Katholisch Leben: The Jesus Brothers!

Aufbruch und Erneuerung

Über mich





Es gab zwei entscheidende Wendepunkte in meinem Leben. Teil 1 könnt ihr hier nachlesen.

Kommen wir zu Teil 2:

Nach den turbulenten Jahren und meinem wieder erwachten Glauben wollte ich wöchentlich Gottesdienste besuchen. Nun war ich allerdings viele, viele Jahre in keiner Kirche mehr und von der Bibel und Grundsatzfragen christlichen Glaubens hatte ich wenig Ahnung. Wie viele andere Menschen bastelte ich mein Gottesbild "gefühlsmäßig" zusammen.

Wie auch immer, ich ging in eine katholische Kirche in München. Nach meiner Vergangenheit und dem Feuer, das nun in mir brannte, wollte ich etwas, das diesen Durst stillt. Lebendiges Wasser.

Der Gottesdienst allerdings war ziemlich ernüchternd. Und anschließend ging wieder jeder seines Weges. Das soll es gewesen sein? Das war christlicher Glaube?

Ich brannte und wollte mehr. Über das Internet fand ich eine freie evangelische Gemeinde. Ich ging hin und war positiv überrascht. Hier war der Gottesdienst lebendiger, die Menschen trafen sich auch vorher und hinterher noch, man wurde freundlich aufgenommen, ohne gleich "überrumpelt" zu werden und irgendwie schien es dort mehr Menschen zu geben, denen es ging wie mir und die noch das Feuer in sich hatten.

Hier schien ich eher zuhause zu sein. Ich traf mich in den nächsten Wochen öfter mit den Christinnen und Christen dort. Die Angebote in dieser Gemeinde waren für mich als Katholiken völlig ungewöhnlich - ich war jedoch positiv überrascht. Bibelstunden kannte ich bis dato noch gar nicht. Dass Menschen zusammen die Bibel lesen und darüber sprechen, war mir völlig neu. Auch, dass man füreinander betet.

Eine Frau dieser Gemeinde setzte sich dankenswerterweise wöchentlich mit mir zusammen, um mir die Grundlagen des christlichen Glaubens beizubringen.

Irgendwann beschloss ich, mich dort (nochmals) taufen zu lassen. Ich ging davon aus, dass die Kindstaufe "unbiblisch" sei, und "richtig" getauft werden wollte ich allemal.

Das Feuer brannte immer noch. Ich ging zu den wöchentlichen Bibelstunden und zum Gottesdienst am Sonntag. Schön und gut. Und das war's? Wieder beschlichen mich leise Zweifel. In der Bibel liest sich das ganz einfach - ernährt die Hungrigen, besucht die Gefangenen usw. Ich fragte nach, ob ich so etwas machen könnte, aber irgendwie gab es so etwas dort nicht. Man traf sich halt zur Bibelstunde und zum Gottesdienst - und fertig.

Ich will diese Menschen nun keineswegs schlecht machen. In dieser Gemeinde habe ich großartige Christinnen und Christen getroffen, die den christlichen Glauben als etwas begriffen haben, das man tagtäglich - auch und gerade! - praktisch lebt.

Mit der Zeit wurde ich immer unzufriedener. Das Feuer brannte und wollte gestillt werden.





Über einen Freund in den USA - ebenfalls Christ - bekam ich die Adresse einer "bibeltreuen" Gemeinde hier in München. Ich war vor Monaten schon mal dort und beschloss, es nochmal zu wagen.

Die nächsten Jahre verbrachte ich praktisch in dieser Gemeinde. Es gab dort viel Bibelunterricht, gemeinsame Versammlungen (Gottesdienste) sonntags und ein sehr familiäres Verhältnis. Noch heute sehe ich die Menschen dort als meine Familie. Die Christen in dieser Gemeinde sind sehr bemüht, ihr Leben an der Bibel - und nur an ihr - zu orientieren. Alles andere ist menschliche Tradition und hat in der Gemeinde nichts zu suchen.

Für eine Zeit lang erschien mir die Art und Weise, wie hier die Bibel ausgelegt wurde, sehr einleuchtend und richtig. Immer wieder aber versuchte ich, zusammen mit anderen Neues zu beginnen. Vor allem soziale Projekte,. Evangelisation usw. Schließlich spricht Jesus sehr viel davon im Neuen Testament. Zwar wurde mir schnell bewusst, dass ich nicht mein persönliches Bild einer perfekten Gemeinde anderen aufzwingen kann, aber auch hier war es mir einfach zu wenig, mich zur Bibelstunde und zum Gottesdienst mit meinen Geschwistern im Herrn zu treffen. Das Feuer in mir brannte und war noch immer nicht gelöscht.

Mit den sozialen Projekten und der Evangelisation war aber auch hier nicht viel los. Noch immer war ich auf der Suche.

Ich surfte im Internet und zu meiner eigenen Überraschung waren es immer katholische Seiten, die ich anklickte. Sehr viel auch über das Ordensleben. Ab und zu ging ich auch in eine - leere - katholische Kirche, setzte mich hin und betete still. Irgendwie hatte ich dort das Gefühl, "zuhause" zu sein.


Wenn ich heute zurück blicke, kann ich es nur als Fügung Gottes sehen, dass ich eines Tages mit den Kapuzinern in Ingolstadt Kontakt aufnahm und fragte, ob ich mal vorbei schauen könnte. Ich weiß noch sehr gut, als ich im Zug dorthin saß und mit mir selbst redete. Ob ich denn völlig übergeschnappt sei? Kapuziner?? Kloster??

