Katholisch Leben: The Jesus Brothers!

Aufbruch und Erneuerung

Anti-Katholisch?

 

The late Archbishop Fulton Sheen said: “There aren’t 100 people in America who truly hate the Catholic Church. But there are millions who hate what they think is the Catholic Church.” 

Warum gibt es so viele Menschen, die anti-katholisch eingestellt sind?

1) Weil sie nicht wirklich den katholischen Glauben kennen (sie denken, die Katholische Kirche sei zu gesetzlich und außerdem abergläubisch)

2) Weil wir Katholiken den katholischen Glauben nicht richtig kennen!

(Frei nach Prof. Dr. Scott Hahn, "Evangelizing the Baptized", erhältlich bei www.saintjoe.com)


(in Vorbereitung)


Warum?

Was steckt eigentlich hinter all den Angriffen und Vorwürfen der Katholischen Kirche gegenüber (Maria, nenne niemand Vater, Heiligenverehrung, Papsttum usw.)? Wenn man mit Menschen, die derartiges vertreten, spricht, merkt man bald, dass dies eigentlich nur Symptome sind. All diese Einwände lassen sich beantowrten - dahinter steckt aber manchmal eine grundsätzliche Ablehnung der Katholischen Kirche gegenüber. Die Menschen haben Angst, die Katholische Kirche hätte recht und um nichts in der Welt wollen sie katholisch werden.

Hier kann von katholischer Seite aus nur geraten werden, den Menschen mit Demut, Geduld, Freundlichkeit und Offenheit zu begegnen (und nicht mit der Absicht, Debatten gewinnen zu wollen!).

Nichtkatholischen Christen kann man nur empfehlen, einmal offen und ehrlich die eigene Motivation für derartige Argumente zu hinterfragen. Was für ein Problem habe ich eigentlich, jemanden Vater zu nennen (die Bibel hat hier kein Problem) oder einen Papst als Stellvertreter Christi auf Erden zu akzeptieren? Warum habe ich so eine starke Abneigung der Katholischen Kirche gegenüber? Hat Jesus nicht EINE Kirche begründet (anstatt zigtausende verschiedner Denominationen!)? Und welche Kirche kann eigentlich schon behaupten, "von Anfang an" da gewesen zu sein?

Nun versuchen sich da manche nichtkatholische Gemeinden mit diversen "Argumentationshilfen" aus der Affaire zu ziehen. Die eigene Gemeinde wäre etwa nicht im 19. Jahrhundert gegründet worden, sondern der "Gründer" hätte nur die Kirche des Neuen Testaments "wiederentdeckt", die jahrtausendelang versteckt vor sich hin geschlummert hat (das Problem hierbei: das behaupten mehrere Gemeinden - keine davon kann jedoch tatsächliche Beweise für diese Theorie liefern, ohne hierfür die Geschichte und die Schriften der Kirchenväter völlig zu verdrehen. Derartige "Argumente" sind so durchsichtig, dass man bezweifeln darf, ob die Vertreter dieser Theorien dies tief im Inneren selbst glauben.). Ein anderes Argument: man hätte keine neue Kirche gegründet oder sich abgespalten von der Katholischen Kirche, sondern diese nur zu erneuern versucht usw.

Fakt ist, dass die Katholische Kirche von Anfang an bestanden hat und all die Gemeinden, die sich heute evangelikal oder sonst wie nennen, tatsächlich nur Abspaltungen sind - ähnlich von Ästen, die sich von einem Stamm abzweigen.

Nein? Wann wurde denn DEINE Gemeinde gegründet? Hat sie eine apostolische Sukzession, d.h. kann sie bis zu den Aposteln (also bis zu Jesus!) zurück verfolgt werden? Hat sie Bischöfe oder Sakramente?

Nein?

Woher hat deine Gemeinde eigentlich die Bibel?

Ich will hiermit keineswegs andere Gemeinden schlecht machen oder als nicht christlich hinstellen. Was ich aber durchaus möchte, ist, zum Nachdenken anzuregen...

 

Erzbischof Fulton Sheen

Erzbischof Fulton Sheen erzählte einmal, wie er nach einem langen und anstrengenden Tag im Flugzeug saß und froh war, endlich etwas ausruhen und schlafen zu können.

Neben ihm saß ein Mann, der iihn gleich ansprach. Als Erzbischof Fulton Sheen sich vorstellte, fing der Mann an, gegen die Katholische Kirche loszuwettern. Er brachte alle möglichen Vorwürfe und harten Worte vor.

Erzbischof Fulton Sheen hörte lange zu, stellte ab und an einige Verständnisfragen und betete innerlich.

Irgendwann gab ihm der Heilige Geist eine Eingabe und er sagte zu dem Mann: "Was haben Sie gestohlen?"

Und er hatte recht: Der Mann war völlig überrascht, gestand dann aber, dass er seine Pfarrei um Geld betrogen hatte!

 

Nun will ich damit keinesfalls sagen, dass alle Menschen, die etwas gegen die Katholische Kirche haben, Diebe sind. Was wir aber durchaus im Hinterkopf behalten sollten, wenn solche Vorwürfe vorgebracht werden, ist, darauf zu schauen, was wirklich hinter den Angriffen steckt. Oft ist es nicht die Katholische Kirche selbst, sondern vielleicht schlechte Erfahrungen, Vorurteile, falsche Informationen, persönliche Probleme, ein falsches Gottesbild, ein falsches Bild vom Christentum und vieles mehr.

Lernen wir, darauf zu achten, was uns die Menschen wirklich mitteilen wollen, wenn sie die Katholische Kirche - und damit uns! - angreifen!

 

Was sagte man von den ersten Christen?

Seht, wie sie einander lieben!

 

Im Konzil von Trient wurden 1546 die apokryphischen Schriften von der Katholischen Kirche der Bibel hinzugefügt!

Derartige Mythen entstammen zumeist der anti-katholischen „Bibel“ von Loraine Boettner: „Roman Catholicism“. Dieses Buch greift zum einen die Katholische Kirche an, zum anderen verteidigt es die privaten Ueberzeugungen von Boettner. Aus intelektueller und wissenschaftlicher Sicht ist dieses Buch schlichtweg inakzeptabel. Dennoch aber fallen immer noch Christen darauf herein und zitieren ungeprueft „Fakten“ aus diesem Werk. Die ersten paar hundert Jahre Kirchengeschichte und deren Schriften scheinen ebenso spurlos an Boettner voruebergezogen zu sein. Offensichtlich kennt er die Schriften der Kirchenvaeter noch nicht einmal. Hingegen scheint er kritiklos jede These als wahr anzunehmen, sofern sie nur von einem Gegner der Katholischen Kirche aufgestellt wurde. Seine Zitate und Referenzen scheint er nicht einmal ueberprueft zu haben. Tut man dies, findet man schnell heraus, dass so einiges einfach falsch ist, sprich die Zitate teils noch nicht einmal existieren, also keinen realen Hintergrund haben. Das theologische Forschungsergebnis dieses Buches ist schlichtweg gleich Null. Referenzen auf katholische Werke sind in diesem Buch so vage, dass es den Anschein hat, als wolle er den Leser entmutigen, die Behauptungen dort nachzulesen (nicht-katholische Werke werden jedoch mit Titel und Seite zitiert!). Teils fehlen Zitate und Referenzen voellig. Dieses Buch ist ganz einfach bodenlos – und dennoch haben viele Christen offenbar kein Problem damit, daraus zu zitieren und ihre Behauptungen unter die Menschen zu bringen. Auf Basis des christlichen Glaubens sollte man doch vielleicht ueberlegen, ob das die richtige Einstellung sein kann. Boettner interessiert sich scheinbar ueberhaupt nicht dafuer, was die Katholische Kirche glaubt und warum sie es glaubt. Ebensowenig interessiert ihn, wie Katholiken seine Einwaende erwiedern wuerden. Oder er weiss es ganz einfach nicht. Er stellt nicht die katholische Position sachlich und fair dar und versucht dann, diese zu widerlegen, sondern er macht eine Parodie aus derselben – und widerlegt dann die Parodie. Ferner gibt es hunderte von faktischen Fehlern in diesem Buch – teilweise sogar richtig gravierende Fehler (etwa falsche Zitate, also Zitate, die den falschen Autoren zugeschrieben werden oder nicht als Faelschungen erkannt wurden, obwohl dies unschwer herauszubekommen gewesen waere), die sich nicht einfach nur mit Nachlaessigkeit erklaeren lassen.

So ist Boettner auch der Meinung, die Katholische Kirche habe die „Einfachheit des Evangeliums“ verlassen und Glaubensueberzeugungen und Praktiken hinzugefuegt, die der Bibel widersprechen. Menschliche Erfindungen haetten biblische Wahrheiten ersetzt.

Eine seiner Behauptungen ist etwa die oben genannte: Das Konzil von Trient haette 1546 die apokryphischen Buecher der Bibel hinzugefuegt.

Fakt ist: Das Konzil von Trient hat der Bibel nicht das hinzugefuegt, was Protestanten die apokryphischen Buecher nennen. Ganz im Gegenteil: Die Reformer liessen Buecher fallen, die seit Jahrunderten im allgemeinen Gebrauch waren! Das Konzil von Trient kam zusammen, um katholische Doktrinen zu bekraeftigen und der Katholischen Kirche neues Leben zu geben. Das Konzil von Trient erklaerte, dass diese Buecher immer zur Bibel gehoert hatten und deshalb auch Bestandteil der Bibel bleiben muessten. Vergessen wir nicht, dass es die Katholische Kirche war, die im 4. Jahrhundert entschieden hatte, welche Buecher Bestandteil der Bibel waren und welche nicht! Das Konzil von Trient kam erst ca. 1.200 Jahre spaeter auf die Bildflaeche und bekraeftigte schlichtweg nur die alte Position.

Um es nochmals anders zu sagen: Es war NICHT die Katholische Kirche, die der Bibel irgendwelche Buecher hinzugefuegt hatte, sondern die Protestanten, die diese „deuterokanonischen“ Buecher viele Jahrunderte spaeter aus der Bibel entfernt hatten. Die fruehe Kirche hatte mit diesen Buechern kein Problem und sah sie als Bestandteil der Bibel an. Auch ein Punkt, der denen, die das „Urchristentum“ widerherstellen moechten, zu denken geben sollte.

Von welchen Buechern reden wir hier ueberhaupt? Nun, es sind diese: Tobit, Judit, das erste und zweite Buch der Makkabaeer, das Buch der Weisheit, Jesus Sirach und Baruch.

Katholische Bibeln enthalten ausserdem auch zusaetzliche sechs Kapitel (107 Verse) in Esther und drei Kapitel (174 Verse) in Daniel.

Selbst etliche protestantische Theologen und Historiker geben zu, dass die Fuehrer der Kirche in den ersten vier Jahrhunderten diese sieben Buecher als Bestandteil der Bibel sahen. Sie folgten damit der Septuaginta, der griechischen Uebersetsetzung des Alten Testaments sowie dem Konzil von Rom 382.

Es gibt weiterhin eine Uebereinstimmung unter Gelehrten, dass dieser Kanon vom vierten bis zum 16. Jahrhundert allgemein anerkannt war. Die fruehesten griechischen Manuskripte des Alten Testaments – der Codex Sinaiticus aus dem vierten Jahrhundert und der Codex Alexandrinus (450) enthalten diese deuterokanonischen Buecher.

Die Schriftrollen, die man in Qumran am Toten Meer fand, enthielten zwar nicht Esther, aber sehr wohl Tobit.

Manche Protestanten moegen hier einwenden, dass der Hl. Jerome, der groesste biblische Gelehrte der fruehen Kirche, diese Buecher nicht akzeptiert hatte. Was tatsaechlich Bestandteil des Alten Testaments war, wissen wir von der juedischen Synode von Jamnia (A.D. 90) – und diese hat die apokryphischen Schriften nicht angenommen. Die Juden muessen doch aber am besten wissen, welche Buecher Bestandteil des Alten Testaments waren!

Jamnia aber war nicht ein Konzil, das irgendeine Autoritaet hatte, sondern schlichtweg eine Versammlung von Gelehrten. In Jamnia wurde uebrigens auch bestritten, dass Buecher wie Esther, Prediger und das Hohelied zum biblischen Kanon gehoeren. Diese Buecher werden aber sowohl von Protestanten wie von Katholiken akzeptiert! Auf dem Konzil von Jamnia wurde also nichts entschieden. Die Juden diskutierten noch darueber, welche Buecher zum Kanon gehoeren sollten (hierzu gehoerte uebrigens auch Sprichwoerter). Diese Diskussion zog sich bis in das fruehe zweite Jahrhundert hin.

Ausserdem war die Position des Hl. Jerome nicht so klar, wie manche meinen moegen. In seiner lateinischen Uebersetzung der Bibel, der Vulgate, waren die deuterokanonischen Buecher sehr wohl enthalten! Auch verteidigte er die Tatsache, dass Judit goettlich inspiriert sei. Es gibt also keinen klaren Beweis, dass der Hl. Jerome diese sieben Buecher abgelehnt haette. Es gibt aber sehr wohl Grund zur Annahme, dass er sie zum biblischen Kanon zaehlte. Der Hl. Jerome oder irgendein anderer Kirchenvater hat ausserdem nicht die letzte Autoritaet in der Kirche.

(Quelle: Karl Keating, Catholicism and Fundamentalism. The Attack on „Romanism“ by „Bible Christians“. Ignatius Press, San Francisco, 1988. Dave Armstrong, The One-Minute Apologist. Essential Catholic Replies to Over Sixty Common Protestant Claims. Sophia Institute Press, Manchester, New Hampshire, 2007. Go and get them!)

 

Fragen

Die zehn Fragen, die Katholiken am meisten zu hoeren bekommen

1) Bist du gerettet? Katholiken koennen ebenso sicher wie jeder andere Glaeubige sein, dass sie in Gottes Gnade stehen. In 1 Jn 5,13 lesen wir: „Dies schreibe ich euch, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt“ (Einheitsuebersetzung). Und in Jn 5,24: „Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hoert und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben“ (Einheitsuebersetzung). Diese „Sicherheit“ aber muss im Lichte von Johannes anderen Lehren im selben Buch gelesen werden: „Denn die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. Seine Gebote sind nicht schwer.“ (1 Jn 5,3 – Einheitsuebersetzung). „Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht haelt, ist ein Luegner und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort haelt, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Wir erkennen daran, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat.“ (1 Jn 2,3-6 – Einheitsuebersetzung). „Wir wissen: Wer von Gott stammt, suendigt nicht, sondern der von Gott gezeugte bewahrt ihn und der Boese tastet ihn nicht an.“ (1 Jn 5,18 – Einheitsuebersetzung). „Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.“ (1 Jn 4,21 – Einheitsuebersetzung). „Wer die Suende tut, stammt vom Teufel; denn der Teufel suendigt von Anfang an. Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstoeren.“ (1 Jn 3,8 – Einheittsuebersetzung). Siehe hierzu auch Paulus: „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Taeuscht euch nicht! Weder Unzuechtige noch Goetzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschaender, noch Diebe noch Habgierige, keine Trinker, keine Laesterer, keine Raeuber werden das Reich Gottes erben.“ (1 Kor 6,9-10 – Einheitsuebersetzung). Auch der Heilige Paulus sieht die Errettung nicht als einmaliges Ereignis, sondern ein Ziel, nach dem wir trachten sollen. Ein Ziel aber auch, das wir verfehlen koennen: „Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.“ (Phil 2,12 – Einheitsuebersetzung). „Vielmehr zuechtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.“ „Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht faellt.“ (1 Kor 9,27 und 10,12 -
Einheitsuebersetzung). „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! „Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt,  dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.“ (Gal 5,1 und 5,4 – Einheitsuebersetzung). „So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Nicht dass ich es schon erreicht haette oder dass ich schon vollendet waere. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brueder, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen haette. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.“ (Phil 3,11-14 – Einheitsuebersetzung). „Der Geist sagt ausdruecklich: In spaeteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betruegerischen Geistern und den Lehren von Daemonen zuwenden.“ „Einige haben sich schon abgewandt und sind dem Satan gefolgt.“ (1 Tim 4,1 und 5,15 – Einheitsuebersetzung).


2) Wenn du heute nacht stirbst, wuerdest du in den Himmel kommen? Katholiken ist die Erloesung sicher wenn sie Gottes Gebote halten („Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben.“ 1 Jn 2,3 – Einheitsuebersetzung). Wer in diesem Zustand stirbt, dem ist der Himmel sicher. Um aber dorthin zu gelangen, muss man in perfekter Art und Weise heilig sein, denn „nichts Unreines wird hineinkommen“ (Offb 21,27. Siehe auch Jes 4,4: „Wenn der Herr durch den Sturm des Gerichts und den Sturm der Laeuterung von den Toechtern Zions den Kot abgewaschen und aus Jerusalems Mitte die Blutschuld weggespuelt hat“ sowie Mal 3,2-4: „Doch wer ertraegt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Soehne Levis, er laeutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in laengst vergangenen Jahren.“ – alles Einheitsuebersetzung). Diese Laeuterung von den Folgen der Suende nennen Katholiken Fegefeuer. Dies ist klar und deutlich in Paulus Schriften erkennbar: „das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird pruefen, was das Werk eines jeden taugt. Haelt das stand, was er aufgebaut hat, so empfaengt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.“ (1 Kor 3,13-15 – Einheitsuebersetzung). „Denn wir alle muessen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfaengt fuer das Gute oder Boese, das er im irdischen Leben getan hat.“ (2 Kor 5,10 – Einheitsuebersetzung).


