Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Siebenten-Tags-Adventisten

Was wissen wir eigentlich ueber Siebenten-Tags-Adventisten? Den meisten faellt wohl - wenn ueberhaupt - nur ein, dass sie am Samstag und nicht am Sonntag Gottesdienst feiern. Aber sonst?

Die Sieben-Tags-Adventisten gehen auf den amerikanischen Prediger William Miller zurueck (1782 - 1849). Er war Baptist und predigte, dass das zweite Kommen Jesu zwischen dem 21. Maerz 1843 und dem 21. Maerz 1844 geschehen wuerde. Weil er und seine Anhaenger Christ unmittelbares Kommen ("Advent") predigten, nannte man sie "Adventisten".

Jesus kam aber nicht. Schliesslich fing Miller an, die Ueberzeugungen eines Teils seiner Anhaenger mit dem Namen "Sieben-Monats-Bewegung" zu uebernehmen. Die wiederum behaupteten, Christus wuerde am 22. Oktober 1844 wiederkommen, also im siebten Monat des juedischen Kalenders.

Auch daraus wurde nichts. Schliesslich zerfielen die Anhaenger Millers in diverse Splittergruppen, die einander als Rivalen betrachteten. Seine neue Gefolgschaft brachte unterschiedlichste Theorien hervor, mit denen Miller nichts mehr zu tun haben wollte. Er verwarf die Lehren seiner frueheren Gefolgsleute - unter anderem die von Ellen Gould White.

Miller hatte behauptet, dass Christus 1843 - 1844 wiederkommen wuerde - ausgehend von seiner Interpretation von Daniel und der Offenbarung, dass Christus kommen wuerde, um "das Heiligtum" (Dan 8, 11-14; 9, 26) zu reinigen. Und dieses Heiligtum interpretierte er als die Erde. Nachdem Jesus aber 1844 nicht kam, schlugen einige seiner Anhaenger eine andere Loesung vor. Hiram Edson etwa meinte, am Morgen des 23. Oktober 1844 - am Tag nach dem nicht erfolgten zweiten Kommen Jesu - in einem Maisfeld eine Offenbarung erhalten zu haben mit dem Inhalt, dass Miller das Heiligtum nicht richtig interpretiert hatte. Es sei nicht die Erde, sondern das Allerheiligste in Gottes himmlischen Tempel. Und anstelle vom himmlischen Tempel herabzusteigen und das Heiligtum auf der Erde zu reinigen, ging Christus 1844 zum ersten Mal in das himmlische Allerheiligste, um dieses zu reinigen.

Wieder andere Anhaenger Millers wurden von Joseph Bates beeinflusst. Er war ein pensionierter Seekapitaen, der 1846 und 1849 Schriften veroeffentlichte, die dazu aufriefen, dass Christen den juedischen Sabbat - also den Samstag - und nicht den Sonntag als den Tag des Herrn ansahen. Dies trug auch zur anti-katholischen der Sieben-Tages Adventisten bei. Sie gaben der Katholischen Kirche die Schuld dafuer, den Tag, an dem der Herr angebetet werden sollte, vom Samstag auf den Sonntag verlegt zu haben.

White schliesslich vereinigte diese beiden Gedankengaenge. Sie behauptete, viele Visionen bezueglich dieser Lehren erhalten zu haben. White, Edson und Bates schliesslich bildeten die Gemeinschaft der Sieben-Tags-Adventisten. Der Name wurde ihr offiziell 1860 gegeben.

Die Gemeinschaft selbst gibt an, ein den USA etwa 780.000 Mitglieder zu haben und weltweit etwa 7.8 Millionen.

Angeblich hat Frau White ihre ersten paar hundert Visionen im Dezember 1844 erhalten. Sie war als Profetin anerkannt und wurde bald zur Fuehrerin ihrer Kirche. Im Laufe der naechsten Jahrzehnte hatte sie einen enormen Einflusss in allen Bereichen. So schrieb sie auch ueber 50 Buecher - ueber Gesundheit, Erziehung, Finanzen und vieles mehr. Ihre Werke werden zwar nicht auf dem genau gleichen Rang wie die Bibel gesehen, gelten aber als ebenso unfehlbar hinsichtlich ihrer Lehren.

Ihre Werke werden auch heute noch immer wieder herausgegeben - oft auch mit neuen Titeln und einer Abkuerzung ihres Namens. So steht dann anstelle von "Ellen Gould White" etwa "E. G. White". So koennen Adventisten ihre Buecher an Nicht-Adventisten weitergeben, die diese dann lesen, ohne sich darueber klar zu sein, dass sie eine adventistische Publikation in Haenden halten, bis sie bereits mitten im Buch sind.

Verlagshaeuser der Adventisten vermeiden es manchmal auch, die Bezeichnung "Siebenten-Tages" oder "Adventisten" in ihrem Namen zu fuehren. Der Grund dafuer liegt darin, dass Adventisten immer sehr misstrauisch von anderen christlichen Denominationen - gerade auch von Evangelikalen - beaeugt wurden. Sie galten und gelten bei manchen teilweise als fanatischer Kult. Manche sind auch - faelschlicherweise! - der Ansicht, sie waeren gar keine Christen, obwohl sie an die Dreifaltigkeit glauben und die trinitarische Taufformel verwenden.

In vielen Dingen stimmen Adventisten mit Katholiken ueberein: etwa der Dreifaltigkeit, die Tatsache, dass Jesus auch Gott ist, die Jungfrauengeburt, die koerperliche Auferstehung von den Toten, Christi zweites Kommen usw. Wie bereits erwaehnt, verwenden sie auch eine gueltige Taufformel. Ebenso glauben sie an die Erbsuende und verurteilen die Ansicht mancher Evangelikaler, man koenne seine Erloesung nicht verlieren - egal, was man tut.

Leider aber glauben sie auch an viele Irrlehren sowie haben einige sehr merkwuerdige Ueberzeugungen.

Die Katholische Kirche etwa wird als die "Hure Babylons" gesehen. Der Papst ist der "Antichrist". In den letzten Tagen wird der Sonntag als Tag des Herrn das "Zeichen der Bestie" sein. In der Zukunft wird es eine Zeitperiode von 1.000 Jahren geben, in der der Teufel durch die Welt zieht, waehrend die Christen bei Jesus im Himmel sein werden. Die Seele befindet sich zwischen Tod und Auferstehung in einem Zustand des Schlafes. Am juengsten Tag werden die boesen Menschen nach einer Zeit der Bestrafung in der Hoelle vernichtet und hoeren so auf, zu existieren. Sie sind also keineswegs ewig verdammt.

Viele Adventisten glauben auch, dass aus Gruenden der Disziplin (also nicht aus allgemeinen Doktrinen heraus) kein Fleisch gegessen werden darf, das gemaess dem mosaischen Gesetz unrein ist. Eine ganze Reihe von Adventisten sind auch Vegetarier. Ebenso sollte man allzu weltliche Unterhaltungen vermeiden, also etwa Kartenspielen, Tanzen, Trinken, Rauchen, das Lesen nicht-religioeser Buecher, das Hoeren von nicht-religioeser Musik, das Ansehen nicht-religioeser Filme usw.

Advntisten haben mit Protestanten deren zwei wichtigste Theorien gemeinsam: Sola Fide (man wird allein aus dem Glauben heraus und unabhaengig von Werken gerettet) und Sola Scriptura (die Bibel ist die einzige Autoritaet). Jedoch werden Adventisten gerade von konservativen Evangelikalen scharf angegriffen. Ihnen wird vorgeworfen, sie wuerden sich nicht wirklich daran halten. Das ist fuer die konservativen Evangelikalen dann auch der "Beweis" dafuer, dass Adventisten ein religioeser "Kult" sind. Jedoch herrscht auch innerhalb der verschiedensten Kongregationen des protestantischen Lagers keine einheitliche Meinung darueber, was diese beiden Prinzipien denn nun tatsaechlich bedeuten.