Ich weiß auch nicht, warum. Seit meiner Kindheit (ich war Ministrant auf dem Land und in unserer Stadt gab es ein - mittlerweile aufgelöstes - Franziskanerkloster) war ich vom Hl. Franz von Assisi fasziniert. Ich bin auch durch Homepages der Franziskaner gesurft, aber bei den Kapuzinern hat es sofort "gefunkt".

Nun stand ich also in Ingolstadt und klingelte an der Klosterpforte. Meine Empfindungen damals als unsicher und etwas verstört zu beschreiben, ist wohl noch milde ausgedrückt.

Ich verbrachte einige Stunden dort. Ein junger Novize zeigte mir das Kloster und wir redeten viel über das Ordensleben und seinen Entschluss, den Kapuzinern beizutreten. Mittags aßen und beteten wir zusammen und ich durfte auch den Guardian kennen lernen (servus, Georg!!).

Als ich mich dann wieder verabschiedete und nach Hause fuhr, war ich noch mehr verwirrt. Vieles von dem, was ich hörte und sah, passte so gar nicht zu den freikirchlichen Glaubensinhalten - und doch hat es in mir einen Nerv getroffen. Ich war zutiefst berührt und selbst etwas verwirrt deshalb.

Ich denke mal, die Kapuziner dort haben nicht erwartet, je wieder etwas von mir zu hören.

In den nächsten Monaten war mein Glaubensleben eine Art Achterbahnfahrt. Irgendetwas stimmte nicht mehr und ich war völlig durcheinander. Ich las mehr und mehr katholische Literatur, besuchte katholische Kirchen (schließlich war ich ja immer noch Katholik!) und merkte, wie sich in mir ein Wandel vollzog.

Irgendwann fuhr ich wieder nach Ingolstadt. Und Altötting. Ich bat um die Erlaubnis, mit den Brüdern ab und zu leben und arbeiten zu dürfen.

Diese Monate haben mir unglaublich viel gegeben. Die Demut und das radikale Leben in der Nachfolge Jesu, die ich dort antraf, haben mich im Innersten berührt und zutiefst beschämt. Wie erbärmlich sah da mein Glaubensleben aus und wie sehr hing ich noch an weltlichen Dingen!

Inzwischen habe ich auch den Provinzial - Pater Josef Mittermaier - kennen gelernt. Ein sehr beeindruckender Mann, der eine natürliche Autorität ausstrahlt und gleichzeitig eine tiefe Demut und von Herzen kommende Freundlichkeit. Wir haben uns über vieles unterhalten - auch über meine Zeit bei den Freikirchen. Und - im Gegensatz zu vielen Christen in Freikirchen - kam von katholischer Seite nie ein schlechtes Wort über die Christen dort. Ganz im Gegenteil - Pater Josef meinte einmal, er wisse, wie aufrichtig die Menschen dort in der Bibel lesen würden, aber "manchmal brauchen die Menschen etwas Beständiges". Dieser Satz hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Da war viel Wahres dran. Die relativ kurzfristige Lebensdauer der meistern Freikirchen, die hohe Fluktuation dort, die verschiedenen Glaubensauffassungen - und das im Vergleich zu einer Kirche, die seit 2.000 Jahren wie ein Fels stand!

Irgendwann sah ich dann, dass es einen Tag der "Berufungspastoral" mit Bruder Paulus in Ingolstadt gab. Ich meldete mich an.

Wieder habe ich mit mir selbst gehadert, als ich im Zug nach Ingolstadt saß. Berfungspastoral? Bist du nun völlig bescheuert?

Was auch immer. Ich fuhr hin.

Wir (drei "Interessenten") und die Brüder Kapuziner verbrachten einen ganzen Tag zusammen, lernten viel über das Ordensleben - vor allem aber auch über uns selbst. Ich war total hin und weg. Und ich konnte kaum glauben, als ich am Schluss zu Bruder Paulus sagte, ich frage mich eigentlich nur mehr, was mich davon abhält, diesen Schritt zu tun.

Und das kam aus tiefstem Herzen. Hier fühlte ich mich zuhause. Angekommen. Am Ziel.

Nun war mir aber auch klar, dass ein Mensch mit meiner Vergangenheit erstmal daran arbeiten sollte. Und so teilte ich zunächst meinen Geschwistern in der Freikirche mit, dass ich zwar weiter Teil ihrer Familie sein werde, aber mich doch als Katholik sehe.

Ich besuchte viele Veranstaltungen und traf mich mit vielen Menschen. Unter anderem habe ich dem Opus Dei viel zu verdanken. Bei deren Abenden habe ich ungemein viel gelernt. Unter anderem bin ich dort auf das Buch "Rome Sweet Home" von Prof. Dr. Scott Hahn (www.scotthahn.com) gestoßen, einem presbyterianischen Pastor, der zusammen mit seiner Frau zum Katholizismus konvertiert ist und sich sehr detailliert mit den Argumenten sogenannter evangelikaler (oder "bibeltreuer") Christen auseinander setzt, ohne sie dabei schlecht zu machen. Gleiches gilt für Karl Keating (www.catholic.com).

Mir wurde klar, dass viele Glaubensgrundsätze, die ich bisher vertrat und ebenso meine Art und Weise, die Bibel auszulegen, doch etwas sehr vereinfachend waren. Ich mag zwar die besten Absichten gehabt haben, doch fehlte es mir doch noch sehr an Wissen. So schrieb ich mich auch in "Theologie im Fernkurs" ein (www.fernkurswuerzburg.de).  Auch begann ich eine Therapie bei einem christlichen Therapeuten.