3) Warum betet ihr Hostien an? Eine geweihte Hostie bei einer Messe ist nicht einfach nur Brot – sie ist wahrhaftig der Leib und das Blut Christi. Deshalb beten Katholiken auch nicht einfach nur eine Hostie an, sondern Jesus. Sehen wir uns hierfuer Jn 6,51-56 an: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) fuer das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.“ (Einheitsuebersetzung). Jesus spricht hier woertlich und so wollen Ihn viele derer, die Ihm bisher nachfolgten, nun verlassen, wie wir in den naechsten Versen lesen. Er aber bleibt fest dabei und weicht keinen Zentimeter von Seinen Worten ab. Und so lesen wir auch beim Hl. Paulus in 1 Kor 11,27: „Wer also unwurdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.“ (Einheitsuebersetzung). In 1 Kor 10,16 lesen wir: „Ist der Kelch des Segens, ueber den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe amBlut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?“ (Einheitsuebersetzung). In keiner der neutestamentlichen Berichte ueber das letzte Abendmahl (Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; Lk 22,19-20) finden wir einen Hinweis auf eine metaphorische oder symbolische Interpretation. Das letzte Abendmahl war nichts anderes als das juedische Pessach-Fest. Hier gab es ein Opferlamm und so wies auch Jesus auf Sein bevorstehendes Leiden hin (Lk 22,15-16; 18; 21-22). Johannes der Taeufer hatte Ihn bereits in Jn 1,29 „das Lamm Gottes“ genannt.


4) Warum betet ihr Maria an? Katholiken beten Maria nicht an. Wir verehren sie weil sie die Mutter von Gottes Sohn ist, unserem Herrn Jesus Christus. Verehrung ist etwas voellig anderes als Anbetung. Wir verehren in Maria einen Menschen und beten sie keineswegs in der gleichen Art und Weise wie den allmaechtigen Schoepfergott an. Wir Katholiken glauben, dass Maria unter Gottes Geschoepfen eine herausragende Rolle einnimmt. Wie jedes andere Geschoep jedoch musste sie durch Gottes Gnade gerettet werden. Sie selbst sagte: „mein Geist jubelt ueber Gott, meinen Retter“ (Lk 1,47 – Einheitsuebersetzung). Gott rettete sie, indem Er sie im Moment ihrer Empfaengnis vor dem Makel der Erbsuende bewahrte („Unbefleckte Empfaengnis“). Gott nahm eine fleischliche Gestalt an und wurde Mensch (Jn 1,1; 14), was zeigt, dass Er Menschen in Seinen Erloesungsplan fuer uns einschliessen wollte. Maria war hier eine Schluesselperson und deshalb ehren wir sie.


5) Warum beichtet ihr eure Suenden einem Priester? Sehen wir uns Mt 18,18 an: „Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden loesen werdet, das wird auch im Himmel geloest sein.“ Und Jn 20,23: „Wem ihr die Suenden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (beides Einheitsuebersetzung). Der Priester vertritt Gott und Seine Gnade. Durch das Sakrament der Beichte werden wir gestaerkt und ermutigt und koennen vertrauensvoll einen neuen Start wagen. Allein durch das Beichten lernt man Demut. Ausserdem empfaengt man zusaetzlich Gnade, um kuenftig weiteres Suendigen zu vermeiden. Natuerlich hat man auch die Sicherheit der Vergebung. Eine Sicherheit, die weit ueber blosse Gefuehle hinaus geht. Hinweise auf die Beichte finden wir auch in Mt 3,5-6, Apg 19,18 und 1 Jn 1,9.

6) Warum betet ihr Statuen an? Das ist eigentlich kompletter Unsinn. Katholiken beten keine Statuen an, so wie Heiden Statuen anbeten. So aehnlich wie wir manchmal Bilder unserer Liebsten in der Brieftasche haben oder manche Helden mit Monumenten geehrt werden, ehren wir auch unsere Heiligen, durch deren Beispiel wir in besonderer Art und Weise Christus erkennen koennen. „Erweist allen Menschen Ehre, liebt die Brueder, fuerchtet Gott und ehrt den Kaiser!“ (1 Petr 2,17 – Einheitsuebersetzung. Vgl. auch Roem 12,10 und Heb 12,22-23). Statuen erinnern uns ganz einfach an grosse Heilige, an Helden des Glaubens (siehe Heb 11), die lebendiger sind als wir (2 Kor 3,18, vgl. auch Offb 6,10 und Ps 35,17). Gott hatte niemals vor, die Heiligen vom Leib Christi hier auf Erden zu trennen. Sie beten und bitten fuer uns, so wie wir auf Erden fuereinander und fuer die Verstorbenen beten. „Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Suende abwerfen“ (Hen 12,1 – Einheitsuebersetzung).


7) Warum betet ihr fuer die Toten? Lesen wir 2 Makk 12,40-45: „Da entdeckten sie, dass alle Toten unter ihren Kleidern Amulette der Goetter von Jamnia trugen, obwohl das den Juden vom Gesetz her verboten ist. Da wurde allen klar, dass die Maenner deswegen gefallen waren, und sie priesen nun alle das Wirken des Herrn, des gerechten Richters, der das Verborgene ans Licht bringt. Anschliessend hielten sie einen Bittgottesdienst ab und beteten, dass die begangene Suende wieder voellig ausgeloescht werde. Der edle Judas aber ermahnte die Leute, sich von Suenden rein zu halten; sie haetten ja mit eigenen Augen gesehen, welche Folgen das Vergehen der Gefallenen gehabt habe. Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Suendopfer darbringe. Damit handelte er sehr schoen und edel; denn er dachte an die Auferstehung. Haette er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, waere es naemlich ueberfluessig und sinnlos gewesen, fuer die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der fuer die hinterlegt ist, die in Froemmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum liess er die Toten entsuehnen, damit sie von der Suende befreit werden.“ (Einheitsuebersetzung). Sehen wir uns 1 Kor 15,29 an: „Wie kaemen sonst einige dazu, sich fuer die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum laesst man sich dann taufen fuer sie?“ (Einheitsuebersetzung). Taufe bezieht sich oft auch symbolisch auf Busse (Mk 10,38-39; lk 3,16; 12,50). In 2 Tim 1,16-18 sieht es ausserdem ebenfalls so aus, als ob Paulus fuer den toten Onesiphorus betet.


8) Warum nennt ihr euren Priester „Vater“? „Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ (Mt 23,9 – Einheitsuebersetzung). Hier lehrt Jesus, dass Gott der Vater alleine die Quelle jeglicher Autoritaet ist. Er spricht aber nicht absolut, denn das wuerde auch bedeuten, man duerfte seinen eigenen Vater nicht mehr so nennen, oder auch „Kirchenvaeter“ nicht mehr als solche bezeichnen, ebenso wenig die Gruendungsvaeter einer Nation usw. Jesus selbst verwendet den Begriff „Vater“ in Matthaeus (15,4-5; 19,5.19.29; 21,31) ebenso in Johannes (8,56) und auch anderswo. Im Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus laesst Jesus selbst den reichen Mann zweimal den Begriff „Vater Abraham“ verwenden (Lk 16,24.30; vgl. auch Apg 7,2; Roem 4,12; Jas 2,21). Der Hl. Paulus schreibt ferner: „Nicht um euch blosszustellen, schreibe ich das, sondern um euch als meine geliebten Kinder zu ermahnen. Haettet ihr naemlich auch ungezaehlte Erzieher in Christus, so doch nicht viele Vaeter. Denn in Christus Jesus bin ich durch das Evangelium euer Vater geworden. Darum ermahne ich euch: Haltet euch an mein Vorbild!“ (1 Kor 4,14-16 – Einheitsuebersetzung) und spricht in Roem 9,10 vom „Vater Isaak“.

9) Warum gehorcht ihr den Papst? Katholiken glauben, dass Jesus den Heiligen Petrus zum Leiter der Kirche bestimmt hat. „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Maechte der Unterwelt werden sie nicht ueberwaeltigen. Ich werde dir die Schluessel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden loesen wirst, das wird auch im Himmel geloest sein.“ (Mt 16,18-19 – Einheitsuebersetzung). Was dieses Schluessel-Uebergeben bedeutet, sehen wir in Jesaja: „Ich lege ihm den Schluessel des Hauses David auf die Schulter. Wenn er oeffnet, kann niemand schliessen; wenn er schliesst, kann niemand oeffnen.“ (Jes 22,22 – Einheitsuebersetzung. Siehe zum Verstaendnis auch den Kontext dieses Verses). Jesu Stammbaum als Nachfahre Davids, der somit legitim die Schluessel uebergeben kann, sehen wir etwa bei Matthaeus: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt 1,1 – Einheitsuebersetzung). Durch das ganze Testament hindurch (siehe auch die Apostelgeschichte!) wird Petrus als der Fuehrer der Apostel dargestellt. Jesus hat uns aussserdem versprochen, er wuerde den Heiligen Geist zurueck lassen, damit Er bei uns bleibt und Seine Kirche leite (Jn 14,16). Die Unfehlbarkeit des Papstes und der Kirche als ganzer (Bischoefe zusammen mit dem Papst) ist also nur die logische Konsequenz biblischer Aussagen. Was fuer eine Kirche waere das, die zwar vom Heiligen Geist geleitet wird, auf deren Glaubensverkuendigungen man sich aber nicht verlassen koennte. In der gleichen Art und Weise, wie der Heilige Geist dafuer sorgte, dass fehlbare Menschen die unfehlbare Heilige Schrift geschrieben haben, sorgt der Heilige Geist auch heute dafuer, dass fehlbare Menschen die Kirche unter bestimmten Umstaenden unfehlbar leiten.


10) Kann man eure Glaubensgrundsaetze eigentlich auch in der Bibel finden? Alle katholischen Glaubensgrundsaetze lassen sich in irgendeiner Form in der Bibel finden. Manche direkt und offensichtlich, andere einschlussweise. Es ist auch gar nicht noetig, dass alles sofort und direkt auf den ersten Blick in der Bibel steht – das behauptet noch nicht einmal die Bibel selbst. Sie verweist ausdruecklich und mehrmals auf die Kirche und das kirchliche Lehramt! „Seid also standhaft, Brueder, und haltet an den Ueberlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es muendlich, sei es durch einen Brief.“ (2 Thess 2,15). „Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Ueberlieferungen festhaltet, wie ich sie euch uebergeben habe.“ (1 Kor 11,2). „Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebieten wir euch, Brueder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben fuehrt und sich nicht an die Ueberlieferung haelt, die ihr von uns empfangen habt.“ (2 Thess 3,6). „Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehoert hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist. Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt“ (2 Tim 1,13-14). „Falls ich aber laenger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muss, das heisst in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Saeule und das Fundament der Wahrheit ist.“ (1 Tim 3,15). „Was du vor vielen Zeugen von mir gehoert hast, das vertrau zuverlaessigen Menschen an, die faehig sind, auch andere zu lehren.“ (2 Tim 2,2 – alles Einheitsueberzeugung). Und wenn sich die ersten Christen uneinig waren, haben sie nicht einfach nur ihre Bibeln aufgeschlagen und darin gelesen (der biblische Kanon existierte zu dieser Zeit noch gar nicht!). Sie hielten ein Konzil ab, das verbindliche Dekrete verabschiedete (siehe etwa Apg 15,1-29). Schliesslich war es auch die Kirche, die bestimmte, welche Buecher zur Bibel gehoerten – und welche nicht. Dies aber geschah erst im spaeten vierten Jahrhundert. Die Heilige Tradition und die kirchliche Autoritaet waren also Grundvoraussetzung dafuer, dass wir heute eine Bibel haben.

 

(Quelle: Our Sunday Visitor, www.osv.com - I very much recommend their material!!)

Die "Hure Babylon"

Einige Menschen mit anti-katholischer Einstellung meinen, die Katholische Kirche sei die „Hure Babylon“ aus Offenbarung 17 und 18. Dave Hunt hat hierzu 1994 ein Buch mit dem Titel „A Woman Rides the Beast“ geschrieben. Er fuehrt neun Argumente an, um seinen Standpunkt zu belegen. Viele Fundamentalisten verwenden aehnliche „Argumente“ – sehen wir sie uns also an und ueberlegen uns, warum sie nicht funtkionieren:

Hunt meint unter anderem, die Hure sei eine Stadt, die auf sieben Bergen gebaut sei. Dies ist fuer ihn identisch mit den sieben Huegeln, auf denen das antike Rom erbaut wurde. Sein Argument stuetzt sich auf Offb 17, 9, wo steht, dass die Frau auf sieben Bergen sitzt.

Das griechische Wort, das hier verwendet wird, ist horos. Es kommt 65 Mal im Neuen Testament vor. In der King James Uebersetzung der Bibel wird es davon nur drei Mal mit „Huegel“ wiedergegeben. Die anderen 62 Mal wird es dort als „Berg“ uebersetzt. Aehnliches finden wir bei modernen Bibeln. Wenn die Hure aber auf sieben Bergen sitzt, kann sich das auf alles moegliche beziehen. Ein „Berg“ ist ein oft verwendetes biblisches Symbol (vgl. Ps 68, 15; Dan 2, 35; Amos 4, 1; Obad 8-21). Die sieben Berge der Hure koennten auch sieben Koenigreiche sein, ueber die sie regiert – oder mit denen sie etwas gemeinsam hat.

Auch die Zahl sieben kann symbolisch sein. Sie stellt in der Bibel oft die „Fuelle“, das Ganze und Vollstaendige dar. Dann koennte man hier etwa lesen, dass die Hure ueber alle Koenigreiche der Erde regiert.

Selbst wenn man „horos“ woertlich mit „Huegel“ uebersetzt, kommen wir immer noch nicht auf Rom. Es gibt noch andere Staedte, die auf sieben Huegeln erbaut wurden.

Selbst wenn man es auch als Hinweis auf Rom versteht – ueber welches Rom reden wir dann? Das heidnische Rom oder das christliche Rom? Auch das alte, heidnische Rom entspricht allen von Hunt angefuehrten Kriterien! Vielleicht sogar besser als das christliche Rom!

Dann gibt es da aber noch den Unterschied zwischen Rom und dem Vatikan – der Stadt, in der die Katholische Kirche ihre „Zentrale“ hat. Schon werden Hunts Argumente schwaecher und schwaecher. Die Vatikanstadt wurde naemlich nicht auf sieben Huegeln erbaut, sondern nur auf einem: dem Huegel des Vatikan. Und dieser Huegel gehoert nicht (!) zu denen, auf denen Rom gebaut wurde! Die Huegel naemlich, auf denen Rom erbaut wurde, befinden sich oestlich des Flusses Tiber. Die Vatikanstadt aber liegt westlich davon.

Hunt schreibt weiterhin, die Hure sei eine Stadt, „bekannt als Babylon“. Das gruendet sich auf Offb 17, 5, wo sie mit Babylon, die Grosse“ umschrieben wird.

Diese Bezeichnung „Babylon die Grosse“ (im griechischen Babulon a megala) findet sich fuenf Mal in der Offenbarung (14, 8; 16, 19; 17, 5; 18, 2; 18, 21). Sieben Mal wird Babylon  „die grosse Stadt“ genannt (16, 19; 17, 18; 18, 10; 16, 18; 19, 21). Darueber hinaus gibt es nur noch in 11, 8 eine Referenz, wo von „der grossen Stadt“ die Rede ist. Hier wird ueber die Leichen von den beiden Zeugen Gottes gesprochen: „Und ihre Leichen bleiben auf der Strasse der grossen Stadt liegen. Diese Stadt heisst, geistlich verstanden: Sodom und Aegypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt.“ (Einheitsuebersetzung).

Die „grosse Stadt“ wird symbolisch Sodom genannt, ein Hinweis auf Jerusalem. Jerusalem wurde im Alten Testament symbolisch „Sodom“ genannt (vgl. Jes 1, 10; Ezechiel 16, 1-3; 46-56). Ausserdem heisst es, dass dort auch ihr Herr gekreuzigt wurde – ein eindeutiger Verweis auf Jerusalem.

In der Offenbarung hat es immer den Anschein, als wenn dort nur von einer „grossen Stadt“ die Rede ist – DER „grossen Stadt“. Die Stadt in Offb 11, 8 ist also dieselbe als die Stadt, die in den anderen sieben Stellen auftaucht – Babylon. Ausserdem werden beide nach den grossen Feinden des Glaubens im Alten Testament genannt: Sodom, Aegypten und Babylon. Wir koennen also davon ausgehen, dass Babylon die Grosse Jerusalem – und nicht Rom! – ist. Sogar protestantische Bibelkommentare nehmen inzwischen diesen Standpunkt ein.

