Katholisch Leben!

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Katholisch Leben


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Ein Liebesbrief an unsere Priester

Posted on May 12, 2018 at 7:00 AM

Ich möchte mich an dieser Stelle von ganzem Herzen bei den wenigen aufrichtigen katholischen Priestern bedanken, die es noch gibt.

In meiner Kindheit auf dem Land in der Oberpfalz war es selbstverständlich, sich zu verneigen und "Gelobt sei Jesus Christus!" zu sagen, wenn einer unserer Priester auf dem Fahrrad vorbei fuhr. So lernten wir, was uns auch die Bibel lehrt - geweihte Männer zu respektieren. Ich war sehr überrascht, als ich Jahrzehnte später in München sah, wie Katholiken (und Christen in "Freikirchen"!) mit ihren Priestern (Pastoren/Evangelisten) umgingen!

Mittlerweile blutet mein Herz, wenn ich sehe, wie die Kirche die Nachfolger Jesu Christi behandelt. Von Respekt kann da keine Rede mehr sein. Da erlauben sich Laien, die keinerlei (oder bestenfalls eine unsägliche liberal-modernistische) theologische Ausbildung haben, ihnen vorzuschreiben, was sie tun sollen.

Da mischen sich Pfarrgemeinderäte in jede Angelegenheit ein, die sie im Grunde nicht das geringste angeht.

Sakramentales Leben und katechetische Glaubens-Unterweisung existieren (fast) nicht mehr.

Die wenigsten haben noch eine Ahnung davon, was die Katholische Kirche lehrt und warum.


Meine Vorschläge deshalb:


- Sofortige Abschaffung der Pfarrgemeinderäte. Dieses gutgemeinte, aber schlecht gelaufene Experiment in Folge des II. Vatikanischen Konzils ist gescheitert. Leiter einer Pfarrei ist der Priester. Es gibt genügend Möglichkeiten, ihn ehrenamtlich in seinem Tun zu unterstützen, ohne selbst Priester spielen zu wollen.


- Auflösung der Pfarrverbände und Rückkehr zu den Einzel-Pfarreien. Das Argument, es gäbe zu wenig Priester, ist falsch. Weltweit ist die Zahl der Priester am Steigen - und viele unserer Pfarrer kommen eh aus dem Ausland.


- Abschaffung der Kirchensteuer. Die Kirche wird sich nur reformieren, wenn die Kohle - und mit ihr die Berufskatholiken - weg sind und sie zu Reformen gezwungen wird.


- Radikale Reform des Theologiestudiums, der Ausbildung in geistlichen Berufen sowie der katechetischen Unterweisung vor Ort in den Pfarreien. Weg von anti-katholischen liberalen Vorstellungen und zurück zu dem, wofür die Katholische Kirche steht.


- Das alleinige Kriterium bei der Auswahl von künftigen Bischöfen sollte sein, ob sie ihr Hirtenamt bisher gemäß den Vorgaben der Katholischen Kirche gut ausgefüllt haben.


- Priester sollten auch in der "Alten Messe" ausgebildet werden und die Feier derselben sollte weiterhin ermutigt werden. Liturgische Missbräuche wie sie in fast jeder Pfarrei zu finden sind, sind sofort abzustellen.



Priester sind Menschen. Sie haben auch ihre Bedürfnisse. Es erfüllt mich mit tiefer Trauer zu sehen, wie manche von ihnen gemobbt, respektlos behandelt und fortwährend dafür angegriffen werden, dass sie den Katholischen Glauben verkünden (zumindest die wenigen, die das noch tun).

Hirten können ihre Herde nur auf den rechten Weg führen, wenn die Schafe ihnen folgen - das aber ist kaum noch der Fall. Die meisten Katholiken wissen eh alles besser und suchen sich aus, welche Gebote der Kirche sie wann befolgen. Priester sind nur mehr Angestellte. Einer unter vielen in großen Pfarreiverbänden. Sie sollen sich einem "Team" unterordnen und von diesem vorschreiben lassen, was sie zu tun und lassen haben. Die Eucharistie ist beinahe zu einer Belanglosigkeit verkommen - zumindest wird sie von vielen so behandelt. Die Beichte ist beinahe abgeschafft. Wer beichgten will, muss einen Termin mit dem Priester vereinbaren.