Und ich verbrachte viel Zeit bei den Kapuzinern. Was zunächst noch etwas ungewohnt für mich war (trotz meiner katholischen Erziehung gingen die Jahre bei Christen in Freikirchen nicht spurlos an mir vorbei), wurde bald zu einem natürlichen Teil meines spirituellen Lebens. Und je mehr ich in der Bibel las, mich mit Theologen unterhielt und vor allem auch im Katechismus der Kirche nach las, desto klarer wurde mir, dass die Katholische Kirche weit davon entfernt war "unbiblisch" zu sein, sondern dass sie im Gegensatz dazu DIE Kirche war - die Kirche, die Jesus selbst gegründet hat und die - so hat er uns versprochen - bis ans Ende aller Zeiten Bestand haben wird.

Sogar die Bereiche, die sehr stark von anderen Christen angegriffen werden (Wallfahrtsorte, Heilige, Maria) erwiesen sich als völlig anders als erwartet. Als ich zusammen mit den Pilgern in Altötting sein durfte, erlebte ich ein nie gekanntes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Zusammengehörigkeit im Glauben und in Jesus Christus.

Ich bin vielen Menschen zu Dank verpflichtet. Christen, die ich in oben genannten Freikirchen getroffen habe, aber auch und vor allem den Kapuzinern, an deren Beispiel ich erleben durfte, was es Heißt, Jesus nachzufolgen. Viele Freikirchen behaupten von sich, das Urchristentum wieder errichten zu wollen. Kapuziner wollen nicht (nur) wie Urchristen leben, sondern wie die Apostel - in der Nachfolge von Jesus Christus.

Und an diesem Punkt bin ich nun. Ich versuche nun, herauszufinden, ob ich für das Ordensleben geeignet bin. Hätte man mir das früher gesagt, hätte ich nur gelacht. Mittlerweile gibt es nichts, das ich lieber täte, als mit den Brüdern, die ich von ganzem Herzen liebe und die zu meinen Brüdern geworden sind, zusammen zu leben, zu arbeiten und Gott anzubeten und nachzufolgen.

Ebenso bin ich Father Bill Buckley und den anderen Geschwistern von der Engischsprachigen Katholischen Mission in München (http://www.englishspeaking-mission-munich.de/) zu großem Dank verpflichtet. Sein Beispiel und seine Führung haben mich gelehrt, im Glauben zu wachsen.

Wie auch immer die Geschichte weiter geht, diese Zeit wird und hat mich für immer verändert.

Und den größten Dank hierfür schulde ich der Nummer 1 persönlich:

Jesus Christus.
 




"Sometimes I feel like that dunkey that Jesus rode on His way to Jerusalem: Sometime he must have thought they were clapping for him."
Prof. Dr. Scott Hahn
 
 
 
 

Über mich - Teil 2

Seit dem obigen Text ist nun einige Zeit vergangen. Wie ist meine Geschichte weiter gegangen?

Gott hat jedem von uns Gaben geschenkt, die wir zu Seinem Ruhm und zum Wohle der Kirche einsetzen sollen. Jeder einzelne Mensch hat seine Berufung und die Pflicht, seine Gaben Frucht tragen zu lassen.

Ich habe nun einen guten Teil des Programms von "Theologie im Fernkurs" hinter mir und auch meine Seelsorgeausbildung ist bald beendet. Noch immer ist es mein größter Wunsch, mein Leben ganz dem Herrn zu geben - in welcher Form auch immer. Ich sehe den christlichen Glauben nicht als etwas an, das ich sonntags in der Kirche ausleben, sondern als ein fortwährender Gottesdients (Dienst Gottes am Menschen und des Menschen vor Gott), der jeden Tag heiligt.

Vor allem sehe ich mich dazu gerufen, ein Zeugnis des Glaubens zu geben - durch mein eigenes Leben wie dadurch, dass ich auf andere Menschen zugehe, mich aktiv am Leben beteilige und meinen Glauben so in Wort und Tat kundtue und bei Bedarf auch verteidige.

Es ist mir ungemein wichtig, den Menschen begreiflich zu machen, was für eine wundervolle Großfamilie die Katholische Kirche ist und welchen spirituellen Reichtum sie bietet. Die wenigsten Menschen - inklusiv Katholiken! - wissen wirklich, wofür die Katholische Kirche steht, warum Katholiken glauben, was sie glauben und was sie eigentlich genau glauben. Viele Menschen lehen die Katholische Kirche aufgrund von Aussagen ab, die sie irgendwo aufgeschnappt haben - ohne sich jemals die "Gegenseite" dazu angehört haben. Manche Christen nennen sich etwa "bibeltreu" - und sagen damit gewollt oder ungewollt, dass Katholiken nicht bibeltreu sind. Ihnen in Demut und Respekt zu zeigen, dass der Katholische Glaube sehr wohl biblisch begründet ist und vielleicht die eigenen Aussagen nicht so schlüssig, wie bisher angenommen, sehe ich ebenso als meine (unsere?) Berufung. Genauso aber, in den Herzen meiner Geschwistern in der Katholischen Kirche wieder das Feuer des Heiligen Geistes zum Brennen zu bringen, das oft nur mehr auf "Sparflamme" geschalten ist. Schließlich ist es mir wichtig, den katholischen Glauben meinen eigenen Geschwistern in der Katholischen Kirche lebendig und deutlich zu machen - in der festen Überzeugung, dass viele die Katholische Kirche aus Gründen verlassen, die bei näherem Hinsehen wohl nicht in der Art aufgetreten wären. Die wenigsten lehnen die Katholische Kirche an sich ab - viele aber lehnen das ab, was sie dafür halten oder vermischen persönliche Gefühle mit Glaubenswahrheiten.

