie nicht nur unseren Überfluss mit ihnen teilen, sondern auch von dem geben, was uns weh tut, wäre doch so viel mehr!

Gnade allein macht uns aber nur zu einem guten Menschen, nicht unbedingt zu einem Christen. Möglicherweise führt sie sogar zu Aberglauben.
Hier kommt nun die Wahrheit ins Spiel. Ich muss das, was ich liebe auch kennen. Wie viele Katholiken haben aber tatsächlich eine Ahnung davon, was die Kirche lehrt und warum sie es lehrt? Wer kann unseren Glauben schon sich selbst und anderen gegenüber begründen - und auch verteidigen? Wie können wir vor Liebe zum Herrn brennen wenn wir gar keine Vorstellung davon haben, was da eigentlich brennt?

All diese Standard-mäßig ausgebildeten Menschen sind bestimmt wunderbare Arbeiter im Weinberg des Herrn, wenn ich aber die Angebote in vielen Pfarreien anschaue, frage ich mich durchaus, was das für eine Standard war und wofür diese Menschen ausgebildet wurden. Ich bin mir sicher, dass viele von ihnen weitaus mehr geben könnten, wenn man sie nur lassen würde und sie nicht in ein festes Schema pressen würde!

Die heutige Zeit erfordert eine radikale Umstellung im Denken und Handeln. In vielem sind uns evangelikale Christen um Lichtjahre voraus - warum also nicht von ihnen lernen? Warum nicht völlig neue Wege beschreiten? Wenn ich beispielsweise die "Randgruppen" erreichen will, von denen auch Jesus spricht, warum nicht Menschen aus diesen Gruppen mit all ihren Erfahrungen einbinden (Stichwort: Ex-Gay Ministries)? Warum nicht akzeptieren, dass es auch andere - und möglicherweise im Einzelfall weitaus bessere - Qualifikationen für das gibt, was ich als Beruf(ung) suche? Warum nicht weg von diesen unseligen Pfarreiverbunden gehen und hin zu autonomen Pfarreien unter dem Schirm des Bischofs?

Wenn wir hier nicht bald umschwenken und weiterhin einen Weg beschreiten, der die Menschen nicht spirituell ernährt, werden wir weder Jesu großem Auftrag gerecht noch als Kirche weiterhin von Bedeutung sein.

Die Unkonventionalität von Papst Franziskus möge uns hier ein leuchtendes Beispiel sein.

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CatholicNewsAgency.com: Religious Education

Catholic News Agency: Ordination of 33 deacons fills St. Peter's with joy

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