Katholisch Leben!

The Jesus Brothers

Über mich

Es gab zwei entscheidende Wendepunkte in meinem Leben.

Hier Teil 2:

Nach turbulenten Jahren, in denen ich weit, weit weg von Gott war und meinem wieder erwachten Glauben wollte ich wöchentlich Gottesdienste besuchen. Nun war ich allerdings viele Jahre in keiner Kirche mehr und von der Bibel und Grundsatzfragen christlichen Glaubens hatte ich wenig Ahnung. Wie viele andere Menschen bastelte ich mein Gottesbild "gefühlsmäßig" zusammen.

Wie auch immer, ich ging in eine katholische Kirche in München. Nach meiner Vergangenheit und dem Feuer, das nun in mir brannte, wollte ich etwas, das diesen Durst stillt. Lebendiges Wasser.

Der Gottesdienst allerdings war ziemlich ernüchternd. Und anschließend ging wieder jeder seines Weges. Das soll es gewesen sein? Das war christlicher Glaube?

Ich brannte und wollte mehr. Über das Internet fand ich eine freie evangelische Gemeinde. Ich ging hin und war positiv überrascht. Hier war der Gottesdienst lebendiger, die Menschen trafen sich auch vorher und hinterher noch, man wurde freundlich aufgenommen, ohne gleich "überrumpelt" zu werden und irgendwie schien es dort mehr Menschen zu geben, denen es ging wie mir und die noch das Feuer in sich hatten.

Hier schien ich eher zuhause zu sein. Ich traf mich in den nächsten Wochen öfter mit den Christinnen und Christen dort. Die Angebote in dieser Gemeinde waren für mich als Katholiken völlig ungewöhnlich - ich war jedoch positiv überrascht. Bibelstunden kannte ich bis dato noch gar nicht. Dass Menschen zusammen die Bibel lesen und darüber sprechen, war mir völlig neu. Auch, dass man füreinander betet.

Eine Frau dieser Gemeinde setzte sich dankenswerterweise wöchentlich mit mir zusammen, um mir die Grundlagen des christlichen Glaubens beizubringen.

Irgendwann beschloss ich, mich dort (nochmals) taufen zu lassen. Ich ging davon aus, dass die Kindstaufe "unbiblisch" sei, und "richtig" getauft werden wollte ich allemal.

Das Feuer brannte immer noch. Ich ging zu den wöchentlichen Bibelstunden und zum Gottesdienst am Sonntag. Schön und gut. Und das war's? Wieder beschlichen mich leise Zweifel. In der Bibel liest sich das ganz einfach - ernährt die Hungrigen, besucht die Gefangenen usw. Ich fragte nach, ob ich so etwas machen könnte, aber irgendwie gab es so etwas dort nicht. Man traf sich halt zur Bibelstunde und zum Gottesdienst - und fertig.

Ich will diese Menschen nun keineswegs schlecht machen. In dieser Gemeinde habe ich großartige Christinnen und Christen getroffen, die den christlichen Glauben als etwas begriffen haben, das man tagtäglich - auch und gerade! - praktisch lebt.

Mit der Zeit wurde ich immer unzufriedener. Das Feuer brannte und wollte gestillt werden.





Über einen Freund in den USA - ebenfalls Christ - bekam ich die Adresse einer "bibeltreuen" Gemeinde hier in München. Ich war vor Monaten schon mal dort und beschloss, es nochmal zu wagen.

Die nächsten Jahre verbrachte ich praktisch in dieser Gemeinde. Es gab dort viel Bibelunterricht, gemeinsame Versammlungen (Gottesdienste) sonntags und ein sehr familiäres Verhältnis. Noch heute sehe ich die Menschen dort als meine Familie. Die Christen in dieser Gemeinde sind sehr bemüht, ihr Leben an der Bibel - und nur an ihr - zu orientieren. Alles andere ist menschliche Tradition und hat in der Gemeinde nichts zu suchen.

