Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Der Deutsche Caritasverband

Aktionsfelder des Deutschen Caritasverbandes

www.caritas.de

Weltweit bezeichnet der Name Caritas jenen Arm der katholischen Kirche, der auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe allen Menschen hilft, die Hilfe benötigen. Damit dies möglichst schnell und wirksam geschehen kann, wurde 1897 der Deutsche Caritasverband gegründet. Er steht für die Gestaltung einer sozialen Gesellschaft und arbeitet eng mit anderen Trägern sozialer Verantwortung zusammen.

Caritas hilft Menschen in Not

In den örtlichen Caritas- und den Fachverbänden wird konkrete Hilfe für Menschen in Not geleistet. In Deutschland geschieht dies in 27 Diözesan-Caritasverbänden, 636 Dekanats-, Bezirks-, Orts- und Kreis-Caritasverbänden und Sozialberatungsstellen, in 18 caritativen Fachverbänden wie zum Beispiel im Malteser-Hilfsdienst und in 262 Ordensgemeinschaften und Vereinigungen. In den mehr als 25.000 Caritas-Einrichtungen für Gesundheits-, Jugend-, Familien-, Alten- und Behindertenhilfe sowie in den Einrichtungen für Hilfen in sozialen Notlagen, in den Helfer(innen)gruppen und Selbsthilfegruppen, in der Aus- und Fortbildung arbeiten insgesamt rund 520.000 hauptberufliche Mitarbeitende. Darüber hinaus engagieren sich weitere 500.000 Menschen ehrenamtlich in den Diensten und Einrichtungen der Caritas. Sie betreuen, pflegen und beraten jährlich mehr als 9,7 Millionen Menschen.

Die Einrichtungen der örtlichen Caritasverbände bieten direkt Hilfe an. Die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Altenpflegeheimen und Kindergärten, Krankenhäusern und Sozialstationen, Behinderten- und Jugendheimen, Familien- und Flüchtlingsberatungsstellen professionell und wirksam arbeiten können. Die Zentrale entwickelt grundlegend das fachliche Können in der sozialen Arbeit weiter und sorgt für professionelle Arbeit in den örtlichen Einrichtungen. Und sie nimmt Einfluss auf politische Entscheidungen, zum Beispiel auf die Gestaltung der Sozialgesetzgebung oder der Rahmenbedingungen für soziale Arbeit in Deutschland und der Europäischen Union. Von der fachlichen und anwaltschaftlichen Arbeit der Bundeszentrale profitieren damit Tausende von Hilfe suchenden Menschen, die zum Beispiel von Armut, Verschuldung, Krankheit, Behinderung oder Sucht betroffen sind und in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden.

Ein Anwalt für Benachteiligte

Not sehen und handeln – dieser Anspruch bedeutet für die Caritas, auf offenkundige Not hinzuweisen, verborgene Not aufzudecken und Ursachen zu benennen. Sie entwickelt vorausschauend innovative Hilfskonzepte und neue Formen der sozialen Arbeit. Und sie bereitet fachliche, politische und finanzielle Lösungswege vor, um der Not nachhaltig entgegenzuwirken. Sie tritt ein als Anwalt derer, die ihre eigenen Interessen nicht effektiv vertreten können. Die Caritas hat dabei nicht nur die Verhältnisse in Deutschland und Europa im Blick, sie weist auch auf globale Ursachen und Wechselwirkungen sozialer Probleme hin. Nicht zuletzt organisiert sie mit ihrer Abteilung Caritas international die weltweite Katastrophen- und Entwicklungshilfe.

(Quelle: http://www.caritas.de/15189.html)



Der Deutsche Caritasverband e.V.

Der größte Wohlfahrtsverband Deutschlands organisiert die soziale Arbeit der katholischen Kirche.

Not sehen und handeln - Caritas. Das ist der Leitspruch des größten Wohlfahrtsverbandes in Deutschland mit fast 500.000 hauptamtlichen Mitarbeitern und nochmals 500.000 Ehrenamtlichen. Damit ist die Caritas auch der größte Arbeitgeber im Land.

Aber kein Wohltätigkeitskonzern. Denn die Mitarbeiter verteilen sich auf weit über 20.000 Beratungsstellen, Sozialstationen, Heime... Die sind rechtlich selbständig und gestalten ihre Angebote, wie sie vor Ort benötigt werden.

(Quelle: http://www.caritas.de/36513.html)



Das Leitbild des Deutschen Caritasverbandes auf einen Blick

Das Leitbild wurde am 6. Mai 1997 durch den Zentralrat des Deutschen Caritasverbandes in Limburg beschlossen.


Ziele

    * Den Menschen in seiner Würde schützen
    * Solidarisch miteinander leben in einer pluralen Welt
    * Verpflichtung über Grenzen hinweg

Aufgaben

    * Caritasarbeit ist Hilfe für Menschen in Not
    * Der Deutsche Caritasverband versteht sich als Anwalt und Partner Benachteiligter
    * Die verbandliche Caritas gestaltet Sozial- und Gesellschaftspolitik mit
    * Der Deutsche Caritasverband trägt zur Qualifizierung sozialer Arbeit bei

Theologische Grundlagen

    *  Der menschenfreundliche Gott - Quelle der Caritas
    * Jesus Christus und seine Botschaft - Auftrag und Ermutigung der Caritas
    * Der Heilige Geist - Lebenskraft der Caritas
    * Prophetischer Geist - Sehkraft der Caritas
    * Die diakonische Kirche - Lebens- und Wirkungsraum der Caritas
    * Eine große Tradition - Verpflichtung zu ständiger Erneuerung

Organisationsprofil

    * Der Deutsche Caritasverband ist Vielfalt in Einheit
    * Der Deutsche Caritasverband ist Dachverband und Verein
    * Der Deutsche Caritasverband ist Teil der Sozialbewegung
    * Der Deutsche Caritasverband als Dienstgeber
    * Der Deutsche Caritasverband pflegt einen partizipativen Führungsstil
    * Der Deutsche Caritasverband ist Dienstgemeinschaft

Leistungsprofil

    * Der Deutsche Caritasverband richtet sich in seinem Handeln nach den Grundsätzen der christlichen Sozialethik und der Soziallehre der Kirche
    * Der Deutsche Caritasverband erbringt seine Leistungen bedarfs- und sachgerecht
    * Der Deutsche Caritasverband leistet seine Dienste professionell
    * Der Deutsche Caritasverband erbringt seine Leistungen umweltgerecht
    * Der Deutsche Caritasverband arbeitet unternehmerisch
    * Der Deutsche Caritasverband setzt auf Zusammenarbeit
    * Der Deutsche Caritasverband bekennt sich zu Offenheit und Erneuerung

(Quelle: http://www.caritas.de/2501.html)
 
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Deutsche Bischofskonferenz

Kommission für caritative Fragen

Caritas als Lebensvollzug der Kirche und als verbandliches Engagement in Kirche und Gesellschaft

Wissenschaftliche Studientagung in Bad Honnef
23. September 1999


/ herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstr. 163, 53113 Bonn

/ erschienen in der Reihe: Die deutschen Bischöfe : Kommissionen Nr. 22

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1. Einleitung

Mit dem vorliegenden Wort wenden wir Bischöfe uns an die Gemeinden wie an alle ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Gemeinden und in den Einrichtungen der verbandlichen Caritas den Dienst der Caritas tun oder mittragen.

An der Schwelle eines neuen Jahrtausends stehen die Gesellschaft wie auch die Kirche in unserem Land in einem Prozeß vielfältiger und tiefgreifender Veränderungen. Die damit verbundenen Chancen und Gefahren stellen auch die Caritas vor neue Herausforderungen.

Zu seinem 100jährigen Jubiläum im Jahre 1997 hat der Deutsche Caritasverband in einem breitangelegten und intensiv geführten Leitbildprozeß das Profil der Caritasarbeit in den Gemeinden und den Verbänden neu bewußt und nach außen sichtbar gemacht. Das ist ermutigend auf dem Weg in die Zukunft.

In der Vorbereitung auf das große Jubiläumsjahr 2000 hat Papst Johannes Paul II. das Jahr 1999 unter das Leitwort "Gott - Vater aller Menschen" gestellt und hat es in besonderer Weise der Liebe - der Caritas zugewiesen: "(50) ... Die Liebe mit ihrem doppelten Gesicht als Liebe zu Gott und zu den Schwestern und Brüdern ist die Synthese des sittlichen Lebens der Glaubenden... (51) Muß man aus dieser Sicht und eingedenk dessen, daß Jesus gekommen ist, um ,den Armen das Evangelium zu verkünden' (Mt 11,5; Lk 7,22), die Vorzugsoption der Kirche für die Armen und die Randgruppen nicht entschiedener betonen? Ja, man muß sagen, daß in einer Welt wie der unseren, die von so vielen Konflikten und unerträglichen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten gekennzeichnet ist, der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden ein tauglicher Gesichtspunkt der Vorbereitung und Feier des Jubeljahres ist." (Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II., MILLENNIO ADVENIENTE, Bonn 1994, 50f)

Wir Bischöfe greifen diese Einladung auf und machen sie uns zu eigen und wenden uns mit Anerkennung und Dank an alle, die sich die "Caritas Jesu Christi" in ihrer vielfältigen Ausprägung zu ihrem Anliegen machen. Wir möchten sie ermutigen, die Caritas zu tun, sei es in der tätigen Liebe im Alltag des eigenen Lebens bzw. der Gemeinde, sei es in den Diensten der verbandlichen Caritas - beides in wechselseitiger Ergänzung.

2. Die Kultur des Helfens und ihre Pflege

Wenn von der Caritas die Rede ist, denken viele sofort an Fachdienste, Einrichtungen und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes. Aber zuerst ist jeder Mensch von Grund auf Mit-mensch. Im biblischen und im christlichen Sinn bedeutet "Caritas" tatkräftige, hilfsbereite Liebe. Darum hat jeder Mit-mensch, jeder Christ seine ureigene Möglichkeit und Aufgabe zu helfen. Die Caritas des einzelnen Christen, der Gemeinden und der verbandlichen Caritas sind aufeinander bezogen, aber nicht identisch.

Die Bereitschaft, zu helfen und die entsprechende Fähigkeit, sich helfen zu lassen, sind Grundgegebenheiten des Lebens und gehören zur menschlichen Kultur. Denn jeder weiß aus der eigenen Erfahrung, daß der Mensch von seiner Geschöpflichkeit her begrenzt und hilfebedürftig ist. Zudem leben wir nicht in einer heilen Welt: Krankheit, Hunger und Durst, Heimatlosigkeit und Fremde, ungerechte Lebensbedingungen und Naturkatastrophen sind Grundgefährdungen des Menschen. Hilfsbereitschaft, die Sorge um den Menschen in Not ist eine Reaktion der Mitmenschlichkeit, der urmenschlichen Solidarität. Jeder Mensch ist aufgerufen zu helfen, wie auch jeder Mensch darauf angewiesen ist, daß ihm geholfen wird.

Es gibt auch heute eine vielfältig wirksame Kultur des Helfens. Sie aufmerksamen Blickes wahrzunehmen, ist nicht immer einfach. Sie wird von anderen gesellschaftlichen Einstellungen - der ungebundenen Freiheit, der Konkurrenz, des individuellen Erfolgs, sowie der Erwartung an Versorgung durch den Staat und professionelle Dienste - überlagert und verdeckt. Um so wichtiger wird es auch in der Kirche, sich auf Spurensuche nach den vielfältigen Ausprägungen der Caritas zu begeben und stützend und begleitend dort anwesend zu sein, wo Menschen füreinander einstehen.

Eine Kultur des Helfens bedarf der Pflege, der öffentlichen Unterstützung und insbesondere der Weitergabe an nachwachsende Generationen. Schreckensmeldungen über wachsende Gewalt und Kriminalität unter Kindern und Jugendlichen machen darauf aufmerksam, wie unverzichtbar es ist, in unserer Gesellschaft eine Atmosphäre zu pflegen, die die Rücksicht und Achtung vor dem anderen einübt und eine Kultur der Solidarität und des Friedens fördert. Von besonderer Bedeutung sind dabei neben den Familien unsere Schulen und Ausbildungseinrichtungen wie auch die Jugendarbeit.

Unter erschwerten äußeren Bedingungen geben auch heute engagierte ehrenamtliche Mitarbeiter den Versuch nicht auf, die Tradition der Hilfsbereitschaft und des Helfens lebendig zu halten und unter den jüngeren Menschen neue Quellen der Solidarität zu erschließen und zu fördern.

In all diesen vielfältigen und unübersehbaren Spuren einer Kultur des Helfens erkennt die Kirche bereits das Wirken des Geistes Gottes. "Jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott" (1 Joh 4,7). Wo immer "Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue" (Mt 23,23) geübt werden, ist Gott bereits verborgen am Werk. Zur Kultur des Helfens in unserem Land gehört aber auch der prophetische Ein- und Widerspruch der Kirche gegen jene Tendenzen, die eine wachsende Rücksichts- und Verantwortungslosigkeit gegenüber den Mitmenschen erkennen lassen. Der Pflege der Solidarität, durch die alle füreinander Verantwortung wahrnehmen, stehen heute ein sich ausbreitender Individualismus und eine Mentalität rücksichtsloser Konkurrenz gegenüber. Dies droht zuweilen in eine Un-Kultur zu weisen, die an die Stelle von Hilfe und Ausgleich das Recht des Stärkeren zur Richtschnur des Zusammenlebens erklärt. Solchen Zeichen einer Kultur des Todes nachzugehen und ihnen in Tat und Wort zu widersprechen, gehört heute ebenso zu den Aufgaben der Caritas der Kirche, wie für eine Kultur des Helfens und des Lebens einzustehen. Dabei ist die Caritas der Kirche eingebunden in das gemeinsame kulturelle Erbe unseres Landes, das grundlegend geprägt ist vom Menschenbild des Christentums, welches zugleich auch der tragende Grund für die christliche Caritas ist.