Ja, in Deutschland (!) geht die Zahl der Priester (und Ordensangehörigen) zurück. Leider. Allerdings haben wir nichts anderes verdient. Laien können keine Priester ersetzen und die Heilige Messe ist kein Theaterspiel, bei dem jede/r nach Belieben mitspielen kann.


Mittlerweile habe ich von einer Reihe von Priestern (und sogar Kardinälen!) etwas gehört, was ich noch nie zuvor von katholischen Geistlichen gehört habe: dass wir in der Endzeit leben.


Wenn dem so ist, werden die Dinge allerdings erst einmal sehr viel schlechter, bevor sie wieder besser werden.


Das Gute dabei: Wer "das Buch" zu Ende gelesen hat, weiß auch, wer am Schluss gewinnt: Jesus Christus und Sein Leib, die Kirche (wobei letztere nicht der Verwaltungsapparat ist, den wir kennen, sondern die Kirche des Herrn).


Entscheide dich jetzt, auf welcher Seite du stehst. Du hilfst niemandem, wenn du weiterhin auf dem Zaun sitzt.


München, 12.05.2018


Robert Gollwitzer

Katholiken?

Posted on March 31, 2018 at 7:20 AM

Ich finde es immer wieder interessant, wie Menschen bei Wohnungsbewerbungen bei katholischen Liegenschaftsabteilungen, bei Bewerbungen bei kirchlichen Arbeitgebern oder einfach nur auf ihrer Homepage anführen, wie katholisch sie sind oder waren - Ministrantentätigkeit, Pfarrgemeinderat etc. Sie haben aber offenbar keine Probleme damit, mit ihrer Freundin zu schlafen ohne mit ihr verheiratet zu sein, schwule Aktivisten zu unterstützen, die sonntägliche Messe zu verschlafen, es mit der Wohltätigkeit nicht so genau zu nehmen und vieles mehr. Wo genau fängt denn hier das Katholisch-sein an?

Die Sache mit der Beichte

Posted on March 23, 2018 at 3:35 PM

Eines der wichtigsten Sakramente ist das der Beichte. Die Folgen einer unterlassenen Beichte können verheerend sein. Umso unverständlicher ist es, dass in vielen Pfarreien eine regelmäßige Beichte vor den Heiligen Messen (oder wann auch immer) gar nicht mehr angeboten wird. Bestenfalls heißt es dann auf der Homepage, man solle doch den Herrn Pfarrer kontaktieren, wenn man beichten möchte.

Wenn dieser dann aber selbst nach mehreren Tagen immer noch nicht reagiert und das Ganze dann bei einem erstaunten Telefongespräch mehr oder weniger herunterspielt, frage ich mich ernsthaft, was solche Männer seinerzeit bewogen hatte, Priester zu werden.

Papst Franziskus, der ja liebend gerne von der liberalen Priesterschaft zitiert wird, hat seine Kollegen ausdrücklich aufgefordert, sich in den Beichtstuhl zu setzen und das Licht anzumachen. Die Menschen würden dann schon kommen!

Ich kann mich nicht erinnern, in unserer Münchner Großstadtpfarrei jemals den Beichtstuhl besetzt gesehen zu haben.

Aber wie so vieles andere auch verhallt auch diese Aufforderung von Papst Franziskus unbefolgt, da wohl nicht erwünscht.

Ebenso wie sein ausdrücklicher Hinweis, dass alle seelsorgerischen Dienste umsonst sein müssen.

Ich jedenfalls habe noch keine Pfarrei gesehen, bei der man nichts zahlen muss, wenn man eine Messe für einen Verstorbenen lesen lässt.

Wer wundert sich da noch, dass die Katholische Kirche in Deutschland im freien Fall ist?

Interview mit Holger Arppe von der AfD

Posted on March 22, 2018 at 12:40 AM

Hier ein Interview, das ich mit #HolgerArppe von der AfD geführt habe:


Robert Gollwitzer: Holger, du hast dich bereit erklärt für ein Interview. Dafür danke ich dir. Zunächst einmal: Wie geht es dir heute?

Holger Arppe: Mir geht es gut. Ich sitze hier in meinem Güstrower Wahlkreisbüro, wo inzwischen auch wieder interessierte Bürger eingucken, um mit mir über Dinge zu sprechen, die sie bewegen, wo sie sich von der Politik Verbesserungen erhoffen, oder die einfach mal angehört werden wollen.