Für eine Zeit lang erschien mir die Art und Weise, wie hier die Bibel ausgelegt wurde, sehr einleuchtend und richtig. Immer wieder aber versuchte ich, zusammen mit anderen Neues zu beginnen. Vor allem soziale Projekte,. Evangelisation usw. Schließlich spricht Jesus sehr viel davon im Neuen Testament. Zwar wurde mir schnell bewusst, dass ich nicht mein persönliches Bild einer perfekten Gemeinde anderen aufzwingen kann, aber auch hier war es mir einfach zu wenig, mich zur Bibelstunde und zum Gottesdienst mit meinen Geschwistern im Herrn zu treffen. Das Feuer in mir brannte und war noch immer nicht gelöscht.

Mit den sozialen Projekten und der Evangelisation war aber auch hier nicht viel los. Noch immer war ich auf der Suche.

Ich surfte im Internet und zu meiner eigenen Überraschung waren es immer katholische Seiten, die ich anklickte. Sehr viel auch über das Ordensleben. Ab und zu ging ich auch in eine - leere - katholische Kirche, setzte mich hin und betete still. Irgendwie hatte ich dort das Gefühl, "zuhause" zu sein.


Wenn ich heute zurück blicke, kann ich es nur als Fügung Gottes sehen, dass ich eines Tages mit den Kapuzinern in Ingolstadt Kontakt aufnahm und fragte, ob ich mal vorbei schauen könnte. Ich weiß noch sehr gut, als ich im Zug dorthin saß und mit mir selbst redete. Ob ich denn völlig übergeschnappt sei? Kapuziner?? Kloster??

Ich weiß auch nicht, warum. Seit meiner Kindheit (ich war Ministrant auf dem Land und in unserer Stadt gab es ein - mittlerweile aufgelöstes - Franziskanerkloster) war ich vom Hl. Franz von Assisi fasziniert. Ich bin auch durch Homepages der Franziskaner gesurft, aber bei den Kapuzinern hat es sofort "gefunkt".

Nun stand ich also in Ingolstadt und klingelte an der Klosterpforte. Meine Empfindungen damals als unsicher und etwas verstört zu beschreiben, ist wohl noch milde ausgedrückt.

Ich verbrachte einige Stunden dort. Ein junger Novize zeigte mir das Kloster und wir redeten viel über das Ordensleben und seinen Entschluss, den Kapuzinern beizutreten. Mittags aßen und beteten wir zusammen und ich durfte auch den Guardian kennen lernen (servus, Georg!!).

Als ich mich dann wieder verabschiedete und nach Hause fuhr, war ich noch mehr verwirrt. Vieles von dem, was ich hörte und sah, passte so gar nicht zu den freikirchlichen Glaubensinhalten - und doch hat es in mir einen Nerv getroffen. Ich war zutiefst berührt und selbst etwas verwirrt deshalb.

Ich denke mal, die Kapuziner dort haben nicht erwartet, je wieder etwas von mir zu hören.

In den nächsten Monaten war mein Glaubensleben eine Art Achterbahnfahrt. Irgendetwas stimmte nicht mehr und ich war völlig durcheinander. Ich las mehr und mehr katholische Literatur, besuchte katholische Kirchen (schließlich war ich ja immer noch Katholik!) und merkte, wie sich in mir ein Wandel vollzog.

Irgendwann fuhr ich wieder nach Ingolstadt. Und Altötting. Ich bat um die Erlaubnis, mit den Brüdern ab und zu leben und arbeiten zu dürfen.

Diese Monate haben mir unglaublich viel gegeben. Die Demut und das radikale Leben in der Nachfolge Jesu, die ich dort antraf, haben mich im Innersten berührt und zutiefst beschämt. Wie erbärmlich sah da mein Glaubensleben aus und wie sehr hing ich noch an weltlichen Dingen!

Inzwischen habe ich auch den Provinzial - Pater Josef Mittermaier - kennen gelernt. Ein sehr beeindruckender Mann, der eine natürliche Autorität ausstrahlt und gleichzeitig eine tiefe Demut und von Herzen kommende Freundlichkeit. Wir haben uns über vieles unterhalten - auch über meine Zeit bei den Freikirchen. Und - im Gegensatz zu vielen Christen in Freikirchen - kam von katholischer Seite nie ein schlechtes Wort über die Christen dort. Ganz im Gegenteil - Pater Josef meinte einmal, er wisse, wie aufrichtig die Menschen dort in der Bibel lesen würden, aber "manchmal brauchen die Menschen etwas Beständiges". Dieser Satz hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Da war viel Wahres dran. Die relativ kurzfristige Lebensdauer der meistern Freikirchen, die hohe Fluktuation dort, die verschiedenen Glaubensauffassungen - und das im Vergleich zu einer Kirche, die seit 2.000 Jahren wie ein Fels stand!