Andererseits aber haben fruehe Kirchenvaeter Rom als „Babylon“ beschrieben – allerdings sprachen sie da vom heidnischen (!) Rom, das die Christen hinrichtete.

Hunt schreibt weiterhin, dass die Frau eine „Hure“ genannt wird (Vers 1), mit der „die Koenige der Erde Unzucht getrieben“ haben. So etwas koenne man nur von zwei Staedten behaupten: Jerusalem und Rom.

Hunt gibt auch zu, dass die Profeten Jerusalem oft als spirituelle Hure bezeichnet haben. Die Hure koennte also durchaus auch Jerusalem sein. Das alte, heidnische Rom wuerde dem auch entsprechen. Indem es den Kaiser anbetete, trieb es geistige Unzucht mit den „Koenigen der Erde“ (also den Nationen, die es erobert hat).

Irgendwie muss Hunt aber auf die Vatikanstadt als Hure kommen und so versteht er die Unzucht als „unheilige Allianzen“ zwischen der Vatikanstadt und anderen Nationen. Das Problem hierbei: er gibt keinerlei Gruende an, warum denn die diplomatischen Beziehungen des Vatikan mit anderen Nationen „unheilig“ seien.

Ebenso verwechselt er laufend die Vatikanstadt mit der Stadt Rom. Auch uebersieht er die Tatsache, dass das heidnische Rom „unheilige Allianzen“ mit den Koenigreichen hatte, ueber die es herrschte – und zwar deshalb, weil diese Allianzen sich auf das Heidentum und den Kult um den Kaiser stuetzten.

Weiterhin schreibt Hunt, die Hure „war in Purpur und Scharlach gekleidet“ (Vers 4), den Farben des katholischen Klerus. Als „Beleg“ hierfuer zitiert er die Katholische Enzyklopaedie und will damit beweisen, dass Bischoefe ja bestimmte pupurfarbene Kleidungsstuecke tragen und Kardinaele manche rote Sachen anhaben.

Er laesst dabei aber voellig die symbolische Bedeutung dieser Farben ausser Acht: Purpur fuer das Koenigtum und rot fuer das Blut der christlichen Maertyrer. Stattdessen interpretiert er auf einmal alles woertlich. Wo er vorher noch sehr gut verstanden hat, dass die Frau eine Stadt symbolisierte und das Unzucht nichts mit Sex zu tun hatte, sieht er jetzt in den Farben einiger Kleidungsstuecke von Bischoefen und Kardinaelen eine woertliche Erfuellung.

Es scheint ihn dabei wenig zu kuemmern, dass Purpur und Rot keineswegs die vorherrschenden Farben des katholischen Klerus sind. So tragen zum Beispiel alle Priester weiss – selbst Bischoefe, Kardinaele und der Papst, wenn sie die Messe halten.

Das Purpur und Scharlach der Hure werden dem reinem Weiss des Neuen Jerusalem, der Braut Christi, gegenueber gestellt (Offb 19, 8). Das stellt Hunt aber vor einige Probleme: die vorherrschende Farbe des katholischen Klerus ist weiss. Nimmt man die Farbe woertlich, wuerde das also mit dem Neuen Jerusalem gleichzusetzen sein. Die Kleidung der Braut erhaelt weiterhin eine symbolische Bedeutung („die gerechten Taten der Heiligen“ Offb 19, 8), was beinhaltet, dass auch die Kleidung der Hure eine symbolische Bedeutung bekommen sollte. Schliesslich wird die Braut in Offb 3, 12, 21, 2, 10 als NEUES Jerusalem gesehen – was gleichzeitig aber auch heisst, dass die Hure das ALTE Jerusalem ist – ein Gegensatz, der auch anderswo in der Bibel zu finden ist (vgl. Gal 4, 25-26).
Hunt missachtet auch voellig, dass Purpur und Rot im katholischen Symbolismus eine liturgische Bedeutung. Purpur steht fuer die Busse und Rot fuer das Blut Christi und der Maertyrer.

Purpur und Rot waren also liturgische Farben der wahren Religion seid dem alten Israel.

So waren Karmesin und Ysop auch Bestandteil liturgischer Zeremonien (Lev 14, 4.6; 6; 49-52; Num 19, 6) und Gott selbst ordnete an, dass die Kleidung von Priestern aus Purpur und Karmesin sein sollten (Ex 28, 4-8; 15; 33; 39, 1-8; 24; 29).

Hunt behauptet weiterhin, dass der unglaubliche Reichtum der Hure die Aufmerksamkeit von Johannes errungen hat (vgl. Offb 17, 4). Der Vatikan heute ist aber keineswegs so reich und wohlhabend, wie mancher gerne glauben moechte. Ganz im Gegenteil: in den letzten Jahren gab es eigentlich immer ein Defizit im Budget und der jaehrliche Haushalt entspricht in etwa dem der Erzdioezese von Chicago. Reichtum war eher charakteristisch fuer das heidnische Rom oder fuer Jerusalem zu Zeiten der Apostel.

Schliesslich behauptet Hunt, die Hure haette einen goldenen Becher [einen Kelch] in der Hand, „der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefuellt war.“ (Offb 17, 4 – Einheitsuebersetzung). Und die Katholische Kirche sei ja wohl bekannt fuer tausende von goldenen Kelchen um den Globus. Um dies zu verdeutlichen, hat er eben dieses Wort „Kelch“ in Klammern eingefuegt (siehe oben), obwohl im Griechischen hier nur „Becher“ steht. 33 Mal erscheint dieses Wort im Neuen Testament und wird immer nur mit „Becher“ uebersetzt.

Hunt scheint es nicht zu interessieren, dass der Kelch in der Katholischen Kirche in der Feier der Eucharistie verwendet wird, ein Ritual, das von Jesus selbst angeordnet wurde (Lk 22, 19-20; 1 Kor 11, 24-25). Auch ist die Mehrzahl der verwendeten Kelche nicht aus Gold, sondern aus anderen Materialien (Kupfer, Silber, Glas, sogar Tonware). Ebenso waren goldene liturgische Gefaesse und Gegenstaende Bestandteil der wahren Religion seit dem alten Israel. Auch dies ein Gebot Gottes (Ex 25, 38-40; 37, 23-24; Num 31, 50-51; 2 Chr 24, 14). Ausserdem interpretiert er hier woertlich – dementsprechend ist der Becher der Hure nicht ein einzelnes Symbol, das sich auf die Stadt Rom bezieht, sondern eine Ansammlung von woertlichen verstandenen Bechern, die in einer grossen Anzahl von Staedten in der ganzen Welt verwendet wird. In der Offenbarung aber lesen wir, dass es der Becher von Gottes Zorn ist, der der Hure gegeben wird (Offb 14, 10; vgl. Offb 18, 6). Und das hat absolut gar nichts mit Eucharistischen Kelchen zu tun.

(Quelle: www.catholic.com)

Ein Freund von mir hat gesagt, dass seine Kirche die Bibel wörtlich nimmt, die Katholische Kirche aber nicht - ist das wahr?

Daran ist absolut gar nichts wahr. Katholiken interpretieren die Bibel in einem „wörtlichen“ Sinn, während viele Fundamentalisten, Evangelikale und andere die Bibel in einem anderen Sinn interpretieren.

Die „wörtliche“ Bedeutung eines biblischen Verses ist die Bedeutung, die der Autor dieses Verses vermitteln wollte. Die Interpretation, wie sie jedoch bei einigen Protestanten üblich ist, ist folgende: „Das, was dieser Vers sagt, ist das, was er bedeutet“.

Ein Beispiel, das mir einmal ein Karmelitenpater erzählt hat: Stell dir vor, du verwendest den Ausdruck „das Auto ist im Eimer“. Heute würde jeder Mensch verstehen, was damit gemeint ist: das Auto ist kaputt. Wenn jedoch in 2.000 Jahren jemand dies liest und diesen Ausdruck nicht kennt, kann er versucht sein, ihn nicht so zu verstehen, wie ihn der Autor gemeint hat, sondern ihn wörtlich zu nehmen und alle anderen, die nicht der Meinung sind, dass das Auto in einem Plastikeimer steckt, mit den besten Absichten, aber doch grundfalsch als „unbiblisch“ bezeichnen.

(Quelle: u.a. Dr. John Martignoni www.biblechristiansociety.com)

Money, Money, Money...

Die Kirche ist doch sowieso so reich! Man braucht sich ja nur mal die Kunstschaetze in den Kirchen anzusehen! Und der ganze sonstige Besitz, den die Kirche hat! Warum gibt man das nicht den Armen? Die Kirche hat sich doch laengst von der Botschaft des Evangeliums verabschiedet!

Fangen wir mit den Kirchen, also den Gebaeuden an. Frueher sollte eine Kirche das hoechste Gebaeude im Ort sein und der Kirchturm gen Himmel zeigen. Unter grossen Opfern wurden wunderschoene Bauwerke mit einer praechtigen Ausstattung geschaffen. Nicht, um die Kirchenoberen reich zu machen, sondern um dem Haus Gottes die Ehre und den Respekt zu zollen, dem es zukommt! Nichts sollte zu schoen fuer Gott sein! Heute mussten leider schon etliche Kirchengebaeude aufgegeben bzw. verkauft oder vermietet werden, weil die Kirche sich die aufwaendige Renovierung sowie den Unterhalt nicht mehr leisten kann. Es entstehen durch diese wunderbaren Kunstwerke also auch sehr viele Unkosten! Mit einer einfachen „Milchmaedchenrechnung“ verschafft man sich also vielleicht am Stammtisch Eindruck – mit der Wirklichkeit hat dies aber wenig zu tun.

Wenn man sich andererseits ansieht, wie die Kirche die Kirchensteuereinnahmen und Spendengelder verwendet – und das kann jeder nachvollziehen, da die Daten jaehrlich veroeffentlicht werden! -, kann man schwerlich behaupten, die Kirche haette sich vom Evangelium verabschiedet. Was waere denn, wenn wir die Kirchensteuer auf einen Schlag abschaffen wuerden, der Kirche kein Geld mehr spenden und die Kirche „ihren Laden zumacht“? Abgesehen davon, dass dies nie geschehen wird und auch abgesehen von spirituellen Konsequenzen solcher Szenarien wuerde damit auf einen Schlag das gesamt soziale und wirtschaftliche Leben in Deutschland zusammenbrechen! Vergessen wir z.B. nicht, dass z.B. der Caritasverband der groesste private Arbeitgeber in Deutschland ist und dass kirchliche Organisationen und Verbaende viele Taetigkeiten umsonst uebernehmen, die ansonsten der Staat fuer viel Geld organisieren muesste!

Sowohl die caritativen Aktivitaeten der Kirche wie die Verkuendigung des Glaubens und die Sakramentenpastoral kosten viel Geld – selbst wenn sich dankendwerterweise viele Ehrenamtliche engagieren. Und gerade von den kirchlichen Sozialberatungen, den Behinderten- und Altenheimen, den Schuldnerberatungsstellen, Sozialpsychiatrischen Diensten, Krankenhaeusern, Erziehungsberatungsstellen, Kleiderkammern, Essensausgaben, Fluechtlingsberatungsstellen, internationalen Katastrophenhilfen usw. profitiert der Staat – und jeder einzelne von uns! – enorm. Ganz zu schweigen vom internationalen Engagement der Kirche ueberall dort, wo Menschen Not leiden! Wie viele Ordensmenschen beispielsweise haben ihr Leben gelassen, um selbstlos den christlichen Glauben in Wort und Tat zu verkuenden – und da wollen wir wegen ein paar Euro Kirchensteuer jammern?
Die Kirche tut also viel Wichtiges und Sinnvolles, wofuer einfach Geld notwendig ist. Auch muessen kirchliche Gebaeude instand gehalten werden, Ruecklagen gebildet werden, um wirtschaftlich abgesichert zu sein und ebenso muessen die Gehaelter der vielen kirchlichen Mitarbeiter gezahlt werden.

Alles schoen und gut, mag mancher sagen, aber sieh’ dir doch nur mal den ganzen Reichtum im Vatikan an!

Mal ganz abgesehen davon, dass der Haushalt des Vatikan weitaus geringer ist als weithin angenommen, gilt auch hier: im Vatikan ist der Sitz dessen, der in der Nachfolge Petri steht und die Schluessel des Himmelreiches hat. Im Laufe der Jahrhunderte haben unzaehlige Kuenstler ihr Bestes gegeben, um dem Zentrum der Christenheit ein angemessenes Aeusseres zu verleihen und ihre Ehrerbietung Gott gegenueber zum Ausdruck zu bringen. Nichts sollte zu schoen fuer den Herrgott sein!
Auch heute stoesst es manchem sauer auf, wenn er den ganzen Aufwand bei Papstmessen sieht. Verglichen mit so manchem politischen Oberhaupt haelt sich das aber noch in Grenzen. Auch hier gilt: wir haben es hier mit dem Oberhaupt der Christenheit und dem Stellvertreter Christi auf Erden zu tun – sollte uns hier nicht ein wenig Aufwand angebracht erscheinen?

Und dann noch ein eigener Staat! Hier scheint manchem der Gipfel erreicht.

All dies zeugt von einer tiefgruendigen Ablehnung der Katholischen Kirche, die sich irgendwelcher Aeusserlichkeiten bedient, um einen Vorwand fuer die eigene Grundeinstellung zu liefern. Man kann nun versuchen, jedes einzelnen Argument zu widerlegen bzw. die Hintergruende all dessen zu erlaeutern, was hier angegriffen wird, oder man versucht das Ganze abzukuerzen und zu ergruenden, warum hier eine derartige Ablehnung vorherrscht.

Bleiben wir aber sachlich: Ueberlegen wir doch einmal, welche besseren Alternativen es gaebe, eine weltumspannende Kirche mit dem Ausmass der Katholischen Kirche (ca. eine Milliarde Katholiken!) zu verwalten und regieren. Hier wird man wohl zugeben muessen, dass sogar aus weltlicher Sicht die Organisationsform der Kirche angebracht und angemessen scheint. Ganz im Gegenteil: weltliche Organisationen haetten hier wohl eine weitaus groessere und umfangreichere Verwaltung sowie einen hoeheren Kapitalbedarf und eine repraesentativere Ausstattung.

Die roemische Kurie und der Vatikan beschaeftigen ca. 2.500 Personen – einschliesslich des Papstes und aller Mitarbeiter. Zum Vergleich nochmals: die Katholische Kirche zaehlt etwa eine Milliarde Glaeubige!

Wer nun aber gegen den „Prunk“ des Petersdoms und anderer Gebaeude des Vatikan wettert, muss sich schon fragen, warum dann in der eigenen Heimatstadt historische Gebaeude erhalten und nicht einfach nur abgerissen und durch billige Plattenbauten ersetzt werden. Es gehoert zum menschlichen Wesen, der eigenen Geschichte den noetigen Respekt zu zollen und das, was unsere Eltern und Grosseltern erbaut haben, nicht einfach abzureissen.
 
Und wer hier dauernd meckert, dass man doch mit dem „Gold des Vatikan“ alle Armen der Welt versorgen und ernaehren koenne, sollte einmal in sich gehen und die eigenen materiellen Verhaeltnisse betrachten und darueber nachdenken, was er wirklich zum Leben braucht und warum er den Rest nicht regelmaessig den Armen spendet.

Ganz abgesehen davon der realistische Aspekt: es mag gut klingen, den Petersdom mit allen angrenzenden Gebaeuden und Kunstschaetzen zu verkaufen und damit die Armen zu ernaehren, aber ganz praktisch betrachtet wird sich dafuer kaum ein Kaeufer finden, da die Gebaeude des Vatikan mehr Geld kosten als sie abwerfen. Man lindert die Not der Armen auch nicht dauerhaft, wenn man die „Kunstschaetze des Vatikan“ verkauft, sondern in dem man wirtschaftliche, politische und letztlich auch moralisch-spirituelle Verhaeltnisse aendert.

Warum aber derart pompoese Messen feiern, wenn der Papst unterwegs ist und warum derart praechtig gestaltete Kirchen unterhalten?

Nochmals: wir reden hier vom Vertreter Jesu auf Erden bzw. von der Anbetung Gottes! Ebenso waere es ein Unding, alles zu verscherbeln, was Menschen in Jahrtausenden zur Ehre Gottes erbaut oder zusammengetragen haben. Die Kirche baut heute uebrigens weitaus weniger schmuckhaft – dies zur Beruhigung unserer Kritiker.

986 schickte Fuerst Wladimir von Kiew einen Gesandten in das christliche Konstantinopel. Die Berichte dieses Gesandten sprachen Baende: angesichts dessen, was sie dort in der Messe erlebten und gesehen haben, wussten sie nicht mehr, ob sie im Himmel oder auf der Erde waren. Eines aber konnten sie daraus erkennen: dass Gott hier unter den Menschen wandelte.