RG: Wie sieht dein Alltag jetzt aus?

HA: Auch als derzeit fraktionsloser Landtagsabgeordneter bin ich selbstredend bemüht, den Anforderungen und Erwartungen an meine politische Tätigkeit gerecht zu werden. Die Plenarsitzungen machen ja nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Arbeit aus. Aber ich suche immer den Kontakt zu den Bürgern, führe in meinem Wahlkreisbüro Veranstaltungen durch, arbeite mich in Themen ein, erstelle Kleine Anfragen usw.

RG: Du hast dich nach deiner Tätigkeit als Offsetdrucker vor Jahren für die Politik entschieden. Was hat dich seinerzeit dazu bewegt?

HA: Ich habe bis 2010 als Offsetdrucker gearbeitet und mich danach mit einer kleinen Galerie selbständig gemacht. Im selben Jahr war ich dann für einige Monate Mitglied der SPD, von der ich seinerzeit wohl ein völlig verqueres Bild hatte. Der Umgang mit Thilo Sarrazin nach dessen Buchveröffentlichung "Deutschland schafft sich ab" hat mich dann aber derart schockiert, so dass ich wieder ausgetreten bin. Ich engagierte mich dann bis 2014 in der evangelisch-lutherischen Innenstadtgemeinde. Nachdem ich im März 2013 jedoch in die AfD eingetreten war, fand ein Prozess der sukzessiven Entfremdung statt, welcher bis heute anhält und vor allem der weltanschaulich sehr einseitigen Ausrichtung des deutschen Protestantismus geschuldet ist. Freilich habe auch ich mich ohne Zweifel verändert. Ich war zur Wendezeit 1989/90 ja sehr weit links orientiert, verkehrte in der Rostocker Hausbesetzerszene und gründete mit Freunden einen sozialistischen Jugendverband, der dann später in den Falken aufging. Dann fand ich zum Glauben, ließ mich in die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage taufen und absolvierte von 1997 bis 1999 sogar eine Vollzeitmission in der Schweiz. Leider musste ich späterhin erkennen, dass die doch sehr strikten Sittlichkeitskodizes dieser Glaubensgemeinschaft mit meiner Homosexualität auf Dauer nicht kompatibel sein würden und wandte mich daher ab.

RG: Hast du irgendwelche Vorbilder?

HA: Ich mag Menschen, die selbst dann nicht aufgegeben haben, als alles verloren schien, die sich selbst aus schwierigsten Situationen wieder herauszuarbeiten vermochten.

RG: Was hat den Ausschlag dazu gegeben, dass du in die AfD eingetreten bist?

HA: Wenn sich ein gewisses Maß an Unzufriedenheit aufgestaut hat, in diesem Fall mit der politischen Entwicklung in Deutschland und Europa, kann man sich entweder in Verbitterung und Zynismus ergehen oder aber versuchen, auf eine Veränderung der Verhältnisse hinzuwirken. Mein Eintritt in die AfD entsprach der letzteren Variante. Ich hatte freilich keine Ahnung, was fürderhin auf mich zukommen würde.

RG: Die AfD grenzt sich ja immer noch gegen Identitäre und Pegida ab, wenngleich zweifellos viele Mitglieder der AfD Sympathien für diese Organisationen hegen. Hältst du diese Ablehnung noch für zeitgemäß?

HA: Ich habe aus meiner Sympathie für die Identitäre Bewegung nie einen Hehl gemacht. Was an diesem Verein so schlimm sein soll, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Das sind Leute, die auf intelligente und freche Weise völlig friedlich gegen die Politik der Regierung protestieren. Was soll daran falsch sein? Die ganze Debatte ist abgrundtief verlogen. Einerseits wird die gewaltbereite linksextreme Szene vom Staat über alle möglichen Fördertöpfe querfinanziert und andererseits wird die absolut harmlose IB vom Verfassungsschutz beobachtet. Das ist schizophren, hat aber durchaus Kalkül.

RG: Du bist ja für manche mittlerweile zu einer "persona non grata", zu einer unerwünschten Person geworden. Die Liste der Vorwürfe, die man dir zur Last legt, ist lang: Rassismus, Sexismus, Gewaltverherrlichung, Menschenverachtung, Aufruf zur Gewaltanwendung, pädophile und kannibalistische Phantasien. Wie stehst du heute dazu?