Adventisten sind in der Regel sehr stark anti-katholisch eingestellt. Dieses ist meist Katholiken, die nicht regelmaessig Umgang mit Adventisten haben, gar nicht so bewusst. Manche Katholiken meinen vielleicht, nur extreme oder radikale Adventisten waeren so eingestellt. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil: leider sind es eher die Adventisten, die dem Katholizismus gegenueber eine moderate Einstellung haben, die in der Minderheit sind. Eine anti-katholische Haltung ist deshalb so typisch fuer Adventisten, weil er in den "goettlich inspirierten" Schriften von Frau White enthalten ist (z. B. in ihrem bekanntesten Buch "The Great Controversy"). Und leider glauben viele Adventisten daran.

Ein zentrales Thema bei den Adventisten sind die letzten Tage. Alles scheint sich darauf zu konzentrieren. Dies ist noch auf die Reste der Millerschen Bewegung zurueckzufuehren, deren Ziel es war, auf das Ende der Welt zu warten. In den Endzeitszenarien von Frau White spielen der juedische Sabbat und die Katholische Kirche wichtige Rollen.

So wird die Katholische Kirche als das siebenkoepfige Tier aus dem Meer aus der Offenbarung (13, 1-10) gesehen. In Begleitung dazu ein Tier gleich einem Lamm aus der Erde (Offb 13, 11-18). Dieses letzte Tier bringt die Menschen dazu, das erste anzubeten und ein Bild davon anzufertigen. Das zweite Tier wurde von Frau White in "The Great Controversy" als die USA angesehen. Die Vereinigten Staaten wuerden die Welt zwingen, das Papsttum anzubeten. Dies durch einen Akt der Verehrung, der als der sonntaegliche Gottesdienst ausgemacht wird (anstatt - wie es gemaess adventistischer Ueberzeugung richtig waere - am Samstag).

Nach Frau White hat die Katholische Kirche den Tag des Herrn eigenmaechtig vom Samstag auf den Sonntag verlegt - als ein Zeichen ihrer Autoritaet. Sie glaubte, dass die USA einmal ein Gesetz verabschieden wuerden, das die Bewohner zum sonntaeglichen Gottesdienst zwinge. Somit wuerde das Zeichen der Bestie eingefuehrt. Die Menschen wuerden zwar nicht gezwungen werden, Katholiken zu werden, aber eine protestantische Staatskirche waere ebenso ein "Abbild" des Papsttums und somit auch ein Abbild der Bestie.

Adventisten haben nun ein Problem: sie koennen schwerlich zugeben, dass die Katholische Kirche nicht die "Hure Babylons" sei, ohne sich gleichzeitig eingestehen zu muessen, dass sie vielleicht mit ihrem samstaeglichen Tag des Herrn ebenso falsch liegen. Und wenn sie zugeben, dass sonntaeglicher Gottesdienst nicht das Zeichen der Bestie ist, muessen sie auch zugeben, dass ihre Meinung hinsichtlich des juedischen Sabbats auch ueberdenkenswert ist. Kurz: wenn der Sieben-Tags-Adventismus aufhoeren wuerde, anti-katholisch zu sein, muesste er auch aufhoeren, Sieben-Tags-Adventismus zu sein.

Ein Teil der Adventisten ist durchaus moderat eingestellt - besonders gegenueber einezelnen Katholiken. Allerdings teilen auch sie White's Meinung hinsichtlich des Papsttums. Selbst Frau White hat zugegeben, dass auch heute (also vor den letzten Tagen, sprich zu Zeiten von Frau White) einzelne Katholiken gerettet werden koennten. Dass es in jeder Kirche wahre Christen geben wuerde. Wenn aber die Beachtung des Sonntags schliesslich als Gesetz verabschiedet werden wuerde, und der Welt eigentlich klar sei, dass der wahre Sabbat einzuhalten sei, dann wuerde der, der Gottes Gebot missachtet, etwas anderes anbeten als Gott. Etwas, dass sich ueber Gott stellt.

Ja, Frau White hat auch tolerante Sachen geschrieben. Diese wenigen Stellen sind aber von so vielen anti-katholischen Thesen umgeben, dass sie darin untergehen.

Die Lehre der Adventisten ist also, dass Jesu zweiten Kommen eine Zeit vorausgehen wird, in der das Papsttum den Sonntag als Tag des Herrn der gesamten Welt aufzwingen werde. Wer dem nicht folge, werde getoetet werden. Wer dem aber folge, werde von Gott vernichtet werden.

Selbst gemaessigte Adventisten wollen Katholiken immer noch aus deren Kirche herausfuehren. Und gerade weil sie gemaessigt dabei vorgehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie damit Erfolg haben, weitaus hoeher als bei den Hardlinern.

Ja, auch Adventisten sind Christen und wir sollten keinesfalls hochmuetig auf sie herabblicken, sondern ihnen in Liebe und Demut begegnen. Sie sind aber unsere von uns getrennten Geschwister. Sind Christen aber einmal von der Kirche getrennt, werden sie "ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre fuehrt." (Eph 4, 14 Einheitsuebersetzung).


(Quelle: www.catholic.com)

 


" "I would like to suggest [you] doing a lesson on Sunday as being the day for Christians and not the Saturday Sabbath as endorsed by Seventh Day Adventists. I have a relative that belongs to that misguided group and I would like to learn how to guide them out of there and into the true church - the Catholic Church."


This is how I respond to Seventh Day Adventists (SDA):

First, I agree with them that it was indeed the Catholic Church that changed the day of worship for Christians from Saturday to Sunday. And I point out that since this change can be traced back to the earliest years of Christianity, the SDA's are essentially agreeing with Catholics that it was the Catholic Church which was the original Christian church founded by Jesus. And I make note of the fact that the Scriptures tell us that the church founded by Jesus was guided by the Holy Spirit (John 14:16-17; 16:13).

Next, I point them to Matt 16:19 and Matt 18:18 and show them that the church Jesus founded was given, by Him, the authority to bind and loose on earth what would then be bound and loosed in Heaven. And this binding and loosing authority is why the Catholic Church was able to change the day of worship to Sunday.

Now, of course, they generally disagree with anything I've said to this point, so I ask them a couple of questions to drive home the point: 1) If the Catholic Church wasn't the original Christian church, then how can you claim it was the Catholic Church that changed the day of worship from Saturday to Sunday? 2) You do believe Jesus gave His church the power to bind and loose as it says in Matt 16 and 18, right? Well, can you tell me what your church has ever bound and loosed on earth that is also bound and loosed in Heaven?

This last question is to make the point that if they believe their church is THE church - if it is a true church - then it should have the power to bind and loose on earth AND IN HEAVEN. This means the church has the authority to make rulings that are binding on all Christians and that God Himself enforces. But I've never heard of an SDA claiming such authority for their church. If Jesus gave the church the power to bind and loose, then to be a true church it would at least claim to have the authority to bind and loose. Furthermore, it would have used that authority - I mean, why would Jesus give the church the authority to bind and loose and the church never use it? That makes no sense.

Now, this is not "proof" their church is a false church, but remember, you're not out to "prove" anything, you're just building the case a little bit of evidence at a time. One other thing you could throw in somewhere along the line is to ask them if they know why their church is called "Adventist." The point here is that the founding of their church can be historically traced back to the 1800's and an American preacher named William Miller. He incorrectly predicted the 2nd Coming (or 2nd Advent) of Christ in the 1840's - twice. So his followers were called Adventists. One of his disciples was Ellen Gould White who was the founder of what we now know as the Seventh Day Adventists.

In other words, their denomination can be traced back to only about 150 years ago, which means it is not the church founded by Jesus Christ in Israel 2000 years ago. And, it came into existence because of a preacher who incorrectly predicted the date of the 2nd Coming. He was wrong in what he taught. Not to mention, that by saying he knew the date of the 2nd Coming, he was placing himself above Christ, who said that no one knows the day or the hour of the 2nd Coming (Matt 24:36). Would I want to be a part of a "church" that traces itself back to a preacher who lived only 150 years ago and who thought he knew more than the Bible? Don't think so....