In einer Messe, in der wir unseren Gott anbeten, hat nichts billiges Platz. Hier sollte uns nichts zuwenig sein. Vergessen wir nicht, dass in jeder Messe Jesus selbst in der Gestalt von Brot und Wein, in der versammelten Gemeinde, im Beten und Singen, im Lesen des Wortes Gottes und in der Gestalt des Priesters gegenwaertig ist!

Wir sollten uns gut ueberlegen, ob wir mit Stammtisch-Argumenten irgendjemanden ueberzeugen oder ob wir hiermit vielleicht eher etwas zu verbergen versuchen, was viel tiefgruendiger ist und ganz andere Hintergruende hat.


(Quelle: u.a. Guido Horst, Gott Ja, Kirche Nein. Antworten auf 66x Kritik. Band II. MM Verlag, Aachen 1. Auflage 2001. ISBN 3-928272-61-6. Sehr zu empfehlen!)

Wie sollte ich antworten, wenn mich jemand fragt, ob ich gerettet bin oder wiedergeboren wurde?

Antworte laut und deutlich: „Ja!“. Sag ihnen, dass du durch die Taufe gerettet wurdest, wie die Bibel es in 1 Petr 3,20-21 sagt:

„Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet. Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.“ (1 Petr 3,20-21 – Einheitsübersetzung)

Manche Protestanten denken, sie wären durch einen einzigen Glaubensakt gerettet, an einem einzigen Zeitpunkt in ihrem Leben (meist ein kurzes Gebet). Nirgendwo in der Heiligen Schrift steht jedoch etwas Vergleichbares. Als Katholiken glauben wir vielmehr, dass die Erlösung ein Prozess ist, der mit unserer Taufe beginnt und unser ganzes Leben über andauert, genauso wie die Bibel es uns lehrt.

An vielen Stellen lehrt uns die Heilige Schrift, wie man „gerettet“ wird, aber nicht eine von ihnen sagt, wir werden durch einen einzigen Akte des Glaubens gerettet an einem einzigen Zeitpunkt. Wie bereits erwähnt, sagt uns 1 Petr 3,20, dass wir durch die Taufe errettet werden. In Heb 12,14 lesen wir folgendes:

„Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird.“ (Einheitsübersetzung)

In Mt 6,14-15 heißt es:

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Einheitsübersetzung)

Wenn dir Gott aber nicht vergeben hat, kannst du dann wirklich Erlösung erlangen? Nein! Die Tatsache also, dass wir anderen vergeben, ist wesentlich für unsere eigene Erlösung.

Lesen wir 1 Tim 2,15:

„Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.“ (Einheitsübersetzung)

Joh 6,54 sagt uns:

„Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“ (Einheitsübersetzung)

Und in Mt 19,16-17 heißt es:

„Es kam ein Man zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist „der Gute“. Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!“ (Einheitsübersetzung)

Jesus sagte also nicht: „Nimm mich in dein Herz als deinen persönlichen Herr und Erlöser an“, Er sagte vielmehr, wir müssen die Gebote halten, um das ewige Leben zu erlangen!

Ja, als Katholiken sind wir wiedergeboren. Und als Katholiken glauben wir, dass wir gerettet sind („Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?“ Roem 8,24. „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“ 1 Kor 1,18. „Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden. Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch (Gottes) Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben.“ Roem 5,9-10 – Einheitsübersetzung). Wir müssen allerdings bis zum Ende durchhalten und unsere Augen auf den Preis gerichtet halten. Erlösung ist ein Prozess, genauso wie Katholiken dies glauben und wie es die Bibel klar und deutlich lehrt.

(Quelle: Dr. John Martignoni www.biblechristiansociety.com)

Ein Freund von mir behauptet, dass die Taufe ein symbolischer Akt sei und nichts mit der Erlösung zu tun hat. Was kann ich ihm antworten?



Zeige ihm, was die Bibel sagt. Zuallererst sagt die Bibel nirgends, dass die Taufe nur ein „symbolischer Akt“ ist. Ein solcher Bibelvers existiert ganz einfach nicht. Sehen wir uns also an, was die Bibel zur Taufe sagt:

„Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Goetzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch en Herz aus Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.“ (Ez 36,25-27 – Einheitsübersetzung).

Diese Verse des Alten Testaments werfen bereits einen Schatten auf die Taufe des Neuen Testaments.

Sehen wir uns also das an, was im Neuen Testament dem eben gelesenen entspricht:

„Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 2,38 – Einheitsübersetzung)

Hier gibt es nirgendwo eine symbolische Sprache – das hier ist die Realität! Die Apostelgeschichte sagt, wir sollen uns taufen lassen zur Vergebung unserer Sünden. Ezechiel sagt, „Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Goetzen.“ Die Apostelgeschichte sagt „dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“. In Ezechiel lesen wir: „Ich lege meinen Geist in euch“. Siehst du also, wie Gott uns bereits im Alten Bund auf das vorbereiten wollte, was er uns im Neuen Bund zu geben beabsichtigte?

Apg 22,16: „Was zögerst du noch? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen und rufe seinen Namen an!“ (Einheitsübersetzung)

1 Kor 12,13: „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.“ (Einheitsübersetzung)

Welcher Leib war das? Der Leib Christi!

1 Petr 3,21: „Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott u ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.“ (Einheitsübersetzung)

Die Bibel stützt also keineswegs die nicht-katholische Auffassung, dass die Taufe symbolisch sei. Die Bibel stützt sehr klar und deutlich die katholische Lehre, dass die Taufe uns errettet, dass sie uns zu Gliedern des Leibes Christi macht, dass sie die Sünde wegwäscht und dass wir durch die Taufe den Heiligen Geist empfangen. Genauso lehrt es die Katholische Kirche!

(Quelle: Dr. John Martignoni www.biblechristiansociety.com)


kathpedia.com: Pervenuti all´ anno

Apostolischer Brief Pervenuti all´ anno unsers Heiligen Vaters Leo XIII.

an alle Ehrwürdigen Brüder, die Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe, der katholischen Welt, welche in Gnade und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhle stehen
über den Kampf gegen die Kirche und dem Herd der Antikirchlichen Machenschaften
19. März 1902

(Quelle: Die katholische Sozialdoktrin in ihrer geschichtlichen Entfaltung, Hsgr. Arthur Utz + Birgitta Gräfin von Galen, XXV 28-69, Scientia humana Institut Aachen 1976, Imprimatur Friburgi Helv., die 2. decembris 1975 Th. Perroud, V.G.)



Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramstexte, dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite [1] können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).




Ehrwürdige Brüder!
Heilsgruß und Apostolischen Segen!

Einleitung: Dank des Papstes an Gott

1 Beim Eintritt in das 25. Jahr Unseres Apostolischen Amtes staunen Wir selbst über Unsern langen Weg mitten durch schwere und unablässige Sorgen und fühlen Uns gedrängt, die Gedanken zu Gott zu erheben, der zu so vielen Wohltaten Uns auch noch ein Pontifikat schenken wollte, das in seiner Dauer kaum ein Beispiel in der Geschichte kennt. Zu ihm, dem Vater aller, in dessen Hand die Geschicke Unseres Lebens ruhen, steige daher aus tiefstem Herzen der Lobgesang des Dankes auf. Gewiss, kein menschliches Auge kann die Tiefe des göttlichen Ratschlusses, der Uns ein so unerhofft langes Leben geben wollte, durchdringen, und Wir können ihn hier nur schweigend anbeten; eines jedoch wissen Wir sehr wohl: wenn es ihm gefiel, Unser Leben so lange zu erhalten, und er es noch länger erhalten will, dann obliegt Uns eine sehr hohe Verpflichtung: zu leben für das Wohl und Wachstum seiner reinen Braut, der Kirche; Wir dürfen nicht zurückweichen vor den Sorgen und Mühen, sondern müssen ihr auch den letzten Rest Unserer Kräfte weihen.



DER KAMPF GEGEN DIE KIRCHE
Die Feinde der Kirche

2 Nach diesem schuldigen Tribut der Dankbarkeit an Unsern Vater im Himmel, dem Ruhm und Ehre sei in Ewigkeit, wenden Wir Unsern Blick zu Euch, Ehrwürdige Brüder, die Ihr vom Heiligen Geiste berufen seid, jeder zur Hirtensorge für einen Teil der Herde Jesu Christi, und darum die Kämpfe und Siege, die Freuden und Leiden des Hirtenamtes mit Uns teilt. Nein, niemals werden Wir die vielen und einzigartigen Beweise treuer Ergebenheit vergessen, die Ihr uns während Unseres Pontifikats gegeben und in liebevollem Wetteifer beim gegenwärtigen Jubiläum erneuert habt. Innigst durch die Pflicht des Amtes und durch väterliche Liebe mit Euch verbunden, haben Wir diese Kundgebungen Eurer Treue mit freudigem Herzen begrüßt, weniger weil sie Unserer Person gelten, als vielmehr ob der hohen Bedeutung, die sie gewinnen als Beweise der Anhänglichkeit an den Apostolischen Stuhl, der das Zentrum und der Angelpunkt aller übrigen Bischofssitze der katholischen Welt ist. Wenn es jemals nötig war, dass alle hierarchischen Grade der Kirche, durch wechselseitige Liebe verbunden, in völliger Gleichheit der Gesinnung und des Strebens wetteiferten, so gilt das gewiss für heute. Denn wer wüsste nichts von jener umfassenden Einigkeit unter den feindlichen Mächten, die jetzt darauf ausgehen, das große Werk Jesu Christi zu zerstören? Mit grenzenloser Hartnäckigkeit arbeiten sie daran, auf dem intellektuellen Gebiet den Schatz der himmlischen Lehren zu vernichten und in der gesellschaftlichen Ordnung die heiligen und segensreichen Einrichtungen des Christentums niederzureißen. Doch Ihr selbst stellt all dies täglich mit eigenen Augen fest; mehr als einmal habt Ihr Uns Eure Sorgen und Ängste anvertraut und Klage geführt über das ganze dunkle Chaos von Vorurteilen, falschen Systemen und Irrtümern, die straflos unter den Massen verbreitet werden dürfen. Jeder Tag bringt neue Fallstricke für die Gläubigen, neue Hemmnisse für das segensreiche Wirken der Kirche, um es womöglich ganz lahm zu legen. Zum Schaden fügt man noch den Spott hinzu: man wälzt auf die Kirche selber die Schuld zurück und sagt, sie sei außerstande, die alte Kraft wiederzugewinnen und den stürmischen Drang der Leidenschaften zu zügeln, der alles mit Vernichtung bedroht.

3 Wohl möchten Wir, Ehrwürdige Brüder, lieber über einen angenehmeren Gegenstand zu Euch reden, der besser zu dem frohen Anlass stimmte, der Uns zum Sprechen drängt. Aber es dulden das weder die schweren Bedrängnisse der Kirche, die dringend Erleichterung fordern, noch die Verhältnisse unserer heutigen Gesellschaft, deren Lage sich durch das Aufgeben der großen Traditionen des Christentums sowohl in sittlicher als auch in materieller Rücksicht immer noch mehr verschlechtert; es ist ja ein Gesetz der Vorsehung - und die Geschichte bestätigt es -, dass man die großen Prinzipien der Religion nicht über Bord werfen kann, ohne die Grundlagen der bürgerlichen Wohlfahrt zu erschüttern. Unter diesen Umständen ist es wohl angebracht, den Kampf, der zum größten Schaden der Kirche entbrannt ist, in seiner Entstehung zu betrachten, seine Ursachen, seine verschiedenen Formen, seine unheilvollen Folgen darzulegen und auf die Heilmittel dagegen hinzuweisen, um rechtzeitig die Herzen mit Mut und Zuversicht zu erfüllen. Obwohl es schon oft gesagt wurde, wollen Wir es gleichwohl wiederholen, und weithin erschalle Unser Wort und dringe nicht nur zu den gläubigen Kindern der katholischen Einheit, sondern ebenso zu den Getrennten und auch zu den Unglücklichen, die nicht glauben, da wir ja alle Kinder desselben Vaters sind und bestimmt für dasselbe höchste Ziel; und Unsere Worte seien gleichsam das Vermächtnis, das Wir, nur wenige Schritte von den Pforten der Ewigkeit entfernt, mit den aufrichtigsten Wünschen für das Wohl der ganzen Welt den Völkern hinterlassen wollen.
Die Kirche seit dem Anfang Gegenstand gottloser Angriffe

4 Die heilige Kirche Christi hatte zu jeder Zeit Kämpfe und Verfolgungen für Wahrheit und Recht zu bestehen. Von ihm gestiftet, um in der Welt das Reich Gottes zu verbreiten und durch das Licht des evangelischen Gesetzes die gefallene Menschheit zu einer übernatürlichen Bestimmung zu führen, zum Besitz unvergänglicher, von Gott verheißener Güter, die über unsere Kräfte hinausliegen, stieß sie unvermeidlicherweise mit den Leidenschaften zusammen, die in dem zerrütteten und verderbten Heidentum einen fruchtbaren Boden fanden, mit dem Stolz, der Habsucht, dem zügellosen Streben nach Genuss und mit den Lastern und Unordnungen, die aus ihnen entspringen und die in der Kirche stets einen mächtigen Damm finden werden. Die Tatsache dieser Verfolgungen darf uns nicht wundernehmen, da der göttliche Meister sie uns zur Kenntnisnahme voraussagte und da wir wissen, dass sie so lange dauern werden, wie die Welt stehen wird. Denn was sagte er zu seinen Jüngern, als er sie aussandte, den Schatz seiner Lehren zu allen Völkern zu tragen? "Man wird euch verfolgen von Stadt zu Stadt, man wird euch hassen und gering schätzen um meines Namens willen, man wird euch vor den Richter führen und zu den schwersten Qualen verurteilen." - Und um uns für die Prüfungen zu stärken, wies er auf sein eigenes Beispiel hin: "Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat –Si mundus vos odit, scitote quia me priorem vobis odio habuit" (Joh 15, 18). Das sind die Freuden, das der Lohn, der uns hienieden versprochen ist.

5 Eine gerechte und vernünftige Beurteilung der Dinge muss einen so tödlichen Hass gänzlich unbegründet finden. Wem bot denn der göttliche Erlöser je Anlass zur Klage? Worin hat er sich je vergangen? Dem Drang einer unendlichen Liebe folgend, stieg er zu den Menschen hernieder. Eine Lehre brachte er ihnen, rein und voll erhebenden Trostes, eine Lehre, stark und kräftig genug, aus der Menschheit einen Bund friedlich liebender Brüder zu bilden; er trug kein Verlangen nach irdischer Ehre und Herrlichkeit, nie hat er fremdes Recht verletzt; im Gegenteil, er war erfüllt von Liebe zu den Kranken und Schwachen, zu den Armen und Unterdrückten und zu den Sündern; und so war sein ganzer Lebensweg gleichsam übersät mit Wohltaten, die er mit freigebiger Hand den Menschen spendete. Man muss darum sagen, dass nur das Übermaß. menschlicher Bosheit, die um so beklagenswerter ist, je ungerechter sie sich auswirkt, die Schuld daran trägt, dass er trotz alledem der Weissagung Simeons gemäß in Wahrheit zum Zeichen des Widerspruches geworden ist: "signum cui contradicetur,, (Lk 2,34).

6 Was Wunder also, wenn die Katholische Kirche das gleiche Los mit ihm teilt? Ihre Aufgabe ist es ja, seine göttliche Sendung fortzusetzen und den Schatz seiner Lehre unversehrt zu bewahren. Die Welt bleibt immer dieselbe. Neben den Kindern Gottes befinden sich stets die Knechte des großen Erbfeindes des Menschengeschlechts, der gleich zu Anfang dem Allerhöchsten den Dienst aufkündigte; das Evangelium bezeichnet ihn als den Fürsten dieser Welt; darum erfasst die Welt gegenüber dem Gesetz und seinem Verkündiger, der im Namen Gottes zu ihr kommt, ein wilder Trotz, der Geist einer Unabhängigkeit, auf die sie kein Recht hat. Ja, wie oft schloss sich nicht in stürmischeren Tagen der Feind zusammen und begann mit unerhörter Grausamkeit, mit empörender Ungerechtigkeit zum Unheil der gesamten menschlichen Gesellschaft den törichten Kampf gegen Gottes Werk! Und wenn eine Form der Verfolgung nicht zum Ziele verhalf, versuchte er es mit einer andern. Das römische Reich griff zur rohen Gewalt und missbrauchte sie drei Jahrhunderte lang, so dass schließlich all seine Provinzen im Schmuck der Märtyrer strahlten und hier im heiligen Rom jeder Fußbreit Erde ihr Blut trank. Als Helfershelferin gesellte sich bald versteckt, bald offen die Irrlehre hinzu; durch Trugschlüsse und durch geheime Ränke suchte sie wenigstens die Eintracht und Einheit in der Kirche zu vernichten. Gleich darauf brachen wie ein verheerendes Unwetter von Norden die Horden der Barbaren, von Süden die Scharen des Islam herein, die nichts hinter sich zurückließen als Trümmer und Wüsteneien. So hatte sich der traurige Hass gegen die Braut Christi von einem Jahrhundert auf das andere vererbt, als das Kaisertum in die Geschichte eintrat. Argwöhnisch und gewalttätig, eifersüchtig auf fremde Größe, mochte auch die eigene noch so viel durch sie gewinnen, richtete es einen Angriff nach dem andern gegen die Kirche, suchte es ihre Freiheit zu knebeln, ihre Rechte sich selber anzumaßen. Das Herz blutet, wenn es die Kirche dadurch so oft in Bedrängnis und unsäglichen Leiden sieht. Und dennoch triumphierte sie über alle Hindernisse, über allen Druck roher Gewalt. Weiter und weiter spannte sie ihr friedliches Gezeit; sie wahrte das glorreiche Erbteil der Künste und Wissenschaften, der Geschichte und Literatur. Tief senkte sie in das Innerste der menschlichen Gesellschaft den Geist des Evangeliums und schuf so eben jene Kultur, welche die christlich genannt wird. Sie brachte den Völkern, die sich ihrem wohltätigen Einfluss unterwarfen, gerechte Gesetze und milde Sitten, sicherte den Schwachen Schutz, den Armen und Unglücklichen mitleidige Liebe, lehrte Würde und Recht eines jeden achten und verschaffte dadurch, soweit es in den Stürmen des Menschenlebens möglich ist, der bürgerlichen Gesellschaft jenen Frieden, der erblüht, wenn Freiheit und Recht im besten Einklang stehen.