Ähnlich wie Mike Cumbie sehe ich meine Aufgabe darin, den Glauben zu verbreiten sowie eine ökumenische Verbindung mit Christinnen und Christen anderer Konfessionen und Gemeinschaften sowie mit anderen Religionen aufrecht zu erhalten. Eine Verbindung, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und Demut.

Als weitere Vorbilder und spirituelle Wegbegleiter sehe ich Prof. Dr. Scott Hahn, Fr. Bill Casey, Fr. Benedict Groeschel, Archbishop Fulton Sheen, Fr. Mitch Pacwa, Fr. Ben Cameron, Tim Staples, Ken Hensley, Jimmy Akin, Dave Armstrong, Stephen Ray, Dr. Marcellino D'Ambrosio, Michael Barber sowie selbstverständlich Johannes Paul II. und Benedikt XVI. "Meine" Heiligen sind der Hl. Franziskus, der Hl. Konrad von Parzham und natürlich die Gottesmutter Maria.

Auch innerhalb der Katholischen Kirche sehe ich meine Aufgabe darin, an den Grundwerten unseres Glaubens festzuhalten und diese im täglichen Leben zum Tragen zu bringen. Leider gibt es in der heutigen Theologie Tendenzen, alles bisherige abzulehnen und menschlicher Wissenschaft sowie aktuellen Zeitgeistströmungen und emotionalen Verfassungen den Vorrang zu geben. Unser Kirche hat aber einen in 2.000 Jahren gewachsenen Glaubens- und Traditionsschatz, dem wir auch verpflichtet sind. Auch haben wir nicht das Recht, von der schriftlichen Überlieferung - also der Bibel - abzuweichen, diese nach eigenem Gutdünken "umzuinterpretieren" oder aufgrund des menschlichen Zeugnisses in der vorliegenden Form abzulehenen (kaum mehr etwas, das in der Bibel steht, wird für authentisch und bindend angesehen. Da wird abgestritten, dass Jesus gesagt hat, was Er gesagt hat - und wenn Er es gesagt hat, dass Er es so gemeint hat. Da wird abgestritten, dass die Apostel tatsächlich selbst die Evangelien und die Briefe verfasst haben. Und wenn die Bibel zwar irgendwie von Gott inspiriert sei, hätten sie doch Menschen geschrieben - Menschen, die keinesfalls über das wunderbare Wissen verfügen, über das wir heute verfügen. Dass Gott als Chöpfer des Universums unserem Spatzenhirn aber immer noch haushoch überlegen ist und durchaus gewusst haben dürfte, was Er tat, als Er die Schreiber der Bibel inspierierte, wird meist vergessen. Ebenso sehe ich es als bedenklich an, dass oft die eigen - von Emotionen sowie vom eigenen oder fremden "Wissensstand" geprägte - Meinung weitergegeben wird, anstatt sich an die klaren Aussagen des Katholischen Katechismus zu halten.

Und so gehe ich weiter meinen Weg - oder besser: Gottes Weg.

Und ich versuche, meine Gaben zu nutzen und anderen Menschen dabei behilfich zu sein, ebenfalls Gottes Weg zu gehen.

Wer will, kann diesenWeg gerne zusammen mit mir gehen. Und das meine ich tatsächlich so: gehe mit mir!

 

 

An meine evangelikalen Brüder und Schwestern

Ein offenes Wort an all die Brüder und Schwestern aus evangelikalen Gemeinden, die ich auf meinem Weg zurück zum Glauben kennen lernen durfte und mit denen ich teilweise auch eine längere Zeit zusammen verbracht habe.

Ich bin euch allen sehr zu Dank verpflichtet. An eurem Beispiel konnte ich sehen, was es heißt, ein Christ zu sein. Ich habe in evangelikalen Gemeinden wunderbare Menschen getroffen, für die ihr Glaube nicht nur etwas ist, das auf der Lohnsteuerkarte steht, sondern etwas, das auf ihr tägliches Leben Einfluss hat. Auch eure Liebe zur Bibel und das Feuer der Liebe zu Jesus Christus, das ihr euch über viele Jahre hinweg in euren Herzen bewahrt hat, hat mich zutiefst bewegt.

Auch wenn ich nun weiter im Glauben gewachsen bin, dürft ihr, die ihr mich nun inzwischen auch besser kennt, davon ausgehen, dass ich es mir nicht leicht gemacht habe und dass es gerade meine Liebe zur Bibel und zu Jesus Christus war, die mich zurück zur katholischen Kirche geführt hat.

Ihr werdet jedoch weiter in meinem Herzen bleiben. Wir sind eine Familie in Jesus Christus unserem gemeinsamen Herrn, und daran wird sich nichts ändern.

Und so denke ich, wir sollten uns auch weiterhin als solche begreifen und auf dem aufbauen, was wir gemeinsam haben: unseren Glauben an den Sohn Gottes. Das heißt nicht, dass wir unsere Verschiedenheiten nicht auf den Tisch bringen dürfen - das sollten wir sogar. Aber all das sollte in geschwisterlicher Liebe geschehen, einer Liebe, die alles gibt und nichts fordert.

Gottes reichen Segen,

Robert

 

Solche angeblichen katholischen Homepages kann doch jeder ins Internet stellen!