Irgendwann sah ich dann, dass es einen Tag der "Berufungspastoral" mit Bruder Paulus in Ingolstadt gab. Ich meldete mich an.

Wieder habe ich mit mir selbst gehadert, als ich im Zug nach Ingolstadt saß. Berfungspastoral? Bist du nun völlig bescheuert?

Was auch immer. Ich fuhr hin.

Wir (drei "Interessenten") und die Brüder Kapuziner verbrachten einen ganzen Tag zusammen, lernten viel über das Ordensleben - vor allem aber auch über uns selbst. Ich war total hin und weg. Und ich konnte kaum glauben, als ich am Schluss zu Bruder Paulus sagte, ich frage mich eigentlich nur mehr, was mich davon abhält, diesen Schritt zu tun.

Und das kam aus tiefstem Herzen. Hier fühlte ich mich zuhause. Angekommen. Am Ziel.

Nun war mir aber auch klar, dass ein Mensch mit meiner Vergangenheit erstmal daran arbeiten sollte. Und so teilte ich zunächst meinen Geschwistern in der Freikirche mit, dass ich zwar weiter Teil ihrer Familie sein werde, aber mich doch als Katholik sehe.

Ich besuchte viele Veranstaltungen und traf mich mit vielen Menschen. Unter anderem habe ich dem Opus Dei viel zu verdanken. Bei deren Abenden habe ich ungemein viel gelernt. Unter anderem bin ich dort auf das Buch "Rome Sweet Home" von Prof. Dr. Scott Hahn (www.scotthahn.com) gestoßen, einem presbyterianischen Pastor, der zusammen mit seiner Frau zum Katholizismus konvertiert ist und sich sehr detailliert mit den Argumenten sogenannter evangelikaler (oder "bibeltreuer") Christen auseinander setzt, ohne sie dabei schlecht zu machen. Gleiches gilt für Karl Keating (www.catholic.com).

Mir wurde klar, dass viele Glaubensgrundsätze, die ich bisher vertrat und ebenso meine Art und Weise, die Bibel auszulegen, doch etwas sehr vereinfachend waren. Ich mag zwar die besten Absichten gehabt haben, doch fehlte es mir doch noch sehr an Wissen. So schrieb ich mich auch in "Theologie im Fernkurs" ein (www.fernkurswuerzburg.de).  Auch begann ich eine Therapie bei einem christlichen Therapeuten.

Und ich verbrachte viel Zeit bei den Kapuzinern. Was zunächst noch etwas ungewohnt für mich war (trotz meiner katholischen Erziehung gingen die Jahre bei Christen in Freikirchen nicht spurlos an mir vorbei), wurde bald zu einem natürlichen Teil meines spirituellen Lebens. Und je mehr ich in der Bibel las, mich mit Theologen unterhielt und vor allem auch im Katechismus der Kirche nach las, desto klarer wurde mir, dass die Katholische Kirche weit davon entfernt war "unbiblisch" zu sein, sondern dass sie im Gegensatz dazu DIE Kirche war - die Kirche, die Jesus selbst gegründet hat und die - so hat er uns versprochen - bis ans Ende aller Zeiten Bestand haben wird.

Sogar die Bereiche, die sehr stark von anderen Christen angegriffen werden (Wallfahrtsorte, Heilige, Maria) erwiesen sich als völlig anders als erwartet. Als ich zusammen mit den Pilgern in Altötting sein durfte, erlebte ich ein nie gekanntes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Zusammengehörigkeit im Glauben und in Jesus Christus.