Der Kampf gegen die Kirche in der Reformationszeit und zur Zeit der Aufklärung

7 Allein trotz dieser offenkundigen Beweise für ihre innere Güte, die im Lauf der Jahrhunderte so klar und eindeutig hervorleuchten, sehen wir auch in späterer Zeit, nicht weniger als im Altertum und im Mittelalter, die Kirche in Kämpfe verwickelt, die in gewisser Hinsicht sogar noch härter und schmerzlicher sind. Infolge einer Reihe allbekannter geschichtlicher Tatsachen erhob die sogenannte Reformation des 16. Jahrhunderts das Banner der Empörung und suchte durch ihren wilden Kampf gegen das Papsttum die Kirche ins Herz zu treffen. Das Band des einen Glaubens und einer einzigen obersten Gewalt hatte bis dahin die Völker sorglich und sicher unter einem einzigen staatlichen Gezeit geeint; die Einmütigkeit im Denken und Wollen hatte oft ihre Kraft verdoppelt, ihr Ansehen und den Ruhm ihres Namens gehoben. Dies Band der alten Einheit wurde gesprengt, und es entstand die traurige und unheilvolle Spaltung der Christenheit. Wir wollen damit nicht sagen, dass man von Anfang an beabsichtigte, den Einfluss der übernatürlichen Wahrheiten ganz aus der Welt zu schaffen. Aber weil man einerseits die Vorrechte des Apostolischen Stuhles verwarf, auf welchem die Einheit beruht, und andererseits den Grundsatz der freien Forschung aufstellte, wurde das von Gott errichtete Gebäude in seinen Grundfesten erschüttert und ungezählten Neuerungen, Zweifeln und Widersprüchen, sogar auf den wichtigsten Gebieten, wurden Tür und Tor geöffnet, so dass die Neuerer selbst ihre Erwartungen noch übertroffen sahen.

8 Auf dem so erschlossenen Weg erschien nun die falsche Philosophie des 18. Jahrhunderts mit ihrem Hochmut und ihrer Spottsucht. Und sie ging noch weiter. Sie verhöhnte die Heilige Schrift und verwarf kurzweg jede göttlich geboffenbarte Wahrheit. Ihr Endziel war es, den Glauben, ja jeden Hauch christlichen Geistes im Herzen der Völker zu ersticken. Dieser Quelle entsprangen die Systeme des Rationalismus und Pantheismus, des Naturalismus und Materialismus mit ihrer verderblichen, zersetzenden Wirkung, übrigens alte in neuem Gewand wiedereingeführte Irrtümer, die von den Vätern und Apologeten der ersten christlichen Zeiten längst siegreich wiederlegt worden waren. Aber die Neuzeit lässt sich durch Ihren Stolz irreleiten, da sie über Gebühr der eigenen Einsicht vertraut, und verkennt, in die Irrtümer des Heidentums zurückfallend, sogar die Vorzüge der menschlichen Seele und ihre ewige Bestimmung.

9 Der Kampf gegen die Kirche nahm so eine noch bedenklichere Form an als in der voraufgegangenen Zeit, sowohl wegen der Heftigkeit als auch wegen der allgemeinen Verbreitung der Angriffe. Denn der Unglaube unserer Tage begnügt sich nicht damit, nur die eine oder andere Glaubenswahrheit zu bezweifeln oder zu leugnen, errichtet vielmehr seine Angriffe gegen die von der Offenbarung geheiligten und von einer gesunden Philosophie gestützten Prinzipien in ihrem ganzen Umfang, jene heiligen und grundlegenden Prinzipien, die den Menschen über das höchste Ziel seines Daseins aufklären, die ihn zur Pflichterfüllung anhalten, die ihm Mut und Ergebung einflößen und dadurch, dass sie ihm volle Gerechtigkeit und vollkommenes Glück jenseits des Grabes versprechen, ihn lehren, die Zeit der Ewigkeit, die Erde dem Himmel unterzuordnen. Und was setzt man an die Stelle dieser Lehre, dieser unvergleichlichen Kraft des Glaubens? Einen erschreckenden Skeptizismus, der die Herzen mit eisiger Kälte erfüllt und jede edle Regung des Gewissens unterdrückt.
Die Auswirkungen der Gottlosigkeit auf sozialem und politischem Gebiet
Der Materialismus als dominierende Haltung

10 Und solche unheilvolle Lehren blieben nicht bloße Lehren; wie Ihr, Ehrwürdige Brüder, seht, drangen sie leider in das öffentliche Leben und in die staatlichen Einrichtungen ein. Große und mächtige Staaten setzen sie fortwährend in das praktische Leben um, in der Meinung, auf diese Weise den allgemeinen Kulturfortschritt zu fördern, und gleich als ob die Träger der öffentlichen Gewalt nicht alle gesunden Grundsätze des sittlichen Lebens annehmen und in sich selbst widerspiegeln müssten, glauben sie sich vielmehr frei von der Pflicht, Gott öffentlich zu verehren; und nur zu oft kommt es vor, dass sie sich einer vollständigen Indifferenz gegen jede Religion rühmen und gerade die allein von Gott eingesetzte Religion mit allen Mitteln bekämpfen.

11 Dieses System eines praktischen Atheismus musste notwendigerweise eine tiefgehende Zerrüttung der sittlichen Ordnung hervorrufen, da ja die Religion das Hauptfundament jeder Gerechtigkeit und Sittlichkeit ist, was schon die großen Weisen des heidnischen Altertums erkannten. Denn wenn einmal die Bande gelöst sind, die den Menschen mit Gott, dem obersten Gesetzgeber und Richter aller Menschen, verbinden, so gibt es nur mehr eine scheinbare, rein diesseitige oder, wie man sagt, unabhängige Moral, die dadurch, dass sie von dem ewigen Gesetze und den göttlichen Geboten absieht, ganz unausbleiblich auf der abschüssigen Bahn zur letzten, unheilvollen Folgerung führt, nach welcher der Mensch sein eigener Gesetzgeber ist. Der Mensch, unfähig, sich auf den Flügeln der christlichen Hoffnung zu übernatürlichen Gütern emporzuschwingen, wird das ganze Maß der Freuden und Bequemlichkeiten des Lebens genießen; es wächst der Durst nach Vergnügungen, die Sucht nach Reichtum, die gierige Hast nach maßlosem Gewinn ohne Rücksicht auf Recht und Billigkeit, es entbrennt der Ehrgeiz und verlangt mit Ungestüm Befriedigung, wenn auch gegen alle Gesetze, und schließlich wird die Verachtung der Gesetze und der öffentlichen Autorität und eine allgemeine Sittenlosigkeit einreißen, die den Niedergang der Kultur nach sich zieht.


Die Zerstörung der Ehe- und Familienmoral

12 Übertreiben Wir vielleicht die traurigen Folgen der beklagenswerten Zerrüttung? Die Wirklichkeit, die wir mit Händen greifen können, bestätigt nur zu sehr unsere Folgerungen, und es ist klar, dass, wenn man nicht rechtzeitig Abhilfe schafft, die Grundfesten des gesellschaftlichen Lebens wanken und die höchsten Prinzipien des Rechtes und die ewigen Gesetze der Moral aus den Angeln gehoben werden. Darunter haben, angefangen mit der Familie, alle Teile des sozialen Körpers schwer zu leiden. Der laizistische Staat streckte ja ohne Rücksicht auf die ihm gezogenen Grenzen oder auf den wesentlichen Zweck seiner Machtbefugnisse seine Hand aus, um dem ehelichen Bund mit dem religiösen Charakter seine Heiligkeit zu nehmen; er erlaubte sich alle möglichen Eingriffe in das natürliche Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder, und mancherorts zerriss er das unauflösliche Band der ehelichen Gemeinschaft durch die gesetzliche Sanktionierung der unseligen Ehescheidung. Jeder kann die Folgen sehen; in ganz unglaublicher Weise mehren sich die Ehen, die einzig und allein aus niedrigen Leidenschaften eingegangen und darum auch in kurzer Zeit wieder gelöst werden oder doch unnennbare Trauer im Gefolge haben oder ärgerniserregende Untreue, gar nicht zu sprechen von den unschuldigen Kindern, die vernachlässigt oder durch das schlechte Beispiel der Eltern oder durch das von einem offiziell laizistischen Staat ihnen verabreichte Gift verdorben werden.


Die falsche Konzeption der Volkssouveränität

13 Und mit der Familie zerfällt auch die soziale und politische Ordnung; der Grund dafür liegt vor allem in den neuen Ideen, die den rechten Begriff der Herrschergewalt durch falsche Erklärung ihres Ursprungs verkehren. Denn wenn man annimmt, dass die Regierungsgewalt ihrem Wesen nach im Volkswillen und nicht in Gott, dem letzten und ewigen Grund aller Gewalt, ihren Ursprung hat, dann verliert sie vor den Untertanen ihren erhabensten Charakter und artet aus in ein künstliches Regiment, das sich auf ein so wankendes und unzuverlässiges Fundament stützt, wie es der menschliche Wille ist. Sieht man nicht bereits die Folgen in den Staatsgesetzen? Nur zu oft stellen sie nicht die "geschriebene Vernunft", sondern einzig und allein die numerische Macht und das Übergewicht des Willens einer politischen Partei dar. Ebendeshalb schmeichelt man den ungebundenen Begierden der Massen, lässt den Volksleidenschaften die Zügel schießen, selbst wenn sie die friedliche Bürgerarbeit stören, außer im äußersten Fall, wo man zu gewaltsamen und blutigen Unterdrückungen seine Zuflucht nimmt.


Unordnung in den internationalen Beziehungen

14 Ebenso gewann mit der Zurückweisung des Christentums, das ja die Kraft in sich trägt, die Völker zu verbrüdern und gleichsam zu einer großen Familie zusammenzuschließen, nach und nach im Völkerleben ein System von Egoismus und Eifersucht die Oberhand, aufgrund dessen die Nationen einander, wenn auch nicht ausgesprochen missgünstig, so doch mit den argwöhnischen Augen von Rivalen betrachten. Daher sind sie auch leicht versucht, den hohen Begriff der Sittlichkeit und Gerechtigkeit und den Schutz der Schwachen und Unterdrückten bei ihren Unternehmungen außer Acht zu lassen; im Verlangen, den nationalen Reichtum ins Ungemessene zu steigern, kennen sie nur Opportunitäts- und Nützlichkeitsrücksichten und die Politik der vollendeten Tatsachen, in der Überzeugung, von keinem zur Achtung des Rechts gemahnt zu werden. Unheilvolle Anschauungen, die die physische Gewalt zum obersten Gesetz in der Welt machen; daher die zunehmende und maßlose Vermehrung der Kriegsrüstungen oder jener bewaffnete Friede, dessen verderbliche Wirkungen in vieler Hinsicht den schlimmsten Folgen des Krieges gleichkommen.


Klassenkampf

15 Und diese beklagte sittliche Zerrüttung wurde der Same, aus dem die Unruhe im Volke, die Unzufriedenheit und der Geist der Widersetzlichkeit erwuchsen; daher so viele Aufstände und Ungesetzlichkeiten, die die Vorboten schlimmerer Stürme sind. Die elende Lage eines so großen Teiles des niederen Volkes, das sicherlich Anspruch auf Befreiung und Erleichterung hat, dient nur allzu gut den Absichten geschickter Agitatoren, vor allem aus dem sozialistischen Lager, die dem Volke törichte Versprechungen machen, um ihre finsteren Pläne durchzusetzen.
Anarchie

16 Eine Bewegung auf abschüssiger Bahn geht unaufhaltsam bis zum tiefsten Punkt, und so sehen wir auch hier, dass die Logik die Prinzipien rächte, indem sich tatsächlich eine Gesellschaft von Verbrechern mit so rohen Instinkten zusammenschloss, die von ihrem ersten Auftreten an überall das größte Entsetzen wachrief. Dank ihrer festen, internationalen Organisation vermag sie überall ungehindert die ruchlose Hand zu erheben und schrickt selbst vor der äußersten Gewalttat nicht zurück. Ihre Anhänger zerreißen jegliche Bande, die sie mit der Gesellschaft, dem Gesetz, der Religion und der Moral verbanden; sie nennen sich Anarchisten und betreiben mit allen Mitteln, die eine blinde, wilde Leidenschaft eingeben kann, den Umsturz der gesellschaftlichen Ordnung, und weil diese Ordnung Einheit und Leben von der Autorität erhält, sind ihre Anschläge vorzüglich gegen diese gerichtet. Wer erinnert sich nicht mit Schaudern und Entrüstung jener mörderischen Angriffe, denen im Verlaufe weniger Jahre Kaiser, Kaiserinnen, Könige und Präsidenten mächtiger Republiken zum Opfer gefallen sind, einzig deswegen, weil sie die höchste Autorität vertraten?


DIE VERMEINTLICHEN, FRAGWÜRDIGEN HEILMITTEL GEGEN DIE UNORDNUNG

Die ungezügelte Freiheit

17 Angesichts solcher Tatsachen und Gefahren ist es unsere Pflicht, alle, die guten Willens sind, besonders jene, die eine führende Stellung einnehmen, von neuem zu ermahnen und zu beschwören, auf geeignete Gegenmaßnahmen zu sinnen und sie mit kluger Energie ins Werk zu setzen. Dabei handelt es sich vor allem darum, sie zu erkennen und ihren Wert zu prüfen. Wir hörten schon die Segnungen der Freiheit bis zum Himmel erheben und sie als das unvergleichliche Heilmittel anpreisen, das vor allem anderen Frieden und Wohlfahrt bringen solle. Aber die Tatsachen haben ihre Unzulänglichkeit an den Tag gebracht. Wirtschaftliche Konflikte, Klassenkämpfe sind überall entbrannt, und von einem ruhigen bürgerlichen Leben gewahrt man noch nicht einmal die Anfange. Alle können bezeugen, dass die Freiheit, wie man sie heute versteht, die der Wahrheit und dem Irrtum, der guten und schlechten Sache in gleicher Weise dient, nichts erreicht, als dass alles Edle, Heilige, Hochherzige niedergetreten wird, dagegen dem Verbrechen, dem Selbstmord und der Entfesselung der niedrigsten Leidenschaften die Bahn freigegeben wird.


Die rein zivilisatorische Bildung

18 Man hat auch behauptet, die Verbesserung des Unterrichts, die die große Menge gebildet und aufgeklärt mache, würde sie in genügender Weise vor ungesunden Bestrebungen bewahren und innerhalb der Schranken der Ehrbarkeit und Rechtlichkeit halten. Wenn nur nicht die raue Wirklichkeit uns jeden Tag mit Händen greifen ließe, wohin eine Bildung führt, der eine solide religiöse und sittliche Erziehung fehlt. Der jugendliche Sinn, unerfahren und von den Leidenschaften verwirrt, lässt sich durch die falschen Grundsätze blenden, die eine zügellose Tagespresse ungescheut mit vollen Händen aussät, die Verstand und Willen verderben und jenen Geist des Hochmuts und der Unbotmäßigkeit nähren, der so oft den häuslichen und öffentlichen Frieden stört.