In addition to all of that, we have evidence, from the Bible, that shows the early Christians were worshipping on Sunday as a matter of course. In Acts 20:7, we are told that the Christians were gathered together "on the first day of the week" to "break bread." This breaking of bread is also known as the Eucharist, or the Lord's Supper, as Protestants would call it. It is a part of Christian worship. So, Acts 20:7 shows the Christians gathered together on the first day of the week, Sunday, to worship.

This is also backed up by 1 Cor 16:2 when Paul tells the Corinthians that they are to put something aside for the church in Jerusalem on "the first day of every week" - Sunday. Hmmm...were they perhaps taking up a collection every Sunday when they went to church? That's a reasonable explanation.

But, the Scripture passage that I use most often, and which I believe is the strongest evidence that Christians were indeed worshipping on a Sunday, or at least not on Saturday, is from Colossians 2:16. The Colossian Christians were, for the most part, Gentiles. They were, however, like the Galatians, being pressured by Judaizers to adhere to the Old Law - the dietary laws, the festivals, and the Sabbath. So, in chapter 2, verse 16, Paul tells them not to let anyone judge them in regard to "questions of food and drink or with regard to a festival or a new moon or a sabbath."

That passage makes absolutely no sense unless the Colossians were not adhering to the Jewish practices regarding kosher food, celebrating the festivals and the new moons, and particularly the Sabbath (Saturday) worship. So, not only is it obvious that the Gentile Christians were not worshipping on Saturday, but it is obvious that Paul had absolutely no problem with that. So, if Paul had no problem with it, the question becomes: Why do the Seventh Day Adventists have a problem with it?

I want to finish this up by noting that Sunday is not the new "Sabbath." A lot of Catholics, and non-Catholic Christians as well, will often refer to Sunday as the Sabbath for Christians, but technically it isn't. Sunday has replaced the Sabbath for Christians. The Catechism says, "Just as the seventh day, or Sabbath, completes the first creation, so the 'eighth day,' Sunday, the day of the week on which Jesus rose from the dead, is celebrated as the 'holy day' by Christians - the day on which the 'new creation' began. Thus the Christian observance of Sunday fulfills the commandment to remember and keep holy the Sabbath day."

Well, one last point: Always remember that your job is not to convert anyone...that is the Holy Spirit's job. Your job is to just throw out the seeds and pray that they land on good soil. So, if you make the points above, or any other points along these lines, with an SDA and seem to be getting nowhere, do not get frustrated and do not give up hope. Just keep making the points and keep praying... "

Bible Christian Sociaty / Dr. Martignoni

Info: Die Siebenten Tags-Adventisten haben weltweit 18.143.745 Mitglieder (Stand vom 01.01.2015)

Die "Hure Babylon"

Einige Menschen mit anti-katholischer Einstellung meinen, die Katholische Kirche sei die „Hure Babylon“ aus Offenbarung 17 und 18. Dave Hunt hat hierzu 1994 ein Buch mit dem Titel „A Woman Rides the Beast“ geschrieben. Er fuehrt neun Argumente an, um seinen Standpunkt zu belegen. Viele Fundamentalisten verwenden aehnliche „Argumente“ – sehen wir sie uns also an und ueberlegen uns, warum sie nicht funtkionieren:

Hunt meint unter anderem, die Hure sei eine Stadt, die auf sieben Bergen gebaut sei. Dies ist fuer ihn identisch mit den sieben Huegeln, auf denen das antike Rom erbaut wurde. Sein Argument stuetzt sich auf Offb 17, 9, wo steht, dass die Frau auf sieben Bergen sitzt.

Das griechische Wort, das hier verwendet wird, ist horos. Es kommt 65 Mal im Neuen Testament vor. In der King James Uebersetzung der Bibel wird es davon nur drei Mal mit „Huegel“ wiedergegeben. Die anderen 62 Mal wird es dort als „Berg“ uebersetzt. Aehnliches finden wir bei modernen Bibeln. Wenn die Hure aber auf sieben Bergen sitzt, kann sich das auf alles moegliche beziehen. Ein „Berg“ ist ein oft verwendetes biblisches Symbol (vgl. Ps 68, 15; Dan 2, 35; Amos 4, 1; Obad 8-21). Die sieben Berge der Hure koennten auch sieben Koenigreiche sein, ueber die sie regiert – oder mit denen sie etwas gemeinsam hat.

Auch die Zahl sieben kann symbolisch sein. Sie stellt in der Bibel oft die „Fuelle“, das Ganze und Vollstaendige dar. Dann koennte man hier etwa lesen, dass die Hure ueber alle Koenigreiche der Erde regiert.

Selbst wenn man „horos“ woertlich mit „Huegel“ uebersetzt, kommen wir immer noch nicht auf Rom. Es gibt noch andere Staedte, die auf sieben Huegeln erbaut wurden.

Selbst wenn man es auch als Hinweis auf Rom versteht – ueber welches Rom reden wir dann? Das heidnische Rom oder das christliche Rom? Auch das alte, heidnische Rom entspricht allen von Hunt angefuehrten Kriterien! Vielleicht sogar besser als das christliche Rom!

Dann gibt es da aber noch den Unterschied zwischen Rom und dem Vatikan – der Stadt, in der die Katholische Kirche ihre „Zentrale“ hat. Schon werden Hunts Argumente schwaecher und schwaecher. Die Vatikanstadt wurde naemlich nicht auf sieben Huegeln erbaut, sondern nur auf einem: dem Huegel des Vatikan. Und dieser Huegel gehoert nicht (!) zu denen, auf denen Rom gebaut wurde! Die Huegel naemlich, auf denen Rom erbaut wurde, befinden sich oestlich des Flusses Tiber. Die Vatikanstadt aber liegt westlich davon.

Hunt schreibt weiterhin, die Hure sei eine Stadt, „bekannt als Babylon“. Das gruendet sich auf Offb 17, 5, wo sie mit Babylon, die Grosse“ umschrieben wird.

Diese Bezeichnung „Babylon die Grosse“ (im griechischen Babulon a megala) findet sich fuenf Mal in der Offenbarung (14, 8; 16, 19; 17, 5; 18, 2; 18, 21). Sieben Mal wird Babylon  „die grosse Stadt“ genannt (16, 19; 17, 18; 18, 10; 16, 18; 19, 21). Darueber hinaus gibt es nur noch in 11, 8 eine Referenz, wo von „der grossen Stadt“ die Rede ist. Hier wird ueber die Leichen von den beiden Zeugen Gottes gesprochen: „Und ihre Leichen bleiben auf der Strasse der grossen Stadt liegen. Diese Stadt heisst, geistlich verstanden: Sodom und Aegypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt.“ (Einheitsuebersetzung).

Die „grosse Stadt“ wird symbolisch Sodom genannt, ein Hinweis auf Jerusalem. Jerusalem wurde im Alten Testament symbolisch „Sodom“ genannt (vgl. Jes 1, 10; Ezechiel 16, 1-3; 46-56). Ausserdem heisst es, dass dort auch ihr Herr gekreuzigt wurde – ein eindeutiger Verweis auf Jerusalem.

In der Offenbarung hat es immer den Anschein, als wenn dort nur von einer „grossen Stadt“ die Rede ist – DER „grossen Stadt“. Die Stadt in Offb 11, 8 ist also dieselbe als die Stadt, die in den anderen sieben Stellen auftaucht – Babylon. Ausserdem werden beide nach den grossen Feinden des Glaubens im Alten Testament genannt: Sodom, Aegypten und Babylon. Wir koennen also davon ausgehen, dass Babylon die Grosse Jerusalem – und nicht Rom! – ist. Sogar protestantische Bibelkommentare nehmen inzwischen diesen Standpunkt ein.

Andererseits aber haben fruehe Kirchenvaeter Rom als „Babylon“ beschrieben – allerdings sprachen sie da vom heidnischen (!) Rom, das die Christen hinrichtete.