HA: Das ist alles völliger Unsinn. Wer mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung in Bezug auf meine politischen Positionen intellektuell überfordert ist, der greift zu solchen Kampfbegriffen, weil in der heutigen Gesellschaft jede Debatte beendet ist, sobald die gegnerische Seite mit derlei Zuschreibungen in eins gesetzt wird. Und da ich trotz aller Beschimpfungen und Diffamierungen nicht klein beigegeben habe, wurden die Unterstellungen immer drastischer. In früheren Zeiten, wir denken mal an die Kießling-Affäre 1984, hätte es wohl ausgereicht, jemand als Homosexuellen zu denunzieren, um dessen politische Karriere zu beenden. Das geht heuer glücklicherweise nicht mehr. Also fährt man schärfere Geschütze auf. Ich erinnere mich an eine Fernsehdokumentation über die perfiden Praktiken der DDR-Staatssicherheit, in der es um einen ehemaligen Bürgerrechtler ging, einen evangelischen Pfarrer. Die Stasi brachte in seiner Gemeinde gefälschte Fotos in Umlauf, die ziemlich eindeutig auf pädophile Neigungen hinzudeuten schienen. Das hieß in der Fachsprache jener Zeit "Zersetzung". Der Mann hatte Glück. Niemand glaubte dieser Kampagne. In meinem Fall versuchen linke Kräfte ganz eindeutig, homophobe Ressentiments anzusprechen, die in der Bevölkerung noch immer tief verankert sind, also der Schwule als potentieller Kinderschänder. Das ist schon bizarr. Wahrscheinlich glaubt man, damit auch meinen Rückhalt in der Partei selbst zerstören zu können, denn in der linken Gedankenwelt sind konservative Bewegungen ja grundsätzlich schwulenfeindlich. Aber das stimmt nicht! Die AfD ist keineswegs homophob und ich selbst musste eigentlich auch nie derlei Erfahrungen innerhalb unserer Partei machen. Im Gegenteil! Es engagieren sich sogar sehr viele Schwule und Lesben in der AfD. Das ist unseren Gegnern selbstredend ein Dorn im Auge, alldieweil es den linken Alleinvertretungsanspruch für Homosexuelle konterkariert.

 

RG: Tut dir irgendetwas leid? Würdest du heute etwas anders machen?

HA: Vom ersten Tage meines Engagements in der AfD an wurde ich von unseren politischen Gegnern in Politik und Medien mit Hass überschüttet. Nach meinem Auftritt bei einer großen AfD-Demonstration in Rostock im Oktober 2015 verlor ich auf Betreiben des Betriebsrates meinen Job bei Arvato Bertelsmann, wo ich in einem Callcenter arbeiten musste, da meine Galerie aufgrund der linken Hetze nicht mehr so gut lief. Im März 2016 verübte die sogenannte Antifa mit Teerbomben und Farbsprengsätzen einen Anschlag auf unser Wohnhaus. Die Täter wurden nie ermittelt, obwohl die Polizei Fingerabdrücke gefunden hatte. Mein Fehler an der Stelle war sicherlich, dass ich auf all das nicht immer mit der für einen Politiker nötigen Gelassenheit reagiert habe, was naturgemäß in derartigen Situationen schwerfällt. Heute rufe ich mir immer ein Zitat des früheren US-Präsidenten Richard Nixon ins Gedächtnis: "Denke immer daran, andere mögen dich hassen, aber jene die dich hassen werden nicht gewinnen, solange du sie nicht hasst - denn dann zerstörst du dich selbst."

RG: Man konnte ja noch vor einigen Monaten lesen, du wolltest aus der AfD austreten. Nun bist du aber doch bewusst Parteimitglied geblieben. Warum?

HA: Jene Tage Ende August / Anfang September 2017 waren eine absolute Ausnahmesituation für mich, für meine Familie und für meine Freunde. Es war damals schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Zudem bin ich von einigen Leuten falsch beraten und unter Druck gesetzt worden. Da war viel Niedertracht. Ich bekam allerdings auch sehr viele Anrufe von treuen Parteifreunden, die mich eindringlich aufforderten, mein Landtagsmandat weiter auszuüben und auf gar keinen Fall die AfD zu verlassen. Warum hätte ich das auch tun sollen? Ich habe mir nichts vorzuwerfen.