Der wissenschaftliche und technische Fortschritt

19 Große Hoffnungen setzte man auch in den wissenschaftlichen Fortschritt; und das letzte Jahrhundert hat hierin sicherlich Unerwartetes und Wunderbares aufzuweisen. Aber haben sie auch jene reichen Früchte gebracht, jene von so vielen ersehnte und gehoffte Erneuerung? Wohl hat die Wissenschaft in ihrem Flug dem Menschengeist neue Welten erschlossen, seine Herrschaft über die Natur erweitert, und in hundertfacher Weise hat man diese Errungenschaften im Leben verwertet. Dennoch empfinden es alle, und viele sprechen es offen aus, dass die Erfolge hinter den Erwartungen weit zurückgeblieben sind. Man kann nicht anders urteilen, wenn man die geistigen und sittlichen Zustände betrachtet, die Statistik der Verbrechen, die dumpfe Gährung in den untersten Schichten der Bevölkerung, die Herrschaft der rohen Gewalt über das Recht. Abgesehen von dem Elend des Volkes, genügt auch schon ein nur flüchtiger Blick, um die unsagbare Traurigkeit zu gewahren, die auf den Gemütern lastet, und die tiefe Leere in den Herzen. Der Mensch hat sich die Materie dienstbar gemacht, aber sie konnte ihm nicht geben, was sie selbst nicht besaß; und die großen Fragen, die seine höchsten Interessen betreffen, hat die menschliche Wissenschaft nicht gelöst; das Verlangen nach dem Wahren, dem Guten, dem Unendlichen bleibt ungestillt; die vermehrten Reichtümer und Freuden der Erde und die erhöhten Bequemlichkeiten des Lebens haben die Unruhe des Herzens keineswegs gemindert.

20 Sollen also die Errungenschaften der Kultur, der Wissenschaft, der Zivilisation, einer gemäßigten und vernünftigen Freiheit missachtet oder ignoriert werden? Ganz gewiss nicht: Wir müssen sie im Gegenteil wahren und fördern und hochhalten als ein wertvolles Kapital; denn es sind ebenso viele von Natur aus gute Mittel, die Gott selbst gewollt und auf das Wohl der Menschheitsfamilie hingeordnet hat. Sie müssen aber den Absichten des Schöpfers gemäß gebraucht und dürfen nicht von dem religiösen Element losgetrennt werden, denn in ihm ruht die Kraft, die ihnen ihren Wert verleiht und sie wahrhaft fruchtbar macht. Hier liegt das Geheimnis des Problems. Jede Schwächung und Zerrüttung eines Organismus hat ihren Grund im Aufhören des Einflusses jener Ursachen, die ihm Form und Bestand geben, und um ihm wieder frisches, gesundes Leben einzuflößen, müssen ohne Zweifel jene belebenden Kräfte in ihm wider wirksam gemacht werden. In dem sinnlosen Versuch, sich von Gott loszureißen, hat die bürgerliche Gesellschaft das übernatürliche und die göttliche Offenbarung verworfen und sich so der lebensspendenden Kraft des Christentums entzogen und damit der sichersten Garantie für die Ordnung, dem mächtigsten Band der Verbrüderung, der unversiegelten Quelle jeglicher Tugend für den Einzelnen wie für die Gesellschaft: auf diesen törichten Abfall geht die Zerrüttung des praktischen Lebens zurück. In den Schoß des Christentums also muss die in die Irre gegangene Gesellschaft zurückkehren, wenn ihr an Ruhe und Wohlfahrt etwas gelegen ist.


DAS EINZIG WIRKSAME HEILMITTEL
Heimkehr ins Christentum

21 Wie das Christentum in keine Seele Einkehr hält, ohne sie zu vervollkommnen, so tritt es auch in das öffentliche Leben eines Staates nicht ein, ohne die Ordnung neu zu kräftigen; mit der Idee einer weisen Vorsehung, eines unendlich guten und gerechten Gottes, pflanzt es das Pflichtgefühl in das Gewissen, versüßt es die Leiden, besänftigt es feindselige Gefühle, verleiht es Heldenmut. Wenn es die heidnischen Völker umzuwandeln vermochte - und eine solche Umwandlung bedeutete eine wahre Erweckung von Tode zum Leben - dergestalt, dass die Barbarei in dem Maße zurückwich, als das Christentum vordrang, so wird es in gleicher Weise auch heute nach den schrecklichen Erschütterungen durch den Unglauben die Völker und Staaten wieder in die Bahn der Ordnung zurückführen können.


Heimkehr ins Christentum bedeutet Heimkehr in die Kirche

22 Aber noch ist nicht alles gesagt. Die Rückkehr zum Christentum wird kein wahres und vollkommenes Heilmittel sein, wenn sie nicht Rückkehr und Liebe bedeutet zu der einen, heiligen, katholischen, apostolischen Kirche. Denn das Christentum ist verwirklicht und verkörpert in der katholischen Kirche, einer in höchstem Maße geistlichen und vollkommenen Gesellschaft, die der mystische Leib Christi und deren sichtbares Oberhaupt der Papst ist, der Nachfolger des Apostelfürsten. Sie setzt als die Tochter und Erbin des Erlösungswerkes die Sendung des Erlösers fort; sie verbreitete das Evangelium über die Erde und verteidigt es mit ihrem Blute, und im Vertrauen auf die ihr verheißene göttliche Hilfe und immerwährende Dauer erfüllt sie, ohne jemals mit dem Irrtum zu paktieren, den ihr gewordenen Auftrag, die Lehre Christi unverfälscht bis zum letzten der Jahrhunderte zu bewahren. Als die berufene Lehrerin der Sittenlehre des Evangeliums wird sie nicht nur zur Trösterin und Retterin der Seelen, sondern auch zu einer unversiegbaren Quelle für Gerechtigkeit und Liebe und zur Vorkämpferin und Hüterin der wahren Freiheit und der einzig möglichen Gleichheit. Indem sie die Lehre ihres göttlichen Stifters zur Anwendung bringt, hält sie bei allen Rechten und Vorrechten innerhalb der Gesellschaft in abgewogener Unparteilichkeit die rechten Grenzen aufrecht. Die Gleichheit, die sie verkündet, lässt die offenbar von der Natur geforderten sozialen Unterschiede unangetastet; um die Anarchie, die der vom Glauben emanzipierten und sich selbst überlassenen Vernunft folgt, zu verhindern, sorgt sie dafür, dass die Freiheit, die sie bringt, die Rechte der Wahrheit nicht verletze, die höher stehen als die Freiheit, ebenso nicht die Rechte der Gerechtigkeit, die höher stehen als die der Majorität und der Gewalt, und nicht die Rechte Gottes, die höher stehen als Menschenrechte.


Segensreiches Wirken der Kirche für die Gesellschaft

23 Nicht minder zahlreich sind ihre segensreichen Wirkungen im Familienleben. Denn nicht nur steht sie fest gegen alle Listen, mit denen die Zügellosigkeit der Ungläubigen dasselbe bedroht, sie begründet und behütet auch den Ehebund und seine Unauflöslichkeit, schützt und fördert in ihm Ehrbarkeit, Treue und Heiligkeit. In gleicher Weise gibt sie der bürgerlichen und staatlichen Ordnung Stütze und festen Halt; denn einerseits hebt sie wirksam die Autorität und andererseits steht sie doch vernünftigen und berechtigten Reformbestrebungen der Untertanen wohlwollend gegenüber; sie macht Ehrfurcht und Gehorsam gegen die Obrigkeit zur Pflicht und verteidigt stets und überall die unveräußerlichen Rechte des Gewissens. So wird der Gehorsam gegen die Kirche die Völker gleich weit fernhalten von der Knechtschaft und vom Despotismus.

24 Gerade im Hinblick auf diese göttliche Kraft war es seit Beginn Unseres Pontifikats Unser eifriges Bemühen, die heilbringenden Bestrebungen der Kirche in das rechte Licht zu stellen und mit dem Schatz ihrer Lehre auch ihre segensreiche Wirksamkeit möglichst weit auszubreiten. Diesem Zweck galten die hauptsächlichen Erlasse in Unserem Pontifikat, besonders die Enzykliken über die christliche Philosophie, die menschliche Freiheit, die christliche Ehe, die Freimaurerei, die öffentlichen Gewalten, die christliche Staatsordnung, den Sozialismus, die Arbeiterfrage, die Hauptpflichten der christlichen Bürger und über verwandte Gegenstände. Jedoch beabsichtigten Wir nicht nur, dem Verstande Licht und Aufklärung zu bringen, sondern Unser heißester Wunsch ging dahin, die Herzen zu bewegen und zu läutern und durch Unser Bemühen die christlichen Tugenden unter den Völkern aufblühen zu sehen. Wir hörten daher nicht auf, zu mahnen und zu raten, um den Sinn der Gläubigen auf die unvergänglichen Güter hinzulenken und sie so die Hinordnung des Materiellen auf das Geistige, des Menschen auf Gott, der irdischen Pilgerfahrt auf das ewige Leben zu lehren.. Gesegnet von dem Herrn, konnte Unser Wort dazu beitragen, viele Menschen in ihren Überzeugungen zu stärken, sie besser aufzuklären in den schwierigen Fragen der Gegenwart, ihren Eifer anzuspornen und die verschiedenartigsten Werke zu fördern, die in allen Ländern entstanden und noch entstehen, besonders zum Wohl der enterbten Klassen, indem es jene christliche Liebe wieder wachrief, die ihr bevorzugtes Wirkungsfeld inmitten des Volkes findet. Wenn die Ernte, Ehrwürdige Brüder, nicht reichlicher war, so wollen wir Gott in den Geheimnissen seiner Gerechtigkeit anbeten und ihn zugleich anflehen, sich der Blindheit so zahlloser Menschen zu erbarmen, auf welche leider die bange Klage des Apostels ihre Anwendung findet: "Deus huius saeculi excaecavit mentes infidelium, ut non fulgeat illis illuminatio evangelii gloriae Christi,,(2 Kor 4,4) - "Der Gott dieser Welt hat die Herzen der Ungläubigen verblendet, dass ihnen die Erleuchtung des Evangeliums der Herrlichkeit Christi nicht strahle."


DIE VORWÜRFE DER ATHEISTEN GEGEN DIE KIRCHE

25 In dem Maße aber, wie die Katholische Kirche ihren Eifer für das sittliche und materielle Wohl der Völker entfaltet, erheben sich leider voll Neid die Söhne der Finsternis gegen sie und lassen keine Mittel unversucht, um den Glanz ihrer göttlichen Schönheit zu verdunkeln und ihre belebende und erlösende Tätigkeit zu hemmen. Wie viele Trugschlüsse bringen sie vor, wie viele Verleumdungen! Und einer ihrer heimtückischsten Kunstgriffe ist es, die Kirche vor unerfahrenen Massen und argwöhnischen Regierungen so darzustellen, als sei sie eine Gegnerin des wissenschaftlichen Fortschritts, eine Feindin der Freiheit, als maße sie sich die Rechte des Staates an und erlaube sich Eingriffe in das Gebiet der Politik. Törichte Anklagen, tausendmal wiederholt und tausendmal widerlegt von der Vernunft, von der Geschichte und durch das übereinstimmende Zeugnis aller rechtschaffenen Menschen und aller Freunde der Wahrheit!


Die Kirche, Feindin der Wissenschaft und der Kultur?

26 Die Kirche Feindin der Wissenschaft und der Kultur? Gewiss, sie ist eine wachsame Hüterin des geoffenbarten Glaubensgutes; aber diese Wachsamkeit macht sie nur zu einer hochverdienten Gönnerin der Wissenschaft und zur Pflegerin jeder wahren Kultur. Nein, dadurch dass der Geist sich den Offenbarungen des göttlichen Wortes erschließt, das die höchste Wahrheit und der Urgrund aller Wahrheit ist, wird nie und in keiner Weise die Vernunfterkenntnis beeinträchtigt; vielmehr werden die Strahlen aus der göttlichen Welt dem menschlichen Verstand noch mehr Kraft und Klarheit geben, indem sie ihn in den wichtigeren Fragen vor quälender Unsicherheit und vor Irrtum bewahren. Neunzehn Jahrhunderte des Ruhmes übrigens, den der Katholizismus sich in allen Zweigen des Wissens erwarb, genügen vollauf, um diese unwahre Behauptung zu zerstören. Der katholischen Kirche muss man in der Tat das Verdienst zuschreiben, die christliche Weisheit, ohne welche die Welt noch heute in der Finsternis des heidnischen Aberglaubens und in niedriger Barbarei läge, verbreitet und verteidigt zu haben, die kostbaren Schätze der Literatur und der Wissenschaft des Altertums erhalten und der Nachwelt überliefert, die ersten Volksschulen eröffnet und Universitäten geschaffen zu haben, die noch in unseren Tagen in ihrem alten Ruhm bestehen, endlich, den berühmtesten Künstlern ihre Hand dargeboten und sie in ihren Schutz genommen und der Literatur die höchsten, reinsten und rühmlichsten Ideen eingegeben zu haben.


Die Kirche, Feindin der Freiheit?

27 Die Kirche, Feindin der Freiheit? Wie verdreht man doch einen Begriff, der eines der kostbarsten Geschenke Gottes in sich schließt und nun dazu dienen muss, um Missbräuche und Zügellosigkeit zu rechtfertigen! Wenn man unter Freiheit Gesetzlosigkeit versteht und ungebundene Willkür, so wird die Kirche sie gewiss verurteilen, aber auch jeder rechtlich denkende Mensch; aber wenn man unter Freiheit das vernunftgemäße Recht versteht, überall ungehindert nach den Normen des ewigen Gesetzes das Gute zu wirken, worin ja gerade die Freiheit bestehen muss, wenn sie der Menschen würdig sein und der Gesellschaft nützen soll -, so begünstigt, fördert und schirmt sie niemand mehr als die Kirche. Sie war es ja, die durch ihre Lehre und ihr Wirken die Menschheit von dem Druck der Sklaverei befreite, indem sie das große Gesetz der Gleichheit und Brüderlichkeit unter den Menschen verkündete; sie trat zu allen Zeiten als Schirmerin der Schwachen und Unterdrückten gegen die Übergriffe der Mächtigen auf; sie bezahlte die Freiheit des christlichen Gewissens mit dem teuren Preis des Märtyrerblutes; sie gab dem Kinde und der Frau die naturgemäße Würde zurück, gesellschaftliche Gleichberechtigung und Achtung; sie hat mitgeholfen, die bürgerliche und staatliche Freiheit der Völker zu schaffen und aufrecht zu erhalten.


Die Kirche, Feindin des Staates?

28 Die Kirche maßt sich die Rechte des Staates an und erlaubt sich Eingriffe in das Gebiet der Politik? Aber die Kirche weiß und lehrt, dass ihr göttlicher Stifter befahl, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott zu geben, was Gottes ist, und so die unabänderliche und ewige Scheidung der zwei Gewalten festsetzte, deren jede innerhalb ihres eigenen Gebietes vollkommen unabhängig ist; eine glückliche Scheidung, die so viel zur Entfaltung der christlichen Kultur beigetragen hat. Ihrem Geist der Liebe liegt jede feindselige Absicht fern; sie will nur dem Staate zur Seite stehen, um ihre Tätigkeit zwar demselben Objekt, dem Menschen und der Gesellschaft, zuzuwenden, aber in der Weise und mit dem hohen Ziel, wie es ihrer göttlichen Sendung entspricht. Wo man ihr Werk ohne Argwohn aufnähme, würde sie nur die Erreichung der unzähligen oben genannten Vorteile erleichtern. Die Kirche selbstsüchtiger Zwecke zu verdächtigen, ist nichts anderes als eine alte Verleumdung, deren sich ihre mächtigen Feinde als Vorwand bedienten, um ihre Verfolgungen zu beschönigen; und die Geschichte, vorurteilsfrei betrachtet, bezeugt es vollauf, dass die Kirche, statt jemals den Versuch zu Gewalttaten zu machen, vielmehr selbst, nach dem Bild ihres göttlichen Stifters, oft das Opfer von Gewalttaten und Ungerechtigkeiten geworden ist, und dies gerade deshalb, weil ihre Stärke in der Macht des Gedankens und der Wahrheit, nicht der Waffen liegt.


DIE FREIMAUREREI ALS HERD DER ANTIKIRCHLICHEN MACHENSCHAFTEN

29 Solche und ähnliche Beschuldigungen entspringen also aus reiner Böswilligkeit. Und bei diesem unredlichen und verderblichen Werk geht allen anderen eine im Dunkeln arbeitende Vereinigung voran, die sich in der Gesellschaft seit langen Jahren wie eine tödliche Krankheit festgesetzt hat und ihre Gesundheit und Lebenskraft zerstört. Als beständige Verkörperung der Revolution ist sie das Zerrbild einer Gesellschaft, deren Zweck es ist, die zu Recht bestehende Gesellschaft im geheimen zu regieren, und ihr ganzer Daseinszweck besteht im Krieg gegen Gott und seine Kirche. Es wäre nicht einmal nötig, sie beim Namen zu nennen; denn alle denken bei dieser Schilderung sofort an die Freimaurerei, von der Wir ausdrücklich in Unserer Enzyklika Humanum genus vom 20. April 1884 gesprochen haben; Wir haben darin ihre schädlichen Tendenzen, ihre falschen Lehren, ihr verhängnisvolles Wirken aufgedeckt. Diese Vereinigung die mit ihrem Riesennetz fast alle Nationen umspannt und sich mit anderen Geheimbünden vereint, die sie dann an verborgenen Fäden leitet, hat es dadurch, dass sie ihre Anhänger mit Vorteilen, die sie ihnen verschafft, anlockt und die Dirigenten bald durch Versprechungen, bald durch Drohungen nach ihren Absichten lenkt, dahin gebracht, dass sie in alle Gesellschaftsklassen eingedrungen ist und sozusagen einen unsichtbaren Staat ohne Verantwortungen im gesetzlichen Staat bildet. Beseelt vom Geiste des Satans, der sich, wie der Apostel sagt, bei Gelegenheit in einen Engel des Lichts (2 Kor 11, 14) zu verwandeln weiß, rühmt er sich seiner Humanitätsbestrebungen, beutet aber alles für den Zweck des Geheimbundes aus, und während er behauptet, keine politischen Ziele im Auge zu haben, entfaltet er eine weitgreifende Tätigkeit in der Gesetzgebung und Verwaltung des Staates; während er äußerlich die bestehende Obrigkeit und selbst die Religion respektiert, strebt er als höchstes Ziel (und seine eigenen Statuten bestätigen dies) die Vernichtung von Staat und Kirche an, die ihm als Feinde der Freiheit gelten.