Hunt schreibt weiterhin, dass die Frau eine „Hure“ genannt wird (Vers 1), mit der „die Koenige der Erde Unzucht getrieben“ haben. So etwas koenne man nur von zwei Staedten behaupten: Jerusalem und Rom.

Hunt gibt auch zu, dass die Profeten Jerusalem oft als spirituelle Hure bezeichnet haben. Die Hure koennte also durchaus auch Jerusalem sein. Das alte, heidnische Rom wuerde dem auch entsprechen. Indem es den Kaiser anbetete, trieb es geistige Unzucht mit den „Koenigen der Erde“ (also den Nationen, die es erobert hat).

Irgendwie muss Hunt aber auf die Vatikanstadt als Hure kommen und so versteht er die Unzucht als „unheilige Allianzen“ zwischen der Vatikanstadt und anderen Nationen. Das Problem hierbei: er gibt keinerlei Gruende an, warum denn die diplomatischen Beziehungen des Vatikan mit anderen Nationen „unheilig“ seien.

Ebenso verwechselt er laufend die Vatikanstadt mit der Stadt Rom. Auch uebersieht er die Tatsache, dass das heidnische Rom „unheilige Allianzen“ mit den Koenigreichen hatte, ueber die es herrschte – und zwar deshalb, weil diese Allianzen sich auf das Heidentum und den Kult um den Kaiser stuetzten.

Weiterhin schreibt Hunt, die Hure „war in Purpur und Scharlach gekleidet“ (Vers 4), den Farben des katholischen Klerus. Als „Beleg“ hierfuer zitiert er die Katholische Enzyklopaedie und will damit beweisen, dass Bischoefe ja bestimmte pupurfarbene Kleidungsstuecke tragen und Kardinaele manche rote Sachen anhaben.

Er laesst dabei aber voellig die symbolische Bedeutung dieser Farben ausser Acht: Purpur fuer das Koenigtum und rot fuer das Blut der christlichen Maertyrer. Stattdessen interpretiert er auf einmal alles woertlich. Wo er vorher noch sehr gut verstanden hat, dass die Frau eine Stadt symbolisierte und das Unzucht nichts mit Sex zu tun hatte, sieht er jetzt in den Farben einiger Kleidungsstuecke von Bischoefen und Kardinaelen eine woertliche Erfuellung.

Es scheint ihn dabei wenig zu kuemmern, dass Purpur und Rot keineswegs die vorherrschenden Farben des katholischen Klerus sind. So tragen zum Beispiel alle Priester weiss – selbst Bischoefe, Kardinaele und der Papst, wenn sie die Messe halten.

Das Purpur und Scharlach der Hure werden dem reinem Weiss des Neuen Jerusalem, der Braut Christi, gegenueber gestellt (Offb 19, 8). Das stellt Hunt aber vor einige Probleme: die vorherrschende Farbe des katholischen Klerus ist weiss. Nimmt man die Farbe woertlich, wuerde das also mit dem Neuen Jerusalem gleichzusetzen sein. Die Kleidung der Braut erhaelt weiterhin eine symbolische Bedeutung („die gerechten Taten der Heiligen“ Offb 19, 8), was beinhaltet, dass auch die Kleidung der Hure eine symbolische Bedeutung bekommen sollte. Schliesslich wird die Braut in Offb 3, 12, 21, 2, 10 als NEUES Jerusalem gesehen – was gleichzeitig aber auch heisst, dass die Hure das ALTE Jerusalem ist – ein Gegensatz, der auch anderswo in der Bibel zu finden ist (vgl. Gal 4, 25-26).
Hunt missachtet auch voellig, dass Purpur und Rot im katholischen Symbolismus eine liturgische Bedeutung. Purpur steht fuer die Busse und Rot fuer das Blut Christi und der Maertyrer.

Purpur und Rot waren also liturgische Farben der wahren Religion seid dem alten Israel.

So waren Karmesin und Ysop auch Bestandteil liturgischer Zeremonien (Lev 14, 4.6; 6; 49-52; Num 19, 6) und Gott selbst ordnete an, dass die Kleidung von Priestern aus Purpur und Karmesin sein sollten (Ex 28, 4-8; 15; 33; 39, 1-8; 24; 29).

Hunt behauptet weiterhin, dass der unglaubliche Reichtum der Hure die Aufmerksamkeit von Johannes errungen hat (vgl. Offb 17, 4). Der Vatikan heute ist aber keineswegs so reich und wohlhabend, wie mancher gerne glauben moechte. Ganz im Gegenteil: in den letzten Jahren gab es eigentlich immer ein Defizit im Budget und der jaehrliche Haushalt entspricht in etwa dem der Erzdioezese von Chicago. Reichtum war eher charakteristisch fuer das heidnische Rom oder fuer Jerusalem zu Zeiten der Apostel.

Schliesslich behauptet Hunt, die Hure haette einen goldenen Becher [einen Kelch] in der Hand, „der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefuellt war.“ (Offb 17, 4 – Einheitsuebersetzung). Und die Katholische Kirche sei ja wohl bekannt fuer tausende von goldenen Kelchen um den Globus. Um dies zu verdeutlichen, hat er eben dieses Wort „Kelch“ in Klammern eingefuegt (siehe oben), obwohl im Griechischen hier nur „Becher“ steht. 33 Mal erscheint dieses Wort im Neuen Testament und wird immer nur mit „Becher“ uebersetzt.

Hunt scheint es nicht zu interessieren, dass der Kelch in der Katholischen Kirche in der Feier der Eucharistie verwendet wird, ein Ritual, das von Jesus selbst angeordnet wurde (Lk 22, 19-20; 1 Kor 11, 24-25). Auch ist die Mehrzahl der verwendeten Kelche nicht aus Gold, sondern aus anderen Materialien (Kupfer, Silber, Glas, sogar Tonware). Ebenso waren goldene liturgische Gefaesse und Gegenstaende Bestandteil der wahren Religion seit dem alten Israel. Auch dies ein Gebot Gottes (Ex 25, 38-40; 37, 23-24; Num 31, 50-51; 2 Chr 24, 14). Ausserdem interpretiert er hier woertlich – dementsprechend ist der Becher der Hure nicht ein einzelnes Symbol, das sich auf die Stadt Rom bezieht, sondern eine Ansammlung von woertlichen verstandenen Bechern, die in einer grossen Anzahl von Staedten in der ganzen Welt verwendet wird. In der Offenbarung aber lesen wir, dass es der Becher von Gottes Zorn ist, der der Hure gegeben wird (Offb 14, 10; vgl. Offb 18, 6). Und das hat absolut gar nichts mit Eucharistischen Kelchen zu tun.

(Quelle: www.catholic.com)

Sonntagsgottesdienst

Kol 2:14-16 Christen sind nicht für die nicht Einhaltung der jüdischen Sabbat zu beurteilen
Röm  6:14 - Christen sind nicht an das jüdische zeremonielle Gesetz gebunden
Gal 4:9-11 Paulus hält die Einhaltung der jüdischen Tage der Beachtung als mögliches Beweismaterial des Irrenden aus dem Glauben.
Apg 20:7 - die jünger traf sich am ersten Tag der Woche (Sonntag) um Brot zu brechen (feiern die Eucharistie).
1 Kor 16:2 - die Korinther sammelte Geld für die Kirche am ersten Tag der Woche (Sonntag)

(Quelle: Sebastian R. Fama. Copyright © 2001 StayCatholic.com. Übersetzt mit Genehmigung. Übersetzer: Mike Esquibel. Herzlichen Dank, Mike!)

Der Sonntag

Samstag oder Sonntag?

Es gibt christliche Gemeinschaften, die behaupten, dass der Samstag – also der juedische Sabbat - und nicht der Sonntag der Tag des Herrn sei. Irgendwann (ueber den genauen Zeitpunkt schweigt man sich zumeist aus) nach der apsotolischen Zeit haette die Katholische Kirche den Tag des Herrn eigenmaechtig vom Samstag auf den Sonntag verlegt.