RG: Wie siehst du deine Rolle in der Politik heute? Wo möchtest du dich besonders engagieren?

HA: Die Gesellschaft ist im Umbruch. Durch die Digitalisierung, die sogenannte Industrielle Revolution 4.0, wird sich das Leben in Deutschland und Europa allenthalben grundlegend verändern. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen hält die etablierte Politik in wirtschafts- wie sozialpolitischer Hinsicht an Konzepten fest, die aus der Zeit Bismarcks, also aus dem 19. Jahrhundert stammen. Wie soll das funktionieren, wenn es dereinst die klassische Arbeit gar nicht mehr geben wird? Mich treibt an dieser Stelle die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens seit einiger Zeit um. In diese Richtung sollten wir denken, auch als AfD, denn mit Nationalromantik und Zuwanderungskritik allein ist es nicht getan. Zugegebenermaßen wird eine visionäre Politik hinsichtlich der sich aus der Digitalisierung ergebenen Veränderungen nichts bringen, wenn wir nicht auch zeitgleich die Massenmigration und den wachsenden Einfluss des Islam in den Griff bekommen.

RG: Welche Ziele hast du für die nächsten Jahre?

HA: Ich werde mich als Landtagsabgeordneter vorderhand weiterhin um die Anliegen der Bürger kümmern, mich weiterhin in wesentliche Zukunftsthemen einarbeiten (siehe oben) und mir über entsprechende Konzepte meine Gedanken machen, für diese dann auch innerhalb und außerhalb der AfD werben. Ferner haben wir im kommenden Jahr Kommunalwahl in Mecklenburg-Vorpommern. Das wird in jedem Fall eine große Herausforderung, denn nachdem wir die Landtage und den Bundestag erobert haben, müssen wir künftig auch in den Kommunalparlamenten zu einer wirkmächtigen Kraft werden.

RG: War die Tatsache, dass du mit deinem Lebenspartner zusammenlebst bzw. gleichgeschlechtliche Neigungen hast, bisher hinderlich für deine berufliche Karriere oder für dein Privatleben? Wurdest du deswegen beleidigt?

HA: Nein, nie. Ich habe in meinem ganzen Leben keine einzige homophobe Erfahrung gemacht.

RG: Auch ich habe gleichgeschlechtliche Empfindungen, habe mich aber vor Jahren dazu entschieden, einen anderen Weg zu gehen und das langjährige Szene-Leben hinter mir zu lassen (Stichwort: "Ex-Gay") - ohne mich deshalb für etwas Besseres zu halten. Kannst du so eine Sichtweise akzeptieren?

HA: Selbstverständlich kann ich das akzeptieren. Mein Lebenspartner und ich verkehren schon seit Jahren nicht mehr in der schwulen Szene. Dieses Milieu wird ja von linken Kräften beherrscht, ich nenne sie Berufshomosexuelle, die den Kampf gegen die sogenannte Homophobie sozusagen als Geschäftsmodell betreiben. Deswegen wird es diese Homophobie auch immer geben, egal wie tolerant die Mehrheitsgesellschaft tatsächlich ist, denn wäre das eines Tages wirklich überwunden, würde diesen Leuten die Lebensgrundlage entzogen, vor allem aber sehr viel Geld. Das ist wie beim "Kampf gegen rechts". Wir haben es da ja allenthalben mit Eiferern zu tun, die den ganzen Tag von anderen Toleranz einfordern, selbst aber intolerant sind bis dorthinaus.

RG: Welche Rolle spielt der christliche Glaube in deinem Leben?

HA: Ich war viele Jahre ein eifriger Kirchgänger. Das habe ich mir abgewöhnt. Aber ich lese in der Bibel, bete täglich und hoffe, dass es mir künftig besser als bisher gelingen wird, die Grundsätze unseres christlichen Glaubens auch wirklich zu leben.

RG: Was machst du, wenn du nicht politisch unterwegs bist? Hast du irgendwelche Hobbys?