30 Es stellt sich immer klarer heraus, dass dem Einfluss und der Mitwirkung dieses Verbandes die ständigen Schikanen gegen die Kirche sowie auch die zunehmende Schärfe der letzten Angriffe zum großen Teil zugeschrieben werden müssen. Und in der Tat, die Gleichzeitigkeit der Verfolgung, die kürzlich wie ein Gewitter bei heiterem Himmel losbrach, ohne Ursachen, die der Wirkung angemessen gewesen wären; die gleiche Art der Vorbereitung durch die Tagespresse, öffentliche Versammlungen und Theatervorstellungen; der überall erfolgte Einsatz derselben Waffen der Verleumdung und der Volksaufhetzung - dies alles weist auf einen einheitlichen Plan und die Herkunft der Losung von ein und derselben Zentralleitung hin. Eine Erscheinung übrigens, die mit jenem längst zuvor gefassten Plan in Verbindung steht, der in großem Umfange in die Tat umgesetzt zu werden beginnt, um die von Uns schon aufgezählten Schäden zu vervielfältigen, vor allem um den religiösen Unterricht zurückzudrängen bis zur vollständigen Abschaffung und so eine indifferente und ungläubige Generation heranzubilden, um mittels der Presse die Sittenlehre der Kirche anzugreifen, ihre frommen Gebräuche verächtlich zu machen und ihre Feste zu entheiligen.

31 Es versteht sich von selbst, dass das katholische Priestertum, das berufen ist, die Religion zu verbreiten und ihre Geheimnisse zu verwalten, mit größter Erbitterung angegriffen wird, um seine Autorität und sein Ansehen beim Volk herabzusetzen. Ja, die Herausforderungen nehmen täglich zu: man missdeutet seine Handlungen, verdächtigt und beschuldigt es in gemeinster Weise; und dies alles wächst im Verhältnis zur Straflosigkeit, die man erwarten kann. So treten neue Übel zu jenen hinzu, die der Klerus schon seit einiger Zeit erduldet infolge der Wehrpflicht, die ihn der angemessenen religiösen Vorbildung entzieht, und infolge der Enteignung der Kirchengüter, die der fromme Edelmut der Gläubigen gestiftet hatte.

32 Und die Orden und religiösen Genossenschaften, die in der Befolgung der evangelischen Räte nicht weniger den Ruhm der Religion als der Gesellschaft ausmachen, sind, gerade als hätten sie dadurch in den Augen der Feinde der Kirche eine neue Schuld auf sich geladen, der Gegenstand des Hasses und der Verachtung geworden. Und mit Schmerz müssen Wir daran erinnern, wie sie auch neuerdings von unverdienten gehässigen Maßnahmen betroffen wurden, die jeder rechtlich Denkende im höchsten Grad verurteilen muss. Nichts vermochte sie davor zu schützen: nicht ihr unbescholtenes Leben, gegen das nicht einmal der Feind ernste und begründete Anschuldigungen vorbringen konnte; nicht das Naturrecht, das die Bildung von Vereinigungen zu einem guten Zwecke erlaubt, nicht das Staatsgesetz, das sie sanktioniert hat; noch auch die Dankbarkeit des Volkes für die wertvollen Dienste, die ihm die Orden geleistet haben in Wissenschaft und Kunst, durch Urbarmachung und Bewirtschaftung des Bodens und durch die ausgedehnte karitative Tätigkeit für die große Masse der Armen. Männer und Frauen, aus dem Volke hervorgegangen, die freiwillig auf die Freuden der Familie verzichtet haben, um in friedlichem Zusammenwirken ihre Jugend, ihr Talent, ihr ganzes Tun und Leben dem Wohle des Nächsten zu weihen, werden geächtet wie eine Rotte von Übeltätern, und dies angesichts der stetig erweiterten Freiheitsrechte.

33 Doch es ist kein Wunder, dass die liebsten Kinder so schwer heimgesucht werden, wenn der Vater selber, das Haupt der katholischen Kirche, der Papst in Rom, keine bessere Behandlung findet! Die Tatsachen sind genau bekannt. Mit der weltlichen Herrschaft hat man ihm jene Unabhängigkeit geraubt, deren er für seine weltweite göttliche Sendung bedarf. Man hat ihn genötigt, sich in seiner eigenen Stadt Rom im eigenen Hause einzuschließen. Der Druck einer feindlichen Macht, die durch nichtssagende Zusicherungen und zweifelhafte Versprechungen für sein Ansehen und seine Freiheit bürgen wollte, hat ihn in eine unnatürliche Lage gedrängt, die ungerecht und seines erhabenen Amtes unwürdig ist. Wir wissen nur zu gut, welche Hindernisse man dem Papst in den Weg legt, wie oft man seine Absichten missdeutet und seine Würde verletzt. So wird es immer klarer, dass es im Plane lag, durch den Raub der weltlichen Herrschaft allmählich die geistliche Gewalt des Oberhauptes der Kirche zu untergraben, was übrigens seine wahren Urheber schon unzweideutig zugegeben haben. Allein das Unterfangen ist im Hinblick auf seine Folgen nicht nur politisch unklug, sondern auch für die gesellschaftliche Ordnung gefährlich. Denn die Streiche, die man gegen den Glauben führt, treffen zugleich in das Herz der Gesellschaft. Gott, der dem Menschen eine wesenhaft soziale Natur gab, hat in seiner Vorsehung die Kirche gegründet und sie auf den Berg Sion gestellt, wie die Heilige Schrift sich ausdrückt, auf dass sie als Leuchte diene und auf dass der befruchtende Strahl ihres Lichtes in den mannigfachsten Gestaltungen der menschlichen Gesellschaft das Leben zur Entfaltung bringe, in dem sie sie Grundsätze himmlischer Weisheit lehrt, durch deren Befolgung sie ihre Verhältnisse aufs beste ordnen kann. Eine Gesellschaft also, die sich dem Einfluss der Kirche entzieht, auf den ihr Bestand zu einem beträchtlichen Teil gegründet ist, muss immer tiefer sinken oder in Trümmer zerfallen, da sie trennt, was Gott verbunden wissen wollte.


DIE UNERSCHÜTTERLICHE VITALITÄT DER KIRCHE

34 Wir sind nie müde geworden, bei jeder Gelegenheit diese Wahrheiten nachdrücklich zu betonen, und wollten es jetzt bei diesem außerordentlichen Anlasse ausdrücklich wieder tun. Gebe Gott, dass die Gläubigen daraus die nötige Tatkraft und Einsicht schöpfen, ihr Tun wirkungsvoller auf das allgemeine Wohl hin zu koordinieren; und mögen auch die Gegner daraus die Erkenntnis schöpfen, dass sie sich einer Ungerechtigkeit schuldig machen, wenn sie die Kirche verfolgen, die liebevolle Mutter und treue Wohltäterin der Menschheit.

35 Wir möchten jedoch nicht, dass das traurige Bild ihrer augenblicklichen Lage die Gläubigen im festen Vertrauen auf Gottes Beistand wankend mache. Er wird schließlich den Sieg verleihen, wann und wie er will. Tiefbetrübt sind Wir bis ins innerste Herz hinein, aber frei von Angst um den Bestand der Kirche, die unsterblich ist. Die Verfolgung ist, wie Wir schon zu Anfang sagten, ihr Erbteil; denn Gott weiß durch sie höhere, kostbarere Zwecke zu erreichen in der Prüfung und Läuterung seiner Kinder. Aber obgleich er solche Anfeindungen und Widerstände zulässt, offenbart er dabei doch zugleich seinen göttlichen Beistand, der durch neue, ungeahnte Mittel Bestand und Wachstum des Werkes sichert, so dass die Mächte, welche sich zum Untergang seiner Kirche verschworen haben, nicht obsiegen. Die neunzehn Jahrhunderte ihres Bestehens inmitten der unaufhörlich wechselnden Ebbe und Flut menschlichen Geschicks lehren, dass die Stürme, ohne ihre Grundfesten zu erschüttern, vorübergehen.

36 Und mit Recht schöpfen wir Mut; denn auch in der Gegenwart fehlt es nicht an hoffnungsvollen Anzeichen, die unsere Zuversicht nicht wanken lassen. Die Schwierigkeiten sind ungewöhnlich groß und beängstigend, das ist wahr, aber es spielen sich doch auch Vorgänge unter unseren Augen ab, die von einer wunderbaren Erbarmung und Weisheit zeugen, mit der Gott seine Versprechungen erfüllt. Ja, während so viele Mächte sich gegen die Kirche verbünden und menschliche Hilfe ihr fast gänzlich fehlt, steht sie noch immer groß da in der Welt und breitet sie ihr Reich aus unter den Völkern aller Himmelsstriche. Nein, der Fürst dieser Welt kann seine Herrschaft von ehedem nicht wiedererobern, seit Christus sie ihm abgerungen hat; die Angriffe Satans können zwar viel Unheil verursachen, sie werden aber ihr Ziel nicht erreichen. Schon jetzt ist unter dem Beistand des Heiligen Geistes, dessen lebendiger Hauch die Kirche durchweht, ein himmlischer Friede nicht nur im einzelnen in die Herzen der Guten, sondern in die ganze katholische Welt eingezogen; ein Friede, der sich ungetrübt entfaltet aus der Einigkeit der Bischöfe mit dem Apostolischen Stuhl, einer Einigkeit, die enger und inniger ist als je zuvor und einen wunderbaren Gegensatz bildet zu der Agitation, der Zwietracht und der Hektik der Geheimbünde, die sich stetig ausbreiten und den Frieden der Gesellschaft stören! Dieselbe harmonische Einheit verbindet die Bischöfe mit ihrem Klerus und diesen wiederum mit der katholischen Laienwelt und ist eine treibende Kraft zu den verschiedensten Werken eifervoller Liebe. Fester und frei von menschlichen Rücksichten schließen sich die katholischen Laien zu einmütigem Handeln zusammen und raffen sich in hochherzigem Wetteifer auf zur Verteidigung der heiligen Sache des Glaubens. Ja, das ist die Einigkeit, die Wir schon früher so sehr betonten und jetzt von neuem einschärfen und die Wir segnen, auf dass sie immer mehr erstarke und wie eine uneinnehmbare Mauer dem Ansturm der Feinde Gottes trotze.

37 So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch in unseren Tagen so viele religiöse Vereinigungen in der Kirche gleich Schösslingen am Fuß des Baumes hervorsprossen, wiedererstarken und sich wieder aufs neue zusammenschließen. Keine Form christlicher Frömmigkeit, die in ihnen nicht ihre Pflege findet, mag sie sich auf den Erlöser und seine anbetungswürdigen Geheimnisse beziehen, auf seine mächtigste Mutter oder auf einen Heiligen, der in besonderem Tugendglanze strahlt. Und gleichzeitig wird keine Form christlicher Nächstenliebe vergessen; mit allen Mitteln arbeiten sie überall an der religiösen Erziehung der Jugend, in der Krankenpflege, an der Hebung der öffentlichen Sittlichkeit und für die Unterstützung der besitzlosen Klassen. Und wie rasch würde sich diese Bewegung mit noch ganz anderen Erfolgen ausbreiten, wenn nur nicht so häufig ungerechte und feindselige Maßnahmen ihr Hindernisse in den Weg legten.

38 Und der Herr, der die Kirche so lebenskräftig erhält in den zivilisierten Ländern, in denen sie schon seit langem besteht, gibt uns auch durch neue Hoffnungen Trost dank dem Eifer seiner Missionare; die bestandenen Gefahren, die Entbehrungen und Opfer jeder Art haben sie nicht entmutigt, ihre Zahl ist vielmehr noch gewachsen, und so gehen sie hin, gewinnen ganze Landstriche dem Evangelium und der Gesittung und bewahren dabei eine bewundernswerte Ausdauer, obwohl ihnen mit Herabsetzung und Verleumdung vergolten wird, wie einst ihrem göttlichen Meister.

39 Unsere Betrübnis ist also durch viel Tröstliches gemildert, inmitten der Beschwernisse des Kampfes finden Wir vieles, das uns Stärke und Hoffnung gibt. Diese Tatsache sollte jeden einsichtigen Beobachter, den nicht die Leidenschaften verblendet haben, nachdenklich machen und ihn erkennen lassen, dass Gott, der den Menschen hinsichtlich des letzten Zieles seines ganzen Lebens nicht sich selber überließ und deshalb zu ihm gesprochen hat, auch jetzt in seiner Kirche spricht, die so sichtbar von göttlichem Beistand unterstützt wird, dass Gott selbst es offenkundig macht, auf welcher Seite Wahrheit und Heil zu finden ist. Jedenfalls wird dieser fortwährende Beistand dazu dienen, unseren Herzen die feste Hoffnung einzupflanzen, dass in dem Augenblicke, den die göttliche Vorsehung bestimmt hat, die Wahrheit die Nebel, mit denen man sie verhüllen will, zerreißen und in nicht ferner Zukunft heller erstrahlen wird und dass der Geist des Evangeliums die müden und kranken Glieder dieser zerrütteten Gesellschaft wieder beleben wird.


AUFMUNTERUNG ZUM KAMPF UND GEBET GEGEN DEN ATHEISMUS

40 So viel an Uns liegt, Ehrwürdige Brüder, bemühen Wir Uns, den Tag der Erbarmungen Gottes zu beschleunigen und bereitwillig mitzuwirken, wie es Unsere Pflicht ist, bei der Verteidigung und Ausbreitung seines Reiches auf Erden. Bei Euch bedarf es der Aufmunterung nicht; Eure Hirtensorge ist Uns bekannt. Möge die Flamme, die in Euren Herzen brennt, immer mehr auch alle Diener des Herrn entzünden, die an Eurer Arbeit teilnehmen. Sie stehen in unmittelbarer Berührung mit dem Volk und kennen genau seine Wünsche, seine Bedürfnisse, seine Leiden wie auch die Listen und Verführungskünste, mit denen man es umgarnt. Und wenn sie, erfüllt von dem Geist Jesu Christi, erhaben über alle politischen Leidenschaften, ihre Arbeit mit der Eurigen vereinen, wird es ihnen mit Gottes Segen gelingen, Wunder zu wirken: mit ihrem Wort werden sie die Massen erleuchten, durch die Milde ihres Umgangs die Herzen an sich ziehen und ihnen liebevoll behilflich sein zu steter Verbesserung ihrer Lage. - Und der Klerus wird dabei von der klugen, tätigen Mitarbeit aller gutgesinnten Gläubigen unterstützt; so werden die Söhne, welche die liebende Sorge ihrer Mutter, der Kirche, erfuhren, ihr mit der Verteidigung ihrer Ehre und ihres Ansehens nach Gebühr vergelten. Jeder kann beitragen zu diesem pflichtgemäßen, höchst verdienstlichen Werke: die Gelehrten und die Schriftsteller mit Verteidigungsschriften und in der Tagespresse, diesem Machtmittel, das unsere Gegner so sehr missbrauchen, die Familienväter und die Lehrer durch eine christliche Erziehung der Kinder, die Behörden und Volksvertreter durch Festigkeit in den rechten Grundsätzen und durch Makellosigkeit des Charakters, alle durch ein furchtloses Bekenntnis ihres Glaubens. - Unsere Zeit verlangt eine hochherzige Gesinnung, großmütige Entschlüsse, strenge Wahrung der Disziplin. Diese muss sich vor allem in einer vertrauensvollen vollkommenen Befolgung der Richtlinien des Heiligen Stuhles äußern, denn dies ist das beste Mittel, die Gefahr entzweiender Parteimeinungen zu beheben oder doch abzuschwächen und alle Kräfte zu einen im Dienste eines höheren Zweckes, des Sieges Jesu Christi in seiner Kirche.