3. Caritas - Teilnahme an Gottes barmherziger Sorge um den Menschen
3.1 Den Menschen sehen aus der Perspektive des Glaubens

Im Mittelpunkt christlicher Caritas steht der Mensch, wie er aus dem christlichen Glauben heraus verstanden wird: Der Mensch ist als Abbild Gottes erschaffen, als das ihm entsprechende Gegenüber. Das ist das Höchste, das die Bibel über den Ursprung und das Ziel des Menschen sagt, nämlich: daß er von Gott herkommt und auf das Bild seines Schöpfers hin geschaffen ist, und zwar als Mann und Frau gemeinsam in wechselseitiger Ergänzung. Beiden kommt die gleiche Würde zu. Gott sagt zum Menschen "Du"; der Mensch darf zu Gott "Du" sagen; er sagt zum anderen Menschen "Du" und kann darum "Ich" sagen. Darin liegt seine personale Würde begründet. Zugleich hat Gott ihm die Welt anvertraut, daß er sie bebaue und pflege. "So ist der Mensch geschaffen und berufen, um als leibhaftes, vernunftbegabtes und verantwortliches Geschöpf in Beziehung zu Gott, seinem Schöpfer, zu den Mitmenschen und zu allen Geschöpfen zu leben. Das ist gemeint, wenn vom Menschen als Person un von seiner je einmaligen und unveräußerlichen Würde." ("Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, Bonn 1997, Nr. 93)

Die Bibel weiß aber auch von der Gebrochenheit der Schöpfung; der Mensch ist seiner ursprünglichen Berufung entfremdet. Die Erzählungen von der Ursünde des Menschen, die Erzählungen vom Brudermord Kains an Abel, vom Turmbau zu Babel und von der Sintflut deuten in Bildern die Lebenssituation der Menschen in einer verstörten Welt. Sosehr sich der Mensch nach Glück, Leben, Gerechtigkeit und Liebe sehnt, so kann er doch selbst schuldig werden und der Versuchung zum Bösen erliegen; sein Leben ist und bleibt begrenzt und in vielfältiger Weise bedroht; er lebt in einer Welt, die unbeschadet aller großartigen Leistungen der Menschen doch auch immer tiefgreifend geprägt bleibt durch menschlichen Hochmut und Egoismus und durch vielfache strukturelle Ungerechtigkeiten. In dieser vielfach gestörten und verstörten Welt bezeugt die Kirche eine unzerstörbare Hoffnung: Die Welt und die Menschen in dieser Welt sind nicht sich selbst überlassen; Gott hat sich von Anfang an dieser Welt in Liebe zugewandt und steht trotz aller menschlichen Untreue und Ungerechtigkeit in Treue und Barmherzigkeit zu seiner Schöpfung.

3.2 Gottes barmherzige Hinwendung zur Welt und zum Menschen

In seinem zweiten Brief an die Korinther spricht Paulus vom "Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes" (2 Kor 1,3). Diese Anrede hat ihren Grund in der Offenbarungsgeschichte des Alten Testamentes und endgültig im Leben und in der Verkündigung Jesu. In immer neuen Variationen tritt dieses Bekenntnis zutage: "Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue" (Ex 34,6). Barmherzigkeit kennzeichnet das Verhalten Gottes gegenüber Israel, gegenüber der Welt. Das Wort Barmherzigkeit enthält sowohl die Haltung der ungeschuldeten Liebe und Treue als auch die Erfahrung der bergenden Mutterliebe.

Diese Barmherzigkeit Gottes gegenüber dem Menschen und in ausdrücklicher Weise gegenüber seinem Volk, erfahren vor allem in der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens, ist zugleich der Grund, daß sich diese Haltung auch in der Lebensordnung Israels fortsetzen soll: Israel soll die von Gott geschenkte Freiheit durch Achtung vor dem Leben, durch Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sowie durch ein Zeugnis für die Wahrheit immer neu verwirklichen. "Die Zehn Gebote sind Weisungen zu einem Leben in Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Als solche sind sie kein biblisches Sonderethos; sie nehmen vielmehr allgemein-menschheitliche Einsichten auf, bestätigen und bekräftigen sie aufgrund der Erfahrungen in der Geschichte Gottes mit seinem Volk." ("Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, Bonn 1997, Nr. 97)

3.3 Jesus Christus - die menschgewordene Barmherzigkeit Gottes zur Welt

Der Mensch ist nicht nur erschaffen nach dem Abbild Gottes. Seit Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist, hat Gott Menschenantlitz angenommen. Die Barmherzigkeit Gottes zur Welt hat ein menschliches Gesicht bekommen in Jesus von Nazareth: Er ist die menschgewordene Barmherzigkeit und Caritas Gottes zu uns Menschen, zu unserer Welt. "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat." (Joh 3,16)
Das deutsche Wort Barmherzigkeit - wie übrigens auch das lateinische Wort misericordia - enthält die Wortelemente "arm" und "Herz" in dem Sinne "mit dem Herzen bei dem Armen" sein. In diesem Sinne hat die erbarmende Liebe Gottes zu den Menschen und zur Welt ihren stärksten Ausdruck gefunden in der Menschwerdung seines Sohnes. Er ist in die Welt gekommen, ist "mit dem Herzen ganz bei den armen" Menschen, um sie wieder ganz mit dem Vater zu versöhnen. Die Menschen stehen in einer personalen Beziehung zum Vater, der sich seinen Kindern zuneigt und ihnen mehr tut, als Gerechtigkeit gebietet. Auf ihn dürfen die Menschen ihr Vertrauen setzen, zu ihm heimkehren, wenn sie gefehlt haben. Er spricht den Menschen immer neu an, auch wenn dieser das Gespräch abgebrochen hat. Das Erbarmen, das Gott mit den Menschen hat, wird am tiefsten offenbar im Sohn, der den Kreuzestod für die Menschen auf sich nimmt. Im Vertrauen auf ihn dürfen Menschen wagen, selbst die Solidarität mit anderen Menschen zu leben, sich in den Dienst der Mitmenschen zu stellen.

3.3.1 Das Evangelium in Wort und Tat

Jesus verkündet das Heil nicht nur, sondern Menschen, die ihm glaubend begegnen, erfahren, daß sie in ihrem Leben hier und jetzt heil werden. Jesus verkündet das Heil in Worten, in seinem Tun - ja in seinem ganzen Leben: Er selbst ist das Evangelium. Das Matthäus-Evangelium faßt die Sendung Jesu und sein gesamtes öffentliches Wirken in dem einen Satz zusammen: "Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden." (Mt 4, 23)
Das Heil, von dem das Evangelium spricht, meint den ganzen Menschen. Die Evangelien erzählen von Menschen, die körperlich und seelisch krank sind und zugleich im sozialen Umfeld ausgegrenzt, "ausgesetzt" sind. Die Geschichte von der Heilung des Gelähmten deckt eine noch tiefergehende Krankheit auf: die gestörte oder zerstörte Beziehung des Menschen zu Gott.
In Jesus begegnet ihnen der ganz neue, der ganz und gar heile Mensch - er ist das Heil der Menschen im umfassenden Sinne. Er bietet neues Vertrauen an und wer sich ihm anvertraut, erfährt, daß er hier und jetzt angenommen ist; er darf Vertrauen finden zu sich selbst, er gehört wieder zur Gemeinschaft und kann glauben an die Liebe Gottes, die ihm in Jesus begegnet. Die sorgende Caritas Gottes, die in Jesus Christus begegnet, schenkt Liebe, Vergebung, Geborgenheit, Sicherheit und Würde auch schon jetzt in diesem von Krankheit und Leid und Ungerechtigkeit gekennzeichneten Leben. Indem Menschen gesund werden, indem sie erfahren, daß sie angenommen sind und sozial dazugehören; indem Menschen neu an die Liebe glauben und Vertrauen zu sich selbst finden, beginnt anfanghaft das Heil, das in Jesus Christus seinen Grund hat und das endgültig und ganz Wirklichkeit ist, wenn der Mensch in der Lebensfülle Gottes lebt.

3.3.2 Das Heil ist umfassend

Dieses Heil, von dem das Evangelium spricht, darf nicht verkürzt werden auf das individuelle Heil des einzelnen Menschen je für sich. Der Mensch als soziales Wesen ist immer Mitmensch und bedarf der Gemeinschaft; sie gehört mit zu seinen Lebensbedingungen.

Jesus hat sich den Bedingungen dieser Welt unterworfen, eben auch den Bedingungen von Unverständnis, Verrat und Ungerechtigkeit bis hinein in den gewaltsamen Tod am Kreuz. Gott hat ihn aus dem Tode auferweckt und zu einem neuen Leben befreit. Wer zu Jesus Christus gehört, gehört dem Leben. Er muß nicht mehr in Angst und Sorge um sich selbst vergehen; er hat es nicht nötig, sich durch Macht abzusichern, sondern darf so frei sein, sich ganz in die Herausforderungen der Sache und in den Dienst am Menschen zu stellen. Im Tod und in der Auferstehung Jesu ist eine neue Schöpfung angebrochen, ist die Welt von Gott her zu einem neuen Leben befreit. Im Glauben an den Gott des Lebens können Menschen von nun an mitbauen am Reiche Gottes; sie können hier und jetzt schon Tränen trocknen, Trauernde trösten, für das Leben eintreten in der Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde, in der Gott endgültig alle Tränen aus den Augen wischen wird, in der der Tod nicht mehr sein wird und keine Trauer und keine Klage und keine Mühsal (vgl. Offb 21,4). 3.3.3 Caritas der Kirche - Gottes barmherzige Sorge um den Menschen weitertragen

Diese barmherzige Sorge Gottes um den Menschen, die in Jesus offenbar geworden ist, soll sich in der Jüngergemeinde, in der Kirche fortsetzen: Mit denselben Worten, mit denen zuvor die Sendung Jesu beschrieben wurde, sendet Jesus seinerseits die Jünger aus: "...Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben." (Mt 10, 7-9) In der Kraft des Geistes Jesu soll sich in der Kirche diese umfassende Sorge Gottes um die Menschen fortsetzen.
Aufs erste Hinsehen nehmen wir zuerst die caritativen Aktivitäten wahr, in denen wir selbst aktiv sind und uns um den anderen Menschen sorgen. Von ihrem Grund her wurzelt die Caritas aber in der Liebe Gottes zu uns. Johannes stellt das in seinem ersten Brief unmißverständlich klar: "Nicht darin besteht die Liebe Gottes, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (1 Joh 4, 10). Caritas im umfassenden Sinne meint die Liebe Gottes zu den Menschen und ihre Antwort, nämlich die Liebe zu Gott und zugleich die Liebe zum anderen Menschen, zum Nächsten. Erst auf diesem Hintergrund bezeichnet das Wort Caritas im engeren Sinne die christliche Nächstenliebe. Daß die Liebe Gottes zu den Menschen vorausgeht, gibt der Caritas den unveräußerlichen Charakter des Geschenkes und befreit von falschem Leistungsdruck. Gott liebt den Menschen ohne Vorbedingungen und ist darum allem menschlichen Tun voraus.

Caritas von ihrer ursprünglichen Wortbedeutung her meint die Liebe, die sich verschenkt und teilnimmt in Freude und Leid am Leben des anderen Menschen. Sie schafft eine neue Beziehungswirklichkeit und darf darum nicht reduziert werden auf verrechenbare Dienstleistungen. Die christliche Caritas lebt aus der Haltung der Menschenfreundlichkeit, kann aber nicht darauf reduziert werden. Letztlich gründet sie in der Liebe dessen, der sein Leben gelebt und verstanden hat als Dienst für die Menschen, stellvertretend und zugunsten für sie. Im diakonischen Wirken der Kirche ist Christus gegenwärtig, "der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mk 10, 45). Dieses ursprüngliche Selbstverständnis kirchlicher Caritas wird in unserer weithin säkularisierten und plural verfaßten Gesellschaft oft nicht mehr gewußt und noch weniger von allen geteilt. Es ist aber wichtig für die Identität der Caritas.

3.4 Die Magna Charta der christlichen Caritas
3.4.1 "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25, 40)

Die bekannte Darstellung des Weltgerichtes (Mt 25, 31-46) ist im Laufe der Kirchengeschichte die Magna Charta der Caritas geworden. In einem grandiosen Bild zeigt das Matthäus-Evangelium den Menschensohn, der alle Völker vor seinem Thron versammelt, um über sie Gericht zu halten: "Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich aufgenommen; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen... Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,35-40)

Es werden sieben Grundgefährdungen des Menschen aufgezählt. Diese Siebenzahl meint das Ganze: Es geht um die Grundgefährdungen des Menschen insgesamt, um den Menschen in Not. Wer sind die geringsten Brüder und Schwestern? Gegenüber allen einengenden und einschränkenden Auslegungen weitet die Szene den Horizont auf die universale Völkerwelt am Ende der Tage. Alle Menschen, Christen und Nichtchristen in gleicher Weise, sind vom Wort des Menschensohnes betroffen. Alle fragen erstaunt: "Wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben...?". Die Christen sind erstaunt, weil sie den Menschensohn zu kennen glaubten, ihn aber nicht in den geringsten Brüdern erkannten. Die Nichtchristen fragen erstaunt, weil sie mit einer solchen Anrechnung ihrer ehrlichen Liebe nicht gerechnet haben. Für alle gilt als Maßstab die praktizierte Liebe zum Nächsten.

Letztlich hat die Antwort Jesu ihren Grund darin, daß Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist und so den Menschen angenommen hat, sich mit ihm identifiziert. Darin liegen die Würde und Hoffnung der Menschen, aber auch der unlösbare Zusammenhang von Nächstenliebe und Gottesliebe begründet: Gott selbst steht für den Menschen ein. Wenn darum jemand vorbehaltlos den Menschen annimmt und ihm hilft, trifft er bewußt oder unbewußt auch immer den, der sich mit den Menschen identifiziert: Gott in Jesus Christus. Dafür steht der auferstandene Herr ein: Selbst erfüllt vom Heiligen Geist, hat er den Geist ausgegossen über alle Menschen. Dieser Geist Gottes weht, wo er will. Wo immer Menschen sich wirklich der vorbehaltlosen und selbstlosen Liebe öffnen, geschieht es in der Kraft dieses Heiligen Geistes. Das ist die gemeinsame Basis, auf der die Caritas auch zusammenarbeiten kann mit Nichtchristen, die guten Willens sind.

3.4.2 Kirche in der Nachfolge Jesu Christi

Wie Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist, so muß die Caritas Gottes zum Menschen bleibend in der Kirche eine konkrete Gestalt annehmen. Darauf hat das II. Vatikanische Konzil in seiner Konstitution über die Kirche hingewiesen: "Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit." (Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "LUMEN GENTIUM",1).

Weil die Liebe wesentlich ein personales Geschehen ist, kann sie immer nur durch Personen gelebt und erfahrbar werden, die sich dem Geist und der Caritas Christi öffnen und zur Verfügung stellen. Institutionen können dabei Rahmen und Hilfe sein, damit Caritas getan werden kann. Wer Hilfe - vor allem in den allgemeinen Lebensrisiken - nicht dem Zufall überlassen will, sondern sie vorhalten und sichern will, muß sie organisieren und institutionalisieren. Seit den Anfängen der Kirche hat die Caritas auch immer organisatorische und institutionelle Formen gesucht. Institutionen können sich aber auch verselbständigen und die Caritas ersticken.