Ich bin vielen Menschen zu Dank verpflichtet. Christen, die ich in oben genannten Freikirchen getroffen habe, aber auch und vor allem den Kapuzinern, an deren Beispiel ich erleben durfte, was es Heißt, Jesus nachzufolgen. Viele Freikirchen behaupten von sich, das Urchristentum wieder errichten zu wollen. Kapuziner wollen nicht (nur) wie Urchristen leben, sondern wie die Apostel - in der Nachfolge von Jesus Christus.

Und an diesem Punkt bin ich nun. Ich versuche nun, herauszufinden, ob ich für das Ordensleben geeignet bin. Hätte man mir das früher gesagt, hätte ich nur gelacht. Mittlerweile gibt es nichts, das ich lieber täte, als mit den Brüdern, die ich von ganzem Herzen liebe und die zu meinen Brüdern geworden sind, zusammen zu leben, zu arbeiten und Gott anzubeten und nachzufolgen.

Ebenso bin ich Father Bill Buckley und den anderen Geschwistern von der Engischsprachigen Katholischen Mission in München (http://www.englishspeaking-mission-munich.de/) zu großem Dank verpflichtet. Sein Beispiel und seine Führung haben mich gelehrt, im Glauben zu wachsen.

Wie auch immer die Geschichte weiter geht, diese Zeit wird und hat mich für immer verändert.

Und den größten Dank hierfür schulde ich der Nummer 1 persönlich:

Jesus Christus.
 




"Sometimes I feel like that dunkey that Jesus rode on His way to Jerusalem: Sometime he must have thought they were clapping for him."
Prof. Dr. Scott Hahn
 
 





 
 

“I wish it need not have happened in my time," said Frodo.
"So do I," said Gandalf, "and so do all who live to see such times. But that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given us.”
― J.R.R. Tolkien, The Fellowship of the Ring

Seit dem obigen Text ist nun einige Zeit vergangen. Wie ist meine Geschichte weiter gegangen?

Gott hat jedem von uns Gaben geschenkt, die wir zu Seinem Ruhm und zum Wohle der Kirche einsetzen sollen. Jeder einzelne Mensch hat seine Berufung und die Pflicht, seine Gaben Frucht tragen zu lassen.

Ich habe nun einen guten Teil des Programms von "Theologie im Fernkurs" hinter mir und auch meine Seelsorgeausbildung ist bald beendet. Noch immer ist es mein größter Wunsch, mein Leben ganz dem Herrn zu geben - in welcher Form auch immer. Ich sehe den christlichen Glauben nicht als etwas an, das ich sonntags in der Kirche ausleben, sondern als ein fortwährender Gottesdients (Dienst Gottes am Menschen und des Menschen vor Gott), der jeden Tag heiligt.

Vor allem sehe ich mich dazu gerufen, ein Zeugnis des Glaubens zu geben - durch mein eigenes Leben wie dadurch, dass ich auf andere Menschen zugehe, mich aktiv am Leben beteilige und meinen Glauben so in Wort und Tat kundtue und bei Bedarf auch verteidige.

Es ist mir ungemein wichtig, den Menschen begreiflich zu machen, was für eine wundervolle Großfamilie die Katholische Kirche ist und welchen spirituellen Reichtum sie bietet. Die wenigsten Menschen - inklusiv Katholiken! - wissen wirklich, wofür die Katholische Kirche steht, warum Katholiken glauben, was sie glauben und was sie eigentlich genau glauben. Viele Menschen lehen die Katholische Kirche aufgrund von Aussagen ab, die sie irgendwo aufgeschnappt haben - ohne sich jemals die "Gegenseite" dazu angehört haben. Manche Christen nennen sich etwa "bibeltreu" - und sagen damit gewollt oder ungewollt, dass Katholiken nicht bibeltreu sind. Ihnen in Demut und Respekt zu zeigen, dass der Katholische Glaube sehr wohl biblisch begründet ist und vielleicht die eigenen Aussagen nicht so schlüssig, wie bisher angenommen, sehe ich ebenso als meine (unsere?) Berufung. Genauso aber, in den Herzen meiner Geschwistern in der Katholischen Kirche wieder das Feuer des Heiligen Geistes zum Brennen zu bringen, das oft nur mehr auf "Sparflamme" geschalten ist. Schließlich ist es mir wichtig, den katholischen Glauben meinen eigenen Geschwistern in der Katholischen Kirche lebendig und deutlich zu machen - in der festen Überzeugung, dass viele die Katholische Kirche aus Gründen verlassen, die bei näherem Hinsehen wohl nicht in der Art aufgetreten wären. Die wenigsten lehnen die Katholische Kirche an sich ab - viele aber lehnen das ab, was sie dafür halten oder vermischen persönliche Gefühle mit Glaubenswahrheiten.