Mein Ziel ist es, das zu tun, was alle Katholiken tun sollten: die Gaben zu nutzen, die mir Gott gegeben hat und im Rahmen des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen meinen Anteil zu tun an der Verpflichtung aller (!) Christen, zu "evangelisieren" (also die Gute Nachricht zu verbreiten und Menschen auf dem Weg zu Gott zu begleiten bzw. Hindernisse dorthin aus dem Weg zu räumen).

Diese Seite dient der Verbreitung katholischen Glaubensgutes sowie der Verteidigung katholischer Glaubenswahrheiten. Mir ist wichtig, dass zum einen Nicht-Katholiken verstehen, warum Katholiken glauben, was sie glauben und zum anderen Katholiken selbst in die Lage zu versetzen, ihren Glauben vor sich selbst begründen und gegen Angriffe anderer verteidigen zu können.

Ich unterstelle mich hierfür ausdrücklich der Autorität des Ortsbischofs sowie des kirchlichen Lehramtes und bin jederzeit Anregungen und Informationen gegenüber aufgeschlossen.

Anstatt sich aber immer zu beklagen, warum Seiten wie die meine im Internet sind, sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob sie nicht durchaus wichtig und sinnvoll sein können bzw. ob man selbst nicht etwas versäumt hat. Den Zuspruch und das Interesse, das solche Seiten finden, kommt ja nicht von ungefähr. Offenbar besteht gerade in Richtung klar und verständlich formulierter sowie umfangreicher Apologetik ein Bedürfnis vieler Menschen, das anderweitig nicht ausreichend befriedigt wird.

Warum gehst du in eine englischsprachige Personalpfarrei in München, wenn du doch Deutscher bist?

"How much sense does it make to have an English speaking Catholic Mission here in Munich, Germany? Does that not prevent English-speaking people from integrating into the German parishes? At best the members in there should stay only a limited amount of time. And as to the Germans who go there, this is more a psychological thing: it satisfies some of their needs to go there. In no case, however, a spiritual reason can be brought up by Germans to attend an English-speaking mission in their own country."

Is that right?

I am German. And I attend St. Kilian – the English-speaking Catholic Mission in Munich, Germany. Am I having a psychological problem? Not more than most of the rest of you guys I’d say. Does it fulfill some of my inner needs? Of course it does – that’s what a Church is for! If a Church doesn’t satisfy the needs of its members, something is wrong with this Church! Can no spiritual reason be brought up as grounds for me to go there? Am I preventing others or myself from integrating into the German parishes? Well, isn’t that some sort of spiritual pride to argue like that? And maybe a little narrow-minded?

First some about myself:

I am a cradle Catholic. Born in a small town in Northern Bavaria, I grew up very traditionally. Looking back at that I am deeply grateful that the Lord granted me this.

The pre-Vatican II time was still very much alive when I started off as an altar boy. Also lots of old traditions where still cherished and shaped me in a way that took decades to come to full bloom.

However, my life took a different turn and soon I was heavenly involved with Anarchists and later on spent many years fully embracing the gay life – in a way that most of you guys probably cannot even imagine. And I am not proud of that at all.

Don’t mistake me – I do not see my life as all bad. It has shaped me into the man I am now.

It took many years till the Lord probably couldn’t see me going down anymore (I guess it couldn’t also go more down than it was back then). He answered my prayers – the first ones in years – and in His immeasurable grace brought people into my life that He used to change my life: North American Christians.

That might sound strange to some of you, but take it from me: they literally saved my life. I would probably be dead by now if it hadn’t been for them – or better: for the Lord in and through them.

Then another journey started: I was asked to attend a Christian service once a week, pray and read the Bible on a daily basis. Now as to the praying and reading the Bible part I got that alright, but when it came to the service, I was hesitant. I hadn’t been in a church service for a long, long time. Not knowing better, I went to the next church around the corner. A typical German big city parish I’d say. I attended mass and went back home. And I went like I entered: alone. Completely anonymous. The mass wasn’t “bad” - it still was a mass. But as to myself, I felt like a complete outsider. That was nobody’s fault but my own, but the whole ceremony and also the sermon felt like something I was not a part of. This was a subjective feeling, but it led me into seeking for greener pastures.

I shared my experiences with the guys online (I was part of a Christian online recovery group) who were mostly Americans or Canadians. One suggested for me to go to reborn Christians.

Reborn what?

All I knew was the Catholics and the Lutherans. Anyway – why not give it a try?

I checked out an English speaking Baptist church downtown. Somehow I was more drawn to them than to the German Baptist community that was in the same building.

What am I supposed to say? There I found Christians that showed me that the Christian Faith was way more than what I knew. That it was something that went to the heart, that was to be lived out 24/7, that you share with your brothers and sisters. We prayed together, had Bible studies together, soon I joined the worshipping band and took part in the many church activities. A lady from the church took the time and effort to sit with me on a regular basis, read the Bible with me and re-introduce me to the Christian Faith – in a way I hadn’t know before.

Even though my journey took me to other churches (I spent another three years in the local Church of Christ), I am still in contact with them and also with the guys who the Lord used to bring me back to Him. I am deeply thankful to all of them. They were the ones who set my heart on fire for the Lord and I will not forget that till the end of my days.

It took a long time, lots of Bible studies and most of all a lot of time spent with Capuchin friars till I found my way back home to Rome. Back to the Catholic Church.

Like most who come back or convert and have been with the Evangelicals or Fundamentalists before, I was on fire for the Lord. I loved Him more than anything in my life. I loved the Bible and I wanted to live out my Faith.