3.4.3 Caritas und "Option für die Armen"

Einen besonderen Akzent hat die Caritas erfahren durch die "Option für die Armen". Das II. Vatikanische Konzil hat die Kirche zu einer Umkehr zu den Armen eingeladen und sieht darin ein entscheidendes Moment der Erneuerung. In der Konstitution über die Kirche wird diese Option für die Armen ausführlich thematisiert:

"Wie aber Christus das Werk der Erlösung in Armut und Verfolgung vollbrachte, so ist auch die Kirche berufen, den gleichen Weg einzuschlagen, um die Heilsfrucht den Menschen mitzuteilen. Christus Jesus hat, "obwohl er doch in Gottesgestalt war..., sich selbst entäußert und Knechtsgestalt angenommen" (Phil 2,6); um unseretwillen "ist er arm geworden, obgleich er doch reich war" (2 Kor 8,9). So ist die Kirche, auch wenn sie zur Erfüllung ihrer Sendung menschlicher Mittel bedarf, nicht gegründet, um irdische Herrlichkeit zu suchen, sondern um Demut und Selbstverleugnung auch durch ihr Beispiel auszubreiten. Christus wurde vom Vater gesandt, "den Armen die frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die bedrückten Herzens sind" (Lk 4,18), "zu suchen und zu retten, was verloren war" (Lk 19,10). In ähnlicher Weise umgibt die Kirche alle mit ihrer Liebe, die von menschlicher Schwachheit angefochten sind, ja in den Armen und Leidenden erkennen sie das Bild dessen, der sie gegründet hat und selbst ein Armer und Leidender war. Sie müht sich, deren Not zu erleichtern, und sucht, Christus in ihnen zu dienen." (Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "LUMEN GENTIUM", 8)

Wenn sich die Kirche mit ihrer Caritas zu den Armen bekennt und sich mit ihnen solidarisiert, entspricht dies ihrer Würde, und sie werden selbst zu Beteiligten. Die Glaubens- und Lebenserfahrungen der Armen, ihre Weisheit und ihre Menschlichkeit wie auch ihr Elend und ihre Hoffnung prägen das Gesicht der Kirche mit. Die Kirche und ihre Caritas ihrerseits werden entdecken, daß die Armen nicht nur Adressaten des Evangeliums sind, sondern daß sie selbst das Evangelium leben und weitertragen. Sie sind die diejenigen, denen das Geheimnis des Reiches Gottes offenbart ist, das den Weisen und Klugen oft verborgen bleibt (vgl. Mt 11,25).

3.5 Das unterscheidend Christliche der Caritas
3.5.1 Verborgen im Menschlichen

Das Tatzeugnis der Nächstenliebe und das deutende Zeugnis der Verkündigung des Evangeliums gehören unlösbar zusammen. Evangelisierung ist nicht von den Ereignissen abzukoppeln, in denen jede Generation das Leben neu erfährt. Es gibt keine Evangelisierung, ohne daß die Kirche in ihren Diensten den Weg der Armut neu geht, den Paulus im Christuslied in seinem Brief an die Philipper darstellt: "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz." (Phil 2,6-8) Etwas von diesem Arm-werden erfahren Christen im Alltag ihres Lebens, erfahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas, die mit Menschen zu tun haben, deren Leben von verschuldetem und unverschuldetem Leid und Unheil geprägt ist, und die nach einer ganzheitlichen Befreiung und nach umfassendem Heil suchen. Und auch die im Hymnus beschriebene Erfahrung bleibt gültig: Indem Gott in Jesus Mensch wird, ist das Göttliche so in das Menschliche eingetaucht, daß es von außen nicht einfach zu unterscheiden ist. Das geschieht auch oft in den Diensten der Caritas: Gott kann in der Zuwendung zum Menschen und in der Begegnung mit ihm bezeugt werden, ohne daß von ihm immer ausdrücklich gesprochen wird. Das unterscheidend Christliche kann nicht immer von außen her eindeutig ausgemacht werden.

3.5.2 Caritas gibt mehr als "Brot allein"

Dir Frage nach dem unterscheidend Christlichen bleibt dennoch berechtigt und ist heute aktuell. Unterscheidet sich die fachliche Hilfe der Caritas von der anderer vergleichbarer Dienste? Die fachliche Qualifikation, die Fach- und Sachkompetenz stehen nicht in Frage. Leistungsfähigkeit und richtige Hilfe gehören zur Qualität der Caritas. Wenn aber heute viel von Fach- und Sachkompetenz gesprochen wird, ist zu bedenken, daß die "Sache" der hilfsbedürftige Mensch ist. Die Caritas meint den ganzen Menschen einschließlich seiner existentiellen Ängste und Sehnsüchte und Fragen und reduziert ihn nicht auf materielle Bedürfnisse. Das Wort Jesu bleibt gültig: "Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt." (Mt 4,4)

Die Caritas in der Nachfolge Jesu will dem Menschen umfassend helfen. So lebensnotwendig es ist, daß der Hunger gestillt wird und daß der Kranke fachlich richtig behandelt wird, so notwendig schuldet ihm die Hilfe der Caritas auch das ermutigende und befreiende und versöhnende Wort, das letztlich im Evangelium seinen Grund hat.

Ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas können viele Grenzsituationen, die sie mit Menschen durchleben, leichter bestehen, wenn sie diese im Vertrauen auf den Heiligen Geist annehmen, von dem auch Jesus erfüllt war. Der Geist Jesu kann auch aus den menschlichen Erfahrungen von Ohnmacht und Verzweiflung befreien zu einem neuen Anfang. Die Caritas steht in einer unlösbaren und wechselseitigen Beziehung sowohl zum Evangelium als auch zum Gottesdienst bzw. zum Gebet. Wo diese Beziehungen verkümmern, versiegt die Quelle der Caritas. Das gilt für die Kirche als ganze wie für jede Gemeinde: Sie lebt daraus, daß das Evangelium in der Kraft des Heiligen Geistes verkündet, daß der Glaube in der Liturgie gefeiert und im Dienst der Caritas immer neu getan wird. Diese Lebensvollzüge bedingen einander.

3.5.3. Die leiblichen und geistigen Werke der Caritas

Die Barmherzigkeit ist Ausdruck der christlichen Nächstenliebe und wird jedem Menschen geschuldet, in besonderer Weise dem Notleidenden und Hilfebedürftigen. Barmherzigkeit ist die Haltung, mit dem Herzen eben auch beim armen Menschen zu sein und ihn als Person in seiner Ganzheitlichkeit wahrzunehmen. Gerade darin schützt sie seine Würde.
In dem bereits oben angesprochenen Bild vom Weltgericht im Matthäus-Evangelium (Mt 25,31-46) werden sieben Grundgefährdungen des Menschen aufgezählt: ich war hungrig, durstig, fremd und obdachlos, nackt, krank, ich war im Gefängnis. Diese Siebenzahl ist im Verständnis der Bibel die runde Zahl, meint das Ganze. Es geht um die Grundgefährdungen des Menschen überhaupt. Von daher nimmt es nicht wunder, daß in der Tradition die Gefährdungen "fremd und obdachlos" zusammengefaßt wurden und daß eine siebte Gefährdung hinzugefügt wurde: tot sein und nicht begraben werden. Darin zeigt sich nämlich, was des Menschen Leben gilt. So haben sich in der christlichen Tradition im Anschluß an diese Szene die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit herausgebildet, zu denen auch gehört, die Toten zu begraben, um darin die Ehrfurcht vor dem Menschen zu bezeugen, der über den Tod hinaus lebt. Der Mensch ist aber nicht nur in seiner leiblichen, sondern auch in seiner geistigen Dimension gefährdet und bedarf der Hilfe. So hat die Frömmigkeitsgeschichte zu den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit sieben geistige Werke der Barmherzigkeit hinzugefügt: den Sünder zurechtweisen, Unwissende lehren, Zweifelnde beraten, Traurige trösten, dem Beleidiger verzeihen, Lästige und Schwierige geduldig ertragen; für Lebende und Tote beten. Diese geistigen Werke der Barmherzigkeit sind gerade in den Beratungsdiensten der Caritas höchst dringlich geworden. Die Caritas hilft dem ganzen Menschen in allen seinen Hilfebedürftigkeiten.

3.5.4 Die Grenzenlosigkeit der Caritas

Die Caritas ist grenzenlos und schließt sogar die Feinde ein; in ihr spiegelt sich die barmherzige Liebe Gottes wider, der "seine Sonne aufgehen läßt über Bösen und Guten, und der regnen läßt über Gerechte und Ungerechte" (Mt 5,45). Die Caritas muß sich um die Wunden des Nächsten kümmern, wer auch immer er ist, unabhängig von seiner Religion, von seiner Rasse, von seiner sozialen oder staatlichen Zugehörigkeit. Sie sieht zunächst nur die Hilfebedürftigkeit dessen, der unter die Räuber gefallen ist. Indem es der Caritas um den Menschen geht, der hier und jetzt in Not ist und Hilfe braucht, bleibt sie gesichert gegen ideologische Engführungen. Diese unbegrenzte Reichweite, die barmherzige Menschlichkeit, die richtige Fachlichkeit, die absichtslose und unmittelbare Hilfe sind innere Kennzeichen der christlichen Liebe. Der Caritas geht es vor allem um die Überwindung des Leidens. Darum muß das getan werden, was die Not des anderen erfordert. Das wird beispielhaft in der Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt (vgl. Lk 10,30ff). Der hilfebedürftige Mensch steht absolut im Vordergrund. 3.5.5 Barmherzige Caritas im sozialen Rechtsstaat? Gehört die Rede von der barmherzigen Caritas der Vergangenheit an? Paßt sie noch in unsere Gesellschaft? Hat sie einen Platz im sozialen Rechtsstaat? Es gehört zu den großen sozialen Fortschritten, daß die Menschen in unserem Land bei den Risiken des Lebens wie Alter, Krankheit, Pflegebefürftigkeit, Berufsunfall, Arbeitslosigkeit auf den Schutz eines breitgefächerten sozialen Sicherungssystems zurückgreifen können.

Die großen Herausforderungen seit der Industrialisierung im vergangenen Jahrhundert, die Herausforderungen durch die sozialen Verwerfungen, durch Kriege und Wirtschaftskrisen und Strukturveränderungen in einer arbeitsteiligen Gesellschaft können nur durch Sozialpolitik und durch den Aufbau umfassender Sozialversicherungssysteme bewältigt werden. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, die Solidarität der zwischenmenschlichen Beziehungen mehr auf Recht und Gerechtigkeit zu gründen und ungerechte Strukturen zu verändern. Der Barmherzigkeit kommt es auch in der Sozialpolitik zu, mit dafür zu sorgen, daß der Mensch im Mittelpunkt aller Bemühungen steht und bleibt. In diesem gesellschaftlichen und sozialpolitischen Kontext hat sich auch die Caritas weiterentwickelt und bietet in einer differenzierten Organisation professionelle Hilfe an. Niemand kann und will dahinter zurück. Allerdings geht mit der Entwicklung der Sozialversicherungssysteme die Tendenz einer wachsenden Verrechtlichung, Rationalisierung und Professionalisierung der Hilfen einher. Davon ist auch die Caritas im Caritasverband betroffen. Für jedes Problem scheint gesorgt zu sein, für alle Aufgaben gibt es Zuständigkeiten. Es gilt das Sachleistungsprinzip. Dienstleistungen werden abgerechnet. Not berührt nicht mehr unmittelbar, sondern wird eher unsichtbar und anonym und bleibt nur für die Zuständigen sichtbar. Das wird dem hilfebedürftigen Menschen oft nicht gerecht.

Ein Hilfesystem, das menschlich bleiben will, muß personale Begegnungen zwischen dem Helfenden und dem Hilfebedürftigen ermöglichen und sichern. Der Sozialstaat, der auf soziale Gerechtigkeit zielt, braucht Impulse aus dem Geiste der Barmherzigkeit, damit die Person im Mittelpunkt aller Bemühungen bleibt und nicht zu einem "Fall" wird, den man bearbeitet. Es gehört zum prophetischen Dienst der Caritas der Kirche, daß sie sich mit ihrem ureigenen Profil der Barmherzigkeit und Liebe in den gesellschaftlichen Diskurs hineinbegibt. Indem der Caritasverband mit seinen vielfältigen professionellen Diensten sich immer neu bemüht um eine Allianz von Fachlichkeit und Evangelium und sich praxisorientiert in die politische Diskussion einbringt, tut er einen unverzichtbaren Dienst für die Gesellschaft, damit sie menschlich bleibt. Insofern er im Zeugnis des Evangeliums gegründet bleibt, kann er den Versuchungen eines total verwalteten und darum nicht mehr menschlichen Helfens widerstehen. Daß sich die Caritas der Kirche auch in Gestalt des Caritasverbandes diese Form der politischen Diakonie abverlangt, ist auch ein Zeichen ihrer Glaubwürdigkeit und ihrer Verwurzelung in Gott. "Das echte Erbarmen ist sozusagen die tiefste Quelle der Gerechtigkeit. Ist es der letzteren gegeben, zwischen den Menschen ,Recht zu sprechen', wenn sie die Sachgüter nach Gebühr verteilen und tauschen, so ist die Liebe und nur die Liebe (auch jene gütige Liebe, die wir als ,Erbarmen' bezeichnen) fähig, den Menschen sich selbst zurückzugeben." (Enzyklika DIVES IN MISERICORDIA von Papst Johannes Paul II., Bonn 1980, Nr. 14)

4. Gestalten der Caritas - die Caritas gestalten
4.1 Unterschiedliche Gestalten der Caritas in der Geschichte der Kirche

Die "Liebe Gottes", die in die Herzen der Gläubigen "ausgegossen ist durch den Heiligen Geist", der ihnen gegeben ist (Röm 5, 5), hat in der Kirche und in der Welt jeweils ihre Form gesucht und gefunden. Um unter den sich ändernden Bedingungen angemessen auf die Not der Menschen zu antworten, war die Kirche in ihrer 2000jährigen Geschichte stets herausgefordert, die Caritas neu zu gestalten; entsprechend hat die Caritas der Kirche im Wandel der Geschichte immer neu Gestalt angenommen.

4.1.1 Zusammengehörigkeit von Sakrament und Sorge für die Armen

In den urkirchlichen Gemeinden waren von Anfang an Sakrament und Armenfürsorge eng miteinander verbunden. Davon geben sowohl die Apostelgeschichte als auch die Briefe des Apostels Paulus Zeugnis. Aus der christlichen Gemeinde der Stadt Rom im 3. Jahrhundert - z.Zt. des Diakons Laurentius - ist uns bereits eine erste Organisationsstruktur der kirchlichen Caritas bekannt. Das Bewußtsein um die enge Verbundenheit von Sakrament und Sorge für die Armen spiegelt sich in dem von Papst Gregor dem Großen überlieferten Wort: "Wenn ein Mensch in Rom des Hungers stirbt, ist der Papst nicht würdig, die Messe zu feiern."
Diese enge Zusammengehörigkeit von Sakrament und Sorge für die Armen gilt in besonderer Weise für die Feier der Eucharistie. Diesem Anspruch wird die Gemeinde, wird die Kirche nur in gebrochener Weise gerecht; darum beginnt sie jede Eucharistiefeier mit dem Bekenntnis der Schuld und der Bitte um Erbarmen. Jeder Christ und jede christliche Gemeinde muß sich daran erinnern lassen, daß auch die Gleichgültigkeit gegenüber den Armen zu den Spaltungen gehört, die dem Sinn der Eucharistie widersprechen (vgl. 1 Kor 11, 18-22).
Im Bereich der organisierten Caritas gibt es zugleich die Gefahr, daß infolge einer zunehmenden Arbeitsteilung der Dienst für die Menschen im bloß Fachlichen stecken bleibt und seine "sakramentale" Seele verliert. Andererseits kann sich auch die Sakramentenpastoral von der konkreten Menschensorge abkoppeln und ihre "caritative" Seele verlieren. Beides gehört zusammen.