Bereits im Neuen Testament jedoch finden sich Bibelverse, die darauf verweisen, dass der Sabbat nicht mehr bindend ist und dass die Christen stattdessen am Sonntag den Tag des Herrn feiern sollten:

„Als wir am ersten Wochentag versammelt waren, um das Brot zu brechen, redete Paulus zu ihnen, den er wollte am folgenden Tag abreisen; und er dehnte seine Rede bis Mitternacht aus.“ (Apg 20, 7 – Einheitsuebersetzung).

Der „erste Tag“ war damals – wie noch heute bei den Juden – der „iom rishon“ (erster Tag). Der erste Tag aber war der Sonntag!

„Jeder soll immer am ersten Tag der Woche etwas zuruecklegen und so zusammensparen, was er kann. Dann sind keine Sammlungen mehr noetig, wenn ich komme.“ (1 Kor 16, 2 – Einheitsuebersetzung).

„Darum soll euch niemand verurteilen wegen Speise und Trank oder wegen eines Festes, ob Neumond oder Sabbat. Das alles ist nur ein Schatten von dem, was kommen wird, die Wirklichkeit aber ist Christus.“ (Kol 2, 16 – 17 – Einheitsuebersetzung).

„Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hoerte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune.“ (Offb 1, 10 – Einheitsuebersetzung).

 

Sehen wir uns an, was die Kirchenvaeter dazu zu sagen hatten:

In der Didache (70 n. Chr.) werden die Christen aufgefordert, sich an jedem Tag des Herrn zu versammelt und das Brot zu brechen, sowie zu danken, nachdem man seine Suenden gebeichtet hatte. Das Opfer sollte rein bleiben.

Im Brief von Barnabas (74 n. Chr.) heisst es, dass der achte Tag [Sonntag] mit Freude eingehalten wurde, der Tag an dem Jesus von den Toten auferstanden ist.
 
Ignatius von Antiochien schrieb 110 n. Chr., dass die, die in der alten Ordnung aufgewachsen sind [also die Juden], in den Besitz einer neuen Hoffnung gelangt sind und nicht mehr laenger den Sabbat beachten, sondern den Tag des Herrn, aus dem unser Leben entsprungen ist – durch Ihn und Seinen Tod.

Justin Martyr wiederum schrieb 155 n. Chr., dass die Versammlung der Gemeinde am Sonntag stattfindet, da dies der erste Tag ist, an dem Gott die Welt gemacht hat – und Jesus von den Toten auferstanden ist.

Tertullian schrieb 203 n. Chr., dass – sollten die alten Praktiken wie etwa die Beschneidung tatsaechlich einen Mann reinigen – warum hat Gott dann nicht auch Adam beschnitten? Adam wurde jedoch unbeschnitten erschaffen und hat auch den Sabbat nicht beachtet, ebenso sein Sohn Abel (Gen 4, 1-7; Heb 11, 4). Gleiches gilt fuer Noah und Enoch.

In der Didascalia (225 n. Chr.) lesen wir, dass der Gottesdienst am ersten Tag der Woche [Sonntag] stattzufinden habe, ebenso die Bibellesung und die Eucharistie, weil an diesem Tag unser Herr von den Toten auferstanden ist und ebenso an diesem Tag in den Himmel aufgefahren ist. Schliesslich werde Er auch an einem Sonntag mit den Engeln des Himmels wieder kommen.

Origen erinnerte 229 n. Chr. an das Vorbild Jesu, an Seinen Tod und Seine Auferstehung, der sich im Tag des Herrn widerspiegelt.

Victorinus meinte 300 n. Chr., der sechste Tag [Freitag] werde Parasceve genannt, sei also die Vorbereitung des Koenigreiches. Wegen der Passion Christi sei es deshalb etwa auch angebracht, freitags zu fasten. Am siebten Tag ruhte Gott von all Seiner Arbeit, segnete und heiligte sie. Er meinte weiterhin, Christus haette den juedischen Sabbat abgeschafft.

Eusebius von Caesarea schrieb 312 n. Chr., dass die fruehen Heiligen des Alten Testaments der Beschneidung des Koerpers keine Bedeutung beigemessen haben, ebensowenig wuerden Christen dies tun. Sie legten keinen Wert auf die Beachtung des Sabbat – auch Christen wuerden das nicht tun. Sie vermieden nicht bestimmte Speisen oder beachteten andere Vorschriften, die Moses der Nachwelt hinterlassen hat, damit sie diese als Symbole beachte – auch Christen wuerden dies nicht tun.

Christi Auferstehung von den Toten sei der einzige und wahre heilige Tag und der Tag des Herrn. Er sei besser als das, was das mosaische Gesetz forderte und auch besser als der Sabbat. All diese Tage seien nur Schatten von Tagen und nicht wirkliche Tage (dies schrieb er 319 n. Chr.).

Athanasius schrieb 345 n. Chr., das der Sabbat das Ende der ersten Schoepfung gewesen sei, der Tag des Herrn aber der Beginn der zweiten, in der Er die alte erneuerte und wiederherstellte – in derselben Art und Weise, wie Er vorgeschrieben hatte, dass sie frueher den Sabbat beachten sollten als Erinnerung an das Ende der ersten Dinge ehren wir den Tag des Herrn als das Gedenken an die neue Schoepfung.

Cyril von Jerusalem schrieb 350 n. Chr., man solle den Sabbat nicht mehr beachten, ebenso wenig wie man irgendein Fleisch unrein nennen solle.

Das Konzil von Laodizaea gab 360 n. Chr. bekannt, Christen sollten am Sabbat arbeiten, den Tag des Herrn aber besonders achten und wenn moeglich an diesem Tag nicht arbeiten.

Johannes Chrysostom schrieb 387 n. Chr., als Gott uns in den Zehn Geboten anwies, nicht zu toeten, Er keineswegs noch einen Grund hierfuer hinzufuegen musste (etwa „weil Mord etwas Boeses ist“). Warum aber sagte Er, als Er uns gebot, am siebten Tag nicht zu arbeiten, dass der Grund hierfuer sei, dass Er am siebten Tag von Seiner Schoepfungstat ruhte (Es 20, 10-11)? Weil dieses letzte Gebot nicht zu den vorrangigen gehoerte. Dieses Gebot wurde nicht genau definiert und blieb eher vorlaeufig und wurde deshalb auch spaeter abgeschafft. Notwendig und lebenswichtig aber sind Gebote wie das, nicht zu toeten, nicht zu stehlen oder keinen Ehebruch zu begehen. Bei diesen musste Gott keinen Grund angeben und ebensowenig eine Anweisung – es genuegte das Verbot.

395 n. Chr. schrieb er, dass wir nun Jesus angezogen haben, ein Glied des Herrn seien und in der himmlischen Stadt eingetragen sind – warum also sollten wir noch dem Gesetz des Mose anhaengen? Wie ist es dann fuer uns moeglich, das Koenigreich zu erlangen? Wenn man Paulus zuhoert, stellt man fest, dass die Beachtung des Gesetzes das Evangelium ueber den Haufen wirft. Warum also den Sabbat halten und mit den Juden fasten?

In den Apostolischen Konstitutionen lesen wir 400 n. Chr., dass der Tag, an dem unser Herr auferstand, der Tag des Herrn sei. An diesem Tag sollen wir uns versammeln, den Herrn lobpreisen. An diesem Tag werden die Profeten gelesen, das Evangelium gepredigt und das Messopfer dargebracht.

Augustus schliesslich sagte 412 n. Chr., dass der Sabbat nicht von Christen beachtet werden sollte. Ebenso hielt er es fuer moeglich, dass Paulus nicht von den Zehn Geboten sprach, als er in 2 Kor 3, 6 darauf hinwies, dass der Buchstabe toetet, sondern das Gesetz der Beschneidung und anderer Riten, die nun abgeschafft seien.