Ähnlich wie Mike Cumbie sehe ich meine Aufgabe darin, den Glauben zu verbreiten sowie eine ökumenische Verbindung mit Christinnen und Christen anderer Konfessionen und Gemeinschaften sowie mit anderen Religionen aufrecht zu erhalten. Eine Verbindung, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und Demut.

Als weitere Vorbilder und spirituelle Wegbegleiter sehe ich Prof. Dr. Scott Hahn, Fr. Bill Casey, Fr. Benedict Groeschel, Archbishop Fulton Sheen, Fr. Mitch Pacwa, Fr. Ben Cameron, Tim Staples, Ken Hensley, Jimmy Akin, Dave Armstrong, Stephen Ray, Dr. Marcellino D'Ambrosio, Michael Barber sowie selbstverständlich Johannes Paul II. und Benedikt XVI. "Meine" Heiligen sind der Hl. Franziskus, der Hl. Konrad von Parzham und natürlich die Gottesmutter Maria.

Auch innerhalb der Katholischen Kirche sehe ich meine Aufgabe darin, an den Grundwerten unseres Glaubens festzuhalten und diese im täglichen Leben zum Tragen zu bringen. Leider gibt es in der heutigen Theologie Tendenzen, alles bisherige abzulehnen und menschlicher Wissenschaft sowie aktuellen Zeitgeistströmungen und emotionalen Verfassungen den Vorrang zu geben. Unser Kirche hat aber einen in 2.000 Jahren gewachsenen Glaubens- und Traditionsschatz, dem wir auch verpflichtet sind. Auch haben wir nicht das Recht, von der schriftlichen Überlieferung - also der Bibel - abzuweichen, diese nach eigenem Gutdünken "umzuinterpretieren" oder aufgrund des menschlichen Zeugnisses in der vorliegenden Form abzulehenen (kaum mehr etwas, das in der Bibel steht, wird für authentisch und bindend angesehen. Da wird abgestritten, dass Jesus gesagt hat, was Er gesagt hat - und wenn Er es gesagt hat, dass Er es so gemeint hat. Da wird abgestritten, dass die Apostel tatsächlich selbst die Evangelien und die Briefe verfasst haben. Und wenn die Bibel zwar irgendwie von Gott inspiriert sei, hätten sie doch Menschen geschrieben - Menschen, die keinesfalls über das wunderbare Wissen verfügen, über das wir heute verfügen. Dass Gott als Chöpfer des Universums unserem Spatzenhirn aber immer noch haushoch überlegen ist und durchaus gewusst haben dürfte, was Er tat, als Er die Schreiber der Bibel inspierierte, wird meist vergessen. Ebenso sehe ich es als bedenklich an, dass oft die eigen - von Emotionen sowie vom eigenen oder fremden "Wissensstand" geprägte - Meinung weitergegeben wird, anstatt sich an die klaren Aussagen des Katholischen Katechismus zu halten.

Und so gehe ich weiter meinen Weg - oder besser: Gottes Weg.

Und ich versuche, meine Gaben zu nutzen und anderen Menschen dabei behilfich zu sein, ebenfalls Gottes Weg zu gehen.

Wer will, kann diesenWeg gerne zusammen mit mir gehen. Und das meine ich tatsächlich so: gehe mit mir!

 

 

Theologische Ausbildung etc.

Meine theologische Ausbildung:

Theologie im Fernkurs Würzburg: Grundkurs, Aufbaukurs, Pastoraltheologischer Kurs erfolgreich abgeschlossen (inklusiv 180 Stunden Praktikum in zwei Gemeinden)

Diplom "Seelsorger BTS" und "Lebens- und Sozialberater BTS"

Fernkurs beim Bibelseminar Bonn: Grundlagen der Seelsorge

Ferner jahrelange praktische Erfahrung in der Gemeindearbeit sowie Seelsorge und Leitung von Selbsthilfegruppen.