4.1.2 Gelebt von prophetischen Gestalten der Caritas

Wenn im Laufe der Geschichte die enge Verbindung von Sakrament und Caritas in Vergessenheit geriet, so fanden sich immer wieder vom Geist geweckte Christen, die sich auf die Seite der Armen stellten und diese Verbindung wiederherstellten. Beispielhaft sei daran erinnert, daß Franz von Assisi in der Begegnung mit einem Aussätzigen vor den Toren Assisis seine Bekehrung erlebte, Elisabeth von Thüringen folgte seinen Spuren und wechselte auf dem Weg von ihrer Burg zum Armenhospital von einer Welt in eine andere. Es ist kein Zufall, daß viele caritative Ordensgemeinschaften die Regel des Dritten Ordens des hl. Franziskus übernahmen.
Kamillus von Lellis, der selbst das Leben in Armut auf der Straße kennengelernt hatte, ging in das Armenspital seiner Zeit und erneuerte die Krankensorge von innen her. Vinzenz von Paul wollte sein Leben ganz den Armen weihen und sammelte Männer und Frauen um sich, die Hauskranke, Findel-, Waisen- und Schulkinder, Greise und Geisteskranke, Galeerensträflinge und die Armen in den Hospitälern betreuten. Bartolomé de Las Casas befreite vor 500 Jahren in dem neu entdeckten Amerika versklavte Indianer, forderte ihre Menschenwürde und Menschenrechte ein und wurde in seinem Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt zu einem Vordenker heutiger Sozialpastoral.

4.1.3 Von der Herausforderung durch die soziale Frage zum Caritasverband

Eine ganz neue Entwicklung zeichnete sich im 18. und 19. Jahrhundert ab. In der Zeit der Industrialisierung mit ihren großen Umbrüchen führten Wanderungsbewegungen und Entwurzelung, Arbeitslosigkeit und Armut zu einer neuen Form sozialen Elends in bislang unbekanntem Ausmaß. In der katholisch-sozialen Bewegung sammelten sich Christen, die die soziale Frage erkannten und sich den Herausforderungen stellten. Persönlichkeiten wie Ritter von Bus, Franz Hitze, Bischof Emmanuel von Ketteler, Adolf Kolping, verliehen ihnen in der Kirche und in der politischen Öffentlichkeit überzeugend Stimme. Die katholische Frauenbewegung verstand sich als soziale Bewegung, deren Gründerinnen Agnes Neuhaus, Ellen Ammann, Helene Weber Nächstenliebe mit politischem Engagement verbanden. In Elisabeth- und Vinzenzvereinen trafen sich Frauen und Männer, die der Not von Kindern, Kranken und Alten wehren wollten. Es ist dies auch die Zeit, in der viele caritative Ordensgemeinschaften entstanden sind; charismatische Persönlichkeiten, z.B. Franziska Schervier, Pauline von Mallinckrodt und Madeleine Delbrêl sammelten Menschen, die aus dem Geist des Evangeliums Antwort geben wollten auf die Not der Zeit. Oft war es die tagtäglich erlebte Not der Menschen vor Ort, die die Christen in einer Gemeinde veranlaßte, eine Ordensgemeinschaft um Hilfe zu bitten; anderswo mochten sich Ordensgemeinschaften selbst anbieten, um mit einer Einrichtung Hilfe zu bringen. Es gibt viele Zeugnisse, die zeigen, wie Gemeinden selbst initiativ geworden sind, indem sie Grund und Boden bereitstellten und zur Gründung eines Armen- oder Krankenhauses schritten. In dieser Zeit entstand ein beachtliches Netzwerk von Krankenhäusern, Schulen, Schwesternstationen, Kindergärten, die eine Antwort auf die Herausforderung der Zeit sind. Aus diesen Wurzeln heraus hat sich auch der heutige Caritasverband entwickelt: Vereinigungen, die sich entsprechend dem Zug der Zeit als zivile Vereine organisierten, Anstalten, gegründet aus einer Stiftung, und Ordensgemeinschaften sind die drei Säulen, aus denen der Caritasverband erwachsen ist. Darüber hinaus sind ebenfalls die katholisch-soziale Bewegung mit den christlichen Arbeitervereinen, die katholische Frauenbewegung und die Gründung des Caritasverbandes nicht voneinander zu trennen; in ihnen  stellt sich Ende des letzten Jahrhunderts und Anfang dieses Jahrhunderts das sozialpolitische Engagement der Katholiken in Deutschland dar und bestimmte entscheidend die Entwicklung des Sozialstaates mit. Nicht umsonst hat der Nationalsozialismus versucht, über die Ausschaltung der Caritasverbände und ihrer Einrichtungen die katholische Kirche selbst zu treffen.

4.2 Amt und Geistesgaben in der Caritas der Kirche

Die Sendung der Kirche hat ihren Grund in der Sendung Jesu. Im Sakrament der Taufe und der Firmung wird den Getauften der Heilige Geist geschenkt, daß sie die Sendung Jesu in Wort und Tat weitertragen, jeder mit seinen Fähigkeiten und Begabungen. Das gilt auch für die Sendung zur praktischen Nächstenliebe in der Caritas. Die Getauften tun das als ihren ureigenen Auftrag. Zugleich bleibt aber die Caritas wie Verkündigung und Liturgie in der Verantwortung des Ortsbischofs, der für die Einheit aller Dienste steht.
Die Geschichte der Caritas zeigt, daß viele Männer und Frauen bewußt oder unbewußt aus dem Heiligen Geist ihre Berufung gelebt haben, lange bevor das II. Vatikanische Konzil dieses Verständnis auf unsere Zeit hin so ausführlich dargelegt hat. Sie haben mit ihrem Charisma und durch ihr caritatives Zeugnis das Gesicht der Kirche und der Welt verändert. Vor diesem Hintergrund ist auch die Gestalt der Caritas heute zu sehen. Sie geschieht durch die vielen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gemeinden und Verbänden. In der Zeit der frühen Kirche mochte der Bischof in einer überschaubaren Stadt und in einer einfach strukturierten Gesellschaft den Armendienst mit seinen Diakonen direkt wahrnehmen; in einer differenzierten und komplexen Gesellschaft kann der Bischof seiner Berufung, "Pater pauperum" (Vater der Armen) zu sein, nur angemessen nachkommen, indem er sich in den Dienst der Berufung und Charismen der vielen Getauften stellt, um mit ihnen ein Netzwerk der helfenden Hände zu knüpfen, das in unserer Zeit not tut.

4.3 "Knoten" im Netz der Caritas

Im Netz der Caritas wird man mehrere "Knoten" unterscheiden müssen, die aber zuinnerst zusammenhängen.

4.3.1 Initiativen im Lebensraum der Menschen

Die konkrete Not der Menschen wird am ehesten in unmittelbarer Betroffenheit wahrgenommen, sei es von den in Not Geratenen selbst, sei es von Menschen, die ihnen nahestehen. Diese Sensibilität für die Not und Hilfebedürftigkeit des Nächsten vor Ort ist oft der Anstoß für Initiativen, Selbsthilfegruppen, Arbeitskreise, die eine Antwort suchen. Für solches Engagement gibt es vielfältige Beispiele:

4.3.1.1 in Familien

In vielen Familien wird lebenslang bindende Verantwortung füreinander gelebt: Ehepartner füreinander, Eltern für ihre Kinder, Kinder für ihre Eltern und Großeltern und Geschwister füreinander. In einer Zeit, in der Bindungen stark in Frage gestellt werden, stehen Millionen von Familienmitgliedern trotz aller Belastungen in Not und Leid füreinander ein, auch und gerade jenseits individuellen Nutzens. Ohne bisher auf Anerkennung ihrer Leistungen durch Wirtschaft und Politik rechnen zu können, legen Eltern das Fundament an Humanität, ohne das der einzelne wie die Gesellschaft nicht existieren können. Dasselbe gilt für das erstaunliche Maß an Verantwortung vieler erwachsener Kinder für ihre Eltern, wenn diese nicht mehr ein selbständiges Leben führen können. Ganz zu schweigen von Familien, die viele Jahre oder sogar lebenslang behinderten oder chronisch kranken Familienmitgliedern ein Leben in Geborgenheit und Zuwendung ermöglichen.

4.3.1.2 in Selbsthilfegruppen

Ein unübersehbares Zeichen der nicht versiegenden Solidarität in unserer Gesellschaft sind Gruppen, in denen sich Menschen, die von gleichen Notlagen betroffen sind, zur gegenseitigen Hilfe zusammenschließen. Wo früher häufig Resignation, Rückzug und falsche Formen der Betreuung anzutreffen waren, gewinnen von Leid und Unrecht betroffene Menschen gemeinsam ihre Selbstbestimmung und Selbstachtung zurück. Sie erleben, daß sie gemeinsam mehr erreichen können als jeder einzelne für sich. Sie erfahren unmittelbar, daß sie beim Helfen Empfangende und Beschenkte, Gebende und Nehmende sind. Sie strafen alle jene Lügen, die in unserer Gesellschaft nur Eigeninteresse und Beschränkung auf das eigene Selbst wahrzunehmen meinen.

4.3.1.3 im ehrenamtlichen Einsatz füreinander

Durch diese wachsende Vielfalt solidarischer Selbsthilfe ist der helfende ehrenamtliche Dienst füreinander nicht überflüssig geworden. Im Gegenteil! Auch ohne eigene, unmittelbare Betroffenheit entdecken Menschen im anderen die Schwester oder den Bruder, die jetzt jene Hilfe brauchen, die sie morgen vielleicht selbst benötigen. Im Engagement für andere sehen sie eine Chance, ihr Leben bewußt zu gestalten, so daß es dadurch reicher und sinnvoller wird. Viele von ihnen suchen auch die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, um in ihrem Engagement Rückhalt und Bestätigung zu erfahren. Das Ehrenamt erfährt dabei eine Veränderung und wird vielfältiger. Zahlreiche Menschen nehmen Ehrenämter wahr und lassen sich in die Pflicht nehmen, für andere kontinuierlich da zu sein, wie z.B. in den verschiedenen Feldern kirchlicher, verbandlicher, politischer, gesellschaftlicher oder betrieblicher Mitverantwortung. Andere nehmen ohne Mitgliedschaft und Bindung an einen Verband zeitlich befristete Aufgaben wahr. Aktuelle Not ist oft der Anlaß, der zum Engagement und zur Überwindung der passiven Zuschauerrolle beiträgt. Flüchtlingshilfen, Initiativen für alleinstehende Wohnungslose, Hilfsaktionen für Gemeinden in Ländern Osteuropas sind u. a. solche Beispiele. Charakteristisch ist heute immer, daß die Helferinnen und Helfer auch selbst mitüberlegen und mitentscheiden wollen, was zu tun ist und wie es getan werden soll. Sie wollen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen und nicht nur Handlager sein.

4.3.1.4 in Mitverantwortung für die Eine Welt

In einer Welt, die immer mehr zusammenwächst und in der die ferne Not bis vor die eigene Haustür reicht, wachsen die Bereitschaft und Fähigkeit der Menschen, bisher geltende Hilfegrenzen zu überschreiten. Das zeigt sich nicht nur bei den großen kirchlichen Hilfswerken wie Adveniat, Misereor, Missio, Renovabis und Caritas international, sondern in der Bereitschaft vieler, sich bei anderen Hilfsaktionen zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund kommt den zahlreichen Eine- bzw. Dritte Weltgruppen ihre besondere Bedeutung zu. Sie weiten das Bewußtsein auf die eine Welt hin, arbeiten mit an einer Brücke der Verständigung und tun einen wichtigen Friedensdienst.

4.3.2 in Initiativen auf der Gemeindeebene

Ziel der Caritas der Kirche ist es, hinzuführen zur Gemeinschaft der Menschen untereinander und mit Gott. Das wird Wirklichkeit in der Gemeinde, die sich aufbaut und lebt aus der Verkündigung des Glaubens, aus der Feier der Sakramente und aus der tätigen Caritas gegenüber dem Nächsten. Es gehört darum zum Leben der Gemeinde, daß sie sensibel ist für die Not vor Ort, daß sie die Initiativen praktischer Caritas wahrnimmt und unterstützt. Für viele Menschen sind diese Initiativen auch Wege, den Glauben für ihr Leben neu zu entdecken und Zugang zur Kirche zu finden.
Vor diesem Hintergrund ist z.B. zu würdigen, wenn Sternsinger alljährlich auf Straßen und in den Häusern um Spenden bitten, wenn Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr annehmen, wenn ehrenamtlich tätige Helfergruppen, Caritas- und Vinzenzkonferenzen in Wohnbezirken Familien oder Alleinstehende aufsuchen, kranke und alte Menschen zu Hause oder im Krankenhaus und im Pflegeheim besuchen, Begegnung und Hilfe vermitteln und damit die Brücke zur Gottesdienstgemeinde bauen wollen. Es geschieht vieles in wechselseitiger Hilfe, im gegenseitigen Trösten und Raten - und das oft mit viel Phantasie und Engagement.

Pfarrgemeinderäte und Sachausschüsse entwickeln Projekte wie Wärmestuben für Wohnungslose, Mittagstische für Alleinstehende, Kochkurse für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Gemeinde. In der Schulaufgabenhilfe sind Erwachsene und Schüler helfend tätig, bemühen sich, Fremde mit unserer Sprache vertraut zu machen. Im humanen Umgang mit Sterben und Tod hat sich mit der Hospizbewegung eine neue Form von Hilfe und Unterstützung herausgebildet. Wegen der besonderen Bedeutung dieser Frage haben sich die deutschen Bischöfe damit in einer eigenen Handreichung ausführlich befaßt (Erklärung der Pastoralkommission "Die Hospizbewegung - Profil eines hilfreichen Weges in katholischem Verständnis" vom 23. September 1993, in: Die deutschen Bischöfe 47, Bonn 1996). In manchen Gemeinden haben sich Initiativen gebildet, um gegen die langandauernde Massenarbeitslosigkeit anzugehen. Sie sind nicht bereit, Arbeitslose ihrem individuellen Schicksal zu überlassen, sondern nehmen die Herausforderung an und suchen in Solidarität mit den Betroffenen nach positiven Wegen der Überwindung.
Das Gemeinsame Wort der Kirchen "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" stellt das ausführlich dar. Es gibt viele ermutigende Beispiele, die einladen weiterzutun, was andere bereits getan haben. Im Engagement dieser vielen Frauen und Männer, der Jugendlichen und Kinder wird die Caritas nach wie vor als Lebensvollzug der Kirche getan. Für viele wird darin die Zugehörigkeit zur Kirche praktisch und erfahrbar Die Gemeinde wird erst vollständig, wenn sich die kranken, behinderten oder alten Menschen, trotz der räumlichen Ferne zur Gottesdienstgemeinde, als aktive Glieder ihrer Gemeinde verstehen und von der Gemeinde auch als solche wahrgenommen und angenommen sind. Sichtbar und spürbar wird diese lebendige Zugehörigkeit zur Gemeinde u.a. dadurch, daß sie den Helfern hundertfach in Dankbarkeit und Freude zurückschenken und deren Tun oft durch ihr Gebet und Opfer erst möglich und vollständig machen. Früh verband sich mit der rückhaltlosen, persönlichen Zuwendung zum einzeln Menschen in Not das Eintreten der Caritas für die Zuständereform in Staat und Gesellschaft. Seitdem gehören die persönliche Hilfe und das sozialpolitische, öffentliche Handeln zugunsten gerechterer gesellschaftlicher Strukturen für die Caritas der Kirche untrennbar zusammen wie zwei Seiten ein und derselben Medaille.