Papst Gregor 1 meinte dann 597 n. Chr., dass manche Menschen faelschlicherweise der Ansicht seien, man muesse Arbeit am Samstag verbieten. Er nannte die, die dies predigten gar Prediger des Antichristen. Wer den Sabbat beachte, muesste auch fleischliche Opfer darbringen und die Beschneidung beachten. Wer aber beschnitten sei, dem helfe Christus nichts (vgl. Gal 5, 2).

Sabbat heisst eigentlich, dass wir innehalten und zur Ruhe kommen sollen.

Als die Juden in der Diaspora lebten, war den Menschen, mit denen sie zusammenlebten, dieser Sabbat fremd. Der Sabbat galt besonders den Schutzlosen – Menschen wie Tieren. Die Profeten warnten davor, den Sabbat zu einem Tag der Arbeit und des Geschaefts zu machen.

Als die Juden den Sabbat feierten, feierten sie damit auch den Bund mit Gott. Der Gott, der einen Tag fuer das Ausruhen vorgesehen hatte. Wer im Ebenbild Gottes erschaffen wurde, nimmt somit Anteil an der Arbeit wie an der Ruhe. Das heisst aber nicht, dass man am Sabbat nichts tun sollte. Man sollte vielmehr diesen Tag fuer und mit Gott verbringen.

Das Halten des Sabbats galt als Pflicht, da es daran erinnerte, dass Gott Israel aus Aegypten befreite. Wer den Sabbat haelt, feiert also die Freiheit und den Bund mit Gott.

Im Erinnern an die eigene Versklavung erinnerte sich Israel aber auch an die Sklaven im eigenen Umfeld. Der Sabbat sollte fuer alle da sein. Er ist ein Tag der Freude.

Eine besondere Bedeutung hatte der Sabbat im babylonischen Exil, als man ihn nicht mehr im Tempel feiern konnte. Hier wurde der Sabbat zu einem Ausdruck der Identitaet und der Bundestreue zu Gott. Das aeussere Einhalten des Sabbats zeugte von der inneren Erneuerung des Bundes.

Der Sabbat drueckte aber auch Hoffnung aus. Er weist auf die Zeit hin, wo die Menschen in der Herrlichkeit leben duerfen, wo es keine Trauer mehr gibt und Freude, Freiheit und Heil fuer immer Bestand haben werden.

Kein anderes Gebot hatte unter den Zehn Geboten einen aehnlich breiten Raum (vgl. Ex 20, 8-11; Dtn 5, 12-15).

Bei den Christen wurde schliesslich der Sonntag zum „Herrentag“.

Er steht in enger Beziehung zum alttestamentlichen Sabbat, ist aber nicht dasselbe. Christen feiern, weil Jesus Christus auferstanden ist – am Sonntag. Er, der uns von Suende und Tod befreit hat und die Neue Schoepfung ins Leben gerufen hat. Am ersten Tag der Woche feiern Christen den Neuen Bund.

Das Zweite Vatikanische Konzil holte schliesslich wieder den Sonntag als „achten Tag“ aus der Versenkung hervor.

Seit der Zeit der Apostel versammelten sich Christen am ersten Tag der Woche. Sie feierten damit Tod und Auferstehung Jesu (vgl. Apg 20, 7). An diesem Tag versammelte sich die Gemeinde und brach das Brot, feierte also die Eucharistie. Dies wiederum ist ein grundlegender Unterschied zum Sabbat. Aus diesem Grund wurde der Sonntag ausserdem auch „Herrentag“ genannt (vgl. Offb 1, 10).

Die Bezeichnung „Herrentag“ heisst dabei nicht ausschliesslich, dass die Christen etwas fuer den Herrn zu tun haetten. Es bedeutet, dass sich Gott an die versammelte Gemeinde wendet. Am Sonntag gedenken und feiern die Christen, dass wir durch Christus erloest und neu geschaffen wurden.

Schon die ersten Christen (etwa Ignatius von Antiochien) waren der Ueberzeugung, dass der Sonntag lebenswichtig sei, da er der ganzen Woche Mass und Richtung gab.

In der Didache, geschrieben 100 n. Chr. heisst es etwa in 14, 12: „Am Herrentag des Herrn aber versammelt euch, brecht das Brot und feiert die Eucharistie, nachdem ihr zuvor eure Suenden bekannt habt, damit euer Opfer rein sei. Es soll aber keiner, der mit seinem Naechsten Streit hat, sich mit euch versammeln, bis sie sich ausgesoehnt haben, damit euer Opfer nicht entweiht werde.“


Die fruehen Christen sahen es als ihre Pflicht an, den Tag des Herrn zu feiern, selbst wenn die Teilnahme am Herrenmahl zu Verfolgung und Martyrium fuehrte.

Kaiser Konstantin machte den Sonntag schliesslich 321 zum offiziellen Feiertag. Und so wie im Alten Bund auch wird am christlichen Sonntag Ruhe gehalten und man nimmt am christlichen Gotesdienst teil.

 

Lesen wir aus der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils:

„Aus apostolischer Ueberlieferung, die ihren Ursprung auf den Auferstehungstag Christi zurueckfuehrt, feiert die Kirche das Pascha-Mysterium jeweils am achten Tag, der deshalb mit Recht Tag des Herrn oder Herrentag genannt wird. An diesem Tag muessen die Christen zusammenkommen, um das Wort Gottes zu hoeren, an der Eucharistiefeier teilzunehmen und so des Leidens, der Auferstehung und der Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus zu gedenken und Gott dankzusagen, der sie ‚wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten’ (1 Petr 1,3). Deshalb ist der Herrentag der Ur-Feiertag, den man der Froemmigkeit der Glaeubigen eindringlich vor Augen stellen soll, auf dass er auch ein Tag der Freude und der Musse werde. Andere Feiern sollen ihm nicht vorgezogen werden, wenn sie nicht wirklich von hoechster Bedeutung sind; denn der Sonntag ist Fundament und Kern des ganzen liturgischen Jahres“ (SC 106).


Schon die fruehen Christen kamen also am Sonntag zusammen, um in der Eucharistie Gottes Erbarmen zu feiern, gemeinsam den Glauben zu feiern und einander im Glauben zu bestaerken. Das Zusammekommen ist also ein sichtbares Zeichen des Glaubens und lebensnotwendig fuer die Gemeinde.

Schon im Neuen Testament zeigten sich aber Anfechtungen und Bedrohungen (vgl. 1 Kor 10-14), so etwa soziale Ungleichheit oder Hochmut. Paulus ruft uns dazu auf, unsere Gaben einzubringen, wenn wir am Gottesdienst teilnehmen, aus Liebe zu Christus und zu unseren Mitmenschen. Jeder Einzelne traegt durch seine Gnadengaben und Glaubenserfahrungen den Glauben der Gemeinde.

 

Wie sieht es nun mit dem Sonntag heute aus?

Der Sonntag hat heute nicht dieselbe Bedeutung wie zu frueheren Zeiten. Er ist fuer viele nicht mehr ein besonderer Tag in der Woche, sondern Teil eines verlaengerten Wochenendes. Das Wochenende hat fuer die Menschen unterschiedliche Bedeutung. Zum einen ist es natuerlich eine Art Befreiung von den Verpflichtungen des Alltags und bedeutet Freizeit. Fuer andere heisst dies aber auch eine Zeit der Ruhe und der Teilnahme am Gottesdienst. Andere nehmen an Veranstaltungen teil oder besuchen Freunde oder Verwandte. Natuerlich kommt durch den Wechsel von Arbeit und Freizeit auch eine gemeinschaftliche Ordnung des Lebens zum Ausdruck. Schliesslich bedeutet das Wochenende auch Zeit fuer die Familie.