HA: Privat lese ich sehr viel. Derzeit besteht meine Lektüre aus der Biographie von Sebastian Kurz und dem neuen Buch von Helmut Lethen "Die Staatsräte". Außerdem schreibe ich sehr gerne. Im März letzten Jahres ist bei einem Rostocker Verlag mein erstes Buch erschienen, der Kriminalroman "Die Gründung - Affären um eine Partei", in dem ich all das, worüber wir hier sprechen, literarisch verarbeitet habe. Hin und wieder dachte ich auch schon, dass der Plot meines Erstlingswerkes gewisse Kräfte zusätzlich gereizt haben könnte, jene perfide Rufmordkampagne gegen mich zu inszenieren. Und ich verbringe auch viel Zeit mit guten Freunden, die mich teilweise seit Jahrzehnten kennen und wissen, dass diese ganze mediale Hetze gegen meine Person jeder Grundlage entbehrt.

RG: Wo holst du dir Kraft, Energie und Orientierung für deine Arbeit?

HA: Ich lese sehr viel und zwar zu allen möglichen Themen. Ein tägliches Ritual ist die Lektüre der Neuen Zürcher Zeitung. Das ist wirklich ein Genuss und ein sehr prägender noch dazu. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass Gott für jeden Menschen eine Aufgabe bereithält, gemäß dem Bonmot Goethes "Gott gibt uns die Nüsse, aber knacken müssen wir sie allein".

RG: Holger, ich danke dir für dieses Interview.

 

(Copyright: Robert Gollwitzer www.robert-gollwitzer.com)

 

 

 

Wenn die Kirche wie die Welt ist

Posted on February 3, 2018 at 1:40 PM

Ich komme eben von der Abendmesse in einem örtlichen Altenheim zurück.

Der Gottesdienst war in ziemlich allen Teilen ein Spiegelbild der deutschen Katholischen Kirche.

Für gewöhnlich ist der Priester in ein Gespräch mit einem Mitglied des Pfarrgemeinderats vertieft, wenn ich den Raum betrete. Ein kurzer Händedruck - und fertig.

Abgesehen davon, dass ich der Ansicht bin, dass sich ein Priester - alleine! - geistig auf das vorbereiten sollte, was nun kommt (schließlich gibt es nichts im Universum, was größer ist als der Moment, an dem Himmel und Erde in der Wandlung aufeinander treffen!), so sollte doch (nach der Messe) ein Anteilnehmen am Leben der Gläubigen selbstverständlich sein.

Ich habe mir irgendwann gedacht, mach du doch den ersten Schritt - was aber höflich und bestimmt abgewiesen wurde.

Nun gut. Irgendwann wird das Geplauder beendet und nahtlos die Messe begonnen (wie kann man sich eigentlich geistig so schnell auf das Wesentliche konzentrieren?).

Die Messe beginnt wie üblich.

In der Regel fällt die erste Lesung komplett weg. Warum eigentlich? Die erste und zweite Lesung ergänzen sich wunderbar und gemeinsam mit dem Evangelium bilden sie eine großartige Einheit. Warum dies den Gläubigen vorenthalten?

Heute fallen die Lesungen kommentarlos komplett weg.

Ein Wunder, dass noch das Evangelium verlesen wird.

Die Predigt ist wie gehabt - eine theologische Abhandlung, bei der der Priester wohl mehr oder weniger bewusst zeigen will, was er gelernt hat. Schön und gut in der Uni - völlig fehl am Platz in einem Altenheim.

Wie üblich werden Bibelverse auch heute immer wieder mal kurz verwendet (missbraucht?), um das, was der Priester persönlich unter "Reformen" versteht, als gut und gottgewollt darzustellen (die theologische Darstellungsweise soll hier wohl noch zusätzliche Autorität verleihen). Im Englischen nennt man das "proof texting" - das Ausschneiden einzelner Bibelverse aus dem Kontext, um damit die eigene Meinung zu unterlegen und zu "beweisen".

Ebenfalls wie üblich ist die Predigt irgendwie richtig und irgendwie belanglos. Jedesmal frage ich mich, was denn eigentlich die zentrale Botschaft der Predigt ist. Und jedesmal habe ich keine Ahnung. Ich vermute, die anwesenden Alten noch viel weniger. Würde man irgendjemand nach der Messe nach der Predigt oder einer der Schriftlesungen fragen, würden wohl die wenigsten eine Antwort geben können.