In der Nachfolge Jesu existiert die Kirche nicht für sich selbst. Sie hat eine Sendung für alle Menschen und Völker (Mt 28,19).
"Die Kirche hat damit einen öffentlichen Auftrag und eine Verantwortung für das Ganze des Volkes und der Menschheit." ("Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, Bonn 1997, Nr. 100) Damit hat auch die Arbeit der Caritas einen öffentlichen Auftrag und eine politische Dimension. Es geht darum, aus dem Geist des Evangeliums den Lebensraum der Menschen in unserem Land nach den Prinzipien der Solidarität und der Gerechtigkeit mitzugestalten. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, hat die Caritas in unserem Land die Gestalt des Verbandes angenommen.

4.3.3 Caritasverband und Professionalisierung der Caritas

In Deutschland haben sich vor gut 100 Jahren caritative Bewegungen, Gemeinschaften und Einrichtungen organisiert und zum Caritasverband zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluß wurde von hellsichtigen Bischöfen, Priestern und Laien von verschiedenen Seiten vorangetrieben mit dem Ziel, daß die caritative Tätigkeit der Kirche in der Öffentlichkeit wahrgenommen und damit ein Instrument geschaffen wurde, um die Sozialpolitik aus christlicher Verantwortung mitzugestalten.
Im "Charitasverband für das katholische Deutschland" schlossen sich unter der Initiative und Inspiration von Lorenz Werthmann zuerst caritative Vereine, Ordensgemeinschaften und caritative Anstalten zusammen. Zugleich verstärkte dieser Zusammenschluß auch die Professionalisierung in den verschiedenen Bereichen kirchlicher Caritas. Der Caritasverband sollte das Feld der Caritas erforschen, die Information unter den verschiedenen Einrichtungen und Diensten ermöglichen und zugleich eine qualifizierte Aus- und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Selbstverständnis der kirchlichen Caritas sicherstellen. Der Caritasverband steht heute an einer entscheidenden Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft bzw. Staat und nimmt eine Brückenfunktion wahr: Er ist der von den deutschen Bischöfen anerkannte Zusammenschluß der kirchlichen Caritas und von daher eindeutig Caritas der Kirche und nimmt zugleich als freier Wohlfahrtsverband seine Funktion wahr im gesellschaftlichen Bereich.

4.3.3.1 Der Ort des Deutschen Caritasverbandes heute

Mit dem Aufbau der Bundesrepublik Deutschland ist der Ort des Deutschen Caritasverbandes neu beschrieben worden: Der soziale Rechtsstaat der Bundesrepublik Deutschland weist darin eine Besonderheit aus, daß nach seiner Verfassung die öffentliche und freie Wohlfahrtspflege partnerschaftlich und subsidiär zusammenarbeiten. Der Caritasverband als Teil der Caritas der Kirche ist im sozialen Hilfesystem des Staates eine selbständige Säule mit eigenen Profil. Er ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. So bringt der Caritasverband die Lebens- und Glaubenserfahrung der Kirche zugleich mit der fachlichen Qualität, welche er im Dienst an den Menschen entwickelt hat, in die sozialpolitische Diskussion ein und nimmt die Mitverantwortung der Kirche für die Gestaltung des Lebensraumes der Menschen wahr. In besonderer Weise hat sich in den Jahren die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche herausgebildet. Caritas und Diakonie sind ein bewährtes Feld der Ökumene geworden.

4.3.3.2 Zur Identität der verbandlichen Caritas

Der Caritasverband steht heute sowohl nach innen als auch nach außen für die Qualität der Hilfe aus dem Geiste christlicher Caritas und ist Zusammenschluß und Träger für viele Fachdienste. Die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Dienste, die dem hilfebedürftigen Menschen zur Verfügung stehen, gehört zur Qualität der Caritas. In dem Sinne nimmmt der Caritasverband auch ergänzend die Dienste wahr, die für die einzelne Gemeinde eine Überforderung sind.
Die Identität des Caritasverbandes gründet darin, daß er Teil der Kirche ist unter der Aufsicht des zuständigen Bischofs. Träger und Leitungspersonen tragen die Verantwortung für den kirchlichen Charakter, indem sie Zielsetzung und Tätigkeit, Organisationsstruktur und Leitung an der Glaubens- und Sittenlehre und an der Rechtsordnung der Kirche ausrichten entsprechend den jeweils gültigen Ordnungen (z.B. Satzung, Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse). Von daher ergeben sich differenzierte Bedingungen für die Möglichkeit der Mitarbeit von katholischen, nichtkatholischen christlichen und nichtchristlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Damit lassen sich auch der Ort und die Identität hauptberuflicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas beschreiben. Ergänzend zu dem Weg, den das Leitbild des Deutschen Caritasverbandes eröffnet, lassen sich noch diese Elemente nennen:
- Durch ihre Taufe und Firmung nehmen sie in der Kirche an der Sendung Jesu teil und haben ihren ureigenen Auftrag, Menschen zu helfen.
- Ihre beruflichen Fähigkeiten und ihre fachliche Kompetenz sind ein Ausdruck ihres Charismas und eine besondere Chance, die Hilfe der Caritas wirksam werden zu lassen.
- Insofern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptberuflich beim Caritasverband tätig sind, stehen sie im Auftrage der Kirche, im Auftrage des Bischofs; sie nehmen teil an seiner Verantwortung, daß die Caritas der Kirche wirksam getan werden kann zum Wohl und Heile der Menschen.

4.4 Spannungsfeld von Caritas der Gemeinde und Caritasverband
4.4.1 Sakrament und Caritas gehören zusammen

Verbandliche Caritasarbeit und Caritas der Gemeinde gehören zusammen und ergänzen einander. Dieses ergänzende Zusammenspiel zu gewährleisten, ist eine dauernde Aufgabe.
Die hauptberufliche professionelle Arbeit ist in der Gefahr, daß sie den Kontakt zu den Gemeinden verliert und sich der Wurzel nicht mehr genügend bewußt ist, aus denen die christliche Caritas lebt. Andererseits ist in den Gemeinden sowohl in der Praxis als auch im Bewußtsein manchmal nicht genügend klar, daß es neben der eucharistischen Gegenwart Christi im Sakrament auch die Gegenwart des Herrn in den Brüdern und Schwestern gibt, der uns in den Hungernden, in den Kranken und Alten, in den Behinderten, Obdachlosen und Heimatlosen anblickt. Die urkirchliche Zusammengehörigkeit von Sakrament und Armenfürsorge ist nicht mehr allgegenwärtig; sie muß sowohl in der Theologie als auch in der Praxis der Kirche wiederbelebt werden. Gemeindliche Caritas hat sich dort entwickelt, wo Gemeinden das soziale Umfeld als Herausforderung annehmen.

4.4.2 Subsidiarität: wechselseitige Ergänzung von hauptberuflicher und ehrenamtlicher Arbeit

Bedauerlicherweise wird in Gemeinden die Sorge um den andern Menschen nicht mehr immer als Auftrag aller verstanden, sondern eher als Engagement einiger Personen und Gruppen, oder sie wird dem Caritasverband ganz überlassen. Bisweilen hat der Auf- und Ausbau der verbandlichen Caritas - wenn auch ungewollt - in den Gemeinden dazu beigetragen, ihre Verantwortung an den Verband abzugeben, zumal sich viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohnehin angesichts der komplexen Not überfordert fühlen und froh sind, wenn ihnen langjährig geleistete Dienste von beruflichen Mitarbeitern des Verbandes abgenommen werden. Wichtig und entscheidend ist, daß das umfangreiche Angebot des Caritasverbandes als ein Angebot der Kirche für ihre Gemeinden erkannt wird. Wenn beide Partner, berufliche und ehrenamtliche, in einer sich ergänzenden Zusammenarbeit tätig werden, kann die Gemeindewerdung durch die Caritas erfahrbar werden als eine gemeinsame Aufgabe von Gemeinde und Verband. Professionelle Mitarbeiter bringen ihre Qualifikation ein; ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verband und in den Gemeinden bringen ihre Fähigkeiten aus Ausbildung, Beruf und Familie, die Kenntnis von den Lebensbedingungen der Gemeinde sowie ihre Nähe zu den Hilfesuchenden ein. Am Beispiel der "Sozialstation" sowie der ehrenamtlichen Dienste im Krankenhaus und Altenwohnheim wird deutlich, wie professionelle ambulante Dienste in die Gemeinde hineinwirken und zugleich durch ehrenamtliche Dienste aus der Gemeinde ergänzt und vervollständigt werden. Eine ganze Reihe entlastender Dienste könnten aufgezählt werden, von den pflegerischen bis zu den hauswirtschaftlichen, von den Entlastungshilfen für pflegende Angehörige, von der Hospizbewegung über Einkaufshilfen, Vorlesen und Botengänge bis hin zum Zuhören und Zeitschenken.

5. Kirche für die Menschen und die Gesellschaft

Persönliches caritatives Engagement wie verbandliche Caritas bringen zum Ausdruck, wofür die Kirche in dieser Gesellschaft, in dieser Welt steht. Gemeinsam bilden sie - wie sich Johannes Paul II. in der jüngsten Sozialenzyklika ausdrückt - eine "Großbewegung zur Verteidigung und zum Schutz der Würde des Menschen" (Enzyklika CENTESIMUS ANNUS von Papst Johannes Paul II., Bonn 1991, 3). Überall dort, wo Menschen als einzelne oder als Gruppen der Würde des Menschen mehr Raum zu geben suchen, können sie mit der Kirche und ihrer Caritas als treue Verbündete rechnen. Wo immer sich die Würde des Menschen als bedroht erweist, kann es die Kirche in ihrer caritativen Identität nicht unberührt lassen.

5.1 Anwalt für die Würde des Menschen Dabei steht die Caritas vor immer neuen, sich schnell verändernden Herausforderungen. Heute sind es vornehmlich wachsende Armut, besonders auch unter den Jüngeren, Massenarbeitslosigkeit, der drohende Ausschluß ganzer Gruppen von der gesellschaftlichen Teilhabe und die spürbare Verhärtung der gesellschaftlichen Verhältnisse gegenüber den Schwächeren insgesamt, die die Caritas der Kirche zum Handeln in der persönlichen Zuwendung wie im politisch-anwaltlichen Engagement drängen. Caritas als Ausdruck kirchlicher Hilfe und als Anwalt für die Würde des Menschen läßt sich dabei immer weniger von nur einer Ebene der Kirche oder durch eine spezielle Organisation allein realisieren, sondern verlangt eine Vielfalt von Handlungszentren. Als Gemeinschaften, die die Erinnerung an das zuvorkommende Heilshandeln Gottes vor Ort wachhalten, sind die Gemeinden aufgefordert, Gottes Heil zu bezeugen, indem sie sich aktiv einsetzen für Menschen, die in ihrer Würde bedroht sind. "Dieser Mensch ist der Weg der Kirche" (Enzyklika REDEMPTOR HOMINIS von Papst Johannes Paul II., Bonn 1979, 14), insbesondere der an den Rand gedrängte, in Not geratene Mensch. Das macht es notwendig, auch auf der Ebene jeder Diözese Schwerpunkte zugunsten derer zu setzen, die in ihrer Würde bedroht sind. Die katholische Kirche in Deutschland als eine der großen Institutionen unseres Landes ist herausgefordert, ihr öffentliches Gewicht für jene in die Waagschale zu werfen, deren Kräfte nicht reichen, um selbst auf ihre Not aufmerksam zu machen und auf Abhilfe zu drängen. Dazu gehört heute das entschiedene Eintreten für das eigenständige Lebensrecht des ungeborenen Kindes und nochmals besonders des Kindes mit einer Behinderung. Dazu gehört auch die entschiedene Sorge, daß Kinder und junge Menschen voll Vertrauen und Hoffnung in ihre Lebenswelt hineinwachsen können. In einer Situation, in der soziale Einrichtungen zunehmend unter ökonomische Zwänge geraten, haben wir in unserem Land noch nicht endgültig den Beweis erbracht, daß die Achtung und Ehrfurcht vor der Würde des altersverwirrten und schwerstpflegebedürftigen Menschen wie des behinderten Menschen auf Dauer gesichert sind.

5.2 Politische Diakonie der Caritas und des Caritasverbandes

Eine vielgestaltige Kirche, die für andere da ist, schafft auch die besten Voraussetzungen für das sozial-caritative Engagement der Christen und der Kirche in den modernen, verbandlichen Strukturen. Als eine vermittelnde Institution zwischen staatlichen und privaten Kräften der Wohlfahrtspflege einerseits und der persönlichen Hilfe von Mensch zu Mensch andererseits kommt der verbandlichen Caritas in den Anstrengungen unserer Gesellschaft zur Wahrung von Humanität und Gerechtigkeit eine eher wachsende Bedeutung zu. Dies gilt auch für die notwendigen Anstrengungen, sozialstaatliche und wohlfahrtspflegerische Institutionen auf der europäischen Ebene zu entwickeln und zu gestalten.
Das stellt die Caritas vor große Herausforderungen. Die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Land wie auch in einem geeinten Europa verändern sich tiefgreifend. Die Freie Wohlfahrtpflege hat ihre gewohnte Vorrangstellung verloren und muß ihre Dienste unter wettbewerbsähnlichen Bedingungen auf einem offenen Markt anbieten und leisten. Zugleich ist der Grundkonsens in den gemeinsamen Wertüberzeugungen unter den Bedingungen der pluralen Gesellschaft brüchig geworden; das betrifft u.a. das Verständnis vom Menschen und vom Leben des Menschen.
Diese veränderte Situation bringt den Caritasverband zunehmend vor die Frage, wie er in den verschiedenen Einrichtungen und Diensten aus seinem Selbstverständnis heraus die Arbeit tun kann und seine Identität überzeugend wahren kann. Als Anstellungsträger kann er dabei in schwierige Konflikte geraten.