41 Das ist die Pflicht der Katholiken; der endliche Erfolg hängt ab von dem, der liebevoll und weise über seine unbefleckte Braut wacht, von dem geschrieben ist: "Jesus Christus heri et hodie, ipse et in saecula" (Hebr 13, 8) -, Jesus Christus gestern, heute und in Ewigkeit." Zu ihm richten Wir auch in diesem Augenblick Unser demütiges und inständiges Gebet; zu ihm, der in unendlicher Liebe für die irrende Menschheit sich in seinem erhabenen Opfertod zur Sühne hingab; zu ihm, der, wenn auch unsichtbar, auf dem geheimnisvollen Schiffe seiner Kirche steht und dem Meer und den tobenden Winden gebieten und den Sturm stillen kann. - Und Ihr, Ehrwürdige Brüder, werdet ihn gewiss vereint mit Uns anflehen, auf dass das Unglück schwinde, das auf der Gesellschaft lastet, auf dass der Strahl des göttlichen Lichtes alle die erleuchte, die, vielleicht mehr aus Unwissenheit als aus Böswilligkeit, die Religion Christi hassen und verfolgen, auf dass die Menschen, die guten Willens sind, in heiligem Eifer neuen Mut schöpfen. So möge denn bald der Triumph der Wahrheit und des Rechts nahen, mögen bald der Menschenfamilie glücklichere Tage des Friedens und der Ruhe beschieden sein!


Segen

42 Empfangt indessen als Unterpfand der heißerflehten Gnaden für Euch und für alle Eurer Hirtensorge anvertrauten Gläubigen den Apostolischen Segen, den Wir Euch aus vollem Herzen spenden!
Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 19. März 1902,
im fünfundzwanzigsten Jahr Unseres Pontifikats
Papst Leo XIII.

(Quelle: http://www.kathpedia.com/index.php/Pervenuti_all%C2%B4_anno_(Wortlaut))

„Außerhalb der Kirche kein Heil“?

Diesen Grundsatz lesen wir immer wieder bei den Kirchenvätern. Er ist einer der Punkte, weswegen die Katholische Kirche stark angegriffen wird.

Drehen wir diese Aussage einmal um und sehen uns ihren positiven Inhalt an: Von der Kirche als Leib Christi und durch Jesus als ihrem Haupt kommt alles Heil.

„Gestützt auf die Heilige Schrift und die Überlieferung lehrt [das Konzil], dass diese pilgernde Kirche zum Heile notwendig sei. Der eine Christus nämlich ist Mittler und Weg zum Heil, der in seinem Leib, der die Kirche ist, uns gegenwärtig wird; indem er aber selbst mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe betont hat, hat er zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten, bekräftigt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die sehr wohl wissen, dass die katholische Kirche von Gott durch Jesus Christus als eine notwendige gegründet wurde, jedoch nicht in sie eintreten oder in ihr ausharren wollten“ (LG 14)

Dies gilt aber nicht für die, die nichts dafür können, dass sie von Jesus Christus und seiner Kirche nichts wissen:

„Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, auf Wegen, die er weiß, zum Glauben führen kann, ohne den es ‚unmöglich’ ist, ihm zu ‚gefallen’ (Hebr 11,6), so liegt doch auf der Kirche die Notwendigkeit und zugleich das heilige Recht der Verkündigung der Frohbotschaft“ (AG 7) an alle Menschen.

(Katechismus der Katholischen Kirche. R. Oldenbourg Verlag, München 1993. ISBN 3-486-56038-7. Unbedingt besorgen!!)

Are You Saved?

Therefore, whoever thinks he is standing secure should take care not to fall. 1Cor 10:12

Now someone approached him and said, "Teacher, what good must I do to gain eternal life?" He answered him, "Why do you ask me about the good? There is only One who is good. If you wish to enter into life, keep the commandments." (Matt 19:16-17)

 

"Teacher, what must I do to inherit eternal life?" Jesus said to him, "What is written in the law? How do you read it?" He said in reply, "You shall love the Lord, your God, with all your heart, with all your being, with all your strength, and with all your mind, and your neighbor as yourself." He replied to him, "You have answered correctly; do this and you will live." Luke 10:25-28

"Amen, amen, I say to you, whoever hears my word and believes in the one who sent me has eternal life and will not come to condemnation, but has passed from death to life." John 5:24

"Whoever eats my flesh and drinks my blood has eternal life, and I will raise him on the last day." John 6:54

"You will be hated by all because of my name, but whoever endures to the end will be saved." Matt 10:22

"Whoever believes and is baptized will be saved; whoever does not believe will be condemned." Mark 16:16

Jesus answered, "Amen, amen, I say to you, no one can enter the kingdom of God without being born of water and Spirit. John 3:5

(Quelle: http://www.infpage.com/concordance/additional.htm)

 

If you were to die tonight do you have absolute assurance that you will go to Heaven?

Ever been asked the question: “If you were to die tonight do you have absolute assurance that you will go to Heaven?”

That’s a question that many Evangelicals use when approaching Catholics to try and start the process of pulling them out of the Catholic Church. I recently attended a seminar at Briarwood Presbyterian Church (PCA), which is one of the largest – if not the largest – Protestant churches in the Birmingham area. They were holding a series of classes over a several week period on various non-Christian belief systems. They had one on Atheism, on Islam, on Jehovah’s Witnesses, on Mormonism, and then guess which non-Christian faith tradition they covered after Mormonism? You got it! Roman Catholicism! (And please read “Roman Catholicism” with a sort of deep and sinister tone in your head.)

Well, I didn’t attend the other classes, but I did go to this one. And, one of the pieces of literature they handed out was on how to approach Catholics so as to witness to them about Jesus Christ. Below is first the text of the “approach” they suggested, and then my comments follow.


Challenge/Response/Strategy
“A Simple Approach in Witnessing [to Roman Catholics]”

1. Don’t attack Roman Catholicism!!!

2. Ask them the question, “Are you a Christian?” (They will probably answer, “Yes, I’m a Catholic.”)

3. Respond by saying, “Great, then do you believe that Jesus Christ is your Savior?” (They will probably answer, “Yes”.)

4. Ask, “If you died tonight, do you know for sure that you have eternal life, that you will go to heaven and be with the Lord?”  (They will probably respond that they hope so or they are trying, or how is it possible to know that.)

5. If they indicate that they don’t know for sure then ask: “What is it that separates us from God?”  (The answer you want is sin: Rom 3:32, 6:23.)

6. Then ask, “Which sin of ours doesn’t Christ fully atone for?”   (The answer should be none – He died for all our sins.  1 Pet 3:18; Heb 10:10–12; Rom 8:1; Rom 5:1.)

7. State: “To truly receive Christ as your Savior, you must trust in Him alone, that He took all of our sins on the cross that we might know that we have eternal life (1 John 5:11–13).”


My Response:

Well, we’re good up until Question #4. The first thing I do whenever someone asks me this question is to immediately ask them: “Where is that question in the Bible?”  Where does Jesus, or Paul, or Peter, or James, or anyone else ask someone, “If you died tonight do you know for sure that you would go to Heaven?”  Ask them to give you book, chapter, and verse.  They can’t do it, because that question is not in the Bible.  In other words, these “Bible–only” Christians have made up some sort of salvation test that is nowhere found in the Bible…it is a man–made invention.

Now, of course they’ll come up with some sort of reply to your question, and then get back to asking you to answer their question.  So, when asked if you “know” that you would go to Heaven should you “die tonight,” go ahead and answer the question like this: ”I do not judge myself.  I am not aware of anything against myself, but that does not mean I am acquitted.  It is the Lord Who judges me.” 

Now, if they try and point out that the Bible says that we can “know” – which they interpret to mean “have absolute assurance” – that we are saved and heading to Heaven and, therefore, any one who is “really” a Christian would have absolute assurance of their salvation, then simply repeat, “I do not judge myself.  I am not aware of anything against myself, but that does not mean I am acquitted.  It is the Lord Who judges me.”  If they then imply, or come right out and say, that your response is faulty, or somehow wrong, or that your response indicates that you are not saved – which they will eventually do – then simply point out that your response is almost an exact quote from Paul  – 1 Cor 4:3–4.  Tell them you are simply answering their non–scriptural question with a quote from Scripture itself.  And, if they take that to somehow mean that you are not saved, then they are directly insinuating that Paul himself must not have been saved…because those are Paul’s words!

Or, another option would be to simply say, “Let anyone who thinks that he stands take heed, lest he fall.”  Again, this is a direct quote from Paul (1 Cor 10:12), that will throw your questioner for a loop.

Now, if you want to get all the way throug h the test, rather than engaging in battle at Question #4, you could simply answer #4 with something like this: “I am not the judge of such things, God is.”  Which is basically what Paul is saying, but since it’s not a direct quote from Scripture they may not recognize that you have responded with a solid scriptural principle – God is our judge, we are not.

So, let’s say you answer #4 with, “I am not my own judge, God is,” and they then interpret that as the poor little Catholic taking the bait and they move in to spring the trap with question #5, “What is it that separates us from God?”  And you, quite rightly, answer with, “Sin.”  They then think they’ve sealed the deal with Question #6, “Which sin of ours doesn’t Christ fully atone for?”

What do you do?  How do you respond?

What I would say in response to the question: “Which sin of ours doesn’t Christ fully atone for,” is this: “The unrepented one.”  Now, Christ did indeed atone for all of our sins, repented and unrepented; however, the atonement is not applied to the unrepented sins.  So turn around and ask your questioner this: “Does Christ forgive YOUR unrepented sins?”  Now this could present quite a problem to your questioner, because this person, based on the fact that they asked you this series of questions, undoubtedly believes not only in salvation by faith alone, but also in the dogma of once saved, always saved.  In other words, they believe that once they’ve accepted Jesus, they are going to Heaven no matter what they do after that.

So, because they believe in once saved, always saved, they have to believe that Christ forgives their sins whether they repent of them or not.  Yet, if they answer your question with a, “Yes,” Christ does indeed forgive their unrepented sins, they are flying in the face of Scripture: 1 John 1:9, “If we confess our sins, He is faithful and just, and will forgive our sins and cleanse us from all unrighteousness.”  “If,” we confess our sins.  If we repent.  If we don’t, we are not forgiven.  If we are not forgiven, we are not saved.  This can also be very clearly seen in Jesus’ words to the seven churches in Rev 2 and 3.

But, if they answer in accord with Scripture and say, “No,” Christ does not forgive their unrepented sins, then how can they believe in once saved, always saved?  Because once they’re saved, they could always commit a sin for which they do not repent.  God does not force us to repent.  Repentance is not automatic, even for a Christian.  And, if they have a sin for which they h aven’t repented, which means it hasn’t been forgiven, which means they have lost their salvation since, as they pointed out earlier, sin separates us from Christ…then how can once saved always saved be true?

Now, as in any of these situations, they will have undoubtedly have a response…words will come out of their mouths.  But, I can guarantee you that it is not a response that will make much scriptural sense.  So, no matter what they say in response to your question, examine it very carefully because it will not be consistent either with Scripture, or with one of their earlier statements.  There will be a disconnect…an inconsistency…in what they say, guaranteed.  You just have to pay attention and just keep coming back to your question until they have given you a logically and scripturally–consistent answer.

And, if they ever get to #7, tell them that you agree with that statement 100%.  As a Catholic, we believe that we must trust in Christ and in Him alone for our salvation.  We believe that His death on the cross paid the full price for our sins that we may know that we have eternal life.  However, you don’t necessarily agree with their interpretation of the verses from Scripture that they are alluding to.  Again, they interpret the word “know” as meaning “absolute assurance,” which, in fact, it does not necessarily mean, and they wring a “once saved, always saved” dogma out of the Scriptures that they are twisting in order to try and pull you out of the Church.  Yet, the dogma of once saved, always saved, flies directly in the face of Scripture.

You can conclude by telling your questioner that you believe you were saved by God’s grace alone, but that now that you are saved, in order to run the race to the end, you need to cooperate with God’s grace in your l ife and produce good fruit, or you will be like the branches of the vine in John 15:1–6 that get cut off from the vine, thrown into the fire, and burned.  And ask them if they believe they will remain a branch of the vine if they do not produce good fruit.  See what they say…


In Conclusion


The guy that presented this class at Briarwood Presbyterian is a Protestant apologist who is known nationally for his work with cults – and, yes, he believes the Catholic Church is a cult. I proposed to him at the end of his class that we have a public “dialogue” at Briarwood Presbyterian so that both sides of the issue can be fairly presented. He agreed, and I’m waiting to see if he follows up. If not, I’ll soon follow up with him.

 

(Quelle: www.biblechristiansociety.com - used with permission)

 

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Resources

Prof. Dr. Scott Hahn: Stand up for Your Faith! (CDs)

Vision Video: Gospel of Judas and Other Gnostic Secrets Revealed (DVD)

St. Michael's Media: Are Catholics really Christians? - Episode 27 (DVD)

"Bible Answers To Fundamentalist Questions" by John Martignoni (CD-Set & Paperback Book)

"Catholicism and Fundamentalism" by Karl Keating

Karl Keating: Apologetics in Action (CDs)


A book that you guys really should read if youy want to give Catholics a chance to bring up what they have to say against all those accusations being made against them and their beliefs (and shouldn't you at least read their side, too, if you attack them? Wouldn't that be fair?):

Catholicism and Fundamentalism: The Attack on "Romanism" by "Bible Christians" (Taschenbuch)
von Karl Keating (Autor)
Taschenbuch: 360 Seiten
Verlag: Ignatius Pr (Mai 1988)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0898701775
ISBN-13: 978-0898701777


Warning: After having read that book you might probably not be the same as before and not believe whatever you believed in before!


Here some books by Prof. Dr. Scott Hahn, that might have the same effect:

Rome Sweet Home: Our Journey to Catholicism (Taschenbuch)
von Scott Hahn (Autor), Kimberly Hahn (Künstler)
Taschenbuch: 210 Seiten
Verlag: Ignatius Press (August 1993)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0898704782
ISBN-13: 978-0898704785

The Lamb's Supper: Experiencing the Mass: The Mass as Heaven on Earth (Gebundene Ausgabe)
von Scott Hahn (Autor), Benedict J. Groeschel (Künstler)
Gebundene Ausgabe: 174 Seiten
Verlag: Bantam Dell (November 1999)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0385496591
ISBN-13: 978-0385496599

Hail, Holy Queen: The Mother of God in the Word of God (Taschenbuch)
von Scott Hahn (Autor)
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Bantam Dell; Auflage: Reprint (19. September 2006)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0385501692
ISBN-13: 978-0385501699


Und hier unser Glaubenszeugnis auf Deutsch. Was glauben Katholiken wirklich und warum glauben sie es? Gibt es dafür wirklich keine biblischen Grundlagen?

Katholischer Erwachsenenkatechismus. 2 Bände: Band I: Das Glaubensbekenntnis der Kirche. Band II: Leben aus dem Glauben (Gebundene Ausgabe)
von Deutsche Bischofskonferenz (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe: 976 Seiten
Verlag: Herder, Freiburg; Auflage: 1 (August 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3451291533
ISBN-13: 978-3451291531

Katechismus der Katholischen Kirche: Kompendium (Broschiert)
von Vatikan Vatikan / Deutsche Bischofskonferenz (Autor)
Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Pattloch; Auflage: 1 (12. August 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3629021409
ISBN-13: 978-3629021403


Catechism of the Catholic Church


United States Catholic Catechism for Adults (Taschenbuch)
von United States Conference of Catholic Bishops (Herausgeber)
Taschenbuch: 664 Seiten
Verlag: Usccb Pub (August 2006)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1574554506
ISBN-13: 978-1574554502


Hier noch einige Bücher von Prof. Dr. Scott Hahn, die ebenfalls eure bisherige Sichtweise von der Katholischen Kirche radikal verändern dürften, wenn ihr Nicht-Katholiken seid:

Unser Weg nach Rom (Taschenbuch)
von Scott Hahn (Autor), Kimberly Hahn (Autor), Ludger Hölscher (Übersetzer)
Taschenbuch: 219 Seiten
Verlag: Christiana-Verlag; Auflage: 5 (2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3717110691
ISBN-13: 978-3717110699

Das Mahl des Lammes. Die Messe als Himmel auf Erden (Gebundene Ausgabe)
von Scott Hahn (Autor), Ludger Hölscher (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Sankt Ulrich Verlag; Auflage: 1 (Februar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3929246945
ISBN-13: 978-3929246940

Die Königin des Himmels: Maria suchen und finden (Gebundene Ausgabe)
von Scott Hahn (Autor), Ludger Hölscher (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe: 157 Seiten
Verlag: Sankt Ulrich Verlag; Auflage: 1 (Februar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3936484228
ISBN-13: 978-3936484229


Jimmy Akin: The Nightmare World of Jack T. Chick

Saint Joseph Communications: Fr. Mitch Paquwa: Answering Missionaries at Your Door (CD)


Gloria TV: Katholischer Katechismus

 

GodTube.com - Misconceptions about Catholicism

GodTube.com - Catholic vs. Chick Tracks

YouTube.com - Are Catholics Saved?

GodTube.com: My Catholic Faith

 

www.realcatholictv.net

YouTube.com: The Unified Catholic Faith