Es gibt aber in unserer Industriegesellschaft auch Menschen, die kein freies Wochenende haben und arbeiten muessen. Wer am Sonntag wieder zu weit entfernten Arbeitsstaetten aufbrechen muss, hat ebenso nicht viel von diesem Tag. Wer im Gegenzug dazu arbeitslos ist, fuer den kann der Sonntag eher ein Tag der Leere sein. Geschiedene, Alleinlebende oder Menschen, die jemanden veloren haben, erfahren am Sonntag oft besonders stark eine Zeit der Einsamkeit, Trennung und Traurigkeit. Wieder andere machen am Wochenende genauso weiter wie unter der Woche: fuer sie ist der Sonntag ein Tag wie jeder andere. Dann gibt es Menschen, die koennen mit sich und ihrem Leben nichts anfangen und sind froh, wenn es wieder Montag ist. Schliesslich gibt es noch die, die anhand der vielen Freizeitangebote und Ueberangebote in eine Art Wochenendstress verfallen.

In einer Gesellschaft, in der der christliche Glaube immer mehr verdraengt wird, gedeiht eine weltliche Form der Wochenendkultur. Dies hat allerdings auch wieder Auswirkungen auf Christen, die das ganze Wochenende verplanen und bei denen der christliche Aspekt eher an den Rand geraet. Wer dann doch in die Kirche geht und an der Eucharistie teilnimmt, tut das manchmal eher aus einer Art laestigen Pflichterfuellung heraus. Oder man nimmt nur am Gottesdienst bzw. an der Eucharistie teil, wenn man „Lust“ oder „Zeit“ dazu hat. Wenn gerade nichts Wichtigeres ansteht.

Gleichwohl ist es aber wichtig, den Sonntag auch als solchen zu feiern und damit einen Ausgleich zur stressigen Arbeitswoche zu schaffen. Wie schnell kann man durch die Zwaenge und Verpflichtungen der Arbeitswelt versklavt werden und vereinsamen und dabei vergessen, wofuer wir das alles tun und dass es noch mehr gibt als nur Arbeit. Ruhe und eine Zeit fuer und mit Gott und der Gemeinde sind lebenswichtig fuer unsere koerperliche, emotionale und spirituelle Gesundheit. Arbeit ist nichts Schlechtes – sie braucht aber einen Ausgleich.

Auch sollten wir am Sonntag daran denken, dass es Menschen gibt, die am Sonntag arbeiten muessen – und so weit wie moeglich ihre Last zu tragen versuchen, damit auch sie in den Genuss eines freien Sonntags kommen.

Der Hoehepunkt eines jeden Sonntags ist aber die Feier der Eucharistie, wie es uns Jesus geboten hat. Die Kirche verpflichtet Ihre Glaeubigen aus apostolischer Tradition heruas zur sonntaeglichen Teilnahme an dieser Eucharistiefeier (vgl. Heb 10,25). In Schriften der ersten Christen (etwa der Didascalia II, 19,1) heisst es etwa, dass derjenige, der der sonntaeglichen Eucharistie fernbleibe, die Kirche verkleinere und „eines Gliedes beraube“. Ebenso sollen die Glaeubigen am Sonntag keine Taetigkeiten verrichten, die sie vom Gottesdienst abhalten oder ihrem Geist und ihrem Koerper nicht ermoeglichen, die noetige Ruhe zu finden.

Manch einer mag sich nun beklagen, dass all dies ein kirchliches Gebot ist, das ab dem siebten Lebensjahr einzuhalten ist. Die Verpflichtung entsteht aber nicht aus dem Gebot der Kirche, sondern eher aus der Jesus geschuldeten Teilnahme an Seinem Opfer. Wenn wir das Sonntagsgebot brechen, verfehlen wir uns also gegenueber der Kirche und gegenueber Jesus Christus selbst.

 

Ist ein Brechen des Sonntagsgebots nun eine schwere Suende?

Nun, hierfuer sind mehrere Faktoren zu beruecksichtigen. Warum etwa bricht jemand dieses Gebot? Steht er der Kirche und dem Gottesdienst gleichgueltig gegenueber? Oder gar ablehnend? All dies zeigt sich zumeist in einem regelmaessigen Fernbleiben. Hier wird man allerdings schwer schuldig. Auch muss hier angemerkt werden, dass der Besuch und die Teilnahme an der Feier der Eucharistie nicht dem Wollen oder Nichtwollen des Einzelnen ueberlassen werden darf.

Es kann aber durchaus Gruende geben, warum jemand nicht an der sonntaeglichen Eucharistiefeier teilnehmen kann. Es kann z.B. sein, dass er hierdurch schwere persoenliche Nachteile erleidet (etwa eine Zerruettung der Ehe), dass er dadurch Belastungen ausgesetzt wird, die nicht zumutbar sind (wenn man etwa krank ist oder sehr weite Wege zuruecklegen muss) oder es Gruende aus dem Bereich der Naechstenliebe gibt (etwa wenn jemand seinen kranken Vater pflegen muss oder Kleinkinder zuhause hat). Wenn moeglich, sollte man in all diesen Faellen aber versuchen, wenn irgend moeglich eine Loesung zu finden, die eine Teilnahme an der Messe ermoeglicht.

Wenn es jemand aus guten Gruenden aber trotzdem nicht schafft, am Gottesdienst teilzunehmen, sollte er auf jeden Fall versuchen, auf andere Art und Weise Zeit mit Gott zu verbringen (Bibellesen, Gebete, Meditation, Krankenkommunion, Besuch der Messe waehrend der Woche etc.).

Gerade in Familien mit Kindern kann man den Wert des regelmaessigen gemeinsamen Gottesdienstbesuches nicht hoch genug einschaetzen. Die Kinder sollen schliesslich am Beispiel der Eltern lernen und so wertvolle Erfahrungen machen.

 

Kann man nun eigentlich auch mit Christen aus anderen Denominationen zusammen Gottesdienst feiern? Erfuellt man dadurch nicht auch das Sonntagsgebot?

Fuer Katholiken gehoert der Herrentag (Sonntag) und das Herrenmahl (Eucharistie) zusammen. Am Tag der Feier der Auferstehung Jesu Christi soll auch Sein Tod und Seine Auferstehung in sakramentaler Art und Weise gefeiert werden. Das Messbuch der Katholischen Kirche ist hier eindeutig (vgl. CIC, can. 1247) und verpflichtet die Glaeubigen zur Teilnahme an der Messfeier. Hierzu gehoert, dass die Messe im katholischen Ritus am Feiertag oder am Vorabend zu besuchen ist.

Mit orthodoxen Kirchen besteht eine sehr enge Gemeinschaft. Ihre Sakramente werden von der Katholischen Kirche anerkannt, ebenso ihre apostolische Sukzession hinsichtlich des Priestertums und der Eucharistie. Hier gibt es auch Ausnahmen: Im Oekumenischen Direktorium lesen wir etwa: „Wenn die Notwendigkeit es erfordert oder ein wirklicher geistlicher Nutzen dazu raet und vorausgesetzt, dass jede Gefahr des Irrtums und des Indifferentismus vermieden wird, ist es jedem Katholiken, dem es physisch oder moralisch unmoeglich ist, einen katholischen Spender aufzusuchen, derlaubt, die Sakramente der Busse, der Eucharistie und der Krankensalbung von einem nicht-katholischen Spender der Ostkirche zu empfangen“ (123). „Die katholischen Spender koennen erlaubt die Sakramente der Busse, der Eucharistie und der Krankensalbung Mitgliedern der orientalischen Kirchen spenden, wenn diese von sich aus darum bitten und in rechter Weise disponiert sind“ (125).

Kirchen und kirchliche Gemeinschaften jedoch, die aus der Reformation hervorgegangen sind, erfuellen andere Voraussetzungen. Eine hinreichende Glaubens- oder Sakramentsgemeinschaft ist hier nicht (mehr) gegeben. Eine Kommuniongemeinschaft ist hier also nicht moeglich (vgl. KKK 1400; KEK 1, 360f).