5.3 Das eigene Profil zeigen

Fachlich qualifizierte Caritas wie gemeindliche Caritas sind aufeinander verwiesen. Nur beide gemeinsam können die christlich geprägte soziale Qualität der Lebensräume gewährleisten. Angesichts des gegenwärtigen wirtschaftlichen Umbruchs (Rückgang der Staatsleistungen für caritative Dienste, Deckelung der Versicherungsleistungen, Abnahme der Kirchensteuermittel etc.) in unserem Land ist auf Dauer mit Einschränkungen des Einsatzes der Fachcaritas zu rechnen. Wenn die besondere Qualität der caritativen Fachdienste und Einrichtungen erhalten bleiben soll, werden die Gemeinden auf Dauer mehr Verantwortung und Engagement auch für die finanzielle Sicherung (z.B. Stiftungen etc.) der Fachcaritas übernehmen müssen. Der Caritasverband wird deutlich sein eigenes Profil zeigen müssen. Er wird neue Formen der Zusammenarbeit ehrenamtlicher und hauptberuflicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und die Vernetzung der caritativen Dienste in der Kirche vorantreiben. Aber auch die dringenden Anliegen und großen Nöte in anderen Ländern und Regionen der Welt werden die Arbeit der Caritas mehr als heute bestimmen.

Aus der Kirche, die für die Menschen da ist und lebt, wachsen der verbandlichen Caritas immer neu die notwendigen Kräfte für ihre gesellschaftliche Aufgabe zu: Das sind die Menschen, die bereit sind, sich von der Not anderer unmittelbar in Dienst nehmen zu lassen, Mitarbeiter, die ihre Fachlichkeit mit dem Geist des Evangeliums zu verbinden wissen, und das ist eine aus der Mitte des Glaubens und der Theologie kommende Hochschätzung, die die Fähigkeit verleiht, die eigenen Grenzen von institutioneller Trägheit und Eigeninteresse immer wieder aufs neue zu überschreiten.

Überall dort, wo die Kirche heute glaubwürdig als Bewegung im Interesse der Menschenwürde in Erscheinung tritt, kann sie mit hoher Zustimmung rechnen. Dies gilt sowohl für die am kirchlichen Leben teilnehmenden Gemeindemitglieder, als auch für den wachsenden Kreis der Distanzierten. Wie das hohe Ansehen der verbandlichen Caritas in der Gesellschaft insgesamt verdeutlicht, reicht ihre Anerkennung auch über den Kreis der Gläubigen hinaus. So wird der gelebte Einsatz der Kirche für die Schwächeren in der Gesellschaft heute ein überzeugendes Zeichen einer Glaubenspraxis der Kirche, die "zur Welt gekommen ist".

(Quelle: www.dbk.de)

Kirchensteuer in der Bibel?

"In jedem dritten Jahr sollst du den ganzen Zehnten deiner Jahresernte in deinen Stadtbereichen abliefern und einlagern" (Dtn 14,28 - Einheitsübersetzung)

Wahrscheinlich ist hier gemeint in jedem dritten Jahr nach einem Sabbatjahr; denn im Sabbatjahr gehörten alle Erträge den Armen:

"Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen. Die Armen in deinem Volk sollen davon essen, den Rest mögen die Tiere des Feldes fressen. Das Gleiche sollst du mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen tun." (Ex 23,10-11 - Einheitsübersetzung)

Dtn 14,28 ordnete also an, dass 10 % der Ernte eines Jahres jedes dritte Jahr abzuführen ist. Dieser zehnte Teil wird dann an Leviten, die selbst nicht genügend haben, verteilt, weiterhin an Witwen, an Fremde oder an Waise. Hier handelt es sich also um nichts anderes als um eine öffentliche Anordnung, mit der sichergestellt wurde, dass arme Menschen materiell abgesichert waren. Eine Anordnung deshalb, da dies sichergestellt sein musste.

Außerdem sollte das Land sowie die Weinberge und Ölbäume in jedem siebten Jahr brach liegen - nicht etwa aus ökologischen Gründen oder damit der Boden sich erholt. Auch hier eine klare Anordnung, die gewährleistete, dass die Armen genügend zu essen hatten.

Weitere Regeln:

"Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern. Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben; denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid." (Ex 22,24-26 - Einheitsübersetzung)

Hiermit sollte verhindert werden, dass Arme von den Reichen abhängig werden und ihre soziale Ausgrenzung damit festgeschrieben wird.

Sehen wir uns Dtn 15,1-11 an:

"In jedem siebten Jahr sollst du die Ackerbrache einhalten. Und so lautet eine Bestimmung für die Brache: Jeder Gläubiger soll den Teil seines Vermögens, den er einem andern unter Personalhaftung als Darlehen gegeben hat, brachliegen lassen. Er soll gegen den andern, falls dieser sein Bruder ist, nicht mit Zwang vorgehen; denn er hat die Brache für den Herrn verkündet. Gegen einen Ausländer darfst du mit Zwang vorgehen. Wenn es sich aber um deinen Bruder handelt, dann lass deinen Vermögensteil brachliegen! Doch eigentlich sollte es bei dir gar keine Armen geben; denn der Herr wird dich reich segnen in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt und das du in Besitz nimmst, wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, auf dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, achtest und es hältst. Wenn der Herr, dein Gott, dich segnet, wie er es dir zugesagt hat, dann kannst du vielen Völkern gegen Pfand leihen, du selbst aber brauchst nichts zu verpfänden; du wirst über viele Völker Gewalt haben, über dich aber werden sie keine Gewalt haben. Wenn bei dir ein Armer lebt, irgendeiner deiner Brüder in irgendeinem deiner Stadtbereiche in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, dann sollst du nicht hartherzig sein und sollst deinem armen Bruder deine Hand nicht verschließen. Du sollst ihm deine Hand öffnen und ihm gegen Pfand leihen, was der Not, die ihn bedrückt, abhilft. Nimm dich in Acht, dass du nicht in niederträchtigem Herzen den Gedanken hegst: Bald kommt das siebte Jahr, das Brachjahr!, und deinen armen Bruder böse ansiehst und ihm nichts gibst, sodass er den Herrn gegen dich anruft und Strafe für diese Sünde über dich kommt. Du sollst ihm etwas geben, und wenn du ihm gibst, soll auch dein Herz nicht böse darüber sein; denn wegen dieser Tat wird dich der Herr, dein Gott, segnen in allem, was du arbeitest, und in allem, was deine Hände schaffen. Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen." (Einheitsübersetzung)

Hier wird doch sehr radikal in das wirtschaftliche Gefüge und die Verteilung der Güter einer Gesellschaft eingegriffen, womit verhindert wird, dass arme Menschen in existenzgefährdende Notlagen geraten.

Zum Schluss noch Mal 3,6-10:

"Ich, der Herr, habe mich nicht geändert und ihr habt nicht aufgehört, Söhne Jakobs zu sein. Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Gesetzen abgewichen und habt auf sie nicht geachtet. Kehrt um zu mir, dann kehre ich mich euch zu, spricht der Herr der Heere. Doch ihr sagt: Worin soll denn unsere Umkehr bestehen? - Darf der Mensch Gott betrügen? Denn ihr betrügt mich. Doch ihr sagt: Womit betrügen wir dich? - Mit den Zehnten und Abgaben! Dem Fluch seid ihr verfallen, doch ihr betrügt mich weiter, ihr, das ganze Volk. Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist. Ja, stellt mich auf die Probe damit, spricht der Herr der Heere, und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen im Übermaß auf euch herabschütte." (Einheitsübersetzung)

Es war also schon vor tausenden von Jahren beim Volk üblich, dass der Zehnte u.a. den Armen - und damit Gott! -  vorbehalten war! Dies geschah aufgrund religiöser Gebote, also nicht nur aufgrund irgendwelcher weltlicher Gesetze, wenngleich beides damals vermischt war.

Warum tun wir uns dann so schwer, zu akzeptieren, dass uns alles, was wir haben, nur von Gott geschenkt wurde und dass wir unsererseits eine Verantwortung gegenüber anderen sowie gegenüber der Kirche als Leib Christi haben?


(Quelle: u.a. Fernkurs Würzburg www.fernkurswuerzburg.de)

Solidarität mit den Armen und Ausgegrenzten

Eine der folgenschwersten Tendenzen sowohl in Pfarrgemeinden als auch was jeden Katholiken und jede Katholikin angeht: Wir haben die Sorge für Arme, Notleidende, Alte, Einsame, Gefangene, Obdachlose, Flüchtlinge usw. professionellen Hilfsorganisationen überlassen. Die können das ja viel besser als wir.

Das Problem hierbei: so einfach geht das nicht. Wir können nicht jemand anderes dafür bezahlen, unseren Nächsten zu lieben und dies in Werken der Nächstenliebe zum Ausdruck zu bringen. Jeder Mensch und jede Pfarrgemeinde ist gerufen, hier selbst aktiv zu werden.

Sehen wir uns die Bergpredigt an: das erste Mal, als Jesus Seine zwölf Jünger - Fischer, Zöllner und andere infache Menschen - zusammen sitzen hatte, brachte Er ihnen in der Bergpredigt mit einfachen Worten bei, worauf es ankommt. Was, wenn Jesus wirklich gemeint hatte, was Er damals sagt? Die Hungernden ernähren, Kranke und Gefangene besuchen usw.? Er sagte, dass wir das, was wir dem Geringsten Seiner Brüder tun, Ihm selbst tun. Jesus sprach nicht davon, einen Teil unseres Überflusses irgendwelchen Organisationen zu geben, die das besser können. Er wandte sich an jeden einzelnen von uns.

Natürlich sind professionelle Organisationen gut und wichtig, das spricht aber niemanden - weder Einzelpersonen noch Pfarrgemeinden - davon frei, selbst in dieser Richtung aktiv werden zu müssen. Die Grundvollzüge jeder Pfarrgemeinde sind untrennbar miteinander verbunden:

- Martyria (Glaubenszeugnis und Glaubensweitergabe)
- Leiturgia (Liturgie)
- Diakonia (Werke der Nächstenliebe)
- Koinonia (Gemeinschaft als Glieder des einen Leib Christi)

Wir können uns nicht eines herausnehmen (etwa die Liturgie) und den Rest anderen überlassen. Ohne Liturgie, ohne die Eucharistie als lebensspendende Quelle, macht alles andere keinen Sinn. Ohne Werke der Nächstenliebe aber wird auch Liturgie zu einer leeren Hülse.

Wir zeigen Solidarität mit Armen, Ausgegrenzten und Notleidenden jeglicher Art, indem wir auf gleiche Augenhöhe mit ihnen gehen, nicht indem wir ihnen eine Münze hinwerfen. Wenn wir ihnen nicht mit Liebe begegnen und wenn wir ihnen nicht selbst begegnen, macht alles andere keinen Sinn.

Treasures In Heaven, Hell or Earth

Where are yours? Luke 12:13-24
(All scripture passages unless otherwise stated are from the NKJ version)
 
In ancient Egypt it is told that the Kings would be buried with their treasures in the pyramids, with the belief that when the king got to the other side of life on earth, he would have his treasure there with him.

Even today we read of some whom desire to be buried with their money as if that would be any good to them on the other side of eternity.

Many who are rich today are never satisfied with the wealth they already have. They greedily desire to accumulate even more money.

The 80’s have been described as the most materialistic age in North America ever. Kids are taught that the more you have, the more you are a somebody. In other words the more possessions you have and the more money you have, the more you are deemed to be a success.

There is nothing wrong with being wealthy, or have having lots of possessions. After all it is God who establishes whom will be wealthy, and whom will own what and how much. Deut. 8:18; 1 Sam. 2:7; Prov. 10:22; Eccl. 5:19; And it is God Himself whom actually owns all the riches in the world. The world is His after all. He created the world and all that is it. Hagai 2:8. Therefore it is His to share and give to whomever He wants.

The issue here is not whether one is wealthy or not, but what one does with their wealth, or lack of wealth. Greed is a symptom of ones lack of love for God and his fellow man. One does not have to be wealthy to be greedy. Just look at young children who own nothing and see how they want what others have as they go across the room to take possessions from their peers.

In Luke 12:13-21 Jesus tells a parable which causes us to look at what and where our treasures are. Before Jesus begins the telling of this parable of the rich fool, He is confronted by a man who wants Jesus to intervene in a family dispute. He wants Jesus to tell his brother to split up the family inheritance. This is somewhat reminiscent of the prodigal son who demanded his share of his inheritance even before father had died. To settle family disputes was not Christ’s mandate, so He ignored the man and told this parable of Luke 12: According to Jewish Law, the elder brother would have been in control of the inheritance. The elder brother would receive the larger portion of the inheritance. Like the prodigal son, this boy likely wanted his inheritance now to blow it living a wild riotous living.

Jesus says: "Take heed and beware of covetousness, for one’s life does not consist in the abundance of the things he possesses." (Luke 12:15)

Greed as we know is very prevalent in today’s society. We have dictators who steal away a countries wealth. Wall street investors steal hordes of money from trusted investors. Bank workers pilfer little by little from bank depositors, insurance frauds etc. are also prevalent. So many are in a take, take, take mode, taking by fraudulent gain.

Jesus gave us a stern warning, He said: "Take heed and beware of covetousness, for one’s life does not consist in the abundance of the things he possesses." Well excuse me ! According to the teachings in our schools and universities today a man’s life does indeed consist of the things he posses. A man is measured by how much money is in his bank account, how big his credit rating is, how big his house is, how big the swimming pool is in his big house, how big his boat is etc. A man’s possession today is an indicator of how successful he is.

Did Jesus go to a different school? No He is God and His is the author of morality, of what is what and wrong. So therefore if He says: "Take heed and beware of covetousness, for one’s life does not consist in the abundance of the things he possesses.", it is so.

So then what does a mans life consist of? "It is written: 'Man shall not live on bread alone, but on every word that comes from the mouth of God.'" (New International Version (NIV). Copyright © 1973, 1978, 1984, 2011 by Biblica). This is what a man's life consists of. However, God if He wills it will grant a man others possessions and wealth as He deems fit.

Do you think I jest? Scripture tells us first of all that; "And the LORD God formed man of the dust of the ground, and breathed into his nostrils the breath of life; and man became a living being." (Gen 2:7) God is the creator of all life on earth. He breathed into the nostrils of the man and man became a living being. God is in control of our being. "for in Him we live and move and have our being, as also some of your own poets have said, ‘For we are also His offspring' Acts 17:28

Job asks the rhetorical question: "In whose hand is the life of every living thing,
And the breath of all mankind." (Job 12:10) God does of course. The writer of the Psalms also asks; "Who keeps our soul among the living, And does not allow our feet to be moved" Ps. 66:9

Which one of us can say for certain that I will go to this place or to that place, or to do this or do that? Do you not know that God controls where you go, and what you will do?
 

Do Not Boast About Tomorrow

13 Come now, you who say, "Today or tomorrow we will go to such and such a city, spend a year there, buy and sell, and make a profit"; 14 whereas you do not know what will happen tomorrow. For what is your life? It is even a vapor that appears for a little time and then vanishes away. 15 Instead you ought to say, "If the Lord wills, we shall live and do this or that."
James 4:13-15

Is this not enough to convince you that your life is not your own and that you are not in control of it? You are not even in control of when you will draw your last breath. But God said to him, "Fool! This night your soul will be required of you; " Luke 12:20
When God says now is your last breath, guess what, you got no choice about it. There is nothing you can do about it. When He says stop, you stop.

The story of the rich fool mirrors well many rich people today. In this parable the man sees his wealth in the abundance of his crops. In those days a man’s wealth was not measured so much in monetary wealth but in the amount of his crops and animal and land possessions. Read the story of Job and see how he was wealthy this way, lost it all, and then regained it all back x 2 plus because God willed it.