Angesichts des Austreibens von bösen Geistern durch Jesus, von dem im Evangelium die Rede war, kommt ein kurzer Verweis darauf, dass dies eine "bildhafte Darstellung" (sprich eine Art Symbol und keineswegs die Realität) sei. Da werde ich zum ersten Mal zornig. Nicht nur, dass ganze Pfarreien seit Jahrzehnten nichts von Dämonen, bösen Geistern, Satan, Hölle und Verdammnis gehört haben, jetzt wird das sogar als "bildhaft" dargestellt. Das ist verantwortungslos für einen Hirten.

Ich denke mal, da werden einige spätestens nach dem Tod sehr überrascht sein.

Kurz vor dem Schlusssegen dann stellen sich die Kandidat*innen für die anstehende Pfarrgemeinderatswahl vor.

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich den Pfarrgemeinderat als gutgemeintes, aber gescheitertes Experiment in Folge des II. Vatikanischen Konzils sehe. Hier wollen Laien, die wenig bis gar keine theologischen Kenntnisse haben, an kirchlichen Entscheidungen und Glaubensfragen beteiligt werden, von denen sie schlicht keine Ahnung haben. Gut gemeint und schlecht gelaufen. Eine Plage für unzählige Priester. Kein Wunder, dass diese eine Identitätskrise haben.

Ich höre jeder einzelnen Kandidatin zu (nur ein Mann darunter - ebenso ein Bild für unsere deutsche Kirche).

Bei keiner einzigen könnte man sagen, das hat wirklich etwas mit der Katholischen Kirche zu tun. Sie wollen alle Gutes tun, sich um das gemeinschaftliche Leben kümmern oder einfach "ihren Beitrag leisten" (wobei dies nicht näher bestimmt wird).

Was um Himmels willen unterscheidet so eine Gemeinde von einem atheistischen Nachbarschaftsverein? (Fast) gar nichts.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich bin der festen Überzeugung, dass sowohl die Kandidat*innen wie der Priester die besten Absichten haben. Das Gegenteil von "gut" ist aber "gut gemeint". Dieses "gut" ist leider nicht gut genug für die Kirche.

Kein Mensch braucht so einen Wohlfühl-Verein und es ist somit nur folgerichtig (wenn auch traurig), dass viele Menschen die Katholische Kirche in Deutschland verlassen (international steigt die Zahl der Katholiken!).

Menschen wie ich gelten als "aggressiv", "fundamentalistisch", "engstirnig", "altmodisch" (im Gegensatz zur eigenen, Möchtegern-fortschrittlichen Einstellung). Sei's drum.

Die deutsche Kirche ist am Schrumpfen. Das ist gut so und notwendig. Papst Benedikt hat das bereits 1969 in beinahe prophetischer Art und Weise vorausgesehen.

Wir müssen schrumpfen, um wieder zu dem zurückzufinden, was wir eigentlich sind:

Der Leib Christi.


München, 03.02.2018


Robert Gollwitzer

Katholische Pfarreien

Posted on January 23, 2018 at 1:55 PM

Habe mir heute die Homepages einiger katholischer Pfarreien angesehen.

Ehrlich gesagt fragte ich mich dabei, wer denn überhaupt so eine Pfarrei braucht? Vom katholischen Glauben sogut wie gar nichts. Katechese - also Unterrichtung im Glauben (ich kann nur lieben, was ich auch kenne) - null. Mission/Evangelisierung - null. Ein wenig Flüchtlingshilfe, weil's wohl gerade "in" ist (ohne überhaupt über deren Sinn nachzudenken). Mutter/Kind-Gruppen. Eine Menge Meditation. Beichte nur auf Anfrage.

DAS kann die Welt da draussen wahrlich besser. Für solchen Quatsch brauche ich weiß Gott (pun intended) keine katholische Pfarrei.

Als Katholik blutet mir da das Herz.

Gender Mainstreaming

Posted on January 23, 2018 at 12:40 AM

Leider wird auch in kirchlichen Kreisen immer noch der Unsinn verbreitet, "Gender Mainstreaming" diene der Geschlechtergerechtigkeit. Das ist genauso dumm wie falsch.