Ebenso jahrelange Erfahrung in der Gefangenenseelsorge.



Auch beruflich habe ich einige Ausbildungen abgeschlossen (u.a. im Immobilienbereich, wo ich hauptberuflich lange als kaufmännischer Hausverwalter für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. sowie für eine private Hausverwaltung tätig war, sowie im Bereich Sozialmanagement), des weiteren viele Fortbildungen im Bereich EDV, Immobilien, Finanz- und Rechnungswesen, Qualitätsmanagement und vieles mehr.



Sprachkenntnisse:

Deutsch (Muttersprache)
Englisch (sehr gut)
Französich (mittelmäßig)
Italienisch (wenig)
Spanisch (wenig)
Hebräisch (noch weniger)
Latein (ganz wenig)



Langjährige Erfahrung auch auf internationaler Basis (vor allem Nordamerika): Zusammenarbeit mit christlichen Organisationen, Vorträge in den USA, Teilnahme bei einer christlichen Konferenz in den USA usw.



Hobbies:

Sport (Fitnesscenter, Bergsteigen, Wandern)
Lesen


An meine evangelikalen Brüder und Schwestern

Ein offenes Wort an all die Brüder und Schwestern aus evangelikalen Gemeinden, die ich auf meinem Weg zurück zum Glauben kennen lernen durfte und mit denen ich teilweise auch eine längere Zeit zusammen verbracht habe.

Ich bin euch allen sehr zu Dank verpflichtet. An eurem Beispiel konnte ich sehen, was es heißt, ein Christ zu sein. Ich habe in evangelikalen Gemeinden wunderbare Menschen getroffen, für die ihr Glaube nicht nur etwas ist, das auf der Lohnsteuerkarte steht, sondern etwas, das auf ihr tägliches Leben Einfluss hat. Auch eure Liebe zur Bibel und das Feuer der Liebe zu Jesus Christus, das ihr euch über viele Jahre hinweg in euren Herzen bewahrt hat, hat mich zutiefst bewegt.

Auch wenn ich nun weiter im Glauben gewachsen bin, dürft ihr, die ihr mich nun inzwischen auch besser kennt, davon ausgehen, dass ich es mir nicht leicht gemacht habe und dass es gerade meine Liebe zur Bibel und zu Jesus Christus war, die mich zurück zur katholischen Kirche geführt hat.

Ihr werdet jedoch weiter in meinem Herzen bleiben. Wir sind eine Familie in Jesus Christus unserem gemeinsamen Herrn, und daran wird sich nichts ändern.

Und so denke ich, wir sollten uns auch weiterhin als solche begreifen und auf dem aufbauen, was wir gemeinsam haben: unseren Glauben an den Sohn Gottes. Das heißt nicht, dass wir unsere Verschiedenheiten nicht auf den Tisch bringen dürfen - das sollten wir sogar. Aber all das sollte in geschwisterlicher Liebe geschehen, einer Liebe, die alles gibt und nichts fordert.

Gottes reichen Segen,

Robert

 

Bist du ein Fundamentalist?

Mit diesem Wort wird ja mittlerweile schon fast inflationär umgegangen. Meist ist es kaum definiert und bezeichnet alles, was man selbst als "radikal" oder "übertrieben christlich" oder "altmodisch", "Konservativ" oder wer weiß was sonst noch alles hält.

Und in der Regel wird es auch als abwertend gebraucht.

Hier die Antwort:

In gewisser Weise würde ich mich als katholischen Fundamentalisten bezeichnen. Nicht unbedingt in der Art, wie protestantische Fundamentalisten agieren und denken, wenngleich ich hier mit einigen durchaus Parallelen sehe (allerdings glaube ich nicht an die Theorie "Sola Scriptura" oder die "Rapture").