So this dude sees that he has a huge crop, so he decides to build bigger and better barns to store it all in for future use. Again, there is nothing wrong with being wealthy, but what is wrong is when we do not use what we have to benefit others, not just ourselves. Those who store all the money in banks, rather than spreading it out to help feed the poor and needy are the same as this rich man with his abundance of crops. Rather than spreading out the wealth which God bestowed upon him, he was planning to hoard it all for himself rather than helping to feed the poor.

I am reminded of the passage in James where James talks about faith and good works. James says here in essence, where is your faith if you are able to feed and clothes others, but do not.

14 What does it profit, my brethren, if someone says he has faith but does not have works? Can faith save him? 15 If a brother or sister is naked and destitute of daily food, 16 and one of you says to them, "Depart in peace, be warmed and filled," but you do not give them the things which are needed for the body, what does it profit? 17 Thus also faith by itself, if it does not have works, is dead.
18 But someone will say, "You have faith, and I have works." Show me your faith without your works, and I will show you my faith by my works. 19 You believe that there is one God. You do well. Even the demons believe—and tremble! 20 But do you want to know, O foolish man, that faith without works is dead? 21 Was not Abraham our father justified by works when he offered Isaac his son on the altar? 22 Do you see that faith was working together with his works, and by works faith was made perfect? 23 And the Scripture was fulfilled which says, "Abraham believed God, and it was accounted to him for righteousness." And he was called the friend of James God. 24 You see then that a man is justified by works, and not by faith only.
25 Likewise, was not Rahab the harlot also justified by works when she received the messengers and sent them out another way?
26 For as the body without the spirit is dead, so faith without works is dead also. James 2:14-26

What eternal value is there if you hoard your wealth by storing it away for yourselves your possessions, or if you build useless things This does not aid those in need.
I am always appalled likewise when our governments waste big money on projects the profits no one at all. For example during this past summers Commonwealth gathering of the commonwealth countries in Ontario, the Canadian government spent literally millions of dollars to build a man made lake just to impress the gathering dignitaries. They also spent tons of money having the meeting at different venues rather than at one. Why, they could have saved all that money by simply having a conference call instead of spending tons of money accomplishing nothing at all of any value. The man made lake was a total waste of money when the country side around Ontario is dotted with many gorgeous lakes. Why build on top of God’s creation?

Getting back to the rich fool, he exposes his self centered greed, much like Satan did in Isaiah 14:13-14 where Satan said 5 times "I will" He said:

‘ I will ascend into heaven,
I will exalt my throne above the stars of God;
I will also sit on the mount of the congregation
On the farthest sides of the north;
14 I will ascend above the heights of the clouds,
I will be like the Most High.’

Satan is so self centered, that all he can think about, is how good he is. His strongest desire has always been to usurp God Himself and set himself up to be god, to rule all the world. During the Tribulation period he will for a time appear to have that power and worship he has craved all the millennia, but even then he will still be on a chain. God will only let him do so much, and no more.

Well the rich fool likewise says six times: ‘I will." He like Satan is so stuck on himself, that he cannot see that there are others out there. His whole attitude is like the Yuppies today which is; I deserve, I owe it to myself, and like the Frank Sinatra song long time ago: "I did it my way."

This guy is stuck on materialism like the "Me" generation of today. His main goal is to get more, get more, get more for himself. His attitude says: I’ll store up for myself today for the future." There is a name for this attitude. It is called hedonism. It is a looking after myself, take it easy, eat drink and be merry, storing up treasures to last through his long perceived life attitude.

But, as we know, God is in control. He says you will, if He allows it. He says you will get if I allow it. He says your days will last as long as I say it does, and no longer. You cannot bargain with God on any of this.

And so one night God calls in His loan. He says;" This night I am taking your soul." Game over.

For all his hoarding and greed, it didn’t matter at all. For when you die, all your material possessions and wealth don’t add up to nothing when you die, because you cannot take any of it with you. What you take to the grave is: n-o-t-h-i-n-g!

In the eyes of the world, he was a great success. But in the eyes of the Lord, he was a fool. A man to be pitied. A fool is one who chooses to live his life without God, as if He does not exist.

This guy thought that he had control over his possessions and his treasures into the future. But God says; " then whose shall those things be, which thou hast provided? KJV" No man has any control over his possession once he has entered the grave.

One who stores up treasures for himself on earth is not rich towards God. One who stores up treasures for himself on earth loses it all in the end and also loses all opportunity of the riches of God in eternity. Luke 12:21:b to paraphrase.

Jesus gives us the alternative to storing up your treasure here on earth in Luke 12: 22-34

What is the alternative? Jesus tells us to ; "seek ye first the kingdom of God." Matt. 6:33 KJV For when you; "Ask and it shall be given unto you. " Matt 7:7 KJV "But seek ye first the kingdom of God, and all these things shall be added unto you." Luke 12:31 KJV

In this section of scripture Jesus describes how God looks after the natural world. He cares for and provides for the birds of the air, the flowers and the trees, the fields, and of course of the animals.

So therefore if God cares for and provides for all these, would He likewise also not take care of and provide for you? Does He not love you more than the natural world? Of course He does. So why then waste your time, energy and resources storing up for yourselves things and treasures here on earth; "where moth and rust destroy." Matt. 6:19,20 KJV Things of the earth will eventaully all be gone, but the kingdom of God is eternal.

Again, there is nothing wrong with having possession, but what is it you are doing with your treasures? Are you using them for the glory of God? "For where your treasure is, there will your heart be also." (Luke 12:34 KJV)

Where is your heart? Is your heart fixed on the treasures of earth, or on the things of God? What are you doing with your treasures? Are you them using for yourself, or for Him?

If God says He will provide for you, why are so many anxious, worried about tomorrow? Does He not care and provide for you?

If you are lacking, is it possible that you are trust and waiting on Him? Prov. 12:25 says: "An anxious heart weighs a man down." (NIV 1984) In other words it is like ulcers. People get worried, get themselves so wound up that they develop ulcers.

To be a worrier is an illustration of where your trust is. If you place your trust in Him, you should not be a worrier. But if you place your trust in your possessions, then your focus and trust are not on God and thus you become a worrier, and also you are not a child of God and are destined for the pit of hell, and not with Him into a glorious eternity.To worry is futile, it avails nothing. I have been known to say;" If you worry you are going to die. If you don’t worry, you are still going to die. So why worry." Think about it.

What is there to worry about after all? Most worries are either of things of the past, which you can’t change anyway and cannot be controlled. Or they may be about things in the here and now that also cannot be controlled, or they may about things in the future, which may or may not happen. Would it not be better to put your trust in God who is in control of the past, present and future? Your lack of trust in God shows your lack of faith in Him.
The best place to store your treasures is in heaven. Some godly treasures you have now include such things as your love for others, especially the down trodden, the meek, the poor, the crippled. Jesus said when you take care of the least of these, you have done it unto Him. And these are the ones whom shall see Him as He is if they have placed their hope and trust in Jesus to take their sins upon Himself. Matt. 31-46 NKJ

So search your heart and see where your treasures lie. Are they in the here and now on earth, then is time to change your priorities and seek ye first the kingdom of God. For where your treasures are, there also will your heart be. Seek God!
 
Andre

New King James Version (NKJV) Copyright © 1982 by Thomas Nelson, Inc.

Sickly Sam

JOHN 5:1-14

Has anybody ever treated you badly, just because maybe you are poor or sick?

Sure, that happens sometimes to all of us in one way or another.

For example, a guy wearing rich clothes one day is walking down the street and he sees someone up ahead who is sitting by the side of the road.

This poor man has no home, no money and has to sleep behind garbage bins at night.

And he has a hat on the ground, hoping that people would give him money so he could at least buy himself a bowl of soup and maybe get a cheap room for the night so he could sleep on a bed and get a bath.

The rich guy walks by and says; “Hey, get a job, you stink, take a bath.”

That would not be a very nice to do, would it?

What could this rich man have done instead?

Prov. 14:21 says; “He that despiseth his neighbour sinneth: but he that hath mercy on the poor, happy is he.” (King James Version)

To put it another way, God is saying; “If you treat the poor really bad, you are a sinner.”

God is angry with people who treat the poor badly, who treat them like trash.

But God says; “He is happy with those who treat the poor well."

He is pleased when you give the poor money to help them buy food, and shelter and clothes.

Suppose now this poor guy at the end of the day finds a place behind a restaurant to lay down for the night.

And he climbs into the garbage bin looking for scraps of food to eat.

Suddenly the restaurant owner comes out and finds this poor guy scavenging for something to eat in the garbage bin.

And he yells at the guy; “Get out of here, it is illegal for you to be stealing garbage out of my garbage bin. Get out of here before I call the police.”

Suppose someone else comes along and though he has little money, he buys this poor guy some bread and offers him a place to sleep for a while.

Which one is a sinner, and which one is God well pleased with?

Jesus said in Matthew 25 that when we do something good to the poor and needy, we have also done it to Him.

Jesus is very happy with us when we treat strangers and the poor and needy well.

When we get to heaven, Jesus is going to tell us how happy He was with us when we did something nice to help a poor person.

Now, let me tell you of a real story that is in the Bible about a poor crippled man.

We do not know this man’s real name, but we are going to call him; SICKLY SAM

In John Chapter 5: verses 1-14, we read the story about Sickly Sam.

His story is much like the story I just told you about the poor man who had to scramble into a garbage bin to get something to eat.

In the Bible we are told that Jesus found Sickly Sam laying on a mat beside the pool of Bethsada near the sheep gate. V:2

Everyday people would bring their blind, sick, paralyzed and crippled friends and family to the pool of Bethsada. V:4

Sickly Sam was a crippled man whom Jesus had found beside the pool of Bethesda laying on a mat.

Sickly Sam’s friends had been bringing him to the pool for 38 years.

It was believed that once a day an angel would come and stir the water in the pool.

It was also believed that anyone who entered the water when the water was stirred would be healed of whatever disease they may have.

But because Sickly Sam was crippled, he could not get into the pool when the water was stirred.

Always, someone else would go into the water before he could even crawl or drag himself into the water.

And no one would help him get into the water when the water was stirred.

So one day while Sickly Sam was laying by the pool of water, Jesus came and said:

“Do you want to be healed?”

Poor Sickly Sam!

He had no idea that the man talking to him was Jesus.

And he had no idea that because Jesus is God, He can do anything He wants.

So it is nothing for Jesus to be able to heal this man.

Sickly Sam answered and said; ”Oh, dear sir, I have no one to put me in the water when the water is stirred. And when I try to get into the water, someone else steps into the water before me.”

Poor Sickly Sam !

He did not realize that Jesus did not want to help him get into the water, but that Jesus wanted to heal him completely.

To Sickly Sam’s surprise, Jesus said; “Get up and take your mat and walk.”

And to everyone’s surprise Sickly Sam did just that.

He stood up, and picked up his mat and walked.

Can you imagine the looks in all the people’s faces when they saw Sickly Sam get up and start walking?

Why, that can’t be possible they would say to one another.

After all, Sickly Sam has been crippled for 38 years.

It wasn’t long before the chief priest heard about this and he was angry, because according to the peoples laws, you cannot do any work on a, what we call a Sunday.

So the priest asked, how is it, and who was it that healed you on a Sunday.

Sickly Sam had no idea who it was that healed him.

All he knew is that earlier he could not walk, but now he could.

Was it wrong for Jesus to heal Sickly Sam just because it was a Sunday?

Of course not!

Jesus was showing the people that there is nothing wrong with helping the poor or helping someone in need, no matter what day it is.

Jesus was showing the people that sometimes man’s laws are silly.

Just like it was silly for the restaurant owner to tell the poor man that he can’t take scrap food out of the garbage bin.

So the next time you want to do something good or kind to someone, just do it no matter when or what day it is.

Jesus is happy when you good things to help others, especially for the poor no matter what day it is.

Andre

 

Christian Anarchism - A Manifesto

Christianity and anarchism are two term that do not seem to go together – at first look. On a second thought, however, they make perfect  sense and complement each other.
The Jesus Brothers are a Christian community that wants to go back to where Jesus once started off and devote their lives to the poor, the needy, the oppressed and depressed, the desperate, the sad, the sick, the disabled, the handicapped, the hungry, the prisoners, the lonely, the drug addicts, the prostitutes and those with same-sex attractions. We don’t want to just talk about them or donate something anonymously to big organizations (as useful as that might be) without even getting to see those we want to reach out to, we want to be with them, live with them – be one of them and part of them. We want to share their joys and their pains – and be with them when they are persecuted and oppressed.


The Jesus Brothers also see the need to boldly proclaim the Christian faith – including addressing those who live by oppressing others. Injustice needs to be openly and actively dealt with – in whatever circumstances it is to be found and whoever commits unjust acts (including ourselves!).


Jesus Himself spoke in no uncertain terms to and about the big shots of His time: the Pharisees, the political leaders, the rich. However, He also reminded us of unloving, unjust, selfish, lustful, proud, violent, greedy, and hateful attitudes within us.


Jesus showed us through His own example what it means to be a servant: He gave His life out of love – among others for those that society spat upon. He showed us that it is the last who will be the first and that without selfless love, whatever we do is not worth a thing. His love asked for nothing and was for free. He showed us the way to a life where we need not cry anymore, where there won’t be no oppression, no hunger, no pain. A life where love abounds.


The Jesus Brothers want to mirror through their own community life what it means that we are all equal before God. That none is better or more important than the others. In cases where a leadership is needed for whatever reasons, it will only be temporary and elected by those the leaders will later on serve – much like the concept of councils or other forms of organization in an anarchist society.


The Jesus Brothers  do not have personal belongings. Whatever is needed to live will be shared by all. Vegetarian food is strongly recommended. The Jesus Brothers also want to show the love for God’s creation by living a life based on ecological principles and loving each and every one of God’s creatures – including the animals.


Much like in Anarchism the Jesus Brothers believe that the way needs to point towards the end. Whatever we do should already reflect the life God wants us to live. When people see us they should say, “See how they love one another” (Tertullian). That includes the way we treat those who hate us, attack us or do us wrong. While we openly address injustice and oppression, we do not want to incite a violent revolt against the oppressors, but a loving revolution. Just like Jesus we want to love those who hate us and do good to those who hurt us. We believe in the scandal of the cross: the ultimate drama of the Son of God being nailed on a piece of wood became the greatest blessing to the world.


The Jesus Brothers reach out with love to our Anarchist  brothers and sisters, with whom we share many ideals. We offer you our hands and hope you will accept them and walk with us – side by side – towards that life that we all long for.


If it has to be done, we will walk “through the valley of the shadow of death” (Psalm 23 KJV) with you and all those that have to suffer injustice. We will not turn our backs, but aim to become a living example of the love of Christ for those that need Him most.