And then you come back home to the Catholics. You guys probably won’t realize, but for us this is like one big cold shower. Like you’ve come to know and love the Catholic Church in her fullness – to find out that this Church hardly seems to exist anymore and that most of its members don’t even seem to realize the treasure they have.
I checked out St. Kilian, the English-speaking Catholic mission and to this day I believe the Lord led me here. This is the perfect transition for someone coming from free evangelical or fundamentalist churches. There you also find the socializing, the potlucks and the many activities that are already familiar to you. Plus a priest that is a true Shepard of his flock. In one word: you find family. Christian brothers and sisters.

Do not make the mistake to call that only a psychological thing. Of course, this environment also fulfills emotional and relational needs. But if you take a closer look on the Biblical view of man, you will find that the three parts of it (the body, mind and soul) are combined as one. You cannot see them separate and you cannot tear them apart. There is no such thing as “only” psychological” and “only” spiritual.

The Lord knew the need of man for fellowship. For this very reason he created Eve. For this reason He kept on reminding us that Faith is not just a private thing between Him and us, but always to be seen in the context of the Church. And the red threat that runs throughout the Bible is the Church as a family – with a Father, a Mother and brothers and sisters. A family based on a life-giving covenant with God. A contract exchanges property, but in a covenant you give yourself.

Keep that in mind when you think that the warmhearted Church family that you find in St. Kilian is only a psychological thing. That would mean you completely miss the point of the Christian family!

Now why would a German join the English-speaking mission?

Since some years I have been studying theology in a part-time Catholic study program. I just finished my two internships – one of them being in St. Kilian, the other in a German parish around the corner. Also I am still in contact with other German parishes, committees and Christian as well as non-Christian churches and religions. So I guess you could say I am not isolated nor do I further non-integration through my behavior or through the way I worship.

What I have found in St. Kilian is what I would in some sense call the future of the Catholic Church.

I do not see a conflict between foreign-speaking missions and the local German Church. It doesn’t have to be an “either / or”. It can and should be a “and”!

If you take a closer look at the Catholic Church today, you will inevitably realize the many changes going on there. Some for the better, some maybe not so good. However, changes are always the first step to growth – both in numbers, spiritually and as persons.

You find the tridentine mass being celebrated again, you find many new Catholic communities and orders, you find many laypeople using their God-given gifts to live out their Faith and you also find people leaving the Church because they have never experienced or understood what she really teaches and why she does so or theologians and laypeople re-defining the Bible and the Catholic Faith in a way that is spiritually destructive (read “Father Elijah” by Michael D. O’Brien for more!).

Maybe new forms of parishes (like St. Kilian) or new communities – and also “old” ways to celebrate the mass like the Latin rite celebrated in the tridentine mass in addition to the existing German parishes and under the guidance of the local Bishop could enrich the Catholic Church in Germany in a way the local German parishes could not.

Another point that should not be neglected (again read “Father Elijah” by Michael D. O’Brien for more!): there is also a theological aspect to that. There are people – also Germans! – attending English-speaking Catholic parishes, because they find the Catholic Church there.

What I mean with that?

In the last decades some sort of modernist theology has grown especially here in Germany that is very unhealthy for the Church. Now I do not want to put German theologians in general down, but all in all I rest my case. Traditional Catholic teachings are considered out of date and replaced by something I would in some cases have a hard time even calling Catholic (even though well-intentioned). Also there is more ecumenical activity going on in some German parishes than Catholic teaching, evangelizing and life. So even lots of Germans are drawn to American theologians and lay evangelists like Prof. Dr. Scott Hahn, Tim Staples, Fr. Bill Casey, Jeff Cavins, Steve Ray, Bob Fishman, Dave Armstrong, Mike Cumbie, Jim Akin, Karl Keating and many more. First, their methods are a lot more helpful (easily understandable and solid teaching on CD’s, DVD’s, tracts, books and study guides as well as on the internet, in seminars and so on). Apologetics like they do it is considered completely out of date in German theology. However, coming from an evangelical and fundamentalist background, I can only warn you: you can only love what you know. It is not for nothing that many Catholics leave the Church because Evangelicals confront them with “one-liners” (Bible verses that seem to contradict Catholic teaching at first sight). That Atheism takes root. That unhealthy things are going on in German parishes, simply because people do not know what the Church teaches. That even in study programs things are being taught that go against traditional Catholic teaching. Bible verses are “explained away” and everything is seen in he light of modern science, human reason, psychotherapy and political correctness. All of that thrown into the ecumenical pool and out comes a wishy-washy cafeteria Catholicism, where you pick a little from here and some from there – all according to your personal preferences. Don’t get me wrong: ecumenical activities are a good thing, but they only work if all participants are firmly rooted in their own faiths. If you do not really know where you belong to and where you stand, you will not be able to fruitfully communicate with others either. As one Muslim said at a Christian-Muslim meeting after having heard different and sometimes completely opposite views from different Christians being present: “Well, what do you believe in?”

Back to the missions. Some might think that missions are only for Third World countries where people need to hear about Christ, where they do not know Him at all and are waiting for us to tell them about Him, where you evangelize and make converts (sounds pretty much like Europe to me, if you ask me). It goes way beyond that. On www.newadvent.org you find a great article on Catholic Parochial Missions. They are different from the evangelism of the Church among heretics and pagans. Catholic Parochial Missions are out to instruct Catholics (!) about their own religion. They also convert the sinners (guys like you and me) and set lukewarm benchwarmers on fire for the Lord. Does that ring a bell? It sure does for me.