Ich bin in dem Sinne Fundamentalist, als ich durchaus der festen Überzeugung bin, dass es Glaubenswerte gibt, die für alle Zeiten gelten und die nicht verändert werden dürfen. Etwa Familienwerte, Sexualität oder die verschieden Rollen von Mann und Frau, die sich von Genesis ausgehend wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel ziehen und letztlich auch von Jesus und den Aposteln bekräftigt werden. Wenngleich der Glaube immer in der Gegenwart gelebt werden muss und nicht auf einen Stand von vor hunderten von Jahren eingefroren werden kann und darf, dürfen sich Glaubensüberzeugungen und -grundsätze keinesfalls (!) aktuellem Zeitgeist, modernen Psychotherapie, aktuellen Forschungsergebnissen oder sont irgendetwas unterwerfen.

Schnell ist man so beim moralischen Relativismus, der kein gemeinsames Verständnis von dem was gut, wahrhaftig und moralisch akzeptabel ist, mehr kennt und den Glauben zur individuellen und privaten Gewissensentscheidung macht, die im Grunde alles erklären und rechtfertigen kann.

Hierzu kann ich jedem nur "Father Elijah" von Michael D. O'Brien empfehlen - das beste Buch, das ich je gelesen habe.

Ich bin Fundeamentalist, wenn es darum geht, dass ich keine Kompromisse eingehe und keine "Hintertürchen" offen lasse. Dass ich nicht Worte wie "Sünde", "Hölle" oder "Satan" verschweige, um die Menschen nicht zu "verschrecken". Damit tue ich ihnen nichts Gutes. Wahre Liebe kann und muss auch eine offene, kraftvolle Liebe sein.

Ich bin auch Fundamentalist in dem Sinne, dass ich glaube, dass Gott jeden von uns mit Gaben und Talenten beschenkt hat und auch erwartet, dass wir sie für Seinen Ruhm und dem Wohl Seiner Kirche einsetzen. Christlicher Glaube ist nichts, was man nur ab und zu an Sonntagen praktiziert, wenn man zur Messe geht. Christlicher Glaube fordert alles von uns. Gott will uns ganz und nicht nur einen Teil. Er will uns 24 Stunden am Tag, nicht nur an Wochenenden.

Heißt das, man darf keinen "Spaß" mehr haben?

Wer sagt denn sowas? Wahren "Spaß" und wahre Freude finde ich aber nur in Ihm, der mich erschaffen hat und an dessen Tisch ich eines Tages (hoffentlich) sitzen darf.

Sollte so ein "Fundamentalist" nicht in jedem Katholiken und in jeder Katholikin stecken?

"Fundamentalist", "evangelical", "Bible Christian", "anti-liberalism", "anti-modernism", "nature loving", "friend of the animals", "creationist", "radical", "conservative", "pro-life", "pro-family", "pro-Israel", "Christian zionist",  "Roman Catholic" - some folks need to put you somewhere. 

So know that I am proud to wear any of those labels.

Most of all, however,  I would like to be called a follower of Jesus Christ.

Robert 

Ich bin kein Theologieprofessor noch habe ich dies jemals behauptet. Auc habe ich nicht die "Mission Canonica", bin also nicht mit kirchlichem Lehrauftrag unterwegs. Es kann also durchaus auch sein, dass ich mich in etwas irre.

Was ich hier tue, ist meiner Berufung im Rahmen des "allgemeinen Priestertums der Gläubigen" zu folgen. Man mag mich einen Fundamentalisten nennen, aber es ist mir sehr wichtig, dass Katholiken ihren Glauben besser  kennen lernen, da man nur das lieben (und bei Bedarf erklären und verteidigen) kann, was man selber kennt. Auch sollen Nicht-Katholiken hier Informationen über die Katholische Kirche finden.

Ich bin mir sicher, dass andere dies besser können. Solange es aber kaum Angebote in dieser Richtung online gibt, denke ich, hat meine Homepage doch eine Existenzberechtigung und ist für den einen oder anderen auch hilfreich.

Es liegt mir fern, Uneinigkeit zu säen. Das Gegenteil ist der Fall: ich will die Liebe zur Katholischen Kirche in den Herzen der Menschen wecken.

München, 02.08.2009

Robert Gollwitzer

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