“For God so loved the world, that he gave his only begotten Son, that whosoever believeth in him should not perish, but have everlasting life.” (John 3:16 KJV)


The Jesus Brothers

“Matthew 5
1And seeing the multitudes, he went up into a mountain: and when he was set, his disciples came unto him:
2And he opened his mouth, and taught them, saying,
3Blessed are the poor in spirit: for theirs is the kingdom of heaven.
4Blessed are they that mourn: for they shall be comforted.
5Blessed are the meek: for they shall inherit the earth.
6Blessed are they which do hunger and thirst after righteousness: for they shall be filled.
7Blessed are the merciful: for they shall obtain mercy.
8Blessed are the pure in heart: for they shall see God.
9Blessed are the peacemakers: for they shall be called the children of God.
10Blessed are they which are persecuted for righteousness' sake: for theirs is the kingdom of heaven.
11Blessed are ye, when men shall revile you, and persecute you, and shall say all manner of evil against you falsely, for my sake.
12Rejoice, and be exceeding glad: for great is your reward in heaven: for so persecuted they the prophets which were before you.
13Ye are the salt of the earth: but if the salt have lost his savour, wherewith shall it be salted? it is thenceforth good for nothing, but to be cast out, and to be trodden under foot of men.
14Ye are the light of the world. A city that is set on an hill cannot be hid.
15Neither do men light a candle, and put it under a bushel, but on a candlestick; and it giveth light unto all that are in the house.
16Let your light so shine before men, that they may see your good works, and glorify your Father which is in heaven.
17Think not that I am come to destroy the law, or the prophets: I am not come to destroy, but to fulfil.
18For verily I say unto you, Till heaven and earth pass, one jot or one tittle shall in no wise pass from the law, till all be fulfilled.
19Whosoever therefore shall break one of these least commandments, and shall teach men so, he shall be called the least in the kingdom of heaven: but whosoever shall do and teach them, the same shall be called great in the kingdom of heaven.
20For I say unto you, That except your righteousness shall exceed the righteousness of the scribes and Pharisees, ye shall in no case enter into the kingdom of heaven.
21Ye have heard that it was said of them of old time, Thou shalt not kill; and whosoever shall kill shall be in danger of the judgment:
22But I say unto you, That whosoever is angry with his brother without a cause shall be in danger of the judgment: and whosoever shall say to his brother, Raca, shall be in danger of the council: but whosoever shall say, Thou fool, shall be in danger of hell fire.
23Therefore if thou bring thy gift to the altar, and there rememberest that thy brother hath ought against thee;
24Leave there thy gift before the altar, and go thy way; first be reconciled to thy brother, and then come and offer thy gift.
25Agree with thine adversary quickly, whiles thou art in the way with him; lest at any time the adversary deliver thee to the judge, and the judge deliver thee to the officer, and thou be cast into prison.
26Verily I say unto thee, Thou shalt by no means come out thence, till thou hast paid the uttermost farthing.
27Ye have heard that it was said by them of old time, Thou shalt not commit adultery:
28But I say unto you, That whosoever looketh on a woman to lust after her hath committed adultery with her already in his heart.
29And if thy right eye offend thee, pluck it out, and cast it from thee: for it is profitable for thee that one of thy members should perish, and not that thy whole body should be cast into hell.
30And if thy right hand offend thee, cut it off, and cast it from thee: for it is profitable for thee that one of thy members should perish, and not that thy whole body should be cast into hell.
31It hath been said, Whosoever shall put away his wife, let him give her a writing of divorcement:
32But I say unto you, That whosoever shall put away his wife, saving for the cause of fornication, causeth her to commit adultery: and whosoever shall marry her that is divorced committeth adultery.
33Again, ye have heard that it hath been said by them of old time, Thou shalt not forswear thyself, but shalt perform unto the Lord thine oaths:
34But I say unto you, Swear not at all; neither by heaven; for it is God's throne:
35Nor by the earth; for it is his footstool: neither by Jerusalem; for it is the city of the great King.
36Neither shalt thou swear by thy head, because thou canst not make one hair white or black.
37But let your communication be, Yea, yea; Nay, nay: for whatsoever is more than these cometh of evil.
38Ye have heard that it hath been said, An eye for an eye, and a tooth for a tooth:
39But I say unto you, That ye resist not evil: but whosoever shall smite thee on thy right cheek, turn to him the other also.
40And if any man will sue thee at the law, and take away thy coat, let him have thy cloak also.
41And whosoever shall compel thee to go a mile, go with him twain.
42Give to him that asketh thee, and from him that would borrow of thee turn not thou away.
43Ye have heard that it hath been said, Thou shalt love thy neighbour, and hate thine enemy.
44But I say unto you, Love your enemies, bless them that curse you, do good to them that hate you, and pray for them which despitefully use you, and persecute you;
45That ye may be the children of your Father which is in heaven: for he maketh his sun to rise on the evil and on the good, and sendeth rain on the just and on the unjust.
46For if ye love them which love you, what reward have ye? do not even the publicans the same?
47And if ye salute your brethren only, what do ye more than others? do not even the publicans so?
48Be ye therefore perfect, even as your Father which is in heaven is perfect.”
(Matthew 5, King James Version)

Sell and Give it to the Poor!

Mark 10:17-31 (King James Version)

17And when he was gone forth into the way, there came one running, and kneeled to him, and asked him, Good Master, what shall I do that I may inherit eternal life?

18And Jesus said unto him, Why callest thou me good? there is none good but one, that is, God.

19Thou knowest the commandments, Do not commit adultery, Do not kill, Do not steal, Do not bear false witness, Defraud not, Honour thy father and mother.

20And he answered and said unto him, Master, all these have I observed from my youth.

21Then Jesus beholding him loved him, and said unto him, One thing thou lackest: go thy way, sell whatsoever thou hast, and give to the poor, and thou shalt have treasure in heaven: and come, take up the cross, and follow me.

22And he was sad at that saying, and went away grieved: for he had great possessions.

23And Jesus looked round about, and saith unto his disciples, How hardly shall they that have riches enter into the kingdom of God!

24And the disciples were astonished at his words. But Jesus answereth again, and saith unto them, Children, how hard is it for them that trust in riches to enter into the kingdom of God!

25It is easier for a camel to go through the eye of a needle, than for a rich man to enter into the kingdom of God.

26And they were astonished out of measure, saying among themselves, Who then can be saved?

27And Jesus looking upon them saith, With men it is impossible, but not with God: for with God all things are possible.

28Then Peter began to say unto him, Lo, we have left all, and have followed thee.

29And Jesus answered and said, Verily I say unto you, There is no man that hath left house, or brethren, or sisters, or father, or mother, or wife, or children, or lands, for my sake, and the gospel's,

30But he shall receive an hundredfold now in this time, houses, and brethren, and sisters, and mothers, and children, and lands, with persecutions; and in the world to come eternal life.

31But many that are first shall be last; and the last first.

 

What if Jesus really meant what He said? What if He wants us to give more than just the scraps, more than just the surplus, but what really hurts us? Many of us are blessed with more than what we really need - not so we possess more, but that we can give more! How many things do we have at home that we don't really need? How much did we spend on things that we could have gotten a lot cheaper as well? Imagine the good we could have done with what could have been saved - if we only had saved it! Imagine if this "if" could become reality and our desires would not be for material possessions or a comfortable life, but for serving those in need!

How many times have we tried to explain those verses away or twist them long enough so they suit whatever is comfortable for us. But, what if Jesus was serious about that? Jesus was pretty radical in His lifestyle (remember - He was homeless himself: "And Jesus said unto him, Foxes have holes, and birds of the air have nests; but the Son of man hath not where to lay his head." Luke 9:58 King James Version.

Why should those who follow Jesus have a bed of roses when the rabbi had a crown of thorns?

This might sound crazy to many of us. Radical. Fundamentalist.

Or Christ-like...

 

1 Timothy 6

King James Version (KJV)

1Let as many servants as are under the yoke count their own masters worthy of all honour, that the name of God and his doctrine be not blasphemed.

2And they that have believing masters, let them not despise them, because they are brethren; but rather do them service, because they are faithful and beloved, partakers of the benefit. These things teach and exhort.

3If any man teach otherwise, and consent not to wholesome words, even the words of our Lord Jesus Christ, and to the doctrine which is according to godliness;

4He is proud, knowing nothing, but doting about questions and strifes of words, whereof cometh envy, strife, railings, evil surmisings,

5Perverse disputings of men of corrupt minds, and destitute of the truth, supposing that gain is godliness: from such withdraw thyself.

6But godliness with contentment is great gain.

7For we brought nothing into this world, and it is certain we can carry nothing out.

8And having food and raiment let us be therewith content.

9But they that will be rich fall into temptation and a snare, and into many foolish and hurtful lusts, which drown men in destruction and perdition.

10For the love of money is the root of all evil: which while some coveted after, they have erred from the faith, and pierced themselves through with many sorrows.

11But thou, O man of God, flee these things; and follow after righteousness, godliness, faith, love, patience, meekness.

12Fight the good fight of faith, lay hold on eternal life, whereunto thou art also called, and hast professed a good profession before many witnesses.

13I give thee charge in the sight of God, who quickeneth all things, and before Christ Jesus, who before Pontius Pilate witnessed a good confession;

14That thou keep this commandment without spot, unrebukable, until the appearing of our Lord Jesus Christ:

15Which in his times he shall shew, who is the blessed and only Potentate, the King of kings, and Lord of lords;

16Who only hath immortality, dwelling in the light which no man can approach unto; whom no man hath seen, nor can see: to whom be honour and power everlasting. Amen.

17Charge them that are rich in this world, that they be not highminded, nor trust in uncertain riches, but in the living God, who giveth us richly all things to enjoy;

18That they do good, that they be rich in good works, ready to distribute, willing to communicate;

19Laying up in store for themselves a good foundation against the time to come, that they may lay hold on eternal life.

20O Timothy, keep that which is committed to thy trust, avoiding profane and vain babblings, and oppositions of science falsely so called:

21Which some professing have erred concerning the faith. Grace be with thee. Amen.

 

Recommended resource:

Radical: Taking Back Your Faith from the American Dream

David Platt (Author)

Paperback: 240 pages

Publisher: Multnomah Books; 1 edition (May 4, 2010)

Language: English

ISBN-10: 1601422210

ISBN-13: 978-1601422217

Links National

Wikipedia: Armut

Wie definiert sich Armut?

Statistisches Bundesamt: Armut

Nationale Armutskonferenz

Armutsnetzwerk

soz in

socialnet

Soziale Information Integration Initiative

Caritas: Soziale Manieren

Zero Poverty - Gemeinsam gegen Armut

München: St. Bonifaz

Gebrauchtwaren vom Weißen Raben in München

Rechtsberatung für Bürger mit geringem Einkommen (München)

Glaube und Kirche im Internet

Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V.

Armut in München

München: Weisser Rabe

Herzogsägmühle

Biss-Magazin

Bahnhofsmission

Emmaus-Gemeinschaft - Abbé Pierre

Schwestern und Brüder vom heiligen Benedikt Labre e.V.

Kana - Dortmunder Suppenküche

Micha-Initiative



Netzwerk Grundeinkommen

Psychologie des Grundeinkommens


Deutsches Kinder Hilfswerk

www.kinder-armut.de

Deutscher Bildungsserver: Kinderarmut in Deutschland

Befähigungsinitiative der Caritas

Achten statt ächten


Katholisch.de: 10 Tips: Was tun bei Schulden?

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung

Caritasverband: Schuldnerberatung

Caritasverband: Schuldnerberatungsstellen

Unterrichtshilfe Finanzkompetenz

Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände

Bruder Paulus: Wege aus der Schuldenfalle (Video)


Caritasverband: Wenn die Rente nicht reicht

IAB: Altersarmut


Caritasverband: Beratung in allen Lebenslagen


Caritasverband: Wohnungslosenhilfe

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.

Kath. Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe


Brot für die Welt


Kleiderkammern des DRK

Heilsarmee

Die Tafeln

Biss-Magazin

idea.de: Rund 350 Sozialkaufhäuser in Deutschland


 


Arbeitslosenhilfe

Arbeitslosenseelsorge München

Jobs: Christen im Personal-Service (CPS)

Kathweb: Stellenangebote

Bund katholischer Unternehmer (BKU)

Stellenangebote des Caritasverbandes (bundesweit)

Stellenangebote im Erzbistum München und Freising

Stellenangebote bei Kolping (bundesweit)

Arbeitsvermittlung

Katholische Arbeitnehmerbewegung

Prakt. Infos für kirchl.Beschäftigte

Die Kirche als Arbeitgeber

Erste Christliche Arbeitsvermittlung

Jobs bei der Deutschen Missionsgemeinschaft

Stellenmarkt bei Willow Creek




Fair Trade

GEPA - The Fair Trade Company



Zenit: Vatikan will Dokument zum Thema "Armut im Zeitalter der Globalisierung" veröffentlichen

kath.net: Wenn 'Geist Mammon' die Menschen einlullt

ZENIT: Papst Benedikt XVI.: Die Verantwortung für die Armen gehört an die erste Stelle

ZENIT: Neujahrsempfang im Vatikan 2009: Benedikt XVI. ruft zur Armutsbekämfpung auf

 

Mach mit im Kampf gegen extreme Armut

 

Oxfam


 
 
 

Links International

Stop Armut 2015 (Schweiz)

Diener der Armen

Freunde der Diener der Armen

Wikipedia: Poverty

Why Poor Countries Are Poor

Red Letters Campaign

Poverty Eradication

Education Is The Key To Reducing Poverty

Causes of Poverty

Poverty and Pauperism

The Freedom to be Frugal

Global Poverty Forecast

Poverty.com

Henry George: The Crime of Poverty

Global Distribution of Poverty

Poverty in the United States

The World Bank: PovertyNet

Habitat for Humanity

UN-Habitat

Caritas International

Salvation Army International

Missionaries of the Poor

The Simple Way

Red Letter Christians (USA)

Seminary of the Street (USA)

The Simple Living Network

Community of Communities (USA)

Poverty USA

Micah Challenge

Catholic Relief Services

Catholic Charities USA

USA: http://www.controlyourcredit.gov/

Canadian Catholic Organization for Development and Peace

Zenit: Solution to Poverty Is Poverty, Pope Proposes

Yad Eliezer: Fighting the Cycle of Pverty in Israel

Canadian Conference of Catholic Bishops: Message to Young Catholics on Social Justice

Sojourners

Servants to Asia's Urban Poor

World Impact: http://www.worldimpact.org/
 



The U.S. Basic Income Guarantee Network

Basic Income Earth Network

Basic Income Studies



What is the Catholic Campaign for Human Development (CCHD)?

    The Catholic Campaign for Human Development is the domestic anti-poverty, social justice program of the U.S. Catholic bishops.

    Its mission is to address the root causes of poverty in America through promotion and support of community-controlled, self-help organizations and through transformative education.

    The grants, economic development, and education for justice programs of the Campaign, implemented in collaboration with local dioceses, are supported from an annual collection in U.S. Catholic parishes. (from the USCCB website)

Resources

Die deutschen Renten steigen - hilft das den Bedürftigen ausreichend?

 

Regensburger Tafel

Umgang mit Geld

Bronx Brothers