Now that does not automatically refer to foreign-speaking missions, but it sure has its point. Catholic Parochial Missions usually do systematic courses and stuff like that – but does that mean they do not refer to and English-speaking mission in Munich, Germany? Not at all! On the contrary, this is what I see as the primary goal of our wonderful parish. Why not elevate this concept to a parish level?

This is also what might make us different from other parishes in Germany: As an English-speaking Church we are internationally oriented – in other words: CATHOLIC (universal). In a city like Munich with people from all over the world (some of them only here for a limited period of time!) you cannot just tell them go and learn German. You need to integrate into German parishes. Maybe the German parishes need to integrate a little bit more into the international community and not see their own language and tradition as the center of the universe. How about that. But we are here in Germany, you might respond. We sure are, but first every country is becoming more and more international and a little international and universal flavor doesn’t hurt anybody and second as I said some only stay for a short amount of time. Are they supposed to fist learn German and how we celebrate mass before they dare to set a foot into His Church? Isn’t that just a little bit arrogant? And even those who stay here for good: Shouldn’t we let the Church flourish in all Her different forms instead of trying to “Germanize” everything (remember: I am German!) and calling those who go to foreign-speaking missions people who prevent others from integrating into His Church? If I take a look on our lively, warmhearted community and the regular Church attendance on Sundays and compare that to the average German Churches in Munich, I really ask myself who is preventing whom from integrating (I am not blaming anybody. You cannot put the blame on anybody else but yourself if you don’t attend mass or leave the Church. However, the Church also has Her duties and a calling, which I sometimes have a hard time to discern).

Reaching out to atheists, to the marginalized, to Evangelicals, to the religions, to non-believers, to lukewarm Catholics, to those who attack the Church, to cafeteria Christianity and people out for moral relativism that does not know a common agreement on what is good and true but leaves this up to every individual to decide – seeing our international mission there, right among them, wouldn’t that be something for St. Kilian? Something a German parish would have a very hard time doing? Setting people on fire again for their own Faith, preparing them for the sacraments, teaching and sharing our own Faith to and with them, seeing our Christian calling as a personal 24/7 commitment to Christ and His Church? And all of that in an international setting?

We can be there where regular German parishes neither have the time nor means nor people to be. We can be active when others are caught up in daily routine. We can be what is lacking in a big city like Munich.

By the way: even if somebody only comes to us because we are English-speaking and he or she feels more at home here, why on earth should we not welcome him? Why should we tell him to go out, learn some German and go to the German parishes? Or see our parish community only as a sort of transitory project that offers English-speaking people masses only as long as they do not understand German? That would go against everything Christianity is all about and greatly and tragically miss the point: we are family. And a family is a covenant for life. You do not “use” a family and then move on to what you think is a better one. In our days, we should call ourselves happy to have people come to us at all. Would Jesus chase them away because they feel - both emotionally and spiritually! - more at home here? I don’t think so.

No, I most certainly don’t think so.

You might come up with smarty-pants theological essays now trying to justify a position that would redefine the word “mission” and the need to integrate into the local, national parishes. Again: we do not separate ourselves by what we are. On the contrary: we are probably more outgoing and our folks might be much more on fire for the Lord than any local German parish (just for the record: I do not want to put German parishes down. I am also active in one and lots of what they are doing is a great job for the Lord). With all those theological gymnastics you will not convince me that we are at best helpful for the shift and at worst useless and harmful. As I see things, people who try to find theological reasons to justify that are those who need to prayerfully reconsider their position.

“Therefore go and make disciples of all nations…and teaching them to obey everything I have commanded you” (NIV) we read in the Great Commandment in Mt 28,19-20. Doesn’t “all nations” sound like a great mission concept for St. Kilian?

We are one family and one body of Christ. Every member of the body has its function and none is better or more important than the other. Even within the German Church you have a great variety of different communities, traditions and organizations. And this is a good thing! We should never force our own personal view of how the perfect Church has to look like. Dietrich Bonhoeffer wrote a great book about that: “Living Together”. The point is that you will never find that perfect Church – and if you do, you’ll ruin it the moment you enter its doors.

We are not a “German” Church. We are one, holy and apostolic Catholic Church. And international Church that should also be reflected like that in an international city like Munich.

Call me retarded, old school, harmful, full of psychological problems and needs – I don’t mind. I love my Church and I am not a bit ashamed of that.

Quite on the contrary: I will not put my light under the table, but shout it from the roofs:


God bless St. Kilian!

Munich, July 31st

Robert Gollwitzer


Katholisch leben: The Jesus Brothers!
www.katholisch-leben.org

JASON – a Christian ex-gay ministry
www.freewebs.com/jason-online

Men’s Fraternity Germany
www.freewebs.com/mensfraternity


P.S.: This paper is NOT meant to further division in the church or something. I see it as grounds to clarify my own (!) position, not to put anybody down.

YouTube.com: Fr. Bill Casey: What Kind of a Friend Are You?

But in the end you need to integrate into local parishes if you want to grow. This means for everybody something else: one will leave the English-speaking mission, the other will stay there, but also attend German parishes.

Why would that be?

I see the point in not seeking isolation - neither for the parish nor for the individual.

But that has nothing to do with foreign-speaking missions. That goes in both ways. Everybody and every parish needs to overcome isolation of whatsoever.

Just an example: if Germans living in New York City would attend a German-speaking parish, would that also mean isolation? A sign of not wanting to grow or not being able to?