Katholische Amtstraeger duerfen die Sakramente also nur katholischen Glaeubigen spenden und katholische Glaeubige wiederum duerfen diese nur von katholischen Spendern empfangen. Die „Richtlinien fuer die oekumenische Praxis“ regelt die Ausnahmen, die evangelischen Christen unter Umstaenden die Zulassung zur Kommunion gestattet. Eine konfessonsverschiedene Ehe reicht hierfuer nicht aus, ebenso wenig, dass Katholiken das evangelische Abendmahl empfangen duerfen (vgl. Gemeinsames Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland „Zur konfessionsverschiedenen Ehe“ vom 1. 1. 1985, II, 1).

Die Gemeinsame Synode der deutschen Bistuemer hat hierzu im „Beschluss: Gottesdienst“ gesagt, dass sie „zum gegenwaertigen Zeitpunkt die Teilnahme eines katholischen Christen am evangelischen Abendmahl nicht gutheissen“ kann (5.5.). Weiter: „Die Synode bittet die katholischen und die evangelischen Christen um Verstaendnis fuer die Haltung in der Frage der Eucharistiegemeinschaft. Es geht ihr darum, dass die notwendigen Bemuehungen um ein gemeinsames Eucharistieverstaendnis nicht durch ein uebereiltes Vorgehen Schaden leiden. Das immer schmerzlich erfahrene Getrenntsein am Tisch des Herrn soll uns Antrieb sein, im theologischen Gespraech und im Gebet auf jene volle Einheit hinzuarbeiten, die der Herr im Abendmahlsaal von seinem Vater erfleht hat und die in der gemeinsamen Eucharistie ihren Ausdruck finden soll“ (5.6).

Am 24. 2. 1994 hat die Deutsche Bischofskonferenz erklaert, dass oekumenische Gottesdienste Wortgottesdienste sind, „in denen Katholiken sich mit Christen, die anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften angehoeren, zum gemeinsamen Gebet versammeln“. Diese oekumenischen Gottesdienste ersetzen aber nicht die sonntaegliche Eucharistiefeier, sondern sind als Ausnahme zu sehen. Sonntaegliche Gottesdienste ohne Priester, die an die Stelle der „Eucharistie treten, haben an der katholischen Sonntagsliturgie und Sonntagsspritualitaet orientierte Feierordnungen; sie lassen sich daher so nicht als oekumenische Gottesdienste gestalten und muessen als von der Situation erzweungene Ausnahmen gesehen werden“. Wenn es nicht moeglich sein sollte, dass jede Gemeinde zuerst ihren eigenen Gottesdienst und dann den oekumenischen Gottesdienst feiert, kann es Ausnahmesituationen geben, bei denen ein oekumenischer Gottesdienst an Sonntagen und kirchlichen Feiertagen am Vormittag stattfindet. Die Feier der Eucharistie darf aber dann nicht ausfallen. Katholiken mussen die Moeglichkeit zur Teilnahme an der Eucharistie haben.


(Quelle: www.catholic.com sowie: Katholischer Erwachsenen-Katechismus. Zweiter Band. Herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz. Verlag Herder. Bonn, 1995)

 


Wieso nannten die fruehen Christen den Sonntag „Herrentag“?

Die ersten Christen feierten am ersten Tag („iom rishon“) der juedischen Woche, dem Sonntag. An diesem Tag wurde des Pascha-Mysteriums gedacht – Jesu Selbsthingabe in Tod und Auferstehung („Wochenpascha“)

In der Heiligen Schrift lesen wir, dass Jesus, nachdem er auferstanden ist, Seinen Juengern am ersten Tag der Woche erschien. Deshalb nannten sie diesen Tag „Herrentag“ und feierten ein „Herrenmahl“. An diesem Tag kamen sie zusammen, um zu beten, sich darueber auszutauschen, was der Herr getan und gelehrt hatte und das Brot zu brechen – und so Seine Gegenwart zu erfahren.

Als der roemische Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert den Tag der Sonne zu einem oeffentlichen Ruhetag erklaerte, war dies fuer die Christen eine enorme Erleichterung. Umso mehr, als spaeter die Kirche einen Anteil am Verbot „knechtlicher Arbeiten“ am Sonntag hatte und dies durchsetzen half.

(Quelle: www.fernkurswuerzburg.de)

 

Samstag oder Sonntag

"Denn vom siebten Tag heißt es an einer Stelle: Und Gott ruhte am siebten Tag aus von all seinen Werken; hier aber heißt es: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Da es nun dabei bleibt, dass einige hineinkommen, die aber, die früher die Freudenbotschaft empfangen haben, wegen ihres Ungehorsams nicht hineingekommen sind, setzt er aufs Neue einen Tag fest, nämlich: Heute, indem er durch David, wie schon gesagt, nach so langer Zeit spricht: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht! Denn hätte schon Josua sie in das Land der Ruhe geführt, so wäre nicht von einem anderen, späteren Tag die Rede. Also ist dem Volk Gottes eine Sabbatruhe vorbehalten." (Heb 4,4-9 - Einheitsübersetzung)

1000-jähriges Reich?

Es gibt Christen, die das in der Offenbarung beschriebene 1000-jährige Reich wörtlich nehmen, also genau so, wie es dort steht. Es gibt hierbei nur ein Problem: Bibellesen ist nicht dasselbe wie Bibelstudium - und nicht umsonst warnt uns die Bibel davor, einfach Bibelverse nach eigenem Gutdünken auszulegen, ohne Führung durch den Leib Christi - die Kirche.


Was sagt die Katholische Kirche also hierzu?


Vom 1000-jährigen Reich (dem “Millenium”) lesen wir in der Offenbarung, wo es heisst, dass Satan 1000 Jahre lang in Ketten gelegt wird (Offb 20,1-3). Während dieser Zeit werden christliche Märtyrer mit Jesus Christus herrschen (Offb 20,4-6). Nach diesen 1000 Jahren wird Satan dann wieder befreit und darf gegen die Heiligen Gottes Krieg führen (Offb 20,7-9). Anschließend wird es dann die allgemeine Auferstehung geben (Offb 20,5) sowie die endgültige Vernichtung Satans (Offb 20,10) und schließlich das Jüngste Gericht, das über die Lebenden und die Toten abgehalten wird (Offb 20,1-15).

 

Die katholische Exegese hat seit den Zeiten des Hl. Augustus und des Hl. Jerome dieses 1000-jährige Reich als einen symbolischen Hinweis auf das Alter der Kirche gesehen, also den Zeitraum zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu (also Seiner Zeit auf Erden und Seiner endgültigen Wiederkunft irgendwann in der Zukunft). Zuvor gab es Theologen und Geistliche, die man “Chiliasten” nannte (vom griechischen Wort chilioi, was 1000 bedeutet). Sie glaubten daran, dass Jesus zurückkehren wuerde, um eine 1000-jährige Herrschaft zu beginnen. Eine Art goldenes Zeitalter, wo die Welt von Frieden und Wohlstand erfüllt sein würde. Und manch einer glaubt das noch heute.

 

Die Katholische Kirche hat hierzu noch nicht offiziell Stellung genommen. 1944 wurde aber offiziell entschieden, dass der Millenarismus, also die Hoffnung auf ein künftiges Königreich auf Erden, nicht als christliche Doktrin gelehrt werden kann.

 

Lesen wir hierzu den Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 676:

 

“Dieser gegen Christus gerichtete Betrug zeichnet sich auf der Welt jedesmal ab, wenn man vorgibt, schon innerhalb der Geschichte die messianische Hoffnung zu erfüllen, die nur nachgeschichtlich durch das eschatologische Gericht zu ihrem Ziel gelangen kann. Die Kirche hat diese Verfälschung des künftigen Reiches, selbst in ihrer gemäßigten Spielart, unter dem Namen “Millenarismus” zurückgewiesen, vor allem aber die “zuinnerst verkehrte”politische Form des säkularisierten Messianisum.”

 

(Quellen: Libreria Editrice Vaticana Katechismus der Katholischen Kirche. R. Oldenburg Verlag, München, 1993. Dr. Scott Hahn, Catholic Bible Dictionary. Doubleday Religion, Doubleday Inc, New York 2008. Go and get these books!)