Allein die Zusammensetzung der Wörter straft diese Auslegung Lügen: "Gender" als das von der Umwelt oder dem eigenen Gusto geprägte Geschlecht, das man/frau (angeblich) auch ändern kann (vs. "sex" - dem englischen Wort für das körperliche Geschlecht, das man mit von Geburt an hat).

"Mainstreaming" als die Zusammenführung verschiedener Geschlechter in einen großen ("main") Strom ("Streaming") undefinierbarer Individuen.

"Gender Mainstreaming" entspricht nicht (!) dem christlichen Weltbild, was nicht zuletzt Papst Franziskus und viele andere Bischöfe und Priester betont haben.

Leider sehen offenbar einige ihre Chance, damit Geld zu machen bzw. diese unselige Ideologie in die Gesellschaft und die Kirche einzuführen.

Ich kann nur jede/n auffordern, hier Widerstand zu leisten!

NO PASARAN! - SIE WERDEN NICHT DURCHKOMMEN!

CSU vs. AfD

Posted on January 14, 2018 at 6:35 AM

Die CSU wird sich schwer mit dem "Abwehren" der AfD tun. Wer schon immer teil des Problems war, kann nicht verantwortlich für die Lösung sein! Die CSU hatt immer schon eine große Klappe - und das war wohl auch ihr Job in der Koalition mit der CDU. So konnte man die rechten Wähler binden. Allerdings hatten diese großen Worte nie Konsequenzen. Sie waren ein reiner Show-Effekt. Gemacht wurde, was die CDU sagte . und das war alles andere als entschlossene Politik für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes.

Abgesehen davon kann ein negatives Ziel ("Abwehr") nie zu positiven Ergebnissen führen ("Abwehr" dient alleine dem eigenen Machterhalt - GEGEN eine andere Partei. Die AfD jedoch kämpft FÜR positive Werte!).

Gemeinnuetzigkeit?

Posted on January 11, 2018 at 12:30 AM

Wenn ihr wissen wollt, ob eine gemeinnützige Organisation oder Kirche so mit eurem Geld umgeht, wie ihr euch das vorstellt, besucht mal deren Verwaltungszentralen und seht euch die dortige Ausstattung an. Wenn hier das Geld nur so an den Wänden klebt, könnt ihr eure eigenen Schlüsse ziehen. Ebenso solltet ihr euch nach dem Einkommen des Vorstands und von Führungskräften erkundigen sowie deren Qualifikationen! Gibt man euch keine Auskunft oder ist deren Einkommen übermäßig hoch, wisst ihr, was ihr zu tun habt!

Noch ein Tipp: Wenn eine solche Organisation oder Kirche Veranstaltungen anbietet, wie man gegen ungeliebte politische Meinungen argumentiert (also Meinungen, die das Einkommen der Organisation gefährden könnten), wisst ihr ebenfalls, was zu tun ist. Vor allem, wenn das nicht zum Satzungszweck dieser Organisation gehört!

Arbeitsgruppen ueber Rechte?

Posted on January 9, 2018 at 12:05 AM

Wenn christliche, "gemeinnützige" und "mildtätige" Wohlfahrtsorganisationen Arbeitsgruppen zum Thema "Rechtsradikale/Rechtsextreme/Rechte" gründen, aber auf dem linken Auge völlig blind sind, so muss ihnen Vorsatz, Verantwortungslosigkeit, Verschwendung von Spendeneinnahmen und Eigennutz unterstellt werden. Vorsatz, weil sie kaum anführen können, dies unbewusst zu tun. Verantwortungslosigeit, weil es ihnen dann ganz offensichtlich nicht um den Schaden, den die betroffenen Gruppierungen geht (Stichwort Hamburg, wo die Linken die Stadt in Schutt und Asche legten), sondern offenbar eine ganz andere Motivation dahinter steht. Das aber schadet der Gesellschaft als Ganzer, da sie so zum bestehenden Unrecht beitragen. Verschwendung von Steuergeldern, weil es nicht zu ihrem Satzungszweck gehört, dies zu tun und Menschen auch nicht dafür gespendet haben. Eigennutz, weil die Argumentation der Rechten ihre Einkommensquellen (Flüchtlingsheime etc.) gefährdet - nicht aber die Randale der Linken.

Als Christ liegt mir etwas an diesen Wohlfahrtsorganisationen, deshalb kritisiere ich sie auch öffentlich dafür. Schämt euch!


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