It could - and it could not. If you live in a foreign country, you are forced to integrate 24/7 (now please do not come up with extreme examples of people that stay so close to their family and culture they never integrate. For that there is no remedy. Where there is no will, there is no way). So if you integrate all day long, would it really be a sign of isolation or non-growth if you attend a German mass once a week? Just to get a little "home-feeling" every now and then?

I don't think so.

Let's not be too hasty with judgments or easy explanations. People are not necessarily as narrow-minded and simple structured as we might believe at times. They could be - like we could -, but that doesn't have to be the case.

Every (!) Church and every (!) individual can live in isolation. And as I said: an English-speaking parish could fulfill tasks that a German parish would neither have the time nor the means to do. So why not seeing foreign-speaking missions as a new color in the Catholic Church bouquet? Why not be happy that people attend masses and take part in parish life at all?

Yes, we should be one family and express that through constant bonds and interactions with the local dioceses and Churches. And it is my strong conviction and belief that a foreign-speaking mission could add something special and unique to the Catholic family. Something nobody else can or has.

How about that.

Bist du ein Fundamentalist?

Mit diesem Wort wird ja mittlerweile schon fast inflationär umgegangen. Meist ist es kaum definiert und bezeichnet alles, was man selbst als "radikal" oder "übertrieben christlich" oder "altmodisch", "Konservativ" oder wer weiß was sonst noch alles hält.

Und in der Regel wird es auch als abwertend gebraucht.

Hier die Antwort:

In gewisser Weise würde ich mich als katholischen Fundamentalisten bezeichnen. Nicht unbedingt in der Art, wie protestantische Fundamentalisten agieren und denken, wenngleich ich hier mit einigen durchaus Parallelen sehe (allerdings glaube ich nicht an die Theorie "Sola Scriptura" oder die "Rapture").

Ich bin in dem Sinne Fundamentalist, als ich durchaus der festen Überzeugung bin, dass es Glaubenswerte gibt, die für alle Zeiten gelten und die nicht verändert werden dürfen. Etwa Familienwerte, Sexualität oder die verschieden Rollen von Mann und Frau, die sich von Genesis ausgehend wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel ziehen und letztlich auch von Jesus und den Aposteln bekräftigt werden. Wenngleich der Glaube immer in der Gegenwart gelebt werden muss und nicht auf einen Stand von vor hunderten von Jahren eingefroren werden kann und darf, dürfen sich Glaubensüberzeugungen und -grundsätze keinesfalls (!) aktuellem Zeitgeist, modernen Psychotherapie, aktuellen Forschungsergebnissen oder sont irgendetwas unterwerfen.

Schnell ist man so beim moralischen Relativismus, der kein gemeinsames Verständnis von dem was gut, wahrhaftig und moralisch akzeptabel ist, mehr kennt und den Glauben zur individuellen und privaten Gewissensentscheidung macht, die im Grunde alles erklären und rechtfertigen kann.

Hierzu kann ich jedem nur "Father Elijah" von Michael D. O'Brien empfehlen - das beste Buch, das ich je gelesen habe.

Ich bin Fundeamentalist, wenn es darum geht, dass ich keine Kompromisse eingehe und keine "Hintertürchen" offen lasse. Dass ich nicht Worte wie "Sünde", "Hölle" oder "Satan" verschweige, um die Menschen nicht zu "verschrecken". Damit tue ich ihnen nichts Gutes. Wahre Liebe kann und muss auch eine offene, kraftvolle Liebe sein.

Ich bin auch Fundamentalist in dem Sinne, dass ich glaube, dass Gott jeden von uns mit Gaben und Talenten beschenkt hat und auch erwartet, dass wir sie für Seinen Ruhm und dem Wohl Seiner Kirche einsetzen. Christlicher Glaube ist nichts, was man nur ab und zu an Sonntagen praktiziert, wenn man zur Messe geht. Christlicher Glaube fordert alles von uns. Gott will uns ganz und nicht nur einen Teil. Er will uns 24 Stunden am Tag, nicht nur an Wochenenden.

Heißt das, man darf keinen "Spaß" mehr haben?

Wer sagt denn sowas? Wahren "Spaß" und wahre Freude finde ich aber nur in Ihm, der mich erschaffen hat und an dessen Tisch ich eines Tages (hoffentlich) sitzen darf.

Sollte so ein "Fundamentalist" nicht in jedem Katholiken und in jeder Katholikin stecken?

Bemerkung zum Schluss

Ich bin kein Theologieprofessor noch habe ich dies jemals behauptet. Auc habe ich nicht die "Mission Canonica", bin also nicht mit kirchlichem Lehrauftrag unterwegs. Es kann also durchaus auch sein, dass ich mich in etwas irre.

Was ich hier tue, ist meiner Berufung im Rahmen des "allgemeinen Priestertums der Gläubigen" zu folgen. Man mag mich einen Fundamentalisten nennen, aber es ist mir sehr wichtig, dass Katholiken ihren Glauben besser  kennen lernen, da man nur das lieben (und bei Bedarf erklären und verteidigen) kann, was man selber kennt. Auch sollen Nicht-Katholiken hier Informationen über die Katholische Kirche finden.

Ich bin mir sicher, dass andere dies besser können. Solange es aber kaum Angebote in dieser Richtung online gibt, denke ich, hat meine Homepage doch eine Existenzberechtigung und ist für den einen oder anderen auch hilfreich.

Es liegt mir fern, Uneinigkeit zu säen. Das Gegenteil ist der Fall: ich will die Liebe zur Katholischen Kirche in den Herzen der Menschen wecken.

München, 02.08.2009

Robert Gollwitzer


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