Es scheint ja heute modern zu sein, sich als Atheist zu bezeichnen. Als jemand, der nicht an Gott glaubt. Oft bleibt es nicht dabei, und so kämpft man vehement gegen alles an, was noch christlich in unserer Gesellschaft ist. Ob das Kruzifixe in Schulen sind, die Erwähnung des Wortes "christlich" in Verfassungen - alles muss im Sinne einer falsch verstandenen "Toleranz" und "Neutralität" verschwinden.
Warum aber tun dies Menschen? Warum wollen sie nicht an Gott glauben? Welche Art von Menschen sind das eigentlich?
Vieles von dem, was man in diesem Zusammenhang zu hören bekommt, erinnert stark an die Periode der "Aufklärung". Die menschliche Vernunft und Wissenschaft wird über alles andere gestellt. Man propagiert den Humanismus und setzt den Menschen auf den Thron, der eigentlich Gott vorbehalten ist.
Oft sogar mit den besten Motivationen und Absichten. Man will die Menschen von Zwängen befreien und sie selbst in den Mittelpunkt stellen.
Der Relativismus regiert: es gibt keinen Konsens mehr darüber, was gut, richtig und wahr ist. JedeR kann für sich selbst entscheiden, welche Werte er/sie annimmt - oder eben nicht. Und solange man damit nicht gegen ein Gesetz verstößt, ist alles wunderbar.
Moralische Regeln welcher Art auch immer gibt es nicht mehr. Ob nun Sexualität, moralische Grundwerte, Familientraditionen - solange es nicht illegal ist, kann jedeR tun und lassen, was er/sie will.
Hört sich doch wunderbar an, oder?
Jesse Romero, Apologetiker aus den USA weist in einem Vortrag auf einige Chrakteristika von Atheisten hin: viele davon sind etwa unter Universitätsprofessoren und anderen Menschen der intelektuellen "Elite" zu finden (was natürlich nicht zwangsweise heißen muss, das jeder Professor Atheist ist). Die meisten hätten auch in der Kindheit keine Beziehung zu ihrem Vater aufbauen können - sei es, dass der Vater schwach war, oder emotional bzw. physisch abwesend. Andererseits wären viele der Menschen, die eine gute Beziehung zu ihrem Vater hatten und von ihm in den Glauben eingewiesen wurden, noch heute gläubige Christinnen und Christen.
Ist es wirklich so gut, wenn man jegliche Wertmaßstäbe über den Haufen wirft (was nicht zwangsweise heißen muss, dass solche Menschen "unmoralisch" sind!)? Wohl kaum. Über kurz oder lang wird dies jede Gesellschaft in den Abgrund treiben. Was anfangs sehr verlockend aussehen mag (wer träumt etwa nicht davon, in sexueller Hinsicht einmal so richtig "loslegen" zu können oder mehr oder weniger tun und lassen zu können, was er/sie will?), kann schnell fatale Konsequenzen haben.
Christen sind der Meinung, dass es einen "Teufel" - also das Böse - gibt. Und er wird nichts unversucht lassen, das, was er uns anbietet, in Gold zu wickeln, damit wir es ihm abkaufen. Und leider muss man sagen, dass dies oft wunderbar funktioniert.
So vieles, was man da hört, klingt erst einmal sehr "logisch" und "vernünftig". Auf den zweiten Blick aber wird klar, dass man mit so einigem gegen Gottes Gebote verstößt - was nach christlicher Auffassung nie ohne Konsequenzen bleiben wird (solange man nicht bereut und umkehrt).
"Toleranz" etwa ist ein schönes Wort - wenn es aber heißt, kritiklos alles hinzunehmen, was gegen unseren christlichen Glauben ist und auch hierzu nicht mehr seine Meinung sagen zu dürfen, ohne verhöhnt oder vor Gericht gebracht zu werden, ist "Toleranz" schon nicht mehr so verlockend. Als Christinnen und Christen sind wir gerufen, das, was Sünde ist, auch also solche zu bezeichnen - und umgekehrt für das, was gut ist und von Gott kommt einzutreten und die frohe Botschaft in Wort und Tat zu verkünden. Wir denken keineswegs, dass wir bessere Menschen sind als andere und sehen auch nicht auf andere herab, da wir sehr wohl wissen, dass wir selbst Sünder sind. Während wir aber den Menschen an sich lieben, wie Gott ihn liebt - und genau aus diesem Grund - wollen wir auch klar zum Ausdruck bringen, was gegen Gottes Gebote ist.
All das mag für viele wie Zeug von vorgestern klingen. Altmodische, verklemmte und radikale Christen eben.
Nehmen wir doch einmal ein Beispiel: in den 60ern begann mit der "sexuellen Revolution" die "große Freiheit". War das Ergebnis nun wirklich so gut? Schon heute gibt es unzählige Familien, die ohne Vater aufwachsen. Ansteckende Geschlechtskrankheiten, ungewollte Schwangerschaften, Abtreibungen, sexuelle Ausschweifungen jeglicher Art sind auf dem Vormarsch.
Nein, Katholiken sind nicht sexualfeindlich. Uns ist aber klar, dass Gott hierfür den geschützten und liebevollen Rahmen einer heterosexuellen, monogamen und lebenslangen Ehe zwischen Mann und Frau vorgesehen hat. Nicht, weil Er uns gerne herum kommandiert, sondern weil Er uns liebt und weis, dass das, was gegen Seinen Willen geschieht, zu nichts Gutem führt.
In jahrhundertelanger christlicher Tradition und auf biblischen Wahrheiten gegründete Familienwerte wurden seit den 60ern über den Haufen geworfen und durch - nichts ersetzt. Heute sind Konstellationen verschiedenster Art und mit unterschiedlichster Dauer als "Familie" möglich.
Katholiken glauben aus tiefsten Herzen an den dreifaltigen Gott. Wir befolgen Seine Gebote nicht, weil wir uns gerne Vorschriften machen lassen und verklemmt sowie dumm und naiv hinsichtlich Seiner Existenz sind, sondern weil wir Ihn lieben - und fürchten. Wir glauben nicht nur, dass es Ihn gibt, wir wissen es! Seine Gegenwart und Liebe erfüllt uns mit tiefster Dankbarkeit. Er gibt uns alles, was wir brauchen.
Ein weiteres Beispiel: oft wird ja gerne mit "wissenschaftlichen" Argumenten gegen Gott argumentiert. Sehen wir uns doch einmal unseren Planeten an. Sehen wir uns den Menschen an. Das soll einfach so aus dem nichts und durch bloße Evolution entstanden sein?
Wenn man einen Haufen Blech, Gummi und Farbe nimmt und alles in einen Beutel gibt und kräftig durchschüttelt, glaubt dann irgendjemand, dass hieraus durch "Zufall" ein fertiges Auto entsteht?
Und gehen wir doch einmal nur der Diskussion willen davon aus, dass Gott wirklich existiert, dass diese Bibel recht hat: was dann? Wie sieht dann das eigene, bisher geführte Leben aus?
Wir laden jeden ein, unseren Gott kennen- und lieben zu lernen!
Das größte Problem dabei, wenn man sich kosnequent als Atheisten bezeichnet: Es gibt kein "richtig" und "falsch", kein "gut" oder "schlecht", allerhöchstens gibt es das Prinzip des "Überlebens des Stärkeren".
Warum?
Auf welcher Basis und aufgrund welchen Standards entscheidet man denn, was richtig oder falsch, was gut oder schlecht ist? Und wer entscheidet das?
Die menschliche Vernunft? Nun, Christen gestehen durchaus zu, dass Menschen tief in sich - zumindest bis zu einem gewissen Maß - erkennen können, was gut oder schlecht ist. Für einen konsequenten Atheisten kann es aber so etwas wie "gut" oder "schlecht" gar nicht geben. Die Frage ist also nicht nur, ob es so etwas gibt, sondern warum eigentlich überhaupt? Von dem trotz allem recht individuellen Maß bei der Beurteilung, ob etwas zur einen oder zur anderen Kategorie gehört, ganz zu schweigen.
Der Gesetzgeber? Und wenn der Gesetzgeber Mord für richtig erklärt, darf man es dann tun?
Die Mehrheit? Nun, die Meinung der Mehrheit schwankt fast täglich. Außerdem gibt es hier dasselbe Problem: was, wenn die Mehrheit morgen sagt, es ist in Ordnung, behinderte Menschen umzubringen?
Persönliches Glück? Hört sich ja gut an, aber was, wenn jemand persönlich damit glücklich wird, Kinder umzubringen? Oder wie es ein Professor ausgedrückt hat: wenn eine Familie ihr behindertes Kind umbringt und dafür wieder gesunde Kinder bekommt, wiegt das durch die nachkommenden Kinder folgende Glück das vorhergehende "Unglück" auf!
Alles ist in Ordnung, so lange man niemanden damit weh tut und alle Beteiligten einverstanden sind? Mit dem Argument wird vom Gruppensex bis hin zur Homosexualität, aber auch Pädophilie und sonstiges alles rechtfertigt. Auch hier darf man nachfragen, wer denn entscheidet, was wem wann weh tut und warum es eigentlich überhaupt ein Problem darstellt, jemanden weh zu tun, wenn es keinen Gott geben soll?
Konsequenterweise kann man dann auch nicht das verurteilen, was Hitler und die Nazis getan haben. Aufgrund welcher Basis denn, wenn es "gut" und "schlecht" eigentlich nicht gibt?
Ein konsequenter Atheismus ist absurd und führt ins Nirgendwo.
(Empfohlene CD's: Ken Hensley: The Absurdity of Atheism)
Als Atheismus wird die Überzeugung bezeichnet, dass eine Welterklärung ohne Gott nicht nur möglich, sondern auch richtig ist. Insofern hängt die Definition des Begriffs stets vom Gottesbegriff ab. Der Atheist bezeichnet etwas als Gott, dem er Nichtexistenz zuschreibt. Dies ist für denjenigen, der aus philosophischen oder (!) religiösen Erwägungen von der Existenz Gottes überzeugt ist, inakzeptabel. Somit ist zwischen Atheisten und Gottgläubigen stets ein Dissens hinsichtlich des Gottesbegriffs festzustellen.
Diese Denkrichtung, die eine göttliche "Weltordnung" und Gott selber bestreitet, findet wichtige Wurzeln in der französischen Aufklärung im 18. Jahrhundert. Jedoch hielten die meisten Aufklärer, Kant eingeschlossen, an der Überzeugung von der Existenz Gottes fest. Vom rationalen Atheismus zu unterscheiden ist die Ausbreitung der Entfremdung der Massen von der Religion, die in Europa im letzten Drittel des 19. Jh. einsetzte. Unterstützt von einem bestimmten Erkenntnisstand der Wissenschaften, der heute jedoch überwunden ist, galt der Atheismus als die fortschrittliche, humanistische Konzeption.
Eine ideologisch-politische Ausprägung erhielt der Atheismus durch politische Ideologien des 20. Jahrhunderts. Heute wird anstatt des kämpferischen Atheismus häufig ein unverbindlicher Agnostizismus vertreten. Danach ist die Existenz Gottes zwar möglich, aber nicht sicher erkennbar. Die Kirche hingegen lehrt mit dem I. Vatikanum, bestätigt im II. Vatikanum, dass Gottes Dasein mit der Kraft der Vernunft aus der Natur zuverlässig erkannt werden kann (nicht: muss). Umstritten ist aber, ob sogar Gottesbeweise logisch zwingend sind oder nicht. Wird Gott lediglich als absoluter Begriff definiert, so ist seine Existenz damit zwar durch die Definition schon vorausgesetzt, nicht aber bestimmte Eigenschaften Gottes ("Schöpfer", "Erlöser", "Vollender").
Begrifflich gleichfalls umstritten ist, ob Atheismus auch eine Form von Religion sein kann oder nicht. Atheisten verstehen sich nicht als religiös.
Zitate
"Da der Atheismus die Existenz Gottes leugnet oder ablehnt, ist er eine Sünde gegen die Tugend der Gottesverehrung [Vgl. Röm 1,18.]. Absichten und Umstände können die Verantwortlichkeit für dieses Vergehen stark einschränken. An der Entstehung und Verbreitung des Atheismus können „die Gläubigen einen nicht geringen Anteil haben, insofern man sagen muss, dass sie durch Vernachlässigung der Glaubenserziehung, durch missverständliche Darstellung der Lehre oder auch durch die Mängel ihres religiösen, sittlichen und gesellschaftlichen Lebens das wahre Antlitz Gottes und der Religion eher verhüllen als offenbaren" (GS 19,3)." (Katechismus der Katholischen Kirche)
Literatur
Robert Spaemann, Der letzte Gottesbeweis, München 2007.
(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Atheismus)
19. Formen und Wurzeln des Atheismus
Ein besonderer Wesenszug der Würde des Menschen liegt in seiner Berufung zur Gemeinschaft mit Gott.
Zum Dialog mit Gott ist der Mensch schon von seinem Ursprung her aufgerufen: er existiert nämlich nur, weil er, von Gott aus Liebe geschaffen, immer aus Liebe erhalten wird; und er lebt nicht voll gemäß der Wahrheit, wenn er diese Liebe nicht frei anerkennt und sich seinem Schöpfer anheimgibt. Viele unserer Zeitgenossen erfassen aber diese innigste und lebensvolle Verbindung mit Gott gar nicht oder verwerfen sie ausdrücklich. So muß man den Atheismus zu den ernstesten Gegebenheiten dieser Zeit rechnen und aufs sorgfältigste prüfen. Mit dem Wort Atheismus werden voneinander sehr verschiedene Phänomene bezeichnet.
Manche leugnen Gott ausdrücklich; andere meinen, der Mensch könne überhaupt nichts über ihn aussagen; wieder andere stellen die Frage nach Gott unter solchen methodischen Voraussetzungen, daß sie von vornherein sinnlos zu sein scheint. Viele überschreiten den Zuständigkeitsbereich der Erfahrungswissenschaften und erklären, alles sei nur Gegenstand solcher naturwissenschaftlicher Forschung, oder sie verwerfen umgekehrt jede Möglichkeit einer absoluten Wahrheit. Manche sind, wie es scheint, mehr interessiert an der Bejahung des Menschen als an der Leugnung Gottes, rühmen aber den Menschen so, daß ihr Glaube an Gott keine Lebensmacht mehr bleibt.
Andere machen sich ein solches Bild von Gott, daß jenes Gebilde, das sie ablehnen, keineswegs der Gott des Evangeliums ist. Andere nehmen die Fragen nach Gott nicht einmal in Angriff, da sie keine Erfahrung der religiösen Unruhe zu machen scheinen und keinen Anlaß sehen, warum sie sich um Religion kümmern sollten. Der Atheismus entsteht außerdem nicht selten aus dem heftigen Protest gegen das Übel in der Welt oder aus der unberechtigten Übertragung des Begriffs des Absoluten auf gewisse menschliche Werte, so daß diese an Stelle Gottes treten. Auch die heutige Zivilisation kann oft, zwar nicht von ihrem Wesen her, aber durch ihre einseitige Zuwendung zu den irdischen Wirklichkeiten, den Zugang zu Gott erschweren.
Gewiß sind die, die in Ungehorsam gegen den Spruch ihres Gewissens absichtlich Gott von ihrem Herzen fernzuhalten und religiöse Fragen zu vermeiden suchen, nicht ohne Schuld; aber auch die Gläubigen selbst tragen daran eine gewisse Verantwortung.
Denn der Atheismus, allseitig betrachtet, ist nicht eine ursprüngliche und eigenständige Erscheinung; er entsteht vielmehr aus verschiedenen Ursachen, zu denen auch die kritische Reaktion gegen die Religionen, und zwar in einigen Ländern vor allem gegen die christliche Religion, zählt.
Deshalb können an dieser Entstehung des Atheismus die Gläubigen einen erheblichen Anteil haben, insofern man sagen muß, daß sie durch Vernachlässigung der Glaubenserziehung, durch mißverständliche Darstellung der Lehre oder auch durch die Mängel ihres religiösen, sittlichen und gesellschaftlichen Lebens das wahre Antlitz Gottes und der Religion eher verhüllen als offenbaren.
20. Der systematische Atheismus
Der moderne Atheismus stellt sich oft auch in systematischer Form dar, die, außer anderen Ursachen, das Streben nach menschlicher Autonomie so weit treibt, daß er Widerstände gegen jedwede Abhängigkeit von Gott schafft. Die Bekenner dieses Atheismus behaupten, die Freiheit bestehe darin, daß der Mensch sich selbst Ziel und einziger Gestalter und Schöpfer seiner eigenen Geschichte sei. Das aber, so behaupten sie, sei unvereinbar mit der Anerkennung des Herrn, des Urhebers und Ziels aller Wirklichkeit, oder mache wenigstens eine solche Bejahung völlig überflüssig.
Diese Lehre kann begünstigt werden durch das Erlebnis der Macht, das der heutige technische Fortschritt dem Menschen gibt. Unter den Formen des heutigen Atheismus darf jene nicht übergangen werden, die die Befreiung des Menschen vor allem von seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Befreiung erwartet. Er behauptet, daß dieser Befreiung die Religion ihrer Natur nach im Wege stehe, insofern sie die Hoffnung des Menschen auf ein künftiges und trügerisches Leben richte und ihn dadurch vom Aufbau der irdischen Gesellschaft abschrecke.
Daher bekämpfen die Anhänger dieser Lehre, wo sie zur staatlichen Macht kommen, die Religion heftig und breiten den Atheismus aus, auch unter Verwendung, vor allem in der Erziehung der Jugend, jener Mittel der Pression, die der öffentlichen Gewalt zur Verfügung stehen.
21. Die Haltung der Kirche zum Atheismus
Die Kirche kann, in Treue zu Gott wie zu den Menschen, nicht anders, als voll Schmerz jene verderblichen Lehren und Maßnahmen, die der Vernunft und der allgemein menschlichen Erfahrung widersprechen und den Menschen seiner angeborenen Größe entfremden, mit aller Festigkeit zu verurteilen, wie sie sie auch bisher verurteilt hat (16). Jedoch sucht die Kirche die tiefer in der atheistischen Mentalität liegenden Gründe für die Leugnung Gottes zu erfassen und ist im Bewußtsein vom Gewicht der Fragen, die der Atheismus aufgibt, wie auch um der Liebe zu allen Menschen willen der Meinung, daß diese Gründe ernst und gründlicher geprüft werden müssen. Die Kirche hält daran fest, daß die Anerkennung Gottes der Würde des Menschen keineswegs widerstreitet, da diese Würde eben in Gott selbst gründet und vollendet wird. Denn der Mensch ist vom Schöpfergott mit Vernunft und Freiheit als Wesen der Gemeinschaft geschaffen; vor allem aber ist er als dessen Kind zur eigentlichen Gemeinschaft mit Gott und zur Teilnahme an dessen eigener Seligkeit berufen. Außerdem lehrt die Kirche, daß durch die eschatologische Hoffnung die Bedeutung der irdischen Aufgaben nicht gemindert wird, daß vielmehr ihre Erfüllung durch neue Motive unterbaut wird.
Wenn dagegen das göttliche Fundament und die Hoffnung auf das ewige Leben schwinden, wird die Würde des Menschen aufs schwerste verletzt, wie sich heute oft bestätigt, und die Rätsel von Leben und Tod, Schuld und Schmerz bleiben ohne Lösung, so daß die Menschen nicht selten in Verzweiflung stürzen. Jeder Mensch bleibt vorläufig sich selbst eine ungelöste Frage, die er dunkel spürt. Denn niemand kann in gewissen Augenblicken, besonders in den bedeutenderen Ereignissen des Lebens, diese Frage gänzlich verdrängen.
Auf diese Frage kann nur Gott die volle und ganz sichere Antwort geben; Gott, der den Menschen zu tieferem Nachdenken und demütigerem Suchen aufruft. Das Heilmittel gegen den Atheismus kann nur von einer situationsgerechten Darlegung der Lehre und vom integren Leben der Kirche und ihrer Glieder erwartet werden. Denn es ist Aufgabe der Kirche, Gott den Vater und seinen menschgewordenen Sohn präsent und sozusagen sichtbar zu machen, indem sie sich selbst unter der Führung des Heiligen Geistes unaufhörlich erneuert und läutert (17); das wird vor allem erreicht durch das Zeugnis eines lebendigen und gereiften Glaubens, der so weit herangebildet ist, daß er die Schwierigkeiten klar zu durchschauen und sie zu überwinden vermag.
Ein leuchtendes Zeugnis dieses Glaubens gaben und geben die vielen Märtyrer.
Dieser Glaube muß seine Fruchtbarkeit bekunden, indem er das gesamte Leben der Gläubigen, auch das profane, durchdringt und sie zu Gerechtigkeit und Liebe, vor allem gegenüber den Armen, bewegt.
Dazu, daß Gott in seiner Gegenwärtigkeit offenbar werde, trägt schließlich besonders die Bruderliebe der Gläubigen bei, wenn sie in einmütiger Gesinnung zusammenarbeiten für den Glauben an das Evangelium18 und sich als Zeichen der Einheit erweisen. Wenn die Kirche auch den Atheismus eindeutig verwirft, so bekennt sie doch aufrichtig, daß alle Menschen, Glaubende und Nichtglaubende, zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben, zusammenarbeiten müssen. Das kann gewiß nicht geschehen ohne einen aufrichtigen und klugen Dialog. Deshalb beklagt sie die Diskriminierung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden, die gewisse Staatslenker in Nichtachtung der Grundrechte der menschlichen Person ungerechterweise durchführen. Für die Glaubenden verlangt die Kirche Handlungsfreiheit, damit sie in dieser Welt auch den Tempel Gottes errichten können. Die Atheisten aber lädt sie schlicht ein, das Evangelium Christi unbefangen zu würdigen.
Denn sehr genau weiß die Kirche, daß ihre Botschaft dann dem tiefsten Verlangen des menschlichen Herzens entspricht, wenn sie die Würde der menschlichen Berufung verteidigt und denen, die schon an ihrer höheren Bestimmung verzweifeln, die Hoffnung wiedergibt.
Ihre Botschaft mindert nicht nur den Menschen nicht, sondern verbreitet, um ihn zu fördern, Licht, Leben und Freiheit; und außer ihr vermag nichts dem Menschenherzen zu genügen: "Du hast uns auf dich hin gemacht", o Herr, "und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir" (19).
(2. Vatikanisches Konzil: Gaudium et Spes, http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html)
ANNI SACRI
ENCYCLICAL OF POPE PIUS XII
ON A PROGRAM FOR COMBATTING
ATHEISTIC PROPAGANDA THROUGHOUT THE WORLD
TO THE VENERABLE BRETHREN THE PATRIARCHS, PRIMATES,
ARCHBISHOPS, BISHIOPS, AND OTHER ORDINARIES
IN PEACE AND COMMUNION WITH THE APOSTOLIC SEE
The Holy Year, which is in the course of passing, has already furnished Us with more than one reason for joy and consolation. To Rome, whence the light of the Gospel teaching radiates since the origins of the Church, multitudes of the faithful have streamed from all parts of the world. They have come to the See of Peter not only to redeem their own faults, but also to expiate the sins of the world and implore the return of society to God, from Whom alone can come true peace of heart, civil concord and the well-being of nations.
2. And We know that these first groups of pilgrims form the vanguard of those who will come more frequently and in greater numbers during the favorable season. Therefore, the hope is warranted that from this still more salutary and abundant fruits will be harvested. Nevertheless, if these sights have given Us gentle comfort, reasons are not lacking for the anxiety and anguish which grieve Our paternal heart. And in the first place, although war has almost everywhere ceased, nevertheless, the longed-for peace has not come - a stable and solid peace which might happily solve the many and ever-increasing reasons for discord. Many nations are still opposed to each other; and as confidence lessens an armaments race begins, leaving the hearts of all overcome by fear and trepidation.
3. That which seems to Us not only the greatest evil but the root of all evil is this: often the lie is substituted for the truth, and is then used as an instrument of dispute. On the part of not a few religion is passed by as a thing of no importance, and elsewhere absolutely prohibited in family and social life as a remnant of ancient superstitions; public and private atheism is exalted in such a way that God and His law are being abolished, and morals no longer have any foundation. The Press also too often vulgarly reviles religious feeling, while it does not hesitate to spread the most shameful obscenities, agitating and with incalculable harm leading into vice tender childhood and betrayed youth.
4. By means of false promises a people is deceived and provoked to hatred, rivalry and rebellion, especially when the hereditary faith, the only relief in this earthly exile, is successfully torn from its heart. Disturbances, riots and revolts are organized and fomented in continuing series, which prepare for the ruin of the economy and cause irreparable harm to the common good.
5. We must above all deplore with overwhelming sadness that in not a few nations the rights of God, Church and human nature itself are outraged and trampled upon. Sacred ministers, even those invested with high dignities, are either driven from their proper Sees, exiled and imprisoned, or impeded in a manner preventing them from exercising their ministry. In the field of education, whether of lower or of university level, as well as in publications and the Press, permission to explain and defend the doctrine of the Church either is not given or is so restricted and subjected to such surveillance by official censorship that the arbitrary proposition that truth, liberty and religion must submissively serve only the civil authority seems to be the established principle.
6. Since these innumerable evils spring, as We have said, from one source only, the repudiation of God and contempt for His law, it is necessary, Venerable Brethren, to offer to God fervent prayers and recall all to those principles whence alone can come enlightenment for minds, peace and concord for souls and well ordered justice between the various social classes.
7. As you know, once religion is taken away there cannot be a well ordered, well regulated society. In this point lies the urgency to spur on priests under your guidance in order that, especially during the Holy Year, they spare no efforts so that souls entrusted to them, with their false prejudices and erroneous convictions cast aside, and hatreds and discords settled, may nourish themselves on the teachings of the Gospel and thus participate in Christian life so as to hasten the desired renewal of morals.
8. And since the priest can reach neither everybody nor everything, and as his work is not always able to meet adequately all needs, those who serve in the Catholic Action ranks must offer the aid of their own experience and activity. No one must be idle and lazy in the face of so many evils and dangers while those in the other camp strive to destroy the very basis of Catholic religion and Christian worship. Let it never come to pass that "the children of this world are wiser than the children of light" (Luke xvi. 8); let it never be that the latter are less active than the former.
9. But human efforts are ineffective unless strengthened by Divine Grace. We exhort you, therefore, Venerable Brethren, to begin a veritable crusade of prayer among your faithful to implore from the Father of Mercies and the God of Consolation (2 Cor. i. 3) suitable remedies for the present evils. We intensely desire that, united with Us, they offer public prayers on March 26th Passion Sunday, when the sacred rites of the Church begin to commemorate the bitter sufferings by means of which the Divine Redeemer liberated us from slavery to the demon and led us back to the freedom of the sons of God. It is Our intention on that day to descend into the Basilica of St. Peter to unite Our prayers not only with those present but - as We hope - with those of the whole Catholic world. Let those who, because of illness or old age or other reasons, cannot come to church, offer to God with humble and trusting heart their sufferings and their fears so that the prayer of all, the yearning of all and the wish of all may be one.
10. Let all, united with Us in prayer, implore from Divine mercy that a new order, based on truth, justice and charity, may arise from the longed-for restoration of morals. May the Heavenly Light illuminate the minds of those who have in their hands the destinies of peoples; may they realize that just as peace is the work of wisdom and justice, so war is the fruit of blindness and hatred; let them consider that one day they must render account not only to history but to God's eternal judgment.
11. Those who profusely sow the seed of hatred, of discord and of rivalry; those who secretly or openly arouse the masses and provoke rebellions; those who deceive with empty promises the easily agitated masses, even they must understand that the justice demanded by Christian principles, which gives birth to equilibrium and fraternal concord, is achieved not through force and violence, but with the application of the law.
12. Guided by the supreme light gained by collective prayer, let all be persuaded that only the Divine Redeemer can compose the many and formidable conflicts; only Jesus Christ, We say, Who is the Way, the Truth and the Life (John xvi. 6), Who bestows celestial clarity to clouded minds and Divine strength to doubtful and indolent wills (Imitation of Christ, III, 50 8, 5); He alone can set on the road to eternal happiness the souls of men joined by the bond of brotherhood.
13. With faith, love and hope, therefore, We address to Him Our prayers. May He then, especially during this Holy Year, benignly look down upon humanity, oppressed by so many misfortunes, assailed by so many fears and by waves of so many discords. And as one day, by His divine sign, He calmed the tempest on the Lake of Galilee, so today may He quieten human storms.
14. Let the lies of the wicked be exposed by His light, let the surly arrogance of the proud be humbled, let the rich be led to justice, generosity and charity, let the poor and wretched take as their model the family of Nazareth, which also earned its bread through daily labor; finally, let those who hold the Government of State be persuaded that there is no more solid social foundation than Christian teaching and the safeguarding of religious liberty.
15. We desire, Venerable Brethren, that you make these things known to the faithful entrusted to your care and that you exhort them to pray fervently with Us to the Lord.
16. Confident that all will respond to our exhortations with loving willingness, with fullness of heart We impart to each one of you and all your faithful Our Apostolic Benediction, pledge of Our benevolence and token of heavenly favor.
Given at Rome at St. Peter's, March 12th, 1950, the twelfth year of Our Pontificate.
PIUS XII
Karl-Leisner-Jugend: Kirchenkritik
Kathpedia: Atheismus
Kathpedia: Gottesbeweis
Thomas Lüken: Lohnt sich Atheismus?
Katholische Glaubensinformation: 10 gute Gründe zu glauben
kath-info: Atheisten
Zenit: Antworten auf die Religionskritik von Atheisten
kath.net: Englische Atheisten 'enttaufen' sich
kath.net: Gott ist kein Produkt des Gehirns
kath.net: Weihbischof: Neues Atheisten-Buch ignoriert die Fakten
kath.net: Atheisten rufen zur Kontrolle des Religionsunterrichts aufOriginal Catholic Encyclopedia: Atheism
New Advent: Atheism
Dave Armstrong: Atheism
CNA: Where is Your God?
Father Thomas D. Williams LC: A Theologian Answers the Atheists
Dinesh D'Souza: Answering Atheist Arguments
Dinesh D'Souza: Atheism, not religion, is the real force behind the mass murders of history
J. BUDZISZEWSKI: Can we be good without God?
The Wall Street Journal: Science, Spirituality, and Some Mismatched Socks
CNA: New astrophysical discoveries leave little to no room for Atheism, expert saysPope Pius XI: Divini Redemptoris (English)
Scott Hahn & Benjamin Wiker: "Answering the New Atheism. Dismantling Dawkin's Case Against God"
Jesse Romero: "Atheism - Not Just Monkey Business"
John C. Lennox, Hat die Wissenschaft Gott begraben? Eine kritische Analyse moderner Denkvorausstzungen, Wuppertal, R. Brockhaus, 2002
Thomas Lüken, Lohnt sich Atheismus?, Books on Demand GmbH, 2007
Gerhard Lohfink, Welche Argumente hat der neue Atheismus?, Verlag Urfeld
The Absurdity of Atheism (Atheism is for Dummies) (CDs)
Beginning Apologetics 4 - How to Answer Atheists and New Agers
Pied Piper of Atheism - Philip Pullman and Children's Fantasy
American Family Association: I Don't Have Enough Faith to Be an Atheist